Impactsuspect » Subkulturen
Mrz
05
2011
7

Für Vampire, und die, die es werden wollen…

Lag doch im Ela eine kostenlose Gruftiezeitung aus, in der mir sofort folgende Werbung auffiel:

Quelle: Negatief-Zeitschrift aus dem Ela

Das offizielle Magazin für Vampire und Werwölfe?
Erstens mal, dass es diese merkwürdige Vampir-Subkultur gibt, wusste ich ja schon, aber das gibt es jetzt auch für Werwölfe? Wie muss ich mir das vorstellen? Sind das besonders behaarte Menschen mit eingesetzten Raubtierzähnen und Tieraugenkontaktlinsen? Und wenn die Vampire immer besonders distinguiert tun, laufen die Werwölfe dann rum, und rufen „RAH-RAH-RAH!!!“, oder am Ende gar „WUFF“?
Und es gibt ein „offizielles“ Magazin? In wie fern offiziell? Vom Zentralrat der Vampire und dem Internationalen Werwolfbund genehmigt?

Irgendwie bezweifele ich, dass „offizielle Vampire“ auch nur irgendwas mit Twilight zu tun haben wollen würden, aber ich kann mich irren. True Blood schon eher.
Wäre ich ein Vampir, würde ich mir ja kein Vampirzeugs wie Twilight, True Blood, Vampire Diaries oder Edgar reinziehen, denn ich würde das Vampirleben ja schon leben, bzw. den Vampiruntot…. nichtleben. Äh…

Na ja, dann Schminktipps… Die müssen an die Vampire gerichtet sein, da kein Werwolf, der was auf sich hält, sich schminken würde. Vermutlich geht es darum, dass die Vampire hier lernen sich zu schminken, damit sie weniger wie Vampire aussehen, um besser Leute dazu zu bringen sie hereinzubitten…

…und Markus Heitz, was hat der mit der Sache zu tun, schreibt der nicht eher über Zwerge?
Das ist alles so faszinierend, das Dingen werde ich mir alleine aus Neugier wohl besorgen müssen. Hoffentlich darf man das auch kaufen, wenn man keinen von der internationalen Vampirgesellschaft ausgestellten und beglaubigten Vampirpass hat…

Update:
Mehr dazu hier und hier ist die offizielle Seite des Magazins, und hier ist es sogar als „offizielles Magazin für Vampire, Werwölfe und Dämonen“ beschrieben.

Okt
17
2010
--

Die Geschichte der Vampire

Unter diesem Link in einem kleinen Video. Aber auf englisch. Verlinke ich aber trotzdem mal, weil hab‘ schon lange nichts mehr über Vampire geschrieben. In dem Video geht’s am Rande auch um Twilight, so bleibt es mir für den Moment erspart, mich damit auseinandersetzen zu müssen. 😉

Written by Heiko C. in: Filme,Gruseliges | Schlagwörter: , , ,
Jan
04
2010
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Merkwürdige Zeitschriften

In der Niebüller Bahnhofsbuchhandlung stehen 16 verschiedene Tätowiermagazine. 16 verschiedene? Braucht man die? Und vergleichen wir das mal: Da stehen gerade mal 5 verschiedene Musikmagazine und vielleicht 10 verschiedene Gamerzeitschriften. Warum sind ausgerechnet die Tatoo-Zeitschriften so zahlreich? *Grübel*

In der Westerländer Bahnhofsbuchhandlung ist der Stapel „Business Punk“ übrigens immer noch genauso hoch wie schon vor einem Monat. Scheint keinen so reißenden Absatz zu finden, das Blatt.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Dez
12
2009
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Horrorfilme, Remakes und lesbische Lebensweise

Ich kam mit ein paar Freunden neulich wieder dazu einen Klassiker des Horrorfilm zu schauen. Es handelt sich um „The Haunting“, eine Adaption des Romans „The Haunting of Hill House“ in der Version von Ray Wise aus dem Jahre 1963. Auf Deutsch heißt der Film „Bis das Blut gefriert“.

Das wohl letzte Mal davor hatte ich den Film gesehen, als ich so 14 war, und damals fand ich ihn wirklich gruselig, trotz – oder gerade weil – er sehr sparsam mit visuellen Effekten umgeht. Ähnlich wie „Blairwitch Projekt“ – den man nun mögen kann, oder auch nicht – oder jüngst „Paranormal Activity“ legt auch „The Haunting“ ein größeres Gewicht auf die Glaubwürdigkeit der Charaktere, als auf möglichst grausame Darstellung von Monstren, Spuk oder Verstümmelung. Aus heutiger Sicht mag man den Film daher vielleicht als „zahmen Gruselfilm“ bezeichnen, lässt man sich jedoch auf die grimme Atmosphäre ein, hält er immer noch den einen oder anderen Schrecken für den Betrachter bereit.

Hier eine Kurzzusammenfassung des Plots, wer den Film lieber erst sehen will, der soll mal woanders hinlesen. SPOILERALARM!!!! …sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Irgendwo in Neuengland gibt es eine alte Villa namens „Hill House“. Im Laufe der Jahre sind dort zahlreiche Bewohner ums Leben gekommen, zuletzt die Tochter des Erbauers, die ihr ganzes Leben lang ihr Kinderzimmer nicht verlassen hat, und schließlich als greise Frau in ihrem Bett starb, weil ihre Zugehfrau sich statt aufzupassen auf dem Balkon lieber mit einem Mann vergnügt hat.
Die Zugehfrau erbt ungerechterweise den alten Kasten, und erhängt sich schließlich in der Bibliothek des Hauses. Seitdem heißt es, in dem Haus spuke es.
Ein Parapsychologe (Dr. Markway) will es dann irgendwann genau wissen, und mietet das Haus von der Besitzerin, um die Spukereignisse zu dokumentieren. Die Besitzerin warnt, dass das Haus nur Ärger mache, und schickt ihren dandyhaften Neffen Luke mit, um bei den Experimenten zu helfen.
Als Menschen, die schon mal übersinnliche Erfahrungen gemacht haben werden auch noch die telepathisch begabte Thea und die perspektivlose Eleanore eingeladen.
Alle werden sie von der Haushälterin begrüßt, die ein wenig an Frau Blücher aus Frankenstein Junior erinnert, und mehrmals darauf hinweist, dass sie nachts nicht im Haus ist, und keiner hört, wenn wer schreit. In der ersten Nacht hören Thea und Eleanor ein unheimliches gleichmäßiges Klopfen, dass durch das Haus zu wandern scheint. Zudem ist noch ein seltsames Schnüffeln zu hören.
Beide geraten in Panik, bis das Klopfen abrupt aufhört. Sie öffnen schließlich die Tür um nachzusehen, was los war, und treffen auf Luke und Dr. Markway, die sich im Garten herumgetrieben haben, um einen Hund zu suchen.
Immer mehr merkwürdige Ereignisse finden statt, so findet sich eine merkwürdige Schrift an der Wand, Eleanor hört es des Nachts wieder Klopfen und andere Geräusche, und verliert langsam den Verstand. Am Ende ist sie davon überzeugt, dass das Haus sie selbst will, und ist in geistig derart desolater Verfassung, dass sie das sogar gut findet.
Im ganzen Film finden sich nur wenige wirkliche Ereignisse, die sich nicht auf die Einbildung der schwachen Psyche von Eleanor zurückführen lassen. Einmal die Klopfgeräusche des nachts, die Thea immerhin das erste mal auch hört und später dann eine Tür, die sich nach innen biegt, als wäre sie aus Gummi, ein Ereignis, dass alle 4 sehen. Bis zu letzteren Ereignis könnte man auf die Idee kommen, in dem Haus spuke es garnicht. Auch der Bodycount ist hier für das Genre eher zurückhaltend: In der gesamten Haupthandlung stirbt nur ein Mensch.

1999 kam dann ein Remake, dass ebenfalls „The Haunting“ hieß, diesmal auf Deutsch „Das Geisterschloss“. Als erster Unterschied zum Original fällt auf, dass hier keineswegs mit Effekten und kreativen Todesfällen gespart wurde. Hier sieht man durchsichtige Geister alà Ghostbusters, dort wird Owen Wilson der Kopf abgesäbelt. Auch die Vorgeschichte des Hauses ist um ein gutes geschüttelt Maß spektakulärer als im Original. Wo 1963 der Erbauer des Hauses nur ein wenig exzentrisch war, hat er im Remake im überdimenionalen Kamin des Hauses Kinder verbrannt.
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich vom Remake – gelinde gesagt – enttäuscht war, wenn auch nicht überrascht.
Noch etwas, dass mir aufgefallen ist, als ich den Film dann irgendwann auf Video gesehen habe: Die hier von Cathrine Zeta Jones gespielte Thea scheint im Remake lesbisch zu sein. Das spielt im Rest des Filmes kaum eine Rolle, und gerade deshalb hat mich das ein wenig überrascht, … bis ich dann mal wieder das Original sah.

Damals ist es mir nie aufgefallen, denn im Grunde ist es recht subtil gemacht, aber Thea ist auch schon im Original scheinbar lesbisch, und zudem in Eleanor zumindest verknallt. In der ersten Nacht nutzt sie den Moment der Erleichterung nachdem das Geklopfe aufgehört hat, um Eleanor mitzuteilen, dass sie sich „nach Wärme“ sehnt, wenn sie mit solchen Schreckmomenten konfrontiert ist – während die beiden noch Arm in Arm zusammen im Bett liegen. Später reagiert sich mit einem belustigten „Nein!“ auf die Frage, ob sie verheiratet sei, als sei dies die dämlichste Frage, die man ihr überhaupt je gestellt habe, und den ganzen Film über wird sie nicht müde zu betonen, dass Dr. Markway kein Interesse an Eleanor hat, die bis über beide Ohren in ihn verknallt ist.
Außerdem scheint Theas Körpersprache und Verhalten stets und ständig darauf hinzudeuten, dass sie Eleanor aus vollen Rohren anbaggert.
Eleanor merkt zuerst nicht, dass Thea ein romantisches Interesse an ihr hat, und als sie es dann merkt, reagiert sie offen feindselig. Das gipfelt dann schließlich darin, dass sie Thea wutschnaubend vor die Füße wirft, dass sie „widernatürlich“ sei, was Thea zusehends sehr verletzt.

Nun kann man dies alles auch anders deuten. Das „widernatürlich“ könnte ebensogut auf Theas telepathische Begabung zurückzuführen sein, welche allerdings keine allzu große Rolle im Rest des Filmes spielt. All die anderen Anzeichen kann man leicht übersehen, doch ist es in alten Filmen üblich gewesen, Homosexualität nur sehr subtil darzustellen, weil eine von der Kirche aufgezwungene Selbstzensur die Thematisierung selbiger in Hollywoodfilmen strikt verboten hat. Allein die Zweideutigkeit genannter Szenen würde ich also eindeutig nennen, gerade auch wenn man sich das Resümee von Regisseur Robert Wise ansieht. Seine Filme sind gerne mal unter der Oberfläche gesellschaftskritisch, auch wenn sie oberflächlich als Horror- oder Science-Fiction-Filme daherspazieren. Zu nennen sei da nur „Der Tag an dem die Erde stillstand“, ein SF-Film, der im Grunde eine bitterböse Gesellschaftskritik ist, oder „House on Telegraph Hill“, ein Psychothriller, der fast nebenbei das Grauen des Holocaust aufgreift.
Schade, dass im Remake von „The Haunting“ so wenig Gesellschaftskritik übriggeblieben ist. Wieder ein Remake, dass um die tiefere Bedeutung erleichtert wurde, wie so viele von Filmen aus der Zeit.

Written by Heiko C. in: Filme,Gesellschaftliches,Gruseliges,Psychologisches | Schlagwörter: , ,
Dez
03
2009
5

Schweizer Basisdemokratie verbietet Minarettbau

In der Schweiz haben sie abgestimmt ob der Minarettbau verboten werden soll. 52% der Wahlberechtigten sind hingegangen, und haben ihre Stimme abgegeben. Davon wiederum 57% stimmten für das Verbot Minarette in der Schweiz zu bauen.

Bald auch in Deutschland? Minarettenverbot in Kneipen

Argumente, die man auch hierzulande gerne von Befürwortern eines solchen Verbotes oder anderen verwirrten Menschen hört, sind unter anderem folgende:

Argument 1: Der Islam ist voll böse. Wir haben ganz doll Angst, wenn da ein Minarett im Dorf lauern tut.

Meine Antwort: Der Islam ist nicht voll böse. Und selbst wenn er das wäre, und man dafür Anhaltspunkte hätte, was nutzt es da Minarette zu verbieten?

Argument 2: In der Schweiz wurde das Verbot von linken Feministinnen angestrengt, die damit gegen die Machoreligion Islam und deren phallusartigen Gebetstürmen protestieren wollen.

Meiine Antwort: Alle Moslems mal eben so als frauenfeindliche Machos abzutun ist genauso intolerant und unreflektiert, als wenn man sage, sie seien alle böse.
Und suuper Protest mal eben so die Gotteshäuser von andersgläubigen baurechtlich zu verstümmeln! Und so zielgerichtet! Sind die Minarette etwa Ursache für die Unterdrückung von Frauen im Islam?

Argument 3: Wenn linke Feministinnen sich sowas ausdenken, dann KANN das ja gar nicht rechts sein. (Hö’ma!)

Meine Antwort: Nur weil sich linke Feministinnen einen Weg ausdenken, wie sie durch das Minarettverbot den Islam symbolisch kastrieren können, ist das noch lange nicht links.
Im Gegenteil. Wenn man eine bestimmte – glücklicherweise veraltete und wenig zahlreiche – Sorte von linken Feministinnenschalten und walten ließe, würden die kastrieren was sie zu packen kriegen können. Manche von diesen angeblich „linksliberalen“ Feministinnen kann man getrost als faschistoid bezeichnen.

Argument 4: Religionen gehören allesamt verboten! Wenn’s nach mir ginge kann man auch gleich anfangen den Kölner Dom abzureißen.

Meine Antwort: Wenn man schon anfängt Religionen zu verbieten, dann darf man nicht mit Minderheitenreligionen beginnen. Hätte man statt den Minaretten den Bau von Synagogen verboten, hätte das jeder auch gleich eingesehen.

Argument 5: Wenn aba doch alle dafür gewesen sind, dann ist das doch wo demokratisch, und dann muss man des auch mach’n!

Meine Antwort: Nur weil alle (also in diesem Fall ein gutes Viertel) Schweizer der Meinung sind dass die Demokratie mal eben selbstverordnet von der Brücke springen soll, ist das noch lange keine gute Idee.

Argument 6: Die können doch auch ohne ihre Minarette Moscheen bauen!

Meine Antwort: Wenn es in der Türkei oder im Iran die Bauvorschrift gäbe, dass an christlichen Kirchen gut sichbar ein „Wer-hier-reingeht-ist-schwul!“-Schild hängen soll, dann kann man zwar immer noch ’ne Kirche bauen, Gängelei ist es trotzdem, und als solche auch ein Eingriff in die Religionsfreiheit.

Argument 7: Minarette locken hochrangige Islamisten an.

Meine Antwort: Sowas SAUDUMMES hab‘ ich noch nie gehört. Wenn das funktionieren würde, wüsste man dann doch wenigstens wo die hochrangigen Islamisten sich herumtreiben, oder?
Und kann man dann nicht auch eine Brotkrumenspur aus Minaretten legen, und die Islamisten somit in eine Falle locken?

Argument 8 (Nachgetragen): Immer wenn man nur die Wahrheit sagen tut, tun uns die/einige/wenige Linken als Reche beschimpfen!

Meine Antwort: Klar, das ist natürlich nur „die Wahrheit“, dass Islamisten sich von Minaretten angezogen fühlen wie Wespen von ’ner offenen Saftflasche. Und es ist bestimmt auch „die Wahrheit“, dass ein Minarettverbot auch nur IRGENDWAS bringen würde gegen den Islamischen Terror. Ohne Minarette kein Terror. Was ist das für eine Logik?
Interessant auch, dass in rechtskonservativem Beißreflex immer alle links sind, die an so einer Argumentationsweise was auszusetzen haben. „Immer nennen die uns Rechts, die blöden Linken!“ Merk‘ selbst, oder?

Und wer mir jetzt sagt: „Da mitdie Schweiz darfst du überhaupt gar nicht kritisieren, weil wir haben ja in Deutschland noch nichtmal Volksabstimmungen!“ der kann mich mal an die Füße fassen!
Was wir in Deutschland nämlich noch haben ist die Freiheit seine Meinung zu sagen, auch zu solchem Knelz.

Mai
20
2009
--

Johannes Paul II. hat ja auch gerappt…

Argh! Was musste man sich in den letzten Tagen nicht für Schwachsinn anhören?! Painball-Verbot, Internetzensur, Umfrage-Angriff durch fundamentalreligiöse Lobbyorganisationen…

Und was muss ich heute lesen?
Benedikt XVI. ruft zur Missionierung des „digitalen Kontinents“ auf

Erst war das Netz ein Raum, dann wieder war es mit Printmedien vergleichbar und jetzt ist es plötzlich ein Kontinent… Was kommt als nächstes? Ich ahne schon zukünftige Kommentare wie „Das Internet wird keine chronische Krankheit bleiben!“ von irgendwelchen Hanseln aus der CDU. …oder aus der SPD. Frau Zypries weiß ja noch nicht mal was ein Browser ist. Ob sie wohl weiß mit welchem Betriebssystem ihr Computer läuft? Hm, na egal. Ich schweife ab.

In obig verlinktem Artikel jedenfalls, wird der Papst wie folgt zitiert:

Die neuen Techniken kommen dem Bedürfnis entgegen, miteinander in Kontakt zu treten; die Veränderungen seien bei den jungen Menschen der „digitalen Generation“ besonders deutlich, die „sich in einer digitalen Welt zu Hause fühlen“, während diese den Erwachsenen oft noch fremd erscheine.

Na ja. Im Falle, dass ich als „junger Mensch“ gelte, und mein Bruder auch… sowie mein 69 Jahre alter Vater…. stimmt das wohl irgendwie. Aber sich in „der digitalen Welt zu Hause fühlen“ ist nicht unbedingt eine Sache des Alters, eher eine des Interesses.

Na ja, dann redet der Papst darüber wie toll die neuen Medien sind, und äußert sich freundlich gegenüber sozialen Netzwerken, wenn ich das richtig verstehe.

Nun wird’s aber grenzwertig:

Wer für Produktion und Verbreitung von Inhalten in den neuen Medien verantwortlich sei, müsse „dem Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen verpflichtet“ sein.

Eines vorweg: Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen ist nie verkehrt. Aber ist nicht jeder der auch nur eine Homepage, einen Myspaceaccount oder sonst irgendwas im Netz hat, jemand der „für Produktion und Verbreitung von Inhalten“ verantwortlich ist? Ich meine, im Grunde genommen sind das alle, oder? Der Papst scheint nicht so richtig verstanden zu haben wie das Internet funktioniert. Jeder darf da veröffentlichen. Und die meisten tun es auch. Und selbst wenn man nur surft, sorgt man dank der wunderbaren Vorratsdatenspeicherung auch so für Inhalte, die sich dann die Provider und die freundlichen Herren von unseren verschiedenen Inlandsgeheimdiensten ansehen. Also jeder macht Inhalt.
Trotzdem ist die Forderung des Papstes nach Respekt vor Wert und Würde legitim.

Die jungen Katholiken ruft Benedikt XVI. auf, im Internet zu missionieren.

Nee, ne? AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH !!!!!

Da „die Verkündigung Christi in der Welt der neuen Technologien deren vertiefte Kenntnis für einen entsprechenden angemessenen Gebrauch“ voraussetze, komme diese Aufgabe für allen der „digitalen Generation“ zu: „Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses ‚digitalen Kontinents‘ zu. Seid bereit, euch mit Begeisterung die Verkündigung des Evangeliums bei euren Altergenossen zur Aufgabe zu machen!“

Okay. Erst einmal glaube ich, dass mir schlecht wird. Aber ich reagiere nun mal so auf Missionare. Und plötzlich wirken die Worte des Papstes auch nicht mehr wirklich so modern und nachvollziehbar, wie noch im ersten Absatz. Er scheint zu denken, das Internet wäre eine Art „unentdecktes Land“, dass es zu bändigen und dessen Eingeborene es zu missionieren gelte.
In Anbetracht dessen was die letzten paar Male passiert ist, als die katholische Kirche die Eingeborenen von neuen Kontinenten zu missionieren versucht hat, halte ich diese vom Papst gebrauchte Metapher für gruselig.

Mrz
20
2009
--

Individuelle Betrachtungen

Okay, ich war gestern wieder in Schleswig im Ela, und da sind mir wieder mal so einige Sachen aufgefallen. Warum sich neue Subkulturen bilden, ist nicht weiter verwunderlich: Irgendwann wird jede Subkultur alt und deren Mitglieder auch. Jugendliche sind aber gerne originell und neu, und schon wird ein neuer „Club“ gegründet.
Dass sich diese neue Subkultur durch eine spezielle Art der „individuellen Kleidung“ abzugrenzen versucht ist auch klar. Warum allerdings, sieht diese Individualität nur aus, dass alle zum verwechseln ähnlich gekleidet sind? Es ist ja sogar noch schlimmer: Oft kann man Angehörige verschiedener Subkulturen nicht mehr auseinander halten.
Emos und Grufties zum Beispiel. Wo ist da der große Unterschied? Beide tragen vornehmlich schwarz, mögen geschminkt sein oder nicht, finden alles tote cool, und hören seltsame Musik. Auch frisurentechnisch gibts da Überschneidungen, wenn man mal von solchen absieht, die sich riesige Plastik-Fraggle-Frisuren aufsetzen.
Also warum sind das verschiedene Subkulturen, und warum können die einen die anderen nicht leiden? Vielleicht gerade weil sie sich so ähnlich sind.

Warum können Hip Hopper die Emos nicht leiden? Müssten die nicht eigentlich froh sein, dass sie dank der Emos jetzt nicht mehr die meistgehasste Subkultur sind? Aber vielleicht ist das grad der Punkt: Die heutigen Hip Hopper geben sich solche Mühe böse, ordinär und abstoßend zu sein, dass es ihnen wohl sauer aufstößt wenn die niedlichen kleinen hochtoupierten Monchichis plötzlich mehr gehasst werden.
Tja, das Leben ist halt manchmal ein wenig unfair.

Meine Prognose: In zwanzig Jahren laufen die ersten Jugendkulturen herum deren zwingendes optisches Merkmal eine gepuderte Rokoko-Perrücke sein wird. Ich freu mich schon drauf.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , ,
Jan
10
2009
15

Auf den Flughund gekommen…

Gna! Irgendwie sind Vampire auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wenn wir uns anschicken díe Geschichte der Filmvampire von Anfang an anzusehen, müssen wir eben diesen Anfang in Deutschland suchen. Und zwar bei Murnaus „Nosferatu“. Graf Orlock in diesem Film ist zugleich der erste Vampir auf der Leinwand und ebenso die große Ausnahme. Max Schreck spielt den Vampir dreckig, eklig und unglaublich hässlich. Der schon wenige Jahre später von Bela Lugosi gespielte Dracula wirkte schon ganz anders, und sollte für Jahre, im Grunde für den Rest des 20ten Jahrhunderts definieren wie ein Vampir zu sein hat: Elegant, hypnotisch, irgendwie unheimlich und anziehend und vor allen Dingen SAUBER, wenn auch manchmal ein wenig verstaubt.
In Blade beginnt dann der Schichtwechsel. Udo Kier spielt hier einen der Obervampire, und er entspricht noch ganz dem Klischee, welches im übrigen auch eher Bram Stokers Romanvorlage entspricht als beispielsweise Nosferatu. Kiers Protovampir steht in der Handlung ein junger Emporkömmling gegenüber, der von einem ebensolchen neuen Vampirbild zeugt. Während der klassische rumänische Blutsauger tagsüber schön zuhause bleibt, kleistert sich Deacon Frost einfach mit Sonnencreme zu, und geht in den Stadtpark um Vampirjäger zu bedrohen.
Konkurrenz in der Vampirgesellschaft wird wie bei der Mafia entsorgt, und Frosty Neuvampir schwingt sich zum Oberherrscher über die hämophilen Sülznasen auf. Der Mensch soll wieder mal versklavt werden. Dass die Zukunftsvisionen blonder Schnulliboyvampire irgendwie rein demografisch zu Problemen führen müssen, darauf will ich jetzt nicht eingehen,
Gehen wir lieber zum nächsten Film: 30 Tage Dunkelheit. (Oder 30 Tage Nacht, ich bin mir nicht ganz sicher)
Der Plot: In einem verträumten Weiler in Alaska, der einen Monat lang Polarnacht hat, und außerdem noch – praktischerweise – in dieser Zeit keinen Kontakt zum Rest der Welt hat, planen Vampire die Fresstour ihres Lebens. … oder ihres Untotseins. Wie auch immer.
Der Plot hört sich an, als könnte man daraus einen ganz passablen Film klöppeln, aber nein, das wäre ja zu viel verlangt. Der Film kommt im Endeffekt eher daher wie Pitch Black für Arme, wo doch Pitch Black schon Alien für Arme war.
Wo soll ich bei diesem Machwerk anfangen? Die Vampire sind alles was man sich so vorstellt… …wenn man an Ghoule oder Zombies denkt, aber eben nicht, wenn man an Vampire denkt.
Die Vampire sind abstoßend hässlich, ungepflegt, haben schreckliche Tischmanieren und reden irgendeine seltsame Kunstsprache, die sich mal anhört, als hätte man einer Katze auf den Schwanz getreten, mal wie eine verstopfte Espressomaschine kurz vor der Explosion. Und das tollste: Der Obervampir sagt „Brachkl sslak MIAOU passhakki vra utz nöchkachkocko!“ und in den Untertiteln dazu steht dann „Hallo!“
Normalerweise soll der Vampir doch anziehend wirken, und geradezu hypnotische Wirkung auf das andere Geschlecht haben. Ja regelrecht rollig sind sie alle noch bei Bram Stoker. Hier sehen sie jedoch alle eher aus wie MAx Schrecks Nosferatu, bloss dass der eine Tonne mehr Klasse hatte.
Ausserdem hatte Nosferatu bessere Tischmanieren. Erinnert ihr euch noch an die Szene, wo Hutter sich geschnitten hat, und Graf Orlock den Anblick dieser PAAR TROPFEN Blut nicht ertragen konnte, und sich gleich auf sie gestürzt hat?
Nun die Vampire in dem Alaskafilm sind da weniger abhängig. Wenn die sich auf ein Opfer stürzen, dann spritzt literweise Blut in alle Richtungen. Ich hab ja nichts gegen Splatter, aber bei Vampiren? Also ich kannte das bisher so, dass kein verdammter Tropfen Warmblüterblut daneben geht. Also wenn ihr schon einen Film über lichtempfindliche Ghoule macht, dann nennt sie auch so. Vampire sind das mit der Art zu essen jedenfalls nicht.
Und was ist jetzt die vorläufige Krönung des Vampirfilms im neuen Jahrtausend?
Twilight.
Twilight, oh Twilight… Wo soll ich bloss anfangen. Vielleicht erst die positiven Aspekte.
Die Vampire in Twilighht sehen allesamt aus, wie man es von Vampiren erwartet. Sie sind sauber, elegant, irgendwie unheimlich, und so weiter. Wenn die Vampire sich mit „übermenschlicher Schnelligkeit“ bewegen, sehen sie aus wie vorgespult. Das kommt mir fast wie eine respektvolle Verneigung vor „Nosferatu“ vor, denn auch Graf Orlock bewegt sich manchmal wie vorgespult. Als der Vampir – wie hieß er noch…. ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht Rüdiger war… hm…
Als der Vampir – ich nenn ihn mal „Milchschnitte“ -, als Milchschnitte also seinem weiblichen Loveinterest erklärt, warum sie ihn toll findet, dass war auch noch sehr archetypisch vampirisch. Der Expresshuckepackritt auf den Berg aber schon nicht mehr. Und was dann kam schon gar nicht, aber ich greife vor.
Die „Familie“ von Milchschnitte besteht nicht nur aus Vampiren, sondern auch noch aus „Vegetarischen Vampiren“. Ja, auch ich musste an Graf Duckula und seinen Brocollikonsum denken, hier ist aber mit „vegetarisch“ gemeint, dass sich Milchschnittes Familie nur von Tierblut ernährt. Ganz ähnlich wie in „Interview mit einem Vampir“. Weil das so ist, können sie relativ unbemerkt in einem Dorf voller Menschen leben. Auch am Tag gehen sie raus, weil es in der Gegend immer bewölkt ist, und sie so kein Sonnenlicht abbekommen. ?!? Muss man nicht nachvollziehen können, ist halt so. Wenn die Vampire doch direktes Sonnenlicht abbekommen, dann passiert etwas ganz grausames: DANN GLITZERN SIE!
Muss ich das weiter kommentieren? Ich denke nicht. Vegetarische Glitzervampire.
Was denken Vampire eigentlich über Sex mit Menschen? Diskutieren die das so wie wir Sex mit Tieren diskutieren? Der Film ist echt seltsam. Im Grunde genommen ist es eine Mischung aus „Interview mit einem Vampir“, „der kleine Vampir“ und einem beliebigen Highschool-Drama. Für einen Vampirfilm taugt er nicht viel. Als Setting eines Kinderfilmes ginge das Setting hier durch, dazu ist der Film aber zu blutig. Na, er schien ja trotzdem erfolgreich zu sein.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Filme,Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Dez
30
2008
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Ein Donnerstag am Freitag

Besagten 26.12 dieses Jahres war dann tatsächlich Domino-Gedächtnis-Abend im Sharkys.
Ich fands nicht so toll. Die Umbauten seit dem die Disco den Namen gewechselt hat waren haarsträubend, und die Musik war gewöhnungsbedürftig. DJ Hermann hat zwar gute Musik gespielt, doch hatte er zwei NebenDJs, die die ganze Zeit mit ihrer Auflegerei dominierten. Und die mochten scheinbar DISCO!!! Ich weiß nicht, aber eine Stunde DISCO ist genug, ich brauche weiß Gott nicht vier. Schon gar nicht, wenn ich mich auf einen Indie Abend gefreut habe.
Naja, wenigstens konnte ich Herrmann fragen von wem dieses Elvis Cover ist, das er damals immer gespielt hat. Es ist von „the Residents“. Die Scheibe kauf ich mir!
Subkulturen waren allerdings da. Dummerweise gesammte Subkulturen aus 20 Jahren Domino, daher war es etwas voller…

Written by Heiko C. in: Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , , ,
Nov
06
2008
--

Subkulturentango

Tja, was waren es nicht herrliche Zeiten, als es das Domino noch gab?
Der Zugereiste oder aussernordfriesische Leser dieses Blogs mag sich fragen, was denn das Domino ist.
Um es in einfachen Worten zu erklären – was an sich nicht geht – war das Domino eine berühmt berüchtigte Dorfdisco in einem Ort nahe meiner Heimatstadt.
Den Titel Dorfdisco hat das Domino an Freitagen und Samstagen auch wohl verdient. An Samstagen kam jeder dorthin, und an Freitagen tanzten aufgemotzte 14jährige mit Plateauschuhen zu den neuen Hits des neuen Deutschen Dancefloors.
Also warum waren es herrliche Zeiten? Dorfdissen gibts doch überall, wo sich am Wochenende Minderjährige und Handballclubs treffen.

Nun, es gab ja auch den Donnerstag. Der Donnerstag war der Tag für die Subkulturen. Und zwar nicht jede Woche im Monat für eine andere, sondern immer jeden Donnerstag für alle. Eine einzigartige Mischung aus Grufties, Punks, Metallern und anderen Chaoten traf sich jeden Donnerstag friedlich zum abhotten.

Von 1994 bis 1998 war ich fast jeden Donnerstag da, dann ging ich weg um zu studieren, und war nur noch in den Semesterferien da. Als ich dann wieder kam, war das Domino nicht mehr was es war, aus Gründen die zu dämlich und kompliziert sind, als dass ich sie hier näher erläutern möchte.

Seit dieser Zeit gehe ich seltener in Discos. Und wenn ich gehe, findet sich nie diese eigenwillige Mischung, die ich langsam immer mehr vermisse.
Der beste Tipp war bisher das Komplex, immer Donnerstags in Flensburg, zum Thema Stromgitarre. Doch gibts da eigentlich hauptsächlich Metal. Zwar wird dort auch gerne Indypop gespielt, aber irgendwie fehlt was.

Letzten Freitag war ich dann, zum ersten Mal, im Ela. Wie jeden ersten Freitag im Monat war da auch dieses Mal Gothic das beherrschende Thema. Ein paar mal konnte ich tanzen, aber die meiste Zeit lief Musik, die ich eher grenzwertig finde.
Die Atmosphäre war allerdings ziemlich entspannt, und ein paar nette Leute habe ich da auch getroffen.
Aber irgendwie ist das nicht das gleiche.

Mal sehen, wenn ich mich dann irgendwann auch noch mal unter die Punks und anderen Chaoten gemischt habe, sage ich bescheid.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , , ,

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Mrz
05
2011
7

Für Vampire, und die, die es werden wollen…

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Das offizielle Magazin für Vampire und Werwölfe?
Erstens mal, dass es diese merkwürdige Vampir-Subkultur gibt, wusste ich ja schon, aber das gibt es jetzt auch für Werwölfe? Wie muss ich mir das vorstellen? Sind das besonders behaarte Menschen mit eingesetzten Raubtierzähnen und Tieraugenkontaktlinsen? Und wenn die Vampire immer besonders distinguiert tun, laufen die Werwölfe dann rum, und rufen „RAH-RAH-RAH!!!“, oder am Ende gar „WUFF“?
Und es gibt ein „offizielles“ Magazin? In wie fern offiziell? Vom Zentralrat der Vampire und dem Internationalen Werwolfbund genehmigt?

Irgendwie bezweifele ich, dass „offizielle Vampire“ auch nur irgendwas mit Twilight zu tun haben wollen würden, aber ich kann mich irren. True Blood schon eher.
Wäre ich ein Vampir, würde ich mir ja kein Vampirzeugs wie Twilight, True Blood, Vampire Diaries oder Edgar reinziehen, denn ich würde das Vampirleben ja schon leben, bzw. den Vampiruntot…. nichtleben. Äh…

Na ja, dann Schminktipps… Die müssen an die Vampire gerichtet sein, da kein Werwolf, der was auf sich hält, sich schminken würde. Vermutlich geht es darum, dass die Vampire hier lernen sich zu schminken, damit sie weniger wie Vampire aussehen, um besser Leute dazu zu bringen sie hereinzubitten…

…und Markus Heitz, was hat der mit der Sache zu tun, schreibt der nicht eher über Zwerge?
Das ist alles so faszinierend, das Dingen werde ich mir alleine aus Neugier wohl besorgen müssen. Hoffentlich darf man das auch kaufen, wenn man keinen von der internationalen Vampirgesellschaft ausgestellten und beglaubigten Vampirpass hat…

Update:
Mehr dazu hier und hier ist die offizielle Seite des Magazins, und hier ist es sogar als „offizielles Magazin für Vampire, Werwölfe und Dämonen“ beschrieben.

Okt
17
2010
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Die Geschichte der Vampire

Unter diesem Link in einem kleinen Video. Aber auf englisch. Verlinke ich aber trotzdem mal, weil hab‘ schon lange nichts mehr über Vampire geschrieben. In dem Video geht’s am Rande auch um Twilight, so bleibt es mir für den Moment erspart, mich damit auseinandersetzen zu müssen. 😉

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Jan
04
2010
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Merkwürdige Zeitschriften

In der Niebüller Bahnhofsbuchhandlung stehen 16 verschiedene Tätowiermagazine. 16 verschiedene? Braucht man die? Und vergleichen wir das mal: Da stehen gerade mal 5 verschiedene Musikmagazine und vielleicht 10 verschiedene Gamerzeitschriften. Warum sind ausgerechnet die Tatoo-Zeitschriften so zahlreich? *Grübel*

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Dez
12
2009
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Horrorfilme, Remakes und lesbische Lebensweise

Ich kam mit ein paar Freunden neulich wieder dazu einen Klassiker des Horrorfilm zu schauen. Es handelt sich um „The Haunting“, eine Adaption des Romans „The Haunting of Hill House“ in der Version von Ray Wise aus dem Jahre 1963. Auf Deutsch heißt der Film „Bis das Blut gefriert“.

Das wohl letzte Mal davor hatte ich den Film gesehen, als ich so 14 war, und damals fand ich ihn wirklich gruselig, trotz – oder gerade weil – er sehr sparsam mit visuellen Effekten umgeht. Ähnlich wie „Blairwitch Projekt“ – den man nun mögen kann, oder auch nicht – oder jüngst „Paranormal Activity“ legt auch „The Haunting“ ein größeres Gewicht auf die Glaubwürdigkeit der Charaktere, als auf möglichst grausame Darstellung von Monstren, Spuk oder Verstümmelung. Aus heutiger Sicht mag man den Film daher vielleicht als „zahmen Gruselfilm“ bezeichnen, lässt man sich jedoch auf die grimme Atmosphäre ein, hält er immer noch den einen oder anderen Schrecken für den Betrachter bereit.

Hier eine Kurzzusammenfassung des Plots, wer den Film lieber erst sehen will, der soll mal woanders hinlesen. SPOILERALARM!!!! …sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Irgendwo in Neuengland gibt es eine alte Villa namens „Hill House“. Im Laufe der Jahre sind dort zahlreiche Bewohner ums Leben gekommen, zuletzt die Tochter des Erbauers, die ihr ganzes Leben lang ihr Kinderzimmer nicht verlassen hat, und schließlich als greise Frau in ihrem Bett starb, weil ihre Zugehfrau sich statt aufzupassen auf dem Balkon lieber mit einem Mann vergnügt hat.
Die Zugehfrau erbt ungerechterweise den alten Kasten, und erhängt sich schließlich in der Bibliothek des Hauses. Seitdem heißt es, in dem Haus spuke es.
Ein Parapsychologe (Dr. Markway) will es dann irgendwann genau wissen, und mietet das Haus von der Besitzerin, um die Spukereignisse zu dokumentieren. Die Besitzerin warnt, dass das Haus nur Ärger mache, und schickt ihren dandyhaften Neffen Luke mit, um bei den Experimenten zu helfen.
Als Menschen, die schon mal übersinnliche Erfahrungen gemacht haben werden auch noch die telepathisch begabte Thea und die perspektivlose Eleanore eingeladen.
Alle werden sie von der Haushälterin begrüßt, die ein wenig an Frau Blücher aus Frankenstein Junior erinnert, und mehrmals darauf hinweist, dass sie nachts nicht im Haus ist, und keiner hört, wenn wer schreit. In der ersten Nacht hören Thea und Eleanor ein unheimliches gleichmäßiges Klopfen, dass durch das Haus zu wandern scheint. Zudem ist noch ein seltsames Schnüffeln zu hören.
Beide geraten in Panik, bis das Klopfen abrupt aufhört. Sie öffnen schließlich die Tür um nachzusehen, was los war, und treffen auf Luke und Dr. Markway, die sich im Garten herumgetrieben haben, um einen Hund zu suchen.
Immer mehr merkwürdige Ereignisse finden statt, so findet sich eine merkwürdige Schrift an der Wand, Eleanor hört es des Nachts wieder Klopfen und andere Geräusche, und verliert langsam den Verstand. Am Ende ist sie davon überzeugt, dass das Haus sie selbst will, und ist in geistig derart desolater Verfassung, dass sie das sogar gut findet.
Im ganzen Film finden sich nur wenige wirkliche Ereignisse, die sich nicht auf die Einbildung der schwachen Psyche von Eleanor zurückführen lassen. Einmal die Klopfgeräusche des nachts, die Thea immerhin das erste mal auch hört und später dann eine Tür, die sich nach innen biegt, als wäre sie aus Gummi, ein Ereignis, dass alle 4 sehen. Bis zu letzteren Ereignis könnte man auf die Idee kommen, in dem Haus spuke es garnicht. Auch der Bodycount ist hier für das Genre eher zurückhaltend: In der gesamten Haupthandlung stirbt nur ein Mensch.

1999 kam dann ein Remake, dass ebenfalls „The Haunting“ hieß, diesmal auf Deutsch „Das Geisterschloss“. Als erster Unterschied zum Original fällt auf, dass hier keineswegs mit Effekten und kreativen Todesfällen gespart wurde. Hier sieht man durchsichtige Geister alà Ghostbusters, dort wird Owen Wilson der Kopf abgesäbelt. Auch die Vorgeschichte des Hauses ist um ein gutes geschüttelt Maß spektakulärer als im Original. Wo 1963 der Erbauer des Hauses nur ein wenig exzentrisch war, hat er im Remake im überdimenionalen Kamin des Hauses Kinder verbrannt.
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich vom Remake – gelinde gesagt – enttäuscht war, wenn auch nicht überrascht.
Noch etwas, dass mir aufgefallen ist, als ich den Film dann irgendwann auf Video gesehen habe: Die hier von Cathrine Zeta Jones gespielte Thea scheint im Remake lesbisch zu sein. Das spielt im Rest des Filmes kaum eine Rolle, und gerade deshalb hat mich das ein wenig überrascht, … bis ich dann mal wieder das Original sah.

Damals ist es mir nie aufgefallen, denn im Grunde ist es recht subtil gemacht, aber Thea ist auch schon im Original scheinbar lesbisch, und zudem in Eleanor zumindest verknallt. In der ersten Nacht nutzt sie den Moment der Erleichterung nachdem das Geklopfe aufgehört hat, um Eleanor mitzuteilen, dass sie sich „nach Wärme“ sehnt, wenn sie mit solchen Schreckmomenten konfrontiert ist – während die beiden noch Arm in Arm zusammen im Bett liegen. Später reagiert sich mit einem belustigten „Nein!“ auf die Frage, ob sie verheiratet sei, als sei dies die dämlichste Frage, die man ihr überhaupt je gestellt habe, und den ganzen Film über wird sie nicht müde zu betonen, dass Dr. Markway kein Interesse an Eleanor hat, die bis über beide Ohren in ihn verknallt ist.
Außerdem scheint Theas Körpersprache und Verhalten stets und ständig darauf hinzudeuten, dass sie Eleanor aus vollen Rohren anbaggert.
Eleanor merkt zuerst nicht, dass Thea ein romantisches Interesse an ihr hat, und als sie es dann merkt, reagiert sie offen feindselig. Das gipfelt dann schließlich darin, dass sie Thea wutschnaubend vor die Füße wirft, dass sie „widernatürlich“ sei, was Thea zusehends sehr verletzt.

Nun kann man dies alles auch anders deuten. Das „widernatürlich“ könnte ebensogut auf Theas telepathische Begabung zurückzuführen sein, welche allerdings keine allzu große Rolle im Rest des Filmes spielt. All die anderen Anzeichen kann man leicht übersehen, doch ist es in alten Filmen üblich gewesen, Homosexualität nur sehr subtil darzustellen, weil eine von der Kirche aufgezwungene Selbstzensur die Thematisierung selbiger in Hollywoodfilmen strikt verboten hat. Allein die Zweideutigkeit genannter Szenen würde ich also eindeutig nennen, gerade auch wenn man sich das Resümee von Regisseur Robert Wise ansieht. Seine Filme sind gerne mal unter der Oberfläche gesellschaftskritisch, auch wenn sie oberflächlich als Horror- oder Science-Fiction-Filme daherspazieren. Zu nennen sei da nur „Der Tag an dem die Erde stillstand“, ein SF-Film, der im Grunde eine bitterböse Gesellschaftskritik ist, oder „House on Telegraph Hill“, ein Psychothriller, der fast nebenbei das Grauen des Holocaust aufgreift.
Schade, dass im Remake von „The Haunting“ so wenig Gesellschaftskritik übriggeblieben ist. Wieder ein Remake, dass um die tiefere Bedeutung erleichtert wurde, wie so viele von Filmen aus der Zeit.

Written by Heiko C. in: Filme,Gesellschaftliches,Gruseliges,Psychologisches | Schlagwörter: , ,
Dez
03
2009
5

Schweizer Basisdemokratie verbietet Minarettbau

In der Schweiz haben sie abgestimmt ob der Minarettbau verboten werden soll. 52% der Wahlberechtigten sind hingegangen, und haben ihre Stimme abgegeben. Davon wiederum 57% stimmten für das Verbot Minarette in der Schweiz zu bauen.

Bald auch in Deutschland? Minarettenverbot in Kneipen

Argumente, die man auch hierzulande gerne von Befürwortern eines solchen Verbotes oder anderen verwirrten Menschen hört, sind unter anderem folgende:

Argument 1: Der Islam ist voll böse. Wir haben ganz doll Angst, wenn da ein Minarett im Dorf lauern tut.

Meine Antwort: Der Islam ist nicht voll böse. Und selbst wenn er das wäre, und man dafür Anhaltspunkte hätte, was nutzt es da Minarette zu verbieten?

Argument 2: In der Schweiz wurde das Verbot von linken Feministinnen angestrengt, die damit gegen die Machoreligion Islam und deren phallusartigen Gebetstürmen protestieren wollen.

Meiine Antwort: Alle Moslems mal eben so als frauenfeindliche Machos abzutun ist genauso intolerant und unreflektiert, als wenn man sage, sie seien alle böse.
Und suuper Protest mal eben so die Gotteshäuser von andersgläubigen baurechtlich zu verstümmeln! Und so zielgerichtet! Sind die Minarette etwa Ursache für die Unterdrückung von Frauen im Islam?

Argument 3: Wenn linke Feministinnen sich sowas ausdenken, dann KANN das ja gar nicht rechts sein. (Hö’ma!)

Meine Antwort: Nur weil sich linke Feministinnen einen Weg ausdenken, wie sie durch das Minarettverbot den Islam symbolisch kastrieren können, ist das noch lange nicht links.
Im Gegenteil. Wenn man eine bestimmte – glücklicherweise veraltete und wenig zahlreiche – Sorte von linken Feministinnenschalten und walten ließe, würden die kastrieren was sie zu packen kriegen können. Manche von diesen angeblich „linksliberalen“ Feministinnen kann man getrost als faschistoid bezeichnen.

Argument 4: Religionen gehören allesamt verboten! Wenn’s nach mir ginge kann man auch gleich anfangen den Kölner Dom abzureißen.

Meine Antwort: Wenn man schon anfängt Religionen zu verbieten, dann darf man nicht mit Minderheitenreligionen beginnen. Hätte man statt den Minaretten den Bau von Synagogen verboten, hätte das jeder auch gleich eingesehen.

Argument 5: Wenn aba doch alle dafür gewesen sind, dann ist das doch wo demokratisch, und dann muss man des auch mach’n!

Meine Antwort: Nur weil alle (also in diesem Fall ein gutes Viertel) Schweizer der Meinung sind dass die Demokratie mal eben selbstverordnet von der Brücke springen soll, ist das noch lange keine gute Idee.

Argument 6: Die können doch auch ohne ihre Minarette Moscheen bauen!

Meine Antwort: Wenn es in der Türkei oder im Iran die Bauvorschrift gäbe, dass an christlichen Kirchen gut sichbar ein „Wer-hier-reingeht-ist-schwul!“-Schild hängen soll, dann kann man zwar immer noch ’ne Kirche bauen, Gängelei ist es trotzdem, und als solche auch ein Eingriff in die Religionsfreiheit.

Argument 7: Minarette locken hochrangige Islamisten an.

Meine Antwort: Sowas SAUDUMMES hab‘ ich noch nie gehört. Wenn das funktionieren würde, wüsste man dann doch wenigstens wo die hochrangigen Islamisten sich herumtreiben, oder?
Und kann man dann nicht auch eine Brotkrumenspur aus Minaretten legen, und die Islamisten somit in eine Falle locken?

Argument 8 (Nachgetragen): Immer wenn man nur die Wahrheit sagen tut, tun uns die/einige/wenige Linken als Reche beschimpfen!

Meine Antwort: Klar, das ist natürlich nur „die Wahrheit“, dass Islamisten sich von Minaretten angezogen fühlen wie Wespen von ’ner offenen Saftflasche. Und es ist bestimmt auch „die Wahrheit“, dass ein Minarettverbot auch nur IRGENDWAS bringen würde gegen den Islamischen Terror. Ohne Minarette kein Terror. Was ist das für eine Logik?
Interessant auch, dass in rechtskonservativem Beißreflex immer alle links sind, die an so einer Argumentationsweise was auszusetzen haben. „Immer nennen die uns Rechts, die blöden Linken!“ Merk‘ selbst, oder?

Und wer mir jetzt sagt: „Da mitdie Schweiz darfst du überhaupt gar nicht kritisieren, weil wir haben ja in Deutschland noch nichtmal Volksabstimmungen!“ der kann mich mal an die Füße fassen!
Was wir in Deutschland nämlich noch haben ist die Freiheit seine Meinung zu sagen, auch zu solchem Knelz.

Mai
20
2009
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Johannes Paul II. hat ja auch gerappt…

Argh! Was musste man sich in den letzten Tagen nicht für Schwachsinn anhören?! Painball-Verbot, Internetzensur, Umfrage-Angriff durch fundamentalreligiöse Lobbyorganisationen…

Und was muss ich heute lesen?
Benedikt XVI. ruft zur Missionierung des „digitalen Kontinents“ auf

Erst war das Netz ein Raum, dann wieder war es mit Printmedien vergleichbar und jetzt ist es plötzlich ein Kontinent… Was kommt als nächstes? Ich ahne schon zukünftige Kommentare wie „Das Internet wird keine chronische Krankheit bleiben!“ von irgendwelchen Hanseln aus der CDU. …oder aus der SPD. Frau Zypries weiß ja noch nicht mal was ein Browser ist. Ob sie wohl weiß mit welchem Betriebssystem ihr Computer läuft? Hm, na egal. Ich schweife ab.

In obig verlinktem Artikel jedenfalls, wird der Papst wie folgt zitiert:

Die neuen Techniken kommen dem Bedürfnis entgegen, miteinander in Kontakt zu treten; die Veränderungen seien bei den jungen Menschen der „digitalen Generation“ besonders deutlich, die „sich in einer digitalen Welt zu Hause fühlen“, während diese den Erwachsenen oft noch fremd erscheine.

Na ja. Im Falle, dass ich als „junger Mensch“ gelte, und mein Bruder auch… sowie mein 69 Jahre alter Vater…. stimmt das wohl irgendwie. Aber sich in „der digitalen Welt zu Hause fühlen“ ist nicht unbedingt eine Sache des Alters, eher eine des Interesses.

Na ja, dann redet der Papst darüber wie toll die neuen Medien sind, und äußert sich freundlich gegenüber sozialen Netzwerken, wenn ich das richtig verstehe.

Nun wird’s aber grenzwertig:

Wer für Produktion und Verbreitung von Inhalten in den neuen Medien verantwortlich sei, müsse „dem Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen verpflichtet“ sein.

Eines vorweg: Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen ist nie verkehrt. Aber ist nicht jeder der auch nur eine Homepage, einen Myspaceaccount oder sonst irgendwas im Netz hat, jemand der „für Produktion und Verbreitung von Inhalten“ verantwortlich ist? Ich meine, im Grunde genommen sind das alle, oder? Der Papst scheint nicht so richtig verstanden zu haben wie das Internet funktioniert. Jeder darf da veröffentlichen. Und die meisten tun es auch. Und selbst wenn man nur surft, sorgt man dank der wunderbaren Vorratsdatenspeicherung auch so für Inhalte, die sich dann die Provider und die freundlichen Herren von unseren verschiedenen Inlandsgeheimdiensten ansehen. Also jeder macht Inhalt.
Trotzdem ist die Forderung des Papstes nach Respekt vor Wert und Würde legitim.

Die jungen Katholiken ruft Benedikt XVI. auf, im Internet zu missionieren.

Nee, ne? AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH !!!!!

Da „die Verkündigung Christi in der Welt der neuen Technologien deren vertiefte Kenntnis für einen entsprechenden angemessenen Gebrauch“ voraussetze, komme diese Aufgabe für allen der „digitalen Generation“ zu: „Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses ‚digitalen Kontinents‘ zu. Seid bereit, euch mit Begeisterung die Verkündigung des Evangeliums bei euren Altergenossen zur Aufgabe zu machen!“

Okay. Erst einmal glaube ich, dass mir schlecht wird. Aber ich reagiere nun mal so auf Missionare. Und plötzlich wirken die Worte des Papstes auch nicht mehr wirklich so modern und nachvollziehbar, wie noch im ersten Absatz. Er scheint zu denken, das Internet wäre eine Art „unentdecktes Land“, dass es zu bändigen und dessen Eingeborene es zu missionieren gelte.
In Anbetracht dessen was die letzten paar Male passiert ist, als die katholische Kirche die Eingeborenen von neuen Kontinenten zu missionieren versucht hat, halte ich diese vom Papst gebrauchte Metapher für gruselig.

Mrz
20
2009
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Individuelle Betrachtungen

Okay, ich war gestern wieder in Schleswig im Ela, und da sind mir wieder mal so einige Sachen aufgefallen. Warum sich neue Subkulturen bilden, ist nicht weiter verwunderlich: Irgendwann wird jede Subkultur alt und deren Mitglieder auch. Jugendliche sind aber gerne originell und neu, und schon wird ein neuer „Club“ gegründet.
Dass sich diese neue Subkultur durch eine spezielle Art der „individuellen Kleidung“ abzugrenzen versucht ist auch klar. Warum allerdings, sieht diese Individualität nur aus, dass alle zum verwechseln ähnlich gekleidet sind? Es ist ja sogar noch schlimmer: Oft kann man Angehörige verschiedener Subkulturen nicht mehr auseinander halten.
Emos und Grufties zum Beispiel. Wo ist da der große Unterschied? Beide tragen vornehmlich schwarz, mögen geschminkt sein oder nicht, finden alles tote cool, und hören seltsame Musik. Auch frisurentechnisch gibts da Überschneidungen, wenn man mal von solchen absieht, die sich riesige Plastik-Fraggle-Frisuren aufsetzen.
Also warum sind das verschiedene Subkulturen, und warum können die einen die anderen nicht leiden? Vielleicht gerade weil sie sich so ähnlich sind.

Warum können Hip Hopper die Emos nicht leiden? Müssten die nicht eigentlich froh sein, dass sie dank der Emos jetzt nicht mehr die meistgehasste Subkultur sind? Aber vielleicht ist das grad der Punkt: Die heutigen Hip Hopper geben sich solche Mühe böse, ordinär und abstoßend zu sein, dass es ihnen wohl sauer aufstößt wenn die niedlichen kleinen hochtoupierten Monchichis plötzlich mehr gehasst werden.
Tja, das Leben ist halt manchmal ein wenig unfair.

Meine Prognose: In zwanzig Jahren laufen die ersten Jugendkulturen herum deren zwingendes optisches Merkmal eine gepuderte Rokoko-Perrücke sein wird. Ich freu mich schon drauf.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , ,
Jan
10
2009
15

Auf den Flughund gekommen…

Gna! Irgendwie sind Vampire auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wenn wir uns anschicken díe Geschichte der Filmvampire von Anfang an anzusehen, müssen wir eben diesen Anfang in Deutschland suchen. Und zwar bei Murnaus „Nosferatu“. Graf Orlock in diesem Film ist zugleich der erste Vampir auf der Leinwand und ebenso die große Ausnahme. Max Schreck spielt den Vampir dreckig, eklig und unglaublich hässlich. Der schon wenige Jahre später von Bela Lugosi gespielte Dracula wirkte schon ganz anders, und sollte für Jahre, im Grunde für den Rest des 20ten Jahrhunderts definieren wie ein Vampir zu sein hat: Elegant, hypnotisch, irgendwie unheimlich und anziehend und vor allen Dingen SAUBER, wenn auch manchmal ein wenig verstaubt.
In Blade beginnt dann der Schichtwechsel. Udo Kier spielt hier einen der Obervampire, und er entspricht noch ganz dem Klischee, welches im übrigen auch eher Bram Stokers Romanvorlage entspricht als beispielsweise Nosferatu. Kiers Protovampir steht in der Handlung ein junger Emporkömmling gegenüber, der von einem ebensolchen neuen Vampirbild zeugt. Während der klassische rumänische Blutsauger tagsüber schön zuhause bleibt, kleistert sich Deacon Frost einfach mit Sonnencreme zu, und geht in den Stadtpark um Vampirjäger zu bedrohen.
Konkurrenz in der Vampirgesellschaft wird wie bei der Mafia entsorgt, und Frosty Neuvampir schwingt sich zum Oberherrscher über die hämophilen Sülznasen auf. Der Mensch soll wieder mal versklavt werden. Dass die Zukunftsvisionen blonder Schnulliboyvampire irgendwie rein demografisch zu Problemen führen müssen, darauf will ich jetzt nicht eingehen,
Gehen wir lieber zum nächsten Film: 30 Tage Dunkelheit. (Oder 30 Tage Nacht, ich bin mir nicht ganz sicher)
Der Plot: In einem verträumten Weiler in Alaska, der einen Monat lang Polarnacht hat, und außerdem noch – praktischerweise – in dieser Zeit keinen Kontakt zum Rest der Welt hat, planen Vampire die Fresstour ihres Lebens. … oder ihres Untotseins. Wie auch immer.
Der Plot hört sich an, als könnte man daraus einen ganz passablen Film klöppeln, aber nein, das wäre ja zu viel verlangt. Der Film kommt im Endeffekt eher daher wie Pitch Black für Arme, wo doch Pitch Black schon Alien für Arme war.
Wo soll ich bei diesem Machwerk anfangen? Die Vampire sind alles was man sich so vorstellt… …wenn man an Ghoule oder Zombies denkt, aber eben nicht, wenn man an Vampire denkt.
Die Vampire sind abstoßend hässlich, ungepflegt, haben schreckliche Tischmanieren und reden irgendeine seltsame Kunstsprache, die sich mal anhört, als hätte man einer Katze auf den Schwanz getreten, mal wie eine verstopfte Espressomaschine kurz vor der Explosion. Und das tollste: Der Obervampir sagt „Brachkl sslak MIAOU passhakki vra utz nöchkachkocko!“ und in den Untertiteln dazu steht dann „Hallo!“
Normalerweise soll der Vampir doch anziehend wirken, und geradezu hypnotische Wirkung auf das andere Geschlecht haben. Ja regelrecht rollig sind sie alle noch bei Bram Stoker. Hier sehen sie jedoch alle eher aus wie MAx Schrecks Nosferatu, bloss dass der eine Tonne mehr Klasse hatte.
Ausserdem hatte Nosferatu bessere Tischmanieren. Erinnert ihr euch noch an die Szene, wo Hutter sich geschnitten hat, und Graf Orlock den Anblick dieser PAAR TROPFEN Blut nicht ertragen konnte, und sich gleich auf sie gestürzt hat?
Nun die Vampire in dem Alaskafilm sind da weniger abhängig. Wenn die sich auf ein Opfer stürzen, dann spritzt literweise Blut in alle Richtungen. Ich hab ja nichts gegen Splatter, aber bei Vampiren? Also ich kannte das bisher so, dass kein verdammter Tropfen Warmblüterblut daneben geht. Also wenn ihr schon einen Film über lichtempfindliche Ghoule macht, dann nennt sie auch so. Vampire sind das mit der Art zu essen jedenfalls nicht.
Und was ist jetzt die vorläufige Krönung des Vampirfilms im neuen Jahrtausend?
Twilight.
Twilight, oh Twilight… Wo soll ich bloss anfangen. Vielleicht erst die positiven Aspekte.
Die Vampire in Twilighht sehen allesamt aus, wie man es von Vampiren erwartet. Sie sind sauber, elegant, irgendwie unheimlich, und so weiter. Wenn die Vampire sich mit „übermenschlicher Schnelligkeit“ bewegen, sehen sie aus wie vorgespult. Das kommt mir fast wie eine respektvolle Verneigung vor „Nosferatu“ vor, denn auch Graf Orlock bewegt sich manchmal wie vorgespult. Als der Vampir – wie hieß er noch…. ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht Rüdiger war… hm…
Als der Vampir – ich nenn ihn mal „Milchschnitte“ -, als Milchschnitte also seinem weiblichen Loveinterest erklärt, warum sie ihn toll findet, dass war auch noch sehr archetypisch vampirisch. Der Expresshuckepackritt auf den Berg aber schon nicht mehr. Und was dann kam schon gar nicht, aber ich greife vor.
Die „Familie“ von Milchschnitte besteht nicht nur aus Vampiren, sondern auch noch aus „Vegetarischen Vampiren“. Ja, auch ich musste an Graf Duckula und seinen Brocollikonsum denken, hier ist aber mit „vegetarisch“ gemeint, dass sich Milchschnittes Familie nur von Tierblut ernährt. Ganz ähnlich wie in „Interview mit einem Vampir“. Weil das so ist, können sie relativ unbemerkt in einem Dorf voller Menschen leben. Auch am Tag gehen sie raus, weil es in der Gegend immer bewölkt ist, und sie so kein Sonnenlicht abbekommen. ?!? Muss man nicht nachvollziehen können, ist halt so. Wenn die Vampire doch direktes Sonnenlicht abbekommen, dann passiert etwas ganz grausames: DANN GLITZERN SIE!
Muss ich das weiter kommentieren? Ich denke nicht. Vegetarische Glitzervampire.
Was denken Vampire eigentlich über Sex mit Menschen? Diskutieren die das so wie wir Sex mit Tieren diskutieren? Der Film ist echt seltsam. Im Grunde genommen ist es eine Mischung aus „Interview mit einem Vampir“, „der kleine Vampir“ und einem beliebigen Highschool-Drama. Für einen Vampirfilm taugt er nicht viel. Als Setting eines Kinderfilmes ginge das Setting hier durch, dazu ist der Film aber zu blutig. Na, er schien ja trotzdem erfolgreich zu sein.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Filme,Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Dez
30
2008
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Ein Donnerstag am Freitag

Besagten 26.12 dieses Jahres war dann tatsächlich Domino-Gedächtnis-Abend im Sharkys.
Ich fands nicht so toll. Die Umbauten seit dem die Disco den Namen gewechselt hat waren haarsträubend, und die Musik war gewöhnungsbedürftig. DJ Hermann hat zwar gute Musik gespielt, doch hatte er zwei NebenDJs, die die ganze Zeit mit ihrer Auflegerei dominierten. Und die mochten scheinbar DISCO!!! Ich weiß nicht, aber eine Stunde DISCO ist genug, ich brauche weiß Gott nicht vier. Schon gar nicht, wenn ich mich auf einen Indie Abend gefreut habe.
Naja, wenigstens konnte ich Herrmann fragen von wem dieses Elvis Cover ist, das er damals immer gespielt hat. Es ist von „the Residents“. Die Scheibe kauf ich mir!
Subkulturen waren allerdings da. Dummerweise gesammte Subkulturen aus 20 Jahren Domino, daher war es etwas voller…

Written by Heiko C. in: Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , , ,
Nov
06
2008
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Subkulturentango

Tja, was waren es nicht herrliche Zeiten, als es das Domino noch gab?
Der Zugereiste oder aussernordfriesische Leser dieses Blogs mag sich fragen, was denn das Domino ist.
Um es in einfachen Worten zu erklären – was an sich nicht geht – war das Domino eine berühmt berüchtigte Dorfdisco in einem Ort nahe meiner Heimatstadt.
Den Titel Dorfdisco hat das Domino an Freitagen und Samstagen auch wohl verdient. An Samstagen kam jeder dorthin, und an Freitagen tanzten aufgemotzte 14jährige mit Plateauschuhen zu den neuen Hits des neuen Deutschen Dancefloors.
Also warum waren es herrliche Zeiten? Dorfdissen gibts doch überall, wo sich am Wochenende Minderjährige und Handballclubs treffen.

Nun, es gab ja auch den Donnerstag. Der Donnerstag war der Tag für die Subkulturen. Und zwar nicht jede Woche im Monat für eine andere, sondern immer jeden Donnerstag für alle. Eine einzigartige Mischung aus Grufties, Punks, Metallern und anderen Chaoten traf sich jeden Donnerstag friedlich zum abhotten.

Von 1994 bis 1998 war ich fast jeden Donnerstag da, dann ging ich weg um zu studieren, und war nur noch in den Semesterferien da. Als ich dann wieder kam, war das Domino nicht mehr was es war, aus Gründen die zu dämlich und kompliziert sind, als dass ich sie hier näher erläutern möchte.

Seit dieser Zeit gehe ich seltener in Discos. Und wenn ich gehe, findet sich nie diese eigenwillige Mischung, die ich langsam immer mehr vermisse.
Der beste Tipp war bisher das Komplex, immer Donnerstags in Flensburg, zum Thema Stromgitarre. Doch gibts da eigentlich hauptsächlich Metal. Zwar wird dort auch gerne Indypop gespielt, aber irgendwie fehlt was.

Letzten Freitag war ich dann, zum ersten Mal, im Ela. Wie jeden ersten Freitag im Monat war da auch dieses Mal Gothic das beherrschende Thema. Ein paar mal konnte ich tanzen, aber die meiste Zeit lief Musik, die ich eher grenzwertig finde.
Die Atmosphäre war allerdings ziemlich entspannt, und ein paar nette Leute habe ich da auch getroffen.
Aber irgendwie ist das nicht das gleiche.

Mal sehen, wenn ich mich dann irgendwann auch noch mal unter die Punks und anderen Chaoten gemischt habe, sage ich bescheid.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , , ,