Impactsuspect » Phantastik
Mai
30
2011
3

Klingonische Volkslyrik auf Wandergitarre

Es gibt ja echt so Sachen, da ist man erst einmal sprachlos. So geschehen bei dieser freien Interpretation eines Klingonischen Siegesliedes mit Gitarren- und Mundharmonikabegleitung:

Großartig. Auch wenn Youtube mittlerweile die letzte Seuche ist, weil man ohne Googleaccount nicht mehr in seinen Youtubeaccount kommt, die Einbettungsmaske so versteckt ist, dass man sie nicht findet, die Googleaccounts ständig eingeloggt sein wollen, man sich nicht am gleichen Rechner mit verschiedenen Google. und Youtubeaccounts einloggen kann und jedes zweite verschissene Scheiß-Drecks-Video mittlerweile geogeblockt ist.
Youtube ist vielleicht noch nicht ganz tot, liegt aber in den letzten Zuckungen, wenn das so weitergeht.
Die haben sie doch nicht mehr alle.

Written by Heiko C. in: Youtube Fundstück | Schlagwörter: , ,
Apr
09
2011
4

FBI gibt Roswell Vorfall zu?!?

Ich berichte hier mal ganz vorsichtig, weil ich mir auch keinen richtigen Reim auf diese Meldung machen kann. Das FBI hat wieder einmal einige Geheimdokumente veröffentlicht, die man nun im Internet bewundern kann. Das müssen die machen, weil nach dem „Freedom of Information Act“ jeder US-Bürger das Recht hat, diese Dokumente einzusehen.
Selbstverständlich werden viele Dokumente teilweise geschwärzt, bevor sie freigegeben werden und es gelten wohl generell gewisse Fristen, nach deren Ablauf erst veröffentlicht wird. Diese Fristen können scheinbar auch gerne einmal 60 Jahre dauern, wie der folgende Fall zeigt.

Bei diesem LINK handelt es sich scheinbar tatsächlich auf einen Link auf eine genuine Webseite der amerikanischen Kriminalbehörde, und auch der Scan des Dokumentes sieht für meine ungeübten Augen überzeugend aus.

Was dort nun steht, weiß ich jedoch nicht recht einzuordnen.

Ich zitiere mal grob übersetzt:

Ein Ermittler für die Air Force konstatierte, daß drei sogenannte fliegende Untertassen in New Mexico geborgen wurden. Sie wurden als kreisförmig mit erhobenen Mittelteilen, etwa 50 Fuß im Durchmesser beschrieben. Jede war besetzt mit drei Körpern menschlicher Gestalt, aber nur 3 Fuß hoch, gekleidet in metallischen Stoff einer sehr feinen Beschaffenheit. Jeder Körper war in ähnlicher Weise bandagiert wie die Blackout-Suits die von Hochgeschwindigkeitsfliegern und Testpiloten benutzt werden.

Weiter ist dort zu lesen, dass die UFOs abgestürzt sind, weil das Hochfrequenzradar der nahegelegenen Militärbasis scheinbar deren Steuermechanismen gestört hat.

Was genau „Blackout-Suits“ sind, und ob meine Übersetzung von „speed flyers“ als „Hochgeschwindigkeitsfliegern“ stimmt, weiß ich nicht. Im Original könnt ihr beim FBI selbst nachlesen, der Link steht ja oben.

Auf einem englischsprachigen Blog wird auch schon drüber berichtet: LINK. Sonst erstaunlicherweise nirgends.

Womit haben wir es nun zu tun?
Verspäteter Aprilscherz der US-Regierung? Verspäteter Aprilscherz des FBI? (Wenn ja: Dürfen die sowas?) Bewusste Fälschung des FBI, um Leute von irgendwelchen Kriegen abzulenken? Bewusste Fälschung, die dem FBI untergejubelt wurde? Haben Hacker wieder irgendwas gehackt?
Und wenn das Dokument Tatsachen beschreibt, womit haben wir es dann zu tun? Aliens? Einer verunglückten Zirkustruppe in selbstgebauten Experimentalflugzeugen? Einem chinesischen Spionageflugzeugflottendingsda? Ich bin gespannt ob und wer dazu Stellung nimmt, auf jeden Fall sollte diese Meldung die Ufologen-Gerüchteküche ordentlich anheizen.

Update: Ist wohl ein Hoax.

Update 2: Ist wohl ein 60 Jahre alter Hoax. XD

Update 3: Scheinbar hat wohl jemand diesem FBI-Agenten, der da das Memo abgeschickt hat, einen Bären aufgebunden.

Update 4: Mehr dazu: LINK!

Mrz
12
2011
4

Die chronologiekeitskritische Babylonfünferia

Aus Gründen:
Also. Wir haben da zwei Serien, drei Piloten und ein paar TV-Filme. Die wurden in einer bestimmten Reihenfolge gesendet, spielen in einer anderen und waren im Falle von „Crusade“ sogar auch noch für eine eigentlich ganz andere Reihenfolge ausgelegt.
Das mag einige verwirren. Es kursieren Gruselgeschichten.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Das Ziel der von mir am 12.3.2011 gegründeten Babylonfünferia ist es Ängste abzubauen und Reihenfolgen zu erklären, denn die leicht angeditschte Reihenfolge des Babylon-5-Universums ist nunmal so, wie sie ist und daher ist es sinnlos sich gegen sie zu wehren.
Statt dessen muss man lernen, mit ihr klar zu kommen.

Die folgende Reihenfolge folgt nicht immer genau dem chronolisch richtigen Zeitablauf, sondern einer empfohlenen Reihenfolge, die den damaturgischen Effekt maximieren soll.

1. „Die Zusammenkunft“
Auf jeden Fall zuerst schauen, da es sich um den Pilotfilm der Hauptserie handelt, der nicht nur vor (fast) allem spielt, sondern auch noch mieses Make-Up, schlecht sitzende Kostüme und nervige Musik hat.
Das beides wird ab der ersten Folge besser, aber wenn man vorher was anderes schaut, z.B. einen der TV-Filme, dann den Piloten und dann die Serie, sticht der Pilot noch mehr unangenehm heraus als sowieso schon.

2. Staffel 1 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

3. Staffel 2 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

4. Staffel 3 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

5. Staffel 4 Folge 1-8
weil danach ein Film spielt.

6. „Das Tor zur 3. Dimension“
Streng genommen spielt dieser Film nach der ersten Szene von Folge 4.09, aber nachdem ich den einmal so geschaut habe, muss ich zugeben, dass dies schon ein wenig albern ist.

7. Staffel 4 Folge 9-22
womit die Staffel beendet ist, die eigentlich schon als die letzte geplant war.

8. „Der erste Schritt“
Dieser Film ist eventuell ein klein wenig problematisch. Er besteht aus einer Rahmenhandlung und einer Haupthandlung.
Die Haupthandlung spielt lange vor der Serie, die Rahmenhandlung danach.
Schaut man den Film aber vor der Serie, nimmt er zu viel vorweg und somit die Spannung. Schaut man den Film nach allem anderem, hat man eventuell schon wieder vergessen auf welche Ereignisse in der vierten Staffel er sich speziell bezieht.
Desweiteren lief dieser Film im Fernsehen zeitlich zwischen Staffel 4 und 5, also kann es uns nur recht sein, ihn auch so zu sehen.

9. Staffel 5 Folge 1-21
An sich könnte man Folge 22 hier auch gleich im Anschluss schauen. Sie spielt zwar etwa 20 Jahre nach der Serie, ist aber thematisch mit ihr verbunden, und spoilert die Filme, die man danach sehen würde nicht.
Will man aber die Folge einigermaßen in der Reihenfolge schauen, die der zeitlichen Eindordnung in die Babylon-5-Timeline entspricht, sollte man sie sich bis zum Schluss aufsparen.

10. „Der Fluss der Seelen“
Hier entspricht die empfohlene Konsumreihenfolge der Chronologie der Serie.

11. „Legenden der Rangers“
Wenn überhaupt, dann muss man diesen Piloten für eine nicht weiterverfolgte Serie wohl jetzt schauen. „Legenden der Rangers“ sticht aufgrund der teilweise mangelhaften bis ungenügenden schauspielerischen Leistungen auch wie ein großer Zeh hervor.
Trotzdem meine Kuckempfehlung, weil G’Kar drin ist.

12. „Waffenbrüder“
Waffenbrüder ist als Brücke zwischen Babylon 5 und Crusade gedacht, ein wenig wie „Star Trek – Generations“ ein Brückenteil zwischen den TOS-Filmen und den TNG-Filmen sein soll.
Zum Glück ist Waffenbrüder besser als Generations.

13.So, jetzt verlassen wir den Boden gut begründeter und vor allem übersichtlicher Empfehlungen. Jetzt kommt „Crusade“


High Crusade by =karanua on deviantART

Bei Crusade gibt es nur falsche Reihenfolgen. Der Reihenfolge, die der Schöpfer des Babylon-5-Universums, Joseph Michael Straczynski, eigentlich vorgesehen hatte, haben sich die Produzenten gesperrt. Man kann die Folgen zwar in der Reihenfolge schauen, in der sie ursprünglich mal gedacht waren, aber dann kommt es zu Kontinuitätsfehlern.
Man kann die Serie auch nach der vom Network vorgegebenen Sendereihenfolge schauen, aber dann entsteht kein Spannungsbogen, der über eine Folge hinaus geht.
Zu allem Überfluss handelt es sich bei Crusade nur um die erste Staffel von geplanten fünf. Das Ende bleibt uns Crusade also schuldig. Wie gut, dass wir noch die letzte Folge der letzten Staffel Babylon 5 haben, die nach Crusade spielt. Aus ihr können wir extrapolieren, was in der Zwischenzeit passiert sein muss.

Also nun zur Crusade-Reihenfolge, die „am richtigsten ist“, welches die ist, die Straczynski persönlich unter Einbeziehung aller möglichen Kontinuitätsfehler als quasi redigierte Directors-Reihenfolge geliefert hat:
13. a.) Folge 9
13. b.) Folge 11
13. c.) Folge 10
13. d.) Folge 2
13. e.) Folge 12
13. f.) Folge 3
13. g.) Folge 13
13. h.) Folge 5
13. i.) Folge 4
13. j.) Folge 6
13. k.) Folge 7
13. l.) Folge 1
13. m.) Folge 8
13. n.) Die unveröffentlichten Episoden, die ich allerdings nicht gesehen habe. Daher kann ich mir nicht wirklich ein Urteil bilden.

14.) Vergessene Legenden

15.) Babylon 5 Staffel 5 Folge 22

So. Diese Reihenfolge empfehle ich persönlich. Ich hoffe ich konnte Ängste nehmen und Gruselgeschichten widerlegen. Ist doch alles gar nicht so schwer. 😀

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Mrz
09
2011
4

Der Fall des Barons – eine Chronik

Baronie Frankenstein. Eine grünliche Kreatur mit Nackenbolzen wird gesichtet, wie sie des Nachts durch die Strassen wandert und unartikuliert stöhnt.
Da bekannt ist, dass der Baron Dr. Viktor von Frankenstein ein Wissenschaftler ist, wird er von Inspector Kemp gefragt, ob er etwas mit der Sache zu tun hat.

Der Baron: „Diese Vorwürfe kann ich nur als abstrus bezeichnen.“

Abgesehen von den gelegentlichen Besuchen der Kreatur im Dorf, vermeldet auch der Totengräber, dass sich jemand in den vergangenen Monaten immer wieder an den Gräbern zu schaffen machte. Der bucklige Diener des Barons wurde nachts verdächtig häufig in der Nähe des Friedhofs angetroffen, wie sich der Nachtwächter erinnert.
Dies und die Tatsache, dass Frau Gemeinhuber in Ohnmacht fällt, weil die Kreatur angeblich das Gesicht ihres toten Mannes trägt, sorgt dafür, dass sich der Verdacht verdichtet, der Baron habe eventuell Leichenteile vom Friedhof gestohlen und zu einem grotesken Monster zusammengenäht.

Angesprochen auf die Vorwürfe antwortet der Baron: „Meine von mir geschaffene Kreatur besteht nicht aus gestohlenen Leichenteilen, und den Vorwurf weise ich in aller Form von mir. Die Menschen in dieser Baronie erwarten, dass ich mich um die fordernde Aufgabe des progressiven Wissenschaftlers mit voller Kraft kümmere, und das kann ich auch.“

Die Kreatur tötet im Affekt den Nachtwächter und die kleine Annie Grubenmichel, als diese am Brunnen spielt. Dorfbewohner reichen eine Petition ein, die sich gegen weitere Experimente in der Baronie richtet und eine verdachtsunabhängige Vollzeitvideoüberwachung des örtlichen Friedhofs fordert.
Die Stimmen werden lauter, dass eigentlich doch der Baron an allem Schuld sei und gefälligst zu verschwinden habe.

Im Internet nimmt die Seite „Frankenstein-Leichenraub.wiki“ anhand von Fotos und freiwilligen genetischen Proben der Dorfbewohner eine Analyse vor. Hierbei stellt sich heraus, dass die Kreatur sich zu mindestens 84,9% klar erkennbar aus Körperteilen verstorbener Dorfbewohner zusammensetzt.

Auf einer Versammlung progressiver Wissenschaftler äußert sich Dr. Frankenstein wie folgt: „Ich habe diese Fehler nicht bewusst gemacht. Ich habe auch nicht bewusst oder absichtlich in irgendeiner Form Leichenteile vom Friedhof entwendet, und musste mich natürlich auch selbst fragen, meine Damen und Herren, wie konnte das geschehen? Wie konnte das passieren?
So ist es, dass man einen Blick dann zurückwirft. Man hat sechs, sieben Monate an so einer Kreatur gebastelt. Man hat in diesen 6 oder 7 Monaten teilweise auch zuviel… teilweise auch den Überblick über die Quellen verloren.“

Die Kreatur wird eingefangen, befreit sich aber wieder, nachdem der Gefängniswärter sie mit einem Sturmfeuerzeug geärgert hat. Der Gefängniswärter wird dabei getötet, und das Gefängnis brennt bis auf die Grundmauern nieder. Die Kreatur erwürgt auf der Flucht eine Molkereifachfrau.
Der Baron von Frankenstein wird schließlich vor den Stadtrat geholt, um sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Er sagt: „Mir geht es darum in eine Debatte, die so aufgeheizt ist, und in die man auch so viel Stimmung bringen kann, dann auch wieder Ruhe reinzubringen, dass man auch vergleichsweise ruhig wieder seiner Tätigkeit als Wissenschaftler nachgehen kann. Und das werde ich auch.
Ich habe mir meine Kreatur übers Wochenende noch einmal angesehen, und muss zugeben, dass ich bei der Besorgung der Rohmaterialien schon ziemlichen Blödsinn gemacht habe.“

Die Lage eskaliert. Die wütende Dorfbevölkerung marschiert mit Fackeln und Mistgabeln erst der Kreatur hinterher, dann zur Burg Frankenstein. Am nachfolgenden Tag äußert sich der Baron zu den Vorgängen wie folgt:

„Ich habe in einem sehr freundlichen Gespräch den Herrn Bürgermeister informiert, dass ich mich von weiteren Experimenten mit totem Gewebe in dieser Baronie zurückziehen werde, und meine Burg – bzw. meine abgebrannte Burgruine – zum Verkauf gemeldet. Dies war die schwerste Entscheidung meines Lebens, aber ich kann es nicht zulassen, dass ein Mob wütender Dorfbewohner den Streit um meine Person auf dem Rücken der Wissenschaft austrägt.“

Eine Facebook-Gruppe mit dem Namen „Wir wollen Dr. Baron Viktor von Frankenstein zurück“ wird gegründet.

Jan
29
2011
3

Alles schonmal dagewesen: Premakes

Ich bin bei Buttkickingbabes drauf gestoßen, aber das ganze scheint tatsächlich ein neues Mem zu sein: Leute schneiden Trailer aus alten Filmen zusammen, die für neue Filme werben, als seien diese alte Filme. Besser kann ich es jedenfalls nicht erklären. Schaut es euch einfach mal an:

Up aus dem Jahre 1965:

Ghostbusters aus dem Jahre 1954:

und Star Wars darf auch nicht fehlen, darum hier
Das Imperium schlägt zurück aus dem Jahr 1950:

Ich bin immer wieder verblüfft, was man alles im Internet finden kann.

Written by Heiko C. in: Filme,Lustiges,Spass und Spiel | Schlagwörter: ,
Jun
20
2010
2

Princess of Mars

So, nun ist es also passiert: Ich habe mir ohne es gleich zu merken, eine Asylum-DVD gekauft. Asylum, für diejenigen, die es nicht kennen, ist das Filmstudio, welches – ich sag mal – Alternativversionen aktueller Kinofilme produziert, und diese dann direkt to Video in die Läden bringt. Ziel ist, dass möglichst viele Leute so ihre Filme kaufen, und denken, es würde sich um die echten Blockbuster handeln.
Diese Art Falschfilm nennt man „Knockbuster“. Von Asylum gibt es zum Beispiel „Doomsday 2012“, „Transmorphers“ oder den gloriosen „I am Omega“.

Na ja, nun bin also auch ich auf den Marketingplot reingefallen, allerdings scheint es sich bei den Film, den ich gekauft habe nicht um die Billigversion eines Blockbusters zu handeln, sondern um eine eigene Filmidee.
Zumindest ist mir der dazu passende Blockbuster nicht bekannt, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

„Princess of Mars“ ist nichts weniger als eine Adaption der Barsoom-Bücher von Edgar Rice Burroughs. In dieser Buchreihe geht es um einen heimkehrenden Bürgerkriegssoldaten der einschläft, und auf dem Mars wieder aufwacht. Auf diesem Mars gibt es vierarmige Aliens, leichtbekleidete Frauen und alles mögliche mehr.
Die Buchvorlage ist also von sich aus schon ziemlich trashige Low-Fantasy. Passt ja irgendwie zu Asylum, möchte man denken.
Wie sieht es also mit der Filmumsetzung aus?

Im Fim wurde aus irgendwelchen Gründen der Soldat aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg zu einem Special-Ops-Mann, der in Afghanistan (oder im Irak, bin mir nicht sicher) operiert.
Bei irgendeiner seiner speziellen Operationen wird er von einem dieser Einheimischen – man kann ihnen nun einmal nicht trauen – verraten, und schlimm verletzt.
Seine Armee findet ihn und hält ihn für einen hoffnungslosen Fall. Da er irgendwelchen Experimenten zugestimmt hat, entschließt man sich ihn „Atom für Atom“ auf einem „16-GB-Flash-Stick“ (sic!) zu speichern, und ihn mittels Wissenschaft zum Mars zu transportieren. Natürlich nicht zu unserem Mars, sondern zum Mars um Alpha Centauri. Wahrscheinlich denken die Drehbuchschreiber, dass jedes Sternensystem einen Mars braucht. Ich stimme zu. Würde ich in einem Sternensystem wohnen, und es gäbe dort keinen Mars, mir würde etwas fehlen.
Aber zurück zum Film.

Der schwerverletzte Soldat John Carter grüßt seine Vorgesetzten also noch ein letztes Mal mit einem Stinkefinger, als er sich schon in einem Lendenschurz in einer Wüste wiederfindet. Wo der Lendenschurz herkommt erfahren wir nicht, aber wahrscheinlich haben den die amerikanischen Wissenschaftler aus Gründen des Anstands extra ins Teleportationsprogramm geschrieben.
Bewusstlos auf diesem anderen Mars liegend, wird John Carter sofort von der Prinzessin des Mars, Deja Thoris, gefunden, die ihn jedoch im Wüstensand des Mars liegen lässt, um ihn zu verschonen.
Ja, so passiert es, ich habe es auch nicht ganz begriffen. Deja Thosris spricht übrigens Englisch.

Die Prinzessin wird von Traci Lords gespielt, die zu den besseren Thespisjüngern in diesem Film zählt. Den Bechdeltest besteht der Film nicht, da sie die einzige weibliche Rolle im Film ist.
John Carter steht also auf, als die Prinzessin weg ist, und findet heraus, dass er auf diesem Mars unglaublich weit und hoch springen kann. Kurz darauf wird er von Thaks gefangen. Tharks, das sind im Buch drei Meter große, vierarmige und grüne Aliens, hier sind es Menschen in Latexmasken. Aber immerhin in recht aufwändigen Latexmasken.
Diese Tharks reiten im Buch vierbeinige Reittiere. Im Film haben diese Reittiere nur zwei Beine. Irgendwie scheint im Film alles zu wenig Gliedmaßen zu haben.
John Carter versucht sich auf Englisch mit den Tharks zu unterhalten, diese verstehen aber nur Marsgrunz. John Carter versucht es also noch einmal auf italienisch, doch auch das wird nicht verstanden.
Die Tharks haben Carter mittlerweile zu ihrem Lager geschleppt, wo er Johgurt zu essen bekommt, den eine Made abgesondert hat. Dann soll er noch ein paar Insekten essen, was er auch tut, wodurch er plötzlich Marsgrunz versteht.

Im weiteren passieren die Dinge im Film nacheinander. John Carter kämpft gegen Spinnen, John Carter befreit die Prinzessin, John Carter muss in der Arena kämpfen. Nach so etwas wie einer zusammenhängenden Handlung muss man mit der Lupe suchen.
Am Ende lässt es sich darauf komprimieren, dass ein böser Afghnaniraker, der John Carter irgendwie von der Erde gefolgt ist, ein Atemluftkraftwerk auf dem Mars unter seine Kontrolle bringen will, um die Herrschaft an sich zu reißen. Die Rolle der Prinzessin reduziert sich darauf, John Cartes Loveinterest zu sein, hin und wieder etwas über den Mars zu erklären, was keinen Sinn ergibt und ansonsten dekorativ herumzusitzen oder zu stehen und zu schmollen. Aber Traci Lords sieht ja immer so aus, als würde sie schmollen.
Die Begrenztheit der Prinzessinnenrolle ist eigentlich schade und irgendwie auch Etikettenschwindel, wenn man bedenkt, dass der Film nach ihr benannt wurde.

Auf der DVD-Hülle wird der Film angepriesen mit „Die Geschichte, die James Cameron zu Avatar inspirierte“. Nun weiß ich nicht, ob das zutrifft, aber behaupten kann man das ja mal, und viel ausdifferenzierter ist die Handlung von Avatar ja nun auch nicht.
Hinten steht dann noch „Für alle Fans von Avatar, Star Wars und Prince of Persia“. Mit „Star Wars“ muss der ungenannte Werbetexter hier die Prequels meinen, denn da ist „Princess of Mars“ in etwa genauso unlogisch, und hat ebenso flache Charaktere.
Mein Fazit: Kann man kucken. Wenn dann aber besser in großer Runde, um ihn gemeinsam blöd zu finden.

Mai
30
2010
3

Tipps für Zeitreisende (in Star Trek)

1.) Fragen Sie die Einheimischen NIEMALS nach dem aktuellen Jahr. Das kann nur strunzendämlich wirken.

2.) Wollen Sie das Jahr herausfinden, sehen Sie in einer Zeitung nach. Finden Sie keine, sind Sie in der Zukunft.

3.) Kleiden Sie sich in Sternenflottenuniformen. Man wird diese für Pyjamas halten, aber Sie keinesfalls für einen Trekkie.

4.) Keine Panik, wenn sie in den 60ern landen. Die Leute da sind so zugedröhnt, dass noch nicht einmal Aliens sie großartig alarmieren. (gilt auch für Stargate)

4.) Vorsicht vor unbeabsichtigten Zeitreisen! Diese führen zu 90% zu gefährlichen Wendepunkten in der Geschichte.

5.) Halten Sie sich aus den Geschehnissen heraus. Sie würden nur alles durcheinanderbringen.

6.) Wenn Sie die Dinge hingegen schon durcheinander gebracht haben, können Sie ebensogut auch ordentlich auf die Kacke hauen.

7.) Ändern Sie etwas in der Vergangenheit, können ihre Freunde in der Zukunft die Auswirkungen beobachten.

8.) Stirbt eine historische Größe, nehmen Sie umgehend ihren Platz ein, um die Zeitlinie zu retten.

9.) Die historische Persönlichkeit wird Ihnen durch eine Besonderheit des Raumzeitkontinuums ähnlich sehen.

10.) Die veränderte Zeitlinie lässt sich oft mit nur wenigen gezielten Handgriffen 100%ig wieder herstellen lassen.

(wird vielleicht noch ausgebaut)

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Mai
22
2010
2

Raumstationen-SF im Vergleich:

1993, ungefähr gleichzeitig, starteten zwei neue tolle Science-Fiction-Serien. Star Trek „The Next Generation“ gab den Föderationsstaffelstab an „Deep Space Nine“ weiter, und auf der anderen Seite der Studiolandschaft hat Joseph Michael Straczynski die Serie „Spacecenter Babylon 5“ buchstäblich aus dem nichts gestampft.
Die beiden Serien haben recht viele Parallelen: Beide spielen auf einer Raumstation, beide beschreiben Kriege gegen mysteriöse und übermächtige Gegner und weiteres mehr. Selbst viele der Einzelheiten findet man in beiden Serien.
Da Straczynski die Idee zu Babylon 5 wohl deutlich vor der geistigen Geburt von Deep Space Nine hatte, und seine Serie Paramount angeboten hatte, dem Studio also, dass alle Star Trek Serien produziert, gibt es im Internet kontrovers geführte Plagiatstheorien.
Darum soll es aber hier nicht gehen, sondern darum, welche insgesamt Serie die Nase vorn hat. Ich – als Jury – werde die beiden Serien in verschiedenen Einzelkategorien begründet bewerten, und das Endergebnis zeigt dann genau, welche Serie ich besser finde, und warum.

I. Die Raumstationen

In beiden Serien ist der stumme Hauptcharakter die Raumstation, auf der die Serie spielt. Erst sie sorgt für den geeigneten Rahmen, für all das Drama und die politischen Intrigen.
Babylon 5 ist eine lange, zylindrische Metallkonstruktion, die in ihrer Gesamtheit eher an das Hubbleteleskop erinnert, als an etwas aus der Science Fiction.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Deep Space Nine ist eine Raumstation, die von den Machern der Serie als „cardassianisch“ entworfen wurde. Deep Space Nine ähnelt im Aufbau zwei Kronen, die jemand aufeinander gelegt hat. Die Zacken dieser Kronen, an denen Raumschiffe andocken können, sind in einem quasi-gotischen Stil gehalten, genau wie auch der Rest der Station.


Star Trek: Deep Space Nine by ~shintetsuya on deviantART

Obwohl Babylon 5 konzeptuell und technisch die glaubwürdigere Station ist, sieht Deep Space Nine einfach schick aus. Das Cardassianische Design ist außerdem mal so etwas ganz anderes, als das, was man sonst so in Star-Trek oder anderen SF-Serien als Hauptschauplatz der Handlung aufgetischt bekommt.
Babylon 5 hingegen vermittelt ein Gefühl von echter Größe, gerade bei Innenaufnahmen. Während das Innere der Station bei Deep Space Nine wirkt wie das, was es ist, nämlich einige, wenig zahlreiche Sets, auf denen gedreht wird, glaubt man bei Babylon 5, dass es Bereiche der Station gibt,von denen nicht einmal der Captain einen Plan hat.

Bewertung also: Unentschieden. Deep Space Nine ist Eyecandy, Babylon 5 sieht nicht so beeindruckend aus, ist aber glaubwürdiger und vermittelt echte Größe. Beide Serien bekommen einen Punkt.

II. Die Schauspieler der Serien allgemein

In beiden Serien machen die Schauspieler einen tollen Job. In so mancher Serie sticht der eine oder andere Schauspieler mit mangelndem Talent hervor, wie eine nervende Feder aus einem kaputtgesessenen Sofa. Sowas ist in diesen beiden Serien aber durchweg nicht zu finden.
Bei Deep Space Nine tummeln sich geradezu die prominenten Gastdarsteller, während Babylon 5 seine besseren Schauspieler gerne mal in anderer Maske recykelt. So mancher Statist von Babylon 5 scheint direkt von der Strasse zu kommen.

Bewertung: Mit einer Träne im Auge, geht dieser Punkt an Deep Space Nine

III. Die Aliens

Deep Space Nine bietet in diesem Punkt das, was man typischerweise von Star Trek gewohnt ist: Leute in Latexmasken. Das ist im Star-Trek-Universum eben so und hat den Vorteil, dass die ganzen Gastdarsteller meist noch irgendwie zu erkennen sind.

Es ist aber auch stinklangweilig.
Die Bajoraner haben eine geriffelte Nase, die Ferengi haben Riesenglatzen und große Ohren und die Trill haben Punkte ums Gesicht.
Die einzige wiederkehrende Alienrasse, die hiervon abweicht, sind die „Wechselbälger“. Diese sind in ihrer natürlichen Form eine orangefarbene CGI-Suppe. Treten die Wechselbälger aber in Kontakt mit den anderen Rassen, sind es einfach nur Menschen in Latexmasken.


Outsiders – Odo by ~Palone-Omi on deviantART

Babylon 5 hat hier mehr zu bieten. Alleine die Vorlonen machen schon mehr her als alles, was man von Star Trek gewohnt ist. Die Vorlonen tragen zwar ständig ihre Druckanzüge, aber schon das ist eine willkommene Abwechslung zu Menschen in Latexmasken, die auch bei Babylon 5 sehr zahlreich vertreten sind.
In Babylon 5 gibt es noch andere Nicht-Latexmasken-Rassen, die hin und wieder mal auftauchen. Man findet hier alles von Puppenspiel über Animatronik bis zu den rein aus CGI bestehenden Schatten. Babylon 5 wirkt zuweilen wie die Cantina aus Star Wars.


Kosh by ~gustorak on deviantART

Bewertung: Dieser Punkt geht klar an Babylon 5. Alleine schon wegen Kosh. Kosh ist klasse.

IV. Die Raumschiffe

Star Trek benutzt seit „Raumschiff Enterprise – Die nächste Generation“ für die Darstellung von Raumschiffen durch CGI aufgemöbelte Modelle. So wird es auch bei Deep Space Nine gehandhabt.


First Contact by ~enterprisedavid on deviantART

In Babylon 5 kommen die Raumschiffe direkt aus dem Computer. Das sieht man leider.
Obwohl sich in Babylon 5 nach der im Piloten verwendeten „Wing-Commander-Grafik“ noch einiges zum besseren entwickelt hat, sind Modelle einfach nicht zu schlagen. Man sieht einfach, dass da was ist, während reine CGI-Raumschiffe immer irgendwie wie Fremdkörper wirken.
Zur Ehrenrettung  – insbesondere der irdischen Raumschiffe – sei gesagt, dass in B5 die Schiffe der Erde auch wieder sehr viel glaubwürdiger konzipiert sind, als die Warp-Schiffe der Föderation mit ihrer künstlichen Gravitation.

Bewertung: Ganz knapp geht der Punkt trotzdem an Depp Space Nine.

V. Raumschiffaction:

Kämpfen in Deep Space Nine Raumschiffe gegeneinander, handelt es sich zumeist um relativ wenige Schiffe, die einander gegenseitig bedrohen. Wie in Star Trek üblich, kann man Massenschlachten zwischen Raumschiffen hier zwar durchaus finden, allzu häufig sind sie jedoch nicht.
In Babylon 5 ist alle paar Folgen mal der Teufel los im All. Ob es die Jäger der Raumstation gegen die „Raiders“ sind, die Narn gegen die Centauri, die Schatten gegen alle anderen, oder die Erde gegen wen auch immer, hier bekommt man jede Menge Fratzengeballer für sein Geld.

Bewertung: Mit einigem Vorsprung geht dieser Punkt an Babylon 5.

VI. Genderkram und allgemeine politische Korrektheit

Beide Serien bestehen den Bechdeltest. Die Frauenquote bei den Führungsoffizieren auf Deep Space Nine ist den 50% nahe, in beiden Serien ist second-in-command der Raumstation eine Frau.
Babylon 5 scheint hier hinterherzuhinken, bis man die Botschafter der verschiedenen Völker und die Telepathin, die streng genommen nicht zur Kommandocrew gehört, in die Rechnung mit einbezieht.
Während es in Deep Space Nine die eine oder andere Story gibt, die sich mit feministischen Themen beschäftigt, scheint Feminismus in Babylon 5 überhaupt gar nicht mehr nötig – oder einfach gar kein sehr wichtiges Thema mehr – zu sein.
Frauen tauchen in allen Ämtern und Funktionen auf, und keiner kommentiert das irgendwie. Im Babylon 5 Universum ist dies ganz normal.
Beide Serien haben eine ausgesprochen frauenfeindliche und patriarchalische Spezies. Bei Deep Space Nine sind es die Ferengi, bei Babylon 5 die Centauri.
Die Hauptrollen beider Serien sind – soweit bekannt – fast ausschließlich heterosexuell. Bei Deep Space Nine scheint Dax „thrillbedingt“ bisexuell zu sein, bei Babylon 5 verliebt sich Lt. Susan Ivanova unglücklich in eine Frau.
In beiden Serien scheint die Hautfarbe ausschlaggebender dafür zu sein, wer sich in wen verliebt, als es die Unterschiede der Latexmasken sind. Mischpaarungen zwischen verschiedenen Spezies kommen in beiden Serien vor, Babylon 5 hat darüber hinaus auch noch Trans-spezies-konvertiten. (Nennt man die „Transspezielle“?)
Update: Dax von Deep Space Nine könnte man – mit etwas gutem Willen – als „transgender“ bezeichnen, obwohl die Bezeichnung ein wenig hinkt. Der Symbiont hat ja sein Geschlecht, sofern vorhanden, behalten, und lediglich den Wirt gewechselt. Weder Wirt noch Symbiont ändern also ihr Geschlecht. Oder seh‘ ich das falsch?

Bewertung: Hier geht der Punkt knapp an Babylon 5, alleine schon, weil Deep Space Nine oft sehr verkrampft wirkt, wenn solche Stories aufs Tablett kommen. Babylon 5 beschäftigt sich natürlicher mit alledem.

VII. Die Crew

Hier scheiden sich dann endgültig die Geister und eine objektive Beurteilung ist ganz und gar unmöglich. Welche der beiden Crews man besser findet, ist einfach Geschmacksache. Ich werde trotzdem versuchen meine Entscheidung zu begründen.
Ich ziehe die Crew von Babylon 5 vor. Bei Babylon 5 gibt es eine stetige Charakterentwicklung bei so gut wie allen Hauptpersonen. Bei Deep Space Nine entwickeln sich viele Charaktere gar nicht, und wenn das vereinzelt doch passiert, wirkt es auch mich forciert und unnatürlich.
Bei Babylon 5 sind die Charaktere auch in sich glaubwürdiger. Bei Star Trek kann man Charakterfehler oft mit der Lupe suchen, alle Babylon-Fünfler tragen ein realistisch-geschüttelt Maß davon herum. Sinclair ist der Mann mit dem Loch in seinerm Gedächtnis, Garibaldi Alkoholiker, Ivanova kommt mit ihrem Vater nicht zurecht und hasst Telepathen, weil sie selbst einer ist… Die Liste könnte man fortsetzen, während die Deep Space Nine Besatzung immer das beste will und meist auch tut.
Außerdem widmet Deep Space Nine der Charakterentwicklung und -beleuchtung ganze Folgen, in denen sonst kaum etwas passiert, während Babylon 5 das so nebenbei macht.

Bewertung: Hier geht der Punkt klar an Babylon 5

VIII. Zu guter letzt: Story is King

Beide Handlungsfäden sind episch. Beide Handlungsfäden führen dazu, dass sich im Laufe der Handlung viel ändert, auf der Erde und in der Galaxie. Beide Handlungen ziehen sich durch mehrere Staffeln und beide Handlungen kommen zu ihrem befriedigenden Ende.
Gerade auf letzteren Punkt kann man nicht zu oft hinweisen. Oft genug finden Serien mit vielversprechendem Anfang ein jähes Ende, noch bevor alle Plotfäden ganz aufgelöst wurden.
Wo wir gerade bei Plotfäden sind:
Sieht man die erste Staffel von Babylon 5 ohne den Rest zu kennen, denkt man sich, dass hier unheimlich viel angedeutet wird. Man vermutet, dass kaum etwas davon aufgelöst wird, wie man es von anderen Serien, gerne auch von Star Trek, gewohnt ist.
Spätestens am Ende der vierten Staffel muss man jedoch erkennen, dass so gut wie jeder brennende Handlungsfaden zu einem befriedigenden Ende geführt wurde. Die noch offenen Handlungsfäden deuten zwar an, dass nach dem Ende der Serie nicht Friede-Freude-Eierkuchen herrscht, aber man kann mit denen sehr gut leben, die aufgelöst wurden.
Babylon 5 neigt dazu, in jeder Staffel mindestens einen Handlungsfaden aufzulösen. Meist kommt die Auflösung gerade dann, wenn man sich fragt, ob die Auflösung jemals kommt. Das ist ein Kunststück, dass ich bei Fernsehserien generell nur selten erlebt habe.
Bei Deep Space Nine wird einiges erhellt und einiges bleibt im Dunkeln. Es gibt hier aber so gut wie keine „Zwischenauflösung“ von Plotpunkten. Deep Space Nine dümpelt manchmal über ganze Staffeln so vor sich hin, bis es am Ende dann geradezu hektische Aktivität mit der Plotauflösung entfaltet.
Während bei Babylon 5 Zeitreisen ein Kernstück der Handlung sind, werden selbige bei Deep Space Nine ausschließlich als Plot-Gimmick benutzt. Das Erstaunliche hierbei ist, dass Babylon 5 es schafft, selbst eine ganz anständige Zeitreiselogik hinzulegen. Vergleichbares sucht man in allen Serien und Filmen des Star-Trek-Franchise vergebens.

Bewertung: Klarer Fall. Schatten sind cool. Dominion ist meh. Dieser Punkt geht an Babylon 5.

Der Sieger insgesamt ist also aus meiner Sicht Babylon 5. Aber das ist nur meine Meinung.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Mai
15
2010
11

Maskulistische Science Fiction

Ich meine es gibt ja feministische Science Fiction. Pamela Sargents „Das Ufer der Frauen“ zum Beispiel. Ein wirklich schlimmes Buch, in dem die Frauen in hochtechnisierten Städten wohnen, und über die Fortpflanzung hinaus kaum Kontakt zu den Männern haben, die als Banden von Wilden die Wildnis durchstreifen müssen, weil sie ja nun wirklich an allem schuld sind: Krieg, Hunger, Tod, schlechtes Fernsehprogramm, usw…

In diesem Buch gibt es spezielle Tempel in der Wildnis, in denen den Männern unter Vorspiegelung illusorischer Geschlechtsakte der Samen entnommen wird, wenn ich mich recht erinnere. Ich fand das Buch enorm unplausibel und schmerzhaft zu lesen, hab es aber tatsächlich bis zum Ende geschafft.

Dann sei noch, als anderes Extrem, Ursula K. LeGuin zu nennen, die jede Menge klasse Science-Fictionromane geschrieben hat. Als Beispiel für feministische Science Fiction fällt da besonders „Winterplanet“ ins Auge. In diesem Buch reist ein menschlicher Raumfahrer auf einen kalten Planeten, auf dem die fast ebenso menschlichen Einwohner monatlich spontan doch ungesteuert das Geschlecht zu ändern in der Lage sind. Einer der Einheimischen verliebt sich in den irdischen Sternenfahrer, und wird im Laufe des Buches zur Frau. Das Buch kann ich weiterempfehlen, da es einige sehr interessante Fragen aufwirft, und zu beantworten versucht.

Zwischen diesen beiden Extremen finden sich viele andere Science-Fictionromane, die versuchen feministische Fragen zu Ende zu denken oder einfach nur ganz andere Familienmodelle zu präsentieren.
In Mary Gentles Roman „Goldenes Hexenvolk“ zum Beispiel, wird eine Alienrasse beschrieben, deren Kinder geschlechtslos sind, bis sie in die Pubertät eintreten. Auch hier wird man mit ganz anderen Familienmodellen konfrontiert. Dieses Buch – und dessen Fortsetzungen – sind zwar nicht ganz die Butter für die Augen, welche die Schreibe von Ursula K. LeGuin ist, aber trotzdem nett zu lesen. Auch hier also eine glatte Leseempfehlung.

Der urtypischte Vertreter der feministischen Science Fiction wird aber für mich immer eine Kurzgeschichte bleiben, die ich mal in irgendeinem Jubiläumsband von irgendwas gelesen habe. Diesen Band habe ich leider nie wiedergefunden, daher weiß ich nicht von wem die Geschichte ist, oder wie sie heißt, ich werde sie aber knapp zusammenfassen, soweit ich mich noch erinnere:

In einer menschlichen Kolonie auf einem Planeten sind alle Männer irgendwann einmal durch eine große Katastrophe gestorben. Seitdem pflanzen sich die Frauen im Labor fort, und die Kolonie ist rein weiblich. Seit Jahrhunderten hat man hier keinen Mann mehr gesehen, bis irgendwann ein Raumschiff von der Erde auftaucht, mit einem männlichen Raumfahrer. Dieser ist geschickt worden, um mal nach dem rechten zu sehen; ob es die Kolonie überhaupt noch gibt, und so.
Die einheimischen Frauen auf diesem Planeten finden ihn sehr befremdlich. Wie es weitergeht, weiß ich aber leider nicht mehr.
Diese Geschichte ist meine erste bewusste Begegnung mit feministischer SF, und ich finde die geschilderte rein weibliche Gesellschaft auch sehr prägnant, was den Feminismus angeht.
(Wer weiß, um welche Geschichte es sich handelt, und wo ich sie finden kann, mag dies gerne in die Kommentare schreiben.)

Was ist nun aber mit den Maskulisten? Sicher, es gibt Science Fiction, die in einem extremen Patriarchat spielt, oder auf Welten, die wahrgewordene Männerträume zu sein scheinen, aber eine rein männliche Gesellschaft, von einem männlichen Autor? Ein romangewordenes Wir-brauchen-keine-Frauen-nicht? Fehlanzeige!
Warum gibt es sowas nicht? Oder habe ich die entsprechenden literarischen Ergüsse nur bisher übersehen? Ich würd‘ sowas gerne mal lesen!

Man stelle sich die namenlose Kurzgeschichte mal andersherum vor:
Irgendeine Katastrophe tötet alle Frauen auf einem Kolonieplaneten, und die Männer pflanzen sich fortan nur noch im Labor fort. Die Gesellschaft wäre rein männlich. Wie würde das aussehen?
Da es sich um die Geschichte eines Maskulisten handeln würde, dürfte es hier auch keine Schwulen geben, weil Schwule schon zu „genderig“ wären. Was machen die Männer dann überhaupt? Wird der Sexualtrieb aberzogen, und man kümmert sich nur noch um Fußball? Werden findige Genetiker gar „Bierbäume“ züchten? Gibt es auf diesem Planeten nur Allrad-Sportwagen? Jetzt im Ernst mal: Ich hab mich durch „Das Ufer der Frauen“ gequält, also würde ich auch so eine abstruse Geschichte gerne lesen.

Und was würde passieren, wenn auf dieser durch und durch männlichen Welt plötzlich ein Raumschiff von der Erde landen würde und heraus käme: Eine Frau!!1elf
Was ist da los? Wird sie auf der Stelle aus altem Urinstinkt in die Küche geschickt? Schwingt sie sich zur bösen Matriarchin auf? Ich sehe da ungeahnte storytechnische Möglichkeiten!

Los, Maskulisten! Schreibt mir so ein Buch! Ich lese es dann auch! Ich lese ja schließlich jeden Schwachsinn, wenn Raumschiffe drin sind!
Oder sind Maskulisten etwa nicht so kreativ wie Feministinnen? Lachhaft!
Haltet euch ran, oder ich schreibe es selbst. „Fussbiertopia“ ist doch ein toller Titel, oder?

Written by Heiko C. in: Bücher,Gesellschaftliches,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Mai
03
2010
3

Schlaumeier-Schilder

Wir haben also nun bereits seltsam formulierte Verbotsschilder, Doppelbindungsschilder, Schilder mit verschiedenen Graden von Exklusivität und sehr höfliche Schilder kennengelernt.
Neulich ist mir aber eine weitere Sorte Schild aufgefallen: Die Schlaumeierschilder, die in Fachkreisen auch Paradoxienauslöser oder Roboterkiller genannt werden.

Während es sich bei Doppelbindungsschildern um zwei verschiedene Schilder handelt, die einander entgegengesetzte Weisungen enthalten, widerspricht sich ein echter Roboterkiller selbst, oder zumindest in Kombination mit einer allgemeinen Weisung außerhalb des Schildes.

Folgendes Schild markiert z. B. den Eingang zur Westerländer Fußgängerzone:

Dieses Schild enthält folgende Aussagen:

– Vernünftige fahren in diesem Bereich nicht Rad
– Wer hier Radfahren will, oder wer anstalten dazu macht, dem ist es verboten.

Außerdem impliziert das Schild auch noch folgende, weitere Aussagen:

– Wer in diesem Bereich Rad fahren will, oder dazu Anstalten macht ist unvernünftig
– Vernünftigen ist es nicht verboten hier Rad zu fahren. (Es ist ja nur allen anderen verboten)

Steht man nioht unter dem Zwang Rad fahren zu wollen, ist dieses Schild eher harmlos, wenn auch seltsam formuliert.
Dann gilt:

Ich will hier nicht Rad fahren, also bin ich vernünftig. Somit ist es mir zwar nicht verboten Rad zu fahren, aber ich würde es trotzdem nie tun.

Problematisch wird es, wenn man an sich gerne Radfahren möchte, es aber nicht tut, weil man vernünftig ist.
Dann würde gelten:

Ich will hier zwar Rad fahren, mache es aber nicht, weil ich vernünftig bin. Immerhin ist dies eine Fußgängerzone.
Da ich das – vernüftiger Weise – erkannt habe, verliert das Verbot nicht Rad zu fahren für mich an Gültigkeit, weil das Verbot ja nicht für Vernünftige gilt.
Ich will also losradeln, als ich merke, dass allein die Ausführung einer Radfahrhandlung dafür sorgen würde, dass ich in die Gruppe der „Unvernünftigen“ umgestuft werde, womit mir das radfahren wieder verboten ist.

Als Mensch hat man nun drei Optionen:

1.) Ich setze mich über das Verbot hinweg, und stecke weg, dass das Schild mich schon vorauseilend als „unvernünftig“ beschimpft hat, und nun auch noch im Recht ist.

2.) Ich halte mich an das Verbot, weil ich nicht will, dass das schnippische Schild mich für unvernünftig hält.

Oder 3.) Ich setze mich über das Verbot des Schildes alleine schon deswegen hinweg, weil es alle Betrachter quasi als „potentielle Unvernünftige“ bezeichnet, und ich mir als chronischer Querulant von Schildern keine Beleidigungen an den Kopf werfen lasse, und seien sie noch so potentiell!
Das Fahren meines Zweirades nutze ich somit als Weg, dem blasierten Schild zu zeigen, wo der Hammer hängt!! Das hat es nun davon, das blöde Schild!!! Ist in der Schule bestimmt immer verprügelt worden!!!! Viva la Revolucion!!!!!!

Ich weiß ja nicht, wie es dem geneigten Leser geht, aber bei „Fahrad fahren verboten!“ oder „Bitte absteigen!“ hätte ich mir diese Gedanken nicht gemacht.
Dieses Schild kommt aber wie ein Schlaumeier daher, und kategoriesiert seine Betrachter schon im Vorraus. Das macht das Schild höchst unsympathisch, wie ich finde.

Warum aber nennt man diese Schilder auch Roboterkiller?
Ganz einfach: Auch wenn man nicht glaubt, dass es einmal positronische Roboter geben wird, die nach Asimovs drei Gesetzen funktionieren, ist eines klar:
Das zweite Asimovsche Robotergesetz wird auch in der wirklichen Welt für humanoide Roboter gelten. Grob zusammengefasst lautet es:

Ein Roboter soll den Befehlen von Menschen gehorchen.

Ist ja klar, dass das gilt. Auf seine Weise gehorcht schließlich auch ein Toaster oder ein Videorecorder den Befehlen von Menschen, soweit er dazu fähig ist.
Technologie soll ja machen was man ihr sagt. Ansonsten hätte schon längst jemand einen Videorecorder erfunden, der statt der programmierten Sendungen zufällige andere aufnimmt.
Obwohl dies in Einzelfällen vorgekommen sein mag, war dies doch in keinem Fall die Intention der Entwickler des Gerätes.
Macht ein humanoider Roboter also nicht, was man sagt – wozu bräuchte man ihn dann? Eben.

Sie geben ihrer VCP3409-Einheit also folgenden Befehl:

„Bring dieses Päckchen bitte zu der und der Adresse. Fahr mit dem Rad, und bitte auf dem schnellsten Weg, es ist dringend.“

Der Android fährt mit seinem titanverstärkten Drahtesel also los, freudig zu dienen, bis er an obiges Schild kommt.
Das Schild enthält ein Verbot. Ein Verbot ist im Grunde genommen ein negativer Befehl, den der Roboter befolgen muss, weil das Schild von Menschen aufgestellt wurde.
Selbst wenn der Roboter zu dem Schluß käme, dass dieses Verbot nicht von „seinem Menschen“ (sprich Besitzer) ausgesprochen wurde, so ist ihm doch klar, dass es ein offizielles Schild ist, welches auch Menschen beachten müssen. Somit muss er es erst recht beachten.
VCP3409 steigt also ab, und will das Rad schieben. In dem Moment bemerkt er, dass er zu der Gruppe der Vernünftigen gehört, für die das Verbot nicht gilt. Also steigt er wieder auf, fährt einen Zentimeter, bis er merkt, dass er wieder zu den Unvernünftigen gehört, für die das Verbot gilt. Also steigt er wieder ab, merkt, dass er vernünftig ist, und steigt wieder auf, und so weiter…

Da es in dem dringlich vorgebrachten Befehl seines Besitzers keine Einschränkung für Fußgängerzonen gibt, gilt noch immer die Weisung mit dem Rad zum Ort der Ablieferung des Päckchens zu fahren.
Diese Weisung wird immer nur dann ausser Kraft gesetzt, wenn der Roboter tatsächlich Anstalten macht zu radeln. Ist er im Begriff nicht zu radeln, erscheint es ihm aber ohne weiteres möglich zu radeln.

Das Resultat:
Der arme VCP3409, der nur seinem Besitzer dienen wollte, ist in einer unauflöslichen Logikschleife gefangen.
Schon etwa 3 Sekunden, nachdem er den Text des Schildes gelesen hat, wird er aufhören sich für Menschen sichtbar zu bewegen, und nach gut einer dreiviertel Stunde ist sein Positronengehirn hoffnungslos überhitzt. Es kann nicht wieder hergestellt werden.
Je nachdem, um welchen Typ Gehirn es sich handelt, beginnt selbiges nach etwa einer Stunde deutlich sichbar zu schmoren, und wenn sich nach 16 Stunden noch immer niemand um den armen Roboter gekümmert hat, ist es sogar möglich, dass er explodiert. (Wenn seine Fusionsleiter schlecht gearbeitet sind)

Um sich dieses Phänomen zunutze zu machen, haben antipositronische Terrorgruppen solche Schilder schon gezielt eingesetzt, um Anschläge auf Roboter zu verüben.
Dabei wurden gezielt „Roboterkiller“ so formuliert, dass sie noch nichteinmal der vorherigen Aufforderung Rad zu fahren bedürfen:

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Mai
30
2011
3

Klingonische Volkslyrik auf Wandergitarre

Es gibt ja echt so Sachen, da ist man erst einmal sprachlos. So geschehen bei dieser freien Interpretation eines Klingonischen Siegesliedes mit Gitarren- und Mundharmonikabegleitung:

Großartig. Auch wenn Youtube mittlerweile die letzte Seuche ist, weil man ohne Googleaccount nicht mehr in seinen Youtubeaccount kommt, die Einbettungsmaske so versteckt ist, dass man sie nicht findet, die Googleaccounts ständig eingeloggt sein wollen, man sich nicht am gleichen Rechner mit verschiedenen Google. und Youtubeaccounts einloggen kann und jedes zweite verschissene Scheiß-Drecks-Video mittlerweile geogeblockt ist.
Youtube ist vielleicht noch nicht ganz tot, liegt aber in den letzten Zuckungen, wenn das so weitergeht.
Die haben sie doch nicht mehr alle.

Written by Heiko C. in: Youtube Fundstück | Schlagwörter: , ,
Apr
09
2011
4

FBI gibt Roswell Vorfall zu?!?

Ich berichte hier mal ganz vorsichtig, weil ich mir auch keinen richtigen Reim auf diese Meldung machen kann. Das FBI hat wieder einmal einige Geheimdokumente veröffentlicht, die man nun im Internet bewundern kann. Das müssen die machen, weil nach dem „Freedom of Information Act“ jeder US-Bürger das Recht hat, diese Dokumente einzusehen.
Selbstverständlich werden viele Dokumente teilweise geschwärzt, bevor sie freigegeben werden und es gelten wohl generell gewisse Fristen, nach deren Ablauf erst veröffentlicht wird. Diese Fristen können scheinbar auch gerne einmal 60 Jahre dauern, wie der folgende Fall zeigt.

Bei diesem LINK handelt es sich scheinbar tatsächlich auf einen Link auf eine genuine Webseite der amerikanischen Kriminalbehörde, und auch der Scan des Dokumentes sieht für meine ungeübten Augen überzeugend aus.

Was dort nun steht, weiß ich jedoch nicht recht einzuordnen.

Ich zitiere mal grob übersetzt:

Ein Ermittler für die Air Force konstatierte, daß drei sogenannte fliegende Untertassen in New Mexico geborgen wurden. Sie wurden als kreisförmig mit erhobenen Mittelteilen, etwa 50 Fuß im Durchmesser beschrieben. Jede war besetzt mit drei Körpern menschlicher Gestalt, aber nur 3 Fuß hoch, gekleidet in metallischen Stoff einer sehr feinen Beschaffenheit. Jeder Körper war in ähnlicher Weise bandagiert wie die Blackout-Suits die von Hochgeschwindigkeitsfliegern und Testpiloten benutzt werden.

Weiter ist dort zu lesen, dass die UFOs abgestürzt sind, weil das Hochfrequenzradar der nahegelegenen Militärbasis scheinbar deren Steuermechanismen gestört hat.

Was genau „Blackout-Suits“ sind, und ob meine Übersetzung von „speed flyers“ als „Hochgeschwindigkeitsfliegern“ stimmt, weiß ich nicht. Im Original könnt ihr beim FBI selbst nachlesen, der Link steht ja oben.

Auf einem englischsprachigen Blog wird auch schon drüber berichtet: LINK. Sonst erstaunlicherweise nirgends.

Womit haben wir es nun zu tun?
Verspäteter Aprilscherz der US-Regierung? Verspäteter Aprilscherz des FBI? (Wenn ja: Dürfen die sowas?) Bewusste Fälschung des FBI, um Leute von irgendwelchen Kriegen abzulenken? Bewusste Fälschung, die dem FBI untergejubelt wurde? Haben Hacker wieder irgendwas gehackt?
Und wenn das Dokument Tatsachen beschreibt, womit haben wir es dann zu tun? Aliens? Einer verunglückten Zirkustruppe in selbstgebauten Experimentalflugzeugen? Einem chinesischen Spionageflugzeugflottendingsda? Ich bin gespannt ob und wer dazu Stellung nimmt, auf jeden Fall sollte diese Meldung die Ufologen-Gerüchteküche ordentlich anheizen.

Update: Ist wohl ein Hoax.

Update 2: Ist wohl ein 60 Jahre alter Hoax. XD

Update 3: Scheinbar hat wohl jemand diesem FBI-Agenten, der da das Memo abgeschickt hat, einen Bären aufgebunden.

Update 4: Mehr dazu: LINK!

Mrz
12
2011
4

Die chronologiekeitskritische Babylonfünferia

Aus Gründen:
Also. Wir haben da zwei Serien, drei Piloten und ein paar TV-Filme. Die wurden in einer bestimmten Reihenfolge gesendet, spielen in einer anderen und waren im Falle von „Crusade“ sogar auch noch für eine eigentlich ganz andere Reihenfolge ausgelegt.
Das mag einige verwirren. Es kursieren Gruselgeschichten.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Das Ziel der von mir am 12.3.2011 gegründeten Babylonfünferia ist es Ängste abzubauen und Reihenfolgen zu erklären, denn die leicht angeditschte Reihenfolge des Babylon-5-Universums ist nunmal so, wie sie ist und daher ist es sinnlos sich gegen sie zu wehren.
Statt dessen muss man lernen, mit ihr klar zu kommen.

Die folgende Reihenfolge folgt nicht immer genau dem chronolisch richtigen Zeitablauf, sondern einer empfohlenen Reihenfolge, die den damaturgischen Effekt maximieren soll.

1. „Die Zusammenkunft“
Auf jeden Fall zuerst schauen, da es sich um den Pilotfilm der Hauptserie handelt, der nicht nur vor (fast) allem spielt, sondern auch noch mieses Make-Up, schlecht sitzende Kostüme und nervige Musik hat.
Das beides wird ab der ersten Folge besser, aber wenn man vorher was anderes schaut, z.B. einen der TV-Filme, dann den Piloten und dann die Serie, sticht der Pilot noch mehr unangenehm heraus als sowieso schon.

2. Staffel 1 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

3. Staffel 2 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

4. Staffel 3 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

5. Staffel 4 Folge 1-8
weil danach ein Film spielt.

6. „Das Tor zur 3. Dimension“
Streng genommen spielt dieser Film nach der ersten Szene von Folge 4.09, aber nachdem ich den einmal so geschaut habe, muss ich zugeben, dass dies schon ein wenig albern ist.

7. Staffel 4 Folge 9-22
womit die Staffel beendet ist, die eigentlich schon als die letzte geplant war.

8. „Der erste Schritt“
Dieser Film ist eventuell ein klein wenig problematisch. Er besteht aus einer Rahmenhandlung und einer Haupthandlung.
Die Haupthandlung spielt lange vor der Serie, die Rahmenhandlung danach.
Schaut man den Film aber vor der Serie, nimmt er zu viel vorweg und somit die Spannung. Schaut man den Film nach allem anderem, hat man eventuell schon wieder vergessen auf welche Ereignisse in der vierten Staffel er sich speziell bezieht.
Desweiteren lief dieser Film im Fernsehen zeitlich zwischen Staffel 4 und 5, also kann es uns nur recht sein, ihn auch so zu sehen.

9. Staffel 5 Folge 1-21
An sich könnte man Folge 22 hier auch gleich im Anschluss schauen. Sie spielt zwar etwa 20 Jahre nach der Serie, ist aber thematisch mit ihr verbunden, und spoilert die Filme, die man danach sehen würde nicht.
Will man aber die Folge einigermaßen in der Reihenfolge schauen, die der zeitlichen Eindordnung in die Babylon-5-Timeline entspricht, sollte man sie sich bis zum Schluss aufsparen.

10. „Der Fluss der Seelen“
Hier entspricht die empfohlene Konsumreihenfolge der Chronologie der Serie.

11. „Legenden der Rangers“
Wenn überhaupt, dann muss man diesen Piloten für eine nicht weiterverfolgte Serie wohl jetzt schauen. „Legenden der Rangers“ sticht aufgrund der teilweise mangelhaften bis ungenügenden schauspielerischen Leistungen auch wie ein großer Zeh hervor.
Trotzdem meine Kuckempfehlung, weil G’Kar drin ist.

12. „Waffenbrüder“
Waffenbrüder ist als Brücke zwischen Babylon 5 und Crusade gedacht, ein wenig wie „Star Trek – Generations“ ein Brückenteil zwischen den TOS-Filmen und den TNG-Filmen sein soll.
Zum Glück ist Waffenbrüder besser als Generations.

13.So, jetzt verlassen wir den Boden gut begründeter und vor allem übersichtlicher Empfehlungen. Jetzt kommt „Crusade“


High Crusade by =karanua on deviantART

Bei Crusade gibt es nur falsche Reihenfolgen. Der Reihenfolge, die der Schöpfer des Babylon-5-Universums, Joseph Michael Straczynski, eigentlich vorgesehen hatte, haben sich die Produzenten gesperrt. Man kann die Folgen zwar in der Reihenfolge schauen, in der sie ursprünglich mal gedacht waren, aber dann kommt es zu Kontinuitätsfehlern.
Man kann die Serie auch nach der vom Network vorgegebenen Sendereihenfolge schauen, aber dann entsteht kein Spannungsbogen, der über eine Folge hinaus geht.
Zu allem Überfluss handelt es sich bei Crusade nur um die erste Staffel von geplanten fünf. Das Ende bleibt uns Crusade also schuldig. Wie gut, dass wir noch die letzte Folge der letzten Staffel Babylon 5 haben, die nach Crusade spielt. Aus ihr können wir extrapolieren, was in der Zwischenzeit passiert sein muss.

Also nun zur Crusade-Reihenfolge, die „am richtigsten ist“, welches die ist, die Straczynski persönlich unter Einbeziehung aller möglichen Kontinuitätsfehler als quasi redigierte Directors-Reihenfolge geliefert hat:
13. a.) Folge 9
13. b.) Folge 11
13. c.) Folge 10
13. d.) Folge 2
13. e.) Folge 12
13. f.) Folge 3
13. g.) Folge 13
13. h.) Folge 5
13. i.) Folge 4
13. j.) Folge 6
13. k.) Folge 7
13. l.) Folge 1
13. m.) Folge 8
13. n.) Die unveröffentlichten Episoden, die ich allerdings nicht gesehen habe. Daher kann ich mir nicht wirklich ein Urteil bilden.

14.) Vergessene Legenden

15.) Babylon 5 Staffel 5 Folge 22

So. Diese Reihenfolge empfehle ich persönlich. Ich hoffe ich konnte Ängste nehmen und Gruselgeschichten widerlegen. Ist doch alles gar nicht so schwer. 😀

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Mrz
09
2011
4

Der Fall des Barons – eine Chronik

Baronie Frankenstein. Eine grünliche Kreatur mit Nackenbolzen wird gesichtet, wie sie des Nachts durch die Strassen wandert und unartikuliert stöhnt.
Da bekannt ist, dass der Baron Dr. Viktor von Frankenstein ein Wissenschaftler ist, wird er von Inspector Kemp gefragt, ob er etwas mit der Sache zu tun hat.

Der Baron: „Diese Vorwürfe kann ich nur als abstrus bezeichnen.“

Abgesehen von den gelegentlichen Besuchen der Kreatur im Dorf, vermeldet auch der Totengräber, dass sich jemand in den vergangenen Monaten immer wieder an den Gräbern zu schaffen machte. Der bucklige Diener des Barons wurde nachts verdächtig häufig in der Nähe des Friedhofs angetroffen, wie sich der Nachtwächter erinnert.
Dies und die Tatsache, dass Frau Gemeinhuber in Ohnmacht fällt, weil die Kreatur angeblich das Gesicht ihres toten Mannes trägt, sorgt dafür, dass sich der Verdacht verdichtet, der Baron habe eventuell Leichenteile vom Friedhof gestohlen und zu einem grotesken Monster zusammengenäht.

Angesprochen auf die Vorwürfe antwortet der Baron: „Meine von mir geschaffene Kreatur besteht nicht aus gestohlenen Leichenteilen, und den Vorwurf weise ich in aller Form von mir. Die Menschen in dieser Baronie erwarten, dass ich mich um die fordernde Aufgabe des progressiven Wissenschaftlers mit voller Kraft kümmere, und das kann ich auch.“

Die Kreatur tötet im Affekt den Nachtwächter und die kleine Annie Grubenmichel, als diese am Brunnen spielt. Dorfbewohner reichen eine Petition ein, die sich gegen weitere Experimente in der Baronie richtet und eine verdachtsunabhängige Vollzeitvideoüberwachung des örtlichen Friedhofs fordert.
Die Stimmen werden lauter, dass eigentlich doch der Baron an allem Schuld sei und gefälligst zu verschwinden habe.

Im Internet nimmt die Seite „Frankenstein-Leichenraub.wiki“ anhand von Fotos und freiwilligen genetischen Proben der Dorfbewohner eine Analyse vor. Hierbei stellt sich heraus, dass die Kreatur sich zu mindestens 84,9% klar erkennbar aus Körperteilen verstorbener Dorfbewohner zusammensetzt.

Auf einer Versammlung progressiver Wissenschaftler äußert sich Dr. Frankenstein wie folgt: „Ich habe diese Fehler nicht bewusst gemacht. Ich habe auch nicht bewusst oder absichtlich in irgendeiner Form Leichenteile vom Friedhof entwendet, und musste mich natürlich auch selbst fragen, meine Damen und Herren, wie konnte das geschehen? Wie konnte das passieren?
So ist es, dass man einen Blick dann zurückwirft. Man hat sechs, sieben Monate an so einer Kreatur gebastelt. Man hat in diesen 6 oder 7 Monaten teilweise auch zuviel… teilweise auch den Überblick über die Quellen verloren.“

Die Kreatur wird eingefangen, befreit sich aber wieder, nachdem der Gefängniswärter sie mit einem Sturmfeuerzeug geärgert hat. Der Gefängniswärter wird dabei getötet, und das Gefängnis brennt bis auf die Grundmauern nieder. Die Kreatur erwürgt auf der Flucht eine Molkereifachfrau.
Der Baron von Frankenstein wird schließlich vor den Stadtrat geholt, um sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Er sagt: „Mir geht es darum in eine Debatte, die so aufgeheizt ist, und in die man auch so viel Stimmung bringen kann, dann auch wieder Ruhe reinzubringen, dass man auch vergleichsweise ruhig wieder seiner Tätigkeit als Wissenschaftler nachgehen kann. Und das werde ich auch.
Ich habe mir meine Kreatur übers Wochenende noch einmal angesehen, und muss zugeben, dass ich bei der Besorgung der Rohmaterialien schon ziemlichen Blödsinn gemacht habe.“

Die Lage eskaliert. Die wütende Dorfbevölkerung marschiert mit Fackeln und Mistgabeln erst der Kreatur hinterher, dann zur Burg Frankenstein. Am nachfolgenden Tag äußert sich der Baron zu den Vorgängen wie folgt:

„Ich habe in einem sehr freundlichen Gespräch den Herrn Bürgermeister informiert, dass ich mich von weiteren Experimenten mit totem Gewebe in dieser Baronie zurückziehen werde, und meine Burg – bzw. meine abgebrannte Burgruine – zum Verkauf gemeldet. Dies war die schwerste Entscheidung meines Lebens, aber ich kann es nicht zulassen, dass ein Mob wütender Dorfbewohner den Streit um meine Person auf dem Rücken der Wissenschaft austrägt.“

Eine Facebook-Gruppe mit dem Namen „Wir wollen Dr. Baron Viktor von Frankenstein zurück“ wird gegründet.

Jan
29
2011
3

Alles schonmal dagewesen: Premakes

Ich bin bei Buttkickingbabes drauf gestoßen, aber das ganze scheint tatsächlich ein neues Mem zu sein: Leute schneiden Trailer aus alten Filmen zusammen, die für neue Filme werben, als seien diese alte Filme. Besser kann ich es jedenfalls nicht erklären. Schaut es euch einfach mal an:

Up aus dem Jahre 1965:

Ghostbusters aus dem Jahre 1954:

und Star Wars darf auch nicht fehlen, darum hier
Das Imperium schlägt zurück aus dem Jahr 1950:

Ich bin immer wieder verblüfft, was man alles im Internet finden kann.

Written by Heiko C. in: Filme,Lustiges,Spass und Spiel | Schlagwörter: ,
Jun
20
2010
2

Princess of Mars

So, nun ist es also passiert: Ich habe mir ohne es gleich zu merken, eine Asylum-DVD gekauft. Asylum, für diejenigen, die es nicht kennen, ist das Filmstudio, welches – ich sag mal – Alternativversionen aktueller Kinofilme produziert, und diese dann direkt to Video in die Läden bringt. Ziel ist, dass möglichst viele Leute so ihre Filme kaufen, und denken, es würde sich um die echten Blockbuster handeln.
Diese Art Falschfilm nennt man „Knockbuster“. Von Asylum gibt es zum Beispiel „Doomsday 2012“, „Transmorphers“ oder den gloriosen „I am Omega“.

Na ja, nun bin also auch ich auf den Marketingplot reingefallen, allerdings scheint es sich bei den Film, den ich gekauft habe nicht um die Billigversion eines Blockbusters zu handeln, sondern um eine eigene Filmidee.
Zumindest ist mir der dazu passende Blockbuster nicht bekannt, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

„Princess of Mars“ ist nichts weniger als eine Adaption der Barsoom-Bücher von Edgar Rice Burroughs. In dieser Buchreihe geht es um einen heimkehrenden Bürgerkriegssoldaten der einschläft, und auf dem Mars wieder aufwacht. Auf diesem Mars gibt es vierarmige Aliens, leichtbekleidete Frauen und alles mögliche mehr.
Die Buchvorlage ist also von sich aus schon ziemlich trashige Low-Fantasy. Passt ja irgendwie zu Asylum, möchte man denken.
Wie sieht es also mit der Filmumsetzung aus?

Im Fim wurde aus irgendwelchen Gründen der Soldat aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg zu einem Special-Ops-Mann, der in Afghanistan (oder im Irak, bin mir nicht sicher) operiert.
Bei irgendeiner seiner speziellen Operationen wird er von einem dieser Einheimischen – man kann ihnen nun einmal nicht trauen – verraten, und schlimm verletzt.
Seine Armee findet ihn und hält ihn für einen hoffnungslosen Fall. Da er irgendwelchen Experimenten zugestimmt hat, entschließt man sich ihn „Atom für Atom“ auf einem „16-GB-Flash-Stick“ (sic!) zu speichern, und ihn mittels Wissenschaft zum Mars zu transportieren. Natürlich nicht zu unserem Mars, sondern zum Mars um Alpha Centauri. Wahrscheinlich denken die Drehbuchschreiber, dass jedes Sternensystem einen Mars braucht. Ich stimme zu. Würde ich in einem Sternensystem wohnen, und es gäbe dort keinen Mars, mir würde etwas fehlen.
Aber zurück zum Film.

Der schwerverletzte Soldat John Carter grüßt seine Vorgesetzten also noch ein letztes Mal mit einem Stinkefinger, als er sich schon in einem Lendenschurz in einer Wüste wiederfindet. Wo der Lendenschurz herkommt erfahren wir nicht, aber wahrscheinlich haben den die amerikanischen Wissenschaftler aus Gründen des Anstands extra ins Teleportationsprogramm geschrieben.
Bewusstlos auf diesem anderen Mars liegend, wird John Carter sofort von der Prinzessin des Mars, Deja Thoris, gefunden, die ihn jedoch im Wüstensand des Mars liegen lässt, um ihn zu verschonen.
Ja, so passiert es, ich habe es auch nicht ganz begriffen. Deja Thosris spricht übrigens Englisch.

Die Prinzessin wird von Traci Lords gespielt, die zu den besseren Thespisjüngern in diesem Film zählt. Den Bechdeltest besteht der Film nicht, da sie die einzige weibliche Rolle im Film ist.
John Carter steht also auf, als die Prinzessin weg ist, und findet heraus, dass er auf diesem Mars unglaublich weit und hoch springen kann. Kurz darauf wird er von Thaks gefangen. Tharks, das sind im Buch drei Meter große, vierarmige und grüne Aliens, hier sind es Menschen in Latexmasken. Aber immerhin in recht aufwändigen Latexmasken.
Diese Tharks reiten im Buch vierbeinige Reittiere. Im Film haben diese Reittiere nur zwei Beine. Irgendwie scheint im Film alles zu wenig Gliedmaßen zu haben.
John Carter versucht sich auf Englisch mit den Tharks zu unterhalten, diese verstehen aber nur Marsgrunz. John Carter versucht es also noch einmal auf italienisch, doch auch das wird nicht verstanden.
Die Tharks haben Carter mittlerweile zu ihrem Lager geschleppt, wo er Johgurt zu essen bekommt, den eine Made abgesondert hat. Dann soll er noch ein paar Insekten essen, was er auch tut, wodurch er plötzlich Marsgrunz versteht.

Im weiteren passieren die Dinge im Film nacheinander. John Carter kämpft gegen Spinnen, John Carter befreit die Prinzessin, John Carter muss in der Arena kämpfen. Nach so etwas wie einer zusammenhängenden Handlung muss man mit der Lupe suchen.
Am Ende lässt es sich darauf komprimieren, dass ein böser Afghnaniraker, der John Carter irgendwie von der Erde gefolgt ist, ein Atemluftkraftwerk auf dem Mars unter seine Kontrolle bringen will, um die Herrschaft an sich zu reißen. Die Rolle der Prinzessin reduziert sich darauf, John Cartes Loveinterest zu sein, hin und wieder etwas über den Mars zu erklären, was keinen Sinn ergibt und ansonsten dekorativ herumzusitzen oder zu stehen und zu schmollen. Aber Traci Lords sieht ja immer so aus, als würde sie schmollen.
Die Begrenztheit der Prinzessinnenrolle ist eigentlich schade und irgendwie auch Etikettenschwindel, wenn man bedenkt, dass der Film nach ihr benannt wurde.

Auf der DVD-Hülle wird der Film angepriesen mit „Die Geschichte, die James Cameron zu Avatar inspirierte“. Nun weiß ich nicht, ob das zutrifft, aber behaupten kann man das ja mal, und viel ausdifferenzierter ist die Handlung von Avatar ja nun auch nicht.
Hinten steht dann noch „Für alle Fans von Avatar, Star Wars und Prince of Persia“. Mit „Star Wars“ muss der ungenannte Werbetexter hier die Prequels meinen, denn da ist „Princess of Mars“ in etwa genauso unlogisch, und hat ebenso flache Charaktere.
Mein Fazit: Kann man kucken. Wenn dann aber besser in großer Runde, um ihn gemeinsam blöd zu finden.

Mai
30
2010
3

Tipps für Zeitreisende (in Star Trek)

1.) Fragen Sie die Einheimischen NIEMALS nach dem aktuellen Jahr. Das kann nur strunzendämlich wirken.

2.) Wollen Sie das Jahr herausfinden, sehen Sie in einer Zeitung nach. Finden Sie keine, sind Sie in der Zukunft.

3.) Kleiden Sie sich in Sternenflottenuniformen. Man wird diese für Pyjamas halten, aber Sie keinesfalls für einen Trekkie.

4.) Keine Panik, wenn sie in den 60ern landen. Die Leute da sind so zugedröhnt, dass noch nicht einmal Aliens sie großartig alarmieren. (gilt auch für Stargate)

4.) Vorsicht vor unbeabsichtigten Zeitreisen! Diese führen zu 90% zu gefährlichen Wendepunkten in der Geschichte.

5.) Halten Sie sich aus den Geschehnissen heraus. Sie würden nur alles durcheinanderbringen.

6.) Wenn Sie die Dinge hingegen schon durcheinander gebracht haben, können Sie ebensogut auch ordentlich auf die Kacke hauen.

7.) Ändern Sie etwas in der Vergangenheit, können ihre Freunde in der Zukunft die Auswirkungen beobachten.

8.) Stirbt eine historische Größe, nehmen Sie umgehend ihren Platz ein, um die Zeitlinie zu retten.

9.) Die historische Persönlichkeit wird Ihnen durch eine Besonderheit des Raumzeitkontinuums ähnlich sehen.

10.) Die veränderte Zeitlinie lässt sich oft mit nur wenigen gezielten Handgriffen 100%ig wieder herstellen lassen.

(wird vielleicht noch ausgebaut)

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Mai
22
2010
2

Raumstationen-SF im Vergleich:

1993, ungefähr gleichzeitig, starteten zwei neue tolle Science-Fiction-Serien. Star Trek „The Next Generation“ gab den Föderationsstaffelstab an „Deep Space Nine“ weiter, und auf der anderen Seite der Studiolandschaft hat Joseph Michael Straczynski die Serie „Spacecenter Babylon 5“ buchstäblich aus dem nichts gestampft.
Die beiden Serien haben recht viele Parallelen: Beide spielen auf einer Raumstation, beide beschreiben Kriege gegen mysteriöse und übermächtige Gegner und weiteres mehr. Selbst viele der Einzelheiten findet man in beiden Serien.
Da Straczynski die Idee zu Babylon 5 wohl deutlich vor der geistigen Geburt von Deep Space Nine hatte, und seine Serie Paramount angeboten hatte, dem Studio also, dass alle Star Trek Serien produziert, gibt es im Internet kontrovers geführte Plagiatstheorien.
Darum soll es aber hier nicht gehen, sondern darum, welche insgesamt Serie die Nase vorn hat. Ich – als Jury – werde die beiden Serien in verschiedenen Einzelkategorien begründet bewerten, und das Endergebnis zeigt dann genau, welche Serie ich besser finde, und warum.

I. Die Raumstationen

In beiden Serien ist der stumme Hauptcharakter die Raumstation, auf der die Serie spielt. Erst sie sorgt für den geeigneten Rahmen, für all das Drama und die politischen Intrigen.
Babylon 5 ist eine lange, zylindrische Metallkonstruktion, die in ihrer Gesamtheit eher an das Hubbleteleskop erinnert, als an etwas aus der Science Fiction.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Deep Space Nine ist eine Raumstation, die von den Machern der Serie als „cardassianisch“ entworfen wurde. Deep Space Nine ähnelt im Aufbau zwei Kronen, die jemand aufeinander gelegt hat. Die Zacken dieser Kronen, an denen Raumschiffe andocken können, sind in einem quasi-gotischen Stil gehalten, genau wie auch der Rest der Station.


Star Trek: Deep Space Nine by ~shintetsuya on deviantART

Obwohl Babylon 5 konzeptuell und technisch die glaubwürdigere Station ist, sieht Deep Space Nine einfach schick aus. Das Cardassianische Design ist außerdem mal so etwas ganz anderes, als das, was man sonst so in Star-Trek oder anderen SF-Serien als Hauptschauplatz der Handlung aufgetischt bekommt.
Babylon 5 hingegen vermittelt ein Gefühl von echter Größe, gerade bei Innenaufnahmen. Während das Innere der Station bei Deep Space Nine wirkt wie das, was es ist, nämlich einige, wenig zahlreiche Sets, auf denen gedreht wird, glaubt man bei Babylon 5, dass es Bereiche der Station gibt,von denen nicht einmal der Captain einen Plan hat.

Bewertung also: Unentschieden. Deep Space Nine ist Eyecandy, Babylon 5 sieht nicht so beeindruckend aus, ist aber glaubwürdiger und vermittelt echte Größe. Beide Serien bekommen einen Punkt.

II. Die Schauspieler der Serien allgemein

In beiden Serien machen die Schauspieler einen tollen Job. In so mancher Serie sticht der eine oder andere Schauspieler mit mangelndem Talent hervor, wie eine nervende Feder aus einem kaputtgesessenen Sofa. Sowas ist in diesen beiden Serien aber durchweg nicht zu finden.
Bei Deep Space Nine tummeln sich geradezu die prominenten Gastdarsteller, während Babylon 5 seine besseren Schauspieler gerne mal in anderer Maske recykelt. So mancher Statist von Babylon 5 scheint direkt von der Strasse zu kommen.

Bewertung: Mit einer Träne im Auge, geht dieser Punkt an Deep Space Nine

III. Die Aliens

Deep Space Nine bietet in diesem Punkt das, was man typischerweise von Star Trek gewohnt ist: Leute in Latexmasken. Das ist im Star-Trek-Universum eben so und hat den Vorteil, dass die ganzen Gastdarsteller meist noch irgendwie zu erkennen sind.

Es ist aber auch stinklangweilig.
Die Bajoraner haben eine geriffelte Nase, die Ferengi haben Riesenglatzen und große Ohren und die Trill haben Punkte ums Gesicht.
Die einzige wiederkehrende Alienrasse, die hiervon abweicht, sind die „Wechselbälger“. Diese sind in ihrer natürlichen Form eine orangefarbene CGI-Suppe. Treten die Wechselbälger aber in Kontakt mit den anderen Rassen, sind es einfach nur Menschen in Latexmasken.


Outsiders – Odo by ~Palone-Omi on deviantART

Babylon 5 hat hier mehr zu bieten. Alleine die Vorlonen machen schon mehr her als alles, was man von Star Trek gewohnt ist. Die Vorlonen tragen zwar ständig ihre Druckanzüge, aber schon das ist eine willkommene Abwechslung zu Menschen in Latexmasken, die auch bei Babylon 5 sehr zahlreich vertreten sind.
In Babylon 5 gibt es noch andere Nicht-Latexmasken-Rassen, die hin und wieder mal auftauchen. Man findet hier alles von Puppenspiel über Animatronik bis zu den rein aus CGI bestehenden Schatten. Babylon 5 wirkt zuweilen wie die Cantina aus Star Wars.


Kosh by ~gustorak on deviantART

Bewertung: Dieser Punkt geht klar an Babylon 5. Alleine schon wegen Kosh. Kosh ist klasse.

IV. Die Raumschiffe

Star Trek benutzt seit „Raumschiff Enterprise – Die nächste Generation“ für die Darstellung von Raumschiffen durch CGI aufgemöbelte Modelle. So wird es auch bei Deep Space Nine gehandhabt.


First Contact by ~enterprisedavid on deviantART

In Babylon 5 kommen die Raumschiffe direkt aus dem Computer. Das sieht man leider.
Obwohl sich in Babylon 5 nach der im Piloten verwendeten „Wing-Commander-Grafik“ noch einiges zum besseren entwickelt hat, sind Modelle einfach nicht zu schlagen. Man sieht einfach, dass da was ist, während reine CGI-Raumschiffe immer irgendwie wie Fremdkörper wirken.
Zur Ehrenrettung  – insbesondere der irdischen Raumschiffe – sei gesagt, dass in B5 die Schiffe der Erde auch wieder sehr viel glaubwürdiger konzipiert sind, als die Warp-Schiffe der Föderation mit ihrer künstlichen Gravitation.

Bewertung: Ganz knapp geht der Punkt trotzdem an Depp Space Nine.

V. Raumschiffaction:

Kämpfen in Deep Space Nine Raumschiffe gegeneinander, handelt es sich zumeist um relativ wenige Schiffe, die einander gegenseitig bedrohen. Wie in Star Trek üblich, kann man Massenschlachten zwischen Raumschiffen hier zwar durchaus finden, allzu häufig sind sie jedoch nicht.
In Babylon 5 ist alle paar Folgen mal der Teufel los im All. Ob es die Jäger der Raumstation gegen die „Raiders“ sind, die Narn gegen die Centauri, die Schatten gegen alle anderen, oder die Erde gegen wen auch immer, hier bekommt man jede Menge Fratzengeballer für sein Geld.

Bewertung: Mit einigem Vorsprung geht dieser Punkt an Babylon 5.

VI. Genderkram und allgemeine politische Korrektheit

Beide Serien bestehen den Bechdeltest. Die Frauenquote bei den Führungsoffizieren auf Deep Space Nine ist den 50% nahe, in beiden Serien ist second-in-command der Raumstation eine Frau.
Babylon 5 scheint hier hinterherzuhinken, bis man die Botschafter der verschiedenen Völker und die Telepathin, die streng genommen nicht zur Kommandocrew gehört, in die Rechnung mit einbezieht.
Während es in Deep Space Nine die eine oder andere Story gibt, die sich mit feministischen Themen beschäftigt, scheint Feminismus in Babylon 5 überhaupt gar nicht mehr nötig – oder einfach gar kein sehr wichtiges Thema mehr – zu sein.
Frauen tauchen in allen Ämtern und Funktionen auf, und keiner kommentiert das irgendwie. Im Babylon 5 Universum ist dies ganz normal.
Beide Serien haben eine ausgesprochen frauenfeindliche und patriarchalische Spezies. Bei Deep Space Nine sind es die Ferengi, bei Babylon 5 die Centauri.
Die Hauptrollen beider Serien sind – soweit bekannt – fast ausschließlich heterosexuell. Bei Deep Space Nine scheint Dax „thrillbedingt“ bisexuell zu sein, bei Babylon 5 verliebt sich Lt. Susan Ivanova unglücklich in eine Frau.
In beiden Serien scheint die Hautfarbe ausschlaggebender dafür zu sein, wer sich in wen verliebt, als es die Unterschiede der Latexmasken sind. Mischpaarungen zwischen verschiedenen Spezies kommen in beiden Serien vor, Babylon 5 hat darüber hinaus auch noch Trans-spezies-konvertiten. (Nennt man die „Transspezielle“?)
Update: Dax von Deep Space Nine könnte man – mit etwas gutem Willen – als „transgender“ bezeichnen, obwohl die Bezeichnung ein wenig hinkt. Der Symbiont hat ja sein Geschlecht, sofern vorhanden, behalten, und lediglich den Wirt gewechselt. Weder Wirt noch Symbiont ändern also ihr Geschlecht. Oder seh‘ ich das falsch?

Bewertung: Hier geht der Punkt knapp an Babylon 5, alleine schon, weil Deep Space Nine oft sehr verkrampft wirkt, wenn solche Stories aufs Tablett kommen. Babylon 5 beschäftigt sich natürlicher mit alledem.

VII. Die Crew

Hier scheiden sich dann endgültig die Geister und eine objektive Beurteilung ist ganz und gar unmöglich. Welche der beiden Crews man besser findet, ist einfach Geschmacksache. Ich werde trotzdem versuchen meine Entscheidung zu begründen.
Ich ziehe die Crew von Babylon 5 vor. Bei Babylon 5 gibt es eine stetige Charakterentwicklung bei so gut wie allen Hauptpersonen. Bei Deep Space Nine entwickeln sich viele Charaktere gar nicht, und wenn das vereinzelt doch passiert, wirkt es auch mich forciert und unnatürlich.
Bei Babylon 5 sind die Charaktere auch in sich glaubwürdiger. Bei Star Trek kann man Charakterfehler oft mit der Lupe suchen, alle Babylon-Fünfler tragen ein realistisch-geschüttelt Maß davon herum. Sinclair ist der Mann mit dem Loch in seinerm Gedächtnis, Garibaldi Alkoholiker, Ivanova kommt mit ihrem Vater nicht zurecht und hasst Telepathen, weil sie selbst einer ist… Die Liste könnte man fortsetzen, während die Deep Space Nine Besatzung immer das beste will und meist auch tut.
Außerdem widmet Deep Space Nine der Charakterentwicklung und -beleuchtung ganze Folgen, in denen sonst kaum etwas passiert, während Babylon 5 das so nebenbei macht.

Bewertung: Hier geht der Punkt klar an Babylon 5

VIII. Zu guter letzt: Story is King

Beide Handlungsfäden sind episch. Beide Handlungsfäden führen dazu, dass sich im Laufe der Handlung viel ändert, auf der Erde und in der Galaxie. Beide Handlungen ziehen sich durch mehrere Staffeln und beide Handlungen kommen zu ihrem befriedigenden Ende.
Gerade auf letzteren Punkt kann man nicht zu oft hinweisen. Oft genug finden Serien mit vielversprechendem Anfang ein jähes Ende, noch bevor alle Plotfäden ganz aufgelöst wurden.
Wo wir gerade bei Plotfäden sind:
Sieht man die erste Staffel von Babylon 5 ohne den Rest zu kennen, denkt man sich, dass hier unheimlich viel angedeutet wird. Man vermutet, dass kaum etwas davon aufgelöst wird, wie man es von anderen Serien, gerne auch von Star Trek, gewohnt ist.
Spätestens am Ende der vierten Staffel muss man jedoch erkennen, dass so gut wie jeder brennende Handlungsfaden zu einem befriedigenden Ende geführt wurde. Die noch offenen Handlungsfäden deuten zwar an, dass nach dem Ende der Serie nicht Friede-Freude-Eierkuchen herrscht, aber man kann mit denen sehr gut leben, die aufgelöst wurden.
Babylon 5 neigt dazu, in jeder Staffel mindestens einen Handlungsfaden aufzulösen. Meist kommt die Auflösung gerade dann, wenn man sich fragt, ob die Auflösung jemals kommt. Das ist ein Kunststück, dass ich bei Fernsehserien generell nur selten erlebt habe.
Bei Deep Space Nine wird einiges erhellt und einiges bleibt im Dunkeln. Es gibt hier aber so gut wie keine „Zwischenauflösung“ von Plotpunkten. Deep Space Nine dümpelt manchmal über ganze Staffeln so vor sich hin, bis es am Ende dann geradezu hektische Aktivität mit der Plotauflösung entfaltet.
Während bei Babylon 5 Zeitreisen ein Kernstück der Handlung sind, werden selbige bei Deep Space Nine ausschließlich als Plot-Gimmick benutzt. Das Erstaunliche hierbei ist, dass Babylon 5 es schafft, selbst eine ganz anständige Zeitreiselogik hinzulegen. Vergleichbares sucht man in allen Serien und Filmen des Star-Trek-Franchise vergebens.

Bewertung: Klarer Fall. Schatten sind cool. Dominion ist meh. Dieser Punkt geht an Babylon 5.

Der Sieger insgesamt ist also aus meiner Sicht Babylon 5. Aber das ist nur meine Meinung.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Mai
15
2010
11

Maskulistische Science Fiction

Ich meine es gibt ja feministische Science Fiction. Pamela Sargents „Das Ufer der Frauen“ zum Beispiel. Ein wirklich schlimmes Buch, in dem die Frauen in hochtechnisierten Städten wohnen, und über die Fortpflanzung hinaus kaum Kontakt zu den Männern haben, die als Banden von Wilden die Wildnis durchstreifen müssen, weil sie ja nun wirklich an allem schuld sind: Krieg, Hunger, Tod, schlechtes Fernsehprogramm, usw…

In diesem Buch gibt es spezielle Tempel in der Wildnis, in denen den Männern unter Vorspiegelung illusorischer Geschlechtsakte der Samen entnommen wird, wenn ich mich recht erinnere. Ich fand das Buch enorm unplausibel und schmerzhaft zu lesen, hab es aber tatsächlich bis zum Ende geschafft.

Dann sei noch, als anderes Extrem, Ursula K. LeGuin zu nennen, die jede Menge klasse Science-Fictionromane geschrieben hat. Als Beispiel für feministische Science Fiction fällt da besonders „Winterplanet“ ins Auge. In diesem Buch reist ein menschlicher Raumfahrer auf einen kalten Planeten, auf dem die fast ebenso menschlichen Einwohner monatlich spontan doch ungesteuert das Geschlecht zu ändern in der Lage sind. Einer der Einheimischen verliebt sich in den irdischen Sternenfahrer, und wird im Laufe des Buches zur Frau. Das Buch kann ich weiterempfehlen, da es einige sehr interessante Fragen aufwirft, und zu beantworten versucht.

Zwischen diesen beiden Extremen finden sich viele andere Science-Fictionromane, die versuchen feministische Fragen zu Ende zu denken oder einfach nur ganz andere Familienmodelle zu präsentieren.
In Mary Gentles Roman „Goldenes Hexenvolk“ zum Beispiel, wird eine Alienrasse beschrieben, deren Kinder geschlechtslos sind, bis sie in die Pubertät eintreten. Auch hier wird man mit ganz anderen Familienmodellen konfrontiert. Dieses Buch – und dessen Fortsetzungen – sind zwar nicht ganz die Butter für die Augen, welche die Schreibe von Ursula K. LeGuin ist, aber trotzdem nett zu lesen. Auch hier also eine glatte Leseempfehlung.

Der urtypischte Vertreter der feministischen Science Fiction wird aber für mich immer eine Kurzgeschichte bleiben, die ich mal in irgendeinem Jubiläumsband von irgendwas gelesen habe. Diesen Band habe ich leider nie wiedergefunden, daher weiß ich nicht von wem die Geschichte ist, oder wie sie heißt, ich werde sie aber knapp zusammenfassen, soweit ich mich noch erinnere:

In einer menschlichen Kolonie auf einem Planeten sind alle Männer irgendwann einmal durch eine große Katastrophe gestorben. Seitdem pflanzen sich die Frauen im Labor fort, und die Kolonie ist rein weiblich. Seit Jahrhunderten hat man hier keinen Mann mehr gesehen, bis irgendwann ein Raumschiff von der Erde auftaucht, mit einem männlichen Raumfahrer. Dieser ist geschickt worden, um mal nach dem rechten zu sehen; ob es die Kolonie überhaupt noch gibt, und so.
Die einheimischen Frauen auf diesem Planeten finden ihn sehr befremdlich. Wie es weitergeht, weiß ich aber leider nicht mehr.
Diese Geschichte ist meine erste bewusste Begegnung mit feministischer SF, und ich finde die geschilderte rein weibliche Gesellschaft auch sehr prägnant, was den Feminismus angeht.
(Wer weiß, um welche Geschichte es sich handelt, und wo ich sie finden kann, mag dies gerne in die Kommentare schreiben.)

Was ist nun aber mit den Maskulisten? Sicher, es gibt Science Fiction, die in einem extremen Patriarchat spielt, oder auf Welten, die wahrgewordene Männerträume zu sein scheinen, aber eine rein männliche Gesellschaft, von einem männlichen Autor? Ein romangewordenes Wir-brauchen-keine-Frauen-nicht? Fehlanzeige!
Warum gibt es sowas nicht? Oder habe ich die entsprechenden literarischen Ergüsse nur bisher übersehen? Ich würd‘ sowas gerne mal lesen!

Man stelle sich die namenlose Kurzgeschichte mal andersherum vor:
Irgendeine Katastrophe tötet alle Frauen auf einem Kolonieplaneten, und die Männer pflanzen sich fortan nur noch im Labor fort. Die Gesellschaft wäre rein männlich. Wie würde das aussehen?
Da es sich um die Geschichte eines Maskulisten handeln würde, dürfte es hier auch keine Schwulen geben, weil Schwule schon zu „genderig“ wären. Was machen die Männer dann überhaupt? Wird der Sexualtrieb aberzogen, und man kümmert sich nur noch um Fußball? Werden findige Genetiker gar „Bierbäume“ züchten? Gibt es auf diesem Planeten nur Allrad-Sportwagen? Jetzt im Ernst mal: Ich hab mich durch „Das Ufer der Frauen“ gequält, also würde ich auch so eine abstruse Geschichte gerne lesen.

Und was würde passieren, wenn auf dieser durch und durch männlichen Welt plötzlich ein Raumschiff von der Erde landen würde und heraus käme: Eine Frau!!1elf
Was ist da los? Wird sie auf der Stelle aus altem Urinstinkt in die Küche geschickt? Schwingt sie sich zur bösen Matriarchin auf? Ich sehe da ungeahnte storytechnische Möglichkeiten!

Los, Maskulisten! Schreibt mir so ein Buch! Ich lese es dann auch! Ich lese ja schließlich jeden Schwachsinn, wenn Raumschiffe drin sind!
Oder sind Maskulisten etwa nicht so kreativ wie Feministinnen? Lachhaft!
Haltet euch ran, oder ich schreibe es selbst. „Fussbiertopia“ ist doch ein toller Titel, oder?

Written by Heiko C. in: Bücher,Gesellschaftliches,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Mai
03
2010
3

Schlaumeier-Schilder

Wir haben also nun bereits seltsam formulierte Verbotsschilder, Doppelbindungsschilder, Schilder mit verschiedenen Graden von Exklusivität und sehr höfliche Schilder kennengelernt.
Neulich ist mir aber eine weitere Sorte Schild aufgefallen: Die Schlaumeierschilder, die in Fachkreisen auch Paradoxienauslöser oder Roboterkiller genannt werden.

Während es sich bei Doppelbindungsschildern um zwei verschiedene Schilder handelt, die einander entgegengesetzte Weisungen enthalten, widerspricht sich ein echter Roboterkiller selbst, oder zumindest in Kombination mit einer allgemeinen Weisung außerhalb des Schildes.

Folgendes Schild markiert z. B. den Eingang zur Westerländer Fußgängerzone:

Dieses Schild enthält folgende Aussagen:

– Vernünftige fahren in diesem Bereich nicht Rad
– Wer hier Radfahren will, oder wer anstalten dazu macht, dem ist es verboten.

Außerdem impliziert das Schild auch noch folgende, weitere Aussagen:

– Wer in diesem Bereich Rad fahren will, oder dazu Anstalten macht ist unvernünftig
– Vernünftigen ist es nicht verboten hier Rad zu fahren. (Es ist ja nur allen anderen verboten)

Steht man nioht unter dem Zwang Rad fahren zu wollen, ist dieses Schild eher harmlos, wenn auch seltsam formuliert.
Dann gilt:

Ich will hier nicht Rad fahren, also bin ich vernünftig. Somit ist es mir zwar nicht verboten Rad zu fahren, aber ich würde es trotzdem nie tun.

Problematisch wird es, wenn man an sich gerne Radfahren möchte, es aber nicht tut, weil man vernünftig ist.
Dann würde gelten:

Ich will hier zwar Rad fahren, mache es aber nicht, weil ich vernünftig bin. Immerhin ist dies eine Fußgängerzone.
Da ich das – vernüftiger Weise – erkannt habe, verliert das Verbot nicht Rad zu fahren für mich an Gültigkeit, weil das Verbot ja nicht für Vernünftige gilt.
Ich will also losradeln, als ich merke, dass allein die Ausführung einer Radfahrhandlung dafür sorgen würde, dass ich in die Gruppe der „Unvernünftigen“ umgestuft werde, womit mir das radfahren wieder verboten ist.

Als Mensch hat man nun drei Optionen:

1.) Ich setze mich über das Verbot hinweg, und stecke weg, dass das Schild mich schon vorauseilend als „unvernünftig“ beschimpft hat, und nun auch noch im Recht ist.

2.) Ich halte mich an das Verbot, weil ich nicht will, dass das schnippische Schild mich für unvernünftig hält.

Oder 3.) Ich setze mich über das Verbot des Schildes alleine schon deswegen hinweg, weil es alle Betrachter quasi als „potentielle Unvernünftige“ bezeichnet, und ich mir als chronischer Querulant von Schildern keine Beleidigungen an den Kopf werfen lasse, und seien sie noch so potentiell!
Das Fahren meines Zweirades nutze ich somit als Weg, dem blasierten Schild zu zeigen, wo der Hammer hängt!! Das hat es nun davon, das blöde Schild!!! Ist in der Schule bestimmt immer verprügelt worden!!!! Viva la Revolucion!!!!!!

Ich weiß ja nicht, wie es dem geneigten Leser geht, aber bei „Fahrad fahren verboten!“ oder „Bitte absteigen!“ hätte ich mir diese Gedanken nicht gemacht.
Dieses Schild kommt aber wie ein Schlaumeier daher, und kategoriesiert seine Betrachter schon im Vorraus. Das macht das Schild höchst unsympathisch, wie ich finde.

Warum aber nennt man diese Schilder auch Roboterkiller?
Ganz einfach: Auch wenn man nicht glaubt, dass es einmal positronische Roboter geben wird, die nach Asimovs drei Gesetzen funktionieren, ist eines klar:
Das zweite Asimovsche Robotergesetz wird auch in der wirklichen Welt für humanoide Roboter gelten. Grob zusammengefasst lautet es:

Ein Roboter soll den Befehlen von Menschen gehorchen.

Ist ja klar, dass das gilt. Auf seine Weise gehorcht schließlich auch ein Toaster oder ein Videorecorder den Befehlen von Menschen, soweit er dazu fähig ist.
Technologie soll ja machen was man ihr sagt. Ansonsten hätte schon längst jemand einen Videorecorder erfunden, der statt der programmierten Sendungen zufällige andere aufnimmt.
Obwohl dies in Einzelfällen vorgekommen sein mag, war dies doch in keinem Fall die Intention der Entwickler des Gerätes.
Macht ein humanoider Roboter also nicht, was man sagt – wozu bräuchte man ihn dann? Eben.

Sie geben ihrer VCP3409-Einheit also folgenden Befehl:

„Bring dieses Päckchen bitte zu der und der Adresse. Fahr mit dem Rad, und bitte auf dem schnellsten Weg, es ist dringend.“

Der Android fährt mit seinem titanverstärkten Drahtesel also los, freudig zu dienen, bis er an obiges Schild kommt.
Das Schild enthält ein Verbot. Ein Verbot ist im Grunde genommen ein negativer Befehl, den der Roboter befolgen muss, weil das Schild von Menschen aufgestellt wurde.
Selbst wenn der Roboter zu dem Schluß käme, dass dieses Verbot nicht von „seinem Menschen“ (sprich Besitzer) ausgesprochen wurde, so ist ihm doch klar, dass es ein offizielles Schild ist, welches auch Menschen beachten müssen. Somit muss er es erst recht beachten.
VCP3409 steigt also ab, und will das Rad schieben. In dem Moment bemerkt er, dass er zu der Gruppe der Vernünftigen gehört, für die das Verbot nicht gilt. Also steigt er wieder auf, fährt einen Zentimeter, bis er merkt, dass er wieder zu den Unvernünftigen gehört, für die das Verbot gilt. Also steigt er wieder ab, merkt, dass er vernünftig ist, und steigt wieder auf, und so weiter…

Da es in dem dringlich vorgebrachten Befehl seines Besitzers keine Einschränkung für Fußgängerzonen gibt, gilt noch immer die Weisung mit dem Rad zum Ort der Ablieferung des Päckchens zu fahren.
Diese Weisung wird immer nur dann ausser Kraft gesetzt, wenn der Roboter tatsächlich Anstalten macht zu radeln. Ist er im Begriff nicht zu radeln, erscheint es ihm aber ohne weiteres möglich zu radeln.

Das Resultat:
Der arme VCP3409, der nur seinem Besitzer dienen wollte, ist in einer unauflöslichen Logikschleife gefangen.
Schon etwa 3 Sekunden, nachdem er den Text des Schildes gelesen hat, wird er aufhören sich für Menschen sichtbar zu bewegen, und nach gut einer dreiviertel Stunde ist sein Positronengehirn hoffnungslos überhitzt. Es kann nicht wieder hergestellt werden.
Je nachdem, um welchen Typ Gehirn es sich handelt, beginnt selbiges nach etwa einer Stunde deutlich sichbar zu schmoren, und wenn sich nach 16 Stunden noch immer niemand um den armen Roboter gekümmert hat, ist es sogar möglich, dass er explodiert. (Wenn seine Fusionsleiter schlecht gearbeitet sind)

Um sich dieses Phänomen zunutze zu machen, haben antipositronische Terrorgruppen solche Schilder schon gezielt eingesetzt, um Anschläge auf Roboter zu verüben.
Dabei wurden gezielt „Roboterkiller“ so formuliert, dass sie noch nichteinmal der vorherigen Aufforderung Rad zu fahren bedürfen: