Impactsuspect » Fernsehen
Aug
10
2010
8

Oh, wie schön ist Internet…

In ARD und ZDF wird das Internet behandelt, als sei es Ausland. Wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen über das Internet – oder Sachen im Internet – berichtet, so mutet dies immer so an, als handele es sich um einen Reisebericht von der Japanreise.
Die Internetseiten werden vor dem Bericht kopiert und gegebenenfalls bearbeitet, genauso wie man seine Urlaubsdias von der Japanreise auch genau auswählen würde.

Links bekommt man auch nicht. Es reicht ja immerhin, wenn die öffentlich-rechtlichen Journalisten im Internet gewesen sind, es hat ja keinen Sinn, den Zuschauer auch noch in Gefahr zu bringen. Außerdem würde man seinem Bekanntenkreis nach einer Japanreise auch nicht die Adresse des schnuckeligen Restaurants in Tokio mitteilen: Die könnten ja gar nichts damit anfangen.

Wichtig ist auch, dass der Bericht über das ferne Land „Internet“ ausgewogen ist, denn zu viele nützliche Informationen verkraftet kein Zuschauer. Darum beginnt man meist mit irgendwelchen „ernsten“ Nachrichten, und arbeitet sich langsam zum erbaulichen Youtubevideo am Ende des Berichtes vor.

Dort haben wir dann eine Spraydosenanimation, einen niesenden Panda, oder irgendetwas anderes, was den Zuseher nach der Schilderung der Gefahren wieder auflockern soll. Auch hier bekommen wir keinen Link, denn immerhin ist das Video ja schon im Fernsehen, das bekanntlich viel mehr Leute erreicht, als das Internet.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: , ,
Jul
11
2010
2

Houseliche Gesundheitspflege

Ich kippe um, oder so. Ich wache im Krankenhaus auf, wo die Ärzte erst einmal ratlos sind.
Alle möglichen Tests werden gemacht, um Infektionen, Krebs und Vergiftungen auszuschließen. Unter anderem werde ich in einen Computertomographen geschoben, in dem ich einen rätselhaften Anfall bekomme. Vermutlich mit Herzstillstand.
Nun werden verschiedene Vermutungen angestellt: Höchstwahrscheinlich sagt zu irgendeinem Zeitpunkt irgendjemand, dass es sich bei meiner merkwürdigen Krankheit um Lupus handeln könnte.

Auch Krebs wird nie ganz ausgeschlossen, immerhin gibt es ja Tumore, die zu klein sind, um sie zu sehen.
Irgendwann ringt man sich zu einer Behandlungsmethode durch. Vielleicht Chemotherapie, Dialyse oder man verabreicht mir Steroide. Dies ist dann auch spätestens der Zeitpunkt, wo mindestens ein Arzt bei mir zuhause einbricht, um nach ominösen Giftstoffen zu suchen.
Die Behandlung scheint zu helfen, bis irgendwelche Organe bei mir ausfallen, die bisher nichts mit der Sache zu tun hatten. Möglicherweise habe ich auch einen Herzstillstand, vielleicht wird dieser von meinen behandelnden Ärzten provoziert.
Jetzt wird nochmal über Lupus oder eine ähnliche Krankheit diskutiert.
Jetzt fällt dann auch meine Leber aus, was dadurch zu erkennen ist, dass das Weiße in meinen Augen gelb wird. Man hat noch immer keine Ahnung, was mir fehlt.

Nun kommt der Zeitpunkt, an dem Dr. House selbst das erste mal an mein Bett kommt. Er humpelt in mein Zimmer, beleidigt mich, entweder nur um an Informationen zu kommen, die ich verschweige, oder weil sein Bein wieder weh tut. Vielleicht auch, weil ich einem wichtigen Eingriff nicht zustimmen will.

In der Zwischenzeit war Dr. House mit einem obskuren aber harmlosen Fall beschäftigt, damit seine Kollegen zu irritieren, Drogen zu nehmen, seinen Parkplatz zu verteidigen oder alles vorgenannte zusammen.

An meinem Bett nun entscheidet er sich für eine zweite Behandlungsmethode, weil er zu einer neuen Diagnose gekommen ist, die alle bisherigen Symptome erklärt. Zufrieden humpelt er wieder aus dem Krankenzimmer.

Seine Ärzte leiten die Behandlung ein, die mich diesmal fast umbringt. Ich werde vermutlich intubiert, oder sonst irgendwie an Maschinen angeschlossen. Es sieht aber nicht gut aus, ich habe nur noch wenige Stunden zu leben.

Als House sich wieder seinem harmloseren Fall widmet, hat er plötzlich einen Geistesblitz, und hat die Lösung für mein Dilemma. Ich leide an einer Krankheit, von der ich noch nie gehört habe, die sehr selten ist, und sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nie so geäußert hat, wie bei mir.
Ich muss zwei Pillen nehmen, und werde wieder gesund.

Statistisch gesehen ist es sehr wahrscheinlich, dass ich wieder vollständig gesund werde. In Einzelfällen soll es unter den Fällen von Dr. House schon zu Organtransplantationen gekommen sein, sehr selten zu Amputationen. In sehr sehr wenigen Fällen ist der Patient unheilbar.

So laufen gefühlte 90% aller Fälle von Dr. House in der gleichnamigen Serie ab. Kaum einmal weicht der medizinische Teil der Handlung von diesem sehr einfachen Schema ab, in dem übrigens auch die meisten Fantasy-Romane von Pierce Anthony geschrieben sind:

A. Problem
B. Held macht was gegen Problem, klappt nicht
C. kleineres Problem
D. Held macht was anderes gegen Problem, was Problem nur schlimmer macht
E. Held beschäftigt sich mit kleinerem Problem, und hat Idee
F. Held löst Problem

Vielleicht ist es ja der Reiz der Serie, dass man immer wieder die gleiche Geschichte erzählt bekommt, auch wenn Namen, Orte und Krankheiten jeweils andere sind. Immerhin funktionieren auch viele Krimi-Serien nach diesem Prinzip.
Vielleicht ist der medizinische Teil der Handlung bei House auch nur der Hintergrund, vor dem der Star der Serie (Dr. House) seine verschiedenen Wesensmerkmale ausleben kann.
Würde die Serie nur aus House bestehen, wie er seine Kollegen ärgert, würde sie immerhin schnell langweilig werden, und House würde uns auch zunehmend unsympathischer.
Dadurch, dass er jedoch am laufenden Band leben rettet, die sonst keiner retten könnte, wird er uns doch irgendwie sympathisch, auch wenn er verbal gerne mal ins Klo greift, Tablettensüchtig ist und ständig Menschen manipuliert, die ihn irgendwie für einen Freund halten. An guten Tagen ist House unausstehlich sarkastisch. An schlechten Tagen schlägt er Mitarbeitern ins Gesicht, weil sie recht haben, oder feuert alle um sich rum.

Eines steht jedoch fest: Hugh Laurie, der Dr. House spielt, trägt die Serie fast ganz allein. Alle anderen Schauspieler sind ihm in der Schauspielerei gnadenlos unterlegen.
Es handelt sich um gute, solide Seriendarsteller, ja, aber ohne House wäre die Serie eine langweilige, vage soapige Krankenhausserie, die kein Mensch für erwähnenswert halten würde.
Laurie jedoch ist gut. Er ist extrem gut in dem, was er macht. Obwohl er ein typisch britisches Gesicht hat, das irgendwie schräg aussieht, und einen großen Wiedererkennungswert hat, habe ich große Schwierigkeiten seine Darstellung von Dr. House mit früheren Rollen von ihm zu vergleichen, und dabei im Hinterkopf zu behalten, dass es sich um den gleichen Schauspieler handelt.

In „Jeeves & Wooster“ spielt Laurie den englischen Dandy Bertie Wooster, der ein wenig dümmlich ist, gerne einen draufmacht und ohne seinen genialen Butler kaum lebensfähig wäre.
Ich kann mir ohne Probleme vorstellen, dass sich Bertie Wooster bei Dr. House in Behandlung gibt, ohne, dass ich auch nur Gefahr zu laufe, die beiden durcheinander zu bringen. Dabei haben beide das gleiche Gesicht, die gleiche Stimme, die gleiche Mimik und auch die gleiche Gestik. Es ist mir ein Rätsel, wie es jemand als Schauspieler schafft, den beiden Rollen doch so eine destinktiv unterschiedliche „Färbung“ zu geben.
Es tut mir leid, aber besser kann ich es nicht beschreiben.
(Anm: Ich kann mir sogar ziemlich gut vorstellen, wie Dr. House Betrie Wooster behandelt, weil letzterer genau die Art Idiot ist, über die sich Dr. House immer aufregt.)

Der geneigte Leser mag einwenden: „Kunststück! Der ist doch Schauspieler, da kann man sowas!“ Das stimmt wohl, allerdings gebe ich folgendes zu bedenken:
Hätte der Totmacher Schulz und Schulz umgebracht, und Schmanski müsste jetzt mit dem Schwein gegen ihn ermitteln, dann würden Götz George und Götz George gegen Götz George ermitteln, der die beiden Götz Georges umgebracht hat.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter:
Sep
08
2009
1

Im Netz muss einer bezahlen!

Immer wenn man gerade denkt, dass es unmöglich noch dreister, seltsamer und hanebüchener werden kann, wird man mit der neuen Mutter allen Unsinns konfrontiert.

Berichtet doch Heise über eine Art Krisensitzung der Medien die, das 20. Jahrhundert beherrscht haben.

Im Umfeld der IFA hat am Montag ein Kongress im Rahmen der Medienwoche Berlin-Brandenburg angefangen, wo sich die Eisheiligen der Holz- und Rundfunkmedien – oder jene, die sich dafür halten – darüber den Kopf zerbrechen, wie man aus dem Netz noch einen Gewinn schlagen kann.

Nun ist das ja schön und gut, und ich gönne es ja Medienproduzenten, dass sie mit ihrem Job Geld verdienen, aber wenn ausgerechnet ein Axel-Springer Manager ein Bezahlmodell dafür vorstellt, dass man die Bild auf’s I-Phone geladen bekommt, und dann im selben Atemzug darüber redet, dass es darum ginge, dass die Menschen bereit gemacht werden sollen „für das gesammelte Wissen im Internet Geld zu bezahlen“, dann frag ich mich, ob das ein dummer Witz ist.

Was hat denn bitteschön die BILD mit Wissen zu tun? Und was hat sie erst mit dem „gesammelten Wissen im Internet“ zu schaffen? Die BILD produziert kein Wissen, sondern höchstens Meinung. Da werben die ja sogar mit. Ich würde sogar soweit gehen, dass die allenfalls Unterhaltung produzieren, was meiner Meinung nach für die gesamte Axel-Springer-Gruppe gilt.
„Das gesammelte Wissen im Internet“ ist Wikipedia. Und die ist umsonst. Und die bleibt auch umsonst. An Wikipedia verdienen die Springerblätter nur, wenn sie da abschreiben.

Fernsehzuschauer beim Konsum von Qualitätsjournalismus

Obwohl es eigentlich nicht mehr viel absonderlicher werden kann, besteht dann die Intendantin Dagmar Reim vom RBB – einem öffentlich rechtlichen Sender – darauf, dass „einer im Internet bezahlen“ müsse.
Erstmal: Bezahlt der Gebührenzahler nicht schon die Onlineinhalte des RBB mit seinen Gebührengeldern? Was will die noch? Soll man doppelt bezahlen? Dann auch bald beim Fernsehen? Gebührenfinanziert und Pay-TV in einem? Ganz dolle Idee. Warum überweisen nicht alle ihr gesamtes Nettoeinkommen an die GEZ? Wäre das genehm? Oder doch besser das Bruttoeinkommen? Immerhin ist der öffentlich rechtliche Rundfunk ja ach so unabhängig von wirtschaftlichen Intressen. Von politischen Interessen ja nicht mehr, den Passus hat man ja mittlerweile gestrichen.
Mann, ist mir schlecht.

Dann noch die Formulierung: „Im Internet muss einer bezahlen.“
Einer? Einer alleine? Und wer sucht den aus? Bekommt irgendwann Bauer Schlozig aus Buxtehude einen Brief vom RBB, in dem steht er habe noch für „die Inhalte“ im Netz zu bezahlen? Und wer teilt dann das Geld von Bauer Schlozig auf unter den Contentanbietern?
Himmel, ist das alles strunzendämlich!

Dann wird noch wieder allseits das 3-Strikes Modell gelobt, und für interessant erachtet. Ja, klar, is ja sooo interessant, wenn mal eben so die Gewaltenteilung aufgehoben wird, und Polizisten einem ohne richterlichen Beschluß oder – Gott bewahre! – einem ordentlichen Prozess das Grundrecht auf Informationsfreiheit einschränken können.

Himmel, das ist ja, als ob die Fahrradindustrie eine Kampagne zur Abschaffung des Kraftwagens anstrengen würde.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Aug
27
2009
2

Richterwahn

Oh, meine Güte… die Hellsichtigkeit packt mich wieder:

Nach „Streit um Drei“ und dem sensationellen Erfolg von „Richterin Barbara Salesh“ kam es Anfang 2012 zu einer kompletten Umstrukturierung des Deutschen Fernsehens und zu einem regelrechten Richterboom.
Das Wochentagsprogramm von Sat1 sah im März 2012 bereits so aus:

  • 05:30 Frühstücksgericht mit Richterin Bröhnsfeld
  • 09:00 Home Judging Europe – die interaktive Gerichtsshow
  • 10:00 Richter John M.D.
  • 11:00 Notar Heinrich: Deine Chance um elf
  • 12:00 Sittengericht am Mittag
  • 13:00 Richter Heinz: Asylprozesse um eins
  • 14:00 Zwei beim Amtsgericht
  • 15:00 Richterin Lisa Quarwarzen
  • 16:00 Richter Bernd Hannomack
  • 17:00 Judgefire
  • 18:00 Zwangsversteigerungs-TV
  • 19:00 Salesch für die Liebe: Die Richter-Soap
  • 19:40 Wer wird Richter?
  • 20:15 Soko Amtsgericht
  • 21:15 Edel & Stark
  • 22:15 LA Law
  • 23:15 Ally McBeal
  • 23:55 24 Stunden – Richter im Einsatz
  • 00:35 Die schönsten Gerichtssäle der Welt
Written by Heiko C. in: Esoterisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: ,
Mrz
22
2009
--

Die einzigste Zeugin

Falsches Deutsch, schon klar. Aber wenn schon alle „einzigst“ benutzen, kann man dann nicht vielleicht doch einen Sinn herkonstruieren?

Für alle die wo nicht wissen: Einzig bezeichnet ja schon eins alleine, wie kann dann etwas noch einziger, geschweige denn „am einzigsten“ sein?
Geht irgendwie nicht.
Aber nehmen wir mal das beliebte Beispiel Richter Alexander Holt:
Es sitzen für vier Fälle jeweils vier einzige Zeuginnen. Zwar sind alle Zeuginnen, aber alle für verschiedene Fälle, also alle einzig. Sind jetzt drei dieser Zeuginnen einziger als die vierte, wenn diese krank zuhause bleiben muss, und nicht kommen kann?
Und wenn alle bis auf eine einzige Zeugin von der Mafia erschossen werden, ist diese dann „einzigst“?
Vielleicht sollte ich nicht hier schreiben, wenn ich offensichtlich Fieber habe…

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Sep
01
2008
--

Fernsehen, Kino oder was sonst?

„Nichts hält ewig.
Alles wiederholt sich.
Alles ist gleich.“

Sind diese Worte eher optimistisch oder pessimistisch. Bei einer vielleicht nicht ganz repräsentativen Befragung stimmten 100% der Befragten für pessimistisch, wobei der erste Satz noch als der optimistischste galt. Die beiden anderen Sätze zögen den ersten aber auch auf die pessimistische Seite, so hieß es weiter.

Aber ist das wirklich so? Ich sehe das anders. Einspruch, Euer Ehren!
Wenn alles nicht ewig währt, so ist das gut, denn die meisten Dinge, die einem im Laufe eines normalen Lebens so zustoßen sind eher negativ. Darum geht es ja immerhin beim Leben. Also auch das Schlimmste geht irgendwann und irgendwie vorbei.
Leider gilt das jedoch auch für die guten Sachen. Mehr noch: Wenn man die guten Sachen künstlich am Leben zu erhalten versucht, dann werden sie langsam aber sicher schlecht, wenn nicht gar ungenießbar. Wenn die Zeit einer guten Sache also vorbei ist, sollte man sie trotz Bedauern ziehen lassen.
Dieser eine Hinkefuß am ersten Satz hebelt der zweite jedoch aus. Wenn alles sich wiederholt, dann kommt das Gute auch wieder in der einen oder anderen Form. Besser noch: Man erkennt die Dinge die sich wiederholen als gut oder schlecht, wenn man sie schon mal erlebt hat, und das BEVOR man noch in sie involviert ist.
Durch die Wiederholungen hat man also die Chance, die Lehren, die man aus vergangenen Fehlern gemacht hat anzuwenden.

Im Grunde genommen ist der letzte Satz dann sogar überflüssig, wenn er einem nicht die warme Sicherheit der Vertrautheit deutlicher garantieren würde als der zweite es könnte.

Im Grunde genommen ist das Leben also wie Kino. Ich dachte zuerst es wäre wie Fernsehen, aber der Vergleich hinkt. Obwohl alles das gleiche ist, ist alles doch nie das selbe. Das Fernsehen bringt jedoch immer wieder die selben Sendungen, und wenn man statt dessen mal etwas im Fernsehen zu sehen bekommt, was nur „gleich“ ist, und eben nicht das selbe, dann wird immer ein ganz großer Zirkus drum gemacht. „Jetzt ganz neu! Deutschland-Welt-Universalpremiere im Free-TV!!“, heißt es dann. Stimmt doch gar nicht. Eine neue Verfilmung der Weihnachtsgeschichte von Dickens ist trotzdem nicht ganz neu. Kenn wir doch schon.
Trotzdem wird jedesmal ein großes Trara gemacht, wenn etwas neu verfilmt wird.

Im Kino ist das ganz normal. Filme wiederholen sich dort auch gern mal, jedoch eher selten wirklich die selben. Die gleichen laufen allerdings öfter. Als Neuverfilmungen.
Und so sind solche Wiederholungen wie im Leben: Mit neuer Besetzung, anderen Rollen, einem etwas anderen Plot und möglicherweise einem unvorhergesehenen Twist am Ende. Als Beispiel kommt mir da „Assault on precinct 13“ in den Sinn, oder „The Fly“.

Wo bleibt also noch Raum für Pessimismus? Nicht nur das Kino, sondern die ganze Welt is voll von dem Gleichen! Geht raus, und genießt es!

Mai
25
2008
2

Zeitreisen bei Richter Alexander Hold

…oder schreibt sich der mit „T“ am Ende, na egal…
Auf jeden Fall habe ich jetzt diese Sendung durchschaut, nachdem ich Sie jahrelang unterschätzt habe.
Ich dachte früher immer diese Richtershows wären nur eine Art nachgemachtes „Königlich Bairisches Amtsgericht“, nur ohne Bairisch, König und echte Schauspieler.
Pustekuchen!
„Richter Alexander Hold“ zumindest, ist eine Zeitreisesendung, eine sehr subtile noch dazu. Nur ganz ausgefuchste Intellenzbestien kriegen das mit. Voll krass. Alda.

Neulich wurde da ein Fall behandelt indem irgendein junger Erwachsener, der von Beruf – glaube ich – Laiendarsteller war, verdächtigt wurde, junge Frauen mit einem Korkenzieher zerschnitzt zu haben.
Warum die Frauen nicht wussten, wer sie zerschnitzt hat? Keine Ahnung, so lange hab ich nicht zugesehen.
Na, jedenfalls war die Tatwaffe in einem Fall ein Korkenzieher von einem Getränkemarkt. Und wie es der Zufall so will, hatte der Freund des zweiten Beihnaheopfers auch einen.
Genau so einen, heißt das.

Und da wird die Verhandlung durch eine Werbepause unterbrochen, damit der Kirkidatze, oder wie die Staatsanwälte da immer heißen, den zweiten Korkenzieher zum Vergleich holen kann.

Gesagt getan. Richter Hold/t hält in jeder Hand ein Beweistütchen mit zwei täuschend ähnlichen Korkenziehern (Also einem pro Tütchen). Dann sagt er: „Wie Sie sehen können sind die beiden Korkenzieher identisch.“

Aha.
Sie sind nicht gleich, auch nicht die Selben. Nein, sie sind sogar identisch. Das heißt nach Konrad Ferdinand B. Duden: Es handelt sich bei beiden um ein und denselben Korkenzieher, also im Grunde nur um einen. Und nicht nur im Grunde, sondern auch sonst.
Was bleibt als Erklärung? Einer der beiden Korkenzieher muss die Version des anderen Korkenziehers aus einer anderen Zeit sein. Was für ein perfides Verbrechen: Die Mordwaffe mit einer Zeitmaschine in eine andere Zeit schicken. Zu dumm, dass das Ding dann doch rechtzeitig zur Verhandlung aufgetaucht ist. Und dann auch noch zweimal.
Man sollte sich halt eben immer die Bedienungsanleitung einer Zeitmaschine durchlesen, da man sonst am Ende noch mit sechzehn „identischen“ Schwiegermüttern im Wohnzimmer sitzt, obwohl man erst in drei Jahren seine zukünftige Frau kennenlernt.

Das ist im Grunde schon das Ende meiner Beweisführung.

Jetzt mal im Ernst:
Als obs nicht schon genug wäre, dass nach den neuesten paar Duden das gleiche und das selbe plötzlich das selbe sind: nämlich beide das gleiche, wird nun auch noch der Begriff identisch entwertet.
Sind Zwillinge dann auch identisch, wenn das für gleiche Korkenzieher gilt? Und was bedeutet dann noch das Wort „Identität“, wenn diese nicht mehr einem exklusiv gehört, sondern sie sich mehrere Teilen können?

UND DER MANN IST RICHTER, UND SOWEIT ICH GEHÖRT HABE LEUTNANT DER RESERVE. Da machen sich die Leute über die Jugend und Pisa Gedanken….

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Kurzrezensionen,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: , ,
Apr
13
2008
--

Odyssey 5

So, nachdem mir meine nette Schwester zu Weihnachten einen Gutschein bei Amazon geschenkt hat, dachte ich mir, ich könnte ja mal die Box dieser Serie kaufen.
Hab ich dann auch gemacht, kam auch relativ schnell aus dem Vereinigten Königreich, da es noch keine deutsche Box gibt.
Ich hatte ja vage auf eine deutsche Tonspur gehofft, immerhin ist die DVD-Box mit europäischem Ländercode ausgezeichnet, trotzdem gab es aber nur Englisch und Französisch.
Nicht weiter schlimm, englischsprachige Serien schau ich sowieso lieber auf Englisch, wenns geht, auch wenn ich bei „Life on Mars“ mit diesem seltsamen Dialekt so meine Schwierigkeiten hatte.
Aber das ist jetzt nicht das Thema.

Das der Name der Serie an „2001 – A Space Odyssey“ erinnert ist gewiss kein Zufall. Gerade im Piloten kann man viele Stilelemente bemerken, die sehr deutlich auf Kubricks Film hinweisen.
Was den allgemeinen Plot angeht scheint die Serie aber zu Anfang weniger mit „2001“ gemein zu haben. Zumindest auf den ersten Blick.

SPOILER Im Piloten geht es um die Besatzung einer Raumfähre namens „Odyssey“, die bei irgendwelchen Arbeiten mit einem Satteliten das Ende der Welt mitansieht.
Die Erde implodiert einfach, und hinterlässt nur pfirsichfarbenen Staub. Als allen schon die Luft ausgeht, kommt ein mysteriöses Alien, dass sich als alter Mann tarnt, und erzählt, dass seinem Heimatplaneten das selbe passiert sei, darüber hinaus auch auf über 50 anderen Bewohnten Welten.
Irgendwann mache es „Puff!!“ und au�er dem erwähnten Staub ist nichts mehr von den Welten übrig. Das Alien vermutet eine Art planetare Seuche.
Au�erdem bietet das Alien den Raumfahrern, von denen einer bereits das zeitliche gesegnet hat, und ein anderer im sterben liegt, eine Zeitreise an. 5 Jahre könne er die Astronauten zurückschicken, jedoch nur ihre Bewusstseine, die dann in ihre damaligen Körper fahren würden.
Um das sterbende Crewmitglied zu retten, sagt der Commander zu.
Der Rest des Piloten und der Serie beschäftigt sich damit, wie die Raumfahrer versuchen herauszufinden was überhaupt passiert ist, und wie sie es verhindern können. Au�erdem wird auch recht ausführlich geschildert, wie die Astronauten damit klar kommen, ihre Leben vor 5 Jahren wieder aufzunehmen. SPOILER ENDE

Als die Serie damals auf SAT1 lief hab ich sie gerne gesehen. Gerade der breite Handlungsbogen, der sich geplant über 5 Staffeln hätte ziehen sollen fesselt einen sehr schnell. Ebenso sind die Charaktere sehr wirklichkeitsnah.
Obwohl einige der Fragen die „2001“ aufwirft „Woher kommt die Intelligenz auf der Erde?“ „Wurde die Evolution von au�en gesteuert?“ durchaus behandelt werden, erinnert die Art der erzählten Geschichten eher an eine wilde Mischung aus „Matrix“ und den Erzählungen von H.P. Lovecraft.
Klasse die Serie, und wie „Babylon 5“ einige der wenigen Serien, die von Anfang an auf einen breiten staffelüberspannenden Handlungsbogen gesetzt haben.
Leider gibt es aber bei Odyssey 5 nur die eine Staffel. Bei Folge 14 haben die Produzenten entschieden, dass die Leute die Zuschauen nicht zur richtigen Zielgruppe gehören, und die Serie wurde abgesetzt.
Später wurden dann noch die restlichen Folgen gezeigt, die die erste Staffel komplettieren, mehr aber nicht, trotz zahlreicher Proteste von ebenso zahlreichen Fans.

Na ja, aber es hilft ja nicht über verschüttete Milch zu klagen. Manny Coto, der Schöpfer von „Odyssey 5“ hofft im Audiokommentar des Pilotfilms (Das einzige Extra der DVD-Box) noch immer, die Serie weiterdrehen zu dürfen, ich glaub aber nicht, dass das noch was wird.
Schade.

Schade, schade schade.

Na egal.
Was mir allerdings noch aufgefallen ist, ist folgendes:
Der momentane Serienhit „Heroes“ hat sich scheinbar einiges von „Odyssey 5“ abgeschaut. In der Titelsequenz gibt es �hnlichkeiten, ebenso hört sich der Soundtrack auch recht ähnlich an.
Zufall oder bewusste Homage?
Wer wei� das schon.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Mrz
06
2008
--

Öffentlich rechtliches Fernsehen kann auch gut sein

Als Beispiel, warum öffentlich rechtliches Fernsehen nicht per Definitionem schlecht sein muss, möchte ich heute mal ein wenig über unsere Landesgrenzen schauen. Und über den Ärmelkanal.
Richtig, ins Vereinigte Königreich, auch Großbritannien genannt.

Es ist schon sehr lange her, dass unser öffentlich rechtliches eine gute SF-Serie produziert hat. Mittlerweile nämlich über 40 Jahre.
Ja, genau, ich rede von Orion. Nicht dem Versand, sondern der Raumpatroullie. Man kann über die Effekte lachen, über das Bügeleisen und über die Wasserhähne als Steuermodule des schnellen Raumkreuzers. Auch wenn man die Dialoge rückblickend nach wissenschaftlichen Anhaltspunkten nach Fehlern durchsucht, siehts finster aus.
Fest steht jedoch: Orion hatte eine Vision. Orion war eine Vision, und die Macher haben diese ziemlich gut umgesetzt. Leider nur 6 Folgen lang.
Schade.

Aber ich schweife ab.
Großbrittanien, da wollte ich hin. Öffentlich Rechtliches? Muss die BBC sein. Was hat nun die BBC mit Raumpatroullie zu tun? Eigentlich gar nichts.
Aber ziemlich genau 3 Jahre bevor der schnelle Raumkreuzer Orion das erste Mal auf unseren Schirmen abhob, dematerialisierte sich ein ganz und gar anderes Raumschiff von den Fernsehschirmen unserer Nachbarn auf der großen Insel westlich von hier. (Wenn man sich in Schleswig Holstein befindet. Für die Kölner: Im Nordnordwesten)
Das Cockpit dieses Raumschiff hatte einiges mit dem der Orion gemein: Auch dieses Cockpit sah wie ein Fernsehstudio aus, auch dieses Cockpit war mit allerlei Utensilien bestückt, die man nicht als Raumschiffarmaturen erwarten würde. Kein Bügeleisen gab es dort, sondern statt dessen unter anderem eine Luftpumpe.
Die Rede ist natürlich von der heute wie damals bahnbrechenden Serie Doctor Who, die tatsächlich heute wie damals noch bzw. wieder läuft.
Doctor Who hatte hochs und tiefs in den 45 Jahren seit die erste Folge lief, doch auch in den Jahren, in denen es die Serie nicht gab, zwischen 1989 und 2005, war das Fandom nicht totzukriegen, und ewig viele Hörspiele und mehrere Fernsehfilme wurden produziert. Einer sogar um 96 herum, von der BBC und FOX, die die Serie neu auflegen wollten. Danken wir an dieser Stelle dem (britischen) Autor des Filmes, dass dieser Fernsehfilm so schlecht geworden ist, dass es nie zu einer Serie kommen sollte. Ein Amerikanischer Doctor? Nein Danke.
2005 also hat es die BBC gewagt die Serie neu aufzulegen, und war offenbar selbst überrascht wie gut sie lief; sogar die Amerikaner, die 1996 den selbst mitproduzierten Fernsehfilm verschmähten, fliegen nun auf den Nachfolger vom Original.
Aber genug davon. Mit kurzen Worten zusammengefasst: Doctor Who läuft mit Unterbrechungen über 40 Jahre, und ist immer besser geworden. Die jetzigen Folgen stellen alles in den Schatten, was ich an SF-Serien im Fernsehen je gesehen habe.
Worum es da geht? Einfach mal einschalten, mittlerweile hat es Pro Sieben geschafft die ersten Folgen zu synchronisieren. Doctor Who läuft immer Samstags um 17 Uhr.

Eine Weitere Serie, ebenfalls von der BBC. Bezeichnender weise ein Spin off von doctor who. Torchwood. Im Grunde das Walisische Äquivalent von Akte X. Die erste Staffel war ein wenig schwach, aber die zweite, die im Moment läuft, lässt sich ganz gut an.

Drittens, lief auch schon in Deutschland: Life on Mars. Auf englisch besser und vor allen Dingen länger. Die BBC schneidet leider immer zu britische Insider, von denen nicht erwartet wird, dass wir Ausländer sie verstehen, raus, damit das Ausland platz für die Werbeblöcke hat.
Worum es geht? Ein Polizist wird von einem Auto erfasst, und landet im Jahr 1973. Dort ist er auch Polizist, kommt aber so gar nicht mit den Methoden der damaligen Polizei klar.
Zwei Staffeln lang versucht dieser Polizist wieder nach Hause zu kommen. Ich verrate jetzt mal nicht, wie es ausgeht, nach der zweiten Staffel ist die Handlung aber abgeschlossen.

Und im Februar, genau genommen am 7. Februar, kommt die Nachfolgeserie „Ashes to Ashes“ und in dieser geht es dann in den 80ern weiter.

Also hätten wir schon vier klasse SF-Serien, die ein europäischer öffentlich rechtlicher Sender produziert hat. Und zwar gleichzeitig!

Warum nicht von ARD und ZDF sowas? Warum immer nur so halbherzige Versuche wie damals in den 80ern „Auf der Suche nach Atlantis“. Wo dann die Handlung der grandiosen Bücher so kleingehackt und gekürzt wird, dass das ganze keinen Sinn mehr ergibt?
Warum???

ARGH!

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Feb
07
2008
--

Doctor Who dann auch schon wieder abgesetzt

Eine sehr gute britische SF-Serie, die dieses Wochenende noch einmal bei Pro Sieben läuft (Samstag ab 17:00 Uhr) wird dann auch schon wieder ins Regal gestellt. Schade. Hier in Deutschland scheint niemand Doctor Who zu schauen.

Woran mag es nur liegen? Wer weiß.
An der Synchro lag es wohl nicht. Obwohl ich den Trailer der auf ProSieben lief schon recht grausam fand, hat sich beim Konsum der ersten deutschen Folge herausgestellt, dass die Synchro solide war. Vielleicht sogar „gut“, wenn auch nicht überragend.
Der Doctor hatte eine etwas sehr viel zu helle Stimme, und die Mutter von Rose kam nun gar nicht so schön „unterschichtig“ wie im Originalton rüber. Die Synchronstimme von Jackee Tyler hat eher so geklungen als würde sie zu Emily Gilmore passen, aber was soll’s.
An der Synchro lag es aber nicht, obwohl ich mir gewünscht hätte die öffentlich Rechtlichen hätten für diese gesorgt.

Woran lags dann? An den Schnitten?
Kann sein. Wenn im Original geschossen wird, und jemand umfällt, ist das Verhältnis von Ursache und Wirkung relativ klar. Wenn in der deutschen ProSieben-Version nicht geschossen wird, aber trotzdem jemand umfällt, nicht mehr.
Warum überhaupt schneiden? In Großbritannien ist Doctor Who auch eine Serie für die ganze Familie, läuft kaum später, und wird auch von Kindern gesehen.
Aber naja.
Liegts also daran? Schon eher.

Könnte es eventuell nicht auch daran liegen, dass die in den letzten Wochen ausgestrahlten Folgen schon drei Jahre alt sind, und jeder potentielle Fan in Deutschland die Serie deshalb schon im Original kennt?
Ich denke das wäre möglich.
2005 nach dem ungeahnten Erfolg im britischen Fernsehen hat sich ProSieben die Rechte fast umgehend gesichert, nur um dann jahrelang dem deutschen Publikum die Ausstrahlung vorzuenthalten.
Natürlich sehen derweil die Serie einige auf BBC1, wenn der Satellitenempfang es zulässt. Natürlich kann man sie sich auch aus dem Internet herunterladen, legal und illegal. Natürlich gibt es mittlerweile auch die 3. Staffel auf DVD. Natürlich kann man sich diese auch nach Deutschland liefern lassen. Es gibt sogar auch schon deutsche DVD-Boxen.

Und da wundert sich ProSieben, dass niemand mehr einschaltet? 2005 oder zumindest 2006 hättet ihr die Serie bringen sollen, noch bevor sie alle SciFI-Geeks kennen, die in Deutschland so rumlaufen. Und dann eventuell auch nicht auf den Sendeplatz hättet ihr sie setzen sollen.
Ich hätte sie ja auf den ProSieben-Mystery-Montag gelegt. Zwischen Lost und 4400, oder so. Da passt sie IMHO besser hin, und da wär sie auch – trotz grenzwertiger Synchro und hoffentlich ungeschnitten – besser gelaufen.

Das schwant ProSieben sicher mittlerweile auch. Aber 3 Jahre nachdem man eine Chance verpasst hat, ist man ja immer schlauer.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,

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Aug
10
2010
8

Oh, wie schön ist Internet…

In ARD und ZDF wird das Internet behandelt, als sei es Ausland. Wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen über das Internet – oder Sachen im Internet – berichtet, so mutet dies immer so an, als handele es sich um einen Reisebericht von der Japanreise.
Die Internetseiten werden vor dem Bericht kopiert und gegebenenfalls bearbeitet, genauso wie man seine Urlaubsdias von der Japanreise auch genau auswählen würde.

Links bekommt man auch nicht. Es reicht ja immerhin, wenn die öffentlich-rechtlichen Journalisten im Internet gewesen sind, es hat ja keinen Sinn, den Zuschauer auch noch in Gefahr zu bringen. Außerdem würde man seinem Bekanntenkreis nach einer Japanreise auch nicht die Adresse des schnuckeligen Restaurants in Tokio mitteilen: Die könnten ja gar nichts damit anfangen.

Wichtig ist auch, dass der Bericht über das ferne Land „Internet“ ausgewogen ist, denn zu viele nützliche Informationen verkraftet kein Zuschauer. Darum beginnt man meist mit irgendwelchen „ernsten“ Nachrichten, und arbeitet sich langsam zum erbaulichen Youtubevideo am Ende des Berichtes vor.

Dort haben wir dann eine Spraydosenanimation, einen niesenden Panda, oder irgendetwas anderes, was den Zuseher nach der Schilderung der Gefahren wieder auflockern soll. Auch hier bekommen wir keinen Link, denn immerhin ist das Video ja schon im Fernsehen, das bekanntlich viel mehr Leute erreicht, als das Internet.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: , ,
Jul
11
2010
2

Houseliche Gesundheitspflege

Ich kippe um, oder so. Ich wache im Krankenhaus auf, wo die Ärzte erst einmal ratlos sind.
Alle möglichen Tests werden gemacht, um Infektionen, Krebs und Vergiftungen auszuschließen. Unter anderem werde ich in einen Computertomographen geschoben, in dem ich einen rätselhaften Anfall bekomme. Vermutlich mit Herzstillstand.
Nun werden verschiedene Vermutungen angestellt: Höchstwahrscheinlich sagt zu irgendeinem Zeitpunkt irgendjemand, dass es sich bei meiner merkwürdigen Krankheit um Lupus handeln könnte.

Auch Krebs wird nie ganz ausgeschlossen, immerhin gibt es ja Tumore, die zu klein sind, um sie zu sehen.
Irgendwann ringt man sich zu einer Behandlungsmethode durch. Vielleicht Chemotherapie, Dialyse oder man verabreicht mir Steroide. Dies ist dann auch spätestens der Zeitpunkt, wo mindestens ein Arzt bei mir zuhause einbricht, um nach ominösen Giftstoffen zu suchen.
Die Behandlung scheint zu helfen, bis irgendwelche Organe bei mir ausfallen, die bisher nichts mit der Sache zu tun hatten. Möglicherweise habe ich auch einen Herzstillstand, vielleicht wird dieser von meinen behandelnden Ärzten provoziert.
Jetzt wird nochmal über Lupus oder eine ähnliche Krankheit diskutiert.
Jetzt fällt dann auch meine Leber aus, was dadurch zu erkennen ist, dass das Weiße in meinen Augen gelb wird. Man hat noch immer keine Ahnung, was mir fehlt.

Nun kommt der Zeitpunkt, an dem Dr. House selbst das erste mal an mein Bett kommt. Er humpelt in mein Zimmer, beleidigt mich, entweder nur um an Informationen zu kommen, die ich verschweige, oder weil sein Bein wieder weh tut. Vielleicht auch, weil ich einem wichtigen Eingriff nicht zustimmen will.

In der Zwischenzeit war Dr. House mit einem obskuren aber harmlosen Fall beschäftigt, damit seine Kollegen zu irritieren, Drogen zu nehmen, seinen Parkplatz zu verteidigen oder alles vorgenannte zusammen.

An meinem Bett nun entscheidet er sich für eine zweite Behandlungsmethode, weil er zu einer neuen Diagnose gekommen ist, die alle bisherigen Symptome erklärt. Zufrieden humpelt er wieder aus dem Krankenzimmer.

Seine Ärzte leiten die Behandlung ein, die mich diesmal fast umbringt. Ich werde vermutlich intubiert, oder sonst irgendwie an Maschinen angeschlossen. Es sieht aber nicht gut aus, ich habe nur noch wenige Stunden zu leben.

Als House sich wieder seinem harmloseren Fall widmet, hat er plötzlich einen Geistesblitz, und hat die Lösung für mein Dilemma. Ich leide an einer Krankheit, von der ich noch nie gehört habe, die sehr selten ist, und sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nie so geäußert hat, wie bei mir.
Ich muss zwei Pillen nehmen, und werde wieder gesund.

Statistisch gesehen ist es sehr wahrscheinlich, dass ich wieder vollständig gesund werde. In Einzelfällen soll es unter den Fällen von Dr. House schon zu Organtransplantationen gekommen sein, sehr selten zu Amputationen. In sehr sehr wenigen Fällen ist der Patient unheilbar.

So laufen gefühlte 90% aller Fälle von Dr. House in der gleichnamigen Serie ab. Kaum einmal weicht der medizinische Teil der Handlung von diesem sehr einfachen Schema ab, in dem übrigens auch die meisten Fantasy-Romane von Pierce Anthony geschrieben sind:

A. Problem
B. Held macht was gegen Problem, klappt nicht
C. kleineres Problem
D. Held macht was anderes gegen Problem, was Problem nur schlimmer macht
E. Held beschäftigt sich mit kleinerem Problem, und hat Idee
F. Held löst Problem

Vielleicht ist es ja der Reiz der Serie, dass man immer wieder die gleiche Geschichte erzählt bekommt, auch wenn Namen, Orte und Krankheiten jeweils andere sind. Immerhin funktionieren auch viele Krimi-Serien nach diesem Prinzip.
Vielleicht ist der medizinische Teil der Handlung bei House auch nur der Hintergrund, vor dem der Star der Serie (Dr. House) seine verschiedenen Wesensmerkmale ausleben kann.
Würde die Serie nur aus House bestehen, wie er seine Kollegen ärgert, würde sie immerhin schnell langweilig werden, und House würde uns auch zunehmend unsympathischer.
Dadurch, dass er jedoch am laufenden Band leben rettet, die sonst keiner retten könnte, wird er uns doch irgendwie sympathisch, auch wenn er verbal gerne mal ins Klo greift, Tablettensüchtig ist und ständig Menschen manipuliert, die ihn irgendwie für einen Freund halten. An guten Tagen ist House unausstehlich sarkastisch. An schlechten Tagen schlägt er Mitarbeitern ins Gesicht, weil sie recht haben, oder feuert alle um sich rum.

Eines steht jedoch fest: Hugh Laurie, der Dr. House spielt, trägt die Serie fast ganz allein. Alle anderen Schauspieler sind ihm in der Schauspielerei gnadenlos unterlegen.
Es handelt sich um gute, solide Seriendarsteller, ja, aber ohne House wäre die Serie eine langweilige, vage soapige Krankenhausserie, die kein Mensch für erwähnenswert halten würde.
Laurie jedoch ist gut. Er ist extrem gut in dem, was er macht. Obwohl er ein typisch britisches Gesicht hat, das irgendwie schräg aussieht, und einen großen Wiedererkennungswert hat, habe ich große Schwierigkeiten seine Darstellung von Dr. House mit früheren Rollen von ihm zu vergleichen, und dabei im Hinterkopf zu behalten, dass es sich um den gleichen Schauspieler handelt.

In „Jeeves & Wooster“ spielt Laurie den englischen Dandy Bertie Wooster, der ein wenig dümmlich ist, gerne einen draufmacht und ohne seinen genialen Butler kaum lebensfähig wäre.
Ich kann mir ohne Probleme vorstellen, dass sich Bertie Wooster bei Dr. House in Behandlung gibt, ohne, dass ich auch nur Gefahr zu laufe, die beiden durcheinander zu bringen. Dabei haben beide das gleiche Gesicht, die gleiche Stimme, die gleiche Mimik und auch die gleiche Gestik. Es ist mir ein Rätsel, wie es jemand als Schauspieler schafft, den beiden Rollen doch so eine destinktiv unterschiedliche „Färbung“ zu geben.
Es tut mir leid, aber besser kann ich es nicht beschreiben.
(Anm: Ich kann mir sogar ziemlich gut vorstellen, wie Dr. House Betrie Wooster behandelt, weil letzterer genau die Art Idiot ist, über die sich Dr. House immer aufregt.)

Der geneigte Leser mag einwenden: „Kunststück! Der ist doch Schauspieler, da kann man sowas!“ Das stimmt wohl, allerdings gebe ich folgendes zu bedenken:
Hätte der Totmacher Schulz und Schulz umgebracht, und Schmanski müsste jetzt mit dem Schwein gegen ihn ermitteln, dann würden Götz George und Götz George gegen Götz George ermitteln, der die beiden Götz Georges umgebracht hat.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter:
Sep
08
2009
1

Im Netz muss einer bezahlen!

Immer wenn man gerade denkt, dass es unmöglich noch dreister, seltsamer und hanebüchener werden kann, wird man mit der neuen Mutter allen Unsinns konfrontiert.

Berichtet doch Heise über eine Art Krisensitzung der Medien die, das 20. Jahrhundert beherrscht haben.

Im Umfeld der IFA hat am Montag ein Kongress im Rahmen der Medienwoche Berlin-Brandenburg angefangen, wo sich die Eisheiligen der Holz- und Rundfunkmedien – oder jene, die sich dafür halten – darüber den Kopf zerbrechen, wie man aus dem Netz noch einen Gewinn schlagen kann.

Nun ist das ja schön und gut, und ich gönne es ja Medienproduzenten, dass sie mit ihrem Job Geld verdienen, aber wenn ausgerechnet ein Axel-Springer Manager ein Bezahlmodell dafür vorstellt, dass man die Bild auf’s I-Phone geladen bekommt, und dann im selben Atemzug darüber redet, dass es darum ginge, dass die Menschen bereit gemacht werden sollen „für das gesammelte Wissen im Internet Geld zu bezahlen“, dann frag ich mich, ob das ein dummer Witz ist.

Was hat denn bitteschön die BILD mit Wissen zu tun? Und was hat sie erst mit dem „gesammelten Wissen im Internet“ zu schaffen? Die BILD produziert kein Wissen, sondern höchstens Meinung. Da werben die ja sogar mit. Ich würde sogar soweit gehen, dass die allenfalls Unterhaltung produzieren, was meiner Meinung nach für die gesamte Axel-Springer-Gruppe gilt.
„Das gesammelte Wissen im Internet“ ist Wikipedia. Und die ist umsonst. Und die bleibt auch umsonst. An Wikipedia verdienen die Springerblätter nur, wenn sie da abschreiben.

Fernsehzuschauer beim Konsum von Qualitätsjournalismus

Obwohl es eigentlich nicht mehr viel absonderlicher werden kann, besteht dann die Intendantin Dagmar Reim vom RBB – einem öffentlich rechtlichen Sender – darauf, dass „einer im Internet bezahlen“ müsse.
Erstmal: Bezahlt der Gebührenzahler nicht schon die Onlineinhalte des RBB mit seinen Gebührengeldern? Was will die noch? Soll man doppelt bezahlen? Dann auch bald beim Fernsehen? Gebührenfinanziert und Pay-TV in einem? Ganz dolle Idee. Warum überweisen nicht alle ihr gesamtes Nettoeinkommen an die GEZ? Wäre das genehm? Oder doch besser das Bruttoeinkommen? Immerhin ist der öffentlich rechtliche Rundfunk ja ach so unabhängig von wirtschaftlichen Intressen. Von politischen Interessen ja nicht mehr, den Passus hat man ja mittlerweile gestrichen.
Mann, ist mir schlecht.

Dann noch die Formulierung: „Im Internet muss einer bezahlen.“
Einer? Einer alleine? Und wer sucht den aus? Bekommt irgendwann Bauer Schlozig aus Buxtehude einen Brief vom RBB, in dem steht er habe noch für „die Inhalte“ im Netz zu bezahlen? Und wer teilt dann das Geld von Bauer Schlozig auf unter den Contentanbietern?
Himmel, ist das alles strunzendämlich!

Dann wird noch wieder allseits das 3-Strikes Modell gelobt, und für interessant erachtet. Ja, klar, is ja sooo interessant, wenn mal eben so die Gewaltenteilung aufgehoben wird, und Polizisten einem ohne richterlichen Beschluß oder – Gott bewahre! – einem ordentlichen Prozess das Grundrecht auf Informationsfreiheit einschränken können.

Himmel, das ist ja, als ob die Fahrradindustrie eine Kampagne zur Abschaffung des Kraftwagens anstrengen würde.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Aug
27
2009
2

Richterwahn

Oh, meine Güte… die Hellsichtigkeit packt mich wieder:

Nach „Streit um Drei“ und dem sensationellen Erfolg von „Richterin Barbara Salesh“ kam es Anfang 2012 zu einer kompletten Umstrukturierung des Deutschen Fernsehens und zu einem regelrechten Richterboom.
Das Wochentagsprogramm von Sat1 sah im März 2012 bereits so aus:

  • 05:30 Frühstücksgericht mit Richterin Bröhnsfeld
  • 09:00 Home Judging Europe – die interaktive Gerichtsshow
  • 10:00 Richter John M.D.
  • 11:00 Notar Heinrich: Deine Chance um elf
  • 12:00 Sittengericht am Mittag
  • 13:00 Richter Heinz: Asylprozesse um eins
  • 14:00 Zwei beim Amtsgericht
  • 15:00 Richterin Lisa Quarwarzen
  • 16:00 Richter Bernd Hannomack
  • 17:00 Judgefire
  • 18:00 Zwangsversteigerungs-TV
  • 19:00 Salesch für die Liebe: Die Richter-Soap
  • 19:40 Wer wird Richter?
  • 20:15 Soko Amtsgericht
  • 21:15 Edel & Stark
  • 22:15 LA Law
  • 23:15 Ally McBeal
  • 23:55 24 Stunden – Richter im Einsatz
  • 00:35 Die schönsten Gerichtssäle der Welt
Written by Heiko C. in: Esoterisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: ,
Mrz
22
2009
--

Die einzigste Zeugin

Falsches Deutsch, schon klar. Aber wenn schon alle „einzigst“ benutzen, kann man dann nicht vielleicht doch einen Sinn herkonstruieren?

Für alle die wo nicht wissen: Einzig bezeichnet ja schon eins alleine, wie kann dann etwas noch einziger, geschweige denn „am einzigsten“ sein?
Geht irgendwie nicht.
Aber nehmen wir mal das beliebte Beispiel Richter Alexander Holt:
Es sitzen für vier Fälle jeweils vier einzige Zeuginnen. Zwar sind alle Zeuginnen, aber alle für verschiedene Fälle, also alle einzig. Sind jetzt drei dieser Zeuginnen einziger als die vierte, wenn diese krank zuhause bleiben muss, und nicht kommen kann?
Und wenn alle bis auf eine einzige Zeugin von der Mafia erschossen werden, ist diese dann „einzigst“?
Vielleicht sollte ich nicht hier schreiben, wenn ich offensichtlich Fieber habe…

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Sep
01
2008
--

Fernsehen, Kino oder was sonst?

„Nichts hält ewig.
Alles wiederholt sich.
Alles ist gleich.“

Sind diese Worte eher optimistisch oder pessimistisch. Bei einer vielleicht nicht ganz repräsentativen Befragung stimmten 100% der Befragten für pessimistisch, wobei der erste Satz noch als der optimistischste galt. Die beiden anderen Sätze zögen den ersten aber auch auf die pessimistische Seite, so hieß es weiter.

Aber ist das wirklich so? Ich sehe das anders. Einspruch, Euer Ehren!
Wenn alles nicht ewig währt, so ist das gut, denn die meisten Dinge, die einem im Laufe eines normalen Lebens so zustoßen sind eher negativ. Darum geht es ja immerhin beim Leben. Also auch das Schlimmste geht irgendwann und irgendwie vorbei.
Leider gilt das jedoch auch für die guten Sachen. Mehr noch: Wenn man die guten Sachen künstlich am Leben zu erhalten versucht, dann werden sie langsam aber sicher schlecht, wenn nicht gar ungenießbar. Wenn die Zeit einer guten Sache also vorbei ist, sollte man sie trotz Bedauern ziehen lassen.
Dieser eine Hinkefuß am ersten Satz hebelt der zweite jedoch aus. Wenn alles sich wiederholt, dann kommt das Gute auch wieder in der einen oder anderen Form. Besser noch: Man erkennt die Dinge die sich wiederholen als gut oder schlecht, wenn man sie schon mal erlebt hat, und das BEVOR man noch in sie involviert ist.
Durch die Wiederholungen hat man also die Chance, die Lehren, die man aus vergangenen Fehlern gemacht hat anzuwenden.

Im Grunde genommen ist der letzte Satz dann sogar überflüssig, wenn er einem nicht die warme Sicherheit der Vertrautheit deutlicher garantieren würde als der zweite es könnte.

Im Grunde genommen ist das Leben also wie Kino. Ich dachte zuerst es wäre wie Fernsehen, aber der Vergleich hinkt. Obwohl alles das gleiche ist, ist alles doch nie das selbe. Das Fernsehen bringt jedoch immer wieder die selben Sendungen, und wenn man statt dessen mal etwas im Fernsehen zu sehen bekommt, was nur „gleich“ ist, und eben nicht das selbe, dann wird immer ein ganz großer Zirkus drum gemacht. „Jetzt ganz neu! Deutschland-Welt-Universalpremiere im Free-TV!!“, heißt es dann. Stimmt doch gar nicht. Eine neue Verfilmung der Weihnachtsgeschichte von Dickens ist trotzdem nicht ganz neu. Kenn wir doch schon.
Trotzdem wird jedesmal ein großes Trara gemacht, wenn etwas neu verfilmt wird.

Im Kino ist das ganz normal. Filme wiederholen sich dort auch gern mal, jedoch eher selten wirklich die selben. Die gleichen laufen allerdings öfter. Als Neuverfilmungen.
Und so sind solche Wiederholungen wie im Leben: Mit neuer Besetzung, anderen Rollen, einem etwas anderen Plot und möglicherweise einem unvorhergesehenen Twist am Ende. Als Beispiel kommt mir da „Assault on precinct 13“ in den Sinn, oder „The Fly“.

Wo bleibt also noch Raum für Pessimismus? Nicht nur das Kino, sondern die ganze Welt is voll von dem Gleichen! Geht raus, und genießt es!

Mai
25
2008
2

Zeitreisen bei Richter Alexander Hold

…oder schreibt sich der mit „T“ am Ende, na egal…
Auf jeden Fall habe ich jetzt diese Sendung durchschaut, nachdem ich Sie jahrelang unterschätzt habe.
Ich dachte früher immer diese Richtershows wären nur eine Art nachgemachtes „Königlich Bairisches Amtsgericht“, nur ohne Bairisch, König und echte Schauspieler.
Pustekuchen!
„Richter Alexander Hold“ zumindest, ist eine Zeitreisesendung, eine sehr subtile noch dazu. Nur ganz ausgefuchste Intellenzbestien kriegen das mit. Voll krass. Alda.

Neulich wurde da ein Fall behandelt indem irgendein junger Erwachsener, der von Beruf – glaube ich – Laiendarsteller war, verdächtigt wurde, junge Frauen mit einem Korkenzieher zerschnitzt zu haben.
Warum die Frauen nicht wussten, wer sie zerschnitzt hat? Keine Ahnung, so lange hab ich nicht zugesehen.
Na, jedenfalls war die Tatwaffe in einem Fall ein Korkenzieher von einem Getränkemarkt. Und wie es der Zufall so will, hatte der Freund des zweiten Beihnaheopfers auch einen.
Genau so einen, heißt das.

Und da wird die Verhandlung durch eine Werbepause unterbrochen, damit der Kirkidatze, oder wie die Staatsanwälte da immer heißen, den zweiten Korkenzieher zum Vergleich holen kann.

Gesagt getan. Richter Hold/t hält in jeder Hand ein Beweistütchen mit zwei täuschend ähnlichen Korkenziehern (Also einem pro Tütchen). Dann sagt er: „Wie Sie sehen können sind die beiden Korkenzieher identisch.“

Aha.
Sie sind nicht gleich, auch nicht die Selben. Nein, sie sind sogar identisch. Das heißt nach Konrad Ferdinand B. Duden: Es handelt sich bei beiden um ein und denselben Korkenzieher, also im Grunde nur um einen. Und nicht nur im Grunde, sondern auch sonst.
Was bleibt als Erklärung? Einer der beiden Korkenzieher muss die Version des anderen Korkenziehers aus einer anderen Zeit sein. Was für ein perfides Verbrechen: Die Mordwaffe mit einer Zeitmaschine in eine andere Zeit schicken. Zu dumm, dass das Ding dann doch rechtzeitig zur Verhandlung aufgetaucht ist. Und dann auch noch zweimal.
Man sollte sich halt eben immer die Bedienungsanleitung einer Zeitmaschine durchlesen, da man sonst am Ende noch mit sechzehn „identischen“ Schwiegermüttern im Wohnzimmer sitzt, obwohl man erst in drei Jahren seine zukünftige Frau kennenlernt.

Das ist im Grunde schon das Ende meiner Beweisführung.

Jetzt mal im Ernst:
Als obs nicht schon genug wäre, dass nach den neuesten paar Duden das gleiche und das selbe plötzlich das selbe sind: nämlich beide das gleiche, wird nun auch noch der Begriff identisch entwertet.
Sind Zwillinge dann auch identisch, wenn das für gleiche Korkenzieher gilt? Und was bedeutet dann noch das Wort „Identität“, wenn diese nicht mehr einem exklusiv gehört, sondern sie sich mehrere Teilen können?

UND DER MANN IST RICHTER, UND SOWEIT ICH GEHÖRT HABE LEUTNANT DER RESERVE. Da machen sich die Leute über die Jugend und Pisa Gedanken….

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Kurzrezensionen,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: , ,
Apr
13
2008
--

Odyssey 5

So, nachdem mir meine nette Schwester zu Weihnachten einen Gutschein bei Amazon geschenkt hat, dachte ich mir, ich könnte ja mal die Box dieser Serie kaufen.
Hab ich dann auch gemacht, kam auch relativ schnell aus dem Vereinigten Königreich, da es noch keine deutsche Box gibt.
Ich hatte ja vage auf eine deutsche Tonspur gehofft, immerhin ist die DVD-Box mit europäischem Ländercode ausgezeichnet, trotzdem gab es aber nur Englisch und Französisch.
Nicht weiter schlimm, englischsprachige Serien schau ich sowieso lieber auf Englisch, wenns geht, auch wenn ich bei „Life on Mars“ mit diesem seltsamen Dialekt so meine Schwierigkeiten hatte.
Aber das ist jetzt nicht das Thema.

Das der Name der Serie an „2001 – A Space Odyssey“ erinnert ist gewiss kein Zufall. Gerade im Piloten kann man viele Stilelemente bemerken, die sehr deutlich auf Kubricks Film hinweisen.
Was den allgemeinen Plot angeht scheint die Serie aber zu Anfang weniger mit „2001“ gemein zu haben. Zumindest auf den ersten Blick.

SPOILER Im Piloten geht es um die Besatzung einer Raumfähre namens „Odyssey“, die bei irgendwelchen Arbeiten mit einem Satteliten das Ende der Welt mitansieht.
Die Erde implodiert einfach, und hinterlässt nur pfirsichfarbenen Staub. Als allen schon die Luft ausgeht, kommt ein mysteriöses Alien, dass sich als alter Mann tarnt, und erzählt, dass seinem Heimatplaneten das selbe passiert sei, darüber hinaus auch auf über 50 anderen Bewohnten Welten.
Irgendwann mache es „Puff!!“ und au�er dem erwähnten Staub ist nichts mehr von den Welten übrig. Das Alien vermutet eine Art planetare Seuche.
Au�erdem bietet das Alien den Raumfahrern, von denen einer bereits das zeitliche gesegnet hat, und ein anderer im sterben liegt, eine Zeitreise an. 5 Jahre könne er die Astronauten zurückschicken, jedoch nur ihre Bewusstseine, die dann in ihre damaligen Körper fahren würden.
Um das sterbende Crewmitglied zu retten, sagt der Commander zu.
Der Rest des Piloten und der Serie beschäftigt sich damit, wie die Raumfahrer versuchen herauszufinden was überhaupt passiert ist, und wie sie es verhindern können. Au�erdem wird auch recht ausführlich geschildert, wie die Astronauten damit klar kommen, ihre Leben vor 5 Jahren wieder aufzunehmen. SPOILER ENDE

Als die Serie damals auf SAT1 lief hab ich sie gerne gesehen. Gerade der breite Handlungsbogen, der sich geplant über 5 Staffeln hätte ziehen sollen fesselt einen sehr schnell. Ebenso sind die Charaktere sehr wirklichkeitsnah.
Obwohl einige der Fragen die „2001“ aufwirft „Woher kommt die Intelligenz auf der Erde?“ „Wurde die Evolution von au�en gesteuert?“ durchaus behandelt werden, erinnert die Art der erzählten Geschichten eher an eine wilde Mischung aus „Matrix“ und den Erzählungen von H.P. Lovecraft.
Klasse die Serie, und wie „Babylon 5“ einige der wenigen Serien, die von Anfang an auf einen breiten staffelüberspannenden Handlungsbogen gesetzt haben.
Leider gibt es aber bei Odyssey 5 nur die eine Staffel. Bei Folge 14 haben die Produzenten entschieden, dass die Leute die Zuschauen nicht zur richtigen Zielgruppe gehören, und die Serie wurde abgesetzt.
Später wurden dann noch die restlichen Folgen gezeigt, die die erste Staffel komplettieren, mehr aber nicht, trotz zahlreicher Proteste von ebenso zahlreichen Fans.

Na ja, aber es hilft ja nicht über verschüttete Milch zu klagen. Manny Coto, der Schöpfer von „Odyssey 5“ hofft im Audiokommentar des Pilotfilms (Das einzige Extra der DVD-Box) noch immer, die Serie weiterdrehen zu dürfen, ich glaub aber nicht, dass das noch was wird.
Schade.

Schade, schade schade.

Na egal.
Was mir allerdings noch aufgefallen ist, ist folgendes:
Der momentane Serienhit „Heroes“ hat sich scheinbar einiges von „Odyssey 5“ abgeschaut. In der Titelsequenz gibt es �hnlichkeiten, ebenso hört sich der Soundtrack auch recht ähnlich an.
Zufall oder bewusste Homage?
Wer wei� das schon.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Mrz
06
2008
--

Öffentlich rechtliches Fernsehen kann auch gut sein

Als Beispiel, warum öffentlich rechtliches Fernsehen nicht per Definitionem schlecht sein muss, möchte ich heute mal ein wenig über unsere Landesgrenzen schauen. Und über den Ärmelkanal.
Richtig, ins Vereinigte Königreich, auch Großbritannien genannt.

Es ist schon sehr lange her, dass unser öffentlich rechtliches eine gute SF-Serie produziert hat. Mittlerweile nämlich über 40 Jahre.
Ja, genau, ich rede von Orion. Nicht dem Versand, sondern der Raumpatroullie. Man kann über die Effekte lachen, über das Bügeleisen und über die Wasserhähne als Steuermodule des schnellen Raumkreuzers. Auch wenn man die Dialoge rückblickend nach wissenschaftlichen Anhaltspunkten nach Fehlern durchsucht, siehts finster aus.
Fest steht jedoch: Orion hatte eine Vision. Orion war eine Vision, und die Macher haben diese ziemlich gut umgesetzt. Leider nur 6 Folgen lang.
Schade.

Aber ich schweife ab.
Großbrittanien, da wollte ich hin. Öffentlich Rechtliches? Muss die BBC sein. Was hat nun die BBC mit Raumpatroullie zu tun? Eigentlich gar nichts.
Aber ziemlich genau 3 Jahre bevor der schnelle Raumkreuzer Orion das erste Mal auf unseren Schirmen abhob, dematerialisierte sich ein ganz und gar anderes Raumschiff von den Fernsehschirmen unserer Nachbarn auf der großen Insel westlich von hier. (Wenn man sich in Schleswig Holstein befindet. Für die Kölner: Im Nordnordwesten)
Das Cockpit dieses Raumschiff hatte einiges mit dem der Orion gemein: Auch dieses Cockpit sah wie ein Fernsehstudio aus, auch dieses Cockpit war mit allerlei Utensilien bestückt, die man nicht als Raumschiffarmaturen erwarten würde. Kein Bügeleisen gab es dort, sondern statt dessen unter anderem eine Luftpumpe.
Die Rede ist natürlich von der heute wie damals bahnbrechenden Serie Doctor Who, die tatsächlich heute wie damals noch bzw. wieder läuft.
Doctor Who hatte hochs und tiefs in den 45 Jahren seit die erste Folge lief, doch auch in den Jahren, in denen es die Serie nicht gab, zwischen 1989 und 2005, war das Fandom nicht totzukriegen, und ewig viele Hörspiele und mehrere Fernsehfilme wurden produziert. Einer sogar um 96 herum, von der BBC und FOX, die die Serie neu auflegen wollten. Danken wir an dieser Stelle dem (britischen) Autor des Filmes, dass dieser Fernsehfilm so schlecht geworden ist, dass es nie zu einer Serie kommen sollte. Ein Amerikanischer Doctor? Nein Danke.
2005 also hat es die BBC gewagt die Serie neu aufzulegen, und war offenbar selbst überrascht wie gut sie lief; sogar die Amerikaner, die 1996 den selbst mitproduzierten Fernsehfilm verschmähten, fliegen nun auf den Nachfolger vom Original.
Aber genug davon. Mit kurzen Worten zusammengefasst: Doctor Who läuft mit Unterbrechungen über 40 Jahre, und ist immer besser geworden. Die jetzigen Folgen stellen alles in den Schatten, was ich an SF-Serien im Fernsehen je gesehen habe.
Worum es da geht? Einfach mal einschalten, mittlerweile hat es Pro Sieben geschafft die ersten Folgen zu synchronisieren. Doctor Who läuft immer Samstags um 17 Uhr.

Eine Weitere Serie, ebenfalls von der BBC. Bezeichnender weise ein Spin off von doctor who. Torchwood. Im Grunde das Walisische Äquivalent von Akte X. Die erste Staffel war ein wenig schwach, aber die zweite, die im Moment läuft, lässt sich ganz gut an.

Drittens, lief auch schon in Deutschland: Life on Mars. Auf englisch besser und vor allen Dingen länger. Die BBC schneidet leider immer zu britische Insider, von denen nicht erwartet wird, dass wir Ausländer sie verstehen, raus, damit das Ausland platz für die Werbeblöcke hat.
Worum es geht? Ein Polizist wird von einem Auto erfasst, und landet im Jahr 1973. Dort ist er auch Polizist, kommt aber so gar nicht mit den Methoden der damaligen Polizei klar.
Zwei Staffeln lang versucht dieser Polizist wieder nach Hause zu kommen. Ich verrate jetzt mal nicht, wie es ausgeht, nach der zweiten Staffel ist die Handlung aber abgeschlossen.

Und im Februar, genau genommen am 7. Februar, kommt die Nachfolgeserie „Ashes to Ashes“ und in dieser geht es dann in den 80ern weiter.

Also hätten wir schon vier klasse SF-Serien, die ein europäischer öffentlich rechtlicher Sender produziert hat. Und zwar gleichzeitig!

Warum nicht von ARD und ZDF sowas? Warum immer nur so halbherzige Versuche wie damals in den 80ern „Auf der Suche nach Atlantis“. Wo dann die Handlung der grandiosen Bücher so kleingehackt und gekürzt wird, dass das ganze keinen Sinn mehr ergibt?
Warum???

ARGH!

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Feb
07
2008
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Doctor Who dann auch schon wieder abgesetzt

Eine sehr gute britische SF-Serie, die dieses Wochenende noch einmal bei Pro Sieben läuft (Samstag ab 17:00 Uhr) wird dann auch schon wieder ins Regal gestellt. Schade. Hier in Deutschland scheint niemand Doctor Who zu schauen.

Woran mag es nur liegen? Wer weiß.
An der Synchro lag es wohl nicht. Obwohl ich den Trailer der auf ProSieben lief schon recht grausam fand, hat sich beim Konsum der ersten deutschen Folge herausgestellt, dass die Synchro solide war. Vielleicht sogar „gut“, wenn auch nicht überragend.
Der Doctor hatte eine etwas sehr viel zu helle Stimme, und die Mutter von Rose kam nun gar nicht so schön „unterschichtig“ wie im Originalton rüber. Die Synchronstimme von Jackee Tyler hat eher so geklungen als würde sie zu Emily Gilmore passen, aber was soll’s.
An der Synchro lag es aber nicht, obwohl ich mir gewünscht hätte die öffentlich Rechtlichen hätten für diese gesorgt.

Woran lags dann? An den Schnitten?
Kann sein. Wenn im Original geschossen wird, und jemand umfällt, ist das Verhältnis von Ursache und Wirkung relativ klar. Wenn in der deutschen ProSieben-Version nicht geschossen wird, aber trotzdem jemand umfällt, nicht mehr.
Warum überhaupt schneiden? In Großbritannien ist Doctor Who auch eine Serie für die ganze Familie, läuft kaum später, und wird auch von Kindern gesehen.
Aber naja.
Liegts also daran? Schon eher.

Könnte es eventuell nicht auch daran liegen, dass die in den letzten Wochen ausgestrahlten Folgen schon drei Jahre alt sind, und jeder potentielle Fan in Deutschland die Serie deshalb schon im Original kennt?
Ich denke das wäre möglich.
2005 nach dem ungeahnten Erfolg im britischen Fernsehen hat sich ProSieben die Rechte fast umgehend gesichert, nur um dann jahrelang dem deutschen Publikum die Ausstrahlung vorzuenthalten.
Natürlich sehen derweil die Serie einige auf BBC1, wenn der Satellitenempfang es zulässt. Natürlich kann man sie sich auch aus dem Internet herunterladen, legal und illegal. Natürlich gibt es mittlerweile auch die 3. Staffel auf DVD. Natürlich kann man sich diese auch nach Deutschland liefern lassen. Es gibt sogar auch schon deutsche DVD-Boxen.

Und da wundert sich ProSieben, dass niemand mehr einschaltet? 2005 oder zumindest 2006 hättet ihr die Serie bringen sollen, noch bevor sie alle SciFI-Geeks kennen, die in Deutschland so rumlaufen. Und dann eventuell auch nicht auf den Sendeplatz hättet ihr sie setzen sollen.
Ich hätte sie ja auf den ProSieben-Mystery-Montag gelegt. Zwischen Lost und 4400, oder so. Da passt sie IMHO besser hin, und da wär sie auch – trotz grenzwertiger Synchro und hoffentlich ungeschnitten – besser gelaufen.

Das schwant ProSieben sicher mittlerweile auch. Aber 3 Jahre nachdem man eine Chance verpasst hat, ist man ja immer schlauer.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,