Jan
16
2009
0

Karate!

Nach geschätzten 17 Jahren versuch ichs nochmal mit Karate. Eines hat sich seitdem verändert: Ich bin größer geworden, und zwar in alle Dimensionen. ..und ich kann ohne Brille nichts mehr sehen. Gut, zwei Dinge haben sich verändert.
Eigentlich bin ich heute nur vor und zurückgelaufen, aber das richtig zu machen ist irgendwie anstrengender als ich es in Erinnerung hatte.
Besser als Schwimmen? Keine Ahnung. Sicher, man kann sich aus einer brenzichen Situation nur herausschwimmen, wenn man an einem Gewässer ist, oder sonst irgendwelche maritimen Gegebenheiten passieren, und Karate ist da vielseitiger einsetzbar. Allerdings rechne ich weder in ein Bootsunglück verwickelt zu werden, noch glaube ich, dass eine chinesische konkurrierende Putzfirma unseren Laden mittels Kung Fu aus dem Geschäft drängen will, also sind das rein hypothetische Erwägungen.
Schwimmen hat allerdings auch was für sich: Man bleibt sauber! Man schwitzt zwar genauso, doch ist im Wasser, so dass es egal ist.
Hm. Mal sehen… Ich halte euch auf dem Laufenden…

Written by Heiko C. in: Zwischenmenschliches |
Jan
11
2009
1

Gottlos fluchen

OKay, nun bin ich also vom Agnostizismus zum Atheismus gekommen. Ich mein: Der Sohn Gottes und einer verheirateten (!) Jungfrau (!!) macht Wasser zu Wein, und kommt von den Toten wieder. Wenn ich ehrlich bin habe ich das noch nie wörtlich und auch schon länger nicht mehr im übertragenen Sinne geglaubt. [Nachtrag: Vor allen Dingen was soll das denn bedeuten, wenn’s im übertragenen Sinne ist? Ergibt das für irgendwen einen Sinn? Oder diese Sache mit der Dreifaltigkeit, was soll das?] Vielleicht, habe ich eine Zeitlang gedacht, gibt es ja sowas wie ein kollektives Bewusstsein, aius dem wir alle hervorgehen, und in dem wir auch alle wieder enden, wenn wir sterben. Ich glaube an sowas hin und wieder mal mehr und mal weniger.
Was hätte dieser Wischiwaschi-Pantheismus aber mit dem Christentum oder auch nur einem Glauben an einen herkömmlichen Gott zu tun? Eben: Nöchts.
Also was rede ich mir noch ein evangelisch zu sein? Ist doch eh alles nur ausgedacht, oder? Also werde auch ich dem Beispiel einiger anderer großer Denker (Muhaha!) folgen, und aus der Kirche austreten, auch wenn Pastoren nette Leute sind, und die Kirchen immer Leuten zu helfen versuchen.
Problem des neugewonnenen Atheismus: Wie zum Teufel soll ich fluchen? Seht ihr? Geht nicht, verdammt noch eins. Sowohl der Teufel als auch die Verdammnis selbst sind Konzepte die aus dem Christentum, oder zumindest doch aus der Religion hervorgehen. Ohne diese zu fluchen erscheint allerdings ziemlich schwer zu sein, oder zumindest ziemlich dämlich zu klingen.
Verbimst noch eins! Verflixt und zugenäht! Auch „Zum Henker!“ klingt nicht so recht in einem Land ohne Todesstrafe. Gut, wenn die EU-Verfassung irgendwann in Kraft tritt, haben wir wieder die Todesstrafe, vielleicht gehts dann besser, sollte ich dann noch im Gebiet der EU wohnen. Aber wie fluche ich in der Zwischenzeit? „Verdammte Axt!“, war bisher immer meine Leib- und Magenverwünschung. Aber das geht ja auch nicht mehr, und „Verflixte Axt!“ klingt irgendwie grenzdebil.
Die einzige Zuflucht beim Fluchen ohne Gott sehe ich in der Fäkalsprache. Sie als einzige hat genug Kraft mit der Religion mitzuziehen. „Scheiße! Scheißdreck!“, mag zwar ungehörig klingen, hat aber Kraft. Und das ist wichtig für Kraftausdrücke. Kennt jemand andere Kraftausdrücke ohne Gott? Vielleicht etwas wo man nicht unbedingt wie ein Droschkenkutscher aus der Kaiserzeit klingt?
Ich glaube sonst bleib ich so lange bei „Gna!“ Obwohl … wie schreibt Professor Wikipedia: „Gna gehört zu den Asen der nordischen Mythologie und ist Dienerin und Botschafterin der Göttin Frigg. Gna überbringt die Botschaften auf ihrem Pferd Hófvarpnir („Hufwerfer“), mit dem sie durch die Lüfte und übers Wasser reitet.“

Jan
10
2009
15

Auf den Flughund gekommen…

Gna! Irgendwie sind Vampire auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wenn wir uns anschicken díe Geschichte der Filmvampire von Anfang an anzusehen, müssen wir eben diesen Anfang in Deutschland suchen. Und zwar bei Murnaus „Nosferatu“. Graf Orlock in diesem Film ist zugleich der erste Vampir auf der Leinwand und ebenso die große Ausnahme. Max Schreck spielt den Vampir dreckig, eklig und unglaublich hässlich. Der schon wenige Jahre später von Bela Lugosi gespielte Dracula wirkte schon ganz anders, und sollte für Jahre, im Grunde für den Rest des 20ten Jahrhunderts definieren wie ein Vampir zu sein hat: Elegant, hypnotisch, irgendwie unheimlich und anziehend und vor allen Dingen SAUBER, wenn auch manchmal ein wenig verstaubt.
In Blade beginnt dann der Schichtwechsel. Udo Kier spielt hier einen der Obervampire, und er entspricht noch ganz dem Klischee, welches im übrigen auch eher Bram Stokers Romanvorlage entspricht als beispielsweise Nosferatu. Kiers Protovampir steht in der Handlung ein junger Emporkömmling gegenüber, der von einem ebensolchen neuen Vampirbild zeugt. Während der klassische rumänische Blutsauger tagsüber schön zuhause bleibt, kleistert sich Deacon Frost einfach mit Sonnencreme zu, und geht in den Stadtpark um Vampirjäger zu bedrohen.
Konkurrenz in der Vampirgesellschaft wird wie bei der Mafia entsorgt, und Frosty Neuvampir schwingt sich zum Oberherrscher über die hämophilen Sülznasen auf. Der Mensch soll wieder mal versklavt werden. Dass die Zukunftsvisionen blonder Schnulliboyvampire irgendwie rein demografisch zu Problemen führen müssen, darauf will ich jetzt nicht eingehen,
Gehen wir lieber zum nächsten Film: 30 Tage Dunkelheit. (Oder 30 Tage Nacht, ich bin mir nicht ganz sicher)
Der Plot: In einem verträumten Weiler in Alaska, der einen Monat lang Polarnacht hat, und außerdem noch – praktischerweise – in dieser Zeit keinen Kontakt zum Rest der Welt hat, planen Vampire die Fresstour ihres Lebens. … oder ihres Untotseins. Wie auch immer.
Der Plot hört sich an, als könnte man daraus einen ganz passablen Film klöppeln, aber nein, das wäre ja zu viel verlangt. Der Film kommt im Endeffekt eher daher wie Pitch Black für Arme, wo doch Pitch Black schon Alien für Arme war.
Wo soll ich bei diesem Machwerk anfangen? Die Vampire sind alles was man sich so vorstellt… …wenn man an Ghoule oder Zombies denkt, aber eben nicht, wenn man an Vampire denkt.
Die Vampire sind abstoßend hässlich, ungepflegt, haben schreckliche Tischmanieren und reden irgendeine seltsame Kunstsprache, die sich mal anhört, als hätte man einer Katze auf den Schwanz getreten, mal wie eine verstopfte Espressomaschine kurz vor der Explosion. Und das tollste: Der Obervampir sagt „Brachkl sslak MIAOU passhakki vra utz nöchkachkocko!“ und in den Untertiteln dazu steht dann „Hallo!“
Normalerweise soll der Vampir doch anziehend wirken, und geradezu hypnotische Wirkung auf das andere Geschlecht haben. Ja regelrecht rollig sind sie alle noch bei Bram Stoker. Hier sehen sie jedoch alle eher aus wie MAx Schrecks Nosferatu, bloss dass der eine Tonne mehr Klasse hatte.
Ausserdem hatte Nosferatu bessere Tischmanieren. Erinnert ihr euch noch an die Szene, wo Hutter sich geschnitten hat, und Graf Orlock den Anblick dieser PAAR TROPFEN Blut nicht ertragen konnte, und sich gleich auf sie gestürzt hat?
Nun die Vampire in dem Alaskafilm sind da weniger abhängig. Wenn die sich auf ein Opfer stürzen, dann spritzt literweise Blut in alle Richtungen. Ich hab ja nichts gegen Splatter, aber bei Vampiren? Also ich kannte das bisher so, dass kein verdammter Tropfen Warmblüterblut daneben geht. Also wenn ihr schon einen Film über lichtempfindliche Ghoule macht, dann nennt sie auch so. Vampire sind das mit der Art zu essen jedenfalls nicht.
Und was ist jetzt die vorläufige Krönung des Vampirfilms im neuen Jahrtausend?
Twilight.
Twilight, oh Twilight… Wo soll ich bloss anfangen. Vielleicht erst die positiven Aspekte.
Die Vampire in Twilighht sehen allesamt aus, wie man es von Vampiren erwartet. Sie sind sauber, elegant, irgendwie unheimlich, und so weiter. Wenn die Vampire sich mit „übermenschlicher Schnelligkeit“ bewegen, sehen sie aus wie vorgespult. Das kommt mir fast wie eine respektvolle Verneigung vor „Nosferatu“ vor, denn auch Graf Orlock bewegt sich manchmal wie vorgespult. Als der Vampir – wie hieß er noch…. ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht Rüdiger war… hm…
Als der Vampir – ich nenn ihn mal „Milchschnitte“ -, als Milchschnitte also seinem weiblichen Loveinterest erklärt, warum sie ihn toll findet, dass war auch noch sehr archetypisch vampirisch. Der Expresshuckepackritt auf den Berg aber schon nicht mehr. Und was dann kam schon gar nicht, aber ich greife vor.
Die „Familie“ von Milchschnitte besteht nicht nur aus Vampiren, sondern auch noch aus „Vegetarischen Vampiren“. Ja, auch ich musste an Graf Duckula und seinen Brocollikonsum denken, hier ist aber mit „vegetarisch“ gemeint, dass sich Milchschnittes Familie nur von Tierblut ernährt. Ganz ähnlich wie in „Interview mit einem Vampir“. Weil das so ist, können sie relativ unbemerkt in einem Dorf voller Menschen leben. Auch am Tag gehen sie raus, weil es in der Gegend immer bewölkt ist, und sie so kein Sonnenlicht abbekommen. ?!? Muss man nicht nachvollziehen können, ist halt so. Wenn die Vampire doch direktes Sonnenlicht abbekommen, dann passiert etwas ganz grausames: DANN GLITZERN SIE!
Muss ich das weiter kommentieren? Ich denke nicht. Vegetarische Glitzervampire.
Was denken Vampire eigentlich über Sex mit Menschen? Diskutieren die das so wie wir Sex mit Tieren diskutieren? Der Film ist echt seltsam. Im Grunde genommen ist es eine Mischung aus „Interview mit einem Vampir“, „der kleine Vampir“ und einem beliebigen Highschool-Drama. Für einen Vampirfilm taugt er nicht viel. Als Setting eines Kinderfilmes ginge das Setting hier durch, dazu ist der Film aber zu blutig. Na, er schien ja trotzdem erfolgreich zu sein.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Filme,Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Dez
30
2008
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Ein Donnerstag am Freitag

Besagten 26.12 dieses Jahres war dann tatsächlich Domino-Gedächtnis-Abend im Sharkys.
Ich fands nicht so toll. Die Umbauten seit dem die Disco den Namen gewechselt hat waren haarsträubend, und die Musik war gewöhnungsbedürftig. DJ Hermann hat zwar gute Musik gespielt, doch hatte er zwei NebenDJs, die die ganze Zeit mit ihrer Auflegerei dominierten. Und die mochten scheinbar DISCO!!! Ich weiß nicht, aber eine Stunde DISCO ist genug, ich brauche weiß Gott nicht vier. Schon gar nicht, wenn ich mich auf einen Indie Abend gefreut habe.
Naja, wenigstens konnte ich Herrmann fragen von wem dieses Elvis Cover ist, das er damals immer gespielt hat. Es ist von „the Residents“. Die Scheibe kauf ich mir!
Subkulturen waren allerdings da. Dummerweise gesammte Subkulturen aus 20 Jahren Domino, daher war es etwas voller…

Written by Heiko C. in: Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , , ,
Dez
28
2008
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Jetzt aber!

Dem auf ein laues Weihnachtsgeschäft folgenden Winterschlußverkauf sei Dank: Ich habe einen neuen Monitor. 22 Zoll Breitbild diesmal. Das ist doch schon was anderes als immer in die Röhre schauen. Nun kann ich endlich beim Schreiben dieser Zeilen bequem zurücklehnen, und kann trotzdem noch lesen, was ich tippe. Wunderbar…

Written by Heiko C. in: Technisches | Schlagwörter:
Dez
23
2008
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Entropie und eine Reise in die Vergangenheit der Sehgewohnheiten

Oder: Alles geht kaputt. Wie zum Beispiel mein Monitor. Irgendwie bekomme ich ihn nicht mehr angeschaltet. Bzw. wenn ich ihn anschalte geht er im Sekundentakt immer an und aus. Nach mehrminütigem rumprobieren ist es mir aber bisher schon ein paar Mal gelungen ihn doch wieder anzubekommen. Ich habe keine Ahnung woran das liegt. [Sarkasmus]Vielleicht am DRM das mit Spore installiert wurde…[/Sarkasmus]
Nö. Wahrscheinlicher ist, dass der Monitor einfach in Dutt geht. Na ja. Ich habe also meinen alten 15 (Korrektur sind wohl nur 12) Zoll Röhrenbildschirm wieder rausgekramt, und kann nur sagen, dass es unglaublich ist, mit was wir früher klarkommen mussten. Im Vergleich zu meinem – leider nun kaputten – 22 (Korrektur: Waren wohl nur 17) Zoll Flachbildschirm ist der gute alte Scott aus den Neunzigern im gefühlten Briefmarkenformat eine Zumutung. Früher ist mir nie aufgefallen, dass die Ecken wirklich verzerrt sind, durch die Bildröhre. Trotzdem, hätte der gute alte Scott nicht noch auf dem Dachboden gestanden, würde ich diese Zeilen jetzt nicht schreiben. Also werd ich ihn wohl wieder auf den Dachboden stellen, selbst wenn ich einen neuen Monitor kaufe.

Written by Heiko C. in: Technisches | Schlagwörter:
Dez
17
2008
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Da träum ich doch heute Nacht folgenden Zeitungsartikel…


Sklavenbefreiung spaltet die Kieler Koalition

Der neue Kieler Wirtschaftsminister Berthold Karottinger (W.O.R.F.) fordert vehement die weitere Verschiebung der Sklavenbefreiung in Deutschland. Die für Sklaverei zuständige Ministerin Frieda Freusichmal (H.G.) hält dagegen: „Sklavenhaltung ist eine sinnlose Grausamkeit.“

Kiel/zeitung – In der Debatte um die Zukunft der Sklaverei pocht Schleswig-Holsteins Sozialministerin Frieda Freusichmal (H.G.) auf die Sklavenbefreiung.
„Sklaverei ist keine Antwort aud aktuelle Preissteigerungen bei Produkten die von Hand hergestellt werden und Handwerklichen Dienstleistungen.“, sagte die für die Sklaven zuständige Ministerin unserer Zeitung. Und die Sklaverei sei „grausam, entwürdigend und sinnlos“, weil auch sie die zukünftigen Probleme auf dem Arbeitsmarkt nicht verhindern könne.
Die Politikerin der „Hauptsache Gesund“-Partei widersprach damit ihrem Kabinettskollegen, dem neuen Wirtschaftsminister Karottinger von der Partei für Wohlstand Ordnung Recht und Freiheit, der erklärt hatte, die Sklaverei sei „unverzichtbar“. Daher müsste die Frist zur Sklavenbefreiung dringend verlängert werden. Wegen der stark steigenden Preise für Handwerk aller Art und langwieriger Genehmigungsverfahren für neu zu versklavende Familien könne Deutschland es sich nicht leisten, 2022 aus der Sklaverei auszusteigen, sagte Karottinger. Aus Kostengründen und mit Blick auf den Klimaschutz hält der WORF-Politiker eine Laufzeit bis mindestens 2030 für nötig.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Politisches | Schlagwörter: , ,
Dez
16
2008
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Salami für Doofe

Da schau ich doch heute beim Sandwichmachen auf die Packung Salami, und was steht da? Unter anderem in fröhlich-roter Schrift: „Leicht zu entnehmen“. Hinter dem Satz ist ein Häkchen. Mir war vorher nie aufgefallen, dass es auch schwer zu entnehmende Salami gibt. Sollte das wirklich ein Problem sein, das einer Lösung bedarf? Ich frag mich wie hoch der Forschungshaushalt für „leicht zu entnehmende Salami“ so durchschnittlich war.
Oder wird vielleicht immer noch daran geforscht Salami noch leichter entnehmbar zu machen?
Aber die wichtigste Fragen sind doch: Wer hat Probleme Salami zu entnehmen? und: Wer, der Probleme hat eine Scheibe Salami aus einer Packung Salami zu nehmen, gibt dies zu?

Albern!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Linguistisches,Lustiges |
Dez
13
2008
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Lobby

Ich habe mich dazu entschieden eine Lobby zu gründen, die dann überall Interessen vertritt und so. Ich nenne diese Lobby „Heiko Lobby“, weil sie sich für meine Interessen einsetzen wird. Ich denke es wird Zeit, dass eine solche Lobby gegründet wird, und da schon kein anderer es tut, mache ich es halt.
Auf die Reaktionen aus Politik und Gesellschaft bin ich gespannt.

Ach ja, wer sich auch für meine Interessen stark machen will, schreibe mir bitte eine Email. …oder sonst Post.

Dez
06
2008
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Domino IV

Um die „Klangwelten vergangener Zeiten“ wie es ein Freund so schön ausgedrückt hat wieder greifbar zu machen, habe ich vor einiger Zeit eine private Sammelaktion gestartet: Ich will die Mp3s von allen Stücken sammeln die ab 94 regelmäßig im Domino liefen. Mittlerweile habe ich einige Stunden zusammen, die meisten von eigenen CDs und andere durch Napster (Is ja gottseidank legal nun, wenns auch kostet).
Drängt sich jemandem, der mich nicht ganz so gut kennt vielleicht die Frage auf: „Warum machst du das, Heiko?“
Gute Frage: Die automatische Antwort, die ich auf sie geben würde wäre: „Weil er da ist!“ etwas später würde ich bemerken, dass diese Antwort gar keinen Sinn ergibt und vielleicht sagen: „Öhm.“
Nach langem Nachdenken – was ich normalerweise nicht vor dem Sprechen betreibe, sondern eher danach – würde ich sagen: „Ich mache das aus dem selben sinnlosen historischen Interesse, aus dem Leute Schlachten des amerikanischen Bürgerkriegs mit Zinnfiguren nachstellen.“ Auf die Frage was das Domino mit dem amerikanischen Bürgerkrieg zu tun hätte wäre ich vermutlich nicht so schlagfertig zu antworten: „Recht viel, auch wenn es im Domino mehr Fraktionen gab, aber dafür dort kaum einer verletzt wurde.“ Aber ich schwafele…
Nach dem Wie und Warum, hier einige Dinge, die mir während der Suche aufgefallen sind. 1994 wurde im Domino noch ein guter Batzen 70er Jahre Musik gespielt. Das ging von den Beatles bis zu Led Zeppelin. Mitunter waren sogar Exoten wie Melanie und Jefferson Airplane vertreten. Wenn ich mich nicht irre waren damals auch schon Metallica und Konsorten am Start, Tool, Korn und Bush kamen aber erst später.
Im Laufe der Zeit scheint nun der 70er Anteil stark geschrumpft zu sein, wohingegen Crossover, Metal und Hardcore zusehends mehr gespielt wurden. „Child in Time“ wurde dann irgendwann nur noch ganz am Anfang, und „Gamma Ray“ ganz am Ende gespielt. Von den vielen Stücken von Trio die der DJ ausprobierte, war irgendwann nur noch „Los Paul“ übriggeblieben. Warum war das so? Und warum fällt es mir erst jetzt auf? Immerhin hab ich doch immer die 70er Sachen gehört, und sie mir in vielen Fällen sogar beim DJ gewünscht?
Na, egal. Jedenfalls, als ich den ganzen Wust von Erinnerungen an das Domino erst einmal zu analysieren begann, fiel mir plötzlich auf, dass es gar keinen typischen Domino Donnerstag gibt, und ihn auch nie gab. Sicher, es gab Stücke die über all die Jahre immer liefen: „Funky Cold Medina“ zum Beispiel, oder „Human Fly“, aber der Großteil der besagten Klangkulisse war sehr wandelbar und kaum festzumachen. „H-Blockx“ und „Such A Surge“ verschwanden einfach irgendwann, und machten Platz für die „White Stripes“ und „System of a Down“. Und obwohl ich sowohl zu „H-Blockx“ als auch zu „Such A Surge“ getanzt habe – und zwar gerne – ist mir ihr Verschwinden erst jetzt im Rückspiegel aufgefallen. Nicht dass es speziell um „Such A Surge“ schade wäre. Im Prinzip hatten die ja nur ein Lied mit verschiedenen Texten, die auch noch inhaltlich sehr ähnlich waren. Da ist mir System of a Down doch schon lieber.
Was uns aber wieder zu der Frage „Warum???“ bringt. Wenn ich schon „Such A Surge“ nicht vermisse, warum dann all die retrospektiven Gedanken? Vielleicht weil ich schon immer en Dachbodenstöberer war. Früher hab ich immer heimlich die Ypshefte meines Bruders gelesen, die er (unvorsichtiger Weise) auf dem Dachboden aufbewahrte. (Irgendwann waren dann die Mäuse drin) Das war immer ein wenig wie Schatzsuche. Comics aus früheren Epochen! Denn wenn man 7 ist, und es ist 1983, dann ist ein Comic aus den Siebzigern wie der Stein von Rosetta. Er birgt Geheimnisse um das Verständnis längst verschollener Kulturen. Und heute stöber ich eben (unter anderem) in meinem eigenen Oberstübchen, zumindest, wenn ich nicht gerade Radiohörspiele aus den Vierzigern höre, oder Filme aus den Fünfzigern schaue. Manchmal führt die Frage „Wie hab ich damals eigentlich gelebt?“ zu überraschenden Ergebnissen.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , ,

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