Impactsuspect » Sylt
Aug
23
2010
3

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Einen der albernsten der leider sehr langlebigen Modetrends finde ich die sogenannten 3/4-Hosen.
Hierbei handelt es sich um Hosen, bei denen das untere Viertel der Beinröhren fehlt. Als ich solch eine Hose vor einigen Jahren das erste Mal sah, war mein erster Gedanke, dass die Trägerin sich nicht selbst anziehen kann, weil sie sonst bemerkt hätte, dass sie Hochwasser trage.
Leider sind heute – wie erwähnt Jahre später – solche Hosen immer noch sehr beliebt, besonders – aber nicht nur, wie es scheint – bei wohlhabenderen Damen der feinen Gesellschaft. Gerne wohl auch, wenn sie auf Sylt Urlaub machen. Da sieht man solche Hosen echt oft.

Gerade heute hat sich die Trägerin solch einer Hose an einer Supermarktkasse an mir vorbeigedrängelt. Die Nase in den Wolken, legte Sie ihre Artikel auf das Förderband an der Kasse, wobei sie den Blick der Kassiererin durch schräges an die Decke starren mied, und selbige nach dem Einkauf anblaffte, dass sie keinen Kassenbon benötige.
Die Frau hatte etwas sehr verbissenes.
Sie war ganz in weiß gekleidet, verfügte über eine von Spezialisten sorgfältig in Stase versetzte Frisur, dicke goldene Ringe an mehreren Fingern, und – eben – diese absonderlichen Hochwasserhosen.
Eine Bekannte, die auch solche Hosen zu tragen pflegte, erwiderte auf meine Kritik einmal: „Das soll so, du Dummerchen!“
Das soll so? Was soll das? Beknackt aussehen? Mission erfolgreich. Was kommt als nächstes? Meterlange Clownsschuhe? Sombreros mit Antennen?

Mal als Beispiel: Seit den 80ern gibt es ja diesen Trend zu aufgeschlissenen Jeanshosen. Gerne mit zerfetztem Loch über den Knien. Das ist eine Sache, zu der man stehen kann, wie man will.
Die Knie schleißen bei einer Jeans gerne mal auf, und im Prinzip ist es ja positiv, wenn man sie dann weitertragen kann, obwohl entstandene Löcher ja nun keine wirklich praktische oder komfortable Funktion haben.
Spätestens dann jedoch, wenn man die Jeans mit fein säuberlich abgenähten Knielöchern herstellt, wird es albern. Das würde nämlich signalisieren, dass die Knie bei der Hose extra ausgespart wurden, um die Kniegelenke des Trägers bzw. der Trägerin der Zugluft auszusetzen. Und genau so etwas sind diese Hochwasserhosen.

Nein, moment, die Hochwasserhosen sind schlimmer: Die sähen nämlich selbst dann albern aus, wenn sie nicht fein säuberlich abgenäht wären, sondern zerfetzt abgerissen. Selbst bei einer Jeans, wäre das dämlich. Da würde man dann ja aussehen wie ein Schiffbrüchiger.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: , ,
Aug
04
2010
0

Rabenvögel: Gefleckte Krähe

Kaum hat man stolz und nach monatelangem auf der Lauer liegen ein Bild von einer vermeindlichen Rebelkrähe geschossen, sei dieses auch in der Qualität in der es sonst nur Aufnahmen von Nessie oder Bigfoot gibt, verhöhnen einen diese Vögel, indem sie fortan direkt vor der Kamera herumspazieren.
So passiert heute am Westerländer Bahnhof:

Wie eine Nebelkrähe sieht dieser gefiederte Freund nicht gerade aus, und für eine Rabenkrähe hat er eindeutig zu viele weiße Flecken. Auch dies eine Rebelkrähe?

Ich hab mich vorsichtig mit der Kamera in einigem Abstand um das Tier herumbewegt, um es auf Digitalfilm zu bannen. Irgendwann wurde dem Vogel die durch mich zugekommene Aufmerksamkeit aber doch ein wenig gruselig, und er flog weg:

Hier ein interessanter Artikel zu Rebelkrähen: LINK!

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: ,
Jul
27
2010
2

Schilder, wie man sie eigentlich nur aus Cartoons kennt…

Manche Schilder haben im Laufe der Jahrzehnte ihrer Diensttätigkeit schon eine Art Symbiose mit der Natur begründet. Im Gegensatz zu den „Schildern an merkwürdigen Orten“, sind die Schilder, um die es heute geht allerdings prinzipiell schon am richtigen Ort. Auch die Botanik um diese Schilder herum ist am richtigen Ort. Das dumme ist nur, dass die Botanik – sofern es sich nicht um Bonsai-Botanik oder ähnliches handelt – vor sich hin wächst. Ganz im Gegensatz zu einem Schild. Das Schild behält seine Höhe.
Hier ergeben sich gewisse Probleme, aber das sehen wir uns besser an einem konkreten Beispiel an. Das folgende Schild möchte ich „Arschloch-Schild“ nennen. Warum, das wird später klar werden:

Kommen Sie mit einem Auto an obiges Schild, und würden Sie weiterfahren wollen, dann würden Sie sich wahrscheinlich denken: „Hm… Durchfahrt ist nur für Anlieger. Na ja, ich hab ja ein Anliegen, darum bin ich wohl ein Anlieger. Höhö“, und weiterfahren. Sie klopfen sich im Geiste schon auf die Schulter, weil Sie durch diesen simplen Trick eine perfekte Ausrede parat haben, wenn jemand Sie anhält, um Ihnen die Durchfahrt zu verweigern.
Sie fahren um die Ecke, und freuen sich eine Abkürzung gefunden zu haben. Mental zählen Sie schon all die Minuten, die Sie in Zukunft einsparen werden, als Sie plötzlich vor so einer kleinen Gasse stehen:

Wie soll denn hier eine Durchfahrt überhaupt möglich sein? Immerhin sprach das Schild doch von einer Durchfahrt für Anlieger, oder? Sie fahren also mangels Wendemöglichkeit etwa 300 Meter rückwärts, bis Sie wieder an dem Schild angekommen sind, und betrachten es sich näher:

Vermutlich denken Sie jetzt: „So ein Arschlochschild“, obwohl ja eigentlich die Heckenrosen schuld sind.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Friesisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter: , ,
Jul
21
2010
4

Breitseitenschilder

Es gibt Schilder, die einem wortgenau verbieten Donnerstags zu parken, oder die am Wochenende zwischen 7 und 19 Uhr die Geschwindigkeit begrenzen. So hoch spezialisiert kann die Botschaft eines Schildes sein.

Hier sieht es jedoch anders aus:

Etwas ist verboten. Und etwas ist gefährlich. Was? Das Schild bleibt uns die Antwort schuldig.
Ein Mann und ein Kind sind auf dem Schild dargestellt, die Ball spielen. Ein kleiner Terrier sieht von etwas weiter weg zu.
Ist also das Ballspielen verboten? Weil Gefahr durch Terrier droht? Oder ist Hunden der Zutritt verboten, weil das Herumkicken eines Balles zu Verletzungen führen kann?
Am besten, man lässt gleich alles sein, wenn man dieses Schild sieht. Nur, um auf Nummer sicher zu gehen. Immerhin ist da etwas gefährlich.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter: ,
Jul
20
2010
1

Rabenvögel – An den merkwürdigsten Stellen: Strandkrähen

Wie ich schon berichtet habe, machen Krähen dann doch lieber einen großen Bogen um Möven, da letztere größer, stärker und boshafter sind.
Heute war ich jedoch an einem Ort, den man eigentlich eher zum Möventerritorium zählen dürfte, nämlich am Westerländer Strand:

Zwischen den schier unzähligen Strandkörben scheint sich jedoch eine kleine Nische für Krähenvögel aufgetan zu haben. Vielleicht weil die sonst so dreisten Möven doch lieber einen Bogen um all zu große Menschengruppen machen.
Möven haben zwar ein Gespür dafür, wann man im Sturzflug vom Himmel sausen kann, um sich der Pommestüte eines kleinen Kindes zu bemächtigen, aber sie sind auch schlau genug, gleich wieder gen Himmel zu starten.
Krähen hingegen sind oft auch zufrieden mit dem, was Menschen sowieso fallen lassen. Kein Grund zum Stress also, und kein Grund, wie ein Verbrecher seinen Beutezug zu planen.

In aller Seelenruhe schreitet die Krähe zwischen den verwaisten Strandkörben umher. Es ist erst kurz nach neun Uhr morgens. Es sind zwar schon Menschen am Strand, aber noch ist es leer genug, dass das Tier sich nicht bedroht fühlt.
Die leeren Strandkörbe stehen ja auch in der letzten Reihe, die Menschen halten sich jedoch näher am Wasser auf.

Man sieht: Die Krähe ist sich nicht zu schade, im Sand herumzuwühlen. Hier hat sie jedoch nichts gefunden.

Endlich: Der Lohn nach etwa 10 Minuten des herumsuchens und pickens. Die Krähe hat etwas essbares gefunden, und verspeist es sogleich.
Danach hat sich die Krähe noch etwa 5 Minuten am Strand aufgehalten, und ist dann über die Dünen gen Stadt verschwunden. Vermutlich hat sie sich den Strand ergiebiger vorgestellt.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: , ,
Jun
12
2010
1

[Raben]vögel: Inter-Ornithologische-Etiquette

Auf folgendem, heute entstandenen Schnappschuss kann man sehr gut sehen, wie die Rabenkrähen auf Sylt so mit den Möven klar kommen.

Gar nicht, nämlich. Die Krähe – trotz ihrer überlegenen Intelligenz – geht der Möve tunlichst aus dem Weg. Die Möve ist in vielen Fällen größer, kräftiger und angriffslustiger. Außerdem scheinen Möven ein ausgeprägtes Revierverhalten zu haben. Zumindest, was Müllcontainer oder andere natürliche Futterquellen angeht.
Ich habe schon mehrmals beobachtet, wie eine Möve eine Rabenkrähe oder eine Dohle weggescheucht hat, die sich gerade im Abfall bedienen wollte.

Der einzige Trost für die oben abgebildete Krähe, die ob der überlegenen Physis der Möve die Schwanzfedern einklemmen musste, ist, dass die Möve selbst zu einer schmackhaften Nahrungsquelle wird, wenn sie zB. von einem Auto totgefahren wird.
Dieses kommt auch oft vor, und plattgefahrene Möven scheinen für die Sylter Rabenkrähe ein echter Leckerbissen zu sein.
Wer will es ihr verübeln?

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: , ,
Mai
28
2010
6

Lauter schwarze Vögel…

So, wollen wir doch noch einmal zusammenfassen:
Meine Suche nach einem Kolkraben zum Zwecke der Ablichtung ist nicht direkt von Erfolg gekrönt gewesen bisher. Zwar habe ich viele verschiedene schwarze Vögel, welche alle mehr oder weniger nah mit dem Raben verwandt sind, doch der größte Singvogel der Welt, sozusagen der Sumoringer unter den Rabenvögeln, ist mir dabei noch nicht vor’s Objektiv gekommen.

Am nächsten dran war bisher die Rabenkrähe, auch Aaskrähe genannt. Diese Tiere habe ich vorzugsweise auf der Insel angetroffen. Sie sind recht groß, geben ein lautes „Bwahh, Bwahh, Bwahh!!“ von sich, und mögen es nicht wirklich, wenn man sie fotografiert.

Dann die Saatkrähe. Sie wirkt insgesamt unaufgeräumter, planloser und weniger elegant als die Rabenkrähe, hat einen geradezu absurd langen Schnabel, und stellt den Großteil der Einwohnerschaft Niebülls dar.
Auf dem Festland sind die sowieso recht häufig. Morgens sieht man sie, teilweise in großen Gruppen, auf Feldern, Wiesen und dem Parkplatz vor’m Lidl.

Und dann natürlich noch die unvermeidliche Dohle, die quasi der Emo unter den Rabenvögeln ist: Kleiner, mit komischer Frisur und mit der Fähigkeit selbst in großen Gruppen als Individuum einsam auszusehen.

Gerüchten zufolge soll die Dohle verschiedentlich dabei beobachtet worden sein, wie sie traurig zu der Musik von Eisregen im Takt wippt. Das kann ich allerdings nicht bestätigen.

Diese drei durchaus lustig zu beobachtenden Vögel sind keine Kolkraben, ich werde aber weiter den Gerüchten der älteren Generationen nachgehen, und weiter diesen legendären lammnappenden Vogel verfolgen, bis ich Bilder von ihm hab.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: , , ,
Mai
04
2010
4

Gefährliches Sylt ist gefährlich!

Sylt ist nicht nur besonders exklusiv, sondern auch brandgefährlch wie es scheint. Das Risiko liegt so gut wie immer beim Besucher.

Nehmen wir einmal an, Sie wollen in Rantum auf den Deich gehen – vielleicht sogar dahinter – um ein paar Fotos zu machen, oder auch nur die frische Luft zu genießen.

Bevor Sie so etwas zu sehen bekommen:

Müssen Sie sich auf diesem Schild das volle Risiko für die Deichlaufaktion aufladen lassen:

Vielleicht gehen Sie dann aber lieber nach Hörnum an den Strand, denken Sie sich…
Doch als sie sich diesem Steg hier nähern:

Begrüßt Sie dieses Schild:

Wenningstedt liegt zentraler, denken Sie sich, dort gehen ja auch alle an den Strand. Vielleicht wird ihnen dort ja das Risiko abgenommen, und sie können jemanden verklagen, wenn sie auf folgendem Weg über die Dünen ausrutschen:

Aber nein, dort sehen Sie so ein Schild:

„Sicher ist sicher!“, sagen Sie sich nun, und fahren mit ihrem Mietwagen nach List, um wenigstens ein wenig am Hafen herumzuflanieren.
Die Aussicht begrüßt Sie schon, als sie parken wollen:

Doch auch hier werden Sie mit dem Risiko alleine gelassen:

Die Verantwortungsabgebschilder stehen auf Sylt an jeder Ecke.

Mein Vorschlag:
Warum stellt man auf dem Hindenburgdamm nicht deutlich sichbar ein großes Schild auf:

Vorsicht SYLT!
Benutzung auf eigene Gefahr!

…dann könnte man sich alle anderen Schilder sparen. 😉

PS.:

Privatwege für Meerjungfrauen gibt es auf Sylt auch:

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Mai
03
2010
3

Schlaumeier-Schilder

Wir haben also nun bereits seltsam formulierte Verbotsschilder, Doppelbindungsschilder, Schilder mit verschiedenen Graden von Exklusivität und sehr höfliche Schilder kennengelernt.
Neulich ist mir aber eine weitere Sorte Schild aufgefallen: Die Schlaumeierschilder, die in Fachkreisen auch Paradoxienauslöser oder Roboterkiller genannt werden.

Während es sich bei Doppelbindungsschildern um zwei verschiedene Schilder handelt, die einander entgegengesetzte Weisungen enthalten, widerspricht sich ein echter Roboterkiller selbst, oder zumindest in Kombination mit einer allgemeinen Weisung außerhalb des Schildes.

Folgendes Schild markiert z. B. den Eingang zur Westerländer Fußgängerzone:

Dieses Schild enthält folgende Aussagen:

– Vernünftige fahren in diesem Bereich nicht Rad
– Wer hier Radfahren will, oder wer anstalten dazu macht, dem ist es verboten.

Außerdem impliziert das Schild auch noch folgende, weitere Aussagen:

– Wer in diesem Bereich Rad fahren will, oder dazu Anstalten macht ist unvernünftig
– Vernünftigen ist es nicht verboten hier Rad zu fahren. (Es ist ja nur allen anderen verboten)

Steht man nioht unter dem Zwang Rad fahren zu wollen, ist dieses Schild eher harmlos, wenn auch seltsam formuliert.
Dann gilt:

Ich will hier nicht Rad fahren, also bin ich vernünftig. Somit ist es mir zwar nicht verboten Rad zu fahren, aber ich würde es trotzdem nie tun.

Problematisch wird es, wenn man an sich gerne Radfahren möchte, es aber nicht tut, weil man vernünftig ist.
Dann würde gelten:

Ich will hier zwar Rad fahren, mache es aber nicht, weil ich vernünftig bin. Immerhin ist dies eine Fußgängerzone.
Da ich das – vernüftiger Weise – erkannt habe, verliert das Verbot nicht Rad zu fahren für mich an Gültigkeit, weil das Verbot ja nicht für Vernünftige gilt.
Ich will also losradeln, als ich merke, dass allein die Ausführung einer Radfahrhandlung dafür sorgen würde, dass ich in die Gruppe der „Unvernünftigen“ umgestuft werde, womit mir das radfahren wieder verboten ist.

Als Mensch hat man nun drei Optionen:

1.) Ich setze mich über das Verbot hinweg, und stecke weg, dass das Schild mich schon vorauseilend als „unvernünftig“ beschimpft hat, und nun auch noch im Recht ist.

2.) Ich halte mich an das Verbot, weil ich nicht will, dass das schnippische Schild mich für unvernünftig hält.

Oder 3.) Ich setze mich über das Verbot des Schildes alleine schon deswegen hinweg, weil es alle Betrachter quasi als „potentielle Unvernünftige“ bezeichnet, und ich mir als chronischer Querulant von Schildern keine Beleidigungen an den Kopf werfen lasse, und seien sie noch so potentiell!
Das Fahren meines Zweirades nutze ich somit als Weg, dem blasierten Schild zu zeigen, wo der Hammer hängt!! Das hat es nun davon, das blöde Schild!!! Ist in der Schule bestimmt immer verprügelt worden!!!! Viva la Revolucion!!!!!!

Ich weiß ja nicht, wie es dem geneigten Leser geht, aber bei „Fahrad fahren verboten!“ oder „Bitte absteigen!“ hätte ich mir diese Gedanken nicht gemacht.
Dieses Schild kommt aber wie ein Schlaumeier daher, und kategoriesiert seine Betrachter schon im Vorraus. Das macht das Schild höchst unsympathisch, wie ich finde.

Warum aber nennt man diese Schilder auch Roboterkiller?
Ganz einfach: Auch wenn man nicht glaubt, dass es einmal positronische Roboter geben wird, die nach Asimovs drei Gesetzen funktionieren, ist eines klar:
Das zweite Asimovsche Robotergesetz wird auch in der wirklichen Welt für humanoide Roboter gelten. Grob zusammengefasst lautet es:

Ein Roboter soll den Befehlen von Menschen gehorchen.

Ist ja klar, dass das gilt. Auf seine Weise gehorcht schließlich auch ein Toaster oder ein Videorecorder den Befehlen von Menschen, soweit er dazu fähig ist.
Technologie soll ja machen was man ihr sagt. Ansonsten hätte schon längst jemand einen Videorecorder erfunden, der statt der programmierten Sendungen zufällige andere aufnimmt.
Obwohl dies in Einzelfällen vorgekommen sein mag, war dies doch in keinem Fall die Intention der Entwickler des Gerätes.
Macht ein humanoider Roboter also nicht, was man sagt – wozu bräuchte man ihn dann? Eben.

Sie geben ihrer VCP3409-Einheit also folgenden Befehl:

„Bring dieses Päckchen bitte zu der und der Adresse. Fahr mit dem Rad, und bitte auf dem schnellsten Weg, es ist dringend.“

Der Android fährt mit seinem titanverstärkten Drahtesel also los, freudig zu dienen, bis er an obiges Schild kommt.
Das Schild enthält ein Verbot. Ein Verbot ist im Grunde genommen ein negativer Befehl, den der Roboter befolgen muss, weil das Schild von Menschen aufgestellt wurde.
Selbst wenn der Roboter zu dem Schluß käme, dass dieses Verbot nicht von „seinem Menschen“ (sprich Besitzer) ausgesprochen wurde, so ist ihm doch klar, dass es ein offizielles Schild ist, welches auch Menschen beachten müssen. Somit muss er es erst recht beachten.
VCP3409 steigt also ab, und will das Rad schieben. In dem Moment bemerkt er, dass er zu der Gruppe der Vernünftigen gehört, für die das Verbot nicht gilt. Also steigt er wieder auf, fährt einen Zentimeter, bis er merkt, dass er wieder zu den Unvernünftigen gehört, für die das Verbot gilt. Also steigt er wieder ab, merkt, dass er vernünftig ist, und steigt wieder auf, und so weiter…

Da es in dem dringlich vorgebrachten Befehl seines Besitzers keine Einschränkung für Fußgängerzonen gibt, gilt noch immer die Weisung mit dem Rad zum Ort der Ablieferung des Päckchens zu fahren.
Diese Weisung wird immer nur dann ausser Kraft gesetzt, wenn der Roboter tatsächlich Anstalten macht zu radeln. Ist er im Begriff nicht zu radeln, erscheint es ihm aber ohne weiteres möglich zu radeln.

Das Resultat:
Der arme VCP3409, der nur seinem Besitzer dienen wollte, ist in einer unauflöslichen Logikschleife gefangen.
Schon etwa 3 Sekunden, nachdem er den Text des Schildes gelesen hat, wird er aufhören sich für Menschen sichtbar zu bewegen, und nach gut einer dreiviertel Stunde ist sein Positronengehirn hoffnungslos überhitzt. Es kann nicht wieder hergestellt werden.
Je nachdem, um welchen Typ Gehirn es sich handelt, beginnt selbiges nach etwa einer Stunde deutlich sichbar zu schmoren, und wenn sich nach 16 Stunden noch immer niemand um den armen Roboter gekümmert hat, ist es sogar möglich, dass er explodiert. (Wenn seine Fusionsleiter schlecht gearbeitet sind)

Um sich dieses Phänomen zunutze zu machen, haben antipositronische Terrorgruppen solche Schilder schon gezielt eingesetzt, um Anschläge auf Roboter zu verüben.
Dabei wurden gezielt „Roboterkiller“ so formuliert, dass sie noch nichteinmal der vorherigen Aufforderung Rad zu fahren bedürfen:

Apr
21
2010
2

Rätselgrafitto

Ich fahre mehrmals die Woche an einem Sicherungskasten an der Strasse in Wenningstedt vorbei, und jedesmal frage ich mich, was das darauf abgebildete Grafitto zu bedeuten hat:

Was ist das? Ein Männlein in Daunenjacke mit sehr dickem linken Arm?
Ein mutierter Schmetterling? Oder doch ein abstraktes Portrait Werner Wernersens aus der kubistischen Phase von Rötger Feldmann?
Kann da jemand weiterhelfen?

Written by Heiko C. in: Friesisches,Psychologisches | Schlagwörter: , ,

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Aug
23
2010
3

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Einen der albernsten der leider sehr langlebigen Modetrends finde ich die sogenannten 3/4-Hosen.
Hierbei handelt es sich um Hosen, bei denen das untere Viertel der Beinröhren fehlt. Als ich solch eine Hose vor einigen Jahren das erste Mal sah, war mein erster Gedanke, dass die Trägerin sich nicht selbst anziehen kann, weil sie sonst bemerkt hätte, dass sie Hochwasser trage.
Leider sind heute – wie erwähnt Jahre später – solche Hosen immer noch sehr beliebt, besonders – aber nicht nur, wie es scheint – bei wohlhabenderen Damen der feinen Gesellschaft. Gerne wohl auch, wenn sie auf Sylt Urlaub machen. Da sieht man solche Hosen echt oft.

Gerade heute hat sich die Trägerin solch einer Hose an einer Supermarktkasse an mir vorbeigedrängelt. Die Nase in den Wolken, legte Sie ihre Artikel auf das Förderband an der Kasse, wobei sie den Blick der Kassiererin durch schräges an die Decke starren mied, und selbige nach dem Einkauf anblaffte, dass sie keinen Kassenbon benötige.
Die Frau hatte etwas sehr verbissenes.
Sie war ganz in weiß gekleidet, verfügte über eine von Spezialisten sorgfältig in Stase versetzte Frisur, dicke goldene Ringe an mehreren Fingern, und – eben – diese absonderlichen Hochwasserhosen.
Eine Bekannte, die auch solche Hosen zu tragen pflegte, erwiderte auf meine Kritik einmal: „Das soll so, du Dummerchen!“
Das soll so? Was soll das? Beknackt aussehen? Mission erfolgreich. Was kommt als nächstes? Meterlange Clownsschuhe? Sombreros mit Antennen?

Mal als Beispiel: Seit den 80ern gibt es ja diesen Trend zu aufgeschlissenen Jeanshosen. Gerne mit zerfetztem Loch über den Knien. Das ist eine Sache, zu der man stehen kann, wie man will.
Die Knie schleißen bei einer Jeans gerne mal auf, und im Prinzip ist es ja positiv, wenn man sie dann weitertragen kann, obwohl entstandene Löcher ja nun keine wirklich praktische oder komfortable Funktion haben.
Spätestens dann jedoch, wenn man die Jeans mit fein säuberlich abgenähten Knielöchern herstellt, wird es albern. Das würde nämlich signalisieren, dass die Knie bei der Hose extra ausgespart wurden, um die Kniegelenke des Trägers bzw. der Trägerin der Zugluft auszusetzen. Und genau so etwas sind diese Hochwasserhosen.

Nein, moment, die Hochwasserhosen sind schlimmer: Die sähen nämlich selbst dann albern aus, wenn sie nicht fein säuberlich abgenäht wären, sondern zerfetzt abgerissen. Selbst bei einer Jeans, wäre das dämlich. Da würde man dann ja aussehen wie ein Schiffbrüchiger.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: , ,
Aug
04
2010
0

Rabenvögel: Gefleckte Krähe

Kaum hat man stolz und nach monatelangem auf der Lauer liegen ein Bild von einer vermeindlichen Rebelkrähe geschossen, sei dieses auch in der Qualität in der es sonst nur Aufnahmen von Nessie oder Bigfoot gibt, verhöhnen einen diese Vögel, indem sie fortan direkt vor der Kamera herumspazieren.
So passiert heute am Westerländer Bahnhof:

Wie eine Nebelkrähe sieht dieser gefiederte Freund nicht gerade aus, und für eine Rabenkrähe hat er eindeutig zu viele weiße Flecken. Auch dies eine Rebelkrähe?

Ich hab mich vorsichtig mit der Kamera in einigem Abstand um das Tier herumbewegt, um es auf Digitalfilm zu bannen. Irgendwann wurde dem Vogel die durch mich zugekommene Aufmerksamkeit aber doch ein wenig gruselig, und er flog weg:

Hier ein interessanter Artikel zu Rebelkrähen: LINK!

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: ,
Jul
27
2010
2

Schilder, wie man sie eigentlich nur aus Cartoons kennt…

Manche Schilder haben im Laufe der Jahrzehnte ihrer Diensttätigkeit schon eine Art Symbiose mit der Natur begründet. Im Gegensatz zu den „Schildern an merkwürdigen Orten“, sind die Schilder, um die es heute geht allerdings prinzipiell schon am richtigen Ort. Auch die Botanik um diese Schilder herum ist am richtigen Ort. Das dumme ist nur, dass die Botanik – sofern es sich nicht um Bonsai-Botanik oder ähnliches handelt – vor sich hin wächst. Ganz im Gegensatz zu einem Schild. Das Schild behält seine Höhe.
Hier ergeben sich gewisse Probleme, aber das sehen wir uns besser an einem konkreten Beispiel an. Das folgende Schild möchte ich „Arschloch-Schild“ nennen. Warum, das wird später klar werden:

Kommen Sie mit einem Auto an obiges Schild, und würden Sie weiterfahren wollen, dann würden Sie sich wahrscheinlich denken: „Hm… Durchfahrt ist nur für Anlieger. Na ja, ich hab ja ein Anliegen, darum bin ich wohl ein Anlieger. Höhö“, und weiterfahren. Sie klopfen sich im Geiste schon auf die Schulter, weil Sie durch diesen simplen Trick eine perfekte Ausrede parat haben, wenn jemand Sie anhält, um Ihnen die Durchfahrt zu verweigern.
Sie fahren um die Ecke, und freuen sich eine Abkürzung gefunden zu haben. Mental zählen Sie schon all die Minuten, die Sie in Zukunft einsparen werden, als Sie plötzlich vor so einer kleinen Gasse stehen:

Wie soll denn hier eine Durchfahrt überhaupt möglich sein? Immerhin sprach das Schild doch von einer Durchfahrt für Anlieger, oder? Sie fahren also mangels Wendemöglichkeit etwa 300 Meter rückwärts, bis Sie wieder an dem Schild angekommen sind, und betrachten es sich näher:

Vermutlich denken Sie jetzt: „So ein Arschlochschild“, obwohl ja eigentlich die Heckenrosen schuld sind.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Friesisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter: , ,
Jul
21
2010
4

Breitseitenschilder

Es gibt Schilder, die einem wortgenau verbieten Donnerstags zu parken, oder die am Wochenende zwischen 7 und 19 Uhr die Geschwindigkeit begrenzen. So hoch spezialisiert kann die Botschaft eines Schildes sein.

Hier sieht es jedoch anders aus:

Etwas ist verboten. Und etwas ist gefährlich. Was? Das Schild bleibt uns die Antwort schuldig.
Ein Mann und ein Kind sind auf dem Schild dargestellt, die Ball spielen. Ein kleiner Terrier sieht von etwas weiter weg zu.
Ist also das Ballspielen verboten? Weil Gefahr durch Terrier droht? Oder ist Hunden der Zutritt verboten, weil das Herumkicken eines Balles zu Verletzungen führen kann?
Am besten, man lässt gleich alles sein, wenn man dieses Schild sieht. Nur, um auf Nummer sicher zu gehen. Immerhin ist da etwas gefährlich.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter: ,
Jul
20
2010
1

Rabenvögel – An den merkwürdigsten Stellen: Strandkrähen

Wie ich schon berichtet habe, machen Krähen dann doch lieber einen großen Bogen um Möven, da letztere größer, stärker und boshafter sind.
Heute war ich jedoch an einem Ort, den man eigentlich eher zum Möventerritorium zählen dürfte, nämlich am Westerländer Strand:

Zwischen den schier unzähligen Strandkörben scheint sich jedoch eine kleine Nische für Krähenvögel aufgetan zu haben. Vielleicht weil die sonst so dreisten Möven doch lieber einen Bogen um all zu große Menschengruppen machen.
Möven haben zwar ein Gespür dafür, wann man im Sturzflug vom Himmel sausen kann, um sich der Pommestüte eines kleinen Kindes zu bemächtigen, aber sie sind auch schlau genug, gleich wieder gen Himmel zu starten.
Krähen hingegen sind oft auch zufrieden mit dem, was Menschen sowieso fallen lassen. Kein Grund zum Stress also, und kein Grund, wie ein Verbrecher seinen Beutezug zu planen.

In aller Seelenruhe schreitet die Krähe zwischen den verwaisten Strandkörben umher. Es ist erst kurz nach neun Uhr morgens. Es sind zwar schon Menschen am Strand, aber noch ist es leer genug, dass das Tier sich nicht bedroht fühlt.
Die leeren Strandkörbe stehen ja auch in der letzten Reihe, die Menschen halten sich jedoch näher am Wasser auf.

Man sieht: Die Krähe ist sich nicht zu schade, im Sand herumzuwühlen. Hier hat sie jedoch nichts gefunden.

Endlich: Der Lohn nach etwa 10 Minuten des herumsuchens und pickens. Die Krähe hat etwas essbares gefunden, und verspeist es sogleich.
Danach hat sich die Krähe noch etwa 5 Minuten am Strand aufgehalten, und ist dann über die Dünen gen Stadt verschwunden. Vermutlich hat sie sich den Strand ergiebiger vorgestellt.

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Jun
12
2010
1

[Raben]vögel: Inter-Ornithologische-Etiquette

Auf folgendem, heute entstandenen Schnappschuss kann man sehr gut sehen, wie die Rabenkrähen auf Sylt so mit den Möven klar kommen.

Gar nicht, nämlich. Die Krähe – trotz ihrer überlegenen Intelligenz – geht der Möve tunlichst aus dem Weg. Die Möve ist in vielen Fällen größer, kräftiger und angriffslustiger. Außerdem scheinen Möven ein ausgeprägtes Revierverhalten zu haben. Zumindest, was Müllcontainer oder andere natürliche Futterquellen angeht.
Ich habe schon mehrmals beobachtet, wie eine Möve eine Rabenkrähe oder eine Dohle weggescheucht hat, die sich gerade im Abfall bedienen wollte.

Der einzige Trost für die oben abgebildete Krähe, die ob der überlegenen Physis der Möve die Schwanzfedern einklemmen musste, ist, dass die Möve selbst zu einer schmackhaften Nahrungsquelle wird, wenn sie zB. von einem Auto totgefahren wird.
Dieses kommt auch oft vor, und plattgefahrene Möven scheinen für die Sylter Rabenkrähe ein echter Leckerbissen zu sein.
Wer will es ihr verübeln?

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: , ,
Mai
28
2010
6

Lauter schwarze Vögel…

So, wollen wir doch noch einmal zusammenfassen:
Meine Suche nach einem Kolkraben zum Zwecke der Ablichtung ist nicht direkt von Erfolg gekrönt gewesen bisher. Zwar habe ich viele verschiedene schwarze Vögel, welche alle mehr oder weniger nah mit dem Raben verwandt sind, doch der größte Singvogel der Welt, sozusagen der Sumoringer unter den Rabenvögeln, ist mir dabei noch nicht vor’s Objektiv gekommen.

Am nächsten dran war bisher die Rabenkrähe, auch Aaskrähe genannt. Diese Tiere habe ich vorzugsweise auf der Insel angetroffen. Sie sind recht groß, geben ein lautes „Bwahh, Bwahh, Bwahh!!“ von sich, und mögen es nicht wirklich, wenn man sie fotografiert.

Dann die Saatkrähe. Sie wirkt insgesamt unaufgeräumter, planloser und weniger elegant als die Rabenkrähe, hat einen geradezu absurd langen Schnabel, und stellt den Großteil der Einwohnerschaft Niebülls dar.
Auf dem Festland sind die sowieso recht häufig. Morgens sieht man sie, teilweise in großen Gruppen, auf Feldern, Wiesen und dem Parkplatz vor’m Lidl.

Und dann natürlich noch die unvermeidliche Dohle, die quasi der Emo unter den Rabenvögeln ist: Kleiner, mit komischer Frisur und mit der Fähigkeit selbst in großen Gruppen als Individuum einsam auszusehen.

Gerüchten zufolge soll die Dohle verschiedentlich dabei beobachtet worden sein, wie sie traurig zu der Musik von Eisregen im Takt wippt. Das kann ich allerdings nicht bestätigen.

Diese drei durchaus lustig zu beobachtenden Vögel sind keine Kolkraben, ich werde aber weiter den Gerüchten der älteren Generationen nachgehen, und weiter diesen legendären lammnappenden Vogel verfolgen, bis ich Bilder von ihm hab.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: , , ,
Mai
04
2010
4

Gefährliches Sylt ist gefährlich!

Sylt ist nicht nur besonders exklusiv, sondern auch brandgefährlch wie es scheint. Das Risiko liegt so gut wie immer beim Besucher.

Nehmen wir einmal an, Sie wollen in Rantum auf den Deich gehen – vielleicht sogar dahinter – um ein paar Fotos zu machen, oder auch nur die frische Luft zu genießen.

Bevor Sie so etwas zu sehen bekommen:

Müssen Sie sich auf diesem Schild das volle Risiko für die Deichlaufaktion aufladen lassen:

Vielleicht gehen Sie dann aber lieber nach Hörnum an den Strand, denken Sie sich…
Doch als sie sich diesem Steg hier nähern:

Begrüßt Sie dieses Schild:

Wenningstedt liegt zentraler, denken Sie sich, dort gehen ja auch alle an den Strand. Vielleicht wird ihnen dort ja das Risiko abgenommen, und sie können jemanden verklagen, wenn sie auf folgendem Weg über die Dünen ausrutschen:

Aber nein, dort sehen Sie so ein Schild:

„Sicher ist sicher!“, sagen Sie sich nun, und fahren mit ihrem Mietwagen nach List, um wenigstens ein wenig am Hafen herumzuflanieren.
Die Aussicht begrüßt Sie schon, als sie parken wollen:

Doch auch hier werden Sie mit dem Risiko alleine gelassen:

Die Verantwortungsabgebschilder stehen auf Sylt an jeder Ecke.

Mein Vorschlag:
Warum stellt man auf dem Hindenburgdamm nicht deutlich sichbar ein großes Schild auf:

Vorsicht SYLT!
Benutzung auf eigene Gefahr!

…dann könnte man sich alle anderen Schilder sparen. 😉

PS.:

Privatwege für Meerjungfrauen gibt es auf Sylt auch:

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Mai
03
2010
3

Schlaumeier-Schilder

Wir haben also nun bereits seltsam formulierte Verbotsschilder, Doppelbindungsschilder, Schilder mit verschiedenen Graden von Exklusivität und sehr höfliche Schilder kennengelernt.
Neulich ist mir aber eine weitere Sorte Schild aufgefallen: Die Schlaumeierschilder, die in Fachkreisen auch Paradoxienauslöser oder Roboterkiller genannt werden.

Während es sich bei Doppelbindungsschildern um zwei verschiedene Schilder handelt, die einander entgegengesetzte Weisungen enthalten, widerspricht sich ein echter Roboterkiller selbst, oder zumindest in Kombination mit einer allgemeinen Weisung außerhalb des Schildes.

Folgendes Schild markiert z. B. den Eingang zur Westerländer Fußgängerzone:

Dieses Schild enthält folgende Aussagen:

– Vernünftige fahren in diesem Bereich nicht Rad
– Wer hier Radfahren will, oder wer anstalten dazu macht, dem ist es verboten.

Außerdem impliziert das Schild auch noch folgende, weitere Aussagen:

– Wer in diesem Bereich Rad fahren will, oder dazu Anstalten macht ist unvernünftig
– Vernünftigen ist es nicht verboten hier Rad zu fahren. (Es ist ja nur allen anderen verboten)

Steht man nioht unter dem Zwang Rad fahren zu wollen, ist dieses Schild eher harmlos, wenn auch seltsam formuliert.
Dann gilt:

Ich will hier nicht Rad fahren, also bin ich vernünftig. Somit ist es mir zwar nicht verboten Rad zu fahren, aber ich würde es trotzdem nie tun.

Problematisch wird es, wenn man an sich gerne Radfahren möchte, es aber nicht tut, weil man vernünftig ist.
Dann würde gelten:

Ich will hier zwar Rad fahren, mache es aber nicht, weil ich vernünftig bin. Immerhin ist dies eine Fußgängerzone.
Da ich das – vernüftiger Weise – erkannt habe, verliert das Verbot nicht Rad zu fahren für mich an Gültigkeit, weil das Verbot ja nicht für Vernünftige gilt.
Ich will also losradeln, als ich merke, dass allein die Ausführung einer Radfahrhandlung dafür sorgen würde, dass ich in die Gruppe der „Unvernünftigen“ umgestuft werde, womit mir das radfahren wieder verboten ist.

Als Mensch hat man nun drei Optionen:

1.) Ich setze mich über das Verbot hinweg, und stecke weg, dass das Schild mich schon vorauseilend als „unvernünftig“ beschimpft hat, und nun auch noch im Recht ist.

2.) Ich halte mich an das Verbot, weil ich nicht will, dass das schnippische Schild mich für unvernünftig hält.

Oder 3.) Ich setze mich über das Verbot des Schildes alleine schon deswegen hinweg, weil es alle Betrachter quasi als „potentielle Unvernünftige“ bezeichnet, und ich mir als chronischer Querulant von Schildern keine Beleidigungen an den Kopf werfen lasse, und seien sie noch so potentiell!
Das Fahren meines Zweirades nutze ich somit als Weg, dem blasierten Schild zu zeigen, wo der Hammer hängt!! Das hat es nun davon, das blöde Schild!!! Ist in der Schule bestimmt immer verprügelt worden!!!! Viva la Revolucion!!!!!!

Ich weiß ja nicht, wie es dem geneigten Leser geht, aber bei „Fahrad fahren verboten!“ oder „Bitte absteigen!“ hätte ich mir diese Gedanken nicht gemacht.
Dieses Schild kommt aber wie ein Schlaumeier daher, und kategoriesiert seine Betrachter schon im Vorraus. Das macht das Schild höchst unsympathisch, wie ich finde.

Warum aber nennt man diese Schilder auch Roboterkiller?
Ganz einfach: Auch wenn man nicht glaubt, dass es einmal positronische Roboter geben wird, die nach Asimovs drei Gesetzen funktionieren, ist eines klar:
Das zweite Asimovsche Robotergesetz wird auch in der wirklichen Welt für humanoide Roboter gelten. Grob zusammengefasst lautet es:

Ein Roboter soll den Befehlen von Menschen gehorchen.

Ist ja klar, dass das gilt. Auf seine Weise gehorcht schließlich auch ein Toaster oder ein Videorecorder den Befehlen von Menschen, soweit er dazu fähig ist.
Technologie soll ja machen was man ihr sagt. Ansonsten hätte schon längst jemand einen Videorecorder erfunden, der statt der programmierten Sendungen zufällige andere aufnimmt.
Obwohl dies in Einzelfällen vorgekommen sein mag, war dies doch in keinem Fall die Intention der Entwickler des Gerätes.
Macht ein humanoider Roboter also nicht, was man sagt – wozu bräuchte man ihn dann? Eben.

Sie geben ihrer VCP3409-Einheit also folgenden Befehl:

„Bring dieses Päckchen bitte zu der und der Adresse. Fahr mit dem Rad, und bitte auf dem schnellsten Weg, es ist dringend.“

Der Android fährt mit seinem titanverstärkten Drahtesel also los, freudig zu dienen, bis er an obiges Schild kommt.
Das Schild enthält ein Verbot. Ein Verbot ist im Grunde genommen ein negativer Befehl, den der Roboter befolgen muss, weil das Schild von Menschen aufgestellt wurde.
Selbst wenn der Roboter zu dem Schluß käme, dass dieses Verbot nicht von „seinem Menschen“ (sprich Besitzer) ausgesprochen wurde, so ist ihm doch klar, dass es ein offizielles Schild ist, welches auch Menschen beachten müssen. Somit muss er es erst recht beachten.
VCP3409 steigt also ab, und will das Rad schieben. In dem Moment bemerkt er, dass er zu der Gruppe der Vernünftigen gehört, für die das Verbot nicht gilt. Also steigt er wieder auf, fährt einen Zentimeter, bis er merkt, dass er wieder zu den Unvernünftigen gehört, für die das Verbot gilt. Also steigt er wieder ab, merkt, dass er vernünftig ist, und steigt wieder auf, und so weiter…

Da es in dem dringlich vorgebrachten Befehl seines Besitzers keine Einschränkung für Fußgängerzonen gibt, gilt noch immer die Weisung mit dem Rad zum Ort der Ablieferung des Päckchens zu fahren.
Diese Weisung wird immer nur dann ausser Kraft gesetzt, wenn der Roboter tatsächlich Anstalten macht zu radeln. Ist er im Begriff nicht zu radeln, erscheint es ihm aber ohne weiteres möglich zu radeln.

Das Resultat:
Der arme VCP3409, der nur seinem Besitzer dienen wollte, ist in einer unauflöslichen Logikschleife gefangen.
Schon etwa 3 Sekunden, nachdem er den Text des Schildes gelesen hat, wird er aufhören sich für Menschen sichtbar zu bewegen, und nach gut einer dreiviertel Stunde ist sein Positronengehirn hoffnungslos überhitzt. Es kann nicht wieder hergestellt werden.
Je nachdem, um welchen Typ Gehirn es sich handelt, beginnt selbiges nach etwa einer Stunde deutlich sichbar zu schmoren, und wenn sich nach 16 Stunden noch immer niemand um den armen Roboter gekümmert hat, ist es sogar möglich, dass er explodiert. (Wenn seine Fusionsleiter schlecht gearbeitet sind)

Um sich dieses Phänomen zunutze zu machen, haben antipositronische Terrorgruppen solche Schilder schon gezielt eingesetzt, um Anschläge auf Roboter zu verüben.
Dabei wurden gezielt „Roboterkiller“ so formuliert, dass sie noch nichteinmal der vorherigen Aufforderung Rad zu fahren bedürfen:

Apr
21
2010
2

Rätselgrafitto

Ich fahre mehrmals die Woche an einem Sicherungskasten an der Strasse in Wenningstedt vorbei, und jedesmal frage ich mich, was das darauf abgebildete Grafitto zu bedeuten hat:

Was ist das? Ein Männlein in Daunenjacke mit sehr dickem linken Arm?
Ein mutierter Schmetterling? Oder doch ein abstraktes Portrait Werner Wernersens aus der kubistischen Phase von Rötger Feldmann?
Kann da jemand weiterhelfen?

Written by Heiko C. in: Friesisches,Psychologisches | Schlagwörter: , ,