Impactsuspect » Parallele Welten
Jan
29
2011
3

Alles schonmal dagewesen: Premakes

Ich bin bei Buttkickingbabes drauf gestoßen, aber das ganze scheint tatsächlich ein neues Mem zu sein: Leute schneiden Trailer aus alten Filmen zusammen, die für neue Filme werben, als seien diese alte Filme. Besser kann ich es jedenfalls nicht erklären. Schaut es euch einfach mal an:

Up aus dem Jahre 1965:

Ghostbusters aus dem Jahre 1954:

und Star Wars darf auch nicht fehlen, darum hier
Das Imperium schlägt zurück aus dem Jahr 1950:

Ich bin immer wieder verblüfft, was man alles im Internet finden kann.

Written by Heiko C. in: Filme,Lustiges,Spass und Spiel | Schlagwörter: ,
Okt
10
2010
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John Lennon

Gestern wäre John Lennon 70 geworden, wenn er nicht 1980 von einem geistesgestörten Fänger-im-Roggen-Fan umgebracht worden wäre.
Ich erwische mich öfter dabei, zu überlegen, welche Rolle John Lennon wohl heute als gealterte Persönlichkeit in den Medien spielen würde, denn immerhin war er nicht nur einer der Beatles, sondern auch ein engagierter Friedensaktivist und Visionär.
Würde er heute noch Kampagnen für den Weltfrieden fahren? Oder würden wir ihn zum aktuellen Tagesgeschehen in Fernsehinterviews als desillusionierten, grantigen, alten Sack erleben, der die Hoffnung aufgegeben hat, dass die Welt einmal besser wird? Ich stelle mir letzteres wie die Fernsehpreisrede von Marcel Reich-Ranicki vor, bloss eben nicht zum Fernsehen, sondern zur Weltpolitik.
Rein aus Sicht des Zusehers hätte beides seinen Reiz. Der ältere aber immer noch in diversen Projekten aktive John Lennon, so wie der „ich-finde-das-alles-ganz-unerträglich“-John Lennon.
Würde die USA den 70jährigen John Lennon heute überhaupt einreisen lassen? Die hatten ja schon damals ihre Probleme mit ihm:

Tja, aber er ist ja leider schon vor fast 30 Jahren gewaltsam zu Tode gekommen. Schade.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Jul
24
2010
8

FDP zieht sich geschlossen aus der Politik zurück

Nun habe ich es vorhergesehen, und weil ich der Meinung war, dass es sich um eine sehr naheliegende Prognose handelte, habe ich schonmal diesen Verabschiedungsartikel geschrieben, für den Moment, wenn es denn passiert.
Noch gibt es keine Meldungen über den Rückzug der FDP. Schade. Vielleicht regelt sich das ja noch im Laufe des Vormittags, oder in den nächsten Tagen, vielleicht war ich ja nur ungenau. Wer weiß.
Auf jeden Fall will ich euch diesen Abschiedsartikel nicht vorenthalten, auch wenn er streng genommen *noch* nicht aktuell ist.

Heute Mittag um 10 Uhr wurde es verkündet: Die FDP hat keine Lust mehr auf die Politik, und zieht sich geschlossen als Partei zurück.
Der ehemalige Außenminister Westerwelle sagte bei der überraschend anberaumten Pressekonferenz: „Es gibt in diesem Leben mehr als die Politik. Zum Beispiel die Musik. Die FDP geht ab heute in die Unterhaltung.“
Auf erstaunte Blicke, offene Münder und panisch schreiende Jungreiche erwiderte Westerwelle, dass die Partei ab sofort in „Fröhliche Dandy-Parade“ umbenannt würde, und man sich mit einem Vollprogramm nun allen Sparten der Musik widmen würde. Besonders die Bestrebungen Rainer Brüderles und seiner selbst, auf dem Gebiet des Vaudeville viel zu erreichen, hob er hervor.
Auf die Frage, warum die FDP keine Politik mehr machen wolle, und ob dies mit den ständigen Angriffen der CSU zu tun habe, antwortete Westerwelle: „Unsinn! Der Entschluss in die Unterhaltungsindustrie zu wechseln steht schon lange fest. Seit der Bundestagswahl. Als wir so viele Prozente bekamen, wussten wir, dass wir in der Politik erst einmal alles erreicht haben, was möglich ist. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!“
Nach ein paar Sekunden unkonfortabler Stille fügte er hinzu: „…nun, ich gebe zu, wir haben den Entschluss vielleicht ein wenig verschleppt. Aber wir lassen uns unseren Schneid nicht abkaufen!“
Auf die Frage, warum man sich ausgerechnet die Musik als neues Betätigungsfeld gesucht hat, musste Westerwelle schmunzeln: „Na, hören Sie mal! Immerhin hatten wir ja auch den singenden Bundespräsidenten!“
Dann brach er mit dem verkleidet zwischen den Journalisten sitzenden Brüderle spontan in Gesang aus: „Das Publikum, war heute wieder wundervoll, und traurig klingt der Schlußakkord in Moll …“ sang er mit Brüderle im Duett.

Die Spitze der neugeborenen Musik-Vereinigung ließ dann die Presse mehr oder weniger ratlos zurück, lud aber alle zur ersten Gala-Vorstellung der FDP in die Dresdener Semper-Oper, welche noch am Abend des selben Tages stattfinden sollte.

Derweil herrscht in der Regierung in Berlin ein heilloses Chaos: Angela Merkel findet sich plötzlich am Kopf einer Minderheitsregierung wieder, ein Drittel der Ministerposten ist nicht mehr besetzt.
Auf die Frage wie es nun weitergehen solle, sagte die eilig aus dem Urlaub am Wolfgangsee heimgekehrte Kanzlerin konkret:
„Diesem muss man entschlossen begegnen. Es ist eine Herausforderung, der man ja auch entschlossen begegnen können sollen müsse.
Dabei soll die Demokratie eine wichtige Richtschnur sein, bei der Begegnung… der entschlossenen Begegnung ….mit diesem. Ich würde Ihnen danken, wenn Sie jetzt weiter keine Fragen mehr an mich richten würden. Danke.“
Konkreter wurde die Kanzlerin nicht.

Eiligst hat die Kanzlerin im Laufe des Nachmittags dann ein Superministerium gegründet, das „Bundesministerium für Außen, Justitz, Gesundheit, Wirtschaft, Entwicklung und Vizekanzlerei (BMAJGWEV)“, dem vorerst Edmund Stoiber widerstrebend vorsteht.

Den lustigen Abend in der Semperoper, die Premiere der „Fröhlichen Dandy-Parade“, leitete dann Silvana Koch-Mehrins Interpretation von „Girls just want to have fun“ ein. Dieser Auftritt stand ganz im Zeichen der 80er Jahre.
Kulissen bildeten die Berliner Mauer nach, und Frau Koch-Mehrin war ähnlich gekleidet und frisiert wie Madonna in ihrem Video zu „Like a Virgin“.
Dann ging es weiter mit den Röslerchören, die den Chor der Gefangenen aus Nabucco und eine Art Medley aus Stücken der Carmina Burana zum besten gaben.
Rösler dirigierte wie ein Weltmeister, und man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Sänger – allesamt ehemalige Staatsseketäre – heimlich geübt haben müssen.
Unvergessen bleibt dann Frau Leutheusser-Schnarrenbergers Interpretation von „Memories“ aus Cats. Auch in ihr Kostüm muss sehr viel Aufwand, Geld und Liebe geflossen sein.
Das Kernstück und der Abschluss des Konzertes bildete dann eine Reihe von Duetten, gesungen von Westerwelle & Brüderle, die ganz im Zeichen des Vaudeville alte Musicalperlen trällerten. Unter anderem „Cheek to Cheek“, „Summertime“, „Puttin‘ on the Ritz“ und „I am a dentist“ aus Little shop of horrors. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das letzte Lied speziell an die ehemalige Wählerschaft gerichtet hat. Quasi ein Apell der FDP weiterhin die Treue zu halten, auch wenn sie die Sparte gewechselt hat.

Nach dem Auftritt äußerten sich einige der Künstler zu der Frage nach ihren Zukunftsplänen.
Dr. Guido Westerwelle gestand, dass er seit September 2009 fast rund um die Uhr an einem autobiografischen Musical schreibt, das fast fertig sei. Er habe noch niemanden gefunden, der es produzieren möchte, aber das sei gewiss nur eine Frage der Zeit.
Außerdem möchte der ehemalige Außenminister einen Film über sein Leben drehen, ganz im Stile von Eminems „8 mile“ und Daniel Küblböcks „Daniel der Zauberer“.
Rainer Brüderle, der frischgebackene Ex-Wirtschaftsminister gestand, dass es schon immer ein Traum von ihm gewesen sei, an der Mailänder Scala in Mozarts Zauberflöte die Königin der Nacht zu singen. Sein Kolleratursopran sei zwar ein wenig eingerostet, aber mit etwas Übung würde er sicher das nötige mitbringen, konstatierte er selbstbewusst.
Ebenso sei ein Duett mit dem Finanzminister ein Herzenswunsch von ihm. Brüderle und Schäuble sind in ihrer gemeinsamen Zeit im Bundeskabinett zu sehr guten Freunden geworden. „Man kann nicht in der Politik gemeinsam in einer Koalition miteinander arbeiten, ohne sich irgendwann sehr zu schätzen zu wissen, auch wenn man von verschiedenen Parteien ist.“, erklärte Brüderle sich uns gegenüber.

Ein wenig vermisst haben wir Dirk Niebel an diesem Abend. (Nun eigentlich ist „vermisst“ das falsche Wort, aber wir haben eine Liste mit den ehemaligen FDP-Ministern abgeglichen, und da war er halt mit dabei. Da fiel uns auf, dass er nicht auf der Bühne war.)
Die Abwesenheit des ehemaligen Entwicklungsministers erklärte Dr. Westerwelle aber dann wie folgt: „Heute haben wir nur Stücke anderer Komponisten zum besten gegeben. Herr Niebel, der Dirk, arbeitet aber an exklusiver Musik, die er nur für uns schreibt. Sie wird alle Themen ansprechen, die uns auch schon in der Politik bewegt haben. Zum Beispiel mehr Brutto vom Netto, und so. Sie dürfen gespannt sein!“
In der Tat, wir sind gespannt.

Der nächste Auftritt der Fröhlichen Dandy-Parade wird voraussichtlich erst im Herbst zu sehen sein, dann soll nämlich die Deutschlandtour unter dem Motto „Leistungsbeschleunigungsgesang“ beginnen.

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Lustiges,Politisches | Schlagwörter: , , ,
Jun
20
2010
2

Princess of Mars

So, nun ist es also passiert: Ich habe mir ohne es gleich zu merken, eine Asylum-DVD gekauft. Asylum, für diejenigen, die es nicht kennen, ist das Filmstudio, welches – ich sag mal – Alternativversionen aktueller Kinofilme produziert, und diese dann direkt to Video in die Läden bringt. Ziel ist, dass möglichst viele Leute so ihre Filme kaufen, und denken, es würde sich um die echten Blockbuster handeln.
Diese Art Falschfilm nennt man „Knockbuster“. Von Asylum gibt es zum Beispiel „Doomsday 2012“, „Transmorphers“ oder den gloriosen „I am Omega“.

Na ja, nun bin also auch ich auf den Marketingplot reingefallen, allerdings scheint es sich bei den Film, den ich gekauft habe nicht um die Billigversion eines Blockbusters zu handeln, sondern um eine eigene Filmidee.
Zumindest ist mir der dazu passende Blockbuster nicht bekannt, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

„Princess of Mars“ ist nichts weniger als eine Adaption der Barsoom-Bücher von Edgar Rice Burroughs. In dieser Buchreihe geht es um einen heimkehrenden Bürgerkriegssoldaten der einschläft, und auf dem Mars wieder aufwacht. Auf diesem Mars gibt es vierarmige Aliens, leichtbekleidete Frauen und alles mögliche mehr.
Die Buchvorlage ist also von sich aus schon ziemlich trashige Low-Fantasy. Passt ja irgendwie zu Asylum, möchte man denken.
Wie sieht es also mit der Filmumsetzung aus?

Im Fim wurde aus irgendwelchen Gründen der Soldat aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg zu einem Special-Ops-Mann, der in Afghanistan (oder im Irak, bin mir nicht sicher) operiert.
Bei irgendeiner seiner speziellen Operationen wird er von einem dieser Einheimischen – man kann ihnen nun einmal nicht trauen – verraten, und schlimm verletzt.
Seine Armee findet ihn und hält ihn für einen hoffnungslosen Fall. Da er irgendwelchen Experimenten zugestimmt hat, entschließt man sich ihn „Atom für Atom“ auf einem „16-GB-Flash-Stick“ (sic!) zu speichern, und ihn mittels Wissenschaft zum Mars zu transportieren. Natürlich nicht zu unserem Mars, sondern zum Mars um Alpha Centauri. Wahrscheinlich denken die Drehbuchschreiber, dass jedes Sternensystem einen Mars braucht. Ich stimme zu. Würde ich in einem Sternensystem wohnen, und es gäbe dort keinen Mars, mir würde etwas fehlen.
Aber zurück zum Film.

Der schwerverletzte Soldat John Carter grüßt seine Vorgesetzten also noch ein letztes Mal mit einem Stinkefinger, als er sich schon in einem Lendenschurz in einer Wüste wiederfindet. Wo der Lendenschurz herkommt erfahren wir nicht, aber wahrscheinlich haben den die amerikanischen Wissenschaftler aus Gründen des Anstands extra ins Teleportationsprogramm geschrieben.
Bewusstlos auf diesem anderen Mars liegend, wird John Carter sofort von der Prinzessin des Mars, Deja Thoris, gefunden, die ihn jedoch im Wüstensand des Mars liegen lässt, um ihn zu verschonen.
Ja, so passiert es, ich habe es auch nicht ganz begriffen. Deja Thosris spricht übrigens Englisch.

Die Prinzessin wird von Traci Lords gespielt, die zu den besseren Thespisjüngern in diesem Film zählt. Den Bechdeltest besteht der Film nicht, da sie die einzige weibliche Rolle im Film ist.
John Carter steht also auf, als die Prinzessin weg ist, und findet heraus, dass er auf diesem Mars unglaublich weit und hoch springen kann. Kurz darauf wird er von Thaks gefangen. Tharks, das sind im Buch drei Meter große, vierarmige und grüne Aliens, hier sind es Menschen in Latexmasken. Aber immerhin in recht aufwändigen Latexmasken.
Diese Tharks reiten im Buch vierbeinige Reittiere. Im Film haben diese Reittiere nur zwei Beine. Irgendwie scheint im Film alles zu wenig Gliedmaßen zu haben.
John Carter versucht sich auf Englisch mit den Tharks zu unterhalten, diese verstehen aber nur Marsgrunz. John Carter versucht es also noch einmal auf italienisch, doch auch das wird nicht verstanden.
Die Tharks haben Carter mittlerweile zu ihrem Lager geschleppt, wo er Johgurt zu essen bekommt, den eine Made abgesondert hat. Dann soll er noch ein paar Insekten essen, was er auch tut, wodurch er plötzlich Marsgrunz versteht.

Im weiteren passieren die Dinge im Film nacheinander. John Carter kämpft gegen Spinnen, John Carter befreit die Prinzessin, John Carter muss in der Arena kämpfen. Nach so etwas wie einer zusammenhängenden Handlung muss man mit der Lupe suchen.
Am Ende lässt es sich darauf komprimieren, dass ein böser Afghnaniraker, der John Carter irgendwie von der Erde gefolgt ist, ein Atemluftkraftwerk auf dem Mars unter seine Kontrolle bringen will, um die Herrschaft an sich zu reißen. Die Rolle der Prinzessin reduziert sich darauf, John Cartes Loveinterest zu sein, hin und wieder etwas über den Mars zu erklären, was keinen Sinn ergibt und ansonsten dekorativ herumzusitzen oder zu stehen und zu schmollen. Aber Traci Lords sieht ja immer so aus, als würde sie schmollen.
Die Begrenztheit der Prinzessinnenrolle ist eigentlich schade und irgendwie auch Etikettenschwindel, wenn man bedenkt, dass der Film nach ihr benannt wurde.

Auf der DVD-Hülle wird der Film angepriesen mit „Die Geschichte, die James Cameron zu Avatar inspirierte“. Nun weiß ich nicht, ob das zutrifft, aber behaupten kann man das ja mal, und viel ausdifferenzierter ist die Handlung von Avatar ja nun auch nicht.
Hinten steht dann noch „Für alle Fans von Avatar, Star Wars und Prince of Persia“. Mit „Star Wars“ muss der ungenannte Werbetexter hier die Prequels meinen, denn da ist „Princess of Mars“ in etwa genauso unlogisch, und hat ebenso flache Charaktere.
Mein Fazit: Kann man kucken. Wenn dann aber besser in großer Runde, um ihn gemeinsam blöd zu finden.

Nov
19
2009
--

Des Pudels CERN?

Von CERN hat man ja nun schon gehört, nehme ich an. Das ist diese Organisation die diesen neuen Super-Duper-Teilchenbeschleuniger in der Schweiz (LHC) betreibt, um den sich schon vor dessen Fertigstellung wilde Spekulationen rankten. So hieß es beispielsweise, wenn dat Dingen eingeschaltet wird, würde es ein schwarzes Loch herstellen, welches die Erde verschluckt. Diese These fand nicht nur in verschiedenen Blogs Verbreitung, sondern auch in der herkömmlichen Presse.

Vor einem Monat kam dann Spreeblick mit einem Artikel, in dem es darum ging, dass die Experimente von CERN grad nicht so richtig funktionieren, was ein paar der dort arbeitenden Wissenschaftler zu der Theorie brachte, dass der LHC in der Zukunft das funktionieren des LHC in der Gegenwart verhindere.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Die Zukunft sabotiert unsere wissenschaftlichen Experimente! Schock!

Dann berichtete vor etwa zwei Wochen wieder Spreeblick darüber, dass ein Vogel durch das unglückliche Platzieren eines Brotkrumens eine Apparatur zum überhitzen gebracht hätte.

Und was muss ich jetzt bei Fefe lesen?

Hahaha, einer der CERN-Direktoren hat einen Lovecraft gepullt und den versammelten Reportern was von Dimensionstoren und „unknown unknowns“ erzählt, und dass da Dinge durchkommen könnten, durch die Dimensionstore. Sehr schöner Fnord 🙂

Und wenn man Fringe oder AkteX schaut, denkt man sich immer, dass das, was man da so sieht nix mit den Realitäten eines Wissenschaftlers zu tun habe, und nun scheint die Grenze zwischen LHC und LSD immer mehr zu verschwimmen.
Ich meine, hör‘ mal: Zeitreisen, Schwarze Löcher, die die Erde verschlucken, sabotierende Vögel und Besuche aus Parallelwelten? Was kommt als nächstes? Berichtet CERN etwa bald davon, dass bei einem Experiment ein Forscher versehentlich mit der DNA einer Stubenfliege infiziert wurde, und sich jetzt langsam in eine menschliche Fliege verwandelt? Oder bauen die eine Telefonverbindung zu Gott auf? Alles scheint möglich bei denen!

Ich möchte ja gerne glauben, dass das alles möglich ist, was da so berichtet wird, aber ein anderer Verdacht drängt sich auf. Vielleicht hat CERN ja die Medienöffentlichkeit wegen der „Schwarzen Löcher“ irgendwie genossen, und jetzt lancieren die mal die eine oder andere Meldung mit ähnlich phantastischen Dingen, um im Gespräch zu bleiben. Interessiert sich ja sonst keiner für den Teilchenkram. Was der Normalbürger über Teilchenbeschleuniger weiß ist doch im Bestfall: Da bauen die ein irre teures Dings, in dem Nichts mit Nichts beschossen, und das daraus entstehende neue Nichts dann untersucht wird.

Oder, die verarschen schlicht gerne Journalisten.
Vielleicht wird schon bald der erste Spiegelreporter von einem CERN-Forscher in Cthulhu-Maske erschreckt. Ich find‘ das lustig. Da will ich auch mal arbeiten, wenn ich mal groß bin!

Okt
27
2009
1

Hinter dem Spiegel

So, um diesmal auf Nummer sicher zu gehen, dass nicht wieder mein schöner Gartenlaubenartikel auf mysteriöse Weise verschwindet  und statt dessen irgendein Fragment aus einer namenlosen Parallelwelt auftaucht, habe ich den Artikel – nochmal – neu geschrieben, bebildert, auf einen USB-Stick geladen, diesen in eine kleine Bleischatulle gesteckt und die Schatulle habe ich daraufhin im Garten vergraben… …unter einer Gartenlaube.
Wenn irgendjemand mir – so dachte ich –  einen grausamen Streich spielt – bzw. mir am laufenden Band Streiche spielt – soll er es dann auch richtig schön schwer haben, den Artikel auszutauschen.
Und ja, ich habe die Schatulle abgeschlossen und zwar mit einer 6stelligen Kombination, die nur ich kenne.

Heute grabe ich den Krumpatsch wieder aus, und was muss ich sehen? Schon wieder keine Gartenlauben. Statt dessen eine politische Bestandsaufnahme aus einem sehr seltsamen Paralleluniversum, wie es scheint.

Disclaimer: Personen und Organisationen im folgenden Text sind nicht die gleichnamigen aus unserem Universum, sondern aus einer abstrusen Parallelwelt.

Deutschland hat den Wechsel gewählt – endlich!

Und Zeit wurde es. Nach 20 Jahren unter Bundeskanzler Gerhard Schröder, der damit der amtsälteste Bundeskanzler seit Kurt Schumacher ist, bleibt von der freiheitlich Demokratischen Zentralregierung ebensowenig übrig, wie
von dem Konzept der sozialen Marktwirtschaft.
Nachdem Schröder 2003 die Gefängnisse, das Arbeitsamt und den Strassenbau privatisiert hat, kommen die wenigen Deutschen, die noch einen Job haben, nicht mehr schlaglochfrei zur Arbeit, und der Hausarrest für alle Empfänger von Sozialhilfe reißt ein tiefes Loch in das Demokratieverständnis der Bürger.

Ebenso wurde ja die Trennung von Staat und Kirche weitestgehend aufgelöst. Es ist kaum noch möglich zu studieren oder ein öffentliches Amt zu bekleiden, wenn man sich nicht öffentlich zum Glauben an Baal und Marduk bekennt.

Die KDU ist nun mit einer kleinen Mehrheit gewählt worden, und kann das erste Mal seit 1972 wieder eine Regierung bilden. Diesmal in Koalition mit der LDP. Das Kabinett steht seit einem Monat auch, und vor einer Woche hat die neue Bundesregierung ihre Arbeit aufgenommen, und beginnt nun auch mit Hochdruck daran zu arbeiten, den Saustall, den die Regierung Schröder angerichtet hat wieder aufzuräumen, und unsere BDR wiederherzustellen, wie unsere Gründerväter sie sich mal vorgestellt hatten.

Kanzler Ronald Pofalla hat nicht nur zielstrebig die Konservativ Demokratische Union zum klaren Regierungsauftrag geführt, ihm sprechen auch mit 76,3% der Deutschen weitaus mehr das Vertrauen aus, als sich noch für einen Kanzler Schröder erwärmen können.

Bei der SPD sammelt man derweil die Scherben auf. Schröder hat mittlerweile die Konsequenz aus dem schlechten Wahlergebnis der SPD (nur etwa 37%) gezogen, und sich aus der Parteiführung zurückgezogen. Der neue Chef der SPD wird wohl Gregor Gysi werden, doch auch Angela Merkel hat Interesse an dem Amt angemeldet.
Die überzeugte Atheistin aus Bayern gilt vielen als Underdog mit ungeahntem Potential, auch wenn die Chancen momentan besser für Gysi stehen.
Der Rechtsanwalt aus dem Ruhrgebiet ist immerhin überzeugter Mardukist, und präsentiert sich gerne als traditionsbewusster, religiöser Familienvater. Im Vorfeld der Wahlen, als er noch als neuer Außenminister gehandelt wurde, war er so oft mit seinen Ehefrauen und Kindern im Fernsehen zu sehen, dass ich schon fast glaubte, er gehöre zur Familie.

Aber was machen jetzt KDU und LDP?
Die Steuern sollen gesenkt werden. Drastisch. Finanzieren will man es mit em Baustopp am umstrittenen Monumantalprojekt „KI-Pyramide“. Der Überwachungskoloss, der 2020 fertiggestellt werden sollte, hätte eine Art Knotenpunkt werden sollen, an dem alle Überwachungsdaten, die in Deutschland gesammelt werden miteinander abgeglichen und mittels modernster künstlicher Intelligenz ausgewertet hätten werden sollen.
Gerade die KDU hat im Vorfeld schwere Kritik am Bau des „technokratischen
Ungetüms“ geübt.
Durch den Baustopp spart der Staat noch immer mehrere hundert Milliarden Euratos, auch wenn das Ding schon zur Hälfte fertiggestellt ist.

Der neue Außenminister in Pofallas Kabinett, Guido Westerwelle, ist derweil im Ausland unterwegs.
In der provisorischen Hauptstadt des von Tibet besetzten Chinas spricht er vor Vertretern der chinesischen Widerstandsbewegung, und verspricht wirtschaftliche Sanktionen gegen den Wirtschaftsgiganten Tibet. Westerwelle ist eine ideale Besetzung für das Amt des Außenministers, ist er doch für sein diplomatisches Fingerspitzengefühl, seine Ehrlichkeit und für seine schier übermenschlichen Sprachkenntnisse bekannt: Westerwelle spricht 30 Sprachen, und zehn davon fließend – darunter Mandarin.

Ich muss sagen, die neue Regierung lässt sich gut an, ich bin gespannt, was noch kommt.

Written by Heiko C. in: Politisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Okt
08
2009
1

Hunde, die ewig leben

In den letzten Tagen hab ich mich immer wieder gescheut endlich den Gartenlaubenartikel einzustellen, da ich befürchtete, dass es doch wieder in die Hose geht.
Gestern hab ich mich dann aber mal wieder hingesetzt, den ganzen Artikel auf Papier (!) geschrieben, und wollte mich jetzt gerade daransetzen ihn abzutippen, als mir auffiel, dass aus Gründen, die mir vollkommen schleierhaft sind, schon wieder ein paralleler Austausch stattfand, wie schon hier, hier und auch hier.
Es war immer noch ein Artikel auf den Seiten, immer noch in meiner Handschrift verfasst, aber zu einem vollkommen anderem Thema. Allein um die Seltsamkeit dieses ganzen Vorgangs zu dokumentieren, hab ich den Artikel hier mal wieder eingegeben.
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich es sehr gruselig finde, in meiner eigenen Schrift Worte zu lesen, die ich so nie geschrieben habe. Das Ganze ist aber nur unwesentlich gruseliger als all die anderen Parallelwelthacks der letzten Wochen.

Sinn und Unsinn der Haustiergenetik

Wer kennt ihn nicht, diesen Moment, wenn ein geliebtes Haustier langsam immer älter wird, sich seltsame Krankheiten zuzieht, und schließlich verstirbt.
Viele Haustierhalten haben sich seit der ersten Zähmung eines Wildtieres sehnlichst gewünscht, dass es eine Möglichkeit gäbe deren Leben zu verlängern. Seit 2007 ist es nun soweit.
Ich brauche wohl nicht weiter zu erwähnen, dass die japanische Shi-Chinpoko-Corporation seit Jahrzehnten schon im Bereich der genetischen Forschung aktiv ist, und es dann, vor ein paar Jahren zu einem ersten Durchbruch kam. Man fand und isolierte das Gen, das bei Hunden für den Alterungsprozess zuständig ist, und konnte es dann schließlich modifizieren, damit Hunde wesenlich länger leben.
Dass die Japaner an sowas geforscht haben, ist keine Überraschung: In einer rettungslos überalterten Gesellschaft wie in Japan und eigentlich allen Industrienationen, bekommen Haustiere eine besondere Bedeutung: Sie helfen nachweislich alten Menschen über die Einsamkeit hinweg, und geben ihnen überdies einen Grund tagtäglich aufzustehen.
Außerdem wirken sich Haustiere nachweislich heilsam bei allerlei gesundheitlichen Problemen aus, von der Tierhaarallergie einmal abgesehen.

Vor zwei Jahren also nun gingen die ersten von Shi-Chinpoko aufgewerteten Hunde in Serienreife, und wurden in Japan auch schon massenhaft verkauft. Im September 2008, nach unendlichen rechtlichen Querelen mit der EU, wurden dann die ersten der Superhunde auch in Europa angeboten und verkauft.

Jeder mag seinen Hund, und keiner will, dass sein Haustier stirbt, aber ist eine durchschnittliche Lebenserwartung von 70-80 Jahren (je nach Größe des Tieres) wirklich sinnvoll für ein Haustier?
Ich meine, was passiert mit dem Hund, wenn er sein Herrchen überlebt? Oder wenn sein Herrchen dann doch eine Tierhaarallergie bekommt? Wo soll der Hund dann für weitere 50 Jahre hin?
Ich weiß, dass es immer mehr in Mode kommt, Kindern gleich zur Geburt einen Superwelpen zu schenken, aber was ist, wenn der Nachwuchs gar keine Hunde mag?

Man hat ja auch schon früher immer von Hunden gehört, die zu Weihnachten verschenkt wurden, und dann beim nächsten Sommerurlaub an irgendeiner Autobahnraststätte angebunden vorgefunden wurden.
Was ist, wenn das mit solchen Superhunden passiert? Wie lange soll sich ein Tierheim um solch einen Hund kümmern, der fast ein Jahrhundert alt werden kann, und wer bezahlt das?

Ich weiß, die Tierchen sind sehr beliebt und die Preise für sie sind noch sehr hoch, aber bleibt das auch so? Verdrängen nicht irgendwann diese Superhunde all die kurzlebigen Hunderassen und wird dann nicht auch der Preis sinken?

All das sind Probleme, über die Shi-Chinpoko scheinbar nicht wirklich nachgedacht hat. Geschweige denn was passiert, wenn sich solch ein genetisch aufgewerteter Hund aus dem Staub macht, und sich mit irgendwelchen Straßenkötern paart. Ist wirklich sichergestellt, dass das modifizierte Gen sich nicht verbreitet? Ich weiß, die sollen alle sterilisiert sein, aber irgendwo gibt es ja sicher auch Zuchtexemplare in den Shi-Chinpoko-Tierfabriken.
Nehmen wir mal an ein genetisch aufgewerteter Huskie macht sich auf in die Wildnis, und verbreitet das Gen in den aus Osteuropa kommenden Wolfsrudeln? Brauchen wir Wölfe, die so lange leben? Und wächst dann nicht deren Population unkontrolliert? Was hätte das wohl für Auswirkungen auf den Rest des Wildlebens?

Sollte so etwas passieren, sehe ich ungeahnte Klagewellen auf Shi-Chinpoko zurollen.
Ich werde weiter bei den normalen Haustieren bleiben.

Außerdem sind mir Katzen sowieso lieber als Hunde.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Technisches | Schlagwörter: ,
Sep
22
2009
2

Epsilons, immer nur Epsilons!

Es ist ja schon ein paar Tage her, und wir leben in einer schnelllebigen Zeit, aber vielleicht erinnern sich noch einige an meine bisher 2 mißlungenen Versuche einen Artikel über antike oberschlesische Gartenlauben on zu stellen. Wenn nicht, schaut hier und hier.

Okay, mittlerweile hatte ich ein Backup gemacht von dem Artikel über die antiken oberschlesischen Gartenlauben. Und die Bilder, die ich in einem Schuhkarton aufbewahre, hab ich auch noch mal eingescannt.
Das hat eine Weile gedauert mit dem Einscannen, alleine schon, weil ich all die Schwarzweißfotos von Gartenlauben noch per Hand am Rechner nachbearbeiten musste. Dann hab ich sie also eingebunden in den Artikel, und das ganze – wie gesagt – in einer Textdatei gesichert.
Will ich’s heute Nachmittag in den Blog laden, und was seh ich?

Der Artikel wurde durch einen anderen aus einer Parallelwelt ausgetauscht. SCHON WIEDER. Hängt der Riss im Raum-Zeit-Kontinuum etwa irgendwie mit dem Sem der „antiken oberschlesischen Gartenlauben“ zusammen? Ist die häufige Erwähnung dieser Lauben etwa der Schlüssel für eine Geheimtür zwischen den Realitäten?

Ehrlich gesagt ist mir das egal. Ich will einfach nur den blöden Artikel veröffentlichen.
Ich hätte es ja schon aufgeben, und einfach über etwas anderes schreiben können, aber mittlerweile habe ich mir so viel Mühe mit dem Artikel gemacht, dass ich mir blöd vorkommen würde ich jetzt aufzuhören.

Na ja, nach dem Gezeter will ich euch das neue multidimensionale Fundstück nicht vorenthalten. Es wurde scheinbar von einem parallelen Ich geschrieben, das ich nicht sehr sympathisch finde, um ehrlich zu sein. …alleine schon weil der sehr viel dünner ist als ich.

Epsilons, immer nur Epsilons!

Gna! Da ist mir doch, wie ich neulich schon geschrieben habe, vor einer Woche diese blöde Duftorgel kaputtgegangen. Ich hab natürlich sofort eine neue bestellt, musste jetzt aber eine Woche ohne einen Duft rumlaufen. Das ist wirklich das letzte. Gerade gestern hatte ich eine Verabredung, und ständig das Gefühl diese würde immer die Nase rümpfen, wenn ich mal nicht hinsah. Die Verabredung hieß übrigens Karlina. Eine sehr hübsche kleine aus der Tierfutterfertigung. Eine Gamma, okay, aber nett, und schön anzusehen.
Na ja, fragt da der geneigte Leser, warum kauf ich mir nicht gleich ne neue (Duftorgel nicht Gamma) und lass sie installieren? Ganz einfach: Es wäre nochmal die gleiche. Meine kaputte Zetron-XV war ja schon zwei Tage alt, aber ein neues Modell ist eben erst heute verfügbar gewesen. Also hätte ich letzte Woche ein komplett veraltetes Modell nachkaufen müssen.
Ich weiß ja:“Konsum ist erste Bürgerpflicht“, aber man muss ja auch nicht irgendwelchen veralteten Scheiß kaufen, der schon beim ersten Mal nicht richtig funktioniert hat, oder?
Na ja, genug davon. Gestern habe ich Karlina dann mit nachhause genommen, und wir hatten 4 Stunden entspannenden Sex. Ich warf mir gerade die Tablette Soma danach ein, als Karlina mal kurz ins Badezimmer verschwand.
Ich hab mich fast verschluckt, als ich bemerkt habe, dass sie versuchte meine Duftorgel zu benutzen.
Nackt sprang ich kerzengerade aus dem Bett und keuchte noch, – ich hatte das Soma in den falschen Hals bekommen – als ich schon Karlinas Hilfeschreie hörte.
„Beim Ford, was ist das? Mein Fuß hängt fest!“, schrie sie schrill. Hätte ich gewusst, dass sie so schrill schreien würde, noch bevor ich mein Abendsoma eingenommen hatte, hätte ich mich wohl nicht mit ihr eingelassen.
„Kein Panik!“, versuchte ich sie zu beruhigen, „Bleib ruhig, und egal was du machst, drück keine Knöpfe, und beweg dich nicht!“
Doch zu spät! Ich hörte ein unangenehm schrammelndes Geräusch, gefolgt von einem weiteren, noch spitzeren Schrei.
Ich warf mir meinen neuen Bademantel über, und hastete ins Badezimmer.
Karlinas Fuß hatte sich unglücklich in der Duftausgabe verkeilt, als sie versucht hatte, wieder aus der Zerstäuberkabine zu steigen. Dann war sie mit dem Ellenbogen wohl gegen den Knopf der Automatik gekommen, und die Kabinentür hatte sich wieder geschlossen. Oder zumindest hatte die Kabinentür das versucht, denn Karlinas Fuß war ja im Weg.
Ich nahm etwa zehn Tabletten Soma aus der Tasche meines Bademantels, und zwang Karlina sie zu schlucken, indem ich ihr Mund und Nase zuhielt. Dann verlor sie das Bewusstsein, und hörte somit – endlich – auch zu schreien auf.

Eine halbe Stunde später hatte ich mir meinen Overall angezogen und mit der Wartungsfirma telefoniert. Karlina schlummerte noch immer zufrieden, allerdings hatte ich gesehen, dass ihr Bein stark blutete.
Die Installateure beklagten sich zuerst wie spät es wäre, und dass sie niemanden erübrigen könnten. Als ich ihnen dann aber meine Bürgernummer nannte, und sie sahen, dass ich ein Beta+ war, versprachen sie, das bald jemand kommen würde. Auch der Austausch gegen eine neue Duftorgel wurde mir höflich zugesichert, obwohl man sowas nachts eigentlich nicht machen könne.
Tja, dann rief ich den Notarzt an. Ich weiß ja nicht ob sich Karlina viel getan hatte, aber Blut ist immer ein schlechtes Zeichen. Das bedeutet, dass jemand verletzt ist, und Verletzungen sollten ja eigentlich nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden – wenn überhaupt.
Der Arzt war ebenso mürrisch drauf wie die Installateure zu Anfang, wurde dann aber auch kooperativer, als ich ihm Bürgernummer und Sachverhalt nannte.

Dann, eine Stunde später kamen die „Installateure“. Ich setze das bewusst in Anführungszeichen, weil es sich nicht um kompetente Fachkräfte handelte, sondern um verdammte Epsilon-Hilfsarbeiter. Es waren drei an der Zahl, und so wie es aussah, entstammten sie alle der gleichen Bukanowsky-Gruppe. Jedenfalls konnte ich keinen äußerlichen Unterschied zwischen den dreien feststellen.
Grußlos stolperten die drei schwarz gekleideten Zwerge in mein Wohnzimmer, und einer von diesen Kretins riß dabei eine Vase um, die ich erst am Vortag gekauft hatte, und die noch immer der letzte Schrei war. Keine Frage: Das würde ich dem Installationsunternehmen in Rechnung stellen!

Nachdem die drei widerlichen Gnome eine Weile an der Duftorgel herumgeschraubt hatten, war dann Karlinas Fuß endlich frei. Ich schleifte sie neben die Badewanne, und holte ihr ein Kopfkissen aus dem Schlafzimmer. Der Arzt würde ja bald kommen, der würde schon wissen was zu tun sei.
Die Epsilons jedoch machten irgendwas, dass es knackte, und plötzlich irgendwo aus einem Rohr jede Menge Wasser schoß. Die drei Hilfsarbeiter liefen panisch durcheinander, bis einer sich ein Herz fasste, und das Rohr irgendwie wieder verschloss. Mittlerweile war der ganze Fußboden jedoch naß, und Karlina lag jetzt in einer riesigen Pfütze. Auch das Kissen war naß geworden.

Aufgebracht lief ich wieder ins Wohnzimmer. Duftorgel kaputt, Vase kaputt, Wasserschaden im Badezimmer… auch ein neues Kissen musste ich mir morgen kaufen. Und dann noch eine verletzte Gamma im Somaschlaf in meinem Badezimmer. Wo blieb eigentlich der Artzt?
Wo hatte ich das Soma hingelegt? Erschrocken suchte ich etwa eine Viertelstunde, bis mir einfiel, dass es ja im Bademantel war. Hatte ich jetzt schon eine Abendtablette genommen oder nicht? Ich wusste es nicht mehr, warf aber sicherheitshalber gleich noch zwei ein. Ruhige Gelassenheit erfasste mich wieder. Ich schüttelte lächelnd den Kopf; sowas musste ja auch wieder mir passieren!
Ich setzte mich in meinen Massagesessel, und schaltete das Holo ein. Natürlich war Nacht, da kamen nur Wiederholungen. Ich zappte, bis ich bei einem Holodrama hängenblieb, das ich geschrieben hatte.
Hatte ich das eigentlich schon erwähnt? Meine Aufgabe als Beta+ besteht darin, Holodramas für Kino und Rundfunk zu schreiben. Gut, nichts „künstlerisches“, sondern eher so Sachen aus der Sparte „Wahre Liebe“ und „Unglücklich verliebt in einen Wilden“. Ich weiß, Lovesploitationholos werden immer belächelt, aber zumindest alle vom Gamma an abwärts schauen sowas gerne. Und einmal habe ich sogar Lob von einem Alpha bekommen, der eine Story besonders mochte.

Es klingelte an der Türe. Ich riss mich aus meinen Gedanken, stand auf, und drückte den Türschalter. Die Tür öffnete sich und ich war erleichtert festzustellen, dass wenigstens der Doktor kein Epsilon war. Es handelte sich natürlich um einen Alpha-, schon etwas älter, wie man an seinen ersten grauen Haaren erkennen konnte.
„Guten Tag, Herr…“, er blickte auf sein Klemmbrett, „… Beta+?“ Er sah mich ungläubig an.
„Ein Künstlername! Kommen Sie doch herein!“
Er kam durch die Tür, uns sah sich um: „Hier gibt es einen medizinischen Notfall?“
„Im Badezimmer“, sagte ich, und wies ihm den Weg.
Die Epsilons schraubten noch immer im Nass herum.
„Freud noch mal!“, schimpfte der Doktor. „Bei Ihnen machen Epsilons die Installationen?“
Ich schaute peinlich berührt zu Boden, wahrscheinlich bin ich sogar rot geworden.
„Nachtschlafende Zeit, wissen Sie.“, erklärte ich, und fügte entrüstst hinzu: „Ich hab mit Sicherheit keine Epsilons bestellt!“
„Hmpf. Na, dann wollen wir mal sehen, was wir hier haben.“, sagte der Doktor unwirsch, beugte sich zu Karlina herunter, und schaute sich ihr Bein an.
„Haben Sie ihr Soma gegeben?“, fragte er nach einer Weile.
„Natürlich. Acht Tabletten.“
„Gute Auffassungsgabe. Bist du verdrossen, flugs Soma genossen!“, dozierte er.
Danach fügte er mit ernsterem Blick hinzu:“Nun, das Bein scheint gebrochen zu sein.“
„Ist das eine schlimme Verletzung? Ich fände es zutiefst peinlich, wenn einer Bekannten bei mir so etwas zustoßen würde.“, druckste ich.
Am Ende sprach sich noch unter den Frauen herum, dass man besser nicht zu mir nach Hause käme, weil meine Gerätschaften alt und unsicher sind.
„Nun, ihre Bekannte ist eine Beta?“, fragte der Arzt auf sein Klemmbrett blickend.
„Nein, sie ist eine Gamma.“, sagte ich,“ Gamma+, glaube ich.“
„Ahh. Und ihre Funktion?“
„Sie arbeitet irgendwo in der Fertigung.“
„Tja, dann denke ich, dass es das beste ist, wenn wir sie ins Sterbehospital bringen, und in den Somahalbschlaf versetzen.“
Mir fiel die Kinnlade runter: „So schlimm ist es?“
„Nun, ein gebrochenes Bein ist eine schwere körperliche Behinderung, und in der Fertigung kann sie damit nicht arbeiten. Es dauert Wochen bis so etwas verheilt ist.“, dozierte der Doktor. „Sie selbst würde mit einem gebrochenen Bein nicht leben wollen.“

Das konnte doch alles nicht wahr sein! Jetzt würde sich herumsprechen, wie gefährlich mein Haushalt war, und das obwohl die fragliche Duftorgel ja gerade ausgetauscht wurde.
„Kann man diesen Vorfall irgendwie vertuschen?“, fragte ich. „Ich meine, sonst kommen hier bald keine Mädchen mehr her, weil die Angst vor meinem Bad haben!“
Der Doktor schmunzelte. „Nun, da lässt sich schon was machen. Ich schreibe einfach einen Unfall im Strassenverkehr auf.“
Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Der Doktor holte dann ein paar Delta-Sanitäter herauf in meine Wohnung, und zusammen transportierten sie die arme Karlina ab. Aber das war ja nun mal der Kreislauf des Lebens.
Die Duftorgel haben die Epsilons in der Nacht übrigens nicht mehr ausgetauscht. Ich habe sie rausgeworfen, nachdem der Doktor gegangen war, und heute Morgen dann gleich als erstes ein paar Deltas bestellt, die das richten.

Der geneigte Leser mag fragen, warum ich die Geschichte hier aufschreibe, wenn sie mir so peinlich ist.
Nun, im Internet wird sie schon keine Gamma lesen, und ich denke, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, dass es doch eine ganz witzige Anekdote ist.

Sep
18
2009
3

Der Beruf des Cthulu

Disclaimer: Nach dem gestrigen Durchbruch eines Blogeintrages aus einer Parallelwelt, der meinen schönen Artikel über die schlesischen Gartenlauben schrotete, hab ich den ganzen letzten Abend damit verbracht, den Artikel neu zu schreiben, und – wie ich glaube – besser.
Gegen 2 Uhr Nachts – und ich bin heute um 6 Uhr aufgestanden – hatte ich dann endlich auch wieder alle Fotos eingebunden.

Natürlich habe ich kein Backup gemacht, warum denn auch? Das sowas wie gestern nochmal passiert und in so kurzer Zeit, konnte ich nun wirklich nicht ahnen.

Tja, als ich den Artikel nun gerade jedoch on stellen wollte, hat sich das Multiversum erneut geräuspert. Statt dem Artikel mit den Lauben wurde plötzlich ein anderer, aus einer weiteren Parallelwelt, wie ich vermute, in meinen Blog gespült.
Ich lasse ihn hier mal stehen, alleine weil alle immer über den derzeitigen Wahlkampf und die Politik schimpfen, und der Blogeintrag eindrucksvoll zeigt, dass es alles auch viel schlimmer sein könnte.

(Ich werde im folgenden auf die Kennzeichnung der Personen und Organisationen verzichten. Der folgende Blogeintrag stammt aus einem anderen Universum, und ist somit in unserem rein fiktiv. Personen oder Organisationen, die in ihm erwähnt werden sind ebenso fiktiv, und wenn sie so ähnlich oder gleich heißen wie Personen oder Organisationen in diesem Universum, dann ist das nichts weiter als ein recht kosmischer Zufall.)

Betrachtungen zum Superwahljahr 2009

Cthulu hat sich im Wahlkampf ganz schön verzettelt. Der neue Slogan „Iä, Iä! Cthulu ftagn!“ klingt in meinen Ohren recht unglaubwürdig, wenn ich mir die Bilanz der letzten 40 Jahre der Politik des Kanzlers Cthulu ansehe: Menschheit versklavt, ständig stirbt irgendeiner weil Cthulu ihn frisst oder drauftritt, alle werden langsam verrückt und zu guter Letzt auch noch die Umweltverschmutzung, gegen die der „große Alte“, wie seine Fans ihn nennen, auch nichts unternimmt.
Nicht allein das, nein, in der nächsten Legislaturperiode sollen allen in Köln 7 (!) neue Kernkraftwerke gebaut werden, weil der Herr und sein Sternengezücht ja so auf Radioaktivität abfahren.
Kleine Meldung an den Herrn Cthulu: Menschen können Radioaktivität nicht besonders gut ab! Merken sie das nicht? Ist es ihnen egal?
Nachdem die Wahl vor 4 Jahren ja so äußerst knapp verlief, und die „Cthulus Dämonische Union“ nicht die erforderliche Mehrheit an Sitzen im Parlament errang, war seine „große Altigkeit“ gezwungen eine Koalition mit Hasturs „Shoggotische Pilger Dämonen“ einzugehen.
Hastur, oder „der Unnennbare“ wie der 3 Meter große drachenechsige Humanoide sich gerne nennen lässt, hat die Shoggotischen Pilger auf ein neues Rekordtief der Umfragewerte manövriert.
Kein Wunder: Wenn auch schon Cthulu keineswegs als der menschlichere Kandidat erscheint – menschlich in einem Satz mit Cthulu zu bringen erscheint mir fast schon zynisch – so ist doch Hastur der, welcher von Cthulu ein ums andere Mal bei politischen Fragen über’s Ohr gehauen wurde.
Desweiteren bringt Hastur keinen geraden Satz raus, bei dem sich der Zuhörer nicht ratlos am Kopf kratzen muss.
Neulich sagte Hastur einem Reporter vom WDR ins Mikrofon: „Es ist nicht tot, was ewig liegt.“
Eine gelungene Beschreibung für den derzeitigen Zustand der Shoggotischen Pilger. Allerdings hatte der Reporter nach der Dienstwagenaffäre der Ministerin für Menschenwesen, Shub-Niggurath gefragt.

Kommt eigentlich irgendwann mal was gescheites aus dem Mund von unseren Politikern, oder reden die nur Schwachsinn? Gut, ich weiß, dass es sich um extraplanetare, außerirdische und mehrdimensionale Entitäten handelt, die damals vor 40 Jahren unseren Planeten mal eben so übernommen haben, aber können die sich nicht ein wenig Mühe geben politische Inhalte so zu formulieren, dass Menschen es verstehen?
Ich kann mich ganz sicher nicht auf deren Diskussionsebene begeben. Ich bin nun mal eben nicht telepathisch, fast allmächtig und so gut wie unsterblich. Da kann man doch von denen erwarten, dass die mal ein wenig Tacheles reden, oder?
Oder gibts im Weltall oder wo kein Tacheles?

Na ja, wen soll man sonst wählen?
Da gibts natürlich die „Freie Dämonische Partei“ unter Yog-Sothoth, die finde ich aber unglaubwürdig. Wenn die so pro „Menschen sollen sich selbst verwalten“ sind, warum haben die dann nicht den Fußfesselerlass von 2003 schon längst rückgängig gemacht? Gut, die waren in der Opposition, aber die hätten wirklich schon mal eine Normenkontrollklage vorm Verfassungsgericht anstrengen können. Haben sie aber nicht.

Dann noch Bündnis „Schlangenwesen“, unter Yig. Die scheinen mir doch ein wenig zu gutmenschlich. Fordern können die ja gerne, dass die Menschen wieder aus der Sklaverei entlassen werden, und die Zahl der täglichen Menschenopfer verringert wird, aber glauben kann ich denen das nicht. Wie will Yig das denn umsetzen? Ich meine, Cthulu kann sich auf eine Höhe von 30 Kilometern aufblähen, wenn er das will und Yig ist halt immer nur knapp 22 Meter hoch.
Sollten die „Schlangenwesen“ mit Yig wirklich gewinnen, dann prophezeihe ich einen Kampf der Titanen, der vielleicht die Erde aus ihrer Bahn wirft.

Die Partei der „Alten Rasse“ halte ich außerdem nicht für wählbar. Ausserdem kann ich nie die Kandidaten, welche die aufstellen, auseinanderhalten. Sehen halt alle irgendwie kegelförmig und tentakelig aus. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, dass die sich als Individuen unterscheiden lassen.

Außerdem wird’s wirklich mal wieder Zeit für neue Spitzenkandidaten, aber die werden wir wohl kaum bekommen, da die derzeitigen ja gerne mal ein paar Milliarden Jahre leben.

Hm.

Ich glaube ich werde wohl wieder Cthulu wählen. Ist einfach sicherer. Nach der letzten Wahl war er über den Stimmenverlust so enttäuscht, dass er Australien zerstört hat. Hoffen wir einfach, dass R’lyeh bald wieder im Meer versinkt und die ganze Dämonenbagage sich wieder für ein paar Millionen Jahre schlafen legt.
Oh, ich muss Schluß machen, die Tür wird gerade eingeschlagen.

Nachtrag: Tja, soweit der Artikel… Dumm nur, dass es bei uns auch schon anfängt: Cthulhumobil. Hab die Seite gerade gefunden, und bin ehrlich gesagt ein wenig baff.(Anm. Da hatte der Björn recht: „Cthulhumobil“ schreibt sich wirklich mit dem zweiten h :-/ )

Nachtrag2: Neil Gaiman hat auf seiner Seite Teile aus Cthulhus Biografie eingestellt. In Englisch. Wer’s lesen mag: „I Cthulhu“

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Wahnhaftes | Schlagwörter: , , ,
Sep
17
2009
24

Warum ich‘ nicht Piraten‘ wähle

Disclaimer: Tja, seltsam. Hier sollte eigentlich ein lang und mühsam von mir recherchierter Artikel zum Thema „antike Gartenlauben in Oberschlesien“ stehen. Ich hab mir echt viel Mühe damit gegeben, und einige sehr witzige Wortspiele zum Thema erdacht. Ausserdem hatte ich tonnenweise Fotos von alten Gartenlauben in Oberschlesien.
Diese blöde Quantenstring-Desonanz hat mir aber nun einen Strich durch die Rechnung gemacht, und meinen schönen Laubenartikel gegen einen ausgetauscht, den ein alternatives Ich in irgendeinem seltsamen Paralleluniversum geschrieben hat.
Ich lass den parallelen Artikel trotzdem mal hier stehen, da er das unfreiwillige Hauptthema dieses Blogs zu tangieren scheint: Vampire. Irgendwie scheinen ja recht viele meiner Leser an die Existenz der mythischen Blutsauger zu glauben, da passt es nur.
Für all die anderen ist der Artikel vielleicht auch ganz interessant.

Trotzdem schade um die Gartenlauben.
(Um die Identitäten von Personen und Organisationen klar zu Kennzeichnen, erhalten alle parallelen Pendants zu Personen und Organisationen in diesem Universum einen Strich hinter ihre Bezeichnung.) Ich bin also auch weiterhin ich, ich‘ ist aber der andere 😉 )

Warum ich‘ nicht Piraten‘ wähle

Nach all der Politik der Freiheitseinschränkungen war ich‘ froh, als endlich die Piratenpartei‘ auf meinem‘ Radar aufgetaucht ist. Endlich – so dachte ich‘ – jemand, der sich der Freiheit annimmt, die in den letzten Jahren ja so knapp geworden ist. Keiner‘ der es benutzt will, dass das Internet‘ zensiert wird, und jeder will, dass die von der CDU‘ gemachten Sicherheitsgesetze wieder zurückgenommen werden.
Da ich‘ schon mit dem Gedanken gespielt habe die Piraten‘ zu wählen, hab ich‘ mir‘ also online mal ihr‘ Wahlprogramm zu Gemüte geführt.
Was da steht ist ja schön und gut, aber ich habe keinen Hinweis auf die Politik in Bezug auf eine sehr unterdrückte und in der Politik unterrepräsentierte Minderheit gefunden. Im Wahlprogramm der Piraten‘ werden unsere untoten nocturnen Mitbürger gar nicht erwähnt!

Was ist mit den Nosferatu? Wie steht die Piratenpartei‘ zu diesem Teil der Bevölkerung? Und wie groß ist der Anteil der Untoten in den Reihen der Piraten‘ ?

Ferner: Was ist mit der Barrierefreiheit für Nosferatu, die sich in der Piratenpartei‘ engagieren wollen? Stimmt es denn nicht, dass bisher alle Parteitage tagsüber stattfanden? Und was ist mit den Stammtischen? Gibt’s die auch nachts? Immerhin sollen die ja ach so „offen für alle“ sein?!? Warum, so frage ich‘ mich‘, finden die dann nur tagsüber statt?

Aus all diesen Erwägungen werde ich‘ diesmal wohl meine Stimme eher den Grünen‘ geben. Die‘ machen zwar wahrlich nicht alles nach meinem‘ Gusto, aber wenigstens erwähnen sie‘ als einzige Partei die Untote Gemeinde eindeutig in ihrem Wahlprogramm. „Vampirpolitik“ wird es bei den Grünen‘ genannt. Eindeutig abwertend in meinen‘ Ohren, aber was will man erwarten. Die CDU‘ leugnet als christliche Partei ja noch immer die Existenz der Untoten.

Tja, tolle Idee diese Piratenpartei‘, aber so nicht!

Nachtrag:
Herrje, jetzt kommen auch noch parallele Kommentare durchs‘ Raumzeit-Kontinudingens!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Esoterisches,Politisches | Schlagwörter: , , ,

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Jan
29
2011
3

Alles schonmal dagewesen: Premakes

Ich bin bei Buttkickingbabes drauf gestoßen, aber das ganze scheint tatsächlich ein neues Mem zu sein: Leute schneiden Trailer aus alten Filmen zusammen, die für neue Filme werben, als seien diese alte Filme. Besser kann ich es jedenfalls nicht erklären. Schaut es euch einfach mal an:

Up aus dem Jahre 1965:

Ghostbusters aus dem Jahre 1954:

und Star Wars darf auch nicht fehlen, darum hier
Das Imperium schlägt zurück aus dem Jahr 1950:

Ich bin immer wieder verblüfft, was man alles im Internet finden kann.

Written by Heiko C. in: Filme,Lustiges,Spass und Spiel | Schlagwörter: ,
Okt
10
2010
--

John Lennon

Gestern wäre John Lennon 70 geworden, wenn er nicht 1980 von einem geistesgestörten Fänger-im-Roggen-Fan umgebracht worden wäre.
Ich erwische mich öfter dabei, zu überlegen, welche Rolle John Lennon wohl heute als gealterte Persönlichkeit in den Medien spielen würde, denn immerhin war er nicht nur einer der Beatles, sondern auch ein engagierter Friedensaktivist und Visionär.
Würde er heute noch Kampagnen für den Weltfrieden fahren? Oder würden wir ihn zum aktuellen Tagesgeschehen in Fernsehinterviews als desillusionierten, grantigen, alten Sack erleben, der die Hoffnung aufgegeben hat, dass die Welt einmal besser wird? Ich stelle mir letzteres wie die Fernsehpreisrede von Marcel Reich-Ranicki vor, bloss eben nicht zum Fernsehen, sondern zur Weltpolitik.
Rein aus Sicht des Zusehers hätte beides seinen Reiz. Der ältere aber immer noch in diversen Projekten aktive John Lennon, so wie der „ich-finde-das-alles-ganz-unerträglich“-John Lennon.
Würde die USA den 70jährigen John Lennon heute überhaupt einreisen lassen? Die hatten ja schon damals ihre Probleme mit ihm:

Tja, aber er ist ja leider schon vor fast 30 Jahren gewaltsam zu Tode gekommen. Schade.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Jul
24
2010
8

FDP zieht sich geschlossen aus der Politik zurück

Nun habe ich es vorhergesehen, und weil ich der Meinung war, dass es sich um eine sehr naheliegende Prognose handelte, habe ich schonmal diesen Verabschiedungsartikel geschrieben, für den Moment, wenn es denn passiert.
Noch gibt es keine Meldungen über den Rückzug der FDP. Schade. Vielleicht regelt sich das ja noch im Laufe des Vormittags, oder in den nächsten Tagen, vielleicht war ich ja nur ungenau. Wer weiß.
Auf jeden Fall will ich euch diesen Abschiedsartikel nicht vorenthalten, auch wenn er streng genommen *noch* nicht aktuell ist.

Heute Mittag um 10 Uhr wurde es verkündet: Die FDP hat keine Lust mehr auf die Politik, und zieht sich geschlossen als Partei zurück.
Der ehemalige Außenminister Westerwelle sagte bei der überraschend anberaumten Pressekonferenz: „Es gibt in diesem Leben mehr als die Politik. Zum Beispiel die Musik. Die FDP geht ab heute in die Unterhaltung.“
Auf erstaunte Blicke, offene Münder und panisch schreiende Jungreiche erwiderte Westerwelle, dass die Partei ab sofort in „Fröhliche Dandy-Parade“ umbenannt würde, und man sich mit einem Vollprogramm nun allen Sparten der Musik widmen würde. Besonders die Bestrebungen Rainer Brüderles und seiner selbst, auf dem Gebiet des Vaudeville viel zu erreichen, hob er hervor.
Auf die Frage, warum die FDP keine Politik mehr machen wolle, und ob dies mit den ständigen Angriffen der CSU zu tun habe, antwortete Westerwelle: „Unsinn! Der Entschluss in die Unterhaltungsindustrie zu wechseln steht schon lange fest. Seit der Bundestagswahl. Als wir so viele Prozente bekamen, wussten wir, dass wir in der Politik erst einmal alles erreicht haben, was möglich ist. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!“
Nach ein paar Sekunden unkonfortabler Stille fügte er hinzu: „…nun, ich gebe zu, wir haben den Entschluss vielleicht ein wenig verschleppt. Aber wir lassen uns unseren Schneid nicht abkaufen!“
Auf die Frage, warum man sich ausgerechnet die Musik als neues Betätigungsfeld gesucht hat, musste Westerwelle schmunzeln: „Na, hören Sie mal! Immerhin hatten wir ja auch den singenden Bundespräsidenten!“
Dann brach er mit dem verkleidet zwischen den Journalisten sitzenden Brüderle spontan in Gesang aus: „Das Publikum, war heute wieder wundervoll, und traurig klingt der Schlußakkord in Moll …“ sang er mit Brüderle im Duett.

Die Spitze der neugeborenen Musik-Vereinigung ließ dann die Presse mehr oder weniger ratlos zurück, lud aber alle zur ersten Gala-Vorstellung der FDP in die Dresdener Semper-Oper, welche noch am Abend des selben Tages stattfinden sollte.

Derweil herrscht in der Regierung in Berlin ein heilloses Chaos: Angela Merkel findet sich plötzlich am Kopf einer Minderheitsregierung wieder, ein Drittel der Ministerposten ist nicht mehr besetzt.
Auf die Frage wie es nun weitergehen solle, sagte die eilig aus dem Urlaub am Wolfgangsee heimgekehrte Kanzlerin konkret:
„Diesem muss man entschlossen begegnen. Es ist eine Herausforderung, der man ja auch entschlossen begegnen können sollen müsse.
Dabei soll die Demokratie eine wichtige Richtschnur sein, bei der Begegnung… der entschlossenen Begegnung ….mit diesem. Ich würde Ihnen danken, wenn Sie jetzt weiter keine Fragen mehr an mich richten würden. Danke.“
Konkreter wurde die Kanzlerin nicht.

Eiligst hat die Kanzlerin im Laufe des Nachmittags dann ein Superministerium gegründet, das „Bundesministerium für Außen, Justitz, Gesundheit, Wirtschaft, Entwicklung und Vizekanzlerei (BMAJGWEV)“, dem vorerst Edmund Stoiber widerstrebend vorsteht.

Den lustigen Abend in der Semperoper, die Premiere der „Fröhlichen Dandy-Parade“, leitete dann Silvana Koch-Mehrins Interpretation von „Girls just want to have fun“ ein. Dieser Auftritt stand ganz im Zeichen der 80er Jahre.
Kulissen bildeten die Berliner Mauer nach, und Frau Koch-Mehrin war ähnlich gekleidet und frisiert wie Madonna in ihrem Video zu „Like a Virgin“.
Dann ging es weiter mit den Röslerchören, die den Chor der Gefangenen aus Nabucco und eine Art Medley aus Stücken der Carmina Burana zum besten gaben.
Rösler dirigierte wie ein Weltmeister, und man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Sänger – allesamt ehemalige Staatsseketäre – heimlich geübt haben müssen.
Unvergessen bleibt dann Frau Leutheusser-Schnarrenbergers Interpretation von „Memories“ aus Cats. Auch in ihr Kostüm muss sehr viel Aufwand, Geld und Liebe geflossen sein.
Das Kernstück und der Abschluss des Konzertes bildete dann eine Reihe von Duetten, gesungen von Westerwelle & Brüderle, die ganz im Zeichen des Vaudeville alte Musicalperlen trällerten. Unter anderem „Cheek to Cheek“, „Summertime“, „Puttin‘ on the Ritz“ und „I am a dentist“ aus Little shop of horrors. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das letzte Lied speziell an die ehemalige Wählerschaft gerichtet hat. Quasi ein Apell der FDP weiterhin die Treue zu halten, auch wenn sie die Sparte gewechselt hat.

Nach dem Auftritt äußerten sich einige der Künstler zu der Frage nach ihren Zukunftsplänen.
Dr. Guido Westerwelle gestand, dass er seit September 2009 fast rund um die Uhr an einem autobiografischen Musical schreibt, das fast fertig sei. Er habe noch niemanden gefunden, der es produzieren möchte, aber das sei gewiss nur eine Frage der Zeit.
Außerdem möchte der ehemalige Außenminister einen Film über sein Leben drehen, ganz im Stile von Eminems „8 mile“ und Daniel Küblböcks „Daniel der Zauberer“.
Rainer Brüderle, der frischgebackene Ex-Wirtschaftsminister gestand, dass es schon immer ein Traum von ihm gewesen sei, an der Mailänder Scala in Mozarts Zauberflöte die Königin der Nacht zu singen. Sein Kolleratursopran sei zwar ein wenig eingerostet, aber mit etwas Übung würde er sicher das nötige mitbringen, konstatierte er selbstbewusst.
Ebenso sei ein Duett mit dem Finanzminister ein Herzenswunsch von ihm. Brüderle und Schäuble sind in ihrer gemeinsamen Zeit im Bundeskabinett zu sehr guten Freunden geworden. „Man kann nicht in der Politik gemeinsam in einer Koalition miteinander arbeiten, ohne sich irgendwann sehr zu schätzen zu wissen, auch wenn man von verschiedenen Parteien ist.“, erklärte Brüderle sich uns gegenüber.

Ein wenig vermisst haben wir Dirk Niebel an diesem Abend. (Nun eigentlich ist „vermisst“ das falsche Wort, aber wir haben eine Liste mit den ehemaligen FDP-Ministern abgeglichen, und da war er halt mit dabei. Da fiel uns auf, dass er nicht auf der Bühne war.)
Die Abwesenheit des ehemaligen Entwicklungsministers erklärte Dr. Westerwelle aber dann wie folgt: „Heute haben wir nur Stücke anderer Komponisten zum besten gegeben. Herr Niebel, der Dirk, arbeitet aber an exklusiver Musik, die er nur für uns schreibt. Sie wird alle Themen ansprechen, die uns auch schon in der Politik bewegt haben. Zum Beispiel mehr Brutto vom Netto, und so. Sie dürfen gespannt sein!“
In der Tat, wir sind gespannt.

Der nächste Auftritt der Fröhlichen Dandy-Parade wird voraussichtlich erst im Herbst zu sehen sein, dann soll nämlich die Deutschlandtour unter dem Motto „Leistungsbeschleunigungsgesang“ beginnen.

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Lustiges,Politisches | Schlagwörter: , , ,
Jun
20
2010
2

Princess of Mars

So, nun ist es also passiert: Ich habe mir ohne es gleich zu merken, eine Asylum-DVD gekauft. Asylum, für diejenigen, die es nicht kennen, ist das Filmstudio, welches – ich sag mal – Alternativversionen aktueller Kinofilme produziert, und diese dann direkt to Video in die Läden bringt. Ziel ist, dass möglichst viele Leute so ihre Filme kaufen, und denken, es würde sich um die echten Blockbuster handeln.
Diese Art Falschfilm nennt man „Knockbuster“. Von Asylum gibt es zum Beispiel „Doomsday 2012“, „Transmorphers“ oder den gloriosen „I am Omega“.

Na ja, nun bin also auch ich auf den Marketingplot reingefallen, allerdings scheint es sich bei den Film, den ich gekauft habe nicht um die Billigversion eines Blockbusters zu handeln, sondern um eine eigene Filmidee.
Zumindest ist mir der dazu passende Blockbuster nicht bekannt, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

„Princess of Mars“ ist nichts weniger als eine Adaption der Barsoom-Bücher von Edgar Rice Burroughs. In dieser Buchreihe geht es um einen heimkehrenden Bürgerkriegssoldaten der einschläft, und auf dem Mars wieder aufwacht. Auf diesem Mars gibt es vierarmige Aliens, leichtbekleidete Frauen und alles mögliche mehr.
Die Buchvorlage ist also von sich aus schon ziemlich trashige Low-Fantasy. Passt ja irgendwie zu Asylum, möchte man denken.
Wie sieht es also mit der Filmumsetzung aus?

Im Fim wurde aus irgendwelchen Gründen der Soldat aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg zu einem Special-Ops-Mann, der in Afghanistan (oder im Irak, bin mir nicht sicher) operiert.
Bei irgendeiner seiner speziellen Operationen wird er von einem dieser Einheimischen – man kann ihnen nun einmal nicht trauen – verraten, und schlimm verletzt.
Seine Armee findet ihn und hält ihn für einen hoffnungslosen Fall. Da er irgendwelchen Experimenten zugestimmt hat, entschließt man sich ihn „Atom für Atom“ auf einem „16-GB-Flash-Stick“ (sic!) zu speichern, und ihn mittels Wissenschaft zum Mars zu transportieren. Natürlich nicht zu unserem Mars, sondern zum Mars um Alpha Centauri. Wahrscheinlich denken die Drehbuchschreiber, dass jedes Sternensystem einen Mars braucht. Ich stimme zu. Würde ich in einem Sternensystem wohnen, und es gäbe dort keinen Mars, mir würde etwas fehlen.
Aber zurück zum Film.

Der schwerverletzte Soldat John Carter grüßt seine Vorgesetzten also noch ein letztes Mal mit einem Stinkefinger, als er sich schon in einem Lendenschurz in einer Wüste wiederfindet. Wo der Lendenschurz herkommt erfahren wir nicht, aber wahrscheinlich haben den die amerikanischen Wissenschaftler aus Gründen des Anstands extra ins Teleportationsprogramm geschrieben.
Bewusstlos auf diesem anderen Mars liegend, wird John Carter sofort von der Prinzessin des Mars, Deja Thoris, gefunden, die ihn jedoch im Wüstensand des Mars liegen lässt, um ihn zu verschonen.
Ja, so passiert es, ich habe es auch nicht ganz begriffen. Deja Thosris spricht übrigens Englisch.

Die Prinzessin wird von Traci Lords gespielt, die zu den besseren Thespisjüngern in diesem Film zählt. Den Bechdeltest besteht der Film nicht, da sie die einzige weibliche Rolle im Film ist.
John Carter steht also auf, als die Prinzessin weg ist, und findet heraus, dass er auf diesem Mars unglaublich weit und hoch springen kann. Kurz darauf wird er von Thaks gefangen. Tharks, das sind im Buch drei Meter große, vierarmige und grüne Aliens, hier sind es Menschen in Latexmasken. Aber immerhin in recht aufwändigen Latexmasken.
Diese Tharks reiten im Buch vierbeinige Reittiere. Im Film haben diese Reittiere nur zwei Beine. Irgendwie scheint im Film alles zu wenig Gliedmaßen zu haben.
John Carter versucht sich auf Englisch mit den Tharks zu unterhalten, diese verstehen aber nur Marsgrunz. John Carter versucht es also noch einmal auf italienisch, doch auch das wird nicht verstanden.
Die Tharks haben Carter mittlerweile zu ihrem Lager geschleppt, wo er Johgurt zu essen bekommt, den eine Made abgesondert hat. Dann soll er noch ein paar Insekten essen, was er auch tut, wodurch er plötzlich Marsgrunz versteht.

Im weiteren passieren die Dinge im Film nacheinander. John Carter kämpft gegen Spinnen, John Carter befreit die Prinzessin, John Carter muss in der Arena kämpfen. Nach so etwas wie einer zusammenhängenden Handlung muss man mit der Lupe suchen.
Am Ende lässt es sich darauf komprimieren, dass ein böser Afghnaniraker, der John Carter irgendwie von der Erde gefolgt ist, ein Atemluftkraftwerk auf dem Mars unter seine Kontrolle bringen will, um die Herrschaft an sich zu reißen. Die Rolle der Prinzessin reduziert sich darauf, John Cartes Loveinterest zu sein, hin und wieder etwas über den Mars zu erklären, was keinen Sinn ergibt und ansonsten dekorativ herumzusitzen oder zu stehen und zu schmollen. Aber Traci Lords sieht ja immer so aus, als würde sie schmollen.
Die Begrenztheit der Prinzessinnenrolle ist eigentlich schade und irgendwie auch Etikettenschwindel, wenn man bedenkt, dass der Film nach ihr benannt wurde.

Auf der DVD-Hülle wird der Film angepriesen mit „Die Geschichte, die James Cameron zu Avatar inspirierte“. Nun weiß ich nicht, ob das zutrifft, aber behaupten kann man das ja mal, und viel ausdifferenzierter ist die Handlung von Avatar ja nun auch nicht.
Hinten steht dann noch „Für alle Fans von Avatar, Star Wars und Prince of Persia“. Mit „Star Wars“ muss der ungenannte Werbetexter hier die Prequels meinen, denn da ist „Princess of Mars“ in etwa genauso unlogisch, und hat ebenso flache Charaktere.
Mein Fazit: Kann man kucken. Wenn dann aber besser in großer Runde, um ihn gemeinsam blöd zu finden.

Nov
19
2009
--

Des Pudels CERN?

Von CERN hat man ja nun schon gehört, nehme ich an. Das ist diese Organisation die diesen neuen Super-Duper-Teilchenbeschleuniger in der Schweiz (LHC) betreibt, um den sich schon vor dessen Fertigstellung wilde Spekulationen rankten. So hieß es beispielsweise, wenn dat Dingen eingeschaltet wird, würde es ein schwarzes Loch herstellen, welches die Erde verschluckt. Diese These fand nicht nur in verschiedenen Blogs Verbreitung, sondern auch in der herkömmlichen Presse.

Vor einem Monat kam dann Spreeblick mit einem Artikel, in dem es darum ging, dass die Experimente von CERN grad nicht so richtig funktionieren, was ein paar der dort arbeitenden Wissenschaftler zu der Theorie brachte, dass der LHC in der Zukunft das funktionieren des LHC in der Gegenwart verhindere.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Die Zukunft sabotiert unsere wissenschaftlichen Experimente! Schock!

Dann berichtete vor etwa zwei Wochen wieder Spreeblick darüber, dass ein Vogel durch das unglückliche Platzieren eines Brotkrumens eine Apparatur zum überhitzen gebracht hätte.

Und was muss ich jetzt bei Fefe lesen?

Hahaha, einer der CERN-Direktoren hat einen Lovecraft gepullt und den versammelten Reportern was von Dimensionstoren und „unknown unknowns“ erzählt, und dass da Dinge durchkommen könnten, durch die Dimensionstore. Sehr schöner Fnord 🙂

Und wenn man Fringe oder AkteX schaut, denkt man sich immer, dass das, was man da so sieht nix mit den Realitäten eines Wissenschaftlers zu tun habe, und nun scheint die Grenze zwischen LHC und LSD immer mehr zu verschwimmen.
Ich meine, hör‘ mal: Zeitreisen, Schwarze Löcher, die die Erde verschlucken, sabotierende Vögel und Besuche aus Parallelwelten? Was kommt als nächstes? Berichtet CERN etwa bald davon, dass bei einem Experiment ein Forscher versehentlich mit der DNA einer Stubenfliege infiziert wurde, und sich jetzt langsam in eine menschliche Fliege verwandelt? Oder bauen die eine Telefonverbindung zu Gott auf? Alles scheint möglich bei denen!

Ich möchte ja gerne glauben, dass das alles möglich ist, was da so berichtet wird, aber ein anderer Verdacht drängt sich auf. Vielleicht hat CERN ja die Medienöffentlichkeit wegen der „Schwarzen Löcher“ irgendwie genossen, und jetzt lancieren die mal die eine oder andere Meldung mit ähnlich phantastischen Dingen, um im Gespräch zu bleiben. Interessiert sich ja sonst keiner für den Teilchenkram. Was der Normalbürger über Teilchenbeschleuniger weiß ist doch im Bestfall: Da bauen die ein irre teures Dings, in dem Nichts mit Nichts beschossen, und das daraus entstehende neue Nichts dann untersucht wird.

Oder, die verarschen schlicht gerne Journalisten.
Vielleicht wird schon bald der erste Spiegelreporter von einem CERN-Forscher in Cthulhu-Maske erschreckt. Ich find‘ das lustig. Da will ich auch mal arbeiten, wenn ich mal groß bin!

Okt
27
2009
1

Hinter dem Spiegel

So, um diesmal auf Nummer sicher zu gehen, dass nicht wieder mein schöner Gartenlaubenartikel auf mysteriöse Weise verschwindet  und statt dessen irgendein Fragment aus einer namenlosen Parallelwelt auftaucht, habe ich den Artikel – nochmal – neu geschrieben, bebildert, auf einen USB-Stick geladen, diesen in eine kleine Bleischatulle gesteckt und die Schatulle habe ich daraufhin im Garten vergraben… …unter einer Gartenlaube.
Wenn irgendjemand mir – so dachte ich –  einen grausamen Streich spielt – bzw. mir am laufenden Band Streiche spielt – soll er es dann auch richtig schön schwer haben, den Artikel auszutauschen.
Und ja, ich habe die Schatulle abgeschlossen und zwar mit einer 6stelligen Kombination, die nur ich kenne.

Heute grabe ich den Krumpatsch wieder aus, und was muss ich sehen? Schon wieder keine Gartenlauben. Statt dessen eine politische Bestandsaufnahme aus einem sehr seltsamen Paralleluniversum, wie es scheint.

Disclaimer: Personen und Organisationen im folgenden Text sind nicht die gleichnamigen aus unserem Universum, sondern aus einer abstrusen Parallelwelt.

Deutschland hat den Wechsel gewählt – endlich!

Und Zeit wurde es. Nach 20 Jahren unter Bundeskanzler Gerhard Schröder, der damit der amtsälteste Bundeskanzler seit Kurt Schumacher ist, bleibt von der freiheitlich Demokratischen Zentralregierung ebensowenig übrig, wie
von dem Konzept der sozialen Marktwirtschaft.
Nachdem Schröder 2003 die Gefängnisse, das Arbeitsamt und den Strassenbau privatisiert hat, kommen die wenigen Deutschen, die noch einen Job haben, nicht mehr schlaglochfrei zur Arbeit, und der Hausarrest für alle Empfänger von Sozialhilfe reißt ein tiefes Loch in das Demokratieverständnis der Bürger.

Ebenso wurde ja die Trennung von Staat und Kirche weitestgehend aufgelöst. Es ist kaum noch möglich zu studieren oder ein öffentliches Amt zu bekleiden, wenn man sich nicht öffentlich zum Glauben an Baal und Marduk bekennt.

Die KDU ist nun mit einer kleinen Mehrheit gewählt worden, und kann das erste Mal seit 1972 wieder eine Regierung bilden. Diesmal in Koalition mit der LDP. Das Kabinett steht seit einem Monat auch, und vor einer Woche hat die neue Bundesregierung ihre Arbeit aufgenommen, und beginnt nun auch mit Hochdruck daran zu arbeiten, den Saustall, den die Regierung Schröder angerichtet hat wieder aufzuräumen, und unsere BDR wiederherzustellen, wie unsere Gründerväter sie sich mal vorgestellt hatten.

Kanzler Ronald Pofalla hat nicht nur zielstrebig die Konservativ Demokratische Union zum klaren Regierungsauftrag geführt, ihm sprechen auch mit 76,3% der Deutschen weitaus mehr das Vertrauen aus, als sich noch für einen Kanzler Schröder erwärmen können.

Bei der SPD sammelt man derweil die Scherben auf. Schröder hat mittlerweile die Konsequenz aus dem schlechten Wahlergebnis der SPD (nur etwa 37%) gezogen, und sich aus der Parteiführung zurückgezogen. Der neue Chef der SPD wird wohl Gregor Gysi werden, doch auch Angela Merkel hat Interesse an dem Amt angemeldet.
Die überzeugte Atheistin aus Bayern gilt vielen als Underdog mit ungeahntem Potential, auch wenn die Chancen momentan besser für Gysi stehen.
Der Rechtsanwalt aus dem Ruhrgebiet ist immerhin überzeugter Mardukist, und präsentiert sich gerne als traditionsbewusster, religiöser Familienvater. Im Vorfeld der Wahlen, als er noch als neuer Außenminister gehandelt wurde, war er so oft mit seinen Ehefrauen und Kindern im Fernsehen zu sehen, dass ich schon fast glaubte, er gehöre zur Familie.

Aber was machen jetzt KDU und LDP?
Die Steuern sollen gesenkt werden. Drastisch. Finanzieren will man es mit em Baustopp am umstrittenen Monumantalprojekt „KI-Pyramide“. Der Überwachungskoloss, der 2020 fertiggestellt werden sollte, hätte eine Art Knotenpunkt werden sollen, an dem alle Überwachungsdaten, die in Deutschland gesammelt werden miteinander abgeglichen und mittels modernster künstlicher Intelligenz ausgewertet hätten werden sollen.
Gerade die KDU hat im Vorfeld schwere Kritik am Bau des „technokratischen
Ungetüms“ geübt.
Durch den Baustopp spart der Staat noch immer mehrere hundert Milliarden Euratos, auch wenn das Ding schon zur Hälfte fertiggestellt ist.

Der neue Außenminister in Pofallas Kabinett, Guido Westerwelle, ist derweil im Ausland unterwegs.
In der provisorischen Hauptstadt des von Tibet besetzten Chinas spricht er vor Vertretern der chinesischen Widerstandsbewegung, und verspricht wirtschaftliche Sanktionen gegen den Wirtschaftsgiganten Tibet. Westerwelle ist eine ideale Besetzung für das Amt des Außenministers, ist er doch für sein diplomatisches Fingerspitzengefühl, seine Ehrlichkeit und für seine schier übermenschlichen Sprachkenntnisse bekannt: Westerwelle spricht 30 Sprachen, und zehn davon fließend – darunter Mandarin.

Ich muss sagen, die neue Regierung lässt sich gut an, ich bin gespannt, was noch kommt.

Written by Heiko C. in: Politisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Okt
08
2009
1

Hunde, die ewig leben

In den letzten Tagen hab ich mich immer wieder gescheut endlich den Gartenlaubenartikel einzustellen, da ich befürchtete, dass es doch wieder in die Hose geht.
Gestern hab ich mich dann aber mal wieder hingesetzt, den ganzen Artikel auf Papier (!) geschrieben, und wollte mich jetzt gerade daransetzen ihn abzutippen, als mir auffiel, dass aus Gründen, die mir vollkommen schleierhaft sind, schon wieder ein paralleler Austausch stattfand, wie schon hier, hier und auch hier.
Es war immer noch ein Artikel auf den Seiten, immer noch in meiner Handschrift verfasst, aber zu einem vollkommen anderem Thema. Allein um die Seltsamkeit dieses ganzen Vorgangs zu dokumentieren, hab ich den Artikel hier mal wieder eingegeben.
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich es sehr gruselig finde, in meiner eigenen Schrift Worte zu lesen, die ich so nie geschrieben habe. Das Ganze ist aber nur unwesentlich gruseliger als all die anderen Parallelwelthacks der letzten Wochen.

Sinn und Unsinn der Haustiergenetik

Wer kennt ihn nicht, diesen Moment, wenn ein geliebtes Haustier langsam immer älter wird, sich seltsame Krankheiten zuzieht, und schließlich verstirbt.
Viele Haustierhalten haben sich seit der ersten Zähmung eines Wildtieres sehnlichst gewünscht, dass es eine Möglichkeit gäbe deren Leben zu verlängern. Seit 2007 ist es nun soweit.
Ich brauche wohl nicht weiter zu erwähnen, dass die japanische Shi-Chinpoko-Corporation seit Jahrzehnten schon im Bereich der genetischen Forschung aktiv ist, und es dann, vor ein paar Jahren zu einem ersten Durchbruch kam. Man fand und isolierte das Gen, das bei Hunden für den Alterungsprozess zuständig ist, und konnte es dann schließlich modifizieren, damit Hunde wesenlich länger leben.
Dass die Japaner an sowas geforscht haben, ist keine Überraschung: In einer rettungslos überalterten Gesellschaft wie in Japan und eigentlich allen Industrienationen, bekommen Haustiere eine besondere Bedeutung: Sie helfen nachweislich alten Menschen über die Einsamkeit hinweg, und geben ihnen überdies einen Grund tagtäglich aufzustehen.
Außerdem wirken sich Haustiere nachweislich heilsam bei allerlei gesundheitlichen Problemen aus, von der Tierhaarallergie einmal abgesehen.

Vor zwei Jahren also nun gingen die ersten von Shi-Chinpoko aufgewerteten Hunde in Serienreife, und wurden in Japan auch schon massenhaft verkauft. Im September 2008, nach unendlichen rechtlichen Querelen mit der EU, wurden dann die ersten der Superhunde auch in Europa angeboten und verkauft.

Jeder mag seinen Hund, und keiner will, dass sein Haustier stirbt, aber ist eine durchschnittliche Lebenserwartung von 70-80 Jahren (je nach Größe des Tieres) wirklich sinnvoll für ein Haustier?
Ich meine, was passiert mit dem Hund, wenn er sein Herrchen überlebt? Oder wenn sein Herrchen dann doch eine Tierhaarallergie bekommt? Wo soll der Hund dann für weitere 50 Jahre hin?
Ich weiß, dass es immer mehr in Mode kommt, Kindern gleich zur Geburt einen Superwelpen zu schenken, aber was ist, wenn der Nachwuchs gar keine Hunde mag?

Man hat ja auch schon früher immer von Hunden gehört, die zu Weihnachten verschenkt wurden, und dann beim nächsten Sommerurlaub an irgendeiner Autobahnraststätte angebunden vorgefunden wurden.
Was ist, wenn das mit solchen Superhunden passiert? Wie lange soll sich ein Tierheim um solch einen Hund kümmern, der fast ein Jahrhundert alt werden kann, und wer bezahlt das?

Ich weiß, die Tierchen sind sehr beliebt und die Preise für sie sind noch sehr hoch, aber bleibt das auch so? Verdrängen nicht irgendwann diese Superhunde all die kurzlebigen Hunderassen und wird dann nicht auch der Preis sinken?

All das sind Probleme, über die Shi-Chinpoko scheinbar nicht wirklich nachgedacht hat. Geschweige denn was passiert, wenn sich solch ein genetisch aufgewerteter Hund aus dem Staub macht, und sich mit irgendwelchen Straßenkötern paart. Ist wirklich sichergestellt, dass das modifizierte Gen sich nicht verbreitet? Ich weiß, die sollen alle sterilisiert sein, aber irgendwo gibt es ja sicher auch Zuchtexemplare in den Shi-Chinpoko-Tierfabriken.
Nehmen wir mal an ein genetisch aufgewerteter Huskie macht sich auf in die Wildnis, und verbreitet das Gen in den aus Osteuropa kommenden Wolfsrudeln? Brauchen wir Wölfe, die so lange leben? Und wächst dann nicht deren Population unkontrolliert? Was hätte das wohl für Auswirkungen auf den Rest des Wildlebens?

Sollte so etwas passieren, sehe ich ungeahnte Klagewellen auf Shi-Chinpoko zurollen.
Ich werde weiter bei den normalen Haustieren bleiben.

Außerdem sind mir Katzen sowieso lieber als Hunde.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Technisches | Schlagwörter: ,
Sep
22
2009
2

Epsilons, immer nur Epsilons!

Es ist ja schon ein paar Tage her, und wir leben in einer schnelllebigen Zeit, aber vielleicht erinnern sich noch einige an meine bisher 2 mißlungenen Versuche einen Artikel über antike oberschlesische Gartenlauben on zu stellen. Wenn nicht, schaut hier und hier.

Okay, mittlerweile hatte ich ein Backup gemacht von dem Artikel über die antiken oberschlesischen Gartenlauben. Und die Bilder, die ich in einem Schuhkarton aufbewahre, hab ich auch noch mal eingescannt.
Das hat eine Weile gedauert mit dem Einscannen, alleine schon, weil ich all die Schwarzweißfotos von Gartenlauben noch per Hand am Rechner nachbearbeiten musste. Dann hab ich sie also eingebunden in den Artikel, und das ganze – wie gesagt – in einer Textdatei gesichert.
Will ich’s heute Nachmittag in den Blog laden, und was seh ich?

Der Artikel wurde durch einen anderen aus einer Parallelwelt ausgetauscht. SCHON WIEDER. Hängt der Riss im Raum-Zeit-Kontinuum etwa irgendwie mit dem Sem der „antiken oberschlesischen Gartenlauben“ zusammen? Ist die häufige Erwähnung dieser Lauben etwa der Schlüssel für eine Geheimtür zwischen den Realitäten?

Ehrlich gesagt ist mir das egal. Ich will einfach nur den blöden Artikel veröffentlichen.
Ich hätte es ja schon aufgeben, und einfach über etwas anderes schreiben können, aber mittlerweile habe ich mir so viel Mühe mit dem Artikel gemacht, dass ich mir blöd vorkommen würde ich jetzt aufzuhören.

Na ja, nach dem Gezeter will ich euch das neue multidimensionale Fundstück nicht vorenthalten. Es wurde scheinbar von einem parallelen Ich geschrieben, das ich nicht sehr sympathisch finde, um ehrlich zu sein. …alleine schon weil der sehr viel dünner ist als ich.

Epsilons, immer nur Epsilons!

Gna! Da ist mir doch, wie ich neulich schon geschrieben habe, vor einer Woche diese blöde Duftorgel kaputtgegangen. Ich hab natürlich sofort eine neue bestellt, musste jetzt aber eine Woche ohne einen Duft rumlaufen. Das ist wirklich das letzte. Gerade gestern hatte ich eine Verabredung, und ständig das Gefühl diese würde immer die Nase rümpfen, wenn ich mal nicht hinsah. Die Verabredung hieß übrigens Karlina. Eine sehr hübsche kleine aus der Tierfutterfertigung. Eine Gamma, okay, aber nett, und schön anzusehen.
Na ja, fragt da der geneigte Leser, warum kauf ich mir nicht gleich ne neue (Duftorgel nicht Gamma) und lass sie installieren? Ganz einfach: Es wäre nochmal die gleiche. Meine kaputte Zetron-XV war ja schon zwei Tage alt, aber ein neues Modell ist eben erst heute verfügbar gewesen. Also hätte ich letzte Woche ein komplett veraltetes Modell nachkaufen müssen.
Ich weiß ja:“Konsum ist erste Bürgerpflicht“, aber man muss ja auch nicht irgendwelchen veralteten Scheiß kaufen, der schon beim ersten Mal nicht richtig funktioniert hat, oder?
Na ja, genug davon. Gestern habe ich Karlina dann mit nachhause genommen, und wir hatten 4 Stunden entspannenden Sex. Ich warf mir gerade die Tablette Soma danach ein, als Karlina mal kurz ins Badezimmer verschwand.
Ich hab mich fast verschluckt, als ich bemerkt habe, dass sie versuchte meine Duftorgel zu benutzen.
Nackt sprang ich kerzengerade aus dem Bett und keuchte noch, – ich hatte das Soma in den falschen Hals bekommen – als ich schon Karlinas Hilfeschreie hörte.
„Beim Ford, was ist das? Mein Fuß hängt fest!“, schrie sie schrill. Hätte ich gewusst, dass sie so schrill schreien würde, noch bevor ich mein Abendsoma eingenommen hatte, hätte ich mich wohl nicht mit ihr eingelassen.
„Kein Panik!“, versuchte ich sie zu beruhigen, „Bleib ruhig, und egal was du machst, drück keine Knöpfe, und beweg dich nicht!“
Doch zu spät! Ich hörte ein unangenehm schrammelndes Geräusch, gefolgt von einem weiteren, noch spitzeren Schrei.
Ich warf mir meinen neuen Bademantel über, und hastete ins Badezimmer.
Karlinas Fuß hatte sich unglücklich in der Duftausgabe verkeilt, als sie versucht hatte, wieder aus der Zerstäuberkabine zu steigen. Dann war sie mit dem Ellenbogen wohl gegen den Knopf der Automatik gekommen, und die Kabinentür hatte sich wieder geschlossen. Oder zumindest hatte die Kabinentür das versucht, denn Karlinas Fuß war ja im Weg.
Ich nahm etwa zehn Tabletten Soma aus der Tasche meines Bademantels, und zwang Karlina sie zu schlucken, indem ich ihr Mund und Nase zuhielt. Dann verlor sie das Bewusstsein, und hörte somit – endlich – auch zu schreien auf.

Eine halbe Stunde später hatte ich mir meinen Overall angezogen und mit der Wartungsfirma telefoniert. Karlina schlummerte noch immer zufrieden, allerdings hatte ich gesehen, dass ihr Bein stark blutete.
Die Installateure beklagten sich zuerst wie spät es wäre, und dass sie niemanden erübrigen könnten. Als ich ihnen dann aber meine Bürgernummer nannte, und sie sahen, dass ich ein Beta+ war, versprachen sie, das bald jemand kommen würde. Auch der Austausch gegen eine neue Duftorgel wurde mir höflich zugesichert, obwohl man sowas nachts eigentlich nicht machen könne.
Tja, dann rief ich den Notarzt an. Ich weiß ja nicht ob sich Karlina viel getan hatte, aber Blut ist immer ein schlechtes Zeichen. Das bedeutet, dass jemand verletzt ist, und Verletzungen sollten ja eigentlich nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden – wenn überhaupt.
Der Arzt war ebenso mürrisch drauf wie die Installateure zu Anfang, wurde dann aber auch kooperativer, als ich ihm Bürgernummer und Sachverhalt nannte.

Dann, eine Stunde später kamen die „Installateure“. Ich setze das bewusst in Anführungszeichen, weil es sich nicht um kompetente Fachkräfte handelte, sondern um verdammte Epsilon-Hilfsarbeiter. Es waren drei an der Zahl, und so wie es aussah, entstammten sie alle der gleichen Bukanowsky-Gruppe. Jedenfalls konnte ich keinen äußerlichen Unterschied zwischen den dreien feststellen.
Grußlos stolperten die drei schwarz gekleideten Zwerge in mein Wohnzimmer, und einer von diesen Kretins riß dabei eine Vase um, die ich erst am Vortag gekauft hatte, und die noch immer der letzte Schrei war. Keine Frage: Das würde ich dem Installationsunternehmen in Rechnung stellen!

Nachdem die drei widerlichen Gnome eine Weile an der Duftorgel herumgeschraubt hatten, war dann Karlinas Fuß endlich frei. Ich schleifte sie neben die Badewanne, und holte ihr ein Kopfkissen aus dem Schlafzimmer. Der Arzt würde ja bald kommen, der würde schon wissen was zu tun sei.
Die Epsilons jedoch machten irgendwas, dass es knackte, und plötzlich irgendwo aus einem Rohr jede Menge Wasser schoß. Die drei Hilfsarbeiter liefen panisch durcheinander, bis einer sich ein Herz fasste, und das Rohr irgendwie wieder verschloss. Mittlerweile war der ganze Fußboden jedoch naß, und Karlina lag jetzt in einer riesigen Pfütze. Auch das Kissen war naß geworden.

Aufgebracht lief ich wieder ins Wohnzimmer. Duftorgel kaputt, Vase kaputt, Wasserschaden im Badezimmer… auch ein neues Kissen musste ich mir morgen kaufen. Und dann noch eine verletzte Gamma im Somaschlaf in meinem Badezimmer. Wo blieb eigentlich der Artzt?
Wo hatte ich das Soma hingelegt? Erschrocken suchte ich etwa eine Viertelstunde, bis mir einfiel, dass es ja im Bademantel war. Hatte ich jetzt schon eine Abendtablette genommen oder nicht? Ich wusste es nicht mehr, warf aber sicherheitshalber gleich noch zwei ein. Ruhige Gelassenheit erfasste mich wieder. Ich schüttelte lächelnd den Kopf; sowas musste ja auch wieder mir passieren!
Ich setzte mich in meinen Massagesessel, und schaltete das Holo ein. Natürlich war Nacht, da kamen nur Wiederholungen. Ich zappte, bis ich bei einem Holodrama hängenblieb, das ich geschrieben hatte.
Hatte ich das eigentlich schon erwähnt? Meine Aufgabe als Beta+ besteht darin, Holodramas für Kino und Rundfunk zu schreiben. Gut, nichts „künstlerisches“, sondern eher so Sachen aus der Sparte „Wahre Liebe“ und „Unglücklich verliebt in einen Wilden“. Ich weiß, Lovesploitationholos werden immer belächelt, aber zumindest alle vom Gamma an abwärts schauen sowas gerne. Und einmal habe ich sogar Lob von einem Alpha bekommen, der eine Story besonders mochte.

Es klingelte an der Türe. Ich riss mich aus meinen Gedanken, stand auf, und drückte den Türschalter. Die Tür öffnete sich und ich war erleichtert festzustellen, dass wenigstens der Doktor kein Epsilon war. Es handelte sich natürlich um einen Alpha-, schon etwas älter, wie man an seinen ersten grauen Haaren erkennen konnte.
„Guten Tag, Herr…“, er blickte auf sein Klemmbrett, „… Beta+?“ Er sah mich ungläubig an.
„Ein Künstlername! Kommen Sie doch herein!“
Er kam durch die Tür, uns sah sich um: „Hier gibt es einen medizinischen Notfall?“
„Im Badezimmer“, sagte ich, und wies ihm den Weg.
Die Epsilons schraubten noch immer im Nass herum.
„Freud noch mal!“, schimpfte der Doktor. „Bei Ihnen machen Epsilons die Installationen?“
Ich schaute peinlich berührt zu Boden, wahrscheinlich bin ich sogar rot geworden.
„Nachtschlafende Zeit, wissen Sie.“, erklärte ich, und fügte entrüstst hinzu: „Ich hab mit Sicherheit keine Epsilons bestellt!“
„Hmpf. Na, dann wollen wir mal sehen, was wir hier haben.“, sagte der Doktor unwirsch, beugte sich zu Karlina herunter, und schaute sich ihr Bein an.
„Haben Sie ihr Soma gegeben?“, fragte er nach einer Weile.
„Natürlich. Acht Tabletten.“
„Gute Auffassungsgabe. Bist du verdrossen, flugs Soma genossen!“, dozierte er.
Danach fügte er mit ernsterem Blick hinzu:“Nun, das Bein scheint gebrochen zu sein.“
„Ist das eine schlimme Verletzung? Ich fände es zutiefst peinlich, wenn einer Bekannten bei mir so etwas zustoßen würde.“, druckste ich.
Am Ende sprach sich noch unter den Frauen herum, dass man besser nicht zu mir nach Hause käme, weil meine Gerätschaften alt und unsicher sind.
„Nun, ihre Bekannte ist eine Beta?“, fragte der Arzt auf sein Klemmbrett blickend.
„Nein, sie ist eine Gamma.“, sagte ich,“ Gamma+, glaube ich.“
„Ahh. Und ihre Funktion?“
„Sie arbeitet irgendwo in der Fertigung.“
„Tja, dann denke ich, dass es das beste ist, wenn wir sie ins Sterbehospital bringen, und in den Somahalbschlaf versetzen.“
Mir fiel die Kinnlade runter: „So schlimm ist es?“
„Nun, ein gebrochenes Bein ist eine schwere körperliche Behinderung, und in der Fertigung kann sie damit nicht arbeiten. Es dauert Wochen bis so etwas verheilt ist.“, dozierte der Doktor. „Sie selbst würde mit einem gebrochenen Bein nicht leben wollen.“

Das konnte doch alles nicht wahr sein! Jetzt würde sich herumsprechen, wie gefährlich mein Haushalt war, und das obwohl die fragliche Duftorgel ja gerade ausgetauscht wurde.
„Kann man diesen Vorfall irgendwie vertuschen?“, fragte ich. „Ich meine, sonst kommen hier bald keine Mädchen mehr her, weil die Angst vor meinem Bad haben!“
Der Doktor schmunzelte. „Nun, da lässt sich schon was machen. Ich schreibe einfach einen Unfall im Strassenverkehr auf.“
Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Der Doktor holte dann ein paar Delta-Sanitäter herauf in meine Wohnung, und zusammen transportierten sie die arme Karlina ab. Aber das war ja nun mal der Kreislauf des Lebens.
Die Duftorgel haben die Epsilons in der Nacht übrigens nicht mehr ausgetauscht. Ich habe sie rausgeworfen, nachdem der Doktor gegangen war, und heute Morgen dann gleich als erstes ein paar Deltas bestellt, die das richten.

Der geneigte Leser mag fragen, warum ich die Geschichte hier aufschreibe, wenn sie mir so peinlich ist.
Nun, im Internet wird sie schon keine Gamma lesen, und ich denke, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, dass es doch eine ganz witzige Anekdote ist.

Sep
18
2009
3

Der Beruf des Cthulu

Disclaimer: Nach dem gestrigen Durchbruch eines Blogeintrages aus einer Parallelwelt, der meinen schönen Artikel über die schlesischen Gartenlauben schrotete, hab ich den ganzen letzten Abend damit verbracht, den Artikel neu zu schreiben, und – wie ich glaube – besser.
Gegen 2 Uhr Nachts – und ich bin heute um 6 Uhr aufgestanden – hatte ich dann endlich auch wieder alle Fotos eingebunden.

Natürlich habe ich kein Backup gemacht, warum denn auch? Das sowas wie gestern nochmal passiert und in so kurzer Zeit, konnte ich nun wirklich nicht ahnen.

Tja, als ich den Artikel nun gerade jedoch on stellen wollte, hat sich das Multiversum erneut geräuspert. Statt dem Artikel mit den Lauben wurde plötzlich ein anderer, aus einer weiteren Parallelwelt, wie ich vermute, in meinen Blog gespült.
Ich lasse ihn hier mal stehen, alleine weil alle immer über den derzeitigen Wahlkampf und die Politik schimpfen, und der Blogeintrag eindrucksvoll zeigt, dass es alles auch viel schlimmer sein könnte.

(Ich werde im folgenden auf die Kennzeichnung der Personen und Organisationen verzichten. Der folgende Blogeintrag stammt aus einem anderen Universum, und ist somit in unserem rein fiktiv. Personen oder Organisationen, die in ihm erwähnt werden sind ebenso fiktiv, und wenn sie so ähnlich oder gleich heißen wie Personen oder Organisationen in diesem Universum, dann ist das nichts weiter als ein recht kosmischer Zufall.)

Betrachtungen zum Superwahljahr 2009

Cthulu hat sich im Wahlkampf ganz schön verzettelt. Der neue Slogan „Iä, Iä! Cthulu ftagn!“ klingt in meinen Ohren recht unglaubwürdig, wenn ich mir die Bilanz der letzten 40 Jahre der Politik des Kanzlers Cthulu ansehe: Menschheit versklavt, ständig stirbt irgendeiner weil Cthulu ihn frisst oder drauftritt, alle werden langsam verrückt und zu guter Letzt auch noch die Umweltverschmutzung, gegen die der „große Alte“, wie seine Fans ihn nennen, auch nichts unternimmt.
Nicht allein das, nein, in der nächsten Legislaturperiode sollen allen in Köln 7 (!) neue Kernkraftwerke gebaut werden, weil der Herr und sein Sternengezücht ja so auf Radioaktivität abfahren.
Kleine Meldung an den Herrn Cthulu: Menschen können Radioaktivität nicht besonders gut ab! Merken sie das nicht? Ist es ihnen egal?
Nachdem die Wahl vor 4 Jahren ja so äußerst knapp verlief, und die „Cthulus Dämonische Union“ nicht die erforderliche Mehrheit an Sitzen im Parlament errang, war seine „große Altigkeit“ gezwungen eine Koalition mit Hasturs „Shoggotische Pilger Dämonen“ einzugehen.
Hastur, oder „der Unnennbare“ wie der 3 Meter große drachenechsige Humanoide sich gerne nennen lässt, hat die Shoggotischen Pilger auf ein neues Rekordtief der Umfragewerte manövriert.
Kein Wunder: Wenn auch schon Cthulu keineswegs als der menschlichere Kandidat erscheint – menschlich in einem Satz mit Cthulu zu bringen erscheint mir fast schon zynisch – so ist doch Hastur der, welcher von Cthulu ein ums andere Mal bei politischen Fragen über’s Ohr gehauen wurde.
Desweiteren bringt Hastur keinen geraden Satz raus, bei dem sich der Zuhörer nicht ratlos am Kopf kratzen muss.
Neulich sagte Hastur einem Reporter vom WDR ins Mikrofon: „Es ist nicht tot, was ewig liegt.“
Eine gelungene Beschreibung für den derzeitigen Zustand der Shoggotischen Pilger. Allerdings hatte der Reporter nach der Dienstwagenaffäre der Ministerin für Menschenwesen, Shub-Niggurath gefragt.

Kommt eigentlich irgendwann mal was gescheites aus dem Mund von unseren Politikern, oder reden die nur Schwachsinn? Gut, ich weiß, dass es sich um extraplanetare, außerirdische und mehrdimensionale Entitäten handelt, die damals vor 40 Jahren unseren Planeten mal eben so übernommen haben, aber können die sich nicht ein wenig Mühe geben politische Inhalte so zu formulieren, dass Menschen es verstehen?
Ich kann mich ganz sicher nicht auf deren Diskussionsebene begeben. Ich bin nun mal eben nicht telepathisch, fast allmächtig und so gut wie unsterblich. Da kann man doch von denen erwarten, dass die mal ein wenig Tacheles reden, oder?
Oder gibts im Weltall oder wo kein Tacheles?

Na ja, wen soll man sonst wählen?
Da gibts natürlich die „Freie Dämonische Partei“ unter Yog-Sothoth, die finde ich aber unglaubwürdig. Wenn die so pro „Menschen sollen sich selbst verwalten“ sind, warum haben die dann nicht den Fußfesselerlass von 2003 schon längst rückgängig gemacht? Gut, die waren in der Opposition, aber die hätten wirklich schon mal eine Normenkontrollklage vorm Verfassungsgericht anstrengen können. Haben sie aber nicht.

Dann noch Bündnis „Schlangenwesen“, unter Yig. Die scheinen mir doch ein wenig zu gutmenschlich. Fordern können die ja gerne, dass die Menschen wieder aus der Sklaverei entlassen werden, und die Zahl der täglichen Menschenopfer verringert wird, aber glauben kann ich denen das nicht. Wie will Yig das denn umsetzen? Ich meine, Cthulu kann sich auf eine Höhe von 30 Kilometern aufblähen, wenn er das will und Yig ist halt immer nur knapp 22 Meter hoch.
Sollten die „Schlangenwesen“ mit Yig wirklich gewinnen, dann prophezeihe ich einen Kampf der Titanen, der vielleicht die Erde aus ihrer Bahn wirft.

Die Partei der „Alten Rasse“ halte ich außerdem nicht für wählbar. Ausserdem kann ich nie die Kandidaten, welche die aufstellen, auseinanderhalten. Sehen halt alle irgendwie kegelförmig und tentakelig aus. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, dass die sich als Individuen unterscheiden lassen.

Außerdem wird’s wirklich mal wieder Zeit für neue Spitzenkandidaten, aber die werden wir wohl kaum bekommen, da die derzeitigen ja gerne mal ein paar Milliarden Jahre leben.

Hm.

Ich glaube ich werde wohl wieder Cthulu wählen. Ist einfach sicherer. Nach der letzten Wahl war er über den Stimmenverlust so enttäuscht, dass er Australien zerstört hat. Hoffen wir einfach, dass R’lyeh bald wieder im Meer versinkt und die ganze Dämonenbagage sich wieder für ein paar Millionen Jahre schlafen legt.
Oh, ich muss Schluß machen, die Tür wird gerade eingeschlagen.

Nachtrag: Tja, soweit der Artikel… Dumm nur, dass es bei uns auch schon anfängt: Cthulhumobil. Hab die Seite gerade gefunden, und bin ehrlich gesagt ein wenig baff.(Anm. Da hatte der Björn recht: „Cthulhumobil“ schreibt sich wirklich mit dem zweiten h :-/ )

Nachtrag2: Neil Gaiman hat auf seiner Seite Teile aus Cthulhus Biografie eingestellt. In Englisch. Wer’s lesen mag: „I Cthulhu“

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Wahnhaftes | Schlagwörter: , , ,
Sep
17
2009
24

Warum ich‘ nicht Piraten‘ wähle

Disclaimer: Tja, seltsam. Hier sollte eigentlich ein lang und mühsam von mir recherchierter Artikel zum Thema „antike Gartenlauben in Oberschlesien“ stehen. Ich hab mir echt viel Mühe damit gegeben, und einige sehr witzige Wortspiele zum Thema erdacht. Ausserdem hatte ich tonnenweise Fotos von alten Gartenlauben in Oberschlesien.
Diese blöde Quantenstring-Desonanz hat mir aber nun einen Strich durch die Rechnung gemacht, und meinen schönen Laubenartikel gegen einen ausgetauscht, den ein alternatives Ich in irgendeinem seltsamen Paralleluniversum geschrieben hat.
Ich lass den parallelen Artikel trotzdem mal hier stehen, da er das unfreiwillige Hauptthema dieses Blogs zu tangieren scheint: Vampire. Irgendwie scheinen ja recht viele meiner Leser an die Existenz der mythischen Blutsauger zu glauben, da passt es nur.
Für all die anderen ist der Artikel vielleicht auch ganz interessant.

Trotzdem schade um die Gartenlauben.
(Um die Identitäten von Personen und Organisationen klar zu Kennzeichnen, erhalten alle parallelen Pendants zu Personen und Organisationen in diesem Universum einen Strich hinter ihre Bezeichnung.) Ich bin also auch weiterhin ich, ich‘ ist aber der andere 😉 )

Warum ich‘ nicht Piraten‘ wähle

Nach all der Politik der Freiheitseinschränkungen war ich‘ froh, als endlich die Piratenpartei‘ auf meinem‘ Radar aufgetaucht ist. Endlich – so dachte ich‘ – jemand, der sich der Freiheit annimmt, die in den letzten Jahren ja so knapp geworden ist. Keiner‘ der es benutzt will, dass das Internet‘ zensiert wird, und jeder will, dass die von der CDU‘ gemachten Sicherheitsgesetze wieder zurückgenommen werden.
Da ich‘ schon mit dem Gedanken gespielt habe die Piraten‘ zu wählen, hab ich‘ mir‘ also online mal ihr‘ Wahlprogramm zu Gemüte geführt.
Was da steht ist ja schön und gut, aber ich habe keinen Hinweis auf die Politik in Bezug auf eine sehr unterdrückte und in der Politik unterrepräsentierte Minderheit gefunden. Im Wahlprogramm der Piraten‘ werden unsere untoten nocturnen Mitbürger gar nicht erwähnt!

Was ist mit den Nosferatu? Wie steht die Piratenpartei‘ zu diesem Teil der Bevölkerung? Und wie groß ist der Anteil der Untoten in den Reihen der Piraten‘ ?

Ferner: Was ist mit der Barrierefreiheit für Nosferatu, die sich in der Piratenpartei‘ engagieren wollen? Stimmt es denn nicht, dass bisher alle Parteitage tagsüber stattfanden? Und was ist mit den Stammtischen? Gibt’s die auch nachts? Immerhin sollen die ja ach so „offen für alle“ sein?!? Warum, so frage ich‘ mich‘, finden die dann nur tagsüber statt?

Aus all diesen Erwägungen werde ich‘ diesmal wohl meine Stimme eher den Grünen‘ geben. Die‘ machen zwar wahrlich nicht alles nach meinem‘ Gusto, aber wenigstens erwähnen sie‘ als einzige Partei die Untote Gemeinde eindeutig in ihrem Wahlprogramm. „Vampirpolitik“ wird es bei den Grünen‘ genannt. Eindeutig abwertend in meinen‘ Ohren, aber was will man erwarten. Die CDU‘ leugnet als christliche Partei ja noch immer die Existenz der Untoten.

Tja, tolle Idee diese Piratenpartei‘, aber so nicht!

Nachtrag:
Herrje, jetzt kommen auch noch parallele Kommentare durchs‘ Raumzeit-Kontinudingens!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Esoterisches,Politisches | Schlagwörter: , , ,