Impactsuspect » Bürgerrechte
Mrz
12
2010
0

Erst die Linksammlung aufessen!

Aber Mami, Mami ich will keine Linksammlung! Ich will lieber normalen Blogartikel! Wenn es sein muss, reichen auch ein paar Fotos!

Ja, nee, tut mir leid mir fällt heute einfach mal wieder nichts zu Schreiben ein. Dabei gäbe es ja genug, über das man sich aufregen könnte.

Das Thema, das sich durch alle folgenden Links zieht ist:

Andere würden es für einen Vorzug der Demokratie gegenüber einer Dikatur halten, dass Politiker von den Medien kritisch unter die Lupe genommen werden, aber die FDP hält die Demokratie für gefährdet, wenn Leute weiterhin Westerwelle kritisieren:
Link!

Hier bei „Carta“ lässt man die gesamten Ereignisse nochmal Revue passieren: Link!

Die „Welt“ stellt zwischenzeitlich Verhaltensregeln für den Kontakt mit Aliens auf. Link!

Die Kosten für die zukünftige Nacktscannung aller Fluggäste werden wohl – wie beim orf nachzulesen ist, wohl die Fluggäste tragen müssen: Link!
Ich weiß ja nicht, aber normalerweise werden doch Leute dafür bezahlt, dass sie sich ausziehen. Ich hab noch nie von einer Stripperin gehört, die einem Geld gibt, damit sie sich ausziehen darf. (Wer eine weiß, bitte bei mir melden. 😉 )

Wie „Stigma Videospiele“ feststellt, scheint es mittlerweile „Killerspiel-Lobbies“ und „Killerspiel-Verbände“ zu geben. Unglaublich, wie dreist manche Leute ihr Neusprech unter die Leute zu bringen versuchen. Link!

Die Spitzenkandidatin der NRW-SPD, Hannelore Kraft, versucht derweil Werbung mit Slogans zu machen, die unschöne Erinnerungen wecken. Link!

Ihr Pendant von der CDU ist übrigens auch eher schlimmer, als besser. „Zapp“ zufolge kämpft der mit allen Mitteln gegen die kritische Berichterstattung über ihn. …oder besser: Lässt kämpfen. Link!

Telepolis analysiert, dass HartzIV Empfänger in den Medien mittlerweile immer nur als Opfer oder Täter beschrieben werden, kaum als Menschen, die eben nunmal HartzIV bekommen, und mit denen sonst nichts nicht stimmt. Link!

Bei Malte Wielding gibt es einen „kleinen Führer für den modernen Populisten“, der eindrucksvoll die rhetorischen Spielchen von Westerwelle, von der Leyen und co. demaskiert. Link!

Feb
27
2010
4

Ich war’s nicht! Der böse Mann mit der Narbe war’s!

Ich finde es erstaunlich, dass Westerwelles durchsichtige Kampange gegen HartzIV-Empfänger scheinbar tatsächlich für bessere Umfrage-Ergebnisse der FDP sorgt.
Ich meine, die wirtschaftsliberale Politik, die auch die FDP verfolgt, hat ja überhaupt erst für die momentane Finanzkrise, und die Massenarbeitslosigkeit gesorgt, und nun sollen die eindeutigen Verlierer dieser Krise auch noch selbst und alleinig dran schuld sein? Und das während man unter Börsenmaklern abends schon wieder Champagner trinkt?

All das erinnert mich an diese albernen Kriminalgeschichten, wo der eigentliche Hauptverdächtige sich herauszureden versucht, indem er einen unbekannten Einbrecher erfindet, meist rothaarig und mit einer Narbe quer übers Gesicht, der leider auf der Flucht ist…

Aber wen wundert sowas bei der FDP mal, ganz ehrlich?
Das Zugangserschwerungsgesetz, dass letzte Woche Mittwoch vom Bundeshorst unterschrieben wurde, ist ja nun Dienstag auch in Kraft getreten, obwohl die FDP es nach den Koalitionsverhandlungen mit der CDU schon als quasi „abgeschafft“ deklariert hat.
Nun haben wir den Salat! Toll gemacht, FDP! Super-Job macht ihr da!
Und neben Bürgerrechten und (haha!) Wirtschaftskompetenz, warum haben sonst noch Leute die FDP gewählt? Wegen des Datenschutzes?
Nun, das war wohl auch ein Schuß in den Ofen. Da macht die CDU jetzt schon mal einen erstaunlich gut klingenden Vorschlag zum Datenschutz, nämlich, dass eine Firma, die Daten über einen bunkert, einen zumindest einmal im Jahr anschreibt, damit man wenigstens weiß, was für Daten die über einen haben.
Was sagt die Datenschutzpartei FDP darüber? Findet sie doof. Das ist ja viel zu viel Arbeit und Bürokratie. Überhaupt dieser ganze Papierkrieg… gegen den ist die FDP ja auch.
Deregulierung ist also ein weiterer der Punkte, weswegen man die FDP vielleicht hätte zu wählen müssen glauben können. Abschaffung von Bürokratie… stromlinienförmige Verwaltung und so.
Was haben wir statt dessen? ELENA, das Dennunziationssammelprogramm für den Arbeitgeber. Hier werden zentral Daten über Arbeitnehmer gesammelt, und man hat als Arbeitgeber auch noch jeden Monat tolle elektronische Formulare zum Ausfüllen, die einem die sowieso spärliche Zeit wegfressen.

Kein Wunder, die FDP zeigt bei dieser Bilanz in ihren „Kernkompetenzen“ auf den rothaarigen Einbrecher mit der Narbe!

Und die Presse dankt Westerwelle dann auch noch, weil er mit seinen „offenen Worten“ eine „Diskussion angestoßen“ habe.
Herr, wirf‘ Hirn vom Himmel!

Feb
25
2010
0

Selektive Wahrnehmung im alten Griechenland

Heute kam „Atlantis, der verlorene Kontinent“ auf DVD mit der Post, und wo ich den Filmklassiker von George Pal gerade wieder mal sehe, fällt mir auf, wie merkwürdig Hollywoodfilme doch das alte Griechenland darstellen.

Der folgende Text mag Spoiler für einen Film enthalten, der ein halbes Jahrhundert alt ist: Im Film geht es grob darum, dass ein junger Fischer aus dem antiken Griechenland beim Fischen im Mittelmeer eine bewusstlose junge Frau auf einem Floß findet.
Als diese gerettet dann wieder das Bewusstsein erlangt, bittet sie den Fischer, sie zurück nach Atlantis zu bringen, wo sie eine Prinzessin sei. Der Fischer bringt sie dann nach Atlantis, wo er sofort zum Dank versklavt wird, ein Krieg gegen alle Nichtatlanter geplant wird und noch allerlei andere Dinge passieren, bis Atlantis am Ende des Films dann im Meer versinkt.

Was mir jetzt jedenfalls an der Darstellung der alten Griechen, und wir reden hier vom Griechenland der Sagenzeit, auffiel, ist erstens mal, dass „die Griechen“ als homogenes Volk, quasi als Nation, beschrieben werden, was sie zu der Zeit noch lange nicht waren. Ebenso haben die Griechen hier eine Demokratie, denn der Held des Films . Demetrios, erklärt der atlantischen Prinzessin, dass es in Griechenland keine Könige oder Prinzessinnen gäbe.
Ebenso gäbe es keine Sklaven in Griechenland.

Ich weiß nicht wie es dem geneigten Leser geht, aber bei dem Wort „Sklave“ fallen mir als erstes die Sklaven in der antiken Welt ein. Spartakus, dem der Sklavenaufstand in Rom zugeschrieben wird zum Beispiel, aber eben auch die Sklaven im antiken Griechenland.
Abegesen davon, dass es damals kein „Griechenland“ in dem Sinne gab, sondern nur eine ganze Masse von Stadtstaaten, die mehr oder weniger miteinander in Konkurrenz standen, und dass diese Stadtstaaten – jedenfalls in der Zeit in der die griechischen Heldensagen spielen – von Königen regiert wurden, so kann man doch bei aller erzählerischer Freiheit nicht so tun, als ob es im antiken Griechenland nie nicht keine Sklaven gibt.

Gut, es handelt sich um einen alten Film, da kann sowas ja passieren, mag man sich denken, und „Atlantis – der verlorene Kontinent“ hat dann auch noch andere Stellen, bei denen sich ein Historiker an den Kopf fassen mag. Sieht es denn heute anders aus? Wird Griechenlands Antike realistischer geschildert?

Hm. Nicht wirklich. Man sehe sich nur den Film 300 an. Auch da wird der Film so erzählt, als gäbe es in Griechenland keine Sklaven, und als wollten die bösen Perser die Sklaverei einführen, wenn Griechenland zum Protektorat Großpersiens wird. In 300 ist davon die Rede – und zwar mehrmals und mit jeder Menge schmalzigem Patriotismus hinterlegt – dass alle Griechen „freie Männer“ seien, sogar die Frauen.

Woran liegt nun dieses über Jahrzehnte der Filmemacherei konsequent durchgeführte Verschließen der Augen vor den unangenehmen Seiten des antiken Griechenlands?

Ich hab da so eine Theorie:
1. Wenn Amerikaner an Sklaverei denken, denken sie nicht als erstes an die alten Griechen und Römer, wie ein Europäer es tun würde. Sie denken statt dessen an die Versklavung von Menschen aus Afrika im eigenen Lande.
Vielleicht ist es daher schon generell für Amerikaner einfacher die Sklaverei der Antike einfach gedanklich „auszublenden“.
2. In den USA scheint man sich mit den antiken Griechen identifizieren zu wollen: Man sieht sich dort gerne als „Wiege der Demokratie und Wissenschaft“, und nicht umsonst sieht der Regierungsbezirk von Washington aus wie ein einziger, klobiger, griechischer Tempel.
Und wenn man sich mit etwas identifiziert, dann neigt man wohl auch dazu, es in besonders schönen Farben zu malen, und die unschönen Stellen wegzulassen. Nichts anderes machen wohl amerikanische Filmemacher.

Nervig, aber was kann man schon dagegen tun?

Feb
17
2010
5

Zensurselhorst

Oder wie es kam, dass Bundespräsident Köhler doch noch seinen Horst unter das Zugangserschwerungsgesetz setzte:

Wer’s immer noch nicht glauben will: Ja es ist wahr. Der hat den Schinken unterschrieben. Sogar heise berichtet schon drüber.

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , , ,
Feb
13
2010
3

Aber Daten kann man doch gar nicht klauen!

Weil es nämlich keine Sachen sind, wie etwa ein Toaster oder eine Markenjacke. Daten sind ja eigentlich gar nicht da. Darum kann man sie auch nicht klauen.

Nein, dies ist kein Plädoyer für die Legalisierung von Raubkopien, sondern die Ansicht der bayrischen Justizministerin.

Wie heise berichtet, hat diese sich im Münchener Merkur zu den Vorwürfen und Vorbehalten geäußert, die viele Menschen zum umstrittenen Kauf der CD mit ausgespähten Schweizer Bankdaten vorgebracht haben. (Hab ich ja auch schon kurz was drüber geschrieben)

Frau Merk, die Justitzministerin von Bayern jedenfalls dazu:

„Da Daten anders als Autos oder Handys keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen. Und wo es keine gestohlene Ware gibt, da gibt es auch keine Hehlerei.“

Dann ist ja alles klar. Warum gibt es dann aber einen Hackerparagraphen, und warum gibt es überhaupt so etwas wie „Ausspähung von Daten“ und warum ist das dann verboten? Daten sind doch keine Handys?

Und wenn man Hacker – immer vorausgesetzt das Ausspähen von Daten ist wirklich verboten, ich bin mir da selbst nicht mehr so sicher – dafür bezahlt, dass sie einem illegal beschaffte Daten geben, schafft man so nicht einen Anreiz, dass andere es nachmachen, und ihrerseits Daten ausspähen, um diese der Bundesregierung oder sonstwem zu verkaufen?
Auch auf diese Frage hat Frau Merk eine Antwort:

„Die deutschen Steuerbehörden haben ja gerade keine Belohnung dafür versprochen, dass sich der Informant diese Bankdaten rechtswidrig beschafft; die hatte er ja schon, als er erstmals auf die Behörden zukam.“

Wenn Terroristen jemanden im Ausland entführen, und man denen Lösegeld bezahlt, war die bisherige Argumentation doch immer, dass wenn bekannt ist, dass man bereit ist Lösegeld zu zahlen, dass dies einen Anreiz für weitere Entführungen schafft.
Was ist anders in Beziehung auf diese Bankdaten-CD?

Aber mal abgesehen von dem allen, hat die Schweizer Regierung nun eine Art „Gegenschlag“ angedroht, wie bei fefe nachzulesen ist. Gefunden hat er das in der Süddeutschen Zeitung:

Im Streit über den Ankauf von Steuersünder-Daten kommt aus der Schweiz nun die Drohung, bislang geheime Konten von deutschen Politikern und Amtsträgern zu veröffentlichen. „Falls Deutschland gestohlene Bankdaten kauft, werden wir auf eine Gesetzesänderung hinarbeiten, dass sämtliche Schweizer Konten von deutschen Personen, die öffentliche Ämter bekleiden, offengelegt werden“, wird der schweizerische Nationalrat Alfred Heer von der Bild-Zeitung zitiert.

Mahahaha! Das ist ja mal drollig. Aber eigentlich folgerichtig: Wenn es kein Bankgeheimnis mehr geben soll, dann eben auch für gar keinen. Und unsere Politiker haben ja sicher nichts zu verbergen.
Sicher hilft die Offenlegung von all diesen Konten nur dabei, dass die „deutschen Personen in öffentlichen Ämtern“ mal wieder einen Überblick über ihre Finanzen bekommen.
Immerhin hat ja mal unser derzeitiger Finanzminister über einen signifikanten Zeitraum hinweg vergessen, dass er 100.000 Mark in einer Schublade hatte.

Vielleicht könnte man mit all dem „vergessenen“ Geld, welches auf diese Weise wieder in Erscheinung tritt, das Haushaltsloch stopfen. 😉

Da ich weder Steuerhinterzieher noch „deutsche Person in öffentlichem Amt“ bin, kann ich mich diesbezüglich bequem zurücklehnen, und die Show genießen.
Endlich mal gruselige Politik, die einen aufregt, aber immerhin kaum persönlich tangiert.

Feb
10
2010
2

Schräge Gruseligkeiten aus der Nachrichtenwelt…

Bin ja wieder ein paar Tage lang wenig blogaktiv gewesen, daher hier ein kleines Nachrichtenupdate mit Links:

Diese ganze Steuer-CD-Sache wäre ja eigentlich ein Blogeintrag für sich:
Da will der Schäuble, der ja jetzt Finanzminister ist, eine CD mit unrechtmäßig ausgespähten schweizer Bankdaten kaufen, um deutsche Steuersünder besser erwischen zu können.
Erstens mal drängt sich da bei mir die Vorstellung auf, wie Schäuble die CD in einem dunklen Hinterhof um Mitternacht in Empfang nimmt:

Und zweitens finde ich es bedenklich, dass der Staat scheinbar Verbrecher dafür bezahlen darf, dass diese unrechtmäßig Daten gesammelt haben. Was kommt als nächstes? Werden Einbrecher demnächst nebenbei zum Terrorschutz eingesetzt, und können verfassungsfeindliches Material, welches ihnen bei einem Einbruch aufgefallen ist, anonym dem Verfassungsschutz melden?
Und wenn wir schon so weit sind, wann werden dann wieder Dennunziationsbriefkästen aufgestellt?

Nacktscanneraufnahmen werden in England sofort gelöscht, es sei denn, der abgebildete Körper gehört einem Bollywoodstar. Dann druckt die Sicherheitsbeamte das Ganze schon mal aus, und fragt den Abgebildeten, ob er nicht eben mal die Ausdrucke signiert.
Könnte natürlich in Deutschland nie nicht passieren. Ist klar. (gefunden bei Fefe)

Google baut ein twitterähnliches Statusmeldungssystem in Googlemail ein. Will ich wirklich, dass die gleiche Firma, die schon meine Mails liest und weiß, welche Videos ich bei Youtube schaue, auch meine Statusmeldungen durchforstet? Ich meine – machen die ja eh, aber will ich es denen wirklich so einfach machen? Ich finde das Feature überflüssig, genausowenig wie ich mit meinem Handy MP3s hören will, will ich mit meinem Emailkonto twittern. Schön, dass man mit Voreinstellung auch schon unter Umständen Daten sendet, ohne dass man da explizit zugestimmt hat. Ich hab das gleich mal wieder deaktiviert. Ich will ja auch nicht, dass die Post alle meine Briefe selbsttätig kopiert, und in meinem Freundeskreis verteilt.
Die Taz kommt derweil sogar schon mit Nazivergleichen: LINK!

Derweil berichtet PM, dass Kanadische Mathematiker Szenarien vom Vampir- bzw. Zombiebefall mal durchgerechnet haben, und zu dem Schluss kommen, dass Zombies gefährlicher, weil hochansteckend sind, und Vampire irgendwann von allein aussterben würden.
Schön, dass sich auch Wissenschaftler um das Untotenproblem kümmern.

Nachtrag: Scheint ja zu wirken die Steuer-CD-Sache. Erstaunlicherweise schon mal ganz ohne CD und die Antwort auf die Frage, ob die Daten überhaupt echt sind. Find das trotzdem ethisch nicht vertretbar, gestohlene Daten zur Strafverfolgung zu verwenden.

Jan
19
2010
3

Neuigkeiten kurz verlinkt:

Mann wird verhaftet, weil er was auf Twitter gepostet hat:
LINK!

In Italien darf man ab demnächst keine Videos ins Netz stellen, ohne dass diese von den Behörden genehmigt wurden:
LINK! NOCH’N LINK!

Roland Koch will Zwangsarbeit für HartzIV-Empfänger:
LINK!
Kommentar dazu:
LINK!

Es gibt mittlerweile sogar schon Vampirorangen:
LINK!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Politisches | Schlagwörter: , ,
Jan
16
2010
4

Nacktscannerdebatte nur Ablenkung – Natürlich geht’s noch immer um Internetzensur

Breaking News: Wieder einmal soll der Jugendschutz dafür herhalten, das Internet – ähnlich wie in China – zu einem streng kontrollierten staatlichen Propagandainstument zu machen. Die Debatte um die blödsinnigen Nacktscanner ist wohl nur eine der Politik willkommene Ablenkung, welche die Augen der Öffentlichkeit vor der klammheimlichen Installation umfassender Internetzensur zu verschießt.

Was für ein antidemokratischer Angriff auf die Meinungs und Informationsfreiheit der Entwurf des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages ist, darüber kann man sich bei Alvar Freude vom AKZensur und hier bei Common Nonsense ein Bild machen.

Wieder ist der gleiche alte Schrott von „Sendezeitbegrenzungen“ im Internet enthalten, ebenso wie die Kriminalisierung aller Provider, die sich an die Netzneutralität halten: In Zukunft sollen die Provider z.B. dafür verantwortlich gemacht werden, wenn irgendwo ein Teenager auf eine Pornoseite klickt.

Wisst ihr wer sowas meiner Meinung nach verhindern sollte? DIE ELTERN verdammt noch eins! Macht man den Provider dafür verantwortlich, dass ein Kind eine Pornoseite ansurft, dann sollte man konsequenterweise auch den Zeitschriftenhändler dafür verantwortlich machen, dass ein Kind einen Playboy aus dem Schuhkarton unter dem Bett seiner Eltern angelt.

Das ist doch hirnrissig, verdammte Axt! Und was bleibt vom Internet, wenn tatsächlich alle Inhalte, die irgendjemand irgendwo für „jugendgefährdend“ halten könnte, sicherheitshalber gleich gar nicht mehr von den Providern weitergeleitet werden? Es geht da ja nicht nur um Pornos, sondern auch um Filmtrailer, Fanfiction und auch um politische Inhalte. Da steht zwar was von „verfassungsfeindliche“, „zum Hass gegen nationale, rassische, religiöse Gruppen aufstachelnde“, „grausame und sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen in einer Art schildernde“ , „den Krieg verherrlichende“ oder „gegen die Menschenwürde verstoßende“ Inhalte aber wie soll der Provider ad hoc entscheiden, was unter diese Kategorien fällt? Und wo fängt eigentlich Pornografie an? Bei Michelangelos David? Wie sieht wohl ein „Internet ab 6 Jahren“ aus?

Im Grunde genommen sprechen wir um Zensursula x 10.000.

Nachtrag: Sicher sind die Nacktscanner auch immernoch Scheiße, aber ich halte es für falsch, in Anbetracht von etwas, was der Abschaltung des freien Internets gleichkommen würde, die Nacktscanner als die momentan größte von der Politik geplante Schweinerei an den Pranger zu stellen, und darüber alle anderen – und meiner Meinung nach schlimmeren – Freiheitswegnahmen auszublenden.

Nachtrag2:

via Sempervideo

Noch ein Nachtrag: Das ganze nochmal durch die Brille anwaltlichen Know-Hows bei Internet-Law

Jan
14
2010
7

Kampf der Titanen: China gegen Google

Es ist ja mittlerweile durch die Rundfunk- und Holzmedien gegangen, und jeder zweite Blog schreibt sowieso drüber, aber ich muss das Thema trotzdem nochmal aufgreifen:

Google stellt bei seinem Chinadienst die politische Inhaltsfilterung aus.
Das hört sich ja erst einmal gut an, wenn man mal davon absieht, dass Google bei den Suchmaschinen in China eher die dritte Geige (oder den dritten Kontrabass, wenn man so will) spielt.
In den Holzmedien, wie hier bei SpOn ist von 30% Marktanteil zu lesen an guten Tagen liegt der aber wohl eher bei 20 – 24%. (Fragt mich nicht, wo ich das gelesen hab, weißnichtmehr) Trotzdem googelte bis vor kurzem immerhin noch etwa ein Fünftel aller Online-Chinesen.

Was ist nun passiert?
Nun, es kam wohl zu Hackingangriffen auf Google, für die Google scheinbar die chinesische Regierung – zumindest mittelbar – verantwortlich macht. Es soll nicht nur versucht worden sein die Gmailkonten von chinesischen Menschenrechtsaktivisten zu hacken, nein, Gerüchte besagen, dass die Chinesen jetzt auch irgendwelche Protokolle haben, die Google eigentlich für die Antiterrorabteilung der US-Regierung führt. Sowas wie unsere Vorratsdatenspeicherung, glaube ich.

Google hat sich dann erst mal mit der US-Regierung abgesprochen, und dann China den Cyberkrieg erklärt, wenn man es so nennen will.
Wenn China trotz Googles Zugeständnissen an die Netzzensur im Reich der Mitte trotzdem noch versucht Google zu hacken, dann macht halt Google ab sofort keine Zugeständnisse mehr.
Das hieße wohl, dass Google in China zugemacht wird, aber Googles „humanitäres Programm“ ist in China ja sowieso nicht aufgegangen. Eigentlich war ja der Plan sich in China unentbehrlich zu machen – wie im Rest der Welt – um dann Menschenrechts- und Antizensurforderungen stellen zu können.
Da hat Google bei den Chinesen aber wohl auf einen besonders harten Granitkeks gebissen.

Pessimistische Unken mögen mosern: „Google und China! Das sind doch beides Datenkraken, wo ist denn da eigentlich der Unterschied? Mir doch egal, wenn die sich streiten!“

Trotz aller Skepsis, die ich der Datensammelwut Googles gegenüber für angebracht halte, sehe ich das jedoch ein wenig anders.
Allein die Ziele der beiden Giganten sind ganz andere: Während Google eine Firma ist, die im Grunde genommen nur ihr Produkt verkaufen will, ist China ein Staat, der gerne weiterhin die absolute Macht über seine Untertanen ausüben will.
Denken wir die Ideologien der beiden bis zum pessimistischten Ende durch, so geht China in Richtung Orwells „1984„, während sich Google eher in Richtung „Schöne neue Welt“ von Huxley bewegt.
Ich gebe zu, dass das nur eine Annäherung an die Wahrheit sein kann, denn Google will ja schließlich weder ein Kastensystem, noch dass Menschen in Massenklonung hergestellt werden, aber so in etwa, finde ich, haut es hin.

Im schlimmsten Fall will Google die Masse quasi „kontrollieren“ indem es ihr die richtige Information oder Werbung zur richtigen Zeit präsentiert. Google will die Menschen zufrieden machen.
Dass Google so viele Daten sammelt… – hey, das passiert doch nur, damit Google seine Kunden noch zufriedener machen kann!
Natürlich kann man diese Daten auch mißbrauchen, natürlich kann auch Google Zensur ausüben. Die machen das sogar schon. Auch in Deutschland werden Suchergebnisse ausgefiltert, die in Deutschland gegen Gesetze verstoßen.
Google weist aber darauf hin, dass es ausfiltert.
Dass mir Google Werbung schickt, die auf meinen Suchanfragen basiert, oder dem, was ich in meinen Emails schreibe? Sehr, sehr nervig, aber es gibt dann doch schlimmeres.

China hingegen: China will am liebsten die Geschichte täglich umschreiben, und solche Ereignisse wie das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens ganz aus der Vergangenheit streichen.
Ganz so wie potentiell gefährliche oder aufrüherrische Worte einen chinesischen Computer, der mit der Green-Damm-Software läuft, zum Absturz bringen.
Um ein Haar wäre diese Software ja Pflicht für alle chinesischen Computer geworden.
Sowas ist nichts anderes als Aussiebung von „Verbrechendenk“ durch eine elektronische „Gedankenpolizei“.

Da ziehe ich Huxleys Welt jeden Tag vor, wenn ich die Wahl zwischen dieser und der von Orwell habe.
Viele Chinesen sehen das scheinbar ähnlich, wie ein weiterer SpOn-Artikel schreibt.
Herrje, bei Huxleys „Schöne neue Welt“ sind sich ja noch nicht einmal die Literaturexperten einig, ob das wirklch eine Dysutopie sein soll.

Es gibt auch chronische Miesmacher, die sagen: „Alles nur ein gelungener PR-Gag von Google! Nur möglich, weil deren Geschäft in China sowieso nicht die Erwartungen erfüllt!“

Denen möchte ich einen Tweet vom elektrischen Reporter ans Herz legen:

Und wisst Ihr was? Mir ist lieber, Unternehmen tun aus PR-Gründen das Richtige, als dass sie es nicht tun. #googlecn

Seh‘ ich genauso!

Nachtrag: Eine Zusammenstellung von Beiträgen zu dem Thema findet sich noch bei Netzpolitik.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , , ,
Jan
11
2010
0

Nackedeispannerstrahler IV: Uhl unterstützt Nudifizierung, solange es nicht seine eigene ist.

Ja, ne, ist klar. Auf die Anfrage bei Abgeordnetenwatch, ob Herr Uhl der Nacktscannertechnologie so sehr vertraut, dass er zu einer öffentlichen Testnudifizierung zur Verfügenung stehen würde, antwortet der RRW-Preisträger, der ja auch gerne mal obrigkeitsstaatlich ist sinngemäß, dass Nacktscanner eine ernste Sache zur Gefahrenabwehr sind, und keineswegs zur Unterhaltung des Pöbels dienen sollen:

ich unterstütze die Bundesregierung in ihrem Vorhaben, baldmöglichst die Verwendung von Körperscannern zur Sicherheitsüberprüfung an deutschen Flughäfen zu unterstützen, […] Die Körperscanner sollen ein Instrument in den Händen des beauftragten und eingewiesenen Sicherheitspersonals sein. Keineswegs geht es darum, die ´Durchleuchtung´ durchzuführen zum Zweck der Unterhaltung für „interessierte Bürger“.

Warum wirkt eigentlich „Bürger“ immer öfter wie ein Schimpfwort, wenn es aus dem Mund (bzw. der Feder) eines Unionspolitikers kommt?

Wenn die Bilder wirklich so wenig anstößig sind, wie immer alle Politiker behaupten, und wenn die Intimssphäre wirklich nicht verletzt wird, was soll denn an einer öffentlichen Nacktscannung von Herrn Uhl „Unterhaltung“ sein? Das wäre doch im Gegentum nur der Beweis, dass man sich vor den Nackedeispannerstrahlern nicht genieren muss.

Oder will Herr Uhl durch diese schamhafte Koketterie nur sein zukünftiges Redepublikum dazu bewegen, bei seinen Reden „Auszieh’n! Auszieh’n!“ zu rufen?

P.S.: Auch gegen die Nackedeispannerstrahler gibt es mittlerweile die passende E-Petition. Bitte unterzeichnen Sie hier: LINK! Wow.
Nachtrag: Schon fast 4000 Unterschriften, und die läuft erst seit heute! Geht ja los wie Butter!

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Mrz
12
2010
0

Erst die Linksammlung aufessen!

Aber Mami, Mami ich will keine Linksammlung! Ich will lieber normalen Blogartikel! Wenn es sein muss, reichen auch ein paar Fotos!

Ja, nee, tut mir leid mir fällt heute einfach mal wieder nichts zu Schreiben ein. Dabei gäbe es ja genug, über das man sich aufregen könnte.

Das Thema, das sich durch alle folgenden Links zieht ist:

Andere würden es für einen Vorzug der Demokratie gegenüber einer Dikatur halten, dass Politiker von den Medien kritisch unter die Lupe genommen werden, aber die FDP hält die Demokratie für gefährdet, wenn Leute weiterhin Westerwelle kritisieren:
Link!

Hier bei „Carta“ lässt man die gesamten Ereignisse nochmal Revue passieren: Link!

Die „Welt“ stellt zwischenzeitlich Verhaltensregeln für den Kontakt mit Aliens auf. Link!

Die Kosten für die zukünftige Nacktscannung aller Fluggäste werden wohl – wie beim orf nachzulesen ist, wohl die Fluggäste tragen müssen: Link!
Ich weiß ja nicht, aber normalerweise werden doch Leute dafür bezahlt, dass sie sich ausziehen. Ich hab noch nie von einer Stripperin gehört, die einem Geld gibt, damit sie sich ausziehen darf. (Wer eine weiß, bitte bei mir melden. 😉 )

Wie „Stigma Videospiele“ feststellt, scheint es mittlerweile „Killerspiel-Lobbies“ und „Killerspiel-Verbände“ zu geben. Unglaublich, wie dreist manche Leute ihr Neusprech unter die Leute zu bringen versuchen. Link!

Die Spitzenkandidatin der NRW-SPD, Hannelore Kraft, versucht derweil Werbung mit Slogans zu machen, die unschöne Erinnerungen wecken. Link!

Ihr Pendant von der CDU ist übrigens auch eher schlimmer, als besser. „Zapp“ zufolge kämpft der mit allen Mitteln gegen die kritische Berichterstattung über ihn. …oder besser: Lässt kämpfen. Link!

Telepolis analysiert, dass HartzIV Empfänger in den Medien mittlerweile immer nur als Opfer oder Täter beschrieben werden, kaum als Menschen, die eben nunmal HartzIV bekommen, und mit denen sonst nichts nicht stimmt. Link!

Bei Malte Wielding gibt es einen „kleinen Führer für den modernen Populisten“, der eindrucksvoll die rhetorischen Spielchen von Westerwelle, von der Leyen und co. demaskiert. Link!

Feb
27
2010
4

Ich war’s nicht! Der böse Mann mit der Narbe war’s!

Ich finde es erstaunlich, dass Westerwelles durchsichtige Kampange gegen HartzIV-Empfänger scheinbar tatsächlich für bessere Umfrage-Ergebnisse der FDP sorgt.
Ich meine, die wirtschaftsliberale Politik, die auch die FDP verfolgt, hat ja überhaupt erst für die momentane Finanzkrise, und die Massenarbeitslosigkeit gesorgt, und nun sollen die eindeutigen Verlierer dieser Krise auch noch selbst und alleinig dran schuld sein? Und das während man unter Börsenmaklern abends schon wieder Champagner trinkt?

All das erinnert mich an diese albernen Kriminalgeschichten, wo der eigentliche Hauptverdächtige sich herauszureden versucht, indem er einen unbekannten Einbrecher erfindet, meist rothaarig und mit einer Narbe quer übers Gesicht, der leider auf der Flucht ist…

Aber wen wundert sowas bei der FDP mal, ganz ehrlich?
Das Zugangserschwerungsgesetz, dass letzte Woche Mittwoch vom Bundeshorst unterschrieben wurde, ist ja nun Dienstag auch in Kraft getreten, obwohl die FDP es nach den Koalitionsverhandlungen mit der CDU schon als quasi „abgeschafft“ deklariert hat.
Nun haben wir den Salat! Toll gemacht, FDP! Super-Job macht ihr da!
Und neben Bürgerrechten und (haha!) Wirtschaftskompetenz, warum haben sonst noch Leute die FDP gewählt? Wegen des Datenschutzes?
Nun, das war wohl auch ein Schuß in den Ofen. Da macht die CDU jetzt schon mal einen erstaunlich gut klingenden Vorschlag zum Datenschutz, nämlich, dass eine Firma, die Daten über einen bunkert, einen zumindest einmal im Jahr anschreibt, damit man wenigstens weiß, was für Daten die über einen haben.
Was sagt die Datenschutzpartei FDP darüber? Findet sie doof. Das ist ja viel zu viel Arbeit und Bürokratie. Überhaupt dieser ganze Papierkrieg… gegen den ist die FDP ja auch.
Deregulierung ist also ein weiterer der Punkte, weswegen man die FDP vielleicht hätte zu wählen müssen glauben können. Abschaffung von Bürokratie… stromlinienförmige Verwaltung und so.
Was haben wir statt dessen? ELENA, das Dennunziationssammelprogramm für den Arbeitgeber. Hier werden zentral Daten über Arbeitnehmer gesammelt, und man hat als Arbeitgeber auch noch jeden Monat tolle elektronische Formulare zum Ausfüllen, die einem die sowieso spärliche Zeit wegfressen.

Kein Wunder, die FDP zeigt bei dieser Bilanz in ihren „Kernkompetenzen“ auf den rothaarigen Einbrecher mit der Narbe!

Und die Presse dankt Westerwelle dann auch noch, weil er mit seinen „offenen Worten“ eine „Diskussion angestoßen“ habe.
Herr, wirf‘ Hirn vom Himmel!

Feb
25
2010
0

Selektive Wahrnehmung im alten Griechenland

Heute kam „Atlantis, der verlorene Kontinent“ auf DVD mit der Post, und wo ich den Filmklassiker von George Pal gerade wieder mal sehe, fällt mir auf, wie merkwürdig Hollywoodfilme doch das alte Griechenland darstellen.

Der folgende Text mag Spoiler für einen Film enthalten, der ein halbes Jahrhundert alt ist: Im Film geht es grob darum, dass ein junger Fischer aus dem antiken Griechenland beim Fischen im Mittelmeer eine bewusstlose junge Frau auf einem Floß findet.
Als diese gerettet dann wieder das Bewusstsein erlangt, bittet sie den Fischer, sie zurück nach Atlantis zu bringen, wo sie eine Prinzessin sei. Der Fischer bringt sie dann nach Atlantis, wo er sofort zum Dank versklavt wird, ein Krieg gegen alle Nichtatlanter geplant wird und noch allerlei andere Dinge passieren, bis Atlantis am Ende des Films dann im Meer versinkt.

Was mir jetzt jedenfalls an der Darstellung der alten Griechen, und wir reden hier vom Griechenland der Sagenzeit, auffiel, ist erstens mal, dass „die Griechen“ als homogenes Volk, quasi als Nation, beschrieben werden, was sie zu der Zeit noch lange nicht waren. Ebenso haben die Griechen hier eine Demokratie, denn der Held des Films . Demetrios, erklärt der atlantischen Prinzessin, dass es in Griechenland keine Könige oder Prinzessinnen gäbe.
Ebenso gäbe es keine Sklaven in Griechenland.

Ich weiß nicht wie es dem geneigten Leser geht, aber bei dem Wort „Sklave“ fallen mir als erstes die Sklaven in der antiken Welt ein. Spartakus, dem der Sklavenaufstand in Rom zugeschrieben wird zum Beispiel, aber eben auch die Sklaven im antiken Griechenland.
Abegesen davon, dass es damals kein „Griechenland“ in dem Sinne gab, sondern nur eine ganze Masse von Stadtstaaten, die mehr oder weniger miteinander in Konkurrenz standen, und dass diese Stadtstaaten – jedenfalls in der Zeit in der die griechischen Heldensagen spielen – von Königen regiert wurden, so kann man doch bei aller erzählerischer Freiheit nicht so tun, als ob es im antiken Griechenland nie nicht keine Sklaven gibt.

Gut, es handelt sich um einen alten Film, da kann sowas ja passieren, mag man sich denken, und „Atlantis – der verlorene Kontinent“ hat dann auch noch andere Stellen, bei denen sich ein Historiker an den Kopf fassen mag. Sieht es denn heute anders aus? Wird Griechenlands Antike realistischer geschildert?

Hm. Nicht wirklich. Man sehe sich nur den Film 300 an. Auch da wird der Film so erzählt, als gäbe es in Griechenland keine Sklaven, und als wollten die bösen Perser die Sklaverei einführen, wenn Griechenland zum Protektorat Großpersiens wird. In 300 ist davon die Rede – und zwar mehrmals und mit jeder Menge schmalzigem Patriotismus hinterlegt – dass alle Griechen „freie Männer“ seien, sogar die Frauen.

Woran liegt nun dieses über Jahrzehnte der Filmemacherei konsequent durchgeführte Verschließen der Augen vor den unangenehmen Seiten des antiken Griechenlands?

Ich hab da so eine Theorie:
1. Wenn Amerikaner an Sklaverei denken, denken sie nicht als erstes an die alten Griechen und Römer, wie ein Europäer es tun würde. Sie denken statt dessen an die Versklavung von Menschen aus Afrika im eigenen Lande.
Vielleicht ist es daher schon generell für Amerikaner einfacher die Sklaverei der Antike einfach gedanklich „auszublenden“.
2. In den USA scheint man sich mit den antiken Griechen identifizieren zu wollen: Man sieht sich dort gerne als „Wiege der Demokratie und Wissenschaft“, und nicht umsonst sieht der Regierungsbezirk von Washington aus wie ein einziger, klobiger, griechischer Tempel.
Und wenn man sich mit etwas identifiziert, dann neigt man wohl auch dazu, es in besonders schönen Farben zu malen, und die unschönen Stellen wegzulassen. Nichts anderes machen wohl amerikanische Filmemacher.

Nervig, aber was kann man schon dagegen tun?

Feb
17
2010
5

Zensurselhorst

Oder wie es kam, dass Bundespräsident Köhler doch noch seinen Horst unter das Zugangserschwerungsgesetz setzte:

Wer’s immer noch nicht glauben will: Ja es ist wahr. Der hat den Schinken unterschrieben. Sogar heise berichtet schon drüber.

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , , ,
Feb
13
2010
3

Aber Daten kann man doch gar nicht klauen!

Weil es nämlich keine Sachen sind, wie etwa ein Toaster oder eine Markenjacke. Daten sind ja eigentlich gar nicht da. Darum kann man sie auch nicht klauen.

Nein, dies ist kein Plädoyer für die Legalisierung von Raubkopien, sondern die Ansicht der bayrischen Justizministerin.

Wie heise berichtet, hat diese sich im Münchener Merkur zu den Vorwürfen und Vorbehalten geäußert, die viele Menschen zum umstrittenen Kauf der CD mit ausgespähten Schweizer Bankdaten vorgebracht haben. (Hab ich ja auch schon kurz was drüber geschrieben)

Frau Merk, die Justitzministerin von Bayern jedenfalls dazu:

„Da Daten anders als Autos oder Handys keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen. Und wo es keine gestohlene Ware gibt, da gibt es auch keine Hehlerei.“

Dann ist ja alles klar. Warum gibt es dann aber einen Hackerparagraphen, und warum gibt es überhaupt so etwas wie „Ausspähung von Daten“ und warum ist das dann verboten? Daten sind doch keine Handys?

Und wenn man Hacker – immer vorausgesetzt das Ausspähen von Daten ist wirklich verboten, ich bin mir da selbst nicht mehr so sicher – dafür bezahlt, dass sie einem illegal beschaffte Daten geben, schafft man so nicht einen Anreiz, dass andere es nachmachen, und ihrerseits Daten ausspähen, um diese der Bundesregierung oder sonstwem zu verkaufen?
Auch auf diese Frage hat Frau Merk eine Antwort:

„Die deutschen Steuerbehörden haben ja gerade keine Belohnung dafür versprochen, dass sich der Informant diese Bankdaten rechtswidrig beschafft; die hatte er ja schon, als er erstmals auf die Behörden zukam.“

Wenn Terroristen jemanden im Ausland entführen, und man denen Lösegeld bezahlt, war die bisherige Argumentation doch immer, dass wenn bekannt ist, dass man bereit ist Lösegeld zu zahlen, dass dies einen Anreiz für weitere Entführungen schafft.
Was ist anders in Beziehung auf diese Bankdaten-CD?

Aber mal abgesehen von dem allen, hat die Schweizer Regierung nun eine Art „Gegenschlag“ angedroht, wie bei fefe nachzulesen ist. Gefunden hat er das in der Süddeutschen Zeitung:

Im Streit über den Ankauf von Steuersünder-Daten kommt aus der Schweiz nun die Drohung, bislang geheime Konten von deutschen Politikern und Amtsträgern zu veröffentlichen. „Falls Deutschland gestohlene Bankdaten kauft, werden wir auf eine Gesetzesänderung hinarbeiten, dass sämtliche Schweizer Konten von deutschen Personen, die öffentliche Ämter bekleiden, offengelegt werden“, wird der schweizerische Nationalrat Alfred Heer von der Bild-Zeitung zitiert.

Mahahaha! Das ist ja mal drollig. Aber eigentlich folgerichtig: Wenn es kein Bankgeheimnis mehr geben soll, dann eben auch für gar keinen. Und unsere Politiker haben ja sicher nichts zu verbergen.
Sicher hilft die Offenlegung von all diesen Konten nur dabei, dass die „deutschen Personen in öffentlichen Ämtern“ mal wieder einen Überblick über ihre Finanzen bekommen.
Immerhin hat ja mal unser derzeitiger Finanzminister über einen signifikanten Zeitraum hinweg vergessen, dass er 100.000 Mark in einer Schublade hatte.

Vielleicht könnte man mit all dem „vergessenen“ Geld, welches auf diese Weise wieder in Erscheinung tritt, das Haushaltsloch stopfen. 😉

Da ich weder Steuerhinterzieher noch „deutsche Person in öffentlichem Amt“ bin, kann ich mich diesbezüglich bequem zurücklehnen, und die Show genießen.
Endlich mal gruselige Politik, die einen aufregt, aber immerhin kaum persönlich tangiert.

Feb
10
2010
2

Schräge Gruseligkeiten aus der Nachrichtenwelt…

Bin ja wieder ein paar Tage lang wenig blogaktiv gewesen, daher hier ein kleines Nachrichtenupdate mit Links:

Diese ganze Steuer-CD-Sache wäre ja eigentlich ein Blogeintrag für sich:
Da will der Schäuble, der ja jetzt Finanzminister ist, eine CD mit unrechtmäßig ausgespähten schweizer Bankdaten kaufen, um deutsche Steuersünder besser erwischen zu können.
Erstens mal drängt sich da bei mir die Vorstellung auf, wie Schäuble die CD in einem dunklen Hinterhof um Mitternacht in Empfang nimmt:

Und zweitens finde ich es bedenklich, dass der Staat scheinbar Verbrecher dafür bezahlen darf, dass diese unrechtmäßig Daten gesammelt haben. Was kommt als nächstes? Werden Einbrecher demnächst nebenbei zum Terrorschutz eingesetzt, und können verfassungsfeindliches Material, welches ihnen bei einem Einbruch aufgefallen ist, anonym dem Verfassungsschutz melden?
Und wenn wir schon so weit sind, wann werden dann wieder Dennunziationsbriefkästen aufgestellt?

Nacktscanneraufnahmen werden in England sofort gelöscht, es sei denn, der abgebildete Körper gehört einem Bollywoodstar. Dann druckt die Sicherheitsbeamte das Ganze schon mal aus, und fragt den Abgebildeten, ob er nicht eben mal die Ausdrucke signiert.
Könnte natürlich in Deutschland nie nicht passieren. Ist klar. (gefunden bei Fefe)

Google baut ein twitterähnliches Statusmeldungssystem in Googlemail ein. Will ich wirklich, dass die gleiche Firma, die schon meine Mails liest und weiß, welche Videos ich bei Youtube schaue, auch meine Statusmeldungen durchforstet? Ich meine – machen die ja eh, aber will ich es denen wirklich so einfach machen? Ich finde das Feature überflüssig, genausowenig wie ich mit meinem Handy MP3s hören will, will ich mit meinem Emailkonto twittern. Schön, dass man mit Voreinstellung auch schon unter Umständen Daten sendet, ohne dass man da explizit zugestimmt hat. Ich hab das gleich mal wieder deaktiviert. Ich will ja auch nicht, dass die Post alle meine Briefe selbsttätig kopiert, und in meinem Freundeskreis verteilt.
Die Taz kommt derweil sogar schon mit Nazivergleichen: LINK!

Derweil berichtet PM, dass Kanadische Mathematiker Szenarien vom Vampir- bzw. Zombiebefall mal durchgerechnet haben, und zu dem Schluss kommen, dass Zombies gefährlicher, weil hochansteckend sind, und Vampire irgendwann von allein aussterben würden.
Schön, dass sich auch Wissenschaftler um das Untotenproblem kümmern.

Nachtrag: Scheint ja zu wirken die Steuer-CD-Sache. Erstaunlicherweise schon mal ganz ohne CD und die Antwort auf die Frage, ob die Daten überhaupt echt sind. Find das trotzdem ethisch nicht vertretbar, gestohlene Daten zur Strafverfolgung zu verwenden.

Jan
19
2010
3

Neuigkeiten kurz verlinkt:

Mann wird verhaftet, weil er was auf Twitter gepostet hat:
LINK!

In Italien darf man ab demnächst keine Videos ins Netz stellen, ohne dass diese von den Behörden genehmigt wurden:
LINK! NOCH’N LINK!

Roland Koch will Zwangsarbeit für HartzIV-Empfänger:
LINK!
Kommentar dazu:
LINK!

Es gibt mittlerweile sogar schon Vampirorangen:
LINK!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Politisches | Schlagwörter: , ,
Jan
16
2010
4

Nacktscannerdebatte nur Ablenkung – Natürlich geht’s noch immer um Internetzensur

Breaking News: Wieder einmal soll der Jugendschutz dafür herhalten, das Internet – ähnlich wie in China – zu einem streng kontrollierten staatlichen Propagandainstument zu machen. Die Debatte um die blödsinnigen Nacktscanner ist wohl nur eine der Politik willkommene Ablenkung, welche die Augen der Öffentlichkeit vor der klammheimlichen Installation umfassender Internetzensur zu verschießt.

Was für ein antidemokratischer Angriff auf die Meinungs und Informationsfreiheit der Entwurf des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages ist, darüber kann man sich bei Alvar Freude vom AKZensur und hier bei Common Nonsense ein Bild machen.

Wieder ist der gleiche alte Schrott von „Sendezeitbegrenzungen“ im Internet enthalten, ebenso wie die Kriminalisierung aller Provider, die sich an die Netzneutralität halten: In Zukunft sollen die Provider z.B. dafür verantwortlich gemacht werden, wenn irgendwo ein Teenager auf eine Pornoseite klickt.

Wisst ihr wer sowas meiner Meinung nach verhindern sollte? DIE ELTERN verdammt noch eins! Macht man den Provider dafür verantwortlich, dass ein Kind eine Pornoseite ansurft, dann sollte man konsequenterweise auch den Zeitschriftenhändler dafür verantwortlich machen, dass ein Kind einen Playboy aus dem Schuhkarton unter dem Bett seiner Eltern angelt.

Das ist doch hirnrissig, verdammte Axt! Und was bleibt vom Internet, wenn tatsächlich alle Inhalte, die irgendjemand irgendwo für „jugendgefährdend“ halten könnte, sicherheitshalber gleich gar nicht mehr von den Providern weitergeleitet werden? Es geht da ja nicht nur um Pornos, sondern auch um Filmtrailer, Fanfiction und auch um politische Inhalte. Da steht zwar was von „verfassungsfeindliche“, „zum Hass gegen nationale, rassische, religiöse Gruppen aufstachelnde“, „grausame und sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen in einer Art schildernde“ , „den Krieg verherrlichende“ oder „gegen die Menschenwürde verstoßende“ Inhalte aber wie soll der Provider ad hoc entscheiden, was unter diese Kategorien fällt? Und wo fängt eigentlich Pornografie an? Bei Michelangelos David? Wie sieht wohl ein „Internet ab 6 Jahren“ aus?

Im Grunde genommen sprechen wir um Zensursula x 10.000.

Nachtrag: Sicher sind die Nacktscanner auch immernoch Scheiße, aber ich halte es für falsch, in Anbetracht von etwas, was der Abschaltung des freien Internets gleichkommen würde, die Nacktscanner als die momentan größte von der Politik geplante Schweinerei an den Pranger zu stellen, und darüber alle anderen – und meiner Meinung nach schlimmeren – Freiheitswegnahmen auszublenden.

Nachtrag2:

via Sempervideo

Noch ein Nachtrag: Das ganze nochmal durch die Brille anwaltlichen Know-Hows bei Internet-Law

Jan
14
2010
7

Kampf der Titanen: China gegen Google

Es ist ja mittlerweile durch die Rundfunk- und Holzmedien gegangen, und jeder zweite Blog schreibt sowieso drüber, aber ich muss das Thema trotzdem nochmal aufgreifen:

Google stellt bei seinem Chinadienst die politische Inhaltsfilterung aus.
Das hört sich ja erst einmal gut an, wenn man mal davon absieht, dass Google bei den Suchmaschinen in China eher die dritte Geige (oder den dritten Kontrabass, wenn man so will) spielt.
In den Holzmedien, wie hier bei SpOn ist von 30% Marktanteil zu lesen an guten Tagen liegt der aber wohl eher bei 20 – 24%. (Fragt mich nicht, wo ich das gelesen hab, weißnichtmehr) Trotzdem googelte bis vor kurzem immerhin noch etwa ein Fünftel aller Online-Chinesen.

Was ist nun passiert?
Nun, es kam wohl zu Hackingangriffen auf Google, für die Google scheinbar die chinesische Regierung – zumindest mittelbar – verantwortlich macht. Es soll nicht nur versucht worden sein die Gmailkonten von chinesischen Menschenrechtsaktivisten zu hacken, nein, Gerüchte besagen, dass die Chinesen jetzt auch irgendwelche Protokolle haben, die Google eigentlich für die Antiterrorabteilung der US-Regierung führt. Sowas wie unsere Vorratsdatenspeicherung, glaube ich.

Google hat sich dann erst mal mit der US-Regierung abgesprochen, und dann China den Cyberkrieg erklärt, wenn man es so nennen will.
Wenn China trotz Googles Zugeständnissen an die Netzzensur im Reich der Mitte trotzdem noch versucht Google zu hacken, dann macht halt Google ab sofort keine Zugeständnisse mehr.
Das hieße wohl, dass Google in China zugemacht wird, aber Googles „humanitäres Programm“ ist in China ja sowieso nicht aufgegangen. Eigentlich war ja der Plan sich in China unentbehrlich zu machen – wie im Rest der Welt – um dann Menschenrechts- und Antizensurforderungen stellen zu können.
Da hat Google bei den Chinesen aber wohl auf einen besonders harten Granitkeks gebissen.

Pessimistische Unken mögen mosern: „Google und China! Das sind doch beides Datenkraken, wo ist denn da eigentlich der Unterschied? Mir doch egal, wenn die sich streiten!“

Trotz aller Skepsis, die ich der Datensammelwut Googles gegenüber für angebracht halte, sehe ich das jedoch ein wenig anders.
Allein die Ziele der beiden Giganten sind ganz andere: Während Google eine Firma ist, die im Grunde genommen nur ihr Produkt verkaufen will, ist China ein Staat, der gerne weiterhin die absolute Macht über seine Untertanen ausüben will.
Denken wir die Ideologien der beiden bis zum pessimistischten Ende durch, so geht China in Richtung Orwells „1984„, während sich Google eher in Richtung „Schöne neue Welt“ von Huxley bewegt.
Ich gebe zu, dass das nur eine Annäherung an die Wahrheit sein kann, denn Google will ja schließlich weder ein Kastensystem, noch dass Menschen in Massenklonung hergestellt werden, aber so in etwa, finde ich, haut es hin.

Im schlimmsten Fall will Google die Masse quasi „kontrollieren“ indem es ihr die richtige Information oder Werbung zur richtigen Zeit präsentiert. Google will die Menschen zufrieden machen.
Dass Google so viele Daten sammelt… – hey, das passiert doch nur, damit Google seine Kunden noch zufriedener machen kann!
Natürlich kann man diese Daten auch mißbrauchen, natürlich kann auch Google Zensur ausüben. Die machen das sogar schon. Auch in Deutschland werden Suchergebnisse ausgefiltert, die in Deutschland gegen Gesetze verstoßen.
Google weist aber darauf hin, dass es ausfiltert.
Dass mir Google Werbung schickt, die auf meinen Suchanfragen basiert, oder dem, was ich in meinen Emails schreibe? Sehr, sehr nervig, aber es gibt dann doch schlimmeres.

China hingegen: China will am liebsten die Geschichte täglich umschreiben, und solche Ereignisse wie das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens ganz aus der Vergangenheit streichen.
Ganz so wie potentiell gefährliche oder aufrüherrische Worte einen chinesischen Computer, der mit der Green-Damm-Software läuft, zum Absturz bringen.
Um ein Haar wäre diese Software ja Pflicht für alle chinesischen Computer geworden.
Sowas ist nichts anderes als Aussiebung von „Verbrechendenk“ durch eine elektronische „Gedankenpolizei“.

Da ziehe ich Huxleys Welt jeden Tag vor, wenn ich die Wahl zwischen dieser und der von Orwell habe.
Viele Chinesen sehen das scheinbar ähnlich, wie ein weiterer SpOn-Artikel schreibt.
Herrje, bei Huxleys „Schöne neue Welt“ sind sich ja noch nicht einmal die Literaturexperten einig, ob das wirklch eine Dysutopie sein soll.

Es gibt auch chronische Miesmacher, die sagen: „Alles nur ein gelungener PR-Gag von Google! Nur möglich, weil deren Geschäft in China sowieso nicht die Erwartungen erfüllt!“

Denen möchte ich einen Tweet vom elektrischen Reporter ans Herz legen:

Und wisst Ihr was? Mir ist lieber, Unternehmen tun aus PR-Gründen das Richtige, als dass sie es nicht tun. #googlecn

Seh‘ ich genauso!

Nachtrag: Eine Zusammenstellung von Beiträgen zu dem Thema findet sich noch bei Netzpolitik.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , , ,
Jan
11
2010
0

Nackedeispannerstrahler IV: Uhl unterstützt Nudifizierung, solange es nicht seine eigene ist.

Ja, ne, ist klar. Auf die Anfrage bei Abgeordnetenwatch, ob Herr Uhl der Nacktscannertechnologie so sehr vertraut, dass er zu einer öffentlichen Testnudifizierung zur Verfügenung stehen würde, antwortet der RRW-Preisträger, der ja auch gerne mal obrigkeitsstaatlich ist sinngemäß, dass Nacktscanner eine ernste Sache zur Gefahrenabwehr sind, und keineswegs zur Unterhaltung des Pöbels dienen sollen:

ich unterstütze die Bundesregierung in ihrem Vorhaben, baldmöglichst die Verwendung von Körperscannern zur Sicherheitsüberprüfung an deutschen Flughäfen zu unterstützen, […] Die Körperscanner sollen ein Instrument in den Händen des beauftragten und eingewiesenen Sicherheitspersonals sein. Keineswegs geht es darum, die ´Durchleuchtung´ durchzuführen zum Zweck der Unterhaltung für „interessierte Bürger“.

Warum wirkt eigentlich „Bürger“ immer öfter wie ein Schimpfwort, wenn es aus dem Mund (bzw. der Feder) eines Unionspolitikers kommt?

Wenn die Bilder wirklich so wenig anstößig sind, wie immer alle Politiker behaupten, und wenn die Intimssphäre wirklich nicht verletzt wird, was soll denn an einer öffentlichen Nacktscannung von Herrn Uhl „Unterhaltung“ sein? Das wäre doch im Gegentum nur der Beweis, dass man sich vor den Nackedeispannerstrahlern nicht genieren muss.

Oder will Herr Uhl durch diese schamhafte Koketterie nur sein zukünftiges Redepublikum dazu bewegen, bei seinen Reden „Auszieh’n! Auszieh’n!“ zu rufen?

P.S.: Auch gegen die Nackedeispannerstrahler gibt es mittlerweile die passende E-Petition. Bitte unterzeichnen Sie hier: LINK! Wow.
Nachtrag: Schon fast 4000 Unterschriften, und die läuft erst seit heute! Geht ja los wie Butter!