Impactsuspect » Schwarz
Jul
11
2009
1

Flashmobs vor Gericht

Soll derjenige, der als erster zu einen Flashmob aufruft auch der sein, der für Schäden haftet? Das jedenfalls findet die Insel Sylt nur logisch.
In besagtem Fall sagt der Initiator aber, dass er gar kein Veranstalter sei. Man ist geneigt ihm recht zu geben, denn „Ich fahr nach Sylt, wer will kann ja auch kommen“, ist schwerlich eine Verantsaltung.


Ich Will Wieder An Die Nordsee by ~vrdesigner on deviantART

Wenn Tokio Bill Hotel zum Beispiel nach Hamburg fährt, und das eine Woche davor mit seinem gebuchten Hotel in der Bravo bekanntgibt, ist er dann auch dafür haftbar zu machen, wenn 10.000 wildgewordene Girlies mit Zahnspangen die Lobby des Hotels auseinandernehmen? Der wird sich bedanken, wenn er die Rechnung bekommt.
Wenn im Zuge der Tokio Bill Hotel Randale eine psychopathische Stalkerin einen anderen Fan umbringt, weil die von hinten wie Tokio Bill Hotel aussieht, ist dann auch Tokio Bill Hotel schuld und muss ins Gefängnis, weil er der „“Veranstalter“ ist? Ich glaube nicht. Nö, nö.

Ich finde bei den Flashmobs ist es das gleiche Prinzip. Wenn auch jemand zu ihm eingeladen hat, so stand doch die mutwillige Zerstörung von stadteigenem Sylteigentum nicht auf dem Plan, noch hat er dazu aufgerufen. Bezahlen muss immer der, der’s kaputt gemacht hat. Das es schwierig ist, die im Sylt-Fall alle noch zu finden und zuzuordnen, seh ich ja gerne ein, aber die Arbeit kann ich Sylt nun nicht auch noch abnehmen.

Ausserdem bin ich sowieso kein Anwalt, daher hat dieser Artikel nicht den Charakter einer Rechtsberatung, und kann eine solche auch nicht ersetzen. Ist halt nur meine Meinung, und das, was ich für gesunden Menschenverstand halte. Eben das hat aber oft weder mit Gesetzen noch Entscheidungen von Gerichten zu tun, also wenn der Austragungsort eines Flashmobs euch verklagt, dann geht zum Anwalt.

Nachtrag 16.7:  Scheinbar stehen die Leute schon Schlage… 40.000 Euro will man inzwischen vom Initiator. Unter anderem für’s Aufstellen von Dixiekos. Hat er die etwa bestellt? Irgendwie drängt sich mir der Verdacht auf, dass Sylt der Veranstalter sein könnte: Wer Klos aufstellt, sollte sich nicht wundern, wenn Gäste kommen.  Hat nicht auch irgendein offizieller von Sylt im Vorherein gesagt,  dass er „zuversichtlich sei gewappnet zu sein“ oder s0?

Na, ja bin gespannt was nun dabei rauskommt. Mehr dazu übrigens auf Sylt TV.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches | Schlagwörter: ,
Jun
17
2009
0

Eine Partnerbörse der besonderen Art.

Wenn ich mich aus Myspace auslogge, warum steht da dann: „Meet local Vampires!“ ?

Warum sollte ich Vampiren begegnen wollen? Oo
Vor allen Dingen: Ich wusste gar nicht, dass wir welche haben! Wo leben die denn bei uns? Im Kirchturm, der gerade renauviert wird? Oder auf einem der zwei Friedhöfe? Und was machen die hier, wo niemand spurlos verschwindet? Ernähren die sich von Kühen? Oder von Sylt-Urlaubern?

Fragen über Fragen.

Apr
18
2009
0

Little Emo

Neulich – eigentlich schon eine Weile her, aber der Blog war ja kaputt – bin ich in Niebüll aus dem Zug ausgestiegen, und mir kam eine Horde Kinder entgegen. Die waren so etwa 10 bis allerhöchstens 13 Jahre alt. Jungen wie Mädchen.
Allesamt – es werden vielleicht so 10 bis 15 gewesen sein – hatten die sehr seltsame Frisuren. Ihr wisst doch wie ein Mädchen mit langen Haaren aussieht, das eine Haarspange trägt, damit die Haare nicht immer ins Gesicht fallen? Gut. Dann stellt euch die Haarspange weg vor, wobei das Haar allerdings immer noch so sitzt, als ob sie noch drin wäre.
Irgendwie sahen die so aus, als hätten die ganze Paletten Haarspray im Haar, nur um den Effekt einer einzelnen Haarspange zu erzielen. …und zwar ohne Haarspange.
Okay. Mädchen eben. Ich glaube zwar wirklich, dass die damals in meiner Klasse nicht so viel Haarspray benutzt haben, aber vielleicht hat frau es damals nur besser verborgen. Also warum reg ich mich über sowas auf?
Weil die Jungs nicht besser waren: Alle hatten sie diese Emo-Helmfrisuren. Ihr wisst: Diese Frisuren, wie sie Models in den Sechzigern getragen haben.
Welcher 10 jährige Bub steht morgens vor der Schule ’ne Stunde vor dem Spiegel, und fönt sich die Haare so hin? Ist das nicht irgendwie… …total schwul? Oder zumindest metrosexuell? Wenn ich bedenke, wie lange ich mich als ich 10 war mit meinen Haaren beschäftigt habe – so ziemlich gar nicht – frag ich mich nicht, wie sich die Mode so verändern konnte, aber wie sich die Einstellung von Kindern zu Mode so verändern konnte.
Metrosexuelle Kinder? Ich mein‘, geht’s noch?? Was kommt als nächstes?

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges | Schlagwörter:
Apr
14
2009
3

Zwielichtige Vampire II

So, nachdem ich den zweiten Band der ultimativen Glitzervampirsaga auch durch habe, will ich nun versuchen, auch diesen zu rezensieren.

Erst mal: Das zweite Buch fand ich jetzt besser als das erste.

Zur Handlung:
Die Protagonistin (Bella) hat Geburtstag, und wird von einem der Vampire fast gebissen. Daraufhin verlassen die vegetarischen Vampire die Gegend. Bella ist tottraurig, und freundet sich deswegen mit einem Werwolf an.
Ein böser Vampir kommt, und will sie beißen. Die Werwölfe verhindern dies.
Dann kommt die eine von den Glitzervampiren zurück, weil die denkt, dass Bella tot ist. Durch eine fast ohnsorgtheatereske Verwechslung denkt Milchschnitte, dass Bella tot ist, und geht deswegen nach Italien, um sich umbringen zu lassen.
Bella reist hinterher, wird von Obervampiren gemustert, und alle dürfen wieder gehen. Dann streiten sich Milchschnitte und der Werwolf. Dann bekommt Bella Hausarrest, weil sie ein Motorrad hat.

Hm. Jetzt wo ich die Handlung zusammengefasst habe, klingt sie ein wenig wie Kraut und Rüben. Das Hörbuch zu hören war aber tatsächlich sehr viel spannender als beim ersten Teil. Vermutlich weil man bei Teil 2 ganz lange nicht sicher war, worauf es denn eigentlich hinauslaufen soll.
Wie schon im ersten Buch die interessanteste Enthüllung – Milchschnitte=Vampir – eigentlich keine war, weil das schon der Klappentext verraten hatte, ist in die spannenste Enthüllung des zweiten Buches ebenfalls ein Spoiler eingebaut: Wir wissen schon seit dem ersten Buch, dass die Reservats-Indianer potentielle Werwölfe sind, also ist dies kaum eine Überraschung.
Warum schreibt sich die Autorin all diese großartigen Enthüllungen kaputt? Das erste Buch wäre gar nicht mal so langweilig gewesen, hätte man nicht drei Mal enthüllt bekommen, dass Milchschnitte ein Vampir ist. Ebenso wäre das zweite Buch vielleicht richtig gut gewesen, wenn im ersten Buch nicht direkt von Werwölfen die Rede gewesen wäre, sondern davon dass „die Vampire unseren Stamm respektieren“ oder so. Wie kann man das vermasseln?

Nun, die Antwort ist eigentlich offensichtlich: Die Gute Susanne Meier hat das erste Buch geschrieben, und dabei nicht wirklich schon die Handlung des zweiten vor Augen gehabt.
Das zweite Buch muss komplett erst konzipiert worden sein, als das erste schon veröffentlicht war. Wenn etwas nämlich schon veröffentlicht ist, dann kann man nämlich nicht mehr dran rumdoktern. Gut, es sei denn, man heißt George Lucas.

Ich bin gespannt auf den dritten Teil. Auch wenn die Vampire glitzern.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Apr
13
2009
13

Zwielichtige Vampire I

Gut, nachdem die Mine als Reaktion auf meine Twilight-Filmkritik schrieb: „Das Buch ist aber viel besser!“, oder so, dachte ich, dass es doch eine journalistische Notwendigkeit wäre, wenn ich diese Aussage mal überprüfe.

Also lud ich mir das über 6 CDs dauernde Hörbuch auf meinen MP3-Player, und hörte es in den vergangenen drei Tagen so nebenbei.

Ich komme zu einem erstaunlichen Ergebnis: Der Film ist in vielerlei Hinsicht besser!
Zuerst einmal: Der Film ist wesentlich besser strukturiert, was den Handlungsaufbau angeht. Im Film erfährt die gute von einem Indianer, dass Milchschnittes Familie keine Menschen sind. Statt dessen seien sie „kalte Wesen„, die traditionell im Krieg mit den „wölfischen“ Indianern stehen.
Später dann zushause setzt sie sich an ihren Rechner, und googelt „kalte Wesen“ und „indianische Legenden“, und stößt darauf, dass „kalte Wesen“ scheinbar ein Synonym für „Vampire“ ist.
Sie findet hier also heraus, und das ganze wäre spannend gewesen, wenn man nicht von Anfang an gewusst hätte, dass es um Vampire geht.
Na ja, dann erst konfrontiert sie „Milchschnitte“ mit den Fakten, und er sagt: „Ja, stimmt schon.“ Auf die Frage, wie vielen Babys Milchschnitte schon den Kopf abgebissen hat, antwortet dieser: „Noin, wir sind doch vegetarische Vampire.“ Vegatarisch ist hier im Sinne von: „ernährt sich nur von Tierblut gemeint.“ Auch hier achte man auf den lehrbuchmäßigen Spannungsbogen.

Okay, wie ist es im Buch? Nun dort fragt sie den Indianer nach Milchschnittes Familie, und er sagt ihr sinngemäß: „Ach, das sind Vampire. Aber die trinken nur Tierblut, also keine Angst.“
Dann geht sie heim, und googelt, und liest was über Vampire, und sagt später lapidar zu Milchschnitte: „Ach was, ich hab keine Angst, ihr trinkt doch nur Tierblut, höhö.“
Wo ist da der Spannungsbogen? Vielleicht grad in Urlaub auf Mallorca, und lässt sich volllaufen.

Der Stil im Buch: Ständig finden sich Phrasen im Buch wie „Noch nie war Edward gefährlicher, …oder schöner.“ oder „Er war so unglaublich schön… und gefährlich!“ Man sollte meinen die Leserin hätte das nach den ersten 10 Gelegenheiten, zu denen solche Sätze zu lesen sind, begriffen, aber nein, sowas wird den ganzen Roman über wiederholt. Vielleicht fehlt mir aber tatsächlich das Östrogen, um sowas zu wertschätzen.
Im Film bleibt sowas jedoch ungesagt, was ich besser finde.

Dann die „böösen Vampire“, die nicht nur Tierblut trinken, wie waschechte Vegetarier, sondern auch, und hauptsächlich, Menschenblut.
Mal abgesehen davon, dass beiden männlichen dieser Vampire im Hörbuch schlimme ausländische Akzente verliehen wurden, tauchen diese erst gegen Schluss auf. Hallo Spannungsbogen, ich hoffe du hattest einen schönen Urlaub. Bitte komm bald wieder, wir vermissen dich!
Im Film hingegen, sind diese schon im ersten Drittel präsent, wenn auch in Szenen, in denen keiner der Hauptcharaktere auftaucht. Und nicht nur das: Sie killen sogar einen guten Freund des Vaters der Protagonistin. Solche Mittel helfen die Spannung zu halten. Im Buch scheint dies völlig zu fehlen – es sei denn das Hörbuch ist gekürzt.

Nun, der Punkt der mich am meisten am Film störte, und der beim Buch angeblich „besser gelöst“ sei: das Glitzern.
Im Film nimmt „Milchschnitte“ der 107jährige, untote Teenie unsere Protagonistin kurzerhand huckepack, und trägt sie auf einem Berg in Windeseile über die Wolkendecke. Dort, im prallen Sonnenlicht glitzert er.
Im Buch heißt es fast wörtlich: „Im grellen Sonnenlicht begann er zu glitzern!“ Später ist dann noch von einem „Funkeln“ die Rede, oder davon, dass es ausshe wie „tausend Diamanten“.
Ist das irgendwie besser? Ist das weniger schwul? Ich sehe irgendwie keinen großen Unterschied.

Das einzige was im Buch besser ist als im Film sind die Schauspieler. Das aber auch nur, weil man seine Idealbesetzung im Kopf hat.

Okay, demnächst hör ich mir den zweiten Teil an. Warum? Man kann nur so und so oft im Jahr „Professor Van Dusen“ hören.

Written by Heiko C. in: Bücher,Esoterisches,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Apr
13
2009
0

Dinge beim Namen nennen

„Political Correctnes“ mag ja ihre Berechtigung haben, aber warum sollte es verboten sein, Dinge beim Namen zu nennen? Hilft das tolerant zu sein?
Wenn ich „Schwule und Lesben“ statt dessen „Menschen gleichgeschlechtlicher Lebensweise“ nenne, was sage ich dann eigentlich? Im Prinzip sage ich, dass „Schwule und Lesben“ beleidigende Worte sind. Warum? Ich mein irgendwie muss man sie doch nennen, oder? Und beleidigend? Wo? Schließlich sag ich ja nicht „Fummeltrinen und Mannsweiber“.
Wohin solche falsch verstandene Pietät führen kann, zeigt uns unser großer Bruder, die USA: Statt dem beleidigenden Wort „Nigger“, welches zu so trauriger berühmtheit gelangte, dass es nur noch das „N-Wort“ ist, wurde zuerst „Negro“ verwendet. Da das so ähnlich klingt wie das „N-Wort“, verwendete man wenig später statt dessen den Ausdruck „Schwarze“. Wieso schwarz? Eigentlich sind die meisten bezeichneten ja doch eher braun, also ging man zu „Farbige“ über. Auch dass wurde irgendwann als beleidigend wahgenommen, so ist man dann schließlich bei „Afroamerikaner“ oder „Amerikaner afrikanischer (Erb)-herkunft“ angekommen. Mal abgesehen davon, dass „American of african heritage“ in meinen Ohren um einiges beleidigender klingt, als „Schwarzer“, denke ich, dass jede Bezeichnung der Schublade in die man einen bestimmten Menschenschlag steckt irgendwann automatisch für irgendwen beleidigend wirkt.
Wenn man einen Schwulen als „schwul“ bezeichnet, wird man in der Regel keine andere Reaktion als ein Achselzucken ernten. Er weiß ja, dass er schwul ist.
Vielleicht verwendet man im Amts- und Fernsehdeutsch aber auch nur die komplizierten Umschreibungen, damit niemandem auffällt, dass Schwule schwul sind?! Frei nach dem Motto: „Ach, das sind Prostituierte! Und ich hab gedacht, das sind Nutten…“
Geben wir dem „Problem“ einen anderen Namen, und es ver-scha-windet! Abrakadah! So geschehen zum Beispiel auch bei der Unterschicht. Wir haben eine Oberschicht, und (noch) eine Mittelschicht, aber wo ist die Unterschicht? Natürlich hat ein wohlhabendes Land wie Deutschland keine Unterschicht. Nur ein Präkariat. Wenn man alleine die Relation zu den anderen Schichten im Sprachgebrauch analysiert, fragt man sich, warum es nur zwei Schichten gibt, und eine davon ist die Mittelschicht. Zwei Schichten gehen die Straße entlang. Sagt die eine zur anderen: „Nun lass mich auch mal in die Mitte!“ Oder wie?
Schon klar, keiner will an der Basis der Gesellschadtspyramide sein. Es ist aber heute schon wieder so, dass die meisten dort sind. Die Oberschicht, wie groß mag die schon sein? Und die Mittelschicht? Gibts die überhaupt noch? Früher gab’s die mal, dass weiß ich, weil ich da noch drin war.
Aber die Oberschicht und Mittelschicht weiterhin zu verwenden, und sich nichts dabei zu denken, und andererseits die Unterschicht bloß nicht zu nennen, ist trotzdem schizophren.
Das ist wie von „Mitteldeutschland“ zu sprechen, wenn man die neuen Bundesländer meint, obwohl man genau weiß, dass ein impliziertes „Ostdeutschland“ schon lange ein Teil Polens ist, und auch bleibt.
Wenn man also von allen in Ruhe gelassen werden will, braucht man bloss in Ostdeutschland im 13. Stockwerk eines Hotels arbeiten, und zur Unterschicht gehören.
Ob die Merkel wohl auch verschwindet, wenn man ihr einen anderen Namen gibt? Ich fürchte nicht, aber versuchen kann man es ja. Von jetzt ab nenn ich sie „Blücher“.

Wieher!

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Mrz
20
2009
0

Individuelle Betrachtungen

Okay, ich war gestern wieder in Schleswig im Ela, und da sind mir wieder mal so einige Sachen aufgefallen. Warum sich neue Subkulturen bilden, ist nicht weiter verwunderlich: Irgendwann wird jede Subkultur alt und deren Mitglieder auch. Jugendliche sind aber gerne originell und neu, und schon wird ein neuer „Club“ gegründet.
Dass sich diese neue Subkultur durch eine spezielle Art der „individuellen Kleidung“ abzugrenzen versucht ist auch klar. Warum allerdings, sieht diese Individualität nur aus, dass alle zum verwechseln ähnlich gekleidet sind? Es ist ja sogar noch schlimmer: Oft kann man Angehörige verschiedener Subkulturen nicht mehr auseinander halten.
Emos und Grufties zum Beispiel. Wo ist da der große Unterschied? Beide tragen vornehmlich schwarz, mögen geschminkt sein oder nicht, finden alles tote cool, und hören seltsame Musik. Auch frisurentechnisch gibts da Überschneidungen, wenn man mal von solchen absieht, die sich riesige Plastik-Fraggle-Frisuren aufsetzen.
Also warum sind das verschiedene Subkulturen, und warum können die einen die anderen nicht leiden? Vielleicht gerade weil sie sich so ähnlich sind.

Warum können Hip Hopper die Emos nicht leiden? Müssten die nicht eigentlich froh sein, dass sie dank der Emos jetzt nicht mehr die meistgehasste Subkultur sind? Aber vielleicht ist das grad der Punkt: Die heutigen Hip Hopper geben sich solche Mühe böse, ordinär und abstoßend zu sein, dass es ihnen wohl sauer aufstößt wenn die niedlichen kleinen hochtoupierten Monchichis plötzlich mehr gehasst werden.
Tja, das Leben ist halt manchmal ein wenig unfair.

Meine Prognose: In zwanzig Jahren laufen die ersten Jugendkulturen herum deren zwingendes optisches Merkmal eine gepuderte Rokoko-Perrücke sein wird. Ich freu mich schon drauf.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , ,
Feb
02
2009
0

Metal

Metal! Nickel! Iron!
Fire And Steel
Zinc! Uranium! Titanium!
Metal’s their will
Cuprum! Yttrium! Plutonium!
Silver And Gold
Cobaltum! Thorium! Strontium!

…Nanowar’s True Proud and Bold!
-(Nanowar 2005)

Endlich habe ich verstanden was Metal ist. Metal ist irgendwas zwischen Mittelalter und BDSM.

Kuckst du hier: Drück Mir!

EDIT:
Auf redheads Frage, wo die Emos sein könnten habe ich einen Antwortvorschlag:
Wo sind die Emos?

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Linguistisches,Psychologisches | Schlagwörter:
Jan
11
2009
1

Gottlos fluchen

OKay, nun bin ich also vom Agnostizismus zum Atheismus gekommen. Ich mein: Der Sohn Gottes und einer verheirateten (!) Jungfrau (!!) macht Wasser zu Wein, und kommt von den Toten wieder. Wenn ich ehrlich bin habe ich das noch nie wörtlich und auch schon länger nicht mehr im übertragenen Sinne geglaubt. [Nachtrag: Vor allen Dingen was soll das denn bedeuten, wenn’s im übertragenen Sinne ist? Ergibt das für irgendwen einen Sinn? Oder diese Sache mit der Dreifaltigkeit, was soll das?] Vielleicht, habe ich eine Zeitlang gedacht, gibt es ja sowas wie ein kollektives Bewusstsein, aius dem wir alle hervorgehen, und in dem wir auch alle wieder enden, wenn wir sterben. Ich glaube an sowas hin und wieder mal mehr und mal weniger.
Was hätte dieser Wischiwaschi-Pantheismus aber mit dem Christentum oder auch nur einem Glauben an einen herkömmlichen Gott zu tun? Eben: Nöchts.
Also was rede ich mir noch ein evangelisch zu sein? Ist doch eh alles nur ausgedacht, oder? Also werde auch ich dem Beispiel einiger anderer großer Denker (Muhaha!) folgen, und aus der Kirche austreten, auch wenn Pastoren nette Leute sind, und die Kirchen immer Leuten zu helfen versuchen.
Problem des neugewonnenen Atheismus: Wie zum Teufel soll ich fluchen? Seht ihr? Geht nicht, verdammt noch eins. Sowohl der Teufel als auch die Verdammnis selbst sind Konzepte die aus dem Christentum, oder zumindest doch aus der Religion hervorgehen. Ohne diese zu fluchen erscheint allerdings ziemlich schwer zu sein, oder zumindest ziemlich dämlich zu klingen.
Verbimst noch eins! Verflixt und zugenäht! Auch „Zum Henker!“ klingt nicht so recht in einem Land ohne Todesstrafe. Gut, wenn die EU-Verfassung irgendwann in Kraft tritt, haben wir wieder die Todesstrafe, vielleicht gehts dann besser, sollte ich dann noch im Gebiet der EU wohnen. Aber wie fluche ich in der Zwischenzeit? „Verdammte Axt!“, war bisher immer meine Leib- und Magenverwünschung. Aber das geht ja auch nicht mehr, und „Verflixte Axt!“ klingt irgendwie grenzdebil.
Die einzige Zuflucht beim Fluchen ohne Gott sehe ich in der Fäkalsprache. Sie als einzige hat genug Kraft mit der Religion mitzuziehen. „Scheiße! Scheißdreck!“, mag zwar ungehörig klingen, hat aber Kraft. Und das ist wichtig für Kraftausdrücke. Kennt jemand andere Kraftausdrücke ohne Gott? Vielleicht etwas wo man nicht unbedingt wie ein Droschkenkutscher aus der Kaiserzeit klingt?
Ich glaube sonst bleib ich so lange bei „Gna!“ Obwohl … wie schreibt Professor Wikipedia: „Gna gehört zu den Asen der nordischen Mythologie und ist Dienerin und Botschafterin der Göttin Frigg. Gna überbringt die Botschaften auf ihrem Pferd Hófvarpnir („Hufwerfer“), mit dem sie durch die Lüfte und übers Wasser reitet.“

…sollte es soweit kommen, dass ich auf die Frage nach der Konfession antworte „Ich bin zwar Atheist, aber ich brauche Gott zum Fluchen“ ???
Eine andere Frage ist die, was mit den ganzen Grufties ist. Sicher ist ein nicht unbeträchtlicher Anteil von denen atheistisch auch wenn überraschend viele Anhänger der Gothic Szene gläubige Christen sind. Aber betrachten wir uns nur den atheistischen Anteil. Warum die Kreuze und all das? Und die Pentagramme? Weils schön ist? Eine Aussage oder tiefere Bedeutung wird wohl kaum dahinter stecken, denn so wie „Himmelverflucht noch eins!“ ein Wort der Kraft ist, sind sowohl das Kreuz als auch das Pentagramm (und es ist egal wie rum) Symbole der Kraft. Und zwar Symbole der übernatürlichen Kraft. An das Kreuz wurde bekanntlich ein Herr Christus aus Nazareth genagelt, und das Pentagramm… Nun wo kommt das her? Ebenfalls aus der christlichen Symbolik? Oder aus dem Judentum?
Bei Wikipedia lesen wir:

Das natürliche Abbild des Pentagramms ist der fünfzackige Stern, im Kerngehäuse (engl. core), der sich beim (Quer-)Schnitt durch den Apfel offenbart. Es versinnbildlicht die griechische Göttin Kore, die im Herzen der Erdmutter (Demeter) ruht. Die jungfräulichen Göttinnen wurden u.a. in Anatolien als ‚Hebe‘ und in Assyrien als ‚Eveh‘ verehrt. Diese Namensähnlichkeit mit der biblischen ‚Eva‘ ist sicher nicht zufällig, zumal ‚Eveh‘ in Babylon als ‚göttliche Herrin Edens‘ verehrt wurde.

Scheints das Pentagramm ist älter als die semitischen Religionen, hat aber nichtsdestowenigertrotz etwas mit diversen Gottheiten zu tun. (Immer mal angenommen, dass die vielen Tausend Grufties in Deutschland nicht grade Werbung für frische Äpfel machen wollen.) Also warum, wenn ich schon Atheist bin, schmücke ich mich mit den Symbolen der Gläubigen?
Das ich das nicht weiß ist zum Fluchen. Ich weiß bloss nicht wie ich fluchen soll… Gna! Ach Mist!

Jan
10
2009
15

Auf den Flughund gekommen…

Gna! Irgendwie sind Vampire auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wenn wir uns anschicken díe Geschichte der Filmvampire von Anfang an anzusehen, müssen wir eben diesen Anfang in Deutschland suchen. Und zwar bei Murnaus „Nosferatu“. Graf Orlock in diesem Film ist zugleich der erste Vampir auf der Leinwand und ebenso die große Ausnahme. Max Schreck spielt den Vampir dreckig, eklig und unglaublich hässlich. Der schon wenige Jahre später von Bela Lugosi gespielte Dracula wirkte schon ganz anders, und sollte für Jahre, im Grunde für den Rest des 20ten Jahrhunderts definieren wie ein Vampir zu sein hat: Elegant, hypnotisch, irgendwie unheimlich und anziehend und vor allen Dingen SAUBER, wenn auch manchmal ein wenig verstaubt.
In Blade beginnt dann der Schichtwechsel. Udo Kier spielt hier einen der Obervampire, und er entspricht noch ganz dem Klischee, welches im übrigen auch eher Bram Stokers Romanvorlage entspricht als beispielsweise Nosferatu. Kiers Protovampir steht in der Handlung ein junger Emporkömmling gegenüber, der von einem ebensolchen neuen Vampirbild zeugt. Während der klassische rumänische Blutsauger tagsüber schön zuhause bleibt, kleistert sich Deacon Frost einfach mit Sonnencreme zu, und geht in den Stadtpark um Vampirjäger zu bedrohen.
Konkurrenz in der Vampirgesellschaft wird wie bei der Mafia entsorgt, und Frosty Neuvampir schwingt sich zum Oberherrscher über die hämophilen Sülznasen auf. Der Mensch soll wieder mal versklavt werden. Dass die Zukunftsvisionen blonder Schnulliboyvampire irgendwie rein demografisch zu Problemen führen müssen, darauf will ich jetzt nicht eingehen,
Gehen wir lieber zum nächsten Film: 30 Tage Dunkelheit. (Oder 30 Tage Nacht, ich bin mir nicht ganz sicher)
Der Plot: In einem verträumten Weiler in Alaska, der einen Monat lang Polarnacht hat, und außerdem noch – praktischerweise – in dieser Zeit keinen Kontakt zum Rest der Welt hat, planen Vampire die Fresstour ihres Lebens. … oder ihres Untotseins. Wie auch immer.
Der Plot hört sich an, als könnte man daraus einen ganz passablen Film klöppeln, aber nein, das wäre ja zu viel verlangt. Der Film kommt im Endeffekt eher daher wie Pitch Black für Arme, wo doch Pitch Black schon Alien für Arme war.
Wo soll ich bei diesem Machwerk anfangen? Die Vampire sind alles was man sich so vorstellt… …wenn man an Ghoule oder Zombies denkt, aber eben nicht, wenn man an Vampire denkt.
Die Vampire sind abstoßend hässlich, ungepflegt, haben schreckliche Tischmanieren und reden irgendeine seltsame Kunstsprache, die sich mal anhört, als hätte man einer Katze auf den Schwanz getreten, mal wie eine verstopfte Espressomaschine kurz vor der Explosion. Und das tollste: Der Obervampir sagt „Brachkl sslak MIAOU passhakki vra utz nöchkachkocko!“ und in den Untertiteln dazu steht dann „Hallo!“
Normalerweise soll der Vampir doch anziehend wirken, und geradezu hypnotische Wirkung auf das andere Geschlecht haben. Ja regelrecht rollig sind sie alle noch bei Bram Stoker. Hier sehen sie jedoch alle eher aus wie MAx Schrecks Nosferatu, bloss dass der eine Tonne mehr Klasse hatte.
Ausserdem hatte Nosferatu bessere Tischmanieren. Erinnert ihr euch noch an die Szene, wo Hutter sich geschnitten hat, und Graf Orlock den Anblick dieser PAAR TROPFEN Blut nicht ertragen konnte, und sich gleich auf sie gestürzt hat?
Nun die Vampire in dem Alaskafilm sind da weniger abhängig. Wenn die sich auf ein Opfer stürzen, dann spritzt literweise Blut in alle Richtungen. Ich hab ja nichts gegen Splatter, aber bei Vampiren? Also ich kannte das bisher so, dass kein verdammter Tropfen Warmblüterblut daneben geht. Also wenn ihr schon einen Film über lichtempfindliche Ghoule macht, dann nennt sie auch so. Vampire sind das mit der Art zu essen jedenfalls nicht.
Und was ist jetzt die vorläufige Krönung des Vampirfilms im neuen Jahrtausend?
Twilight.
Twilight, oh Twilight… Wo soll ich bloss anfangen. Vielleicht erst die positiven Aspekte.
Die Vampire in Twilighht sehen allesamt aus, wie man es von Vampiren erwartet. Sie sind sauber, elegant, irgendwie unheimlich, und so weiter. Wenn die Vampire sich mit „übermenschlicher Schnelligkeit“ bewegen, sehen sie aus wie vorgespult. Das kommt mir fast wie eine respektvolle Verneigung vor „Nosferatu“ vor, denn auch Graf Orlock bewegt sich manchmal wie vorgespult. Als der Vampir – wie hieß er noch…. ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht Rüdiger war… hm…
Als der Vampir – ich nenn ihn mal „Milchschnitte“ -, als Milchschnitte also seinem weiblichen Loveinterest erklärt, warum sie ihn toll findet, dass war auch noch sehr archetypisch vampirisch. Der Expresshuckepackritt auf den Berg aber schon nicht mehr. Und was dann kam schon gar nicht, aber ich greife vor.
Die „Familie“ von Milchschnitte besteht nicht nur aus Vampiren, sondern auch noch aus „Vegetarischen Vampiren“. Ja, auch ich musste an Graf Duckula und seinen Brocollikonsum denken, hier ist aber mit „vegetarisch“ gemeint, dass sich Milchschnittes Familie nur von Tierblut ernährt. Ganz ähnlich wie in „Interview mit einem Vampir“. Weil das so ist, können sie relativ unbemerkt in einem Dorf voller Menschen leben. Auch am Tag gehen sie raus, weil es in der Gegend immer bewölkt ist, und sie so kein Sonnenlicht abbekommen. ?!? Muss man nicht nachvollziehen können, ist halt so. Wenn die Vampire doch direktes Sonnenlicht abbekommen, dann passiert etwas ganz grausames: DANN GLITZERN SIE!
Muss ich das weiter kommentieren? Ich denke nicht. Vegetarische Glitzervampire.
Was denken Vampire eigentlich über Sex mit Menschen? Diskutieren die das so wie wir Sex mit Tieren diskutieren? Der Film ist echt seltsam. Im Grunde genommen ist es eine Mischung aus „Interview mit einem Vampir“, „der kleine Vampir“ und einem beliebigen Highschool-Drama. Für einen Vampirfilm taugt er nicht viel. Als Setting eines Kinderfilmes ginge das Setting hier durch, dazu ist der Film aber zu blutig. Na, er schien ja trotzdem erfolgreich zu sein.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Filme,Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,

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Jul
11
2009
1

Flashmobs vor Gericht

Soll derjenige, der als erster zu einen Flashmob aufruft auch der sein, der für Schäden haftet? Das jedenfalls findet die Insel Sylt nur logisch.
In besagtem Fall sagt der Initiator aber, dass er gar kein Veranstalter sei. Man ist geneigt ihm recht zu geben, denn „Ich fahr nach Sylt, wer will kann ja auch kommen“, ist schwerlich eine Verantsaltung.


Ich Will Wieder An Die Nordsee by ~vrdesigner on deviantART

Wenn Tokio Bill Hotel zum Beispiel nach Hamburg fährt, und das eine Woche davor mit seinem gebuchten Hotel in der Bravo bekanntgibt, ist er dann auch dafür haftbar zu machen, wenn 10.000 wildgewordene Girlies mit Zahnspangen die Lobby des Hotels auseinandernehmen? Der wird sich bedanken, wenn er die Rechnung bekommt.
Wenn im Zuge der Tokio Bill Hotel Randale eine psychopathische Stalkerin einen anderen Fan umbringt, weil die von hinten wie Tokio Bill Hotel aussieht, ist dann auch Tokio Bill Hotel schuld und muss ins Gefängnis, weil er der „“Veranstalter“ ist? Ich glaube nicht. Nö, nö.

Ich finde bei den Flashmobs ist es das gleiche Prinzip. Wenn auch jemand zu ihm eingeladen hat, so stand doch die mutwillige Zerstörung von stadteigenem Sylteigentum nicht auf dem Plan, noch hat er dazu aufgerufen. Bezahlen muss immer der, der’s kaputt gemacht hat. Das es schwierig ist, die im Sylt-Fall alle noch zu finden und zuzuordnen, seh ich ja gerne ein, aber die Arbeit kann ich Sylt nun nicht auch noch abnehmen.

Ausserdem bin ich sowieso kein Anwalt, daher hat dieser Artikel nicht den Charakter einer Rechtsberatung, und kann eine solche auch nicht ersetzen. Ist halt nur meine Meinung, und das, was ich für gesunden Menschenverstand halte. Eben das hat aber oft weder mit Gesetzen noch Entscheidungen von Gerichten zu tun, also wenn der Austragungsort eines Flashmobs euch verklagt, dann geht zum Anwalt.

Nachtrag 16.7:  Scheinbar stehen die Leute schon Schlage… 40.000 Euro will man inzwischen vom Initiator. Unter anderem für’s Aufstellen von Dixiekos. Hat er die etwa bestellt? Irgendwie drängt sich mir der Verdacht auf, dass Sylt der Veranstalter sein könnte: Wer Klos aufstellt, sollte sich nicht wundern, wenn Gäste kommen.  Hat nicht auch irgendein offizieller von Sylt im Vorherein gesagt,  dass er „zuversichtlich sei gewappnet zu sein“ oder s0?

Na, ja bin gespannt was nun dabei rauskommt. Mehr dazu übrigens auf Sylt TV.

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Jun
17
2009
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Eine Partnerbörse der besonderen Art.

Wenn ich mich aus Myspace auslogge, warum steht da dann: „Meet local Vampires!“ ?

Warum sollte ich Vampiren begegnen wollen? Oo
Vor allen Dingen: Ich wusste gar nicht, dass wir welche haben! Wo leben die denn bei uns? Im Kirchturm, der gerade renauviert wird? Oder auf einem der zwei Friedhöfe? Und was machen die hier, wo niemand spurlos verschwindet? Ernähren die sich von Kühen? Oder von Sylt-Urlaubern?

Fragen über Fragen.

Apr
18
2009
0

Little Emo

Neulich – eigentlich schon eine Weile her, aber der Blog war ja kaputt – bin ich in Niebüll aus dem Zug ausgestiegen, und mir kam eine Horde Kinder entgegen. Die waren so etwa 10 bis allerhöchstens 13 Jahre alt. Jungen wie Mädchen.
Allesamt – es werden vielleicht so 10 bis 15 gewesen sein – hatten die sehr seltsame Frisuren. Ihr wisst doch wie ein Mädchen mit langen Haaren aussieht, das eine Haarspange trägt, damit die Haare nicht immer ins Gesicht fallen? Gut. Dann stellt euch die Haarspange weg vor, wobei das Haar allerdings immer noch so sitzt, als ob sie noch drin wäre.
Irgendwie sahen die so aus, als hätten die ganze Paletten Haarspray im Haar, nur um den Effekt einer einzelnen Haarspange zu erzielen. …und zwar ohne Haarspange.
Okay. Mädchen eben. Ich glaube zwar wirklich, dass die damals in meiner Klasse nicht so viel Haarspray benutzt haben, aber vielleicht hat frau es damals nur besser verborgen. Also warum reg ich mich über sowas auf?
Weil die Jungs nicht besser waren: Alle hatten sie diese Emo-Helmfrisuren. Ihr wisst: Diese Frisuren, wie sie Models in den Sechzigern getragen haben.
Welcher 10 jährige Bub steht morgens vor der Schule ’ne Stunde vor dem Spiegel, und fönt sich die Haare so hin? Ist das nicht irgendwie… …total schwul? Oder zumindest metrosexuell? Wenn ich bedenke, wie lange ich mich als ich 10 war mit meinen Haaren beschäftigt habe – so ziemlich gar nicht – frag ich mich nicht, wie sich die Mode so verändern konnte, aber wie sich die Einstellung von Kindern zu Mode so verändern konnte.
Metrosexuelle Kinder? Ich mein‘, geht’s noch?? Was kommt als nächstes?

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges | Schlagwörter:
Apr
14
2009
3

Zwielichtige Vampire II

So, nachdem ich den zweiten Band der ultimativen Glitzervampirsaga auch durch habe, will ich nun versuchen, auch diesen zu rezensieren.

Erst mal: Das zweite Buch fand ich jetzt besser als das erste.

Zur Handlung:
Die Protagonistin (Bella) hat Geburtstag, und wird von einem der Vampire fast gebissen. Daraufhin verlassen die vegetarischen Vampire die Gegend. Bella ist tottraurig, und freundet sich deswegen mit einem Werwolf an.
Ein böser Vampir kommt, und will sie beißen. Die Werwölfe verhindern dies.
Dann kommt die eine von den Glitzervampiren zurück, weil die denkt, dass Bella tot ist. Durch eine fast ohnsorgtheatereske Verwechslung denkt Milchschnitte, dass Bella tot ist, und geht deswegen nach Italien, um sich umbringen zu lassen.
Bella reist hinterher, wird von Obervampiren gemustert, und alle dürfen wieder gehen. Dann streiten sich Milchschnitte und der Werwolf. Dann bekommt Bella Hausarrest, weil sie ein Motorrad hat.

Hm. Jetzt wo ich die Handlung zusammengefasst habe, klingt sie ein wenig wie Kraut und Rüben. Das Hörbuch zu hören war aber tatsächlich sehr viel spannender als beim ersten Teil. Vermutlich weil man bei Teil 2 ganz lange nicht sicher war, worauf es denn eigentlich hinauslaufen soll.
Wie schon im ersten Buch die interessanteste Enthüllung – Milchschnitte=Vampir – eigentlich keine war, weil das schon der Klappentext verraten hatte, ist in die spannenste Enthüllung des zweiten Buches ebenfalls ein Spoiler eingebaut: Wir wissen schon seit dem ersten Buch, dass die Reservats-Indianer potentielle Werwölfe sind, also ist dies kaum eine Überraschung.
Warum schreibt sich die Autorin all diese großartigen Enthüllungen kaputt? Das erste Buch wäre gar nicht mal so langweilig gewesen, hätte man nicht drei Mal enthüllt bekommen, dass Milchschnitte ein Vampir ist. Ebenso wäre das zweite Buch vielleicht richtig gut gewesen, wenn im ersten Buch nicht direkt von Werwölfen die Rede gewesen wäre, sondern davon dass „die Vampire unseren Stamm respektieren“ oder so. Wie kann man das vermasseln?

Nun, die Antwort ist eigentlich offensichtlich: Die Gute Susanne Meier hat das erste Buch geschrieben, und dabei nicht wirklich schon die Handlung des zweiten vor Augen gehabt.
Das zweite Buch muss komplett erst konzipiert worden sein, als das erste schon veröffentlicht war. Wenn etwas nämlich schon veröffentlicht ist, dann kann man nämlich nicht mehr dran rumdoktern. Gut, es sei denn, man heißt George Lucas.

Ich bin gespannt auf den dritten Teil. Auch wenn die Vampire glitzern.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Apr
13
2009
13

Zwielichtige Vampire I

Gut, nachdem die Mine als Reaktion auf meine Twilight-Filmkritik schrieb: „Das Buch ist aber viel besser!“, oder so, dachte ich, dass es doch eine journalistische Notwendigkeit wäre, wenn ich diese Aussage mal überprüfe.

Also lud ich mir das über 6 CDs dauernde Hörbuch auf meinen MP3-Player, und hörte es in den vergangenen drei Tagen so nebenbei.

Ich komme zu einem erstaunlichen Ergebnis: Der Film ist in vielerlei Hinsicht besser!
Zuerst einmal: Der Film ist wesentlich besser strukturiert, was den Handlungsaufbau angeht. Im Film erfährt die gute von einem Indianer, dass Milchschnittes Familie keine Menschen sind. Statt dessen seien sie „kalte Wesen„, die traditionell im Krieg mit den „wölfischen“ Indianern stehen.
Später dann zushause setzt sie sich an ihren Rechner, und googelt „kalte Wesen“ und „indianische Legenden“, und stößt darauf, dass „kalte Wesen“ scheinbar ein Synonym für „Vampire“ ist.
Sie findet hier also heraus, und das ganze wäre spannend gewesen, wenn man nicht von Anfang an gewusst hätte, dass es um Vampire geht.
Na ja, dann erst konfrontiert sie „Milchschnitte“ mit den Fakten, und er sagt: „Ja, stimmt schon.“ Auf die Frage, wie vielen Babys Milchschnitte schon den Kopf abgebissen hat, antwortet dieser: „Noin, wir sind doch vegetarische Vampire.“ Vegatarisch ist hier im Sinne von: „ernährt sich nur von Tierblut gemeint.“ Auch hier achte man auf den lehrbuchmäßigen Spannungsbogen.

Okay, wie ist es im Buch? Nun dort fragt sie den Indianer nach Milchschnittes Familie, und er sagt ihr sinngemäß: „Ach, das sind Vampire. Aber die trinken nur Tierblut, also keine Angst.“
Dann geht sie heim, und googelt, und liest was über Vampire, und sagt später lapidar zu Milchschnitte: „Ach was, ich hab keine Angst, ihr trinkt doch nur Tierblut, höhö.“
Wo ist da der Spannungsbogen? Vielleicht grad in Urlaub auf Mallorca, und lässt sich volllaufen.

Der Stil im Buch: Ständig finden sich Phrasen im Buch wie „Noch nie war Edward gefährlicher, …oder schöner.“ oder „Er war so unglaublich schön… und gefährlich!“ Man sollte meinen die Leserin hätte das nach den ersten 10 Gelegenheiten, zu denen solche Sätze zu lesen sind, begriffen, aber nein, sowas wird den ganzen Roman über wiederholt. Vielleicht fehlt mir aber tatsächlich das Östrogen, um sowas zu wertschätzen.
Im Film bleibt sowas jedoch ungesagt, was ich besser finde.

Dann die „böösen Vampire“, die nicht nur Tierblut trinken, wie waschechte Vegetarier, sondern auch, und hauptsächlich, Menschenblut.
Mal abgesehen davon, dass beiden männlichen dieser Vampire im Hörbuch schlimme ausländische Akzente verliehen wurden, tauchen diese erst gegen Schluss auf. Hallo Spannungsbogen, ich hoffe du hattest einen schönen Urlaub. Bitte komm bald wieder, wir vermissen dich!
Im Film hingegen, sind diese schon im ersten Drittel präsent, wenn auch in Szenen, in denen keiner der Hauptcharaktere auftaucht. Und nicht nur das: Sie killen sogar einen guten Freund des Vaters der Protagonistin. Solche Mittel helfen die Spannung zu halten. Im Buch scheint dies völlig zu fehlen – es sei denn das Hörbuch ist gekürzt.

Nun, der Punkt der mich am meisten am Film störte, und der beim Buch angeblich „besser gelöst“ sei: das Glitzern.
Im Film nimmt „Milchschnitte“ der 107jährige, untote Teenie unsere Protagonistin kurzerhand huckepack, und trägt sie auf einem Berg in Windeseile über die Wolkendecke. Dort, im prallen Sonnenlicht glitzert er.
Im Buch heißt es fast wörtlich: „Im grellen Sonnenlicht begann er zu glitzern!“ Später ist dann noch von einem „Funkeln“ die Rede, oder davon, dass es ausshe wie „tausend Diamanten“.
Ist das irgendwie besser? Ist das weniger schwul? Ich sehe irgendwie keinen großen Unterschied.

Das einzige was im Buch besser ist als im Film sind die Schauspieler. Das aber auch nur, weil man seine Idealbesetzung im Kopf hat.

Okay, demnächst hör ich mir den zweiten Teil an. Warum? Man kann nur so und so oft im Jahr „Professor Van Dusen“ hören.

Written by Heiko C. in: Bücher,Esoterisches,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Apr
13
2009
0

Dinge beim Namen nennen

„Political Correctnes“ mag ja ihre Berechtigung haben, aber warum sollte es verboten sein, Dinge beim Namen zu nennen? Hilft das tolerant zu sein?
Wenn ich „Schwule und Lesben“ statt dessen „Menschen gleichgeschlechtlicher Lebensweise“ nenne, was sage ich dann eigentlich? Im Prinzip sage ich, dass „Schwule und Lesben“ beleidigende Worte sind. Warum? Ich mein irgendwie muss man sie doch nennen, oder? Und beleidigend? Wo? Schließlich sag ich ja nicht „Fummeltrinen und Mannsweiber“.
Wohin solche falsch verstandene Pietät führen kann, zeigt uns unser großer Bruder, die USA: Statt dem beleidigenden Wort „Nigger“, welches zu so trauriger berühmtheit gelangte, dass es nur noch das „N-Wort“ ist, wurde zuerst „Negro“ verwendet. Da das so ähnlich klingt wie das „N-Wort“, verwendete man wenig später statt dessen den Ausdruck „Schwarze“. Wieso schwarz? Eigentlich sind die meisten bezeichneten ja doch eher braun, also ging man zu „Farbige“ über. Auch dass wurde irgendwann als beleidigend wahgenommen, so ist man dann schließlich bei „Afroamerikaner“ oder „Amerikaner afrikanischer (Erb)-herkunft“ angekommen. Mal abgesehen davon, dass „American of african heritage“ in meinen Ohren um einiges beleidigender klingt, als „Schwarzer“, denke ich, dass jede Bezeichnung der Schublade in die man einen bestimmten Menschenschlag steckt irgendwann automatisch für irgendwen beleidigend wirkt.
Wenn man einen Schwulen als „schwul“ bezeichnet, wird man in der Regel keine andere Reaktion als ein Achselzucken ernten. Er weiß ja, dass er schwul ist.
Vielleicht verwendet man im Amts- und Fernsehdeutsch aber auch nur die komplizierten Umschreibungen, damit niemandem auffällt, dass Schwule schwul sind?! Frei nach dem Motto: „Ach, das sind Prostituierte! Und ich hab gedacht, das sind Nutten…“
Geben wir dem „Problem“ einen anderen Namen, und es ver-scha-windet! Abrakadah! So geschehen zum Beispiel auch bei der Unterschicht. Wir haben eine Oberschicht, und (noch) eine Mittelschicht, aber wo ist die Unterschicht? Natürlich hat ein wohlhabendes Land wie Deutschland keine Unterschicht. Nur ein Präkariat. Wenn man alleine die Relation zu den anderen Schichten im Sprachgebrauch analysiert, fragt man sich, warum es nur zwei Schichten gibt, und eine davon ist die Mittelschicht. Zwei Schichten gehen die Straße entlang. Sagt die eine zur anderen: „Nun lass mich auch mal in die Mitte!“ Oder wie?
Schon klar, keiner will an der Basis der Gesellschadtspyramide sein. Es ist aber heute schon wieder so, dass die meisten dort sind. Die Oberschicht, wie groß mag die schon sein? Und die Mittelschicht? Gibts die überhaupt noch? Früher gab’s die mal, dass weiß ich, weil ich da noch drin war.
Aber die Oberschicht und Mittelschicht weiterhin zu verwenden, und sich nichts dabei zu denken, und andererseits die Unterschicht bloß nicht zu nennen, ist trotzdem schizophren.
Das ist wie von „Mitteldeutschland“ zu sprechen, wenn man die neuen Bundesländer meint, obwohl man genau weiß, dass ein impliziertes „Ostdeutschland“ schon lange ein Teil Polens ist, und auch bleibt.
Wenn man also von allen in Ruhe gelassen werden will, braucht man bloss in Ostdeutschland im 13. Stockwerk eines Hotels arbeiten, und zur Unterschicht gehören.
Ob die Merkel wohl auch verschwindet, wenn man ihr einen anderen Namen gibt? Ich fürchte nicht, aber versuchen kann man es ja. Von jetzt ab nenn ich sie „Blücher“.

Wieher!

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Mrz
20
2009
0

Individuelle Betrachtungen

Okay, ich war gestern wieder in Schleswig im Ela, und da sind mir wieder mal so einige Sachen aufgefallen. Warum sich neue Subkulturen bilden, ist nicht weiter verwunderlich: Irgendwann wird jede Subkultur alt und deren Mitglieder auch. Jugendliche sind aber gerne originell und neu, und schon wird ein neuer „Club“ gegründet.
Dass sich diese neue Subkultur durch eine spezielle Art der „individuellen Kleidung“ abzugrenzen versucht ist auch klar. Warum allerdings, sieht diese Individualität nur aus, dass alle zum verwechseln ähnlich gekleidet sind? Es ist ja sogar noch schlimmer: Oft kann man Angehörige verschiedener Subkulturen nicht mehr auseinander halten.
Emos und Grufties zum Beispiel. Wo ist da der große Unterschied? Beide tragen vornehmlich schwarz, mögen geschminkt sein oder nicht, finden alles tote cool, und hören seltsame Musik. Auch frisurentechnisch gibts da Überschneidungen, wenn man mal von solchen absieht, die sich riesige Plastik-Fraggle-Frisuren aufsetzen.
Also warum sind das verschiedene Subkulturen, und warum können die einen die anderen nicht leiden? Vielleicht gerade weil sie sich so ähnlich sind.

Warum können Hip Hopper die Emos nicht leiden? Müssten die nicht eigentlich froh sein, dass sie dank der Emos jetzt nicht mehr die meistgehasste Subkultur sind? Aber vielleicht ist das grad der Punkt: Die heutigen Hip Hopper geben sich solche Mühe böse, ordinär und abstoßend zu sein, dass es ihnen wohl sauer aufstößt wenn die niedlichen kleinen hochtoupierten Monchichis plötzlich mehr gehasst werden.
Tja, das Leben ist halt manchmal ein wenig unfair.

Meine Prognose: In zwanzig Jahren laufen die ersten Jugendkulturen herum deren zwingendes optisches Merkmal eine gepuderte Rokoko-Perrücke sein wird. Ich freu mich schon drauf.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , ,
Feb
02
2009
0

Metal

Metal! Nickel! Iron!
Fire And Steel
Zinc! Uranium! Titanium!
Metal’s their will
Cuprum! Yttrium! Plutonium!
Silver And Gold
Cobaltum! Thorium! Strontium!

…Nanowar’s True Proud and Bold!
-(Nanowar 2005)

Endlich habe ich verstanden was Metal ist. Metal ist irgendwas zwischen Mittelalter und BDSM.

Kuckst du hier: Drück Mir!

EDIT:
Auf redheads Frage, wo die Emos sein könnten habe ich einen Antwortvorschlag:
Wo sind die Emos?

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Linguistisches,Psychologisches | Schlagwörter:
Jan
11
2009
1

Gottlos fluchen

OKay, nun bin ich also vom Agnostizismus zum Atheismus gekommen. Ich mein: Der Sohn Gottes und einer verheirateten (!) Jungfrau (!!) macht Wasser zu Wein, und kommt von den Toten wieder. Wenn ich ehrlich bin habe ich das noch nie wörtlich und auch schon länger nicht mehr im übertragenen Sinne geglaubt. [Nachtrag: Vor allen Dingen was soll das denn bedeuten, wenn’s im übertragenen Sinne ist? Ergibt das für irgendwen einen Sinn? Oder diese Sache mit der Dreifaltigkeit, was soll das?] Vielleicht, habe ich eine Zeitlang gedacht, gibt es ja sowas wie ein kollektives Bewusstsein, aius dem wir alle hervorgehen, und in dem wir auch alle wieder enden, wenn wir sterben. Ich glaube an sowas hin und wieder mal mehr und mal weniger.
Was hätte dieser Wischiwaschi-Pantheismus aber mit dem Christentum oder auch nur einem Glauben an einen herkömmlichen Gott zu tun? Eben: Nöchts.
Also was rede ich mir noch ein evangelisch zu sein? Ist doch eh alles nur ausgedacht, oder? Also werde auch ich dem Beispiel einiger anderer großer Denker (Muhaha!) folgen, und aus der Kirche austreten, auch wenn Pastoren nette Leute sind, und die Kirchen immer Leuten zu helfen versuchen.
Problem des neugewonnenen Atheismus: Wie zum Teufel soll ich fluchen? Seht ihr? Geht nicht, verdammt noch eins. Sowohl der Teufel als auch die Verdammnis selbst sind Konzepte die aus dem Christentum, oder zumindest doch aus der Religion hervorgehen. Ohne diese zu fluchen erscheint allerdings ziemlich schwer zu sein, oder zumindest ziemlich dämlich zu klingen.
Verbimst noch eins! Verflixt und zugenäht! Auch „Zum Henker!“ klingt nicht so recht in einem Land ohne Todesstrafe. Gut, wenn die EU-Verfassung irgendwann in Kraft tritt, haben wir wieder die Todesstrafe, vielleicht gehts dann besser, sollte ich dann noch im Gebiet der EU wohnen. Aber wie fluche ich in der Zwischenzeit? „Verdammte Axt!“, war bisher immer meine Leib- und Magenverwünschung. Aber das geht ja auch nicht mehr, und „Verflixte Axt!“ klingt irgendwie grenzdebil.
Die einzige Zuflucht beim Fluchen ohne Gott sehe ich in der Fäkalsprache. Sie als einzige hat genug Kraft mit der Religion mitzuziehen. „Scheiße! Scheißdreck!“, mag zwar ungehörig klingen, hat aber Kraft. Und das ist wichtig für Kraftausdrücke. Kennt jemand andere Kraftausdrücke ohne Gott? Vielleicht etwas wo man nicht unbedingt wie ein Droschkenkutscher aus der Kaiserzeit klingt?
Ich glaube sonst bleib ich so lange bei „Gna!“ Obwohl … wie schreibt Professor Wikipedia: „Gna gehört zu den Asen der nordischen Mythologie und ist Dienerin und Botschafterin der Göttin Frigg. Gna überbringt die Botschaften auf ihrem Pferd Hófvarpnir („Hufwerfer“), mit dem sie durch die Lüfte und übers Wasser reitet.“

…sollte es soweit kommen, dass ich auf die Frage nach der Konfession antworte „Ich bin zwar Atheist, aber ich brauche Gott zum Fluchen“ ???
Eine andere Frage ist die, was mit den ganzen Grufties ist. Sicher ist ein nicht unbeträchtlicher Anteil von denen atheistisch auch wenn überraschend viele Anhänger der Gothic Szene gläubige Christen sind. Aber betrachten wir uns nur den atheistischen Anteil. Warum die Kreuze und all das? Und die Pentagramme? Weils schön ist? Eine Aussage oder tiefere Bedeutung wird wohl kaum dahinter stecken, denn so wie „Himmelverflucht noch eins!“ ein Wort der Kraft ist, sind sowohl das Kreuz als auch das Pentagramm (und es ist egal wie rum) Symbole der Kraft. Und zwar Symbole der übernatürlichen Kraft. An das Kreuz wurde bekanntlich ein Herr Christus aus Nazareth genagelt, und das Pentagramm… Nun wo kommt das her? Ebenfalls aus der christlichen Symbolik? Oder aus dem Judentum?
Bei Wikipedia lesen wir:

Das natürliche Abbild des Pentagramms ist der fünfzackige Stern, im Kerngehäuse (engl. core), der sich beim (Quer-)Schnitt durch den Apfel offenbart. Es versinnbildlicht die griechische Göttin Kore, die im Herzen der Erdmutter (Demeter) ruht. Die jungfräulichen Göttinnen wurden u.a. in Anatolien als ‚Hebe‘ und in Assyrien als ‚Eveh‘ verehrt. Diese Namensähnlichkeit mit der biblischen ‚Eva‘ ist sicher nicht zufällig, zumal ‚Eveh‘ in Babylon als ‚göttliche Herrin Edens‘ verehrt wurde.

Scheints das Pentagramm ist älter als die semitischen Religionen, hat aber nichtsdestowenigertrotz etwas mit diversen Gottheiten zu tun. (Immer mal angenommen, dass die vielen Tausend Grufties in Deutschland nicht grade Werbung für frische Äpfel machen wollen.) Also warum, wenn ich schon Atheist bin, schmücke ich mich mit den Symbolen der Gläubigen?
Das ich das nicht weiß ist zum Fluchen. Ich weiß bloss nicht wie ich fluchen soll… Gna! Ach Mist!

Jan
10
2009
15

Auf den Flughund gekommen…

Gna! Irgendwie sind Vampire auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wenn wir uns anschicken díe Geschichte der Filmvampire von Anfang an anzusehen, müssen wir eben diesen Anfang in Deutschland suchen. Und zwar bei Murnaus „Nosferatu“. Graf Orlock in diesem Film ist zugleich der erste Vampir auf der Leinwand und ebenso die große Ausnahme. Max Schreck spielt den Vampir dreckig, eklig und unglaublich hässlich. Der schon wenige Jahre später von Bela Lugosi gespielte Dracula wirkte schon ganz anders, und sollte für Jahre, im Grunde für den Rest des 20ten Jahrhunderts definieren wie ein Vampir zu sein hat: Elegant, hypnotisch, irgendwie unheimlich und anziehend und vor allen Dingen SAUBER, wenn auch manchmal ein wenig verstaubt.
In Blade beginnt dann der Schichtwechsel. Udo Kier spielt hier einen der Obervampire, und er entspricht noch ganz dem Klischee, welches im übrigen auch eher Bram Stokers Romanvorlage entspricht als beispielsweise Nosferatu. Kiers Protovampir steht in der Handlung ein junger Emporkömmling gegenüber, der von einem ebensolchen neuen Vampirbild zeugt. Während der klassische rumänische Blutsauger tagsüber schön zuhause bleibt, kleistert sich Deacon Frost einfach mit Sonnencreme zu, und geht in den Stadtpark um Vampirjäger zu bedrohen.
Konkurrenz in der Vampirgesellschaft wird wie bei der Mafia entsorgt, und Frosty Neuvampir schwingt sich zum Oberherrscher über die hämophilen Sülznasen auf. Der Mensch soll wieder mal versklavt werden. Dass die Zukunftsvisionen blonder Schnulliboyvampire irgendwie rein demografisch zu Problemen führen müssen, darauf will ich jetzt nicht eingehen,
Gehen wir lieber zum nächsten Film: 30 Tage Dunkelheit. (Oder 30 Tage Nacht, ich bin mir nicht ganz sicher)
Der Plot: In einem verträumten Weiler in Alaska, der einen Monat lang Polarnacht hat, und außerdem noch – praktischerweise – in dieser Zeit keinen Kontakt zum Rest der Welt hat, planen Vampire die Fresstour ihres Lebens. … oder ihres Untotseins. Wie auch immer.
Der Plot hört sich an, als könnte man daraus einen ganz passablen Film klöppeln, aber nein, das wäre ja zu viel verlangt. Der Film kommt im Endeffekt eher daher wie Pitch Black für Arme, wo doch Pitch Black schon Alien für Arme war.
Wo soll ich bei diesem Machwerk anfangen? Die Vampire sind alles was man sich so vorstellt… …wenn man an Ghoule oder Zombies denkt, aber eben nicht, wenn man an Vampire denkt.
Die Vampire sind abstoßend hässlich, ungepflegt, haben schreckliche Tischmanieren und reden irgendeine seltsame Kunstsprache, die sich mal anhört, als hätte man einer Katze auf den Schwanz getreten, mal wie eine verstopfte Espressomaschine kurz vor der Explosion. Und das tollste: Der Obervampir sagt „Brachkl sslak MIAOU passhakki vra utz nöchkachkocko!“ und in den Untertiteln dazu steht dann „Hallo!“
Normalerweise soll der Vampir doch anziehend wirken, und geradezu hypnotische Wirkung auf das andere Geschlecht haben. Ja regelrecht rollig sind sie alle noch bei Bram Stoker. Hier sehen sie jedoch alle eher aus wie MAx Schrecks Nosferatu, bloss dass der eine Tonne mehr Klasse hatte.
Ausserdem hatte Nosferatu bessere Tischmanieren. Erinnert ihr euch noch an die Szene, wo Hutter sich geschnitten hat, und Graf Orlock den Anblick dieser PAAR TROPFEN Blut nicht ertragen konnte, und sich gleich auf sie gestürzt hat?
Nun die Vampire in dem Alaskafilm sind da weniger abhängig. Wenn die sich auf ein Opfer stürzen, dann spritzt literweise Blut in alle Richtungen. Ich hab ja nichts gegen Splatter, aber bei Vampiren? Also ich kannte das bisher so, dass kein verdammter Tropfen Warmblüterblut daneben geht. Also wenn ihr schon einen Film über lichtempfindliche Ghoule macht, dann nennt sie auch so. Vampire sind das mit der Art zu essen jedenfalls nicht.
Und was ist jetzt die vorläufige Krönung des Vampirfilms im neuen Jahrtausend?
Twilight.
Twilight, oh Twilight… Wo soll ich bloss anfangen. Vielleicht erst die positiven Aspekte.
Die Vampire in Twilighht sehen allesamt aus, wie man es von Vampiren erwartet. Sie sind sauber, elegant, irgendwie unheimlich, und so weiter. Wenn die Vampire sich mit „übermenschlicher Schnelligkeit“ bewegen, sehen sie aus wie vorgespult. Das kommt mir fast wie eine respektvolle Verneigung vor „Nosferatu“ vor, denn auch Graf Orlock bewegt sich manchmal wie vorgespult. Als der Vampir – wie hieß er noch…. ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht Rüdiger war… hm…
Als der Vampir – ich nenn ihn mal „Milchschnitte“ -, als Milchschnitte also seinem weiblichen Loveinterest erklärt, warum sie ihn toll findet, dass war auch noch sehr archetypisch vampirisch. Der Expresshuckepackritt auf den Berg aber schon nicht mehr. Und was dann kam schon gar nicht, aber ich greife vor.
Die „Familie“ von Milchschnitte besteht nicht nur aus Vampiren, sondern auch noch aus „Vegetarischen Vampiren“. Ja, auch ich musste an Graf Duckula und seinen Brocollikonsum denken, hier ist aber mit „vegetarisch“ gemeint, dass sich Milchschnittes Familie nur von Tierblut ernährt. Ganz ähnlich wie in „Interview mit einem Vampir“. Weil das so ist, können sie relativ unbemerkt in einem Dorf voller Menschen leben. Auch am Tag gehen sie raus, weil es in der Gegend immer bewölkt ist, und sie so kein Sonnenlicht abbekommen. ?!? Muss man nicht nachvollziehen können, ist halt so. Wenn die Vampire doch direktes Sonnenlicht abbekommen, dann passiert etwas ganz grausames: DANN GLITZERN SIE!
Muss ich das weiter kommentieren? Ich denke nicht. Vegetarische Glitzervampire.
Was denken Vampire eigentlich über Sex mit Menschen? Diskutieren die das so wie wir Sex mit Tieren diskutieren? Der Film ist echt seltsam. Im Grunde genommen ist es eine Mischung aus „Interview mit einem Vampir“, „der kleine Vampir“ und einem beliebigen Highschool-Drama. Für einen Vampirfilm taugt er nicht viel. Als Setting eines Kinderfilmes ginge das Setting hier durch, dazu ist der Film aber zu blutig. Na, er schien ja trotzdem erfolgreich zu sein.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Filme,Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,