Impactsuspect » Bilinguales
Mai
30
2011
3

Klingonische Volkslyrik auf Wandergitarre

Es gibt ja echt so Sachen, da ist man erst einmal sprachlos. So geschehen bei dieser freien Interpretation eines Klingonischen Siegesliedes mit Gitarren- und Mundharmonikabegleitung:

Großartig. Auch wenn Youtube mittlerweile die letzte Seuche ist, weil man ohne Googleaccount nicht mehr in seinen Youtubeaccount kommt, die Einbettungsmaske so versteckt ist, dass man sie nicht findet, die Googleaccounts ständig eingeloggt sein wollen, man sich nicht am gleichen Rechner mit verschiedenen Google. und Youtubeaccounts einloggen kann und jedes zweite verschissene Scheiß-Drecks-Video mittlerweile geogeblockt ist.
Youtube ist vielleicht noch nicht ganz tot, liegt aber in den letzten Zuckungen, wenn das so weitergeht.
Die haben sie doch nicht mehr alle.

Written by Heiko C. in: Youtube Fundstück | Schlagwörter: , ,
Apr
23
2010
3

Wichtige bitte gelesen, bevor assemblyto

Wenn das automatisiert schon so gut funktioniert, wozu brauchen wir dann noch Übersetzer?

Eigentlich bietet sich zu dieser poetischen Gebrauchsanweisung ein Ratespiel an, zu welchem Produkt es gehört. Nur soviel als Tipp: Von einem technologischen Standpunkt aus, gibt es sehr wenig, das zu diesem Produkt nicht passen kann. 😉

Written by Heiko C. in: Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Jan
25
2010
11

Einfach zu herrlich: Englisch wird die Arbeitssprache…

Sagt der Oettinger aus dem Freistaat Bayern aus Baden-Würtemberg, wo man alles kann – außer Hochdeutsch,  und macht’s schon mal vor:

Hello english reading visitors! Watch this video! It’s in english! 😀

Da ist ja der Übersetzer von neulich geradezu ein Sprachtalent, und Westerwelle könnte einen Lehrstuhl für Anglistik übernehmen.

Nee, tut mir leid, ich liege so am Boden vor Lachen und Fassungslosigkeit… Mir fällt dazu sonst nichts mehr ein…

…ich scheue mich sogar ein wenig, das in die Kategorie „Linguistisches“ abzulegen, denn mit Sprache hat das nun wirklich nicht mehr viel zu tun. Der Oettinger spricht ja Englisch, wie der Brüderle Deutsch

___Nachtrag, 2 Stunden später___

10 Spitzen auf die ich zuerst nicht gekommen bin, weil ich zu sehr mit Lachen beschäftigt war, die aber naheliegend sind:

  1. Nur eine Verschwörung, um Westerwelle als Aussenminister gut aussehen zu lassen.
  2. Ist das ansteckend?
  3. Wenn das schon alle Englischkenntnisse sind, die wir in Zukunft brauchen, können wir uns ja beruhigt zurücklehnen.
  4. Wir könn‘ alles außer: Hochdeutsch, Englisch, Politik, Rhetorik, Phonetik, Satzbau…
  5. Oettingers Beitrag dazu, dass sich im vereinten Europa niemand mehr vor den Deutschen fürchtet.
  6. The body of Christ compells you! The body of Christ compells you!!!
  7. Vielleicht sollte das ja auch Französisch sein ?!
  8. Warum erwähnt er immer Umbrella? Hat man ihn von Raccoon City aus bestochen?
  9. Ich schlage hiermit Herrn Oettinger vor für den Posten des EU-Kommissars für In-fremden-Zungen-sprechen
  10. Mit dem deutschen Akzent, den der Oettinger da hat, ist er für die Rolle des nächsten Bond-Bösewichts eindeutig überqualifiziert.

____Nachtrag 1 Tag später____

Das geht ja mittlerweile echt schnell mit dem Feedback in den alten Medien. Wo die Zensursuladebatte es erst nach Wochen in die alten Medien geschafft hat, ist Oettinger jetzt schon mit seinem Youtubevideo im Handelsblatt. ^^

____Nachtrag 2 Tage später____

Auf den Naheliegensten bin ich natürlich erst jetzt gekommen:
Oettinger sagt: „Englisch wird Arbeitssprache“? Was sagt eigentlich Westerwelle dazu? Es ist doch Deutschland hier! *Badumm-Tsching!*

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: , , ,
Jan
22
2010
7

Besser jemanden fragen, der sich mit sowas auskennt…

Michael Jackson gab uns 39 und seine Mutter würde schreien!


Gefunden hier: LINK

Ich glaube das Hauptproblem war, dass der beim Übersetzen nicht wirklich hinterherkam, und vielleicht die schwierigen Worte, wie etwa „Charities“, nicht kannte.
Ich tippe darauf, dass der reguläre Dolmetscher krank war, und jemand mit „Englischkenntnissen“ mal eben einspringen musste.

„Kalle, du kannst doch Englisch, oder?“
„Öhm, ja?!“
„Dann mach du mal die Simultanübersetzung!“
„Simultan? Wat is dat denn?“
„Ach, da mach dir mal keine Sorgen, Hauptsache du kannst Englisch!“
„Öhm…“
„Du kannst doch Englisch, oder? Kriegst auch n‘ Fuffi extra.“
„Oh,… okay!“

Nachtrag: Hier gibt’s das Video nochmal länger: LINK! Quasi mit Vorgeschichte.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Lustiges | Schlagwörter: ,
Dez
18
2009
2

Dänisch für Anfänger: Julenisser

„Jul“ ist ja das dänische Wort für Weihnachten, und anders als in südlicheren europäischen Ländern gibt es in Dänemark nicht nur den Weihnachtsmann, der die Geschenke bringt, sondern auch die lustigen, kleinen, gnomenhaften Julenisser, eine Art Meinzelmännchen Heinzelmännchen, die dem Weihnachtsmann hilfreich zur Seite stehen, ganz ähnlich wie die Weihnachtselfen in den vereinigten Staaten.
Was wenige wissen: Es gibt noch andere, weniger bekannte Nisser in der dänischen Folklore.

Neben den Diakonisser, die vorwiegend in Kirchen zu finden sind, und sich von liegengebliebenen Oblaten und Meßwein ernähren, gibt es natürlich auch noch die „Geheimnisser“, die sich von verschwundenen Socken und Verschwörungstheorien ernähren.
Außerdem gibt es die in Strafvollzugsanstalten lebenden „Gefängnisser“.

Written by Heiko C. in: Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: , ,
Sep
24
2009
0

Westerwellismen – Das doppelplusAltsprech der F.D.P.

Viele regen sich ja über Anglizismen im allgemeinen Sprachgebrauch auf. Der Vorsitzende der Partei, die der aktuelle Gewinner des Rechtsfreien Raumes der Woche ist, zeigt aber eindrucksvoll, wie sehr man die – an sich sehr anpassungsfähige – Deutsche Sprache auch ohne äußere Einflüsse mißhandeln kann.
Das erste Mal fiel es mir 2005 auf, als nach der vorgezogenen Bundestagswahl aufgrund der neuen Mehrheitsverhältnisse, bei den damaligen Volksparteien eine gewisse Ratlosigkeit herrschte.
Die bisherige konstante Lagerbildung, von auf der einen Seite Schwarz-Gelb und auf der anderen Seite Rot-Grün, wollte partout keine regierungsfähige Mehrheit mehr ergeben, wodurch allerlei Szenarien durchgespielt wurden, was denn nun passieren solle.
Irgendjemand kam auf die Idee, dass die Grünen ja mit Schwarz-Gelb koalieren könnten, und nannte das „Schwampel“. Get it? Von wegen „Schwarze Ampel“ oder „Ampel mit Schwarz“. Da Schwampel aber irgendwie recht hirnverbrannt klingt, hat sich statt dessen der Terminus „Jamaika-Koalition“ durchgesetzt. Wer den Namen zuerst brachte, kann ich unmöglich sagen, aber er setzte sich, wie gesagt durch.
Warum Jamaika? Nun, Jamaika hat Schwarz, Gelb und Grün als Flaggenfarben. So weit so gut. Westerwelle, der vorher schon zur „Schwampel“ befragt in etwa gesagt hat, dass er für Ampel und „andere Hampeleien“ nicht zur Verfügung stehe, wurde nun auch zur Jamaika-Koalition befragt.
Seine Antwort war, dass er Unverständnis darüber äußerte, warum man es denn unbedingt „Jamaika-Koalition“ nennen müsse. Immerhin gäbe es ja auch in Deutschland ja so schöne Bundesländer, deren Wappen ebenso die Farben Schwarz-Gelb-Grün enthielten. Er meinte dann, der Name „Sachsen-Koalition“ wäre viel schöner.
Nichts gegen Sachsen, ist schön da, aber „Sachsen-Koalition“ ist aus vielen Gründen eine verwirrende Wahl. Erst einmal denkt man bei Komposita mit „Sachsen-“ irgendwie an einige unangenehme Dinge. Mir fällt da spontan „Sachsen-Paule“ ein. Dieser war eine Art komödiantischer Pornodarsteller, der zur damaligen Zeit durch allerlei Talkshows und Boulevardsendungen tingelte.
Auf der anderen Seite kann man „Sachsen-Koalition“ sehr leicht so verstehen, dass es sich um eine Koalition handele, die entweder gerade in Sachsen regiert, oder dort das erste mal vorgekommen ist. Tut sie nicht, hat sie nicht, ist sie nicht.

Zumindest diese Konfusion kann man leicht vermeiden, indem man einfach den Term „Jamaika-Koalition“ benutzt.
Außerdem bin ich im Zeitalter der Globalisierung der Meinung, dass nicht alles Deutsch sein muss.
Keine Frage, dass es trotz der irgendwie seltsam anmutenden Bemühungen eines Herrn Westerwelle heute immer noch Jamaika-Koalition heißt, oder eben Schwampel.

Nun muss ich zugeben, dass ich dem Herrn Westerwelle kaum zuhöre, wenn der redet. Das hab ich schon zu Möllemanns Zeiten aufgegeben. Wenn Westerwelle redet höre ich gewöhnlich nur „Blah blah blah Linksruck in der CDU Blah blah“. Wenn mein Ohr aber zufällig mal aufnahmebereit ist, fällt Herr Westerwelle durch immer absonderliche Verbalausrutscher aus. Mal bezeichnet er sich als Deutschlands Freiheitsstatue, mal erfindet er fleißig Worte wie „Wolkenkuckuckszahlen“.

Aber um nochmal zurück zur Ampel zu kommen: Warum sagt Herr Westerwelle nicht gleich „Lichtzeichenanlagen-Koalition“? Mein Fahrlehrer zumindest sagte immer, dass man in einer Ampel Blumen aufhängt. Oder wenn man es gar komplett eingedeutscht wünscht, warum nicht: „Lichtzeichenanlagen-Zusammenbündnis“?
Die Antwort ist meiner bescheidenen Meinung nach, dass Herr Westerwelle seine Brachialeindeutschungen eher nach Gefühl vornimmt. Zumindest würde das auch folgenden Fall erklären.

Am 18. September haben Atomkraftgegner den Herrn Westerwelle mit einem Flashmob überrascht. Nun mehr oder weniger überrascht. Könnt ihr hier anschauen. Das Interessante passiert ab Minute 8:40. Da fängt nämlich Guido Westerwelle an, den Flashmobbern zu sagen, sie sollen langsam zum Ende kommen. Statt dem eigentlich schon geläufigen Wort „Flashmob“ benutzt er „Internetverabredung“. Ich frage mich langsam ernsthaft, ob Herr Westerwelle sich sowas selbst ausdenkt, oder einen bezahlt, der das für ihn macht.
Wenn ja, würd ich den an seiner Stelle rauswerfen, wenn nein, würd ich einen suchen und einstellen.
Ich mein, wenn die Tagesthemen wie gestern „Flashmob – zu deutsch: Blitzauflauf“ sagen, dann ist das ja immerhin mal einigermaßen wörtlich übersetzt. Ich meine zwar, dass man spätestens seit den Frankensteinfilmen mit Boris Karloff auch in Deutschland weiß, was ein Mob ist, aber Bltzmob oder Blitzauflauf, hey, da will ich nicht kleinlich sein.
Aber „Internetverabredung“? Erstmal ist eine Verabredung doch eine feste Vereinbarung von zwei oder mehr Personen sich an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit zu treffen, und gerade das sit ein Flashmob eben nicht. Ein Flashmob ist eher eine Ansammlung von Leuten, die mehr oder weniger spontan, aber keinesfalls verbindlich, dem Aufruf eines einzelnen gefolgt sind. Da ist nix verabredet.
Und Internet… Wenn Westerwelle sich schon „Mob“ einzudeutschen genötigt sieht, warum verwendet er dann „Internet“? Dass er nicht „Weltnetzverabredung“ sagt, kann ich ja verstehen, aber warum nicht „Blitzverabredung“? Will er partout Dingen, die aus seiner Sicht neu sind, neue Bezeichnungen verpassen, damit dann irgendwann im Lexikon (oder bei Wikipedia) zu lesen steht: „Das erste Mal benutzte dieses Wort Deutschlands Freiheitsstatue G. Westerwelle“?
Oder ist er der Meinung, dass „Mob“ nicht deutsch genug ist, „Internet“ aber schon?
Wie man es dreht und wendet, es ergibt keinen Sinn.

…oder vielleicht doch.

Ob Herr Westerwelle ein klein wenig mit der Englischen Sprache auf Kriegsfuss steht und daher vielleicht allzu schwierige Worte mit Migrationshintergrund lieber selbstbezeichnet, darüber kann man sich hier ein Bild machen:

Erinnert sich noch einer an Außenminister wie Genscher und Fischer? Tja, wenn’s schwarz-gelb gibt, ist der da oben der neue Außenminister.  Na, dann Prost!

Nachtrag: Worauf wir uns bei einem Aussenminister Westerwelle in einer Schwarz-Gelben Koalition einstellen können, kann man als Vorgeschmack hier nachlesen.

Nachtrag 2: Oder hier ansehen:

Written by Heiko C. in: Linguistisches | Schlagwörter: , , ,
Jul
24
2009
4

Semantik für Fortgeschrittene: Warum „Space“ und „Raum“ nicht identisch sind.

Es ist ja immer so eine Sache, wenn man übersetzt. Da gibt es allerlei Tücken. Die wenigsten Worte haben nur eine Bedeutung, und so gut wie nie ist das Bedeutungspektrum eines Wortes gleich dem des entsprechenden Wortes in einer anderen Sprache. Bevor wir zu „Space“ kommen, nehmen wir ein deutlicheres Wort als Beispiel: „Holz“.

„Holz“ heißt im Deutschen jenes Material was aus Bäumen gewonnen, und zur Herstellung allerlei Zeugs verwendet wird. Das am ehesten dem deutschen „Holz“ entsprechende Wort im Englischen ist „Wood“. „Wood“ hat aber ein breiteres Bedeutungsspektrum als „Holz“. „Wood“ kann auch ebensogut mit „Wald“ übersetzt werden. Das ganze ist, wie sehr viel in der Semantik, kontextabhängig. Im Dänischen übersetzt man „Holz“ am besten mit „træ“, was allerdings auch gleichzeitig „Baum“ bedeuten kann.


Secret Wood by ~autumn-ethereal on deviantART

Wenn wir „Raum“ ins Englische übersetzen wollen, dann haben wir mehrere Möglichkeiten: „Room“, wenn mit „Raum“ ein Zimmer oder ein Saal gemeint ist, „Space“ oder „Range“, wenn es sich um eine räumliche Ausdehnung ganz allgemein handelt oder auch „Gullet“ wenn der Raum zwischen den Sägezähnen einer Säge gemeint ist. Wenn ein Engländer oder Amerikaner also einfach „Raum“ mit „Room“ übersetzt, ohne den Kontext der Benutzung zu beachten, dann bekommt er unter Umständen dasselbe Problem, wenn wir „Deep in the Woods“ mit „Tief in den Hölzern“ übersetzen.
Aus „Es stehen Vorwürfe im Raum“ würde dann „There are standing accusations in the room.“ was nicht viel Sinn ergibt.
Ähnlich ist es auch, wenn man Englische Worte ins Deutsche übersetzen will. Da kann halt so viel schiefgehen, weil eben kaum irgendwelche Worte in verschiedenen Sprachen semantisch deckungsgleich sind.

Kommen wir also endlich zu „Space“. Kann man sicherlich mit „Raum“ übersetzen. Bloss eben nicht immer.

Der bekannte Anfang jeder Star Trek Folge zum Beispiel lautet auf Englisch „Space, the final frontier…“ Wenn ich da einfach „Raum“ einsetze, erhalte ich „Raum, die letzte Grenze…“ Kann man eventuell noch halbwegs herleiten, was gemeint ist, richtiger wäre hier aber „Space“ mit „Weltraum“, „All“ oder „Kosmos“ zu übersetzen.
„Aha!“, wird der kundige Leser jetzt ausrufen, „Aber es heißt doch Raumschiff!“


SpaceShip by ~zsolti65 on deviantART

Stimmt. Es heißt Raumschiff. Aber das ist vermutlich schon eine fehlerhafte Übersetzung die sich irgendwann beim Übertragen von Englischsprachigen Science-Fiction-Romanen eingeschlichen hat, und nun zum Usus geworden ist. Früher hieß es in Deutschland noch „Weltraumschiff“.
„I’m flying into space!“, ist im Englischen eindeutig. Hier ist der Flug ins All gemeint. Sagt man aber im Deutschen „Ich fliege in den Raum!“, dann ist die erste Assoziation dazu ein Mensch, der unsanft von irgendwelchen Rüpeln durch eine Tür geworfen wird. Den englischen Satz würde man vermutlich eher mit „Ich fliege ins All“ oder „Ich fliege in den Weltraum“ übersetzen.

Noch ein Beispiel: Zwischen den beiden Alt-Tasten meiner Tastatur sitzt auf englisch „the space bar“. Weder würde ich diese Taste auf Deutsch „Raumtaste“ nennen, noch „Weltraumtaste“, sondern eben „Leertaste“. „Space“ kann also auch sowas bedeuten wie „Zwischenraum“ oder „Abstand“.
Wenn man auf Englisch gesagt bekommt „I need space.“, dann heißt es ja auch nicht „Ich brauche RAUM!“ sondern „Ich brauche Abstand!“. Kann sein, dass einige Leute tatsächlich heutzutage „Ich brauche Raum!“ sagen, wenn sie sich von ihrem Partner zwischenzeitlich trennen wollen, aber das ist dann ein unschöner Übersetzungsanglizismus, der leicht faschistoid wirkt, wie ich finde.

So, jetzt hab ich euch genug gelangweilt, ich gehe jetzt in die „Space Bar“ was trinken. Prost!


Space Bar by ~AlexWild on deviantART

Written by Heiko C. in: Linguistisches | Schlagwörter: ,
Okt
22
2008
0

PORNO !!! „Der Blitz hat den Tank getroffen!!“

Aus der Abteilung: „Da kann man ja eigentlich nichts falsch machen.“ Die meisten Artikel aus dieser Abteilung sind der Beweis dafür, dass man eben doch eine Menge falsch machen kann.
Ich weiß noch, wie ich in Flensburg bei Cittimarkt (oder wie schreibt sich das) an einem kleinen DVD-Regal stand. In diesem befanden sich ausnahmslos Filme die ich nicht kannte, und die sehr billig waren. Ich glaube 2.50 das Stück oder so. Bevor jetzt alle losstürmen, und den Parkplatz vor Citti in Flensburg verstopfen möchte ich hinzufügen, dass die hier von mir geschilderten Begebnisse schon einige Jahre her sind.
Also wo war ich? Unbekannte Filme für 2.50. Genau. Ich kuck die also durch, und stelle fest, dass einige von denen dem Genre der Phantastik zuzuordnen sind. ‚Fantasy und SF-Filme können an sich noch so schlecht sein, ich unterhalte mich trotzdem‘, dachte ich damals noch naiv. Ich kaufte mir also aus der Auswahl dort „Nabonga – der Riesenaffe“ und „Timeslip“.
Nabonga. Bei diesem Film, in dem es um einen „Riesengorilla“ geht, der etwa 1.50m groß ist, und mit der verblödeten Tochter eines Juwelendiebes im Urwald lebt, handelt es sich um ein recht billiges und recht spätes King-Kong-Ripoff mit – immerhin – Buster Crabbe als jugendlichem Held. Der Film ist in etwa das, was man erwarten würde, wenn man außerdem noch wüsste, dass er aus den 1950ern ist. Der Film hat aber noch einen Haken, der ihn fast ungenießbar macht: Die Deutsche Synchro.
Hört man sich diese nämlich nur an, und schaut dabei nicht den Film, dann gewinnt man irgendwann den Eindruck, dass es sich um einen Porno handelt. Alle Dialoge wurden auf deutsch scheinbar von originalen Pornosynchronisatoren vertont, und auch die Dialoge wurden sinnlos versext. Da reden Held und Heldin auf Deutsch von „Schäferstündchen“, wo es im Englischen eigentlich nur um den Gorilla geht. Den Rest, der das Ganze aber dann schon wieder unfreiwillig komisch macht, sind aber die vollkommen sinnlosen Dialogänderungen wie zum Beispiel „Der Blitz hat den Tank getroffen!“. Das sagt der Pilot, als ein Flugzeug am Anfang des Filmes notlanden muss. Ich denke wenn der Blitz tatsächlich den Tank getroffen hätte, bräuchte sich der Pilot mit dem Notlanden keine große Mühe mehr geben.
Dass es sich nicht nur um ein Pornostudio gehandelt haben muss, welches diese Synchro verbrochen hat, sondern um ein möglicherweise rassistisches Pornostudio obendrein, sehen wir an der Art und Weise, wie die afrikanischen Eingeborenen eingedeutscht wurden: Reden diese im Original etwas das sich zumindest anhört wie eine afrikanische Sprache, sagen sie im deutschen nur ununterbrochen „Ullubulluullubullu!“. Es findet sich im Originalton ein afrikanischer Nebencharakter, der normales Englisch spricht. Wie redet er auf Deutsch? „Bulu gehen nicht in Urwald! Bulu Angst vor Hexe!!“
Da fragt man sich: WARUM????????
Ich glaube ich habe eine Antwort: Den Film kann man bei archive.org legal und kostenlos herunterladen.

[Zumindest in der englischen Version, und wenn man in den USA ist. Ob man das von Deutschland aus auch darf, weiß ich nicht. Genau weiß ich sowieso nichts, denn ich bin kein Anwalt. Alles was mit Recht und Gesetz zu tun hat, und hier steht hat also nicht den Charakter einer Rechtsberatung, sondern ist nur schwabbelig unsichere Vorstellung meinerseits davon. Kann alles falsch sein. WIRKLICH! Bitte nicht drauf verlassen!]

Der Film befindet sich in den USA nämlich in der Public Domain. Scheinbar haben die Produzenten eingesehen, dass kein Geld mehr mit dem Streifen zu machen ist, und die Rechte verfallen lassen. Oder der Film hat einfach nur keinen Verleih mehr gefunden. Irgendein deutschsprachiges, mutmaßlich rassistisches Pornosynchronstudio hatte mal nichts zu tun, und irgendein Blitzgescheiter hatte die Idee sich einfach mal alte Schinken aus dem Public Domain zu holen, und an denen etwas zu üben. Und üben durften sie alle: Allen voran die Sprecher, aber auch ein begabter Pornodrehbuchschreiber, der bei der Gelegenheit eine Synchro anzufertigen, dann auch gleich die Handlung und die Dialoge neu gemacht hat. Schade nur, dass Pornos ohne Sexszenen nicht so recht funktionieren wollen, selbst wenn Riesengorillas drin sind. Oder gerade weil.
Also: Das nächste mal, wenn man sich vor einem vermeindlichem Schnäppchen denkt :“kann man ja eigentlich nichts falsch machen“, dran denken, dass man noch eine ganze Menge falsch machen kann.

Korrektur: Offenbar ist der Film von 1944 und nicht aus den 50ern, wie ich auf www.meine-filmsammlung.de gelesen habe. Dort meint man zu der deutschen Synchro:

Die deutsche Synchro wurde offensichtlich neu erstellt und hat im Gegensatz zum Originalton viel Dschungelflair im Hintergrund sowie Goasound beim Abspann. Unglaublich!

…wie unterschiedlich doch die Meinungen sein können.

Okt
10
2008
0

Dengel, dengel, dengel, dengel…

Denglisch. Wer kennt es nicht, dieses sympathische Mischmasch aus Énglisch und Deutsch?
Ich hab nichts gegen die Verwendung von Englischen Ausdrücken in der Deutschen Sprache, ganz im Gegenteil. Wenn ein „Download“ die semantische Aufgabe eines im Deutschen schon viel beschäftigten „Herunterladens“ mindert, so können sich alle freuen. Hallo neues Wort! Benutzen wir den Upload/Download eben für geistiges(bzw. Software) und das Abladen/Aufladen/Herunterladen eben für materielles(bzw. Hardware). Was mich dann schon eher stört, ist wenn Leute, die sich für ganz besonders schlau halten, dann auch gleich versuchen ganze Teile der Englischen Grammatik mit zu importieren.
DAS IST FALSCH. Wörter aus fremden Sprachen, die in den Sprachgebrauch des Deutschen eingegangen sind, werden WIE DEUTSCHE WÖRTER BENUTZT.

Ein Beispiel:
„Dann habe ich dieses File downloaded.“
Möööööp! Falsch. Wenn „downloaden“ schon in einem Deutschen Satz benutzt wird, muss es schon so heißen: „Dann habe ich das File downgeloadet.“
Oder für Leute, die Deutsche Infixe in Englischen Wörtern nicht mögen: „Dann habe ich das File gedownloadet.“
Man beachte das -t am Ende. Man sagt im Deutschen einfach nicht „Er hat downloaded.“, denn man sagt ja auch nicht: „Er hat sterbed.“ Die Vergangenheitsform erfordert hier ein -t am Ende, auch wenn im Englischen ein -ed am Ende stehen würde.

Ganz tolles Beispiel, dass ich neulich in irgendeinem Forum gesehen habe:
„Dieser Peter sucked einfach!“
Gna! Wo soll ich anfangen? Vielleicht damit, dass die Verbform von „sucked“ selbst in einem Englischen Satz falsch wäre? Es müsste „sucks“ heißen, da es sich um die dritte Person singular und das Präsens handelt. (Present tense, wie Dengländer sagen würden. Nein, das bedeutet nicht „Angespannte Geschenke“)
Also wenn man es schon falsch macht, dann bitte richtig falsch, dann müsste es schon „Dieser Peter sucks einfach!“ heißen. Richtig wäre allerdings (Wenn man hier schon to suck bzw. sucken benutzen muss), wenn man schriebe :“ Dieser Peter suckt einfach.“
sucken. Ich sucke. Du suckst. Er/sie/es suckt. Ganz einfach, wie schwache Verben im Deutschen nun mal konjungiert werden.

Written by Heiko C. in: Linguistisches | Schlagwörter: ,

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Mai
30
2011
3

Klingonische Volkslyrik auf Wandergitarre

Es gibt ja echt so Sachen, da ist man erst einmal sprachlos. So geschehen bei dieser freien Interpretation eines Klingonischen Siegesliedes mit Gitarren- und Mundharmonikabegleitung:

Großartig. Auch wenn Youtube mittlerweile die letzte Seuche ist, weil man ohne Googleaccount nicht mehr in seinen Youtubeaccount kommt, die Einbettungsmaske so versteckt ist, dass man sie nicht findet, die Googleaccounts ständig eingeloggt sein wollen, man sich nicht am gleichen Rechner mit verschiedenen Google. und Youtubeaccounts einloggen kann und jedes zweite verschissene Scheiß-Drecks-Video mittlerweile geogeblockt ist.
Youtube ist vielleicht noch nicht ganz tot, liegt aber in den letzten Zuckungen, wenn das so weitergeht.
Die haben sie doch nicht mehr alle.

Written by Heiko C. in: Youtube Fundstück | Schlagwörter: , ,
Apr
23
2010
3

Wichtige bitte gelesen, bevor assemblyto

Wenn das automatisiert schon so gut funktioniert, wozu brauchen wir dann noch Übersetzer?

Eigentlich bietet sich zu dieser poetischen Gebrauchsanweisung ein Ratespiel an, zu welchem Produkt es gehört. Nur soviel als Tipp: Von einem technologischen Standpunkt aus, gibt es sehr wenig, das zu diesem Produkt nicht passen kann. 😉

Written by Heiko C. in: Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Jan
25
2010
11

Einfach zu herrlich: Englisch wird die Arbeitssprache…

Sagt der Oettinger aus dem Freistaat Bayern aus Baden-Würtemberg, wo man alles kann – außer Hochdeutsch,  und macht’s schon mal vor:

Hello english reading visitors! Watch this video! It’s in english! 😀

Da ist ja der Übersetzer von neulich geradezu ein Sprachtalent, und Westerwelle könnte einen Lehrstuhl für Anglistik übernehmen.

Nee, tut mir leid, ich liege so am Boden vor Lachen und Fassungslosigkeit… Mir fällt dazu sonst nichts mehr ein…

…ich scheue mich sogar ein wenig, das in die Kategorie „Linguistisches“ abzulegen, denn mit Sprache hat das nun wirklich nicht mehr viel zu tun. Der Oettinger spricht ja Englisch, wie der Brüderle Deutsch

___Nachtrag, 2 Stunden später___

10 Spitzen auf die ich zuerst nicht gekommen bin, weil ich zu sehr mit Lachen beschäftigt war, die aber naheliegend sind:

  1. Nur eine Verschwörung, um Westerwelle als Aussenminister gut aussehen zu lassen.
  2. Ist das ansteckend?
  3. Wenn das schon alle Englischkenntnisse sind, die wir in Zukunft brauchen, können wir uns ja beruhigt zurücklehnen.
  4. Wir könn‘ alles außer: Hochdeutsch, Englisch, Politik, Rhetorik, Phonetik, Satzbau…
  5. Oettingers Beitrag dazu, dass sich im vereinten Europa niemand mehr vor den Deutschen fürchtet.
  6. The body of Christ compells you! The body of Christ compells you!!!
  7. Vielleicht sollte das ja auch Französisch sein ?!
  8. Warum erwähnt er immer Umbrella? Hat man ihn von Raccoon City aus bestochen?
  9. Ich schlage hiermit Herrn Oettinger vor für den Posten des EU-Kommissars für In-fremden-Zungen-sprechen
  10. Mit dem deutschen Akzent, den der Oettinger da hat, ist er für die Rolle des nächsten Bond-Bösewichts eindeutig überqualifiziert.

____Nachtrag 1 Tag später____

Das geht ja mittlerweile echt schnell mit dem Feedback in den alten Medien. Wo die Zensursuladebatte es erst nach Wochen in die alten Medien geschafft hat, ist Oettinger jetzt schon mit seinem Youtubevideo im Handelsblatt. ^^

____Nachtrag 2 Tage später____

Auf den Naheliegensten bin ich natürlich erst jetzt gekommen:
Oettinger sagt: „Englisch wird Arbeitssprache“? Was sagt eigentlich Westerwelle dazu? Es ist doch Deutschland hier! *Badumm-Tsching!*

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: , , ,
Jan
22
2010
7

Besser jemanden fragen, der sich mit sowas auskennt…

Michael Jackson gab uns 39 und seine Mutter würde schreien!


Gefunden hier: LINK

Ich glaube das Hauptproblem war, dass der beim Übersetzen nicht wirklich hinterherkam, und vielleicht die schwierigen Worte, wie etwa „Charities“, nicht kannte.
Ich tippe darauf, dass der reguläre Dolmetscher krank war, und jemand mit „Englischkenntnissen“ mal eben einspringen musste.

„Kalle, du kannst doch Englisch, oder?“
„Öhm, ja?!“
„Dann mach du mal die Simultanübersetzung!“
„Simultan? Wat is dat denn?“
„Ach, da mach dir mal keine Sorgen, Hauptsache du kannst Englisch!“
„Öhm…“
„Du kannst doch Englisch, oder? Kriegst auch n‘ Fuffi extra.“
„Oh,… okay!“

Nachtrag: Hier gibt’s das Video nochmal länger: LINK! Quasi mit Vorgeschichte.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Lustiges | Schlagwörter: ,
Dez
18
2009
2

Dänisch für Anfänger: Julenisser

„Jul“ ist ja das dänische Wort für Weihnachten, und anders als in südlicheren europäischen Ländern gibt es in Dänemark nicht nur den Weihnachtsmann, der die Geschenke bringt, sondern auch die lustigen, kleinen, gnomenhaften Julenisser, eine Art Meinzelmännchen Heinzelmännchen, die dem Weihnachtsmann hilfreich zur Seite stehen, ganz ähnlich wie die Weihnachtselfen in den vereinigten Staaten.
Was wenige wissen: Es gibt noch andere, weniger bekannte Nisser in der dänischen Folklore.

Neben den Diakonisser, die vorwiegend in Kirchen zu finden sind, und sich von liegengebliebenen Oblaten und Meßwein ernähren, gibt es natürlich auch noch die „Geheimnisser“, die sich von verschwundenen Socken und Verschwörungstheorien ernähren.
Außerdem gibt es die in Strafvollzugsanstalten lebenden „Gefängnisser“.

Written by Heiko C. in: Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: , ,
Sep
24
2009
0

Westerwellismen – Das doppelplusAltsprech der F.D.P.

Viele regen sich ja über Anglizismen im allgemeinen Sprachgebrauch auf. Der Vorsitzende der Partei, die der aktuelle Gewinner des Rechtsfreien Raumes der Woche ist, zeigt aber eindrucksvoll, wie sehr man die – an sich sehr anpassungsfähige – Deutsche Sprache auch ohne äußere Einflüsse mißhandeln kann.
Das erste Mal fiel es mir 2005 auf, als nach der vorgezogenen Bundestagswahl aufgrund der neuen Mehrheitsverhältnisse, bei den damaligen Volksparteien eine gewisse Ratlosigkeit herrschte.
Die bisherige konstante Lagerbildung, von auf der einen Seite Schwarz-Gelb und auf der anderen Seite Rot-Grün, wollte partout keine regierungsfähige Mehrheit mehr ergeben, wodurch allerlei Szenarien durchgespielt wurden, was denn nun passieren solle.
Irgendjemand kam auf die Idee, dass die Grünen ja mit Schwarz-Gelb koalieren könnten, und nannte das „Schwampel“. Get it? Von wegen „Schwarze Ampel“ oder „Ampel mit Schwarz“. Da Schwampel aber irgendwie recht hirnverbrannt klingt, hat sich statt dessen der Terminus „Jamaika-Koalition“ durchgesetzt. Wer den Namen zuerst brachte, kann ich unmöglich sagen, aber er setzte sich, wie gesagt durch.
Warum Jamaika? Nun, Jamaika hat Schwarz, Gelb und Grün als Flaggenfarben. So weit so gut. Westerwelle, der vorher schon zur „Schwampel“ befragt in etwa gesagt hat, dass er für Ampel und „andere Hampeleien“ nicht zur Verfügung stehe, wurde nun auch zur Jamaika-Koalition befragt.
Seine Antwort war, dass er Unverständnis darüber äußerte, warum man es denn unbedingt „Jamaika-Koalition“ nennen müsse. Immerhin gäbe es ja auch in Deutschland ja so schöne Bundesländer, deren Wappen ebenso die Farben Schwarz-Gelb-Grün enthielten. Er meinte dann, der Name „Sachsen-Koalition“ wäre viel schöner.
Nichts gegen Sachsen, ist schön da, aber „Sachsen-Koalition“ ist aus vielen Gründen eine verwirrende Wahl. Erst einmal denkt man bei Komposita mit „Sachsen-“ irgendwie an einige unangenehme Dinge. Mir fällt da spontan „Sachsen-Paule“ ein. Dieser war eine Art komödiantischer Pornodarsteller, der zur damaligen Zeit durch allerlei Talkshows und Boulevardsendungen tingelte.
Auf der anderen Seite kann man „Sachsen-Koalition“ sehr leicht so verstehen, dass es sich um eine Koalition handele, die entweder gerade in Sachsen regiert, oder dort das erste mal vorgekommen ist. Tut sie nicht, hat sie nicht, ist sie nicht.

Zumindest diese Konfusion kann man leicht vermeiden, indem man einfach den Term „Jamaika-Koalition“ benutzt.
Außerdem bin ich im Zeitalter der Globalisierung der Meinung, dass nicht alles Deutsch sein muss.
Keine Frage, dass es trotz der irgendwie seltsam anmutenden Bemühungen eines Herrn Westerwelle heute immer noch Jamaika-Koalition heißt, oder eben Schwampel.

Nun muss ich zugeben, dass ich dem Herrn Westerwelle kaum zuhöre, wenn der redet. Das hab ich schon zu Möllemanns Zeiten aufgegeben. Wenn Westerwelle redet höre ich gewöhnlich nur „Blah blah blah Linksruck in der CDU Blah blah“. Wenn mein Ohr aber zufällig mal aufnahmebereit ist, fällt Herr Westerwelle durch immer absonderliche Verbalausrutscher aus. Mal bezeichnet er sich als Deutschlands Freiheitsstatue, mal erfindet er fleißig Worte wie „Wolkenkuckuckszahlen“.

Aber um nochmal zurück zur Ampel zu kommen: Warum sagt Herr Westerwelle nicht gleich „Lichtzeichenanlagen-Koalition“? Mein Fahrlehrer zumindest sagte immer, dass man in einer Ampel Blumen aufhängt. Oder wenn man es gar komplett eingedeutscht wünscht, warum nicht: „Lichtzeichenanlagen-Zusammenbündnis“?
Die Antwort ist meiner bescheidenen Meinung nach, dass Herr Westerwelle seine Brachialeindeutschungen eher nach Gefühl vornimmt. Zumindest würde das auch folgenden Fall erklären.

Am 18. September haben Atomkraftgegner den Herrn Westerwelle mit einem Flashmob überrascht. Nun mehr oder weniger überrascht. Könnt ihr hier anschauen. Das Interessante passiert ab Minute 8:40. Da fängt nämlich Guido Westerwelle an, den Flashmobbern zu sagen, sie sollen langsam zum Ende kommen. Statt dem eigentlich schon geläufigen Wort „Flashmob“ benutzt er „Internetverabredung“. Ich frage mich langsam ernsthaft, ob Herr Westerwelle sich sowas selbst ausdenkt, oder einen bezahlt, der das für ihn macht.
Wenn ja, würd ich den an seiner Stelle rauswerfen, wenn nein, würd ich einen suchen und einstellen.
Ich mein, wenn die Tagesthemen wie gestern „Flashmob – zu deutsch: Blitzauflauf“ sagen, dann ist das ja immerhin mal einigermaßen wörtlich übersetzt. Ich meine zwar, dass man spätestens seit den Frankensteinfilmen mit Boris Karloff auch in Deutschland weiß, was ein Mob ist, aber Bltzmob oder Blitzauflauf, hey, da will ich nicht kleinlich sein.
Aber „Internetverabredung“? Erstmal ist eine Verabredung doch eine feste Vereinbarung von zwei oder mehr Personen sich an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit zu treffen, und gerade das sit ein Flashmob eben nicht. Ein Flashmob ist eher eine Ansammlung von Leuten, die mehr oder weniger spontan, aber keinesfalls verbindlich, dem Aufruf eines einzelnen gefolgt sind. Da ist nix verabredet.
Und Internet… Wenn Westerwelle sich schon „Mob“ einzudeutschen genötigt sieht, warum verwendet er dann „Internet“? Dass er nicht „Weltnetzverabredung“ sagt, kann ich ja verstehen, aber warum nicht „Blitzverabredung“? Will er partout Dingen, die aus seiner Sicht neu sind, neue Bezeichnungen verpassen, damit dann irgendwann im Lexikon (oder bei Wikipedia) zu lesen steht: „Das erste Mal benutzte dieses Wort Deutschlands Freiheitsstatue G. Westerwelle“?
Oder ist er der Meinung, dass „Mob“ nicht deutsch genug ist, „Internet“ aber schon?
Wie man es dreht und wendet, es ergibt keinen Sinn.

…oder vielleicht doch.

Ob Herr Westerwelle ein klein wenig mit der Englischen Sprache auf Kriegsfuss steht und daher vielleicht allzu schwierige Worte mit Migrationshintergrund lieber selbstbezeichnet, darüber kann man sich hier ein Bild machen:

Erinnert sich noch einer an Außenminister wie Genscher und Fischer? Tja, wenn’s schwarz-gelb gibt, ist der da oben der neue Außenminister.  Na, dann Prost!

Nachtrag: Worauf wir uns bei einem Aussenminister Westerwelle in einer Schwarz-Gelben Koalition einstellen können, kann man als Vorgeschmack hier nachlesen.

Nachtrag 2: Oder hier ansehen:

Written by Heiko C. in: Linguistisches | Schlagwörter: , , ,
Jul
24
2009
4

Semantik für Fortgeschrittene: Warum „Space“ und „Raum“ nicht identisch sind.

Es ist ja immer so eine Sache, wenn man übersetzt. Da gibt es allerlei Tücken. Die wenigsten Worte haben nur eine Bedeutung, und so gut wie nie ist das Bedeutungspektrum eines Wortes gleich dem des entsprechenden Wortes in einer anderen Sprache. Bevor wir zu „Space“ kommen, nehmen wir ein deutlicheres Wort als Beispiel: „Holz“.

„Holz“ heißt im Deutschen jenes Material was aus Bäumen gewonnen, und zur Herstellung allerlei Zeugs verwendet wird. Das am ehesten dem deutschen „Holz“ entsprechende Wort im Englischen ist „Wood“. „Wood“ hat aber ein breiteres Bedeutungsspektrum als „Holz“. „Wood“ kann auch ebensogut mit „Wald“ übersetzt werden. Das ganze ist, wie sehr viel in der Semantik, kontextabhängig. Im Dänischen übersetzt man „Holz“ am besten mit „træ“, was allerdings auch gleichzeitig „Baum“ bedeuten kann.


Secret Wood by ~autumn-ethereal on deviantART

Wenn wir „Raum“ ins Englische übersetzen wollen, dann haben wir mehrere Möglichkeiten: „Room“, wenn mit „Raum“ ein Zimmer oder ein Saal gemeint ist, „Space“ oder „Range“, wenn es sich um eine räumliche Ausdehnung ganz allgemein handelt oder auch „Gullet“ wenn der Raum zwischen den Sägezähnen einer Säge gemeint ist. Wenn ein Engländer oder Amerikaner also einfach „Raum“ mit „Room“ übersetzt, ohne den Kontext der Benutzung zu beachten, dann bekommt er unter Umständen dasselbe Problem, wenn wir „Deep in the Woods“ mit „Tief in den Hölzern“ übersetzen.
Aus „Es stehen Vorwürfe im Raum“ würde dann „There are standing accusations in the room.“ was nicht viel Sinn ergibt.
Ähnlich ist es auch, wenn man Englische Worte ins Deutsche übersetzen will. Da kann halt so viel schiefgehen, weil eben kaum irgendwelche Worte in verschiedenen Sprachen semantisch deckungsgleich sind.

Kommen wir also endlich zu „Space“. Kann man sicherlich mit „Raum“ übersetzen. Bloss eben nicht immer.

Der bekannte Anfang jeder Star Trek Folge zum Beispiel lautet auf Englisch „Space, the final frontier…“ Wenn ich da einfach „Raum“ einsetze, erhalte ich „Raum, die letzte Grenze…“ Kann man eventuell noch halbwegs herleiten, was gemeint ist, richtiger wäre hier aber „Space“ mit „Weltraum“, „All“ oder „Kosmos“ zu übersetzen.
„Aha!“, wird der kundige Leser jetzt ausrufen, „Aber es heißt doch Raumschiff!“


SpaceShip by ~zsolti65 on deviantART

Stimmt. Es heißt Raumschiff. Aber das ist vermutlich schon eine fehlerhafte Übersetzung die sich irgendwann beim Übertragen von Englischsprachigen Science-Fiction-Romanen eingeschlichen hat, und nun zum Usus geworden ist. Früher hieß es in Deutschland noch „Weltraumschiff“.
„I’m flying into space!“, ist im Englischen eindeutig. Hier ist der Flug ins All gemeint. Sagt man aber im Deutschen „Ich fliege in den Raum!“, dann ist die erste Assoziation dazu ein Mensch, der unsanft von irgendwelchen Rüpeln durch eine Tür geworfen wird. Den englischen Satz würde man vermutlich eher mit „Ich fliege ins All“ oder „Ich fliege in den Weltraum“ übersetzen.

Noch ein Beispiel: Zwischen den beiden Alt-Tasten meiner Tastatur sitzt auf englisch „the space bar“. Weder würde ich diese Taste auf Deutsch „Raumtaste“ nennen, noch „Weltraumtaste“, sondern eben „Leertaste“. „Space“ kann also auch sowas bedeuten wie „Zwischenraum“ oder „Abstand“.
Wenn man auf Englisch gesagt bekommt „I need space.“, dann heißt es ja auch nicht „Ich brauche RAUM!“ sondern „Ich brauche Abstand!“. Kann sein, dass einige Leute tatsächlich heutzutage „Ich brauche Raum!“ sagen, wenn sie sich von ihrem Partner zwischenzeitlich trennen wollen, aber das ist dann ein unschöner Übersetzungsanglizismus, der leicht faschistoid wirkt, wie ich finde.

So, jetzt hab ich euch genug gelangweilt, ich gehe jetzt in die „Space Bar“ was trinken. Prost!


Space Bar by ~AlexWild on deviantART

Written by Heiko C. in: Linguistisches | Schlagwörter: ,
Okt
22
2008
0

PORNO !!! „Der Blitz hat den Tank getroffen!!“

Aus der Abteilung: „Da kann man ja eigentlich nichts falsch machen.“ Die meisten Artikel aus dieser Abteilung sind der Beweis dafür, dass man eben doch eine Menge falsch machen kann.
Ich weiß noch, wie ich in Flensburg bei Cittimarkt (oder wie schreibt sich das) an einem kleinen DVD-Regal stand. In diesem befanden sich ausnahmslos Filme die ich nicht kannte, und die sehr billig waren. Ich glaube 2.50 das Stück oder so. Bevor jetzt alle losstürmen, und den Parkplatz vor Citti in Flensburg verstopfen möchte ich hinzufügen, dass die hier von mir geschilderten Begebnisse schon einige Jahre her sind.
Also wo war ich? Unbekannte Filme für 2.50. Genau. Ich kuck die also durch, und stelle fest, dass einige von denen dem Genre der Phantastik zuzuordnen sind. ‚Fantasy und SF-Filme können an sich noch so schlecht sein, ich unterhalte mich trotzdem‘, dachte ich damals noch naiv. Ich kaufte mir also aus der Auswahl dort „Nabonga – der Riesenaffe“ und „Timeslip“.
Nabonga. Bei diesem Film, in dem es um einen „Riesengorilla“ geht, der etwa 1.50m groß ist, und mit der verblödeten Tochter eines Juwelendiebes im Urwald lebt, handelt es sich um ein recht billiges und recht spätes King-Kong-Ripoff mit – immerhin – Buster Crabbe als jugendlichem Held. Der Film ist in etwa das, was man erwarten würde, wenn man außerdem noch wüsste, dass er aus den 1950ern ist. Der Film hat aber noch einen Haken, der ihn fast ungenießbar macht: Die Deutsche Synchro.
Hört man sich diese nämlich nur an, und schaut dabei nicht den Film, dann gewinnt man irgendwann den Eindruck, dass es sich um einen Porno handelt. Alle Dialoge wurden auf deutsch scheinbar von originalen Pornosynchronisatoren vertont, und auch die Dialoge wurden sinnlos versext. Da reden Held und Heldin auf Deutsch von „Schäferstündchen“, wo es im Englischen eigentlich nur um den Gorilla geht. Den Rest, der das Ganze aber dann schon wieder unfreiwillig komisch macht, sind aber die vollkommen sinnlosen Dialogänderungen wie zum Beispiel „Der Blitz hat den Tank getroffen!“. Das sagt der Pilot, als ein Flugzeug am Anfang des Filmes notlanden muss. Ich denke wenn der Blitz tatsächlich den Tank getroffen hätte, bräuchte sich der Pilot mit dem Notlanden keine große Mühe mehr geben.
Dass es sich nicht nur um ein Pornostudio gehandelt haben muss, welches diese Synchro verbrochen hat, sondern um ein möglicherweise rassistisches Pornostudio obendrein, sehen wir an der Art und Weise, wie die afrikanischen Eingeborenen eingedeutscht wurden: Reden diese im Original etwas das sich zumindest anhört wie eine afrikanische Sprache, sagen sie im deutschen nur ununterbrochen „Ullubulluullubullu!“. Es findet sich im Originalton ein afrikanischer Nebencharakter, der normales Englisch spricht. Wie redet er auf Deutsch? „Bulu gehen nicht in Urwald! Bulu Angst vor Hexe!!“
Da fragt man sich: WARUM????????
Ich glaube ich habe eine Antwort: Den Film kann man bei archive.org legal und kostenlos herunterladen.

[Zumindest in der englischen Version, und wenn man in den USA ist. Ob man das von Deutschland aus auch darf, weiß ich nicht. Genau weiß ich sowieso nichts, denn ich bin kein Anwalt. Alles was mit Recht und Gesetz zu tun hat, und hier steht hat also nicht den Charakter einer Rechtsberatung, sondern ist nur schwabbelig unsichere Vorstellung meinerseits davon. Kann alles falsch sein. WIRKLICH! Bitte nicht drauf verlassen!]

Der Film befindet sich in den USA nämlich in der Public Domain. Scheinbar haben die Produzenten eingesehen, dass kein Geld mehr mit dem Streifen zu machen ist, und die Rechte verfallen lassen. Oder der Film hat einfach nur keinen Verleih mehr gefunden. Irgendein deutschsprachiges, mutmaßlich rassistisches Pornosynchronstudio hatte mal nichts zu tun, und irgendein Blitzgescheiter hatte die Idee sich einfach mal alte Schinken aus dem Public Domain zu holen, und an denen etwas zu üben. Und üben durften sie alle: Allen voran die Sprecher, aber auch ein begabter Pornodrehbuchschreiber, der bei der Gelegenheit eine Synchro anzufertigen, dann auch gleich die Handlung und die Dialoge neu gemacht hat. Schade nur, dass Pornos ohne Sexszenen nicht so recht funktionieren wollen, selbst wenn Riesengorillas drin sind. Oder gerade weil.
Also: Das nächste mal, wenn man sich vor einem vermeindlichem Schnäppchen denkt :“kann man ja eigentlich nichts falsch machen“, dran denken, dass man noch eine ganze Menge falsch machen kann.

Korrektur: Offenbar ist der Film von 1944 und nicht aus den 50ern, wie ich auf www.meine-filmsammlung.de gelesen habe. Dort meint man zu der deutschen Synchro:

Die deutsche Synchro wurde offensichtlich neu erstellt und hat im Gegensatz zum Originalton viel Dschungelflair im Hintergrund sowie Goasound beim Abspann. Unglaublich!

…wie unterschiedlich doch die Meinungen sein können.

Okt
10
2008
0

Dengel, dengel, dengel, dengel…

Denglisch. Wer kennt es nicht, dieses sympathische Mischmasch aus Énglisch und Deutsch?
Ich hab nichts gegen die Verwendung von Englischen Ausdrücken in der Deutschen Sprache, ganz im Gegenteil. Wenn ein „Download“ die semantische Aufgabe eines im Deutschen schon viel beschäftigten „Herunterladens“ mindert, so können sich alle freuen. Hallo neues Wort! Benutzen wir den Upload/Download eben für geistiges(bzw. Software) und das Abladen/Aufladen/Herunterladen eben für materielles(bzw. Hardware). Was mich dann schon eher stört, ist wenn Leute, die sich für ganz besonders schlau halten, dann auch gleich versuchen ganze Teile der Englischen Grammatik mit zu importieren.
DAS IST FALSCH. Wörter aus fremden Sprachen, die in den Sprachgebrauch des Deutschen eingegangen sind, werden WIE DEUTSCHE WÖRTER BENUTZT.

Ein Beispiel:
„Dann habe ich dieses File downloaded.“
Möööööp! Falsch. Wenn „downloaden“ schon in einem Deutschen Satz benutzt wird, muss es schon so heißen: „Dann habe ich das File downgeloadet.“
Oder für Leute, die Deutsche Infixe in Englischen Wörtern nicht mögen: „Dann habe ich das File gedownloadet.“
Man beachte das -t am Ende. Man sagt im Deutschen einfach nicht „Er hat downloaded.“, denn man sagt ja auch nicht: „Er hat sterbed.“ Die Vergangenheitsform erfordert hier ein -t am Ende, auch wenn im Englischen ein -ed am Ende stehen würde.

Ganz tolles Beispiel, dass ich neulich in irgendeinem Forum gesehen habe:
„Dieser Peter sucked einfach!“
Gna! Wo soll ich anfangen? Vielleicht damit, dass die Verbform von „sucked“ selbst in einem Englischen Satz falsch wäre? Es müsste „sucks“ heißen, da es sich um die dritte Person singular und das Präsens handelt. (Present tense, wie Dengländer sagen würden. Nein, das bedeutet nicht „Angespannte Geschenke“)
Also wenn man es schon falsch macht, dann bitte richtig falsch, dann müsste es schon „Dieser Peter sucks einfach!“ heißen. Richtig wäre allerdings (Wenn man hier schon to suck bzw. sucken benutzen muss), wenn man schriebe :“ Dieser Peter suckt einfach.“
sucken. Ich sucke. Du suckst. Er/sie/es suckt. Ganz einfach, wie schwache Verben im Deutschen nun mal konjungiert werden.

Written by Heiko C. in: Linguistisches | Schlagwörter: ,