Impactsuspect » Zeitreisen
Nov
25
2011
6

Die Nord-SPD und Zeitlöcher ins letzte Jahrtausend.

Wie man zum Beispiel hier lesen kann, (LINK) hat die Nord-SPD eine „peinliche Panne“ beim Einbinden eines Videos auf ihrer Homepage erlebt.
Hat sie doch ein schniekes Video von irgendeinem albernen Landes-Bruhaha über eine Streamingplattform eingebunden, die Werbespots vor die Videos schaltet.
Und nun lief da doch tatsächlich Werbung für ein ’sogenanntes „Killerspiel“ ‚, wie das Nordfriesland Tageblatt wenigstens noch in Anführungszeichen schrieb. Die Lübecker Nachrichten sprechen da im Gegesatz ganz kritiklos von Killerspiel. Ohne Anführungszeichen oder ein „Sogenannt“.
Gut, nun ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Feinheiten der digitalen Kultur sich noch nicht zur Verräterpartei herumgesprochen haben, und dass die Generation Internetausdrucker auch panisch überreagiert, ist auch nichts neues. Aber einige Passagen in der Meldung bringen mich ein wenig zum Grübeln.

1.) Ursprünglich wollte ich mir die Frage stellen, warum irgendjemand Werbung für ein Computerspiel aus den späten Neunzigern schaltet. Die Frage konnte ich mir allerdings durch simples Googeln schon selbst beantworten.
Es handelt sich in der Tat um den alten Shooter von 1997, der aber neu aufgelegt wurde. Jetzt sieht er moderner aus, und es wird wohl auch ganz normal Werbung dafür geschaltet. Einen Trailer kann man bei Youtube bewundern. (LINK)

2.)

„Seit Jahren wissen wir, was solche Killerspiele in jungen Menschen verursachen können“, erklärte die CDU-Abgeordnete Heike Franzen.

Seit wann wissen wir was „Killerspiele“ anrichten können? Und was können sie anrichten? Hier schafft es eine Dame von der CDU nur plumpe Behauptungen in den Raum zu stellen, die seit Jahren nicht mit schlüssigen Studien belegt werden. Aber CDU halt. Die glauben an ihre Meinungen halt eher religiös und lassen sich da von Fakten nicht verwirren.

3.) Gleich weiter im Text:

Ihr sei unerklärlich, wie ein Politiker „eine solche Werbung auf seinem persönlichen Internetauftritt überhaupt zulassen kann“. Albig hätte das unterbinden müssen.

Ein noch nicht einmal in die Regierung gewählter Landespolitiker soll also einer unabhängigen Streamingplattform bestimmte Werbespots verbieten, die vermutlich in den AGBs vorgesehen und von den Uploadern bei der SPD durch Nutzung des Service abgenickt wurde? Die CDU ist lustig. Die beschweren sich vermutlich auch darüber, dass Sigmar Gabriel dem Klima nicht verbietet sich zu erwärmen.

4.)Die FDP lässt sich die Gelegenheit auch nicht nehmen, der SPD nochmal eins mitzugeben.

Katharina Loedige (FDP) reagierte bissig. Albigs Video stelle klar, „wie gutes Regieren mit Sozialdemokraten aussehen würde: Wenn schon der Vorspann daneben ist, kann man auch den Hauptfilm vergessen.“

Anstatt den Vorfall als solchen zu kommentieren, spinnt die Frau von der FDP einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Spot und der SPD. Und dann nennt sie einen als solchen vorgeschalteten Werbespot auch noch „Vorspann“ und grenzt diesen verbal vom „Hauptfilm“ ab.
Liebe Frau Loedige: Ein Vorspann ist der Teil eines Films, wo wir die Namen der Produktionsfirmen und – mit Glück – des Regisseurs um die Ohren gehauen bekommen. Manchmal sogar den Filmtitel. Ein Vorspann ist Teil des Hauptfilmes.
Was Sie meinen ist ein Vorfilm. Der Kommt in Kinos vor dem Film, ist aber eine inhaltlich vom Hauptfilm getrennte Sache. Und nur weil als Vorfilm irgendwas kommt, was ich nicht mag, kann der Hauptfilm dadurch nicht schlechter werden. Zumal beide nichts miteinander zu tun haben, bis auf die zeitliche Nähe in der die Aufführung stattfindet.
Allerdings ist der Werbespot am Video auch kein Vorfilm, es sei den die diletantische „Lampenladen Bahnhofstrasse“-Werbung, die ich im Kino über mich ergehen lassen muss, sei ein Vorfilm. Ist sie aber nicht, es handelt sich um Werbung.
Was die Dame der FDP hier – nur um eine billige Spitze gegen die SPD zu produzieren – beweist, ist so ziemlich genau das exakte Gegenteil von Medienkompetenz.

Und ist euch mal aufgefallen, dass die FDP in letzter Zeit immer gleich mit Beleidigungen kommt? Regieren mit der SPD ist wie Ballerspiel, Sigmar Gabriel ist dick und lächerlich und so weiter… Die haben wohl keine Argumente mehr. Ist ja wie Kindergarten mit denen.

5.)Und die SPD hat aber auch noch was zu sagen:

Die SPD nahm das Video gestern von der Seite. Sprecher Amin Hamadmad bedauerte den „technischen Fehler“. […] Weil ein Mitarbeiter erkrankt sei, habe man diesmal das Angebot einer Internetplattform genutzt.

Bei der SPD ist es also ein technischer Fehler, wenn ein Mitarbeiter erkrankt. Das ist der Beweis: Bei der SPD arbeiten nur Roboter.
Das ist alles so doof, da mag ich gar nicht weiter kommentieren.

Natürlich mach ich es aber trotzdem.

6.) Zu guter letzt kommt dann noch der berüchtigte Herr Pfeiffer von seinem eigenen Anti-Killerspiel-institut, und redet irgendwas nicht zum Thema passendes, das nicht zum Thema passt. Jungen gerieten durch Killerspiele ins Abseits, weil sie ihre Hausaufgeben vernachlässigten.
Gibt es keine Gamerinnen? Oder geraten die nur nicht ins Abseits? Und welche Gefahr geht von einem SPD-Video aus, das junge Leute sicher meiden wie die Pest, denn, Herr Pfeiffer, um so eins geht es hier.
Hier noch ein Link zu der unabhängigen Meinung eines Experten zu Herrn Pfeiffer: LINK!

7.) Wenn Goldeneye, das Spiel, ein „Killerspiel“ ist, ist die James-Bond-Reihe dann auch generell eine Reihe von „Killerfilmen“? Ich hatte bis heute gedacht, dass es sich dabei um ein geschätztes und traditionsreiches Kulturgut der westlichen Welt handelt.

Fazit:
Viel Wind um nichts. Der SPD ist ein kleineres Mißgeschick passiert, auf das mehrere andere Parteien sofort anspringen und versuchen sich zu profilieren, indem sie die SPD schlecht machen. Die SPD schafft es dann aber ganz alleine sich ein wenig zum Horst zu machen, indem sie das Unwissen der Vertretung für den kranken Kollegen als „technischen Fehler“ bezeichnet.
Die FDP zerlegt mal eben in wenigen Sätzen ihre Medienkompetenz, und die CDU, die nicht ohne Experten ihr Facebookprofil ändern kann, rügt die SPD für das Übersehen einer Klausel in AGBs. Einzig die Grünen kommentieren nicht, wo es eigentlich nichts zu kommentieren gilt. Die einzigen Gewinner – bzw. nicht Verlierer – hier.

P.S: Das Zeitungen, also journalistische Erzeugnisse mit Qualitätskontrolle, noch immer von „Killerspielen“ reden, selbst wenn sie von „sogenannten ‚Killerspielen‘ “ reden, lässt sie auch eher auf der Deppenseite dieser Geschichte stehen.

Okt
24
2010
2

Filmaufname einer alten Frau mit Handy …aus dem Jahr 1928

Unglaublich schräg. Ich weiß nicht, ob die im unteren Clip gezeigten Filmaufnahmen wirklich echt sind, aber das ist einfach zu schön, um es nicht hier zu posten:

Für mich ähnelt die alte Frau ja den Magiern aus Harry Potter, die sich unter Menschen mischen. Irgendwie wirkt ihre Kleidung seltsam, aber das mag ganz einfach damit zusammenhängen, dass ich keine Ahnung habe was alte Frauen in den späten 20ern so getragen haben.
Es sieht in dem Video wirklich so aus, als spräche die Frau in ein Smartphone, oder ein Diktiergerät. Beides im Jahre 1928 eher unwahrscheinlich.
Wenn es sich tatsächlich um eine Zeitreisende handelt, dann wird sie sicher ’ne Menge Ärger bekommen haben, weil sie sich beim Telefonieren hat filmen lassen. 😀

Gefunden bei Rivva

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Gruseliges,Technisches | Schlagwörter:
Sep
09
2010
6

Rekursiver Inzest und das kleine Problem mit der Münze aus dem Nichts

Ich hab heute bei einem Videoabend in kleiner Gruppe mal wieder einen Zeitreisefilm gesehen, und danach kam dann noch das Gespräch auf das generelle Genre des Zeitreisefilms.
Mir ist unter anderem aufgefallen, dass kaum ein guter Zeitreisefilm ohne Liebesgeschichte – und wenn es im Subplot ist – auskommt. Die einzige Ausnahme, die mir da spontan einfällt ist „Time Bandits“.
Aber das ist jetzt nicht das Thema, obwohl dieses enge Band zwischen Zeitreisestory und Liebesgeschichte sicher selbst einen Artikel wert ist.

Die Rede kam vielmehr auch wieder auf den Film „Time Rider“, eine Perle des Zeitreisefilms aus den 80ern, den man leider nur noch auf VHS findet. Wann kommt da bitte endlich die DVD? Der Film ist klasse!
In „Time Rider“ geht es um einen Cross-Biker namens Lyle Swann, der sich bei einer Ralley irgendwo in der Wüste von Texas oder New Mexico verfährt und ohne es zu merken, mitten in ein geheimes Zeitreiseexperiment der Regierung hineinfährt.
Noch immer ohne etwas zu ahnen, landet er im wilden Westen, und gerät an Banditen, Dorfbewohner und Gesetzeshüter. Die Banditen wollen das Dorf ausplündern und Lyle Swanns Motorrad stehlen, der Gesetzeshüter will den Oberbanditen zur Rechenschaft ziehen und eine Frau bei den Dorfbewohnern flirtet auf eine sehr agressive Weise mit Lyle.
Eine Besonderheit dieses Films ist, dass Lyle den ganzen Film über annimmt, er sei immer noch in der Gegenwart, und die Leute seien halt nur irgendwelche Hinterwäldler oder Sektenmitglieder. Das finde ich gut, denn nichts ist peinlicher in einem Zeitreisefilm, als ein Typ, der in abgerissenen Klamotten durch die Stadt läuft, und nach dem Jahr fragt.
Wer fragt schon nach dem Jahr? Ich würde nicht nach dem Jahr fragen. Nur Irre fragen nach dem Jahr. Geistig gesunde Menschen würden erst einmal gar nicht auf den Gedanken kommen, dass sie eventuell in der Zeit gereist sind, und wenn sich die Beweise für ebendies zu verdichten begönnen, es vehement anzweifeln. Wenn geistig gesunde Menschen sich tatsächlich mit dem Gedanken anzufreunden begönnen, sie seien in der Zeit gereist, würden sie immer noch nicht nach dem Jahr fragen, sondern in eine Zeitung schauen, oder in die Bibliothek gehen.
Niemand fragt nach dem Jahr.

Aber auch das ist nicht das Thema.
Die junge Frau mit der agressiven Ader, mit der Lyle Swann anbändelt und später sogar schläft, stellt sich im Laufe der Handlung des Filmes als seine eigene Großmutter heraus und Lyle Swann ist somit sein eigener Großvater. Außerdem gibt er in der Vergangenheit der Frau eine Glücksmünze, die er von seiner Oma bekommen hat, welche diese von Lyles Großvater in der Vergangenheit bekam.
Können noch alle folgen?
19Keks gibt also Lyles Oma ihm eine Silbermünze von Lyles Opa. Später reist Lyle nach 18keks zurück, mit eben dieser Münze.Dort wird er zu seinem eigenen Großvater, und gibt seiner Oma die Münze.

Wo genau kommt die Münze her? In der Weltsicht von einer unveränderlichen Zeitlinie ist die Münze in dieser Zeitschleife einfach vorhanden. Sie reist ständig von 19keks nach 18keks, und altert dann wieder ganz normal, bis sie wieder in 19keks angekommen ist, und von dort wieder zurückreisen kann.
Die Münze wird nirgendwo geprägt, noch wird sie je ausgegeben, weil sie vor und nach der Zeitschleife nicht existiert, sondern in ihr ständig im Kreis reist.
Das große Problem an der Sache ist jedoch nicht, wo und wann die Münze hergestellt wurde. Viel gravierender ist, dass sie sich eigentlich – der Entropie folgend – in der Zeitschleife ständig abnutzen müsste, bis sie irgendwann so abgegriffen ist, dass sie einfach verschwindet.
Das ist aber wieder nicht mit der Theorie einer unveränderlichen Zeitline vereinbar, denn in ihr muss auch die Münze unveränderlich sein, denn sonst ist die Zeitschleife nicht unveränderlich, noch ist es die Zeitlinie.
Die Geschichte um die Münze kann in einem Zeitreisemodell mit einer unveränderlichen Zeitlinie also nicht funktionieren. Bleibt mein persönlicher Favorit, die „viele-Welten-Theorie“.
In dieser Theorie sorgt jeder Eingriff in die Vergangenheit für eine etwas andere Zeitlinie, und schafft somit eine Parallelwelt mit einer, möglicherweise nur subtil unterschiedlichen, aber eben etwas anderen Zukunft.

Wie sieht die Reise der Münze hier aus?
In einer alternativen Parallelwelt, die vom Film direkt nicht abgebildet wird, reist ein alternativer Lyle Swann, der noch einen ganz anderen Großvater als sich selbst hat, als erster von allen Lyle Swanns im Multiversum in die Vergangenheit, trifft die Frau ( seine Großmutter ) in der Vergangenheit, schläft anstatt seines ursprünglichen Großvaters mit ihr, und sorgt so für eine Parallelwelt, in der ein Lyle Swann geboren wird, dessen Großvater er ist. Dieser Frau gibt er zum Andenken die Silbermünze, die in seiner subjektiven Vergangenheit noch ganz normal hergestellt wurde. Seine Großmutter bewahrt die Münze als Souvenir an den seltsamen Bettgefährten auf, der so schnell in ihr Leben kam, und so schnell wieder daraus verschwand. Sie macht aus der Münze einen Anhänger für eine Kette, und schenkt diesen dann später ihrem Enkelsohn. Dieser reist in die Vergangenheit zurück, und von dort an befinden wir uns in einer Zeitspirale, die sich seitwärts durch die Zeit bewegt. Die Kette mit der Münze wandert durch unzählige Parallelwelten, bis sie völlig abgenutzt ist.
In diesem Modell vertragen sich Entropie und Zeitreiselogik.

Aber was ist mit der Sache, dass Lyle Swann sein eigener Großvater ist?
In dem Modell mit den Parallelwelten ist es bei jeder neuen Schlaufe der Zeitspirale ein genetisch etwas anderer Lyle Swann, der in die Vergangenheit reist, und jedes mal mit seiner in allen Parallelwelten genetisch gleichen Großmutter schläft, um schließlich eine genetisch etwas andere Version von sich selbst zu erzeugen.
Der ursprüngliche genetische Code von Lyle Swann wird also immer weiter verwässert, bis vom Großvater aus der ursprünglichen Welt, in der die Zeitschleife startete, kein genetisches Material mehr in ihm enthalten ist, und Lyle Swann so mit seiner Großmutter genetisch identisch werden muss.
In der Theorie mit den vielen Welten ist es also schier unmöglich, sein eigener Großvater zu sein.

In dem Modell mit der unveränderlichen Zeitlinie ist dies jedoch wiederum kein Problem: Lyle reist zurück, zeugt einen Nachkommen mit einem Teil seines genetischen Materials, der wiederum ihn zeugt – oder zur Welt bringt. Das beide Lyle Swanns genetisch identisch sind, ist zwar immer noch ein Zufall, aber eben nur ein Zufall, der nur einmal passieren muss, und nicht immer wieder, wie es in einer Zeitspirale wäre.

Münze geht also nur in „viele Welten“, eigener Großvater geht nur in „unveränderliche Zeitlinie“.

Ich bin verwirrt.

Written by Heiko C. in: Filme,Wahnhaftes | Schlagwörter:
Jun
06
2010
--

Du-traust-dich-nicht-Schilder

Verbote wirken oft wie Einladungen. Oft kommt man erst auf die Idee etwas zu tun, wenn man ein Schild liest, auf dem selbiges verboten wird.
Würde ich an der Strasse ein „Müll abladen verboten!“-Schild aufstellen, und zwar an einer Stelle an der noch nie irgendjemand irgendwelchen Müll abgeladen hat, wäre gewiss, dass bald darauf der erste Müll dort abgeladen wird.

Würde die Stadt im Stadtpark ein Schild aufstellen, auf dem „Das Aufführen von Goethes Faust ist ohne Kleidung untersagt!“ stünde, wäre gewiss, dass bereits am nächsten Wochenende ein kleiner Kreis von nackten Thespiern dort die unsterblichen Zeilen des Dichterfürsten zu rezitieren begönne.

Das ist nun einmal so. Gerade, wenn die Verbote unsinnig scheinen. Die Stadt verbietet mit nackt den Mephisto im Park zu geben? Dann muss mir das ja irgendeinen tollen Kick geben.

Genau diesen Mechanismus macht man sich nun anscheinend in Westerland zu Nutze, um die Bürger und Touristen in ein idyllisches kleines Waldstück zu locken, welches als „Naturerlebnisraum“ bezeichnet wird.
Zumindest erkläre ich mir so dieses Schild:

Ich stelle mir das so vor:
Die Stadt sorgt für eine nette kleine Parkanlage. Keiner geht rein.
Man stellt ein Schild auf: „Naturerlebnisraum“.
Noch immer geht keiner hinein.
Drunter bringt man das Schild „…auf eigene Gefahr!“ an.
Urplötzlich gewinnt der Naturerlebnisraum an Reiz, weil er als potentiell gefährlich einzuschätzen ist. Die beiden Schilder scheinen im Zusammenspiel zu sagen: „Also, hier ist ja mal ein super-toller Naturerlebnisraum, aber du traust dich ja sowieso nicht. …im ernst, bleib‘ besser draußen! Ist sowieso zu viel Natur für dich… höhö…“
Klar, dass nun die Leute reinströmen. Und warum auch nicht, der Park ist ja wirklich hübsch.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Mai
30
2010
3

Tipps für Zeitreisende (in Star Trek)

1.) Fragen Sie die Einheimischen NIEMALS nach dem aktuellen Jahr. Das kann nur strunzendämlich wirken.

2.) Wollen Sie das Jahr herausfinden, sehen Sie in einer Zeitung nach. Finden Sie keine, sind Sie in der Zukunft.

3.) Kleiden Sie sich in Sternenflottenuniformen. Man wird diese für Pyjamas halten, aber Sie keinesfalls für einen Trekkie.

4.) Keine Panik, wenn sie in den 60ern landen. Die Leute da sind so zugedröhnt, dass noch nicht einmal Aliens sie großartig alarmieren. (gilt auch für Stargate)

4.) Vorsicht vor unbeabsichtigten Zeitreisen! Diese führen zu 90% zu gefährlichen Wendepunkten in der Geschichte.

5.) Halten Sie sich aus den Geschehnissen heraus. Sie würden nur alles durcheinanderbringen.

6.) Wenn Sie die Dinge hingegen schon durcheinander gebracht haben, können Sie ebensogut auch ordentlich auf die Kacke hauen.

7.) Ändern Sie etwas in der Vergangenheit, können ihre Freunde in der Zukunft die Auswirkungen beobachten.

8.) Stirbt eine historische Größe, nehmen Sie umgehend ihren Platz ein, um die Zeitlinie zu retten.

9.) Die historische Persönlichkeit wird Ihnen durch eine Besonderheit des Raumzeitkontinuums ähnlich sehen.

10.) Die veränderte Zeitlinie lässt sich oft mit nur wenigen gezielten Handgriffen 100%ig wieder herstellen lassen.

(wird vielleicht noch ausgebaut)

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Jan
23
2010
8

Zeitreisen sind anstrengend…

…für einen Autor, oder den, der es werden will. Selbst die besten Beispiele für Zeitreisen aus z.B. der Filmgeschichte haben mit diversen Haken und Ösen zu kämpfen, uns sind im Grunde genommen immer irgendwo unlogisch.

Folgender Text mag milde Spoiler zu folgenden Filmen enthalten: „Terminator“, „die Zeitmaschine“, „Der letzte Countdown“, „Zurück in die Zukunft“(gesamte Trilogie) und „Donnie Darko“. Wer diese Filme noch nicht gesehen hat, dem würde ich aber sowieso empfehlen, das schleunigst nachzuholen.

Das Hauptproblem dabei, eine Glaubwürdige Zeitreisegeschichte zu schreiben ist, wie man mit den beiden bekannteren Zeit-Paradoxa umzugehen weiß. In der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie etwa, wird von diesen immer behauptet, sie zerstören das Universum, auf der anderen Seite passieren seltsame Dinge, wenn vergangene Ereignisse dort verändert werden. „Zurück in die Zukunft“ ist eine tolle Filmreihe, der erste der Filme wird sogar als Paradebeispiel an Filmhochschulen benutzt, wie man es machen sollte. Leider ist die gesamte Zeitreiselogik in den Filmen alles andere als „in sich schlüssig“, und schon gar nicht aus einem Guss.
Warum das so ist, darauf will ich hier nicht näher eingehen, nur so viel: Im Verlauf des ersten Filmes alleine verschwinden erst Martys Geschwister auf seinem Familienfoto halb bis ganz, dann verschwindet er gegen Ende des Filmes selbst teilweise.
Hat er jedoch die Vergangenheit so verändert, dass er selbst nie geboren würde, hätte dies für ihn selbst in der Vergangenheit entweder keine Auswirkung, oder er würde sofort ganz verschwinden. Ereignisse in der Vergangenheit, die dazu führen, dass seine Hand durchsichtig wird, sind undenkbar. Der Dramaturgie Willen hat man es nun aber so gemacht, wie man es gemacht hat, und selbst ich kann mit der fehlerhaften Zeitreiselogik der Saga leben.

Was ist nun aber mit den Paradoxa?

Da haben wir einmal das Großvaterparadoxon.
Dieses besagt, dass ich eine Zeitmaschine baue, in die Vergangenheit zu einem Zeitpunkt reise wo mein Großvater meine Großmutter noch nie getroffen hatte, und ihn umbringe. So kann ich nie geboren werden, keine Zeitmaschine bauen, nicht zurück reisen, und ihn nicht umbringen, wodurch ich wieder geboren werde, eine Zeitmaschine bauen und ihn umbringen kann. Ihr seht das Problem.
In vielen Zeitreisegeschichten ist es so, dass man durch Verwicklungen in der Vergangenheit zwar seinen eigentlichen Großvater umbringt, dann selbst aber -unwissend- mit seiner eigenen Großmutter anbandelt, und so sein eigener Großvater wird. Das ist storytechnisch vielleicht spannend, aber was die Zeitreiselogik angeht allenfalls ein fauler Kompromiss.
Die – aus meiner Sicht – schlüssigere Lösung wäre es, von Anfang an mit der Vielweltentheorie zu arbeiten. Ich reise in die Vergangenheit, ändere sie alleine schon dadurch, wodurch sich dann eine alternative Zeitlinie bildet, die neben der Zeitlinie existiert, von der ich komme. Selbst wenn ich in der neuen Zeitlinie also meinen Großvater umbringe, bleibt meine eigene Zeitlinie samt meiner subjektiven Vergangenheit bestehen, und ich verschwinde nicht.
Reise ich in der neuen Zeitlinie allerdings wieder in die Gegenwart, ist es eine Gegenwart in der es mich selbst und meine Familie so nie gegeban hat. Aus Sicht des Zeitreisenden ist dies wohl in den meisten Fällen weniger wünschenswert.
Geht man nur von einer Zeitline aus, die unveränderlich ist, und in der alle eventuellen Zeitreisen bereits von Anfang an „eingeplant“ sind, muss man auf die „Ich bin mein eigener Großvater“-Lösung zurückgreifen, weil man sonst in oben erwähnte nicht aufzulösende Endlosschleife gerät.
Reist jemand zurück in die Vergangenheit, und wird zu seinem eigenen Großvater, weil er mit seiner Oma koitiert, als sie noch jung war, dann haben wir jedoch schon das nächste Paradoxon:

Das Informationsparadoxon, dass die meisten Schwierigkeiten macht, weil man es leicht mal übersieht, wenn man eine Geschichte schreibt.
Als Beispiel: Ich bekomme Besuch von mir aus der Zukunft, und Zukunfts-Heiko erklärt mir, wie ich ganz einfach eine Zeitmaschine aus einem Blatt Papier, 3 Zwiebeln und einem Teebeutel bauen kann. Dann verschwindet Zukunfts-Heiko wieder.
Ich baue besagte Zeitmaschine und reise in die Vergangenheit um mir die Pläne zu geben. Und so weiter. Eine schöne Zeitschleife, die in sich schlüssig zu sein scheint, entsteht.
Doch wer hat die Zeitmaschine erfunden? Wo kommt der Bauplan her? Irgendjemand muss doch auf die Idee gekommen sein, oder?
Hier offenbar nicht. Die Zeitmaschinen-Idee hat hier keinen Anfang, sie ist einfach in der Zeitschleife vorhanden, ohne dass sie jemand wirklich erfunden hat. So ist es zumindest, wenn wir eine einzige und unveränderliche Zeitlinie annehmen.
In der Vielweltentheorie wäre es so, dass ein paralleler Heiko in der „Ursprungszeitlinie“ einmal die Zeitmaschine erfunden hat, und zurückgereist ist, um sie seinem vergangenen Ich zu geben. Vielleicht um früher über die Zeitmaschine zu verfügen. Der vergangene Heiko hätte jetzt nun die freie Wahl ob er seinerseits zurückreist, um sich die Zeitmaschinenenpläne zu geben, oder nicht. Vielleicht bildet sich sowas ähnliches wie eine Zeitschleife. Eventuell eine Zeitspirale, die sich seitwärts durch unzählige alternative Universen bohrt, bis sie schließlich kollabiert, weil irgendein Heiko keine Lust mehr hat, einem vergangenen Ich die Pläne zu geben.

Wie wir sehen ist mit beiden Paradoxa in der Vielweltentheorie einfach umzugehen. Alleine schon weil es keine Paradoxa sind, wenn es parallele Welten gibt, und diese durch jede Zeitreise geschaffen werden. Ich tendiere daher dazu, in Geschichten eben dieses Modell zu verwenden.
In dem Modell mit der einen unveränderlichen Zeitlinie, sind beide Paradoxa jedoch scheinbar nicht lösbar. Das Großvaterparadoxon kann gar nicht stattfinden, und beim Informationsparadoxon (bzw. in der speziellen Form: das Großmutterparadoxon) erscheinen plötzlich Ideen ohne Ursprung.

Manchmal erfordern Geschichten jedoch sowohl das Vorhandensein einer Zeitschleife, vielleicht sogar eines Informationsparadoxons im Rahmen einer unveränderlichen Zeitlinie. Als Beispiele vielleicht die Geschichte in der ein Bibelforscher in die Vergangenheit reist um Jesus zu treffen, dort feststellt, dass der Jesus den er findet ein geistig Behinderter ist, und dann im Laufe der Handlung unfreiwillig selbst zu dem Jesus wird, den wir aus der Bibel kennen.
Fragt mich nicht, wer die Geschichte geschrieben hat, oder wie sie heißt, aber die hab ich mal irgendwo gelesen. Ähnliches gabs auch von Anthony Burgress mit Shakespeare, wenn ich mich recht erinnere.
Solche Geschichten leben ja davon, dass der Zeitreisende die Gegenwart, die er sein leben lang kannte, durch seinen Aufenthalt in der Vergangenheit erst zu dem macht, was sie ist. Und hier kommen Informationen aus dem Nichts. Wenn ich Shakespeares Werke auswendig kenne, kann ich sie ihm in der Vergangenheit natürlich diktieren, aber wer hat sie dann erdacht?

Man nenne mir nur ein Beispiel aus der Filmgeschichte, wo Zeitreisen mit „unveränderlicher Zeitlinie“ auch nur ansatzweise logisch dargestellt sind.
– „Zurück in die Zukunft“? Großvaterparadoxon und im Laufe der Trilogie etliche Informationsparadoxa.

– „Terminator“ Ebenso. Beide Sorten Paradoxa. Das Lustige ist: Im ersten Teil wären die Paradoxa wenigstens konsequent zum Ende gedacht, wenn nicht vom abwesenden John Connor und Teil 2, 3 und 4 drauf bestanden würde, dass die Zukunft änderbar ist.

– „Die Zeitmaschine“(original) Hier werden jegliche Paradoxa umschifft, weil der Protagonist so weit in die Zukunft reist, dass eine Auswirkung auf die Zeitlinie – sollten seine Reisen eine haben – nicht sichtbar sind. Dafür ergibt die Art und Weise des Zeitreisens hier keinen rechten Sinn.
Die Zeitmaschine „bewegt“ sich einfach schneller durch die Zeit, so dass der Zeitreisende in seinem temporalen Schlitten raus schauen kann, und die Welt sieht, wie sie vorgespult wird.
Warum das keinen Sinn ergibt?
Weil zu verschiedenen Zeitpunkten mehrere Versionen seiner Zeitmaschine in Zeit und Raum den selben Platz einnehmen, was unmöglich sein sollte.
Als Beispiel: Erst reist der Zeitreisende ins Jahr 30.000 n Chr., und zwar vom Jahr 1900 aus. Dabei durchquert er unter anderem den 5. Mai 2005, 19 Uhr 26. Reist er später zurück, ohne seine Zeitmaschine zu bewegen, dann durchquert er auf der Rückreise den gleichen 5 Mai 2005, 19 Uhr 26, während er am gleichen Platz steht. Was passiert dann? Sollte der Platz nicht schon voll sein? Und was ist, wenn er nun, nachdem er ein paar Bücher eingepackt hat, wieder in die Zukunft reist, und wieder den gleichen Zeitpunkt passiert? Das wäre dann nämlich schon der dritte Zeitreisende samt Zeitmaschine übereinander. Wie viele passen übereinander? Seht ihr? Das ergibt keinen Sinn.

Dann gibt es natürlich noch andere Filme, die keinen der obigen Wege einschlagen, und von Anfang bis Ende entweder Kraut und Rüben sind, was Zeitreisemodelle angeht, oder so kryptisch sind, dass man alles rein interpretieren kann.
Beispiele für ersteres wären „Time Guardian“, „Austin Powers“ oder „Bill und Ted’s verrückte Reise in die Zeit“, und für letzteres „Donnie Darko“. Bei beiden Kategorien wüsste ich nicht einmal, wo ich anfangen sollte, wenn ich da nach Paradoxa suchen sollte. Aber bei Klamauk wie „Austin Powers“ oder „Bill und Ted“ sollte man da sowieso nicht zu pingelig sein, und „Donnie Darko“ möchte ja eben grad‘ geheimnisvoll und kryptisch sein, da passt das auch.

Wenn ich in einen Zeitreisefilm gehe, dann möchte ich aber nunmal gerne wissen, was die logischen Gesetze für die Zeitreisen sind. Kann man die Vergangenheit der Zeitlinie ändern, ohne seine eigene subjektive Vergangenheit zu ändern? Zeitschleifen oder Zeitspiralen? Großvater- oder Großmutterparadoxon? Sind Paradoxa überhaupt möglich, oder nicht?
Ich bin dafür, dass man Aufkleber auf die Filmplakate klebt, damit ich vor dem Film weiß, womit ich es zu tun habe. Noch lieber wäre mir allerdings ein Zeitreisefilm, der sich entscheiden kann ob er multiple Zeitlinien oder nur eine einzige unveränderliche hat, der weiß, wann er ein Paradoxon einbaut, und was daraus folgt, und der trotzdem einen spannenden Plot hat.

Oft werden die Zeitreisen ja auch nur als Spannungselement in die Handlung eingebaut. „Terminator“ wäre zum Beispiel auch ohne Zeitreisen möglich, dann ginge der Plot aber so: „Killer will Frau aus politischen Gründen umbringen, Soldat will sie davor retten.“
Macht nicht viel her, der Terminator ohne Zeitreisen, oder? (Anm.: Ich finde Terminator natürlich trotzdem klasse)

In „Die Zeitmaschine“ geht es zwar vordergründig um Zeitreisen, diese dienen jedoch nur, um das Gedankenexperiment von den Morlock und den Eloi. das in erster Linie ein soziologisches ist, in die Handlung einzubetten. Statt sich einer Zeitreise zu bedienen, hätte Wells auch wie vor ihm Jonathan Swift in „Gullivers Reisen“, den Protagonisten auf einer unbekannten Insel stranden lassen, auf der nun zufällig Eloi und Morlocks leben. An der Handlung hätte das wenig geändert.

Im Film „Der letzte Countdown“ geht es um einen Flugzeugträger der aus den 80er Jahren, der durch ein unerklärliches Wetterphänomen in der Zeit vor dem Angriff auf Pearl Harbour landet. In dem Film geht es also um „Zeitreisen“, doch die Protagonisten greifen nicht wirklich in die Vergangenheit ein, und gerade als sie sich dazu durchgerungen haben, die Japaner abzufangen, und Pearl Harbour zu verhindern, schmeisst sie das Wetterphänomen wieder in ihre Gegenwart.
Hier geht es also eher um die moralische Entscheidung, ob man die Vergangenheit ändern darf. Ich hätte es interessanter gefunden, wenn die Vergangenheit tatsächlich geändert worden wäre, und was für Auswirkungen das gehabt hätte.

In „Zurück in die Zukunft“ ist der Angelpunkt des Plots hingegen nicht ohne Zeitreisen möglich. In dieser Trilogie geht es um Zeitreisen, und die „Zeitreiselogik“, die man verwendet wird sogar mehrmals in den Filmen – sich teilweise widersprechend – erklärt, weil man die Handlung nicht verstehen kann, wenn man nicht über die Zeitreiselogik Bescheid weiß.
Schade nur, dass die in „Zurück in die Zukunft“ verwendete Zeitreiselogik von vorn bis hinten nicht zusammenpasst.
Trotzdem, hier geht es nicht nur um Zeitreisen, hier ändern die Protagonisten tatsächlich mehrmals – um nicht zu sagen: am laufenden Band – die Vergangenheit, und erleben die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.
Meiner Meinung nach – und trotz aller logischer Schwächen – ist diese Filmreihe mit Abstand das beste, was es bis heute an Zeitreisefilmen gibt; weder sind die Zeitreisen nur austauschbare „Plot-Device“, noch scheut man sich hier ernsthaft, die Zeitmaschine einzusetzen. Im Gegenteil: Ich hab so den Eindruck, in der Trilogie werden etliche Gedankenexperimente zuende gedacht.

Ach ja:  Wer Vorschläge für bessere oder logischere Zeitreisefilme hat, die ich hier nicht genannt habe: Immer her damit.

Ach, was: Egal ob logisch oder nicht, ich will sowieso alle Zeitreisefilme sehen, also auch her mit euren Vorschlägen für vielleicht nicht so gute Zeitreisefilme. ^^

Written by Heiko C. in: Bücher,Esoterisches,Filme,Technisches | Schlagwörter:
Nov
19
2009
--

Des Pudels CERN?

Von CERN hat man ja nun schon gehört, nehme ich an. Das ist diese Organisation die diesen neuen Super-Duper-Teilchenbeschleuniger in der Schweiz (LHC) betreibt, um den sich schon vor dessen Fertigstellung wilde Spekulationen rankten. So hieß es beispielsweise, wenn dat Dingen eingeschaltet wird, würde es ein schwarzes Loch herstellen, welches die Erde verschluckt. Diese These fand nicht nur in verschiedenen Blogs Verbreitung, sondern auch in der herkömmlichen Presse.

Vor einem Monat kam dann Spreeblick mit einem Artikel, in dem es darum ging, dass die Experimente von CERN grad nicht so richtig funktionieren, was ein paar der dort arbeitenden Wissenschaftler zu der Theorie brachte, dass der LHC in der Zukunft das funktionieren des LHC in der Gegenwart verhindere.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Die Zukunft sabotiert unsere wissenschaftlichen Experimente! Schock!

Dann berichtete vor etwa zwei Wochen wieder Spreeblick darüber, dass ein Vogel durch das unglückliche Platzieren eines Brotkrumens eine Apparatur zum überhitzen gebracht hätte.

Und was muss ich jetzt bei Fefe lesen?

Hahaha, einer der CERN-Direktoren hat einen Lovecraft gepullt und den versammelten Reportern was von Dimensionstoren und „unknown unknowns“ erzählt, und dass da Dinge durchkommen könnten, durch die Dimensionstore. Sehr schöner Fnord 🙂

Und wenn man Fringe oder AkteX schaut, denkt man sich immer, dass das, was man da so sieht nix mit den Realitäten eines Wissenschaftlers zu tun habe, und nun scheint die Grenze zwischen LHC und LSD immer mehr zu verschwimmen.
Ich meine, hör‘ mal: Zeitreisen, Schwarze Löcher, die die Erde verschlucken, sabotierende Vögel und Besuche aus Parallelwelten? Was kommt als nächstes? Berichtet CERN etwa bald davon, dass bei einem Experiment ein Forscher versehentlich mit der DNA einer Stubenfliege infiziert wurde, und sich jetzt langsam in eine menschliche Fliege verwandelt? Oder bauen die eine Telefonverbindung zu Gott auf? Alles scheint möglich bei denen!

Ich möchte ja gerne glauben, dass das alles möglich ist, was da so berichtet wird, aber ein anderer Verdacht drängt sich auf. Vielleicht hat CERN ja die Medienöffentlichkeit wegen der „Schwarzen Löcher“ irgendwie genossen, und jetzt lancieren die mal die eine oder andere Meldung mit ähnlich phantastischen Dingen, um im Gespräch zu bleiben. Interessiert sich ja sonst keiner für den Teilchenkram. Was der Normalbürger über Teilchenbeschleuniger weiß ist doch im Bestfall: Da bauen die ein irre teures Dings, in dem Nichts mit Nichts beschossen, und das daraus entstehende neue Nichts dann untersucht wird.

Oder, die verarschen schlicht gerne Journalisten.
Vielleicht wird schon bald der erste Spiegelreporter von einem CERN-Forscher in Cthulhu-Maske erschreckt. Ich find‘ das lustig. Da will ich auch mal arbeiten, wenn ich mal groß bin!

Jan
26
2009
--

Zeitreisen zum Greifen nah

Ich bin ja fast geneigt alles zurückzunehmen, was ich erst neulich über das Nordfriesland Tageblatt gesagt habe. Immerhin sind die Nachrichten wenn schon nicht immer neutral, dann zumindest doch glaubwürdig.
Auf der letzten Seite der heutigen BILD, die mir auf dem Wohnzimmertisch ins Auge fiel, stand doch tatsächlich „Zeitreisen bald möglich!“ und zwar in dicken Lettern als Schlagzeile.
Gut auf der letzten Seite der BILD erwartet man sowas ja fast. Vielleicht liest der BILD-Leser von nächster Woche schon an dieser Stelle „Marsianer vom Planeten Venus entführten Hitlers Enkel mit geheimen U-Boot!“. Da sich „Zeitreisen“ in welcher Form auch immer allerdings langsam als eines der Hauptthemen dieses Blogs herauszukristallisieren scheinen, finde ich es trotzdem erwähnenswert, wenn die auflagenstärkste „Zeitung“ Europas eine solche Meldung bringt.
Was lesen wir denn in dem Artikel so?
„Fachautor“ oder an anderer Stelle auch „Bestsellerautor“ Johannes von Buttlar ist scheinbar davon überzeugt, dass Zeitreisen in „naher Zukunft“, „vielleicht bereits in 50 Jahren“ möglich sein werden.
Man könne Wurmlöcher dazu benutzen, und diese könne man „wahrscheinlich“ schon mit der heutigen Technik herstellen.
Dann erklärt von Buttlar in dem Artiklel noch, dass Ufos Reisende aus der Zukunft sind, die nicht landen können, weil die dann wieder „in ihre Raumzeit geschleudert würden“.
Links neben dem Artikel wird ein neues Buch von von Buttlar vorgestellt, in dem er das schon alles aufgeschrieben hat. Schließlich am Ende des Artikels erklärt BILD dann noch, dass von Buttlar keine Beweise hat, und darum alles Blödsinn ist.

Okay. Ich möchte wirklich nicht alles aufdröseln, was dem Leser dort an Esospinnerei präsentiert wurde. Vielleicht gibts ja in 50 Jahren Zeitreisen, wer weiß. einzelne Elementarteilchen hat man ja scheinbar schon in die Vergangenheit geschickt, also wer weiß, was in 50 Jahren ist. Das mit den Ufos ist natürlich höchstwahrscheinlich Kokolores. Selbst wenn wir eine bestimmte Anzahl tatsächlicher unidentifizierbarer Flugobjekte annehmen, für die es keine normal-naturwissenschaftliche Erklärung gibt, heißt das noch lange nicht, dass diese UFOs aus der Zukunft kommen. Sie könnten genausogut aus der Vergangenheit kommen. Oder von Alpha Centauri. Oder aus dem Krebsnebel. Oder aus Bielefeld.

Und Johannes von Buttlar ist ja auch… Nun, wie drücke is es aus… Wenn Erich von Däniken die Coca Cola der… ich nenne es mal „alternativen Wissenschaft“ ist, dann ist Johannes von Buttlar die Pepsi. Nur so zum Vergleich: Für die BILD schreibt in diesem Bereich eher die River Cola. Pepsi statt dessen ist immerhin mal eine Abwechslung.

Also was stört mich an diesem kleinen Artikel? Im Großen und Ganzen stört mich, dass die BILD in der Schlagzeile so tut, als wäre alles bewiesen, und dann im letzten Satz „Ätschibätsch!“ zu rufen scheint,und dann auch noch in gleichen Atemzug von Buttlar veralbert, der bestimmt viel Geld für diese Werbung dem bestimmt viel an diesem redaktionellem Beitrag lag. Sowas ist fiese.

Aber es könnte schlimmer sein. Man stelle sich vor alles würde stimmen, was die BILD sich so zusammenderiliert so schreibt. Dann wäre die Welt schon mindestens 20 Mal untergegangen, und keiner hätte mehr was von den Zeitreisen. Ganz abgesehen davon, dass man eh nicht in die Vergangenheit reisen würde wegen der ganzen kleinen grünen Männchen die da schon rumtoben.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Esoterisches,Technisches | Schlagwörter: ,
Dez
28
2008
--

Jetzt aber!

Dem auf ein laues Weihnachtsgeschäft folgenden Winterschlußverkauf sei Dank: Ich habe einen neuen Monitor. 22 Zoll Breitbild diesmal. Das ist doch schon was anderes als immer in die Röhre schauen. Nun kann ich endlich beim Schreiben dieser Zeilen bequem zurücklehnen, und kann trotzdem noch lesen, was ich tippe. Wunderbar…

Written by Heiko C. in: Technisches | Schlagwörter:
Dez
23
2008
--

Entropie und eine Reise in die Vergangenheit der Sehgewohnheiten

Oder: Alles geht kaputt. Wie zum Beispiel mein Monitor. Irgendwie bekomme ich ihn nicht mehr angeschaltet. Bzw. wenn ich ihn anschalte geht er im Sekundentakt immer an und aus. Nach mehrminütigem rumprobieren ist es mir aber bisher schon ein paar Mal gelungen ihn doch wieder anzubekommen. Ich habe keine Ahnung woran das liegt. [Sarkasmus]Vielleicht am DRM das mit Spore installiert wurde…[/Sarkasmus]
Nö. Wahrscheinlicher ist, dass der Monitor einfach in Dutt geht. Na ja. Ich habe also meinen alten 15 (Korrektur sind wohl nur 12) Zoll Röhrenbildschirm wieder rausgekramt, und kann nur sagen, dass es unglaublich ist, mit was wir früher klarkommen mussten. Im Vergleich zu meinem – leider nun kaputten – 22 (Korrektur: Waren wohl nur 17) Zoll Flachbildschirm ist der gute alte Scott aus den Neunzigern im gefühlten Briefmarkenformat eine Zumutung. Früher ist mir nie aufgefallen, dass die Ecken wirklich verzerrt sind, durch die Bildröhre. Trotzdem, hätte der gute alte Scott nicht noch auf dem Dachboden gestanden, würde ich diese Zeilen jetzt nicht schreiben. Also werd ich ihn wohl wieder auf den Dachboden stellen, selbst wenn ich einen neuen Monitor kaufe.

Written by Heiko C. in: Technisches | Schlagwörter:

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Nov
25
2011
6

Die Nord-SPD und Zeitlöcher ins letzte Jahrtausend.

Wie man zum Beispiel hier lesen kann, (LINK) hat die Nord-SPD eine „peinliche Panne“ beim Einbinden eines Videos auf ihrer Homepage erlebt.
Hat sie doch ein schniekes Video von irgendeinem albernen Landes-Bruhaha über eine Streamingplattform eingebunden, die Werbespots vor die Videos schaltet.
Und nun lief da doch tatsächlich Werbung für ein ’sogenanntes „Killerspiel“ ‚, wie das Nordfriesland Tageblatt wenigstens noch in Anführungszeichen schrieb. Die Lübecker Nachrichten sprechen da im Gegesatz ganz kritiklos von Killerspiel. Ohne Anführungszeichen oder ein „Sogenannt“.
Gut, nun ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Feinheiten der digitalen Kultur sich noch nicht zur Verräterpartei herumgesprochen haben, und dass die Generation Internetausdrucker auch panisch überreagiert, ist auch nichts neues. Aber einige Passagen in der Meldung bringen mich ein wenig zum Grübeln.

1.) Ursprünglich wollte ich mir die Frage stellen, warum irgendjemand Werbung für ein Computerspiel aus den späten Neunzigern schaltet. Die Frage konnte ich mir allerdings durch simples Googeln schon selbst beantworten.
Es handelt sich in der Tat um den alten Shooter von 1997, der aber neu aufgelegt wurde. Jetzt sieht er moderner aus, und es wird wohl auch ganz normal Werbung dafür geschaltet. Einen Trailer kann man bei Youtube bewundern. (LINK)

2.)

„Seit Jahren wissen wir, was solche Killerspiele in jungen Menschen verursachen können“, erklärte die CDU-Abgeordnete Heike Franzen.

Seit wann wissen wir was „Killerspiele“ anrichten können? Und was können sie anrichten? Hier schafft es eine Dame von der CDU nur plumpe Behauptungen in den Raum zu stellen, die seit Jahren nicht mit schlüssigen Studien belegt werden. Aber CDU halt. Die glauben an ihre Meinungen halt eher religiös und lassen sich da von Fakten nicht verwirren.

3.) Gleich weiter im Text:

Ihr sei unerklärlich, wie ein Politiker „eine solche Werbung auf seinem persönlichen Internetauftritt überhaupt zulassen kann“. Albig hätte das unterbinden müssen.

Ein noch nicht einmal in die Regierung gewählter Landespolitiker soll also einer unabhängigen Streamingplattform bestimmte Werbespots verbieten, die vermutlich in den AGBs vorgesehen und von den Uploadern bei der SPD durch Nutzung des Service abgenickt wurde? Die CDU ist lustig. Die beschweren sich vermutlich auch darüber, dass Sigmar Gabriel dem Klima nicht verbietet sich zu erwärmen.

4.)Die FDP lässt sich die Gelegenheit auch nicht nehmen, der SPD nochmal eins mitzugeben.

Katharina Loedige (FDP) reagierte bissig. Albigs Video stelle klar, „wie gutes Regieren mit Sozialdemokraten aussehen würde: Wenn schon der Vorspann daneben ist, kann man auch den Hauptfilm vergessen.“

Anstatt den Vorfall als solchen zu kommentieren, spinnt die Frau von der FDP einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Spot und der SPD. Und dann nennt sie einen als solchen vorgeschalteten Werbespot auch noch „Vorspann“ und grenzt diesen verbal vom „Hauptfilm“ ab.
Liebe Frau Loedige: Ein Vorspann ist der Teil eines Films, wo wir die Namen der Produktionsfirmen und – mit Glück – des Regisseurs um die Ohren gehauen bekommen. Manchmal sogar den Filmtitel. Ein Vorspann ist Teil des Hauptfilmes.
Was Sie meinen ist ein Vorfilm. Der Kommt in Kinos vor dem Film, ist aber eine inhaltlich vom Hauptfilm getrennte Sache. Und nur weil als Vorfilm irgendwas kommt, was ich nicht mag, kann der Hauptfilm dadurch nicht schlechter werden. Zumal beide nichts miteinander zu tun haben, bis auf die zeitliche Nähe in der die Aufführung stattfindet.
Allerdings ist der Werbespot am Video auch kein Vorfilm, es sei den die diletantische „Lampenladen Bahnhofstrasse“-Werbung, die ich im Kino über mich ergehen lassen muss, sei ein Vorfilm. Ist sie aber nicht, es handelt sich um Werbung.
Was die Dame der FDP hier – nur um eine billige Spitze gegen die SPD zu produzieren – beweist, ist so ziemlich genau das exakte Gegenteil von Medienkompetenz.

Und ist euch mal aufgefallen, dass die FDP in letzter Zeit immer gleich mit Beleidigungen kommt? Regieren mit der SPD ist wie Ballerspiel, Sigmar Gabriel ist dick und lächerlich und so weiter… Die haben wohl keine Argumente mehr. Ist ja wie Kindergarten mit denen.

5.)Und die SPD hat aber auch noch was zu sagen:

Die SPD nahm das Video gestern von der Seite. Sprecher Amin Hamadmad bedauerte den „technischen Fehler“. […] Weil ein Mitarbeiter erkrankt sei, habe man diesmal das Angebot einer Internetplattform genutzt.

Bei der SPD ist es also ein technischer Fehler, wenn ein Mitarbeiter erkrankt. Das ist der Beweis: Bei der SPD arbeiten nur Roboter.
Das ist alles so doof, da mag ich gar nicht weiter kommentieren.

Natürlich mach ich es aber trotzdem.

6.) Zu guter letzt kommt dann noch der berüchtigte Herr Pfeiffer von seinem eigenen Anti-Killerspiel-institut, und redet irgendwas nicht zum Thema passendes, das nicht zum Thema passt. Jungen gerieten durch Killerspiele ins Abseits, weil sie ihre Hausaufgeben vernachlässigten.
Gibt es keine Gamerinnen? Oder geraten die nur nicht ins Abseits? Und welche Gefahr geht von einem SPD-Video aus, das junge Leute sicher meiden wie die Pest, denn, Herr Pfeiffer, um so eins geht es hier.
Hier noch ein Link zu der unabhängigen Meinung eines Experten zu Herrn Pfeiffer: LINK!

7.) Wenn Goldeneye, das Spiel, ein „Killerspiel“ ist, ist die James-Bond-Reihe dann auch generell eine Reihe von „Killerfilmen“? Ich hatte bis heute gedacht, dass es sich dabei um ein geschätztes und traditionsreiches Kulturgut der westlichen Welt handelt.

Fazit:
Viel Wind um nichts. Der SPD ist ein kleineres Mißgeschick passiert, auf das mehrere andere Parteien sofort anspringen und versuchen sich zu profilieren, indem sie die SPD schlecht machen. Die SPD schafft es dann aber ganz alleine sich ein wenig zum Horst zu machen, indem sie das Unwissen der Vertretung für den kranken Kollegen als „technischen Fehler“ bezeichnet.
Die FDP zerlegt mal eben in wenigen Sätzen ihre Medienkompetenz, und die CDU, die nicht ohne Experten ihr Facebookprofil ändern kann, rügt die SPD für das Übersehen einer Klausel in AGBs. Einzig die Grünen kommentieren nicht, wo es eigentlich nichts zu kommentieren gilt. Die einzigen Gewinner – bzw. nicht Verlierer – hier.

P.S: Das Zeitungen, also journalistische Erzeugnisse mit Qualitätskontrolle, noch immer von „Killerspielen“ reden, selbst wenn sie von „sogenannten ‚Killerspielen‘ “ reden, lässt sie auch eher auf der Deppenseite dieser Geschichte stehen.

Okt
24
2010
2

Filmaufname einer alten Frau mit Handy …aus dem Jahr 1928

Unglaublich schräg. Ich weiß nicht, ob die im unteren Clip gezeigten Filmaufnahmen wirklich echt sind, aber das ist einfach zu schön, um es nicht hier zu posten:

Für mich ähnelt die alte Frau ja den Magiern aus Harry Potter, die sich unter Menschen mischen. Irgendwie wirkt ihre Kleidung seltsam, aber das mag ganz einfach damit zusammenhängen, dass ich keine Ahnung habe was alte Frauen in den späten 20ern so getragen haben.
Es sieht in dem Video wirklich so aus, als spräche die Frau in ein Smartphone, oder ein Diktiergerät. Beides im Jahre 1928 eher unwahrscheinlich.
Wenn es sich tatsächlich um eine Zeitreisende handelt, dann wird sie sicher ’ne Menge Ärger bekommen haben, weil sie sich beim Telefonieren hat filmen lassen. 😀

Gefunden bei Rivva

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Gruseliges,Technisches | Schlagwörter:
Sep
09
2010
6

Rekursiver Inzest und das kleine Problem mit der Münze aus dem Nichts

Ich hab heute bei einem Videoabend in kleiner Gruppe mal wieder einen Zeitreisefilm gesehen, und danach kam dann noch das Gespräch auf das generelle Genre des Zeitreisefilms.
Mir ist unter anderem aufgefallen, dass kaum ein guter Zeitreisefilm ohne Liebesgeschichte – und wenn es im Subplot ist – auskommt. Die einzige Ausnahme, die mir da spontan einfällt ist „Time Bandits“.
Aber das ist jetzt nicht das Thema, obwohl dieses enge Band zwischen Zeitreisestory und Liebesgeschichte sicher selbst einen Artikel wert ist.

Die Rede kam vielmehr auch wieder auf den Film „Time Rider“, eine Perle des Zeitreisefilms aus den 80ern, den man leider nur noch auf VHS findet. Wann kommt da bitte endlich die DVD? Der Film ist klasse!
In „Time Rider“ geht es um einen Cross-Biker namens Lyle Swann, der sich bei einer Ralley irgendwo in der Wüste von Texas oder New Mexico verfährt und ohne es zu merken, mitten in ein geheimes Zeitreiseexperiment der Regierung hineinfährt.
Noch immer ohne etwas zu ahnen, landet er im wilden Westen, und gerät an Banditen, Dorfbewohner und Gesetzeshüter. Die Banditen wollen das Dorf ausplündern und Lyle Swanns Motorrad stehlen, der Gesetzeshüter will den Oberbanditen zur Rechenschaft ziehen und eine Frau bei den Dorfbewohnern flirtet auf eine sehr agressive Weise mit Lyle.
Eine Besonderheit dieses Films ist, dass Lyle den ganzen Film über annimmt, er sei immer noch in der Gegenwart, und die Leute seien halt nur irgendwelche Hinterwäldler oder Sektenmitglieder. Das finde ich gut, denn nichts ist peinlicher in einem Zeitreisefilm, als ein Typ, der in abgerissenen Klamotten durch die Stadt läuft, und nach dem Jahr fragt.
Wer fragt schon nach dem Jahr? Ich würde nicht nach dem Jahr fragen. Nur Irre fragen nach dem Jahr. Geistig gesunde Menschen würden erst einmal gar nicht auf den Gedanken kommen, dass sie eventuell in der Zeit gereist sind, und wenn sich die Beweise für ebendies zu verdichten begönnen, es vehement anzweifeln. Wenn geistig gesunde Menschen sich tatsächlich mit dem Gedanken anzufreunden begönnen, sie seien in der Zeit gereist, würden sie immer noch nicht nach dem Jahr fragen, sondern in eine Zeitung schauen, oder in die Bibliothek gehen.
Niemand fragt nach dem Jahr.

Aber auch das ist nicht das Thema.
Die junge Frau mit der agressiven Ader, mit der Lyle Swann anbändelt und später sogar schläft, stellt sich im Laufe der Handlung des Filmes als seine eigene Großmutter heraus und Lyle Swann ist somit sein eigener Großvater. Außerdem gibt er in der Vergangenheit der Frau eine Glücksmünze, die er von seiner Oma bekommen hat, welche diese von Lyles Großvater in der Vergangenheit bekam.
Können noch alle folgen?
19Keks gibt also Lyles Oma ihm eine Silbermünze von Lyles Opa. Später reist Lyle nach 18keks zurück, mit eben dieser Münze.Dort wird er zu seinem eigenen Großvater, und gibt seiner Oma die Münze.

Wo genau kommt die Münze her? In der Weltsicht von einer unveränderlichen Zeitlinie ist die Münze in dieser Zeitschleife einfach vorhanden. Sie reist ständig von 19keks nach 18keks, und altert dann wieder ganz normal, bis sie wieder in 19keks angekommen ist, und von dort wieder zurückreisen kann.
Die Münze wird nirgendwo geprägt, noch wird sie je ausgegeben, weil sie vor und nach der Zeitschleife nicht existiert, sondern in ihr ständig im Kreis reist.
Das große Problem an der Sache ist jedoch nicht, wo und wann die Münze hergestellt wurde. Viel gravierender ist, dass sie sich eigentlich – der Entropie folgend – in der Zeitschleife ständig abnutzen müsste, bis sie irgendwann so abgegriffen ist, dass sie einfach verschwindet.
Das ist aber wieder nicht mit der Theorie einer unveränderlichen Zeitline vereinbar, denn in ihr muss auch die Münze unveränderlich sein, denn sonst ist die Zeitschleife nicht unveränderlich, noch ist es die Zeitlinie.
Die Geschichte um die Münze kann in einem Zeitreisemodell mit einer unveränderlichen Zeitlinie also nicht funktionieren. Bleibt mein persönlicher Favorit, die „viele-Welten-Theorie“.
In dieser Theorie sorgt jeder Eingriff in die Vergangenheit für eine etwas andere Zeitlinie, und schafft somit eine Parallelwelt mit einer, möglicherweise nur subtil unterschiedlichen, aber eben etwas anderen Zukunft.

Wie sieht die Reise der Münze hier aus?
In einer alternativen Parallelwelt, die vom Film direkt nicht abgebildet wird, reist ein alternativer Lyle Swann, der noch einen ganz anderen Großvater als sich selbst hat, als erster von allen Lyle Swanns im Multiversum in die Vergangenheit, trifft die Frau ( seine Großmutter ) in der Vergangenheit, schläft anstatt seines ursprünglichen Großvaters mit ihr, und sorgt so für eine Parallelwelt, in der ein Lyle Swann geboren wird, dessen Großvater er ist. Dieser Frau gibt er zum Andenken die Silbermünze, die in seiner subjektiven Vergangenheit noch ganz normal hergestellt wurde. Seine Großmutter bewahrt die Münze als Souvenir an den seltsamen Bettgefährten auf, der so schnell in ihr Leben kam, und so schnell wieder daraus verschwand. Sie macht aus der Münze einen Anhänger für eine Kette, und schenkt diesen dann später ihrem Enkelsohn. Dieser reist in die Vergangenheit zurück, und von dort an befinden wir uns in einer Zeitspirale, die sich seitwärts durch die Zeit bewegt. Die Kette mit der Münze wandert durch unzählige Parallelwelten, bis sie völlig abgenutzt ist.
In diesem Modell vertragen sich Entropie und Zeitreiselogik.

Aber was ist mit der Sache, dass Lyle Swann sein eigener Großvater ist?
In dem Modell mit den Parallelwelten ist es bei jeder neuen Schlaufe der Zeitspirale ein genetisch etwas anderer Lyle Swann, der in die Vergangenheit reist, und jedes mal mit seiner in allen Parallelwelten genetisch gleichen Großmutter schläft, um schließlich eine genetisch etwas andere Version von sich selbst zu erzeugen.
Der ursprüngliche genetische Code von Lyle Swann wird also immer weiter verwässert, bis vom Großvater aus der ursprünglichen Welt, in der die Zeitschleife startete, kein genetisches Material mehr in ihm enthalten ist, und Lyle Swann so mit seiner Großmutter genetisch identisch werden muss.
In der Theorie mit den vielen Welten ist es also schier unmöglich, sein eigener Großvater zu sein.

In dem Modell mit der unveränderlichen Zeitlinie ist dies jedoch wiederum kein Problem: Lyle reist zurück, zeugt einen Nachkommen mit einem Teil seines genetischen Materials, der wiederum ihn zeugt – oder zur Welt bringt. Das beide Lyle Swanns genetisch identisch sind, ist zwar immer noch ein Zufall, aber eben nur ein Zufall, der nur einmal passieren muss, und nicht immer wieder, wie es in einer Zeitspirale wäre.

Münze geht also nur in „viele Welten“, eigener Großvater geht nur in „unveränderliche Zeitlinie“.

Ich bin verwirrt.

Written by Heiko C. in: Filme,Wahnhaftes | Schlagwörter:
Jun
06
2010
--

Du-traust-dich-nicht-Schilder

Verbote wirken oft wie Einladungen. Oft kommt man erst auf die Idee etwas zu tun, wenn man ein Schild liest, auf dem selbiges verboten wird.
Würde ich an der Strasse ein „Müll abladen verboten!“-Schild aufstellen, und zwar an einer Stelle an der noch nie irgendjemand irgendwelchen Müll abgeladen hat, wäre gewiss, dass bald darauf der erste Müll dort abgeladen wird.

Würde die Stadt im Stadtpark ein Schild aufstellen, auf dem „Das Aufführen von Goethes Faust ist ohne Kleidung untersagt!“ stünde, wäre gewiss, dass bereits am nächsten Wochenende ein kleiner Kreis von nackten Thespiern dort die unsterblichen Zeilen des Dichterfürsten zu rezitieren begönne.

Das ist nun einmal so. Gerade, wenn die Verbote unsinnig scheinen. Die Stadt verbietet mit nackt den Mephisto im Park zu geben? Dann muss mir das ja irgendeinen tollen Kick geben.

Genau diesen Mechanismus macht man sich nun anscheinend in Westerland zu Nutze, um die Bürger und Touristen in ein idyllisches kleines Waldstück zu locken, welches als „Naturerlebnisraum“ bezeichnet wird.
Zumindest erkläre ich mir so dieses Schild:

Ich stelle mir das so vor:
Die Stadt sorgt für eine nette kleine Parkanlage. Keiner geht rein.
Man stellt ein Schild auf: „Naturerlebnisraum“.
Noch immer geht keiner hinein.
Drunter bringt man das Schild „…auf eigene Gefahr!“ an.
Urplötzlich gewinnt der Naturerlebnisraum an Reiz, weil er als potentiell gefährlich einzuschätzen ist. Die beiden Schilder scheinen im Zusammenspiel zu sagen: „Also, hier ist ja mal ein super-toller Naturerlebnisraum, aber du traust dich ja sowieso nicht. …im ernst, bleib‘ besser draußen! Ist sowieso zu viel Natur für dich… höhö…“
Klar, dass nun die Leute reinströmen. Und warum auch nicht, der Park ist ja wirklich hübsch.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Mai
30
2010
3

Tipps für Zeitreisende (in Star Trek)

1.) Fragen Sie die Einheimischen NIEMALS nach dem aktuellen Jahr. Das kann nur strunzendämlich wirken.

2.) Wollen Sie das Jahr herausfinden, sehen Sie in einer Zeitung nach. Finden Sie keine, sind Sie in der Zukunft.

3.) Kleiden Sie sich in Sternenflottenuniformen. Man wird diese für Pyjamas halten, aber Sie keinesfalls für einen Trekkie.

4.) Keine Panik, wenn sie in den 60ern landen. Die Leute da sind so zugedröhnt, dass noch nicht einmal Aliens sie großartig alarmieren. (gilt auch für Stargate)

4.) Vorsicht vor unbeabsichtigten Zeitreisen! Diese führen zu 90% zu gefährlichen Wendepunkten in der Geschichte.

5.) Halten Sie sich aus den Geschehnissen heraus. Sie würden nur alles durcheinanderbringen.

6.) Wenn Sie die Dinge hingegen schon durcheinander gebracht haben, können Sie ebensogut auch ordentlich auf die Kacke hauen.

7.) Ändern Sie etwas in der Vergangenheit, können ihre Freunde in der Zukunft die Auswirkungen beobachten.

8.) Stirbt eine historische Größe, nehmen Sie umgehend ihren Platz ein, um die Zeitlinie zu retten.

9.) Die historische Persönlichkeit wird Ihnen durch eine Besonderheit des Raumzeitkontinuums ähnlich sehen.

10.) Die veränderte Zeitlinie lässt sich oft mit nur wenigen gezielten Handgriffen 100%ig wieder herstellen lassen.

(wird vielleicht noch ausgebaut)

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Jan
23
2010
8

Zeitreisen sind anstrengend…

…für einen Autor, oder den, der es werden will. Selbst die besten Beispiele für Zeitreisen aus z.B. der Filmgeschichte haben mit diversen Haken und Ösen zu kämpfen, uns sind im Grunde genommen immer irgendwo unlogisch.

Folgender Text mag milde Spoiler zu folgenden Filmen enthalten: „Terminator“, „die Zeitmaschine“, „Der letzte Countdown“, „Zurück in die Zukunft“(gesamte Trilogie) und „Donnie Darko“. Wer diese Filme noch nicht gesehen hat, dem würde ich aber sowieso empfehlen, das schleunigst nachzuholen.

Das Hauptproblem dabei, eine Glaubwürdige Zeitreisegeschichte zu schreiben ist, wie man mit den beiden bekannteren Zeit-Paradoxa umzugehen weiß. In der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie etwa, wird von diesen immer behauptet, sie zerstören das Universum, auf der anderen Seite passieren seltsame Dinge, wenn vergangene Ereignisse dort verändert werden. „Zurück in die Zukunft“ ist eine tolle Filmreihe, der erste der Filme wird sogar als Paradebeispiel an Filmhochschulen benutzt, wie man es machen sollte. Leider ist die gesamte Zeitreiselogik in den Filmen alles andere als „in sich schlüssig“, und schon gar nicht aus einem Guss.
Warum das so ist, darauf will ich hier nicht näher eingehen, nur so viel: Im Verlauf des ersten Filmes alleine verschwinden erst Martys Geschwister auf seinem Familienfoto halb bis ganz, dann verschwindet er gegen Ende des Filmes selbst teilweise.
Hat er jedoch die Vergangenheit so verändert, dass er selbst nie geboren würde, hätte dies für ihn selbst in der Vergangenheit entweder keine Auswirkung, oder er würde sofort ganz verschwinden. Ereignisse in der Vergangenheit, die dazu führen, dass seine Hand durchsichtig wird, sind undenkbar. Der Dramaturgie Willen hat man es nun aber so gemacht, wie man es gemacht hat, und selbst ich kann mit der fehlerhaften Zeitreiselogik der Saga leben.

Was ist nun aber mit den Paradoxa?

Da haben wir einmal das Großvaterparadoxon.
Dieses besagt, dass ich eine Zeitmaschine baue, in die Vergangenheit zu einem Zeitpunkt reise wo mein Großvater meine Großmutter noch nie getroffen hatte, und ihn umbringe. So kann ich nie geboren werden, keine Zeitmaschine bauen, nicht zurück reisen, und ihn nicht umbringen, wodurch ich wieder geboren werde, eine Zeitmaschine bauen und ihn umbringen kann. Ihr seht das Problem.
In vielen Zeitreisegeschichten ist es so, dass man durch Verwicklungen in der Vergangenheit zwar seinen eigentlichen Großvater umbringt, dann selbst aber -unwissend- mit seiner eigenen Großmutter anbandelt, und so sein eigener Großvater wird. Das ist storytechnisch vielleicht spannend, aber was die Zeitreiselogik angeht allenfalls ein fauler Kompromiss.
Die – aus meiner Sicht – schlüssigere Lösung wäre es, von Anfang an mit der Vielweltentheorie zu arbeiten. Ich reise in die Vergangenheit, ändere sie alleine schon dadurch, wodurch sich dann eine alternative Zeitlinie bildet, die neben der Zeitlinie existiert, von der ich komme. Selbst wenn ich in der neuen Zeitlinie also meinen Großvater umbringe, bleibt meine eigene Zeitlinie samt meiner subjektiven Vergangenheit bestehen, und ich verschwinde nicht.
Reise ich in der neuen Zeitlinie allerdings wieder in die Gegenwart, ist es eine Gegenwart in der es mich selbst und meine Familie so nie gegeban hat. Aus Sicht des Zeitreisenden ist dies wohl in den meisten Fällen weniger wünschenswert.
Geht man nur von einer Zeitline aus, die unveränderlich ist, und in der alle eventuellen Zeitreisen bereits von Anfang an „eingeplant“ sind, muss man auf die „Ich bin mein eigener Großvater“-Lösung zurückgreifen, weil man sonst in oben erwähnte nicht aufzulösende Endlosschleife gerät.
Reist jemand zurück in die Vergangenheit, und wird zu seinem eigenen Großvater, weil er mit seiner Oma koitiert, als sie noch jung war, dann haben wir jedoch schon das nächste Paradoxon:

Das Informationsparadoxon, dass die meisten Schwierigkeiten macht, weil man es leicht mal übersieht, wenn man eine Geschichte schreibt.
Als Beispiel: Ich bekomme Besuch von mir aus der Zukunft, und Zukunfts-Heiko erklärt mir, wie ich ganz einfach eine Zeitmaschine aus einem Blatt Papier, 3 Zwiebeln und einem Teebeutel bauen kann. Dann verschwindet Zukunfts-Heiko wieder.
Ich baue besagte Zeitmaschine und reise in die Vergangenheit um mir die Pläne zu geben. Und so weiter. Eine schöne Zeitschleife, die in sich schlüssig zu sein scheint, entsteht.
Doch wer hat die Zeitmaschine erfunden? Wo kommt der Bauplan her? Irgendjemand muss doch auf die Idee gekommen sein, oder?
Hier offenbar nicht. Die Zeitmaschinen-Idee hat hier keinen Anfang, sie ist einfach in der Zeitschleife vorhanden, ohne dass sie jemand wirklich erfunden hat. So ist es zumindest, wenn wir eine einzige und unveränderliche Zeitlinie annehmen.
In der Vielweltentheorie wäre es so, dass ein paralleler Heiko in der „Ursprungszeitlinie“ einmal die Zeitmaschine erfunden hat, und zurückgereist ist, um sie seinem vergangenen Ich zu geben. Vielleicht um früher über die Zeitmaschine zu verfügen. Der vergangene Heiko hätte jetzt nun die freie Wahl ob er seinerseits zurückreist, um sich die Zeitmaschinenenpläne zu geben, oder nicht. Vielleicht bildet sich sowas ähnliches wie eine Zeitschleife. Eventuell eine Zeitspirale, die sich seitwärts durch unzählige alternative Universen bohrt, bis sie schließlich kollabiert, weil irgendein Heiko keine Lust mehr hat, einem vergangenen Ich die Pläne zu geben.

Wie wir sehen ist mit beiden Paradoxa in der Vielweltentheorie einfach umzugehen. Alleine schon weil es keine Paradoxa sind, wenn es parallele Welten gibt, und diese durch jede Zeitreise geschaffen werden. Ich tendiere daher dazu, in Geschichten eben dieses Modell zu verwenden.
In dem Modell mit der einen unveränderlichen Zeitlinie, sind beide Paradoxa jedoch scheinbar nicht lösbar. Das Großvaterparadoxon kann gar nicht stattfinden, und beim Informationsparadoxon (bzw. in der speziellen Form: das Großmutterparadoxon) erscheinen plötzlich Ideen ohne Ursprung.

Manchmal erfordern Geschichten jedoch sowohl das Vorhandensein einer Zeitschleife, vielleicht sogar eines Informationsparadoxons im Rahmen einer unveränderlichen Zeitlinie. Als Beispiele vielleicht die Geschichte in der ein Bibelforscher in die Vergangenheit reist um Jesus zu treffen, dort feststellt, dass der Jesus den er findet ein geistig Behinderter ist, und dann im Laufe der Handlung unfreiwillig selbst zu dem Jesus wird, den wir aus der Bibel kennen.
Fragt mich nicht, wer die Geschichte geschrieben hat, oder wie sie heißt, aber die hab ich mal irgendwo gelesen. Ähnliches gabs auch von Anthony Burgress mit Shakespeare, wenn ich mich recht erinnere.
Solche Geschichten leben ja davon, dass der Zeitreisende die Gegenwart, die er sein leben lang kannte, durch seinen Aufenthalt in der Vergangenheit erst zu dem macht, was sie ist. Und hier kommen Informationen aus dem Nichts. Wenn ich Shakespeares Werke auswendig kenne, kann ich sie ihm in der Vergangenheit natürlich diktieren, aber wer hat sie dann erdacht?

Man nenne mir nur ein Beispiel aus der Filmgeschichte, wo Zeitreisen mit „unveränderlicher Zeitlinie“ auch nur ansatzweise logisch dargestellt sind.
– „Zurück in die Zukunft“? Großvaterparadoxon und im Laufe der Trilogie etliche Informationsparadoxa.

– „Terminator“ Ebenso. Beide Sorten Paradoxa. Das Lustige ist: Im ersten Teil wären die Paradoxa wenigstens konsequent zum Ende gedacht, wenn nicht vom abwesenden John Connor und Teil 2, 3 und 4 drauf bestanden würde, dass die Zukunft änderbar ist.

– „Die Zeitmaschine“(original) Hier werden jegliche Paradoxa umschifft, weil der Protagonist so weit in die Zukunft reist, dass eine Auswirkung auf die Zeitlinie – sollten seine Reisen eine haben – nicht sichtbar sind. Dafür ergibt die Art und Weise des Zeitreisens hier keinen rechten Sinn.
Die Zeitmaschine „bewegt“ sich einfach schneller durch die Zeit, so dass der Zeitreisende in seinem temporalen Schlitten raus schauen kann, und die Welt sieht, wie sie vorgespult wird.
Warum das keinen Sinn ergibt?
Weil zu verschiedenen Zeitpunkten mehrere Versionen seiner Zeitmaschine in Zeit und Raum den selben Platz einnehmen, was unmöglich sein sollte.
Als Beispiel: Erst reist der Zeitreisende ins Jahr 30.000 n Chr., und zwar vom Jahr 1900 aus. Dabei durchquert er unter anderem den 5. Mai 2005, 19 Uhr 26. Reist er später zurück, ohne seine Zeitmaschine zu bewegen, dann durchquert er auf der Rückreise den gleichen 5 Mai 2005, 19 Uhr 26, während er am gleichen Platz steht. Was passiert dann? Sollte der Platz nicht schon voll sein? Und was ist, wenn er nun, nachdem er ein paar Bücher eingepackt hat, wieder in die Zukunft reist, und wieder den gleichen Zeitpunkt passiert? Das wäre dann nämlich schon der dritte Zeitreisende samt Zeitmaschine übereinander. Wie viele passen übereinander? Seht ihr? Das ergibt keinen Sinn.

Dann gibt es natürlich noch andere Filme, die keinen der obigen Wege einschlagen, und von Anfang bis Ende entweder Kraut und Rüben sind, was Zeitreisemodelle angeht, oder so kryptisch sind, dass man alles rein interpretieren kann.
Beispiele für ersteres wären „Time Guardian“, „Austin Powers“ oder „Bill und Ted’s verrückte Reise in die Zeit“, und für letzteres „Donnie Darko“. Bei beiden Kategorien wüsste ich nicht einmal, wo ich anfangen sollte, wenn ich da nach Paradoxa suchen sollte. Aber bei Klamauk wie „Austin Powers“ oder „Bill und Ted“ sollte man da sowieso nicht zu pingelig sein, und „Donnie Darko“ möchte ja eben grad‘ geheimnisvoll und kryptisch sein, da passt das auch.

Wenn ich in einen Zeitreisefilm gehe, dann möchte ich aber nunmal gerne wissen, was die logischen Gesetze für die Zeitreisen sind. Kann man die Vergangenheit der Zeitlinie ändern, ohne seine eigene subjektive Vergangenheit zu ändern? Zeitschleifen oder Zeitspiralen? Großvater- oder Großmutterparadoxon? Sind Paradoxa überhaupt möglich, oder nicht?
Ich bin dafür, dass man Aufkleber auf die Filmplakate klebt, damit ich vor dem Film weiß, womit ich es zu tun habe. Noch lieber wäre mir allerdings ein Zeitreisefilm, der sich entscheiden kann ob er multiple Zeitlinien oder nur eine einzige unveränderliche hat, der weiß, wann er ein Paradoxon einbaut, und was daraus folgt, und der trotzdem einen spannenden Plot hat.

Oft werden die Zeitreisen ja auch nur als Spannungselement in die Handlung eingebaut. „Terminator“ wäre zum Beispiel auch ohne Zeitreisen möglich, dann ginge der Plot aber so: „Killer will Frau aus politischen Gründen umbringen, Soldat will sie davor retten.“
Macht nicht viel her, der Terminator ohne Zeitreisen, oder? (Anm.: Ich finde Terminator natürlich trotzdem klasse)

In „Die Zeitmaschine“ geht es zwar vordergründig um Zeitreisen, diese dienen jedoch nur, um das Gedankenexperiment von den Morlock und den Eloi. das in erster Linie ein soziologisches ist, in die Handlung einzubetten. Statt sich einer Zeitreise zu bedienen, hätte Wells auch wie vor ihm Jonathan Swift in „Gullivers Reisen“, den Protagonisten auf einer unbekannten Insel stranden lassen, auf der nun zufällig Eloi und Morlocks leben. An der Handlung hätte das wenig geändert.

Im Film „Der letzte Countdown“ geht es um einen Flugzeugträger der aus den 80er Jahren, der durch ein unerklärliches Wetterphänomen in der Zeit vor dem Angriff auf Pearl Harbour landet. In dem Film geht es also um „Zeitreisen“, doch die Protagonisten greifen nicht wirklich in die Vergangenheit ein, und gerade als sie sich dazu durchgerungen haben, die Japaner abzufangen, und Pearl Harbour zu verhindern, schmeisst sie das Wetterphänomen wieder in ihre Gegenwart.
Hier geht es also eher um die moralische Entscheidung, ob man die Vergangenheit ändern darf. Ich hätte es interessanter gefunden, wenn die Vergangenheit tatsächlich geändert worden wäre, und was für Auswirkungen das gehabt hätte.

In „Zurück in die Zukunft“ ist der Angelpunkt des Plots hingegen nicht ohne Zeitreisen möglich. In dieser Trilogie geht es um Zeitreisen, und die „Zeitreiselogik“, die man verwendet wird sogar mehrmals in den Filmen – sich teilweise widersprechend – erklärt, weil man die Handlung nicht verstehen kann, wenn man nicht über die Zeitreiselogik Bescheid weiß.
Schade nur, dass die in „Zurück in die Zukunft“ verwendete Zeitreiselogik von vorn bis hinten nicht zusammenpasst.
Trotzdem, hier geht es nicht nur um Zeitreisen, hier ändern die Protagonisten tatsächlich mehrmals – um nicht zu sagen: am laufenden Band – die Vergangenheit, und erleben die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.
Meiner Meinung nach – und trotz aller logischer Schwächen – ist diese Filmreihe mit Abstand das beste, was es bis heute an Zeitreisefilmen gibt; weder sind die Zeitreisen nur austauschbare „Plot-Device“, noch scheut man sich hier ernsthaft, die Zeitmaschine einzusetzen. Im Gegenteil: Ich hab so den Eindruck, in der Trilogie werden etliche Gedankenexperimente zuende gedacht.

Ach ja:  Wer Vorschläge für bessere oder logischere Zeitreisefilme hat, die ich hier nicht genannt habe: Immer her damit.

Ach, was: Egal ob logisch oder nicht, ich will sowieso alle Zeitreisefilme sehen, also auch her mit euren Vorschlägen für vielleicht nicht so gute Zeitreisefilme. ^^

Written by Heiko C. in: Bücher,Esoterisches,Filme,Technisches | Schlagwörter:
Nov
19
2009
--

Des Pudels CERN?

Von CERN hat man ja nun schon gehört, nehme ich an. Das ist diese Organisation die diesen neuen Super-Duper-Teilchenbeschleuniger in der Schweiz (LHC) betreibt, um den sich schon vor dessen Fertigstellung wilde Spekulationen rankten. So hieß es beispielsweise, wenn dat Dingen eingeschaltet wird, würde es ein schwarzes Loch herstellen, welches die Erde verschluckt. Diese These fand nicht nur in verschiedenen Blogs Verbreitung, sondern auch in der herkömmlichen Presse.

Vor einem Monat kam dann Spreeblick mit einem Artikel, in dem es darum ging, dass die Experimente von CERN grad nicht so richtig funktionieren, was ein paar der dort arbeitenden Wissenschaftler zu der Theorie brachte, dass der LHC in der Zukunft das funktionieren des LHC in der Gegenwart verhindere.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Die Zukunft sabotiert unsere wissenschaftlichen Experimente! Schock!

Dann berichtete vor etwa zwei Wochen wieder Spreeblick darüber, dass ein Vogel durch das unglückliche Platzieren eines Brotkrumens eine Apparatur zum überhitzen gebracht hätte.

Und was muss ich jetzt bei Fefe lesen?

Hahaha, einer der CERN-Direktoren hat einen Lovecraft gepullt und den versammelten Reportern was von Dimensionstoren und „unknown unknowns“ erzählt, und dass da Dinge durchkommen könnten, durch die Dimensionstore. Sehr schöner Fnord 🙂

Und wenn man Fringe oder AkteX schaut, denkt man sich immer, dass das, was man da so sieht nix mit den Realitäten eines Wissenschaftlers zu tun habe, und nun scheint die Grenze zwischen LHC und LSD immer mehr zu verschwimmen.
Ich meine, hör‘ mal: Zeitreisen, Schwarze Löcher, die die Erde verschlucken, sabotierende Vögel und Besuche aus Parallelwelten? Was kommt als nächstes? Berichtet CERN etwa bald davon, dass bei einem Experiment ein Forscher versehentlich mit der DNA einer Stubenfliege infiziert wurde, und sich jetzt langsam in eine menschliche Fliege verwandelt? Oder bauen die eine Telefonverbindung zu Gott auf? Alles scheint möglich bei denen!

Ich möchte ja gerne glauben, dass das alles möglich ist, was da so berichtet wird, aber ein anderer Verdacht drängt sich auf. Vielleicht hat CERN ja die Medienöffentlichkeit wegen der „Schwarzen Löcher“ irgendwie genossen, und jetzt lancieren die mal die eine oder andere Meldung mit ähnlich phantastischen Dingen, um im Gespräch zu bleiben. Interessiert sich ja sonst keiner für den Teilchenkram. Was der Normalbürger über Teilchenbeschleuniger weiß ist doch im Bestfall: Da bauen die ein irre teures Dings, in dem Nichts mit Nichts beschossen, und das daraus entstehende neue Nichts dann untersucht wird.

Oder, die verarschen schlicht gerne Journalisten.
Vielleicht wird schon bald der erste Spiegelreporter von einem CERN-Forscher in Cthulhu-Maske erschreckt. Ich find‘ das lustig. Da will ich auch mal arbeiten, wenn ich mal groß bin!

Jan
26
2009
--

Zeitreisen zum Greifen nah

Ich bin ja fast geneigt alles zurückzunehmen, was ich erst neulich über das Nordfriesland Tageblatt gesagt habe. Immerhin sind die Nachrichten wenn schon nicht immer neutral, dann zumindest doch glaubwürdig.
Auf der letzten Seite der heutigen BILD, die mir auf dem Wohnzimmertisch ins Auge fiel, stand doch tatsächlich „Zeitreisen bald möglich!“ und zwar in dicken Lettern als Schlagzeile.
Gut auf der letzten Seite der BILD erwartet man sowas ja fast. Vielleicht liest der BILD-Leser von nächster Woche schon an dieser Stelle „Marsianer vom Planeten Venus entführten Hitlers Enkel mit geheimen U-Boot!“. Da sich „Zeitreisen“ in welcher Form auch immer allerdings langsam als eines der Hauptthemen dieses Blogs herauszukristallisieren scheinen, finde ich es trotzdem erwähnenswert, wenn die auflagenstärkste „Zeitung“ Europas eine solche Meldung bringt.
Was lesen wir denn in dem Artikel so?
„Fachautor“ oder an anderer Stelle auch „Bestsellerautor“ Johannes von Buttlar ist scheinbar davon überzeugt, dass Zeitreisen in „naher Zukunft“, „vielleicht bereits in 50 Jahren“ möglich sein werden.
Man könne Wurmlöcher dazu benutzen, und diese könne man „wahrscheinlich“ schon mit der heutigen Technik herstellen.
Dann erklärt von Buttlar in dem Artiklel noch, dass Ufos Reisende aus der Zukunft sind, die nicht landen können, weil die dann wieder „in ihre Raumzeit geschleudert würden“.
Links neben dem Artikel wird ein neues Buch von von Buttlar vorgestellt, in dem er das schon alles aufgeschrieben hat. Schließlich am Ende des Artikels erklärt BILD dann noch, dass von Buttlar keine Beweise hat, und darum alles Blödsinn ist.

Okay. Ich möchte wirklich nicht alles aufdröseln, was dem Leser dort an Esospinnerei präsentiert wurde. Vielleicht gibts ja in 50 Jahren Zeitreisen, wer weiß. einzelne Elementarteilchen hat man ja scheinbar schon in die Vergangenheit geschickt, also wer weiß, was in 50 Jahren ist. Das mit den Ufos ist natürlich höchstwahrscheinlich Kokolores. Selbst wenn wir eine bestimmte Anzahl tatsächlicher unidentifizierbarer Flugobjekte annehmen, für die es keine normal-naturwissenschaftliche Erklärung gibt, heißt das noch lange nicht, dass diese UFOs aus der Zukunft kommen. Sie könnten genausogut aus der Vergangenheit kommen. Oder von Alpha Centauri. Oder aus dem Krebsnebel. Oder aus Bielefeld.

Und Johannes von Buttlar ist ja auch… Nun, wie drücke is es aus… Wenn Erich von Däniken die Coca Cola der… ich nenne es mal „alternativen Wissenschaft“ ist, dann ist Johannes von Buttlar die Pepsi. Nur so zum Vergleich: Für die BILD schreibt in diesem Bereich eher die River Cola. Pepsi statt dessen ist immerhin mal eine Abwechslung.

Also was stört mich an diesem kleinen Artikel? Im Großen und Ganzen stört mich, dass die BILD in der Schlagzeile so tut, als wäre alles bewiesen, und dann im letzten Satz „Ätschibätsch!“ zu rufen scheint,und dann auch noch in gleichen Atemzug von Buttlar veralbert, der bestimmt viel Geld für diese Werbung dem bestimmt viel an diesem redaktionellem Beitrag lag. Sowas ist fiese.

Aber es könnte schlimmer sein. Man stelle sich vor alles würde stimmen, was die BILD sich so zusammenderiliert so schreibt. Dann wäre die Welt schon mindestens 20 Mal untergegangen, und keiner hätte mehr was von den Zeitreisen. Ganz abgesehen davon, dass man eh nicht in die Vergangenheit reisen würde wegen der ganzen kleinen grünen Männchen die da schon rumtoben.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Esoterisches,Technisches | Schlagwörter: ,
Dez
28
2008
--

Jetzt aber!

Dem auf ein laues Weihnachtsgeschäft folgenden Winterschlußverkauf sei Dank: Ich habe einen neuen Monitor. 22 Zoll Breitbild diesmal. Das ist doch schon was anderes als immer in die Röhre schauen. Nun kann ich endlich beim Schreiben dieser Zeilen bequem zurücklehnen, und kann trotzdem noch lesen, was ich tippe. Wunderbar…

Written by Heiko C. in: Technisches | Schlagwörter:
Dez
23
2008
--

Entropie und eine Reise in die Vergangenheit der Sehgewohnheiten

Oder: Alles geht kaputt. Wie zum Beispiel mein Monitor. Irgendwie bekomme ich ihn nicht mehr angeschaltet. Bzw. wenn ich ihn anschalte geht er im Sekundentakt immer an und aus. Nach mehrminütigem rumprobieren ist es mir aber bisher schon ein paar Mal gelungen ihn doch wieder anzubekommen. Ich habe keine Ahnung woran das liegt. [Sarkasmus]Vielleicht am DRM das mit Spore installiert wurde…[/Sarkasmus]
Nö. Wahrscheinlicher ist, dass der Monitor einfach in Dutt geht. Na ja. Ich habe also meinen alten 15 (Korrektur sind wohl nur 12) Zoll Röhrenbildschirm wieder rausgekramt, und kann nur sagen, dass es unglaublich ist, mit was wir früher klarkommen mussten. Im Vergleich zu meinem – leider nun kaputten – 22 (Korrektur: Waren wohl nur 17) Zoll Flachbildschirm ist der gute alte Scott aus den Neunzigern im gefühlten Briefmarkenformat eine Zumutung. Früher ist mir nie aufgefallen, dass die Ecken wirklich verzerrt sind, durch die Bildröhre. Trotzdem, hätte der gute alte Scott nicht noch auf dem Dachboden gestanden, würde ich diese Zeilen jetzt nicht schreiben. Also werd ich ihn wohl wieder auf den Dachboden stellen, selbst wenn ich einen neuen Monitor kaufe.

Written by Heiko C. in: Technisches | Schlagwörter: