Impactsuspect
Sep
09
2010
6

Rekursiver Inzest und das kleine Problem mit der Münze aus dem Nichts

Ich hab heute bei einem Videoabend in kleiner Gruppe mal wieder einen Zeitreisefilm gesehen, und danach kam dann noch das Gespräch auf das generelle Genre des Zeitreisefilms.
Mir ist unter anderem aufgefallen, dass kaum ein guter Zeitreisefilm ohne Liebesgeschichte – und wenn es im Subplot ist – auskommt. Die einzige Ausnahme, die mir da spontan einfällt ist „Time Bandits“.
Aber das ist jetzt nicht das Thema, obwohl dieses enge Band zwischen Zeitreisestory und Liebesgeschichte sicher selbst einen Artikel wert ist.

Die Rede kam vielmehr auch wieder auf den Film „Time Rider“, eine Perle des Zeitreisefilms aus den 80ern, den man leider nur noch auf VHS findet. Wann kommt da bitte endlich die DVD? Der Film ist klasse!
In „Time Rider“ geht es um einen Cross-Biker namens Lyle Swann, der sich bei einer Ralley irgendwo in der Wüste von Texas oder New Mexico verfährt und ohne es zu merken, mitten in ein geheimes Zeitreiseexperiment der Regierung hineinfährt.
Noch immer ohne etwas zu ahnen, landet er im wilden Westen, und gerät an Banditen, Dorfbewohner und Gesetzeshüter. Die Banditen wollen das Dorf ausplündern und Lyle Swanns Motorrad stehlen, der Gesetzeshüter will den Oberbanditen zur Rechenschaft ziehen und eine Frau bei den Dorfbewohnern flirtet auf eine sehr agressive Weise mit Lyle.
Eine Besonderheit dieses Films ist, dass Lyle den ganzen Film über annimmt, er sei immer noch in der Gegenwart, und die Leute seien halt nur irgendwelche Hinterwäldler oder Sektenmitglieder. Das finde ich gut, denn nichts ist peinlicher in einem Zeitreisefilm, als ein Typ, der in abgerissenen Klamotten durch die Stadt läuft, und nach dem Jahr fragt.
Wer fragt schon nach dem Jahr? Ich würde nicht nach dem Jahr fragen. Nur Irre fragen nach dem Jahr. Geistig gesunde Menschen würden erst einmal gar nicht auf den Gedanken kommen, dass sie eventuell in der Zeit gereist sind, und wenn sich die Beweise für ebendies zu verdichten begönnen, es vehement anzweifeln. Wenn geistig gesunde Menschen sich tatsächlich mit dem Gedanken anzufreunden begönnen, sie seien in der Zeit gereist, würden sie immer noch nicht nach dem Jahr fragen, sondern in eine Zeitung schauen, oder in die Bibliothek gehen.
Niemand fragt nach dem Jahr.

Aber auch das ist nicht das Thema.
Die junge Frau mit der agressiven Ader, mit der Lyle Swann anbändelt und später sogar schläft, stellt sich im Laufe der Handlung des Filmes als seine eigene Großmutter heraus und Lyle Swann ist somit sein eigener Großvater. Außerdem gibt er in der Vergangenheit der Frau eine Glücksmünze, die er von seiner Oma bekommen hat, welche diese von Lyles Großvater in der Vergangenheit bekam.
Können noch alle folgen?
19Keks gibt also Lyles Oma ihm eine Silbermünze von Lyles Opa. Später reist Lyle nach 18keks zurück, mit eben dieser Münze.Dort wird er zu seinem eigenen Großvater, und gibt seiner Oma die Münze.

Wo genau kommt die Münze her? In der Weltsicht von einer unveränderlichen Zeitlinie ist die Münze in dieser Zeitschleife einfach vorhanden. Sie reist ständig von 19keks nach 18keks, und altert dann wieder ganz normal, bis sie wieder in 19keks angekommen ist, und von dort wieder zurückreisen kann.
Die Münze wird nirgendwo geprägt, noch wird sie je ausgegeben, weil sie vor und nach der Zeitschleife nicht existiert, sondern in ihr ständig im Kreis reist.
Das große Problem an der Sache ist jedoch nicht, wo und wann die Münze hergestellt wurde. Viel gravierender ist, dass sie sich eigentlich – der Entropie folgend – in der Zeitschleife ständig abnutzen müsste, bis sie irgendwann so abgegriffen ist, dass sie einfach verschwindet.
Das ist aber wieder nicht mit der Theorie einer unveränderlichen Zeitline vereinbar, denn in ihr muss auch die Münze unveränderlich sein, denn sonst ist die Zeitschleife nicht unveränderlich, noch ist es die Zeitlinie.
Die Geschichte um die Münze kann in einem Zeitreisemodell mit einer unveränderlichen Zeitlinie also nicht funktionieren. Bleibt mein persönlicher Favorit, die „viele-Welten-Theorie“.
In dieser Theorie sorgt jeder Eingriff in die Vergangenheit für eine etwas andere Zeitlinie, und schafft somit eine Parallelwelt mit einer, möglicherweise nur subtil unterschiedlichen, aber eben etwas anderen Zukunft.

Wie sieht die Reise der Münze hier aus?
In einer alternativen Parallelwelt, die vom Film direkt nicht abgebildet wird, reist ein alternativer Lyle Swann, der noch einen ganz anderen Großvater als sich selbst hat, als erster von allen Lyle Swanns im Multiversum in die Vergangenheit, trifft die Frau ( seine Großmutter ) in der Vergangenheit, schläft anstatt seines ursprünglichen Großvaters mit ihr, und sorgt so für eine Parallelwelt, in der ein Lyle Swann geboren wird, dessen Großvater er ist. Dieser Frau gibt er zum Andenken die Silbermünze, die in seiner subjektiven Vergangenheit noch ganz normal hergestellt wurde. Seine Großmutter bewahrt die Münze als Souvenir an den seltsamen Bettgefährten auf, der so schnell in ihr Leben kam, und so schnell wieder daraus verschwand. Sie macht aus der Münze einen Anhänger für eine Kette, und schenkt diesen dann später ihrem Enkelsohn. Dieser reist in die Vergangenheit zurück, und von dort an befinden wir uns in einer Zeitspirale, die sich seitwärts durch die Zeit bewegt. Die Kette mit der Münze wandert durch unzählige Parallelwelten, bis sie völlig abgenutzt ist.
In diesem Modell vertragen sich Entropie und Zeitreiselogik.

Aber was ist mit der Sache, dass Lyle Swann sein eigener Großvater ist?
In dem Modell mit den Parallelwelten ist es bei jeder neuen Schlaufe der Zeitspirale ein genetisch etwas anderer Lyle Swann, der in die Vergangenheit reist, und jedes mal mit seiner in allen Parallelwelten genetisch gleichen Großmutter schläft, um schließlich eine genetisch etwas andere Version von sich selbst zu erzeugen.
Der ursprüngliche genetische Code von Lyle Swann wird also immer weiter verwässert, bis vom Großvater aus der ursprünglichen Welt, in der die Zeitschleife startete, kein genetisches Material mehr in ihm enthalten ist, und Lyle Swann so mit seiner Großmutter genetisch identisch werden muss.
In der Theorie mit den vielen Welten ist es also schier unmöglich, sein eigener Großvater zu sein.

In dem Modell mit der unveränderlichen Zeitlinie ist dies jedoch wiederum kein Problem: Lyle reist zurück, zeugt einen Nachkommen mit einem Teil seines genetischen Materials, der wiederum ihn zeugt – oder zur Welt bringt. Das beide Lyle Swanns genetisch identisch sind, ist zwar immer noch ein Zufall, aber eben nur ein Zufall, der nur einmal passieren muss, und nicht immer wieder, wie es in einer Zeitspirale wäre.

Münze geht also nur in „viele Welten“, eigener Großvater geht nur in „unveränderliche Zeitlinie“.

Ich bin verwirrt.

Written by Heiko C. in: Filme,Wahnhaftes | Schlagwörter:
Aug
27
2010
4

Westerwelle in Gefahr!

Erinnert ihr euch noch, dass Guido Westerwelle ein Komplott der Medien vermutet hat, als kaum ein Medium seine Kritik an HartzIV-Empfängern gut finden wollte, und er außerdem wegen vergnüglicher Auslandsreisen mit Freunden aus der Wirtschaft selbst in der Kritik stand?
Irgendwie hat er da wohl nicht eingesehen, dass tatsächlich nicht alle sein Verhalten okay finden, im Gegenteil.

Warum er teilweise so empfindlich reagiert könnte aber teilweise tatsächlich an den Medien liegen.
So gab es Anfang August in der BZ diese Schlagzeile:

„Afghanistan Einsatz: Westerwelle: Gezielte Tötung rechtens“ (LINK)

Wenn man nur die Schlagzeile liest, und keine Ahnung hat, worum es geht, mag hier der Eindruck entstehen, als sei Westerwelle selbst quasi zum Abschuß freigegeben. Dem ist natürlich nicht so.
Offenbar ist der BZ diese Ambiguität wohl inzwischen bewusst geworden, denn mittlerweile hat man die Schlagzeile folgendermaßen geändert:

„Westerwelle: Taliban-Bekämpfung rechtens“ (LINK)

Nun ist diese Schlagzeile sicher eindeutig im Bezug auf eine vermutete Vogelfreiheit unseres Vizekanzlers, allerdings ist sie in Bezug auf die Sache leider ein wenig unpräziser.
Was genau ist „Taliban-Bekämpfung“? Dass es sich hier um die gezielte Tötung einzelner Talibanfüher handelt, geht aus dieser Überschrift nun nicht mehr hervor. Aber man kann eben nicht alles haben.

Daß Zufälle, wie diese unglückliche Schlagzeile kein Einzelfall sind, beweist auch dieser Screenshot von Google-News:

…aber da ist wohl keiner schuld, sondern sicher wirklich nur etwas verrutscht.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches,Lustiges,Politisches | Schlagwörter: , ,
Aug
23
2010
3

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Einen der albernsten der leider sehr langlebigen Modetrends finde ich die sogenannten 3/4-Hosen.
Hierbei handelt es sich um Hosen, bei denen das untere Viertel der Beinröhren fehlt. Als ich solch eine Hose vor einigen Jahren das erste Mal sah, war mein erster Gedanke, dass die Trägerin sich nicht selbst anziehen kann, weil sie sonst bemerkt hätte, dass sie Hochwasser trage.
Leider sind heute – wie erwähnt Jahre später – solche Hosen immer noch sehr beliebt, besonders – aber nicht nur, wie es scheint – bei wohlhabenderen Damen der feinen Gesellschaft. Gerne wohl auch, wenn sie auf Sylt Urlaub machen. Da sieht man solche Hosen echt oft.

Gerade heute hat sich die Trägerin solch einer Hose an einer Supermarktkasse an mir vorbeigedrängelt. Die Nase in den Wolken, legte Sie ihre Artikel auf das Förderband an der Kasse, wobei sie den Blick der Kassiererin durch schräges an die Decke starren mied, und selbige nach dem Einkauf anblaffte, dass sie keinen Kassenbon benötige.
Die Frau hatte etwas sehr verbissenes.
Sie war ganz in weiß gekleidet, verfügte über eine von Spezialisten sorgfältig in Stase versetzte Frisur, dicke goldene Ringe an mehreren Fingern, und – eben – diese absonderlichen Hochwasserhosen.
Eine Bekannte, die auch solche Hosen zu tragen pflegte, erwiderte auf meine Kritik einmal: „Das soll so, du Dummerchen!“
Das soll so? Was soll das? Beknackt aussehen? Mission erfolgreich. Was kommt als nächstes? Meterlange Clownsschuhe? Sombreros mit Antennen?

Mal als Beispiel: Seit den 80ern gibt es ja diesen Trend zu aufgeschlissenen Jeanshosen. Gerne mit zerfetztem Loch über den Knien. Das ist eine Sache, zu der man stehen kann, wie man will.
Die Knie schleißen bei einer Jeans gerne mal auf, und im Prinzip ist es ja positiv, wenn man sie dann weitertragen kann, obwohl entstandene Löcher ja nun keine wirklich praktische oder komfortable Funktion haben.
Spätestens dann jedoch, wenn man die Jeans mit fein säuberlich abgenähten Knielöchern herstellt, wird es albern. Das würde nämlich signalisieren, dass die Knie bei der Hose extra ausgespart wurden, um die Kniegelenke des Trägers bzw. der Trägerin der Zugluft auszusetzen. Und genau so etwas sind diese Hochwasserhosen.

Nein, moment, die Hochwasserhosen sind schlimmer: Die sähen nämlich selbst dann albern aus, wenn sie nicht fein säuberlich abgenäht wären, sondern zerfetzt abgerissen. Selbst bei einer Jeans, wäre das dämlich. Da würde man dann ja aussehen wie ein Schiffbrüchiger.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: , ,
Aug
19
2010
2

Nachtfotografie

Wahrscheinlich ist meine Kamera nicht allzu gut dazu geeignet, und mit Sicherheit muss ich noch lernen das neue Stativ auch bei Nacht einigermaßen gerade hinzustellen, aber meine ersten Gehversuche in der Kunst der Nachtfotografie will ich euch nicht vorenthalten:

Beim derzeitigen Wetter ist dies mit meiner derzeitigen Kamera das schärfste Bild vom Mond, was ich hinbekomme:

Ich find’s schon ganz okay – zumindest wenn ich daran denke, dass mit meiner letzten Kamera ein undefinierter weißer Fleck schon das höchste der Gefühle war.

Langzeitbelichtung ist so eine Sache: Wenn man sich verschätzt, bekommt man gerne mal viel zu helle Bilder. Ich denke mal das Mondlicht und die Strassenlaternen sind schuld:

Aber wenn man dann die geeignete Stelle findet, und ein wenig mit den Verschlußzeiten herumexperimentiert, dann sieht das schon ganz ordentlich aus:

Leider alles sehr grobkörnig, aber das ist ja irgendwie kein Wunder, immerhin war es annähernd zappenduster.

Witzig auch die Details. Auf folgendem Bild kann man einen Satteliten sehen, bzw. die Lichtspur, die er in 15 Sekunden am Himmel hinterlässt:

Alles in allem find ich es echt witzig solche Fotos zu schießen, auch wenn ich wohl noch ein wenig üben muss.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter:
Aug
19
2010
7

Rieseninsekt im Badezimmer

Ich glaube, es handelt sich um eine Hornisse. Die steht dann ja auch noch unter Naturschutz. Na prima. Wie bekomm ich die denn nun nach draußen?

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gruseliges | Schlagwörter:
Aug
14
2010
2

Schock! Philanthropische Energielobby droht mit Ausstieg aus dem Atomstrom!

Ist das jetzt Sommerloch oder Wunschdenken? Eine Ente? Ich bin mir selbst nicht so ganz sicher. Wie man bei Spiegel-Online nachlesen kann, drohen aber nun die Energiekonzerne mit dem Ausstieg aus der Atomenergie, den fast alle außer den Energiekonzernen sowieso schon seit 20 Jahren wollen.
Da will Schwarz-Gelb wohl eine Steuer auf Brennelemente einführen, eigentlich sinnig sowas, wenn man bedenkt dass es aufgrund der fehlenden Nachhaltigkeit auch Ökosteuer auf Benzin und Diesel gibt. Brennelemente sind sicher noch viel weniger nachhaltig als Diesel ist. Immerhin braucht man für Abgase aus Dieselmotoren keine teuren Endlager in undichten und einsturzgefährdeten Salzbergwerken.
Wenn jetzt die einzigen Nutznießer der Atomkraft mit Ausstieg „drohen“, fragt man sich direkt, was als nächstes kommt.
Droht morgen der Papst damit, dass Frauen Priester werden dürfen, wenn die Feministinnen nicht aufhören zu meckern? Oder Dieter Bohlen damit sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen?

Ich find das Sommerloch super: Es brachte uns bis jetzt schon Blumenkübel und die Androhung des Atomausstiegs von Seiten der Energiekonzerne. Wie geht es wohl weiter? Wir warten mit angehaltenem Atem!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Aug
11
2010
11

Unglaubliche Erkenntnisse bezüglich HartzIV

Beschert uns die Autorin und Filmemacherin Rita Knobel-Ulrich.

Nochmal die Erkenntnisse dieses Zusammenschnitts zusammengefasst:

  • Frau Knobel-Ulrich kann sich ein Taxi leisten.
  • Eine 4-köpfige Familie bekommt mehr HartzIV, als ein Taxifahrer, mit dem Frau Knobel-Ulrich sich unterhalten hat, erarbeitet.
  • Frau Knobel-Ulrich kann sich den Frisör leisten.
  • Ein unabhängiges Gutachten des Frisörs von Frau Knobel-Ulrich hat ergeben, dass ganz viele HartzIV-Empfänger sich nicht bewegen wollen, und daher nebenbei arbeiten
  • Frau Knobel-Ulrich putzt nicht gerne.
  • Bei HartzIV-Empfängern ist Menschenwürde nicht so wichtig, weil viele Niedriglöhner auch keine haben, wenn sie morgens mit der U-Bahn zur Arbeit fahren.(So versteh ich den Passus zumindest)
  • Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Wenn dieser hochinteressante Zusammenschnitt jedoch eines zeigt, ist dies, wie wenig Ahnung Menschen mit gesichtertem Einkommen vom Leben eines HartzIV-Empfängers oder Niedriglöhners haben. Und das Publikum klatscht ihr auch noch zu. Traurig.

Noch ein paar Links zu dem Thema:
Am 25.5 2008 war Frau Knobel Ulrich schonmal bei Anne Will, und hat da ganz ähnlich vom Stapel gelassen:
Nebenbei bemerkt… Applaus für Rita Knobel-Ulrich

Auch zu der Sendung von 2008 gibt es diesen offenen Brief an Frau Knobel-Ulrich:
das-kleine-nachtbuechlein.blog.de Offener Brief an Frau Dr. Rita Knobel-Ulrich…

Die gute Frau hat vertritt also schon länger die Meinung, dass HartzIV-Empfänger viel zu viel Geld bekommen, und viele von ihnen „sich nicht bewegen“ wollen.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter:
Aug
10
2010
8

Oh, wie schön ist Internet…

In ARD und ZDF wird das Internet behandelt, als sei es Ausland. Wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen über das Internet – oder Sachen im Internet – berichtet, so mutet dies immer so an, als handele es sich um einen Reisebericht von der Japanreise.
Die Internetseiten werden vor dem Bericht kopiert und gegebenenfalls bearbeitet, genauso wie man seine Urlaubsdias von der Japanreise auch genau auswählen würde.

Links bekommt man auch nicht. Es reicht ja immerhin, wenn die öffentlich-rechtlichen Journalisten im Internet gewesen sind, es hat ja keinen Sinn, den Zuschauer auch noch in Gefahr zu bringen. Außerdem würde man seinem Bekanntenkreis nach einer Japanreise auch nicht die Adresse des schnuckeligen Restaurants in Tokio mitteilen: Die könnten ja gar nichts damit anfangen.

Wichtig ist auch, dass der Bericht über das ferne Land „Internet“ ausgewogen ist, denn zu viele nützliche Informationen verkraftet kein Zuschauer. Darum beginnt man meist mit irgendwelchen „ernsten“ Nachrichten, und arbeitet sich langsam zum erbaulichen Youtubevideo am Ende des Berichtes vor.

Dort haben wir dann eine Spraydosenanimation, einen niesenden Panda, oder irgendetwas anderes, was den Zuseher nach der Schilderung der Gefahren wieder auflockern soll. Auch hier bekommen wir keinen Link, denn immerhin ist das Video ja schon im Fernsehen, das bekanntlich viel mehr Leute erreicht, als das Internet.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: , ,
Aug
04
2010
0

Rabenvögel: Gefleckte Krähe

Kaum hat man stolz und nach monatelangem auf der Lauer liegen ein Bild von einer vermeindlichen Rebelkrähe geschossen, sei dieses auch in der Qualität in der es sonst nur Aufnahmen von Nessie oder Bigfoot gibt, verhöhnen einen diese Vögel, indem sie fortan direkt vor der Kamera herumspazieren.
So passiert heute am Westerländer Bahnhof:

Wie eine Nebelkrähe sieht dieser gefiederte Freund nicht gerade aus, und für eine Rabenkrähe hat er eindeutig zu viele weiße Flecken. Auch dies eine Rebelkrähe?

Ich hab mich vorsichtig mit der Kamera in einigem Abstand um das Tier herumbewegt, um es auf Digitalfilm zu bannen. Irgendwann wurde dem Vogel die durch mich zugekommene Aufmerksamkeit aber doch ein wenig gruselig, und er flog weg:

Hier ein interessanter Artikel zu Rebelkrähen: LINK!

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: ,
Aug
03
2010
0

Redundante Redundanzschilder sind redundant

Ja, ich weiß, schon wieder ein Schild, ich würde ja auch viel lieber mal etwas anderes bloggen, so zur Abwechslung, aber ich blogge die Schilder, wie sie mir vor die Linse kommen.

Ein besonders schönes Beispiel kreativer Beschilderung (und Orthographie) findet sich bei uns im Ort an einem Altkleidercontainer auf dem Parkplatz eines Supermarktes.

Dem Kenner fällt an diesem improvisierten Schild sofort das Fehlen jeglicher Ausrufezeichen auf. Es stellt sich die Frage, ob dieses eine absichtliche Entscheidung des Schildschöpfers war, oder selbiger nur nicht darüber informiert war, dass es in der Welt der Schilder Ausrufezeichen gratis dazu gibt!!!
Aber das soll uns nicht weiter kümmern. Freuen wir uns einfach einmal, dass wir weder durch eine besonders auffällige Schriftart, noch durch eine Schwemme von Ausrufezeichen optisch angeschrien werden.

Zuerst weist uns das Schild in leicht kreativer Rechtschreibung darauf hin, dass „Unerlaubte Müllentsorgung“ zu „Unterlassen“ ist.
Hier handelt es sich um ein klassisches Verbot, das in Gebotsform gefasst ist. Statt die Entsorgung von Müll zu verbieten, wird einem hier befohlen es zu unterlassen dies zu tun.
Das Eigenschaftswort „Unerlaubt“ wirkt hier leicht überflüssig, denn es ist schwer vorstellbar, dass es in bestimmten Fällen eine Erlaubnis dafür gibt, Müll in einem Altkleidercontainer zu entsorgen.
Oder ist mit dem implizierten „erlaubten Müll“ etwa alte Kleidung gemeint?
Auch das scheint unwahrscheinlich, weisen solche Container doch generell (auf anderen Schildern) darauf hin, dass die eingeworfene Kleiderspende sauber und prinzipiell noch tragbar sein muss. Kleidung die als „Müll“ bezeichnet werden kann, ist dies in der Regel nicht, es sei denn, es handelt sich um die abgelegten Bühnenoutfits von MC Hammer.

Weiter weist uns das Schild darauf hin, dass „bei Missachtung“ des obigen Gebots der Unterlassung der unerlaubten Müllentsorgung, „dies strafrechtlich geahndet“ wird. Lassen wir uns einmal den angedrohten Sachverhalt auf der Zunge zergehen: Für das Unterlassen des Unterlassens der unerlaubten Entsorgung von Müll gibt es eine Ahndung. Und zwar strafrechtlich.
Eine „Ahndung“ ist eine Bestrafung. Ein nicht befolgen des Negativgebots führt also eine strafrechtliche Bestrafung nach sich.

Der Hinweis, dass die angedrohte „Ahndung“ strafrechtlich erfolgt, ist in so fern vielleicht noch sinnvoll, als dass auch nicht vom Strafrecht gedeckte öffentliche Auspeitschungen durch DRK-Mitglieder eine Ahndung darstellen würden.
Ist es jedoch notwendig, das Wort „strafrechtlich“ auch noch zu unterstreichen? Weißt der Unterstrich auf eine besondere Betonung hin, oder soll nur noch einmal hervorgehoben werden, dass eine strafrechtliche Ahndung im Falle einer Unterlassungsunterlassung möglich wäre?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter:

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Sep
09
2010
6

Rekursiver Inzest und das kleine Problem mit der Münze aus dem Nichts

Ich hab heute bei einem Videoabend in kleiner Gruppe mal wieder einen Zeitreisefilm gesehen, und danach kam dann noch das Gespräch auf das generelle Genre des Zeitreisefilms.
Mir ist unter anderem aufgefallen, dass kaum ein guter Zeitreisefilm ohne Liebesgeschichte – und wenn es im Subplot ist – auskommt. Die einzige Ausnahme, die mir da spontan einfällt ist „Time Bandits“.
Aber das ist jetzt nicht das Thema, obwohl dieses enge Band zwischen Zeitreisestory und Liebesgeschichte sicher selbst einen Artikel wert ist.

Die Rede kam vielmehr auch wieder auf den Film „Time Rider“, eine Perle des Zeitreisefilms aus den 80ern, den man leider nur noch auf VHS findet. Wann kommt da bitte endlich die DVD? Der Film ist klasse!
In „Time Rider“ geht es um einen Cross-Biker namens Lyle Swann, der sich bei einer Ralley irgendwo in der Wüste von Texas oder New Mexico verfährt und ohne es zu merken, mitten in ein geheimes Zeitreiseexperiment der Regierung hineinfährt.
Noch immer ohne etwas zu ahnen, landet er im wilden Westen, und gerät an Banditen, Dorfbewohner und Gesetzeshüter. Die Banditen wollen das Dorf ausplündern und Lyle Swanns Motorrad stehlen, der Gesetzeshüter will den Oberbanditen zur Rechenschaft ziehen und eine Frau bei den Dorfbewohnern flirtet auf eine sehr agressive Weise mit Lyle.
Eine Besonderheit dieses Films ist, dass Lyle den ganzen Film über annimmt, er sei immer noch in der Gegenwart, und die Leute seien halt nur irgendwelche Hinterwäldler oder Sektenmitglieder. Das finde ich gut, denn nichts ist peinlicher in einem Zeitreisefilm, als ein Typ, der in abgerissenen Klamotten durch die Stadt läuft, und nach dem Jahr fragt.
Wer fragt schon nach dem Jahr? Ich würde nicht nach dem Jahr fragen. Nur Irre fragen nach dem Jahr. Geistig gesunde Menschen würden erst einmal gar nicht auf den Gedanken kommen, dass sie eventuell in der Zeit gereist sind, und wenn sich die Beweise für ebendies zu verdichten begönnen, es vehement anzweifeln. Wenn geistig gesunde Menschen sich tatsächlich mit dem Gedanken anzufreunden begönnen, sie seien in der Zeit gereist, würden sie immer noch nicht nach dem Jahr fragen, sondern in eine Zeitung schauen, oder in die Bibliothek gehen.
Niemand fragt nach dem Jahr.

Aber auch das ist nicht das Thema.
Die junge Frau mit der agressiven Ader, mit der Lyle Swann anbändelt und später sogar schläft, stellt sich im Laufe der Handlung des Filmes als seine eigene Großmutter heraus und Lyle Swann ist somit sein eigener Großvater. Außerdem gibt er in der Vergangenheit der Frau eine Glücksmünze, die er von seiner Oma bekommen hat, welche diese von Lyles Großvater in der Vergangenheit bekam.
Können noch alle folgen?
19Keks gibt also Lyles Oma ihm eine Silbermünze von Lyles Opa. Später reist Lyle nach 18keks zurück, mit eben dieser Münze.Dort wird er zu seinem eigenen Großvater, und gibt seiner Oma die Münze.

Wo genau kommt die Münze her? In der Weltsicht von einer unveränderlichen Zeitlinie ist die Münze in dieser Zeitschleife einfach vorhanden. Sie reist ständig von 19keks nach 18keks, und altert dann wieder ganz normal, bis sie wieder in 19keks angekommen ist, und von dort wieder zurückreisen kann.
Die Münze wird nirgendwo geprägt, noch wird sie je ausgegeben, weil sie vor und nach der Zeitschleife nicht existiert, sondern in ihr ständig im Kreis reist.
Das große Problem an der Sache ist jedoch nicht, wo und wann die Münze hergestellt wurde. Viel gravierender ist, dass sie sich eigentlich – der Entropie folgend – in der Zeitschleife ständig abnutzen müsste, bis sie irgendwann so abgegriffen ist, dass sie einfach verschwindet.
Das ist aber wieder nicht mit der Theorie einer unveränderlichen Zeitline vereinbar, denn in ihr muss auch die Münze unveränderlich sein, denn sonst ist die Zeitschleife nicht unveränderlich, noch ist es die Zeitlinie.
Die Geschichte um die Münze kann in einem Zeitreisemodell mit einer unveränderlichen Zeitlinie also nicht funktionieren. Bleibt mein persönlicher Favorit, die „viele-Welten-Theorie“.
In dieser Theorie sorgt jeder Eingriff in die Vergangenheit für eine etwas andere Zeitlinie, und schafft somit eine Parallelwelt mit einer, möglicherweise nur subtil unterschiedlichen, aber eben etwas anderen Zukunft.

Wie sieht die Reise der Münze hier aus?
In einer alternativen Parallelwelt, die vom Film direkt nicht abgebildet wird, reist ein alternativer Lyle Swann, der noch einen ganz anderen Großvater als sich selbst hat, als erster von allen Lyle Swanns im Multiversum in die Vergangenheit, trifft die Frau ( seine Großmutter ) in der Vergangenheit, schläft anstatt seines ursprünglichen Großvaters mit ihr, und sorgt so für eine Parallelwelt, in der ein Lyle Swann geboren wird, dessen Großvater er ist. Dieser Frau gibt er zum Andenken die Silbermünze, die in seiner subjektiven Vergangenheit noch ganz normal hergestellt wurde. Seine Großmutter bewahrt die Münze als Souvenir an den seltsamen Bettgefährten auf, der so schnell in ihr Leben kam, und so schnell wieder daraus verschwand. Sie macht aus der Münze einen Anhänger für eine Kette, und schenkt diesen dann später ihrem Enkelsohn. Dieser reist in die Vergangenheit zurück, und von dort an befinden wir uns in einer Zeitspirale, die sich seitwärts durch die Zeit bewegt. Die Kette mit der Münze wandert durch unzählige Parallelwelten, bis sie völlig abgenutzt ist.
In diesem Modell vertragen sich Entropie und Zeitreiselogik.

Aber was ist mit der Sache, dass Lyle Swann sein eigener Großvater ist?
In dem Modell mit den Parallelwelten ist es bei jeder neuen Schlaufe der Zeitspirale ein genetisch etwas anderer Lyle Swann, der in die Vergangenheit reist, und jedes mal mit seiner in allen Parallelwelten genetisch gleichen Großmutter schläft, um schließlich eine genetisch etwas andere Version von sich selbst zu erzeugen.
Der ursprüngliche genetische Code von Lyle Swann wird also immer weiter verwässert, bis vom Großvater aus der ursprünglichen Welt, in der die Zeitschleife startete, kein genetisches Material mehr in ihm enthalten ist, und Lyle Swann so mit seiner Großmutter genetisch identisch werden muss.
In der Theorie mit den vielen Welten ist es also schier unmöglich, sein eigener Großvater zu sein.

In dem Modell mit der unveränderlichen Zeitlinie ist dies jedoch wiederum kein Problem: Lyle reist zurück, zeugt einen Nachkommen mit einem Teil seines genetischen Materials, der wiederum ihn zeugt – oder zur Welt bringt. Das beide Lyle Swanns genetisch identisch sind, ist zwar immer noch ein Zufall, aber eben nur ein Zufall, der nur einmal passieren muss, und nicht immer wieder, wie es in einer Zeitspirale wäre.

Münze geht also nur in „viele Welten“, eigener Großvater geht nur in „unveränderliche Zeitlinie“.

Ich bin verwirrt.

Written by Heiko C. in: Filme,Wahnhaftes | Schlagwörter:
Aug
27
2010
4

Westerwelle in Gefahr!

Erinnert ihr euch noch, dass Guido Westerwelle ein Komplott der Medien vermutet hat, als kaum ein Medium seine Kritik an HartzIV-Empfängern gut finden wollte, und er außerdem wegen vergnüglicher Auslandsreisen mit Freunden aus der Wirtschaft selbst in der Kritik stand?
Irgendwie hat er da wohl nicht eingesehen, dass tatsächlich nicht alle sein Verhalten okay finden, im Gegenteil.

Warum er teilweise so empfindlich reagiert könnte aber teilweise tatsächlich an den Medien liegen.
So gab es Anfang August in der BZ diese Schlagzeile:

„Afghanistan Einsatz: Westerwelle: Gezielte Tötung rechtens“ (LINK)

Wenn man nur die Schlagzeile liest, und keine Ahnung hat, worum es geht, mag hier der Eindruck entstehen, als sei Westerwelle selbst quasi zum Abschuß freigegeben. Dem ist natürlich nicht so.
Offenbar ist der BZ diese Ambiguität wohl inzwischen bewusst geworden, denn mittlerweile hat man die Schlagzeile folgendermaßen geändert:

„Westerwelle: Taliban-Bekämpfung rechtens“ (LINK)

Nun ist diese Schlagzeile sicher eindeutig im Bezug auf eine vermutete Vogelfreiheit unseres Vizekanzlers, allerdings ist sie in Bezug auf die Sache leider ein wenig unpräziser.
Was genau ist „Taliban-Bekämpfung“? Dass es sich hier um die gezielte Tötung einzelner Talibanfüher handelt, geht aus dieser Überschrift nun nicht mehr hervor. Aber man kann eben nicht alles haben.

Daß Zufälle, wie diese unglückliche Schlagzeile kein Einzelfall sind, beweist auch dieser Screenshot von Google-News:

…aber da ist wohl keiner schuld, sondern sicher wirklich nur etwas verrutscht.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches,Lustiges,Politisches | Schlagwörter: , ,
Aug
23
2010
3

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Einen der albernsten der leider sehr langlebigen Modetrends finde ich die sogenannten 3/4-Hosen.
Hierbei handelt es sich um Hosen, bei denen das untere Viertel der Beinröhren fehlt. Als ich solch eine Hose vor einigen Jahren das erste Mal sah, war mein erster Gedanke, dass die Trägerin sich nicht selbst anziehen kann, weil sie sonst bemerkt hätte, dass sie Hochwasser trage.
Leider sind heute – wie erwähnt Jahre später – solche Hosen immer noch sehr beliebt, besonders – aber nicht nur, wie es scheint – bei wohlhabenderen Damen der feinen Gesellschaft. Gerne wohl auch, wenn sie auf Sylt Urlaub machen. Da sieht man solche Hosen echt oft.

Gerade heute hat sich die Trägerin solch einer Hose an einer Supermarktkasse an mir vorbeigedrängelt. Die Nase in den Wolken, legte Sie ihre Artikel auf das Förderband an der Kasse, wobei sie den Blick der Kassiererin durch schräges an die Decke starren mied, und selbige nach dem Einkauf anblaffte, dass sie keinen Kassenbon benötige.
Die Frau hatte etwas sehr verbissenes.
Sie war ganz in weiß gekleidet, verfügte über eine von Spezialisten sorgfältig in Stase versetzte Frisur, dicke goldene Ringe an mehreren Fingern, und – eben – diese absonderlichen Hochwasserhosen.
Eine Bekannte, die auch solche Hosen zu tragen pflegte, erwiderte auf meine Kritik einmal: „Das soll so, du Dummerchen!“
Das soll so? Was soll das? Beknackt aussehen? Mission erfolgreich. Was kommt als nächstes? Meterlange Clownsschuhe? Sombreros mit Antennen?

Mal als Beispiel: Seit den 80ern gibt es ja diesen Trend zu aufgeschlissenen Jeanshosen. Gerne mit zerfetztem Loch über den Knien. Das ist eine Sache, zu der man stehen kann, wie man will.
Die Knie schleißen bei einer Jeans gerne mal auf, und im Prinzip ist es ja positiv, wenn man sie dann weitertragen kann, obwohl entstandene Löcher ja nun keine wirklich praktische oder komfortable Funktion haben.
Spätestens dann jedoch, wenn man die Jeans mit fein säuberlich abgenähten Knielöchern herstellt, wird es albern. Das würde nämlich signalisieren, dass die Knie bei der Hose extra ausgespart wurden, um die Kniegelenke des Trägers bzw. der Trägerin der Zugluft auszusetzen. Und genau so etwas sind diese Hochwasserhosen.

Nein, moment, die Hochwasserhosen sind schlimmer: Die sähen nämlich selbst dann albern aus, wenn sie nicht fein säuberlich abgenäht wären, sondern zerfetzt abgerissen. Selbst bei einer Jeans, wäre das dämlich. Da würde man dann ja aussehen wie ein Schiffbrüchiger.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: , ,
Aug
19
2010
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Nachtfotografie

Wahrscheinlich ist meine Kamera nicht allzu gut dazu geeignet, und mit Sicherheit muss ich noch lernen das neue Stativ auch bei Nacht einigermaßen gerade hinzustellen, aber meine ersten Gehversuche in der Kunst der Nachtfotografie will ich euch nicht vorenthalten:

Beim derzeitigen Wetter ist dies mit meiner derzeitigen Kamera das schärfste Bild vom Mond, was ich hinbekomme:

Ich find’s schon ganz okay – zumindest wenn ich daran denke, dass mit meiner letzten Kamera ein undefinierter weißer Fleck schon das höchste der Gefühle war.

Langzeitbelichtung ist so eine Sache: Wenn man sich verschätzt, bekommt man gerne mal viel zu helle Bilder. Ich denke mal das Mondlicht und die Strassenlaternen sind schuld:

Aber wenn man dann die geeignete Stelle findet, und ein wenig mit den Verschlußzeiten herumexperimentiert, dann sieht das schon ganz ordentlich aus:

Leider alles sehr grobkörnig, aber das ist ja irgendwie kein Wunder, immerhin war es annähernd zappenduster.

Witzig auch die Details. Auf folgendem Bild kann man einen Satteliten sehen, bzw. die Lichtspur, die er in 15 Sekunden am Himmel hinterlässt:

Alles in allem find ich es echt witzig solche Fotos zu schießen, auch wenn ich wohl noch ein wenig üben muss.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter:
Aug
19
2010
7

Rieseninsekt im Badezimmer

Ich glaube, es handelt sich um eine Hornisse. Die steht dann ja auch noch unter Naturschutz. Na prima. Wie bekomm ich die denn nun nach draußen?

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gruseliges | Schlagwörter:
Aug
14
2010
2

Schock! Philanthropische Energielobby droht mit Ausstieg aus dem Atomstrom!

Ist das jetzt Sommerloch oder Wunschdenken? Eine Ente? Ich bin mir selbst nicht so ganz sicher. Wie man bei Spiegel-Online nachlesen kann, drohen aber nun die Energiekonzerne mit dem Ausstieg aus der Atomenergie, den fast alle außer den Energiekonzernen sowieso schon seit 20 Jahren wollen.
Da will Schwarz-Gelb wohl eine Steuer auf Brennelemente einführen, eigentlich sinnig sowas, wenn man bedenkt dass es aufgrund der fehlenden Nachhaltigkeit auch Ökosteuer auf Benzin und Diesel gibt. Brennelemente sind sicher noch viel weniger nachhaltig als Diesel ist. Immerhin braucht man für Abgase aus Dieselmotoren keine teuren Endlager in undichten und einsturzgefährdeten Salzbergwerken.
Wenn jetzt die einzigen Nutznießer der Atomkraft mit Ausstieg „drohen“, fragt man sich direkt, was als nächstes kommt.
Droht morgen der Papst damit, dass Frauen Priester werden dürfen, wenn die Feministinnen nicht aufhören zu meckern? Oder Dieter Bohlen damit sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen?

Ich find das Sommerloch super: Es brachte uns bis jetzt schon Blumenkübel und die Androhung des Atomausstiegs von Seiten der Energiekonzerne. Wie geht es wohl weiter? Wir warten mit angehaltenem Atem!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Aug
11
2010
11

Unglaubliche Erkenntnisse bezüglich HartzIV

Beschert uns die Autorin und Filmemacherin Rita Knobel-Ulrich.

Nochmal die Erkenntnisse dieses Zusammenschnitts zusammengefasst:

  • Frau Knobel-Ulrich kann sich ein Taxi leisten.
  • Eine 4-köpfige Familie bekommt mehr HartzIV, als ein Taxifahrer, mit dem Frau Knobel-Ulrich sich unterhalten hat, erarbeitet.
  • Frau Knobel-Ulrich kann sich den Frisör leisten.
  • Ein unabhängiges Gutachten des Frisörs von Frau Knobel-Ulrich hat ergeben, dass ganz viele HartzIV-Empfänger sich nicht bewegen wollen, und daher nebenbei arbeiten
  • Frau Knobel-Ulrich putzt nicht gerne.
  • Bei HartzIV-Empfängern ist Menschenwürde nicht so wichtig, weil viele Niedriglöhner auch keine haben, wenn sie morgens mit der U-Bahn zur Arbeit fahren.(So versteh ich den Passus zumindest)
  • Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Wenn dieser hochinteressante Zusammenschnitt jedoch eines zeigt, ist dies, wie wenig Ahnung Menschen mit gesichtertem Einkommen vom Leben eines HartzIV-Empfängers oder Niedriglöhners haben. Und das Publikum klatscht ihr auch noch zu. Traurig.

Noch ein paar Links zu dem Thema:
Am 25.5 2008 war Frau Knobel Ulrich schonmal bei Anne Will, und hat da ganz ähnlich vom Stapel gelassen:
Nebenbei bemerkt… Applaus für Rita Knobel-Ulrich

Auch zu der Sendung von 2008 gibt es diesen offenen Brief an Frau Knobel-Ulrich:
das-kleine-nachtbuechlein.blog.de Offener Brief an Frau Dr. Rita Knobel-Ulrich…

Die gute Frau hat vertritt also schon länger die Meinung, dass HartzIV-Empfänger viel zu viel Geld bekommen, und viele von ihnen „sich nicht bewegen“ wollen.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter:
Aug
10
2010
8

Oh, wie schön ist Internet…

In ARD und ZDF wird das Internet behandelt, als sei es Ausland. Wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen über das Internet – oder Sachen im Internet – berichtet, so mutet dies immer so an, als handele es sich um einen Reisebericht von der Japanreise.
Die Internetseiten werden vor dem Bericht kopiert und gegebenenfalls bearbeitet, genauso wie man seine Urlaubsdias von der Japanreise auch genau auswählen würde.

Links bekommt man auch nicht. Es reicht ja immerhin, wenn die öffentlich-rechtlichen Journalisten im Internet gewesen sind, es hat ja keinen Sinn, den Zuschauer auch noch in Gefahr zu bringen. Außerdem würde man seinem Bekanntenkreis nach einer Japanreise auch nicht die Adresse des schnuckeligen Restaurants in Tokio mitteilen: Die könnten ja gar nichts damit anfangen.

Wichtig ist auch, dass der Bericht über das ferne Land „Internet“ ausgewogen ist, denn zu viele nützliche Informationen verkraftet kein Zuschauer. Darum beginnt man meist mit irgendwelchen „ernsten“ Nachrichten, und arbeitet sich langsam zum erbaulichen Youtubevideo am Ende des Berichtes vor.

Dort haben wir dann eine Spraydosenanimation, einen niesenden Panda, oder irgendetwas anderes, was den Zuseher nach der Schilderung der Gefahren wieder auflockern soll. Auch hier bekommen wir keinen Link, denn immerhin ist das Video ja schon im Fernsehen, das bekanntlich viel mehr Leute erreicht, als das Internet.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: , ,
Aug
04
2010
0

Rabenvögel: Gefleckte Krähe

Kaum hat man stolz und nach monatelangem auf der Lauer liegen ein Bild von einer vermeindlichen Rebelkrähe geschossen, sei dieses auch in der Qualität in der es sonst nur Aufnahmen von Nessie oder Bigfoot gibt, verhöhnen einen diese Vögel, indem sie fortan direkt vor der Kamera herumspazieren.
So passiert heute am Westerländer Bahnhof:

Wie eine Nebelkrähe sieht dieser gefiederte Freund nicht gerade aus, und für eine Rabenkrähe hat er eindeutig zu viele weiße Flecken. Auch dies eine Rebelkrähe?

Ich hab mich vorsichtig mit der Kamera in einigem Abstand um das Tier herumbewegt, um es auf Digitalfilm zu bannen. Irgendwann wurde dem Vogel die durch mich zugekommene Aufmerksamkeit aber doch ein wenig gruselig, und er flog weg:

Hier ein interessanter Artikel zu Rebelkrähen: LINK!

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: ,
Aug
03
2010
0

Redundante Redundanzschilder sind redundant

Ja, ich weiß, schon wieder ein Schild, ich würde ja auch viel lieber mal etwas anderes bloggen, so zur Abwechslung, aber ich blogge die Schilder, wie sie mir vor die Linse kommen.

Ein besonders schönes Beispiel kreativer Beschilderung (und Orthographie) findet sich bei uns im Ort an einem Altkleidercontainer auf dem Parkplatz eines Supermarktes.

Dem Kenner fällt an diesem improvisierten Schild sofort das Fehlen jeglicher Ausrufezeichen auf. Es stellt sich die Frage, ob dieses eine absichtliche Entscheidung des Schildschöpfers war, oder selbiger nur nicht darüber informiert war, dass es in der Welt der Schilder Ausrufezeichen gratis dazu gibt!!!
Aber das soll uns nicht weiter kümmern. Freuen wir uns einfach einmal, dass wir weder durch eine besonders auffällige Schriftart, noch durch eine Schwemme von Ausrufezeichen optisch angeschrien werden.

Zuerst weist uns das Schild in leicht kreativer Rechtschreibung darauf hin, dass „Unerlaubte Müllentsorgung“ zu „Unterlassen“ ist.
Hier handelt es sich um ein klassisches Verbot, das in Gebotsform gefasst ist. Statt die Entsorgung von Müll zu verbieten, wird einem hier befohlen es zu unterlassen dies zu tun.
Das Eigenschaftswort „Unerlaubt“ wirkt hier leicht überflüssig, denn es ist schwer vorstellbar, dass es in bestimmten Fällen eine Erlaubnis dafür gibt, Müll in einem Altkleidercontainer zu entsorgen.
Oder ist mit dem implizierten „erlaubten Müll“ etwa alte Kleidung gemeint?
Auch das scheint unwahrscheinlich, weisen solche Container doch generell (auf anderen Schildern) darauf hin, dass die eingeworfene Kleiderspende sauber und prinzipiell noch tragbar sein muss. Kleidung die als „Müll“ bezeichnet werden kann, ist dies in der Regel nicht, es sei denn, es handelt sich um die abgelegten Bühnenoutfits von MC Hammer.

Weiter weist uns das Schild darauf hin, dass „bei Missachtung“ des obigen Gebots der Unterlassung der unerlaubten Müllentsorgung, „dies strafrechtlich geahndet“ wird. Lassen wir uns einmal den angedrohten Sachverhalt auf der Zunge zergehen: Für das Unterlassen des Unterlassens der unerlaubten Entsorgung von Müll gibt es eine Ahndung. Und zwar strafrechtlich.
Eine „Ahndung“ ist eine Bestrafung. Ein nicht befolgen des Negativgebots führt also eine strafrechtliche Bestrafung nach sich.

Der Hinweis, dass die angedrohte „Ahndung“ strafrechtlich erfolgt, ist in so fern vielleicht noch sinnvoll, als dass auch nicht vom Strafrecht gedeckte öffentliche Auspeitschungen durch DRK-Mitglieder eine Ahndung darstellen würden.
Ist es jedoch notwendig, das Wort „strafrechtlich“ auch noch zu unterstreichen? Weißt der Unterstrich auf eine besondere Betonung hin, oder soll nur noch einmal hervorgehoben werden, dass eine strafrechtliche Ahndung im Falle einer Unterlassungsunterlassung möglich wäre?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter: