Impactsuspect » Schilderwald
Dez
06
2012
--

Studentin aus Las Vegas heiratet Pappschablone von Edward Cullen

Das das Twilight-Fandom teilweise merkwürdige Blüten treibt, haben wir ja schon gesehen, allerdings wird es dann jetzt spätestens albern. Wie die Mail Online vermeldet, wird sich eine Studentin der Universität von Nevada im Januar das Ja-Wort geben. Und zwar mit einer lebensgroßen Pappschablone des bekannten Glitzervampirs aus Funk und Fernsehen.
Mit ausreichenden Englischkenntnissen könnt ihr die ganze Geschichte hier nachlesen.

Die 24jährige ist allerdings nicht komplett verrückt geworden, sondern führt die ganze Sache als ein Projekt für ihre Masterarbeit auf. Das beruhigt mich etwas, allerdings ist mir nicht so recht klar, was bei der Sache herauskommen soll.
Aber: Wenn’s der Wahrheitsfindung dient?

Nov
25
2010
--

Dörflicher Überwachungswahn II

Dass ich mir die Sache mit den Videokameras in meinem Dorf – über die ich hier berichtet habe – nicht ausgedacht habe, bestätigte am 23.11 nun auch das Mainstreammedium „SHZ“. Nachzulesen ist der Artikel noch hier. (Falls der schon weg ist, bitte ich das zu entschuldigen, SHZ löscht gerne mal ältere Artikel. Wahrscheinlich haben die nicht so viel Platz in ihrem Internet)

Nachzulesen ist dort, dass die tatsächlich schon zwei Jahre überwachen, dass es sich um ein Modellprojekt handelt, und dass Leck als Dorf im Norden einmalig mit dieser Kameraausstattung ist. Ursprünglich war die Überwachung nur für 6 Monate vorgesehen, weil „weiterhin Bedarf besteht“, hat man aber einfach mal damit weiter gemacht. Wie das halt so ist.

Initialer Grund der Überwachung ist wohl die steigende Anzahl an Gewaltdelikten. Scheinbar diskutiert man in Leck nicht mehr so gerne, sondern gibt dem anderen gleich auf die Nase. Ein Zustand, der mir auch noch nicht so recht aufgefallen ist.

Aug
03
2010
--

Redundante Redundanzschilder sind redundant

Ja, ich weiß, schon wieder ein Schild, ich würde ja auch viel lieber mal etwas anderes bloggen, so zur Abwechslung, aber ich blogge die Schilder, wie sie mir vor die Linse kommen.

Ein besonders schönes Beispiel kreativer Beschilderung (und Orthographie) findet sich bei uns im Ort an einem Altkleidercontainer auf dem Parkplatz eines Supermarktes.

Dem Kenner fällt an diesem improvisierten Schild sofort das Fehlen jeglicher Ausrufezeichen auf. Es stellt sich die Frage, ob dieses eine absichtliche Entscheidung des Schildschöpfers war, oder selbiger nur nicht darüber informiert war, dass es in der Welt der Schilder Ausrufezeichen gratis dazu gibt!!!
Aber das soll uns nicht weiter kümmern. Freuen wir uns einfach einmal, dass wir weder durch eine besonders auffällige Schriftart, noch durch eine Schwemme von Ausrufezeichen optisch angeschrien werden.

Zuerst weist uns das Schild in leicht kreativer Rechtschreibung darauf hin, dass „Unerlaubte Müllentsorgung“ zu „Unterlassen“ ist.
Hier handelt es sich um ein klassisches Verbot, das in Gebotsform gefasst ist. Statt die Entsorgung von Müll zu verbieten, wird einem hier befohlen es zu unterlassen dies zu tun.
Das Eigenschaftswort „Unerlaubt“ wirkt hier leicht überflüssig, denn es ist schwer vorstellbar, dass es in bestimmten Fällen eine Erlaubnis dafür gibt, Müll in einem Altkleidercontainer zu entsorgen.
Oder ist mit dem implizierten „erlaubten Müll“ etwa alte Kleidung gemeint?
Auch das scheint unwahrscheinlich, weisen solche Container doch generell (auf anderen Schildern) darauf hin, dass die eingeworfene Kleiderspende sauber und prinzipiell noch tragbar sein muss. Kleidung die als „Müll“ bezeichnet werden kann, ist dies in der Regel nicht, es sei denn, es handelt sich um die abgelegten Bühnenoutfits von MC Hammer.

Weiter weist uns das Schild darauf hin, dass „bei Missachtung“ des obigen Gebots der Unterlassung der unerlaubten Müllentsorgung, „dies strafrechtlich geahndet“ wird. Lassen wir uns einmal den angedrohten Sachverhalt auf der Zunge zergehen: Für das Unterlassen des Unterlassens der unerlaubten Entsorgung von Müll gibt es eine Ahndung. Und zwar strafrechtlich.
Eine „Ahndung“ ist eine Bestrafung. Ein nicht befolgen des Negativgebots führt also eine strafrechtliche Bestrafung nach sich.

Der Hinweis, dass die angedrohte „Ahndung“ strafrechtlich erfolgt, ist in so fern vielleicht noch sinnvoll, als dass auch nicht vom Strafrecht gedeckte öffentliche Auspeitschungen durch DRK-Mitglieder eine Ahndung darstellen würden.
Ist es jedoch notwendig, das Wort „strafrechtlich“ auch noch zu unterstreichen? Weißt der Unterstrich auf eine besondere Betonung hin, oder soll nur noch einmal hervorgehoben werden, dass eine strafrechtliche Ahndung im Falle einer Unterlassungsunterlassung möglich wäre?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter:
Aug
01
2010
--

Deutlich genervt klingende Schilder

…und dann gibt es noch die Schilder, die klingen, als würden sie ein und die selbe Botschaft schon seit Jahrzehnten verkünden – und wahrscheinlich tun sie es sogar – und dabei sogar eventuell aufkeimende Widerworte bearbeiten:

Zuerst brüllt einen das Schild mit Unterstützung eines Piktogramms an, man solle ja die Ausfahrt freihalten. Hier zeigt sich dem Betrachter schon, wie viel Kummer dieses Schild schon gewohnt ist.
Was mit Parksündern passiert wird in kleinerer Normalschrift eher genervt heruntergebetet, wie eine Floskel, die man täglich benutzt.
Die Bestätigung des Verbotes auch an Sonn- und Feiertagen ist nicht nur kursiv, sondern auch gleich in größerer Schrift gedruckt, so als würde es den Betrachter anschreien, sich bloß keine Hoffnungen zu machen.

Dieses Schild ist so effektiv – aber auch unhöflich – dass ein nebenstehendes, höflicheres Schild, sich genötigt sah, das Parkverbot einzuschränken:

„Hört nicht auf ihn! Er ist immer so. Mein Kollege da ist ziemlich genervt. Postfahrzeuge dürfen hier natürlich parken, wo kämen wir denn da hin?“, raunt einem dieses Schild zwischen den Zeilen verschwörerisch zu. Die ganze Szene wirkt wie ein klassisches Guter-Cop/Böser-Cop Szenario.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Jul
27
2010
2

Schilder, wie man sie eigentlich nur aus Cartoons kennt…

Manche Schilder haben im Laufe der Jahrzehnte ihrer Diensttätigkeit schon eine Art Symbiose mit der Natur begründet. Im Gegensatz zu den „Schildern an merkwürdigen Orten“, sind die Schilder, um die es heute geht allerdings prinzipiell schon am richtigen Ort. Auch die Botanik um diese Schilder herum ist am richtigen Ort. Das dumme ist nur, dass die Botanik – sofern es sich nicht um Bonsai-Botanik oder ähnliches handelt – vor sich hin wächst. Ganz im Gegensatz zu einem Schild. Das Schild behält seine Höhe.
Hier ergeben sich gewisse Probleme, aber das sehen wir uns besser an einem konkreten Beispiel an. Das folgende Schild möchte ich „Arschloch-Schild“ nennen. Warum, das wird später klar werden:

Kommen Sie mit einem Auto an obiges Schild, und würden Sie weiterfahren wollen, dann würden Sie sich wahrscheinlich denken: „Hm… Durchfahrt ist nur für Anlieger. Na ja, ich hab ja ein Anliegen, darum bin ich wohl ein Anlieger. Höhö“, und weiterfahren. Sie klopfen sich im Geiste schon auf die Schulter, weil Sie durch diesen simplen Trick eine perfekte Ausrede parat haben, wenn jemand Sie anhält, um Ihnen die Durchfahrt zu verweigern.
Sie fahren um die Ecke, und freuen sich eine Abkürzung gefunden zu haben. Mental zählen Sie schon all die Minuten, die Sie in Zukunft einsparen werden, als Sie plötzlich vor so einer kleinen Gasse stehen:

Wie soll denn hier eine Durchfahrt überhaupt möglich sein? Immerhin sprach das Schild doch von einer Durchfahrt für Anlieger, oder? Sie fahren also mangels Wendemöglichkeit etwa 300 Meter rückwärts, bis Sie wieder an dem Schild angekommen sind, und betrachten es sich näher:

Vermutlich denken Sie jetzt: „So ein Arschlochschild“, obwohl ja eigentlich die Heckenrosen schuld sind.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Friesisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter: , ,
Jul
23
2010
3

Schilder an merkwürdigen Orten

Wir gehen durch den Wald. Mitten im tiefsten Dickicht fällt uns ein Schild auf:

Als an Schildern generell interessierte Menschen gehen wir näher ran, bis wir mitten zwischen den Bäumen, abseits jedes Waldwegs stehen. Und wir sehen folgendes:

Weit und breit ist weder ein Zaun, noch sonst eine Abgrenzung zu sehen. Nur eben dieses Schild, an einem Baum inmitten von hunderten anderer Bäume. Die Schrauben (!!!) mit denen das Schild am Baum befestigt wurde sind schon sehr verrostet, Schilder wie dieses werden schon seit Jahrzehnten verkauft, und da das Schild aus durch die Witterung unkaputtbarem Plastik ist, lässt sich schwer sagen, wie lange es schon da hängt.
Hat irgendein Scherzbold mit einem seltsamen Sinn für Humor dieses Schild hier aufgehängt? War hier mal ein Grundstück, das Mutter Natur mit überirdischem Baumwachstum im Laufe der Jahrzehnte, die das Schild schon hängen mag, zurückerobert hat?
Wohnen hier Waldelfen? Oder wird dieser spezielle Baum etwa gar vom magischen Wurzelgnom Görgelbrecht bewohnt? Gilt nicht eigentlich das Waldrecht, wenn kein Zaun da ist, auch wenn irgendeiner hier ein Schild aufgehängt hat? Wer schraubt Schilder in Bäume?
Fragen über Fragen, und keine Antwort in Sicht.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Linguistisches | Schlagwörter:
Jul
21
2010
4

Breitseitenschilder

Es gibt Schilder, die einem wortgenau verbieten Donnerstags zu parken, oder die am Wochenende zwischen 7 und 19 Uhr die Geschwindigkeit begrenzen. So hoch spezialisiert kann die Botschaft eines Schildes sein.

Hier sieht es jedoch anders aus:

Etwas ist verboten. Und etwas ist gefährlich. Was? Das Schild bleibt uns die Antwort schuldig.
Ein Mann und ein Kind sind auf dem Schild dargestellt, die Ball spielen. Ein kleiner Terrier sieht von etwas weiter weg zu.
Ist also das Ballspielen verboten? Weil Gefahr durch Terrier droht? Oder ist Hunden der Zutritt verboten, weil das Herumkicken eines Balles zu Verletzungen führen kann?
Am besten, man lässt gleich alles sein, wenn man dieses Schild sieht. Nur, um auf Nummer sicher zu gehen. Immerhin ist da etwas gefährlich.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter: ,
Jul
12
2010
--

Immer die Fahrradfahrer…

In Bezug auf die Fahrradfahrer habe ich bereits schon die „Roboterkiller“ vorgestellt, die konstatieren, dass Vernünftige nicht Fahrrad fahren, und es allen anderen verbieten. Im Schilderwald sind diese exotischen Vertreter allerdings nur die Spitze des Eisbergs, gerade wenn es um Schilder mit Ver- und Geboten rund um den geliebten Drahtesel geht.

Als erstes ein gutes Beispiel. Ein Schild, dass alles richtig macht. Es bleibt höflich – wenn auch nicht gerade poetisch, wie die Höflichkeitsschilder – und appeliert an unseren Anstand, ohne zu schlaumeiern, wie etwa die Roboterkiller es tun.

Wir werden nicht nur höflich gebeten, keine Fahrräder abzustellen, wir erfahren auch, wer uns bittet. „Die Verwaltung“ in diesem Fall. Gut, das ist jetzt nicht sehr spezifisch, aber es ist anzunehmen, dass „die Verwaltung“ eben auch die Wände verwaltet, an denen keine Fahrräder abgestellt werden sollen. Durch solch ein Schild fühlt man sich weder bevormundet noch gegängelt, und schon gar nicht verarscht.

Dem nächsten Schild sieht man das hohe Alter schon an. So hat man es also früher gemacht:

Dieses Schild befiehlt uns – mehr oder weniger zackig – vom Fahrrad abzusteigen. Es sagt uns nicht warum und wozu, und das Ausrufezeichen fehlt. Erstaunlich, denn Schildermacher gehen mit diesem ja sonst nicht gerade sparsam um. Hier hätte es einmal gepasst, obwohl es das Schild natürlich auch nicht höflicher, noch die Botschaft nachvollziehbarer,  gemacht hätte.
Immerhin erfahren wir, wer uns befiehlt: Der Bürgermeister. Wenigstens weiß man nun, wo man sich über den rüden Ton beschweren kann.

Die Regel sind leider immer noch die nominalphrasierten Schilder. Sie sind unpersönlich und versuchen trotzdem Autorität zu vermitteln. Wie das geschieht, kann man an folgendem Schild sehen:

Dieses Schild teilt keine Befehle aus, und es bittet auch nicht. Es präsentiert einen Satz mit dem Verb „ist“ wie ein Faktum. „Das Abstellen von Fahrrädern ist hier nicht erlaubt“ stellt es uns als Wahrheit hin. Rosen sind rot, Veilchen sind blau und das Abstellen von Fahrrädern ist hier nicht erlaubt.
In zweifacher Hinsicht schummelt das Schild:

1.) Das Schild scheint uns nichts vorzuschreiben, noch enthält es eine Botschaft von jemandem. Es scheint einfach nur eine Wahrheit des Universums preiszugeben. Das ist jedoch nicht der Fall. Das Schild hat ja immerhin jemand aufgehängt. Wer das ist, erfahren wir nicht. Der Verfasser bleibt anonym.

2.) Statt ein Verbot zu enthalten, beschreibt uns das Schild den Zustand des „Nicht-erlaubt-seins“. Man kann also nicht fragen, wer das Verbot ausspricht, weil es ja gar keines gibt. Es gibt nur eben keine Erlaubnis. Hier arbeitet das Schild mit ähnlichen Tricks wie auch viele Politiker.

Jetzt noch ein sehr merkwürdiges Beispiel:

Das Schild beginnt vielversprechend: Es spricht einen persönlich, vertraulich an und es sagt uns, wo wir unsere Fahrräder abstellen können. Ein Verbot spricht es nicht aus, auch kein negatives Gebot. Statt dessen droht es allen, die ihre Fahrräder hier abstellen ohne Umschweife.
Durch den rüden Ton im letzten Satz und die Hervorhebung durch Unterstreichung bekommt die freundlich vertrauliche Begrüßung des Schildes einen ganz üblen Beigeschmack.
Auch die Wortwahl ist interessant: „Beseitigt“ werden die Fahrräder. Was soll das heißen? Wenn in Krimis jemand von „Beseitigen“ spricht, so ist dies meist ein Euphemismus für die sprichwörtlichen „Betonschuhe“ mit anschließendem „Bad“ im Fluß. Und dann auch noch kostenpflichtig, man soll den Beton also auch noch selbst bezahlen?!
Wenn man ein wenig über das Schild grübelt, fallen einem alternative, ähnlich absurde, letzte Sätze ein:

  • „Es wäre doch schade, wenn Ihr Fahrrad einen bedauerlichen Unfall erleidet.“
  • „Wenn Sie Ihr Fahrrad hier abstellen, werden wir uns um Ihr Fahrrad kümmern.
  • „Hier abgestellte Fahrräder betreten eine Welt des Schmerzes.“

Die Stellplätze auf dem Bahnhofsvorplatz sind vermutlich also als „ein Angebot“ gemeint, „dass man als Fahrradfahrer nicht ablehnen kann“.

Wer denkt sich sowas aus?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Jun
29
2010
6

Moralische-Zeigefinger-Schilder!

Es ist ja an sich schön, wenn Schilder einen direkt ansprechen, anstatt in gesichtslosen und unpersönlichen Nominalphrasen einfach irgendwelche Verbote zu konstatieren. Nicht ohne Grund habe ich ja schon die Höflichkeitsschilder besonders behandelt.
Ähnlich wie in Romanen, Songtexten und Folgen von Fernsehserien, wirkt aber auch bei Schildern ein übermäßig moralisch erhobener Zeigefinger eher nervig.

Erst einmal spricht uns dieses Schild in unserer Funktion als Bürger an. Bürger von was? Bürger von Leck? Bürger Deutschlands? Bürger der Welt? Das verrät uns das Schild nicht.
Sind nur die Einwohner Lecks an die Weisung des Lecker Bürgermeisters gebunden, oder sollen alle Bürger weltweit den folgenden Anweisungen folgen? Und warum das Ausrufezeichen, welches das komplette Schild wie eine Verballhornung einer Rede Julius Caesars wirken lässt?
Da könnte man ja gleich „Freunde! Lecker! Mitbürger!“ schreiben.
Dann die Information, dass hier Kinder spielen, die zwar als Begründung für die Gebote des Schildes durchaus positiv zu sehen ist, jedoch bei aller Liebe kein Ausrufezeichen benötigt.

Weiter geht es mit dem ersten Gebot, den Platz sauber zu halten. Hier kann man mit dem Ausrufezeichen arbeiten, obwohl es das Gebot wie einen Befehl klingen lässt. Und was genau heißt „Haltet den Platz sauber“ eigentlich? Handelt es sich nur um ein als Gebot getarntes Verbot der Abfallentsorgung, oder sind hier tatsächlich alle Bürger angehalten, stets auf Unrat zu achten, und ihn selbsttätig zu entsorgen?

Zum Schluss dann noch der ebenfalls mit Ausrufezeichen ausgestattete Befehl, jegliche Zuwiderhandler zu dennunzieren. Spätestens diese Aufforderung hinterlässt einen faden Beigeschmack, und beschwört eine finstere deutsche Vergangenheit herauf.

Das ein oder andere „Bitte“ hätte hier Wunder gewirkt, ebenso wie ein „Danke“ am Ende und allgemein ein sparsamerer Umgang mit dem Ausrufezeichen.

Das es den letzteren Punkt betreffend, noch schlimmer geht, sieht man jedoch zum Beispiel an folgendem Schild:

Written by Heiko C. in: Linguistisches,Psychologisches | Schlagwörter:
Jun
16
2010
9

Jugend-Medien-Strassenverkehrsordnung?

Erst kommen die riesigen Alterkennzeichnungswatschen auf Filme und Computerspiele, dann werden auch alle Onlineangebote kennzeichnungspflichtig.
Und jetzt? Jetzt allem Anschein nach sogar Brücken!

Was? Ab 30? Also nicht nur keine Jugendfreigabe, sondern auch keine junge-Erwachsenefreigabe? Oder ist diese Brücke so etwas wie über 30 Parties, bei denen ja auch seit jeher Leute unter dreißig zu ihrem eigenen Schutz ausgeschlossen sind?
Schauen wir uns das ganze ein wenig näher an:

Aha. Man muss also nicht nur älter als dreißig sein, um diese Brücke zu betreten, sondern man muss auch alleine sein? Oder wie muss ich dieses „Alleingang“ deuten? Ist das das Gegenteil von „in Begleitung Erwachsener“?

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Wahnhaftes | Schlagwörter: ,

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Dez
06
2012
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Studentin aus Las Vegas heiratet Pappschablone von Edward Cullen

Das das Twilight-Fandom teilweise merkwürdige Blüten treibt, haben wir ja schon gesehen, allerdings wird es dann jetzt spätestens albern. Wie die Mail Online vermeldet, wird sich eine Studentin der Universität von Nevada im Januar das Ja-Wort geben. Und zwar mit einer lebensgroßen Pappschablone des bekannten Glitzervampirs aus Funk und Fernsehen.
Mit ausreichenden Englischkenntnissen könnt ihr die ganze Geschichte hier nachlesen.

Die 24jährige ist allerdings nicht komplett verrückt geworden, sondern führt die ganze Sache als ein Projekt für ihre Masterarbeit auf. Das beruhigt mich etwas, allerdings ist mir nicht so recht klar, was bei der Sache herauskommen soll.
Aber: Wenn’s der Wahrheitsfindung dient?

Nov
25
2010
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Dörflicher Überwachungswahn II

Dass ich mir die Sache mit den Videokameras in meinem Dorf – über die ich hier berichtet habe – nicht ausgedacht habe, bestätigte am 23.11 nun auch das Mainstreammedium „SHZ“. Nachzulesen ist der Artikel noch hier. (Falls der schon weg ist, bitte ich das zu entschuldigen, SHZ löscht gerne mal ältere Artikel. Wahrscheinlich haben die nicht so viel Platz in ihrem Internet)

Nachzulesen ist dort, dass die tatsächlich schon zwei Jahre überwachen, dass es sich um ein Modellprojekt handelt, und dass Leck als Dorf im Norden einmalig mit dieser Kameraausstattung ist. Ursprünglich war die Überwachung nur für 6 Monate vorgesehen, weil „weiterhin Bedarf besteht“, hat man aber einfach mal damit weiter gemacht. Wie das halt so ist.

Initialer Grund der Überwachung ist wohl die steigende Anzahl an Gewaltdelikten. Scheinbar diskutiert man in Leck nicht mehr so gerne, sondern gibt dem anderen gleich auf die Nase. Ein Zustand, der mir auch noch nicht so recht aufgefallen ist.

Aug
03
2010
--

Redundante Redundanzschilder sind redundant

Ja, ich weiß, schon wieder ein Schild, ich würde ja auch viel lieber mal etwas anderes bloggen, so zur Abwechslung, aber ich blogge die Schilder, wie sie mir vor die Linse kommen.

Ein besonders schönes Beispiel kreativer Beschilderung (und Orthographie) findet sich bei uns im Ort an einem Altkleidercontainer auf dem Parkplatz eines Supermarktes.

Dem Kenner fällt an diesem improvisierten Schild sofort das Fehlen jeglicher Ausrufezeichen auf. Es stellt sich die Frage, ob dieses eine absichtliche Entscheidung des Schildschöpfers war, oder selbiger nur nicht darüber informiert war, dass es in der Welt der Schilder Ausrufezeichen gratis dazu gibt!!!
Aber das soll uns nicht weiter kümmern. Freuen wir uns einfach einmal, dass wir weder durch eine besonders auffällige Schriftart, noch durch eine Schwemme von Ausrufezeichen optisch angeschrien werden.

Zuerst weist uns das Schild in leicht kreativer Rechtschreibung darauf hin, dass „Unerlaubte Müllentsorgung“ zu „Unterlassen“ ist.
Hier handelt es sich um ein klassisches Verbot, das in Gebotsform gefasst ist. Statt die Entsorgung von Müll zu verbieten, wird einem hier befohlen es zu unterlassen dies zu tun.
Das Eigenschaftswort „Unerlaubt“ wirkt hier leicht überflüssig, denn es ist schwer vorstellbar, dass es in bestimmten Fällen eine Erlaubnis dafür gibt, Müll in einem Altkleidercontainer zu entsorgen.
Oder ist mit dem implizierten „erlaubten Müll“ etwa alte Kleidung gemeint?
Auch das scheint unwahrscheinlich, weisen solche Container doch generell (auf anderen Schildern) darauf hin, dass die eingeworfene Kleiderspende sauber und prinzipiell noch tragbar sein muss. Kleidung die als „Müll“ bezeichnet werden kann, ist dies in der Regel nicht, es sei denn, es handelt sich um die abgelegten Bühnenoutfits von MC Hammer.

Weiter weist uns das Schild darauf hin, dass „bei Missachtung“ des obigen Gebots der Unterlassung der unerlaubten Müllentsorgung, „dies strafrechtlich geahndet“ wird. Lassen wir uns einmal den angedrohten Sachverhalt auf der Zunge zergehen: Für das Unterlassen des Unterlassens der unerlaubten Entsorgung von Müll gibt es eine Ahndung. Und zwar strafrechtlich.
Eine „Ahndung“ ist eine Bestrafung. Ein nicht befolgen des Negativgebots führt also eine strafrechtliche Bestrafung nach sich.

Der Hinweis, dass die angedrohte „Ahndung“ strafrechtlich erfolgt, ist in so fern vielleicht noch sinnvoll, als dass auch nicht vom Strafrecht gedeckte öffentliche Auspeitschungen durch DRK-Mitglieder eine Ahndung darstellen würden.
Ist es jedoch notwendig, das Wort „strafrechtlich“ auch noch zu unterstreichen? Weißt der Unterstrich auf eine besondere Betonung hin, oder soll nur noch einmal hervorgehoben werden, dass eine strafrechtliche Ahndung im Falle einer Unterlassungsunterlassung möglich wäre?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter:
Aug
01
2010
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Deutlich genervt klingende Schilder

…und dann gibt es noch die Schilder, die klingen, als würden sie ein und die selbe Botschaft schon seit Jahrzehnten verkünden – und wahrscheinlich tun sie es sogar – und dabei sogar eventuell aufkeimende Widerworte bearbeiten:

Zuerst brüllt einen das Schild mit Unterstützung eines Piktogramms an, man solle ja die Ausfahrt freihalten. Hier zeigt sich dem Betrachter schon, wie viel Kummer dieses Schild schon gewohnt ist.
Was mit Parksündern passiert wird in kleinerer Normalschrift eher genervt heruntergebetet, wie eine Floskel, die man täglich benutzt.
Die Bestätigung des Verbotes auch an Sonn- und Feiertagen ist nicht nur kursiv, sondern auch gleich in größerer Schrift gedruckt, so als würde es den Betrachter anschreien, sich bloß keine Hoffnungen zu machen.

Dieses Schild ist so effektiv – aber auch unhöflich – dass ein nebenstehendes, höflicheres Schild, sich genötigt sah, das Parkverbot einzuschränken:

„Hört nicht auf ihn! Er ist immer so. Mein Kollege da ist ziemlich genervt. Postfahrzeuge dürfen hier natürlich parken, wo kämen wir denn da hin?“, raunt einem dieses Schild zwischen den Zeilen verschwörerisch zu. Die ganze Szene wirkt wie ein klassisches Guter-Cop/Böser-Cop Szenario.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Jul
27
2010
2

Schilder, wie man sie eigentlich nur aus Cartoons kennt…

Manche Schilder haben im Laufe der Jahrzehnte ihrer Diensttätigkeit schon eine Art Symbiose mit der Natur begründet. Im Gegensatz zu den „Schildern an merkwürdigen Orten“, sind die Schilder, um die es heute geht allerdings prinzipiell schon am richtigen Ort. Auch die Botanik um diese Schilder herum ist am richtigen Ort. Das dumme ist nur, dass die Botanik – sofern es sich nicht um Bonsai-Botanik oder ähnliches handelt – vor sich hin wächst. Ganz im Gegensatz zu einem Schild. Das Schild behält seine Höhe.
Hier ergeben sich gewisse Probleme, aber das sehen wir uns besser an einem konkreten Beispiel an. Das folgende Schild möchte ich „Arschloch-Schild“ nennen. Warum, das wird später klar werden:

Kommen Sie mit einem Auto an obiges Schild, und würden Sie weiterfahren wollen, dann würden Sie sich wahrscheinlich denken: „Hm… Durchfahrt ist nur für Anlieger. Na ja, ich hab ja ein Anliegen, darum bin ich wohl ein Anlieger. Höhö“, und weiterfahren. Sie klopfen sich im Geiste schon auf die Schulter, weil Sie durch diesen simplen Trick eine perfekte Ausrede parat haben, wenn jemand Sie anhält, um Ihnen die Durchfahrt zu verweigern.
Sie fahren um die Ecke, und freuen sich eine Abkürzung gefunden zu haben. Mental zählen Sie schon all die Minuten, die Sie in Zukunft einsparen werden, als Sie plötzlich vor so einer kleinen Gasse stehen:

Wie soll denn hier eine Durchfahrt überhaupt möglich sein? Immerhin sprach das Schild doch von einer Durchfahrt für Anlieger, oder? Sie fahren also mangels Wendemöglichkeit etwa 300 Meter rückwärts, bis Sie wieder an dem Schild angekommen sind, und betrachten es sich näher:

Vermutlich denken Sie jetzt: „So ein Arschlochschild“, obwohl ja eigentlich die Heckenrosen schuld sind.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Friesisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter: , ,
Jul
23
2010
3

Schilder an merkwürdigen Orten

Wir gehen durch den Wald. Mitten im tiefsten Dickicht fällt uns ein Schild auf:

Als an Schildern generell interessierte Menschen gehen wir näher ran, bis wir mitten zwischen den Bäumen, abseits jedes Waldwegs stehen. Und wir sehen folgendes:

Weit und breit ist weder ein Zaun, noch sonst eine Abgrenzung zu sehen. Nur eben dieses Schild, an einem Baum inmitten von hunderten anderer Bäume. Die Schrauben (!!!) mit denen das Schild am Baum befestigt wurde sind schon sehr verrostet, Schilder wie dieses werden schon seit Jahrzehnten verkauft, und da das Schild aus durch die Witterung unkaputtbarem Plastik ist, lässt sich schwer sagen, wie lange es schon da hängt.
Hat irgendein Scherzbold mit einem seltsamen Sinn für Humor dieses Schild hier aufgehängt? War hier mal ein Grundstück, das Mutter Natur mit überirdischem Baumwachstum im Laufe der Jahrzehnte, die das Schild schon hängen mag, zurückerobert hat?
Wohnen hier Waldelfen? Oder wird dieser spezielle Baum etwa gar vom magischen Wurzelgnom Görgelbrecht bewohnt? Gilt nicht eigentlich das Waldrecht, wenn kein Zaun da ist, auch wenn irgendeiner hier ein Schild aufgehängt hat? Wer schraubt Schilder in Bäume?
Fragen über Fragen, und keine Antwort in Sicht.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Linguistisches | Schlagwörter:
Jul
21
2010
4

Breitseitenschilder

Es gibt Schilder, die einem wortgenau verbieten Donnerstags zu parken, oder die am Wochenende zwischen 7 und 19 Uhr die Geschwindigkeit begrenzen. So hoch spezialisiert kann die Botschaft eines Schildes sein.

Hier sieht es jedoch anders aus:

Etwas ist verboten. Und etwas ist gefährlich. Was? Das Schild bleibt uns die Antwort schuldig.
Ein Mann und ein Kind sind auf dem Schild dargestellt, die Ball spielen. Ein kleiner Terrier sieht von etwas weiter weg zu.
Ist also das Ballspielen verboten? Weil Gefahr durch Terrier droht? Oder ist Hunden der Zutritt verboten, weil das Herumkicken eines Balles zu Verletzungen führen kann?
Am besten, man lässt gleich alles sein, wenn man dieses Schild sieht. Nur, um auf Nummer sicher zu gehen. Immerhin ist da etwas gefährlich.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter: ,
Jul
12
2010
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Immer die Fahrradfahrer…

In Bezug auf die Fahrradfahrer habe ich bereits schon die „Roboterkiller“ vorgestellt, die konstatieren, dass Vernünftige nicht Fahrrad fahren, und es allen anderen verbieten. Im Schilderwald sind diese exotischen Vertreter allerdings nur die Spitze des Eisbergs, gerade wenn es um Schilder mit Ver- und Geboten rund um den geliebten Drahtesel geht.

Als erstes ein gutes Beispiel. Ein Schild, dass alles richtig macht. Es bleibt höflich – wenn auch nicht gerade poetisch, wie die Höflichkeitsschilder – und appeliert an unseren Anstand, ohne zu schlaumeiern, wie etwa die Roboterkiller es tun.

Wir werden nicht nur höflich gebeten, keine Fahrräder abzustellen, wir erfahren auch, wer uns bittet. „Die Verwaltung“ in diesem Fall. Gut, das ist jetzt nicht sehr spezifisch, aber es ist anzunehmen, dass „die Verwaltung“ eben auch die Wände verwaltet, an denen keine Fahrräder abgestellt werden sollen. Durch solch ein Schild fühlt man sich weder bevormundet noch gegängelt, und schon gar nicht verarscht.

Dem nächsten Schild sieht man das hohe Alter schon an. So hat man es also früher gemacht:

Dieses Schild befiehlt uns – mehr oder weniger zackig – vom Fahrrad abzusteigen. Es sagt uns nicht warum und wozu, und das Ausrufezeichen fehlt. Erstaunlich, denn Schildermacher gehen mit diesem ja sonst nicht gerade sparsam um. Hier hätte es einmal gepasst, obwohl es das Schild natürlich auch nicht höflicher, noch die Botschaft nachvollziehbarer,  gemacht hätte.
Immerhin erfahren wir, wer uns befiehlt: Der Bürgermeister. Wenigstens weiß man nun, wo man sich über den rüden Ton beschweren kann.

Die Regel sind leider immer noch die nominalphrasierten Schilder. Sie sind unpersönlich und versuchen trotzdem Autorität zu vermitteln. Wie das geschieht, kann man an folgendem Schild sehen:

Dieses Schild teilt keine Befehle aus, und es bittet auch nicht. Es präsentiert einen Satz mit dem Verb „ist“ wie ein Faktum. „Das Abstellen von Fahrrädern ist hier nicht erlaubt“ stellt es uns als Wahrheit hin. Rosen sind rot, Veilchen sind blau und das Abstellen von Fahrrädern ist hier nicht erlaubt.
In zweifacher Hinsicht schummelt das Schild:

1.) Das Schild scheint uns nichts vorzuschreiben, noch enthält es eine Botschaft von jemandem. Es scheint einfach nur eine Wahrheit des Universums preiszugeben. Das ist jedoch nicht der Fall. Das Schild hat ja immerhin jemand aufgehängt. Wer das ist, erfahren wir nicht. Der Verfasser bleibt anonym.

2.) Statt ein Verbot zu enthalten, beschreibt uns das Schild den Zustand des „Nicht-erlaubt-seins“. Man kann also nicht fragen, wer das Verbot ausspricht, weil es ja gar keines gibt. Es gibt nur eben keine Erlaubnis. Hier arbeitet das Schild mit ähnlichen Tricks wie auch viele Politiker.

Jetzt noch ein sehr merkwürdiges Beispiel:

Das Schild beginnt vielversprechend: Es spricht einen persönlich, vertraulich an und es sagt uns, wo wir unsere Fahrräder abstellen können. Ein Verbot spricht es nicht aus, auch kein negatives Gebot. Statt dessen droht es allen, die ihre Fahrräder hier abstellen ohne Umschweife.
Durch den rüden Ton im letzten Satz und die Hervorhebung durch Unterstreichung bekommt die freundlich vertrauliche Begrüßung des Schildes einen ganz üblen Beigeschmack.
Auch die Wortwahl ist interessant: „Beseitigt“ werden die Fahrräder. Was soll das heißen? Wenn in Krimis jemand von „Beseitigen“ spricht, so ist dies meist ein Euphemismus für die sprichwörtlichen „Betonschuhe“ mit anschließendem „Bad“ im Fluß. Und dann auch noch kostenpflichtig, man soll den Beton also auch noch selbst bezahlen?!
Wenn man ein wenig über das Schild grübelt, fallen einem alternative, ähnlich absurde, letzte Sätze ein:

  • „Es wäre doch schade, wenn Ihr Fahrrad einen bedauerlichen Unfall erleidet.“
  • „Wenn Sie Ihr Fahrrad hier abstellen, werden wir uns um Ihr Fahrrad kümmern.
  • „Hier abgestellte Fahrräder betreten eine Welt des Schmerzes.“

Die Stellplätze auf dem Bahnhofsvorplatz sind vermutlich also als „ein Angebot“ gemeint, „dass man als Fahrradfahrer nicht ablehnen kann“.

Wer denkt sich sowas aus?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Jun
29
2010
6

Moralische-Zeigefinger-Schilder!

Es ist ja an sich schön, wenn Schilder einen direkt ansprechen, anstatt in gesichtslosen und unpersönlichen Nominalphrasen einfach irgendwelche Verbote zu konstatieren. Nicht ohne Grund habe ich ja schon die Höflichkeitsschilder besonders behandelt.
Ähnlich wie in Romanen, Songtexten und Folgen von Fernsehserien, wirkt aber auch bei Schildern ein übermäßig moralisch erhobener Zeigefinger eher nervig.

Erst einmal spricht uns dieses Schild in unserer Funktion als Bürger an. Bürger von was? Bürger von Leck? Bürger Deutschlands? Bürger der Welt? Das verrät uns das Schild nicht.
Sind nur die Einwohner Lecks an die Weisung des Lecker Bürgermeisters gebunden, oder sollen alle Bürger weltweit den folgenden Anweisungen folgen? Und warum das Ausrufezeichen, welches das komplette Schild wie eine Verballhornung einer Rede Julius Caesars wirken lässt?
Da könnte man ja gleich „Freunde! Lecker! Mitbürger!“ schreiben.
Dann die Information, dass hier Kinder spielen, die zwar als Begründung für die Gebote des Schildes durchaus positiv zu sehen ist, jedoch bei aller Liebe kein Ausrufezeichen benötigt.

Weiter geht es mit dem ersten Gebot, den Platz sauber zu halten. Hier kann man mit dem Ausrufezeichen arbeiten, obwohl es das Gebot wie einen Befehl klingen lässt. Und was genau heißt „Haltet den Platz sauber“ eigentlich? Handelt es sich nur um ein als Gebot getarntes Verbot der Abfallentsorgung, oder sind hier tatsächlich alle Bürger angehalten, stets auf Unrat zu achten, und ihn selbsttätig zu entsorgen?

Zum Schluss dann noch der ebenfalls mit Ausrufezeichen ausgestattete Befehl, jegliche Zuwiderhandler zu dennunzieren. Spätestens diese Aufforderung hinterlässt einen faden Beigeschmack, und beschwört eine finstere deutsche Vergangenheit herauf.

Das ein oder andere „Bitte“ hätte hier Wunder gewirkt, ebenso wie ein „Danke“ am Ende und allgemein ein sparsamerer Umgang mit dem Ausrufezeichen.

Das es den letzteren Punkt betreffend, noch schlimmer geht, sieht man jedoch zum Beispiel an folgendem Schild:

Written by Heiko C. in: Linguistisches,Psychologisches | Schlagwörter:
Jun
16
2010
9

Jugend-Medien-Strassenverkehrsordnung?

Erst kommen die riesigen Alterkennzeichnungswatschen auf Filme und Computerspiele, dann werden auch alle Onlineangebote kennzeichnungspflichtig.
Und jetzt? Jetzt allem Anschein nach sogar Brücken!

Was? Ab 30? Also nicht nur keine Jugendfreigabe, sondern auch keine junge-Erwachsenefreigabe? Oder ist diese Brücke so etwas wie über 30 Parties, bei denen ja auch seit jeher Leute unter dreißig zu ihrem eigenen Schutz ausgeschlossen sind?
Schauen wir uns das ganze ein wenig näher an:

Aha. Man muss also nicht nur älter als dreißig sein, um diese Brücke zu betreten, sondern man muss auch alleine sein? Oder wie muss ich dieses „Alleingang“ deuten? Ist das das Gegenteil von „in Begleitung Erwachsener“?

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Wahnhaftes | Schlagwörter: ,