Impactsuspect » Zwischenmenschliches
Dez
06
2012
--

Studentin aus Las Vegas heiratet Pappschablone von Edward Cullen

Das das Twilight-Fandom teilweise merkwürdige Blüten treibt, haben wir ja schon gesehen, allerdings wird es dann jetzt spätestens albern. Wie die Mail Online vermeldet, wird sich eine Studentin der Universität von Nevada im Januar das Ja-Wort geben. Und zwar mit einer lebensgroßen Pappschablone des bekannten Glitzervampirs aus Funk und Fernsehen.
Mit ausreichenden Englischkenntnissen könnt ihr die ganze Geschichte hier nachlesen.

Die 24jährige ist allerdings nicht komplett verrückt geworden, sondern führt die ganze Sache als ein Projekt für ihre Masterarbeit auf. Das beruhigt mich etwas, allerdings ist mir nicht so recht klar, was bei der Sache herauskommen soll.
Aber: Wenn’s der Wahrheitsfindung dient?

Jan
17
2011
2

Rio zieht um.

Man mag mich für komplett uninformiert haben, aber dass das Rio Reiser Haus verkauft ist, der Nachlass Rio Reisers nach Berlin verschifft und Rio Selbst ebenso in die Hauptstadt umgebettet wird, hab ich erst erfahren, als ich zufällig über diesen Artikel beim Spiegel stolperte: LINK!

Das ist nun seltsam. Rio hat mein ganzes Leben lang im gleichen Ort gewohnt, als ich klein war, war er quasi der Dorfprominente. Er hatte ne Zeitlang eine eigene Disco bei uns im Dorf, die Schülerzeitung meiner Schule hatte ihn mal interviewed – wie wohl alle Schülerzeitungen in der Gegend – und ich selbst hab ihn sogar noch auftreten sehen, in einer Disco, die es auch schon nicht mehr gibt.
Dann ist Rio irgendwann gestorben und wurde hier beerdigt. Ein paar Mal war ich an seinem Grab, und auf den Rio Reiser Festivals war ich auch hin und wieder.

Nun soll er umgebettet werden. Find ich irgendwie doof und kann mir auch nicht vorstellen, dass das in seinem Sinne wäre, aber das liebe Geld eben…
Ich wünsche ihm an dieser Stelle eine gute Reise und weiterhin schöne Träume.

Apr
13
2010
6

Exklusives Sylt ist exklusiv!

Sylt ist exklusiv. Das merkt man nicht nur daran, dass im Sommer gerne mal irgendwelche Samstag-Abend-Shows dort gehostet werden, sondern auch – und vor allem – an den Parkplätzen.
Die sind nämlich doppelt exklusiv: Erst einmal muss man sein Auto ja auf der Insel haben, um überhaupt dort parken zu können, dann sind die Parkplätze allesamt auch für bestimmte Personengruppen reserviert.

Um das zu dokumentieren hab ich in der letzten Zeit ein paar Fotos von Schildern auf der Insel gemacht.

Der Standard bei Parkplätzen:

Etwas ausformulierter geht es hier weiter:

Doch nicht nur Gäste dürfen parken:

Manchmal ist es auch egal wer parkt; Hauptsache das Wie stimmt:

Manchmal geht’s auch nicht um Parken, sondern um’s Durchfahren:

Dass es sehr sehr exklusiv wird, sieht man daran, wenn sogar der Durchgang auf bestimmte Personengruppen limitiert ist:

Und sogar der Müll ist strengen Regeln unterworfen:

Mrz
28
2010
1

Das „Trololo“-Phänomen

Vielleicht kennt ihr schon das Trololo-Phänomen, auch „russian Rickroll“ genannt.
Es handelt sich um das Video der Gesangsdarbietung eines russischen Sängers aus den 60ern, die ohne Text auskommt. Statt dessen singt der Sänger zu schmissiger 60s Musik onomatopoetische Geräusche.

Auf das Video wird unter falscher Linkbeschriftung verlinkt, um Leute drauf zu locken, wie man es auch schon von Rickroll her kennt.

Das Video hier ist gemeint:

Während ja Rick Astley mitterweile eher genervt reagiert, wird er auf das Rickroll-Phänomen angesprochen, reagiert der Sänger des Trololo-clips bemerkenswert fröhlich und geschmeichelt.

Auch die vielen Parodien seines über 40 Jahre alten Clips findet er weniger eine Parodie, als er in ihnen vielmehr „Leute, die Liebe geben“ sieht. 🙂

Aber seht selbst:

Und der Trololomann, der im richtigen Leben Edward Hill heißt, hat recht: Wenn einem im Internetzeitalter, wo jede Information in Sekundenschnelle sofort verfügbar ist, einem so viele Menschen so viel Zeit schenken, und sogar Antwortvideos produzieren, dann ist das im Prinzip das größte Kompliment, was einem Künstler gemacht werden kann.

In der heutigen Zeit, in dem die von Andy Warhol postulierten 15 Minuten Berühmtheit für jedermann schon Realität geworden sind, kann man sich nur wünschen auf diese Weise im Gespräch zu bleiben.

Mehr zu dem russian Rickroll-Phänomen und den russischen Sänger Edward Hill findet ihr hier bei Know your meme.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: ,
Sep
22
2009
2

Epsilons, immer nur Epsilons!

Es ist ja schon ein paar Tage her, und wir leben in einer schnelllebigen Zeit, aber vielleicht erinnern sich noch einige an meine bisher 2 mißlungenen Versuche einen Artikel über antike oberschlesische Gartenlauben on zu stellen. Wenn nicht, schaut hier und hier.

Okay, mittlerweile hatte ich ein Backup gemacht von dem Artikel über die antiken oberschlesischen Gartenlauben. Und die Bilder, die ich in einem Schuhkarton aufbewahre, hab ich auch noch mal eingescannt.
Das hat eine Weile gedauert mit dem Einscannen, alleine schon, weil ich all die Schwarzweißfotos von Gartenlauben noch per Hand am Rechner nachbearbeiten musste. Dann hab ich sie also eingebunden in den Artikel, und das ganze – wie gesagt – in einer Textdatei gesichert.
Will ich’s heute Nachmittag in den Blog laden, und was seh ich?

Der Artikel wurde durch einen anderen aus einer Parallelwelt ausgetauscht. SCHON WIEDER. Hängt der Riss im Raum-Zeit-Kontinuum etwa irgendwie mit dem Sem der „antiken oberschlesischen Gartenlauben“ zusammen? Ist die häufige Erwähnung dieser Lauben etwa der Schlüssel für eine Geheimtür zwischen den Realitäten?

Ehrlich gesagt ist mir das egal. Ich will einfach nur den blöden Artikel veröffentlichen.
Ich hätte es ja schon aufgeben, und einfach über etwas anderes schreiben können, aber mittlerweile habe ich mir so viel Mühe mit dem Artikel gemacht, dass ich mir blöd vorkommen würde ich jetzt aufzuhören.

Na ja, nach dem Gezeter will ich euch das neue multidimensionale Fundstück nicht vorenthalten. Es wurde scheinbar von einem parallelen Ich geschrieben, das ich nicht sehr sympathisch finde, um ehrlich zu sein. …alleine schon weil der sehr viel dünner ist als ich.

Epsilons, immer nur Epsilons!

Gna! Da ist mir doch, wie ich neulich schon geschrieben habe, vor einer Woche diese blöde Duftorgel kaputtgegangen. Ich hab natürlich sofort eine neue bestellt, musste jetzt aber eine Woche ohne einen Duft rumlaufen. Das ist wirklich das letzte. Gerade gestern hatte ich eine Verabredung, und ständig das Gefühl diese würde immer die Nase rümpfen, wenn ich mal nicht hinsah. Die Verabredung hieß übrigens Karlina. Eine sehr hübsche kleine aus der Tierfutterfertigung. Eine Gamma, okay, aber nett, und schön anzusehen.
Na ja, fragt da der geneigte Leser, warum kauf ich mir nicht gleich ne neue (Duftorgel nicht Gamma) und lass sie installieren? Ganz einfach: Es wäre nochmal die gleiche. Meine kaputte Zetron-XV war ja schon zwei Tage alt, aber ein neues Modell ist eben erst heute verfügbar gewesen. Also hätte ich letzte Woche ein komplett veraltetes Modell nachkaufen müssen.
Ich weiß ja:“Konsum ist erste Bürgerpflicht“, aber man muss ja auch nicht irgendwelchen veralteten Scheiß kaufen, der schon beim ersten Mal nicht richtig funktioniert hat, oder?
Na ja, genug davon. Gestern habe ich Karlina dann mit nachhause genommen, und wir hatten 4 Stunden entspannenden Sex. Ich warf mir gerade die Tablette Soma danach ein, als Karlina mal kurz ins Badezimmer verschwand.
Ich hab mich fast verschluckt, als ich bemerkt habe, dass sie versuchte meine Duftorgel zu benutzen.
Nackt sprang ich kerzengerade aus dem Bett und keuchte noch, – ich hatte das Soma in den falschen Hals bekommen – als ich schon Karlinas Hilfeschreie hörte.
„Beim Ford, was ist das? Mein Fuß hängt fest!“, schrie sie schrill. Hätte ich gewusst, dass sie so schrill schreien würde, noch bevor ich mein Abendsoma eingenommen hatte, hätte ich mich wohl nicht mit ihr eingelassen.
„Kein Panik!“, versuchte ich sie zu beruhigen, „Bleib ruhig, und egal was du machst, drück keine Knöpfe, und beweg dich nicht!“
Doch zu spät! Ich hörte ein unangenehm schrammelndes Geräusch, gefolgt von einem weiteren, noch spitzeren Schrei.
Ich warf mir meinen neuen Bademantel über, und hastete ins Badezimmer.
Karlinas Fuß hatte sich unglücklich in der Duftausgabe verkeilt, als sie versucht hatte, wieder aus der Zerstäuberkabine zu steigen. Dann war sie mit dem Ellenbogen wohl gegen den Knopf der Automatik gekommen, und die Kabinentür hatte sich wieder geschlossen. Oder zumindest hatte die Kabinentür das versucht, denn Karlinas Fuß war ja im Weg.
Ich nahm etwa zehn Tabletten Soma aus der Tasche meines Bademantels, und zwang Karlina sie zu schlucken, indem ich ihr Mund und Nase zuhielt. Dann verlor sie das Bewusstsein, und hörte somit – endlich – auch zu schreien auf.

Eine halbe Stunde später hatte ich mir meinen Overall angezogen und mit der Wartungsfirma telefoniert. Karlina schlummerte noch immer zufrieden, allerdings hatte ich gesehen, dass ihr Bein stark blutete.
Die Installateure beklagten sich zuerst wie spät es wäre, und dass sie niemanden erübrigen könnten. Als ich ihnen dann aber meine Bürgernummer nannte, und sie sahen, dass ich ein Beta+ war, versprachen sie, das bald jemand kommen würde. Auch der Austausch gegen eine neue Duftorgel wurde mir höflich zugesichert, obwohl man sowas nachts eigentlich nicht machen könne.
Tja, dann rief ich den Notarzt an. Ich weiß ja nicht ob sich Karlina viel getan hatte, aber Blut ist immer ein schlechtes Zeichen. Das bedeutet, dass jemand verletzt ist, und Verletzungen sollten ja eigentlich nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden – wenn überhaupt.
Der Arzt war ebenso mürrisch drauf wie die Installateure zu Anfang, wurde dann aber auch kooperativer, als ich ihm Bürgernummer und Sachverhalt nannte.

Dann, eine Stunde später kamen die „Installateure“. Ich setze das bewusst in Anführungszeichen, weil es sich nicht um kompetente Fachkräfte handelte, sondern um verdammte Epsilon-Hilfsarbeiter. Es waren drei an der Zahl, und so wie es aussah, entstammten sie alle der gleichen Bukanowsky-Gruppe. Jedenfalls konnte ich keinen äußerlichen Unterschied zwischen den dreien feststellen.
Grußlos stolperten die drei schwarz gekleideten Zwerge in mein Wohnzimmer, und einer von diesen Kretins riß dabei eine Vase um, die ich erst am Vortag gekauft hatte, und die noch immer der letzte Schrei war. Keine Frage: Das würde ich dem Installationsunternehmen in Rechnung stellen!

Nachdem die drei widerlichen Gnome eine Weile an der Duftorgel herumgeschraubt hatten, war dann Karlinas Fuß endlich frei. Ich schleifte sie neben die Badewanne, und holte ihr ein Kopfkissen aus dem Schlafzimmer. Der Arzt würde ja bald kommen, der würde schon wissen was zu tun sei.
Die Epsilons jedoch machten irgendwas, dass es knackte, und plötzlich irgendwo aus einem Rohr jede Menge Wasser schoß. Die drei Hilfsarbeiter liefen panisch durcheinander, bis einer sich ein Herz fasste, und das Rohr irgendwie wieder verschloss. Mittlerweile war der ganze Fußboden jedoch naß, und Karlina lag jetzt in einer riesigen Pfütze. Auch das Kissen war naß geworden.

Aufgebracht lief ich wieder ins Wohnzimmer. Duftorgel kaputt, Vase kaputt, Wasserschaden im Badezimmer… auch ein neues Kissen musste ich mir morgen kaufen. Und dann noch eine verletzte Gamma im Somaschlaf in meinem Badezimmer. Wo blieb eigentlich der Artzt?
Wo hatte ich das Soma hingelegt? Erschrocken suchte ich etwa eine Viertelstunde, bis mir einfiel, dass es ja im Bademantel war. Hatte ich jetzt schon eine Abendtablette genommen oder nicht? Ich wusste es nicht mehr, warf aber sicherheitshalber gleich noch zwei ein. Ruhige Gelassenheit erfasste mich wieder. Ich schüttelte lächelnd den Kopf; sowas musste ja auch wieder mir passieren!
Ich setzte mich in meinen Massagesessel, und schaltete das Holo ein. Natürlich war Nacht, da kamen nur Wiederholungen. Ich zappte, bis ich bei einem Holodrama hängenblieb, das ich geschrieben hatte.
Hatte ich das eigentlich schon erwähnt? Meine Aufgabe als Beta+ besteht darin, Holodramas für Kino und Rundfunk zu schreiben. Gut, nichts „künstlerisches“, sondern eher so Sachen aus der Sparte „Wahre Liebe“ und „Unglücklich verliebt in einen Wilden“. Ich weiß, Lovesploitationholos werden immer belächelt, aber zumindest alle vom Gamma an abwärts schauen sowas gerne. Und einmal habe ich sogar Lob von einem Alpha bekommen, der eine Story besonders mochte.

Es klingelte an der Türe. Ich riss mich aus meinen Gedanken, stand auf, und drückte den Türschalter. Die Tür öffnete sich und ich war erleichtert festzustellen, dass wenigstens der Doktor kein Epsilon war. Es handelte sich natürlich um einen Alpha-, schon etwas älter, wie man an seinen ersten grauen Haaren erkennen konnte.
„Guten Tag, Herr…“, er blickte auf sein Klemmbrett, „… Beta+?“ Er sah mich ungläubig an.
„Ein Künstlername! Kommen Sie doch herein!“
Er kam durch die Tür, uns sah sich um: „Hier gibt es einen medizinischen Notfall?“
„Im Badezimmer“, sagte ich, und wies ihm den Weg.
Die Epsilons schraubten noch immer im Nass herum.
„Freud noch mal!“, schimpfte der Doktor. „Bei Ihnen machen Epsilons die Installationen?“
Ich schaute peinlich berührt zu Boden, wahrscheinlich bin ich sogar rot geworden.
„Nachtschlafende Zeit, wissen Sie.“, erklärte ich, und fügte entrüstst hinzu: „Ich hab mit Sicherheit keine Epsilons bestellt!“
„Hmpf. Na, dann wollen wir mal sehen, was wir hier haben.“, sagte der Doktor unwirsch, beugte sich zu Karlina herunter, und schaute sich ihr Bein an.
„Haben Sie ihr Soma gegeben?“, fragte er nach einer Weile.
„Natürlich. Acht Tabletten.“
„Gute Auffassungsgabe. Bist du verdrossen, flugs Soma genossen!“, dozierte er.
Danach fügte er mit ernsterem Blick hinzu:“Nun, das Bein scheint gebrochen zu sein.“
„Ist das eine schlimme Verletzung? Ich fände es zutiefst peinlich, wenn einer Bekannten bei mir so etwas zustoßen würde.“, druckste ich.
Am Ende sprach sich noch unter den Frauen herum, dass man besser nicht zu mir nach Hause käme, weil meine Gerätschaften alt und unsicher sind.
„Nun, ihre Bekannte ist eine Beta?“, fragte der Arzt auf sein Klemmbrett blickend.
„Nein, sie ist eine Gamma.“, sagte ich,“ Gamma+, glaube ich.“
„Ahh. Und ihre Funktion?“
„Sie arbeitet irgendwo in der Fertigung.“
„Tja, dann denke ich, dass es das beste ist, wenn wir sie ins Sterbehospital bringen, und in den Somahalbschlaf versetzen.“
Mir fiel die Kinnlade runter: „So schlimm ist es?“
„Nun, ein gebrochenes Bein ist eine schwere körperliche Behinderung, und in der Fertigung kann sie damit nicht arbeiten. Es dauert Wochen bis so etwas verheilt ist.“, dozierte der Doktor. „Sie selbst würde mit einem gebrochenen Bein nicht leben wollen.“

Das konnte doch alles nicht wahr sein! Jetzt würde sich herumsprechen, wie gefährlich mein Haushalt war, und das obwohl die fragliche Duftorgel ja gerade ausgetauscht wurde.
„Kann man diesen Vorfall irgendwie vertuschen?“, fragte ich. „Ich meine, sonst kommen hier bald keine Mädchen mehr her, weil die Angst vor meinem Bad haben!“
Der Doktor schmunzelte. „Nun, da lässt sich schon was machen. Ich schreibe einfach einen Unfall im Strassenverkehr auf.“
Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Der Doktor holte dann ein paar Delta-Sanitäter herauf in meine Wohnung, und zusammen transportierten sie die arme Karlina ab. Aber das war ja nun mal der Kreislauf des Lebens.
Die Duftorgel haben die Epsilons in der Nacht übrigens nicht mehr ausgetauscht. Ich habe sie rausgeworfen, nachdem der Doktor gegangen war, und heute Morgen dann gleich als erstes ein paar Deltas bestellt, die das richten.

Der geneigte Leser mag fragen, warum ich die Geschichte hier aufschreibe, wenn sie mir so peinlich ist.
Nun, im Internet wird sie schon keine Gamma lesen, und ich denke, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, dass es doch eine ganz witzige Anekdote ist.

Jul
31
2009
--

Neudeutsches Denunziantentum

Ich habs heute in unserer regionalen Monopolzeitung „Nordfriesland Tageblatt“ gelesen, aber ein sehr ähnlicher Artikel findet sich auch hier bei der Süddeutschen Zeitung.
Ein Müllmann hat scheinbar „vor den Augen seiner Kollegen“ ein Kinderreisebett aus dem Müll gefischt, und es mit nachhause genommen, weil es wohl noch in Ordnung war, und er Kinder hat, für die er das Bett gut gebrauchen kann.
Daraufhin kündigt ihm der Arbeitgeber. Zu unrecht, wie nun entschieden wurde.


Orange Garbage by ~childeofdarkness on deviantART

Wie hat der Arbeitgeber davon überhaupt erfahren? War es – und der Artikel liest sich ja so – einer seiner Kollegen, der ihn da angeschwärzt hat? Wenn ja, dann stellt sich mir die Frage, welche neidzerfressene, miese, kleine, hinterhältige, kollegenschweinige Existenz ihn da verpetzt hat. Ich meine geht’s noch? Wer rennt sofort zum Arbeitgeber und sagt: „Der M. der hat aber heute Müll geklaut!“
Zumal, wie es SZ berichtet, der fragliche Müllmann einfach nur hätte fragen zu brauchen, und das Bett dann sowieso hätte mitnehmen können. Wo leben wir denn? Da bekommen Manager, die ihren Job eben nicht richtig gemacht haben, und ganze Firmenimperien gegen die Wand gefahren haben noch Millionenabfindungen, Ministerinnen und Kanzelerinnen benutzen Dienstfahrzeuge für Privatfahrten und ein hartarbeitender Müllmann soll wegen Mülldiebstahls entlassen werden? Es ist ja doch immerhin nicht so, dass er tonnenweise Altglas geklaut hätte, um damit irgendeine Glasbläserfirma zu gründen, nein, der hat nur ein Kinderbett aus dem Müll gefischt, welches sowieso nicht recyclebar gewesen wäre!
Ist das Deutschland 2009? Na dann gute Nacht!

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Wahnhaftes,Zwischenmenschliches | Schlagwörter:
Jul
25
2009
--

Und, wie fühlt sich die Blogosphäre heute?

Wie ich gerade bei heise gelesen habe, haben US-Amerikanische Forscher damit angefangen die Stimmung im Internet zu analysieren. Das passiert offenbar indem Meldungen in Blogs auf bestimmte Schlüsselworte untersucht werden.

Die Beiträge wurden von den Forschern nach Schlüsselbegriffen wie vanity (Eitelkeit) und paradise (Paradies), kategorisiert, denen jeweils ein Fröhlichkeitswert zwischen eins und neun zugewiesen wurde. Für triumphant (siegestrunken) etwa lag dieser bei 8,87, für suicide (Selbstmord) bei 1,25. Aus dem Mittel aller Werte ließ sich so die Grundstimmung im Netz ablesen – je höher, desto fröhlicher die Nutzer.

Ich frage mich, ob ein Fröhlichkeitswert da reicht. Immerhin sind nicht alle Stimmungen Abstufungen irgendwo zwischen traurig und fröhlich. Wütend würde ich da zum Beispiel ausnehmen. Aber drollig auf was für Ideen die Leute kommen: Das ist ja fast wie eine Art Internetwetterbericht.
Wenn irgendein Unternehmen demnächst eine große Social-Web-Kampagne starten möchte, wär’s für die ja vielleicht ganz interessant herauszufinden, ob das Wetter im Netz momentan gerade sonnig bis heiter oder regnerisch ist. Wenn grad ein Tornado tobt, kann man dann erst einmal zu Hause bleiben, bis das Wetter wieder schön ist.

Jun
26
2009
--

Die Generation dazwischen

Okay, in letzter Zeit ist ja immer die Rede von den „digital Natives“ und den digitalen Einwanderern, die das Internet ausdrucken, und ihre liebe Mühe haben sich mit dem – eigentlich gar nicht mehr so neuen – Medium Computer und dem Internet sinnvoll auseinanderzusetzen. Ich persönlich fühle mich den digitalen Eingeborenen zwar näher, aber schlußendlich gehöre ich wohl zu keiner der Gruppen wirklich. Ich gehöre eher zu der Gruppe Menschen, die mit der digitalen Welt zusammen groß geworden sind.
Als ich etwa 7 Jahre alt war, hat mein Vater, der schon immer Interesse für neue Technologien gezeigt hat, den ersten Computer in unser Haus gebracht. Das war ein SVI 328. Der hatte damals noch 32 KB Ram, wenn das einem was sagt, dass ist halb so viel wie ein C64. Das Ding konnte 16 Farben darstellen, und der gesamte Computer war damals noch in der Tastatur untergebracht.
Wir hatten für den Cartriges mit einigen Spielen drauf, die allesamt heute keinen mehr vor dem Ofen hervorholen würden, aber damals waren die bunt und toll. Es war ein Zaxxon-ähnliches Ballerspiel dabei, und ein Spiel bei dem man in der draufsicht einen von zwei Panzern steuern konnte, mit dem Ziel den anderen abzuballern.
Da machte ich dann auch meine ersten Erfahrungen mit dem Programmieren. In Basic. Eines meiner ersten Programme wird so ausgesehen haben:

10 Print“Hallo!“
20 Input“Wie ist dein Name?“;A$
30 Print“Hallo „;A$;“!“

Beeindruckend, nicht wahr? Aber na ja, ich war ja erst 7. Meine beiden Geschwister und ich programmierten solche kleinen Perlen eine Zeit lang um die Wette, und hin und wieder wurden sogar Programme aus Computermagazinen abgetippt. Das waren meistens Spiele, und allein das Abtippen hat damals einen ganzen Abend gefüllt.
Dann hat man das Spiel ausprobiert, bis es abstürzte, und man hat den nächsten Abend damit verbracht alle Tippfehler auszumerzen. Sowas gibt’s heute nicht mehr. Heute kommen die Spiele fertig auf DVD, und sind sowieso viel zu komplex, als dass sie einer abtippen könnte.

Mein Bruder bekam dann irgendwann einen C64, mein Vater kaufte sich einen Atari ST 1040, und ich einen MSX von der Firma Sony. Jeder von uns hätte damals noch das Siegermodell gekauft haben können, doch mein Bruder gewann natürlich. Der C64 blieb eine Weile. Dann sattelte mein Bruder auf einen Amiga um, und obwohl schon andere auf den PC schworen, hab auch ich mir noch einen Amiga 500 zu meiner Konfirmation gekauft. Ich hab das ehrlich gesagt nicht bereuht. Das war damals einfach ganz lange noch der beste Spielecomputer, obwohl der PC schon im Aufwind war, und es im Prinzip klar war, dass der PC mal alles dominieren würde.
An einem 2/86er hätte ich aber nicht so lange Freude gehabt wie an meinem Amiga. Das war damals einfach auch der beste Spielecomputer, und die Workbench-Benutzeroberfläche würde ich jederzeit gegen Windows 3.1 bevorzugen.

Internet gabs damals noch nicht. Also nicht für uns, meine ich.
Mein erster PC muss ein 3/86er gewesen sein, aber ehrlich gesagt erinnere ich mich nicht so genau. Die alten Computer hatten irgendwie viel mehr Charakter als ein PC. Die kann man alle irgendwie nicht mehr auseinanderhalten, ausserdem machen die auch alle im Prinzip das gleiche, haben die gleiche Benutzeroberfläche – Windows eben – und werden ständig aufgerüstet. insgesamt 5 verschiedene PC’s werde ich seitdem jedoch gehabt haben.
Dem Internet, jedenfalls, habe ich mich ganz lange verweigert. Zwar schien es irgendwie interessant, aber nicht sonderlich nützlich. Damals waren aber auch nur ein paar Unis im Netz, und alles war nur Text. Außerdem hat es noch keine Flatrates gegeben.
Als ich dann aber selbst studiert habe, und eine eigene Emailadresse von der Uni her hatte, hab ich doch schnell gemerkt, wie sinnvoll doch eine Email sein kann. Der einzige andere, den ich kannte, der eine hatte war zwar mein Bruder, aber mit dem habe ich mich dann auch oft via email unterhalten. In mancher Hinsicht war das sogar besser als telefonieren, wenn es zum Beispiel um Lösungen für diverse Computerspiele ging.

In den Jahren danach habe ich oft mal Online-Sessions abgehalten, in denen ich zu einem Thema recherchiert hatte. Meistens war das bei einem Freund, der selbst online war. Danach war ich immer öfter online, und mittlerweile bin auch ich seit Jahren im Netz.

Qualifiziere ich mich mit diesem Werdegang zum digital Native? Ich denke nicht. Aber so richtig zugereist bin ich auch nicht. In meinem Leben haben Computer immer eine große Rolle gespielt, und das Internet ist nur die logische Folge von der Entwicklung, der ich Zeuge wurde.

Obwohl ich heute hin und wieder Probleme habe mich an irgendwelche Neuerungen – zum Beispiel neue Betriebssysteme, die plötzlich nicht mehr Dosbasiert sind – zu gewöhnen, finde ich nicht wirklich was dabei mich mit diesen Neuerungen auseinanderzusetzen. Ich mach zwar nicht jeden Trend sofort mit, aber wenn er bleibt, dann besteht die große Chance, dass ich ihn irgendwann ausprobiere.
Gänzlich ohne Computer zu leben, dass könnte ich mir gar nicht vorstellen.

Ich denke ich bin in der digitalen Welt weder Einwanderer noch Eingeborener. Ich war schon genau „hier“, bevor die digitale Welt sich gebildet hat, und hatte sie dabei die meiste Zeit im Auge.

Ich überleg die ganze Zeit, ob mir ein schlauer Name dafür einfällt, der zu „digitaler Eingeborener“ passt. Was weiß ich „digitaler Kassenwart“ oder so. Mir fällt aber nichts ein, deshalb ist das Schlußwort dieses Artikels leider recht lasch. Dumm gelaufen.

Ich versuchs noch rauszureißen:
Sind wir nicht alle ein bisschen digital?

War nichts, oder?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter:
Jun
17
2009
--

Eine Partnerbörse der besonderen Art.

Wenn ich mich aus Myspace auslogge, warum steht da dann: „Meet local Vampires!“ ?

Warum sollte ich Vampiren begegnen wollen? Oo
Vor allen Dingen: Ich wusste gar nicht, dass wir welche haben! Wo leben die denn bei uns? Im Kirchturm, der gerade renauviert wird? Oder auf einem der zwei Friedhöfe? Und was machen die hier, wo niemand spurlos verschwindet? Ernähren die sich von Kühen? Oder von Sylt-Urlaubern?

Fragen über Fragen.

Mrz
22
2009
--

Hoppelhasenpicknick

Damals, als ich gerade anfing zu einem sozialen Lebewesen zu werden, fiel mir immer wieder auf, wie dumm Menschen doch sind Wie beknackt sind all die Rituale, die wir heute noch tagtäglich bedienen müssen, um nicht unangenehm aufzufallen.
Kommen mehrere Menschen zusammen kann man unweigerlich jedes Mal den selben dämlichen Kindergeburtstag beobachten. A mag B, C mag B, C mag A nicht, B mag D. All diese logischen Gleichungen sollen sich dann durch die Interaktion der einzelnen Subjekte mit Ritualen, also quasi von selbst, auflösen.
Die Rituale, die dabei benutzt werden, kommen einem Aussenstehenden sicher auch nicht viel anders vor, als jene, weilche unter den meisten warmblütigen Tierarten verbreitet sind. Oft kommt dann bei den Menschen auch noch dazu, dass C F bezahlt hat, um A zu verprügeln, und F aus Versehen B verprügelt.
Warum funktioniert soziale Kommunikation nur auf Umwegen?
Die Antwort ist: Diese Umwege sind der kleinste gemeinsame Nenner zwischen Menschen. Worte benutzen wir zwar auch alle, aber für jeden bedeuten sie etwas anderes. Dass ist ein wenig so, wie die Tatsache, dass niemand wissen kann, ob „Rot“ für einen anderen Menschen genauso aussieht, wie für einen selbst.
Anders ist es mit nonverbaler Kommunikation. Diese kann verschiedene wenige, doch bedeutsame Tatsachen transportieren, und das auch noch in stufenlosen Abstufungen. Stufenlose Abstufungen? Klingt irgendwie dumm, aber ihr wisst schon, was ich meine.
Wenn ich jemandem die Hand gebe, kann ich zum Beispiel dadurch Respekt zollen, Freude ausdrücken, meine Überlegenheit demonstrieren, noch so einiges mehr und beliebige Abstufungen. Das Gleiche gilt für Körperhaltung, Blicke, den Tonfall der Stimme und ähnliches.
Was bei dieser Kommunikation allerdings auf der Strecke bleibt ist das Warum. Und das ist es m. E. was zu so vielen Verwicklungen führt. Das zu transportieren, dazu ist Sprache geeigneter, auch wenn die Wortbedeutungen von Sprachnutzer zu Sprachnutzer verschieden sind.
Ohne den rechtzeitigen Einsatz von verbaler Kommunikation, verkommt jeder kompliziertere soziale Handlungsablauf zwischen Menschen zu einem dämlichen Kaninchenkindergeburtstag.
Also REDET miteinander.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: ,

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Dez
06
2012
--

Studentin aus Las Vegas heiratet Pappschablone von Edward Cullen

Das das Twilight-Fandom teilweise merkwürdige Blüten treibt, haben wir ja schon gesehen, allerdings wird es dann jetzt spätestens albern. Wie die Mail Online vermeldet, wird sich eine Studentin der Universität von Nevada im Januar das Ja-Wort geben. Und zwar mit einer lebensgroßen Pappschablone des bekannten Glitzervampirs aus Funk und Fernsehen.
Mit ausreichenden Englischkenntnissen könnt ihr die ganze Geschichte hier nachlesen.

Die 24jährige ist allerdings nicht komplett verrückt geworden, sondern führt die ganze Sache als ein Projekt für ihre Masterarbeit auf. Das beruhigt mich etwas, allerdings ist mir nicht so recht klar, was bei der Sache herauskommen soll.
Aber: Wenn’s der Wahrheitsfindung dient?

Jan
17
2011
2

Rio zieht um.

Man mag mich für komplett uninformiert haben, aber dass das Rio Reiser Haus verkauft ist, der Nachlass Rio Reisers nach Berlin verschifft und Rio Selbst ebenso in die Hauptstadt umgebettet wird, hab ich erst erfahren, als ich zufällig über diesen Artikel beim Spiegel stolperte: LINK!

Das ist nun seltsam. Rio hat mein ganzes Leben lang im gleichen Ort gewohnt, als ich klein war, war er quasi der Dorfprominente. Er hatte ne Zeitlang eine eigene Disco bei uns im Dorf, die Schülerzeitung meiner Schule hatte ihn mal interviewed – wie wohl alle Schülerzeitungen in der Gegend – und ich selbst hab ihn sogar noch auftreten sehen, in einer Disco, die es auch schon nicht mehr gibt.
Dann ist Rio irgendwann gestorben und wurde hier beerdigt. Ein paar Mal war ich an seinem Grab, und auf den Rio Reiser Festivals war ich auch hin und wieder.

Nun soll er umgebettet werden. Find ich irgendwie doof und kann mir auch nicht vorstellen, dass das in seinem Sinne wäre, aber das liebe Geld eben…
Ich wünsche ihm an dieser Stelle eine gute Reise und weiterhin schöne Träume.

Apr
13
2010
6

Exklusives Sylt ist exklusiv!

Sylt ist exklusiv. Das merkt man nicht nur daran, dass im Sommer gerne mal irgendwelche Samstag-Abend-Shows dort gehostet werden, sondern auch – und vor allem – an den Parkplätzen.
Die sind nämlich doppelt exklusiv: Erst einmal muss man sein Auto ja auf der Insel haben, um überhaupt dort parken zu können, dann sind die Parkplätze allesamt auch für bestimmte Personengruppen reserviert.

Um das zu dokumentieren hab ich in der letzten Zeit ein paar Fotos von Schildern auf der Insel gemacht.

Der Standard bei Parkplätzen:

Etwas ausformulierter geht es hier weiter:

Doch nicht nur Gäste dürfen parken:

Manchmal ist es auch egal wer parkt; Hauptsache das Wie stimmt:

Manchmal geht’s auch nicht um Parken, sondern um’s Durchfahren:

Dass es sehr sehr exklusiv wird, sieht man daran, wenn sogar der Durchgang auf bestimmte Personengruppen limitiert ist:

Und sogar der Müll ist strengen Regeln unterworfen:

Mrz
28
2010
1

Das „Trololo“-Phänomen

Vielleicht kennt ihr schon das Trololo-Phänomen, auch „russian Rickroll“ genannt.
Es handelt sich um das Video der Gesangsdarbietung eines russischen Sängers aus den 60ern, die ohne Text auskommt. Statt dessen singt der Sänger zu schmissiger 60s Musik onomatopoetische Geräusche.

Auf das Video wird unter falscher Linkbeschriftung verlinkt, um Leute drauf zu locken, wie man es auch schon von Rickroll her kennt.

Das Video hier ist gemeint:

Während ja Rick Astley mitterweile eher genervt reagiert, wird er auf das Rickroll-Phänomen angesprochen, reagiert der Sänger des Trololo-clips bemerkenswert fröhlich und geschmeichelt.

Auch die vielen Parodien seines über 40 Jahre alten Clips findet er weniger eine Parodie, als er in ihnen vielmehr „Leute, die Liebe geben“ sieht. 🙂

Aber seht selbst:

Und der Trololomann, der im richtigen Leben Edward Hill heißt, hat recht: Wenn einem im Internetzeitalter, wo jede Information in Sekundenschnelle sofort verfügbar ist, einem so viele Menschen so viel Zeit schenken, und sogar Antwortvideos produzieren, dann ist das im Prinzip das größte Kompliment, was einem Künstler gemacht werden kann.

In der heutigen Zeit, in dem die von Andy Warhol postulierten 15 Minuten Berühmtheit für jedermann schon Realität geworden sind, kann man sich nur wünschen auf diese Weise im Gespräch zu bleiben.

Mehr zu dem russian Rickroll-Phänomen und den russischen Sänger Edward Hill findet ihr hier bei Know your meme.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: ,
Sep
22
2009
2

Epsilons, immer nur Epsilons!

Es ist ja schon ein paar Tage her, und wir leben in einer schnelllebigen Zeit, aber vielleicht erinnern sich noch einige an meine bisher 2 mißlungenen Versuche einen Artikel über antike oberschlesische Gartenlauben on zu stellen. Wenn nicht, schaut hier und hier.

Okay, mittlerweile hatte ich ein Backup gemacht von dem Artikel über die antiken oberschlesischen Gartenlauben. Und die Bilder, die ich in einem Schuhkarton aufbewahre, hab ich auch noch mal eingescannt.
Das hat eine Weile gedauert mit dem Einscannen, alleine schon, weil ich all die Schwarzweißfotos von Gartenlauben noch per Hand am Rechner nachbearbeiten musste. Dann hab ich sie also eingebunden in den Artikel, und das ganze – wie gesagt – in einer Textdatei gesichert.
Will ich’s heute Nachmittag in den Blog laden, und was seh ich?

Der Artikel wurde durch einen anderen aus einer Parallelwelt ausgetauscht. SCHON WIEDER. Hängt der Riss im Raum-Zeit-Kontinuum etwa irgendwie mit dem Sem der „antiken oberschlesischen Gartenlauben“ zusammen? Ist die häufige Erwähnung dieser Lauben etwa der Schlüssel für eine Geheimtür zwischen den Realitäten?

Ehrlich gesagt ist mir das egal. Ich will einfach nur den blöden Artikel veröffentlichen.
Ich hätte es ja schon aufgeben, und einfach über etwas anderes schreiben können, aber mittlerweile habe ich mir so viel Mühe mit dem Artikel gemacht, dass ich mir blöd vorkommen würde ich jetzt aufzuhören.

Na ja, nach dem Gezeter will ich euch das neue multidimensionale Fundstück nicht vorenthalten. Es wurde scheinbar von einem parallelen Ich geschrieben, das ich nicht sehr sympathisch finde, um ehrlich zu sein. …alleine schon weil der sehr viel dünner ist als ich.

Epsilons, immer nur Epsilons!

Gna! Da ist mir doch, wie ich neulich schon geschrieben habe, vor einer Woche diese blöde Duftorgel kaputtgegangen. Ich hab natürlich sofort eine neue bestellt, musste jetzt aber eine Woche ohne einen Duft rumlaufen. Das ist wirklich das letzte. Gerade gestern hatte ich eine Verabredung, und ständig das Gefühl diese würde immer die Nase rümpfen, wenn ich mal nicht hinsah. Die Verabredung hieß übrigens Karlina. Eine sehr hübsche kleine aus der Tierfutterfertigung. Eine Gamma, okay, aber nett, und schön anzusehen.
Na ja, fragt da der geneigte Leser, warum kauf ich mir nicht gleich ne neue (Duftorgel nicht Gamma) und lass sie installieren? Ganz einfach: Es wäre nochmal die gleiche. Meine kaputte Zetron-XV war ja schon zwei Tage alt, aber ein neues Modell ist eben erst heute verfügbar gewesen. Also hätte ich letzte Woche ein komplett veraltetes Modell nachkaufen müssen.
Ich weiß ja:“Konsum ist erste Bürgerpflicht“, aber man muss ja auch nicht irgendwelchen veralteten Scheiß kaufen, der schon beim ersten Mal nicht richtig funktioniert hat, oder?
Na ja, genug davon. Gestern habe ich Karlina dann mit nachhause genommen, und wir hatten 4 Stunden entspannenden Sex. Ich warf mir gerade die Tablette Soma danach ein, als Karlina mal kurz ins Badezimmer verschwand.
Ich hab mich fast verschluckt, als ich bemerkt habe, dass sie versuchte meine Duftorgel zu benutzen.
Nackt sprang ich kerzengerade aus dem Bett und keuchte noch, – ich hatte das Soma in den falschen Hals bekommen – als ich schon Karlinas Hilfeschreie hörte.
„Beim Ford, was ist das? Mein Fuß hängt fest!“, schrie sie schrill. Hätte ich gewusst, dass sie so schrill schreien würde, noch bevor ich mein Abendsoma eingenommen hatte, hätte ich mich wohl nicht mit ihr eingelassen.
„Kein Panik!“, versuchte ich sie zu beruhigen, „Bleib ruhig, und egal was du machst, drück keine Knöpfe, und beweg dich nicht!“
Doch zu spät! Ich hörte ein unangenehm schrammelndes Geräusch, gefolgt von einem weiteren, noch spitzeren Schrei.
Ich warf mir meinen neuen Bademantel über, und hastete ins Badezimmer.
Karlinas Fuß hatte sich unglücklich in der Duftausgabe verkeilt, als sie versucht hatte, wieder aus der Zerstäuberkabine zu steigen. Dann war sie mit dem Ellenbogen wohl gegen den Knopf der Automatik gekommen, und die Kabinentür hatte sich wieder geschlossen. Oder zumindest hatte die Kabinentür das versucht, denn Karlinas Fuß war ja im Weg.
Ich nahm etwa zehn Tabletten Soma aus der Tasche meines Bademantels, und zwang Karlina sie zu schlucken, indem ich ihr Mund und Nase zuhielt. Dann verlor sie das Bewusstsein, und hörte somit – endlich – auch zu schreien auf.

Eine halbe Stunde später hatte ich mir meinen Overall angezogen und mit der Wartungsfirma telefoniert. Karlina schlummerte noch immer zufrieden, allerdings hatte ich gesehen, dass ihr Bein stark blutete.
Die Installateure beklagten sich zuerst wie spät es wäre, und dass sie niemanden erübrigen könnten. Als ich ihnen dann aber meine Bürgernummer nannte, und sie sahen, dass ich ein Beta+ war, versprachen sie, das bald jemand kommen würde. Auch der Austausch gegen eine neue Duftorgel wurde mir höflich zugesichert, obwohl man sowas nachts eigentlich nicht machen könne.
Tja, dann rief ich den Notarzt an. Ich weiß ja nicht ob sich Karlina viel getan hatte, aber Blut ist immer ein schlechtes Zeichen. Das bedeutet, dass jemand verletzt ist, und Verletzungen sollten ja eigentlich nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden – wenn überhaupt.
Der Arzt war ebenso mürrisch drauf wie die Installateure zu Anfang, wurde dann aber auch kooperativer, als ich ihm Bürgernummer und Sachverhalt nannte.

Dann, eine Stunde später kamen die „Installateure“. Ich setze das bewusst in Anführungszeichen, weil es sich nicht um kompetente Fachkräfte handelte, sondern um verdammte Epsilon-Hilfsarbeiter. Es waren drei an der Zahl, und so wie es aussah, entstammten sie alle der gleichen Bukanowsky-Gruppe. Jedenfalls konnte ich keinen äußerlichen Unterschied zwischen den dreien feststellen.
Grußlos stolperten die drei schwarz gekleideten Zwerge in mein Wohnzimmer, und einer von diesen Kretins riß dabei eine Vase um, die ich erst am Vortag gekauft hatte, und die noch immer der letzte Schrei war. Keine Frage: Das würde ich dem Installationsunternehmen in Rechnung stellen!

Nachdem die drei widerlichen Gnome eine Weile an der Duftorgel herumgeschraubt hatten, war dann Karlinas Fuß endlich frei. Ich schleifte sie neben die Badewanne, und holte ihr ein Kopfkissen aus dem Schlafzimmer. Der Arzt würde ja bald kommen, der würde schon wissen was zu tun sei.
Die Epsilons jedoch machten irgendwas, dass es knackte, und plötzlich irgendwo aus einem Rohr jede Menge Wasser schoß. Die drei Hilfsarbeiter liefen panisch durcheinander, bis einer sich ein Herz fasste, und das Rohr irgendwie wieder verschloss. Mittlerweile war der ganze Fußboden jedoch naß, und Karlina lag jetzt in einer riesigen Pfütze. Auch das Kissen war naß geworden.

Aufgebracht lief ich wieder ins Wohnzimmer. Duftorgel kaputt, Vase kaputt, Wasserschaden im Badezimmer… auch ein neues Kissen musste ich mir morgen kaufen. Und dann noch eine verletzte Gamma im Somaschlaf in meinem Badezimmer. Wo blieb eigentlich der Artzt?
Wo hatte ich das Soma hingelegt? Erschrocken suchte ich etwa eine Viertelstunde, bis mir einfiel, dass es ja im Bademantel war. Hatte ich jetzt schon eine Abendtablette genommen oder nicht? Ich wusste es nicht mehr, warf aber sicherheitshalber gleich noch zwei ein. Ruhige Gelassenheit erfasste mich wieder. Ich schüttelte lächelnd den Kopf; sowas musste ja auch wieder mir passieren!
Ich setzte mich in meinen Massagesessel, und schaltete das Holo ein. Natürlich war Nacht, da kamen nur Wiederholungen. Ich zappte, bis ich bei einem Holodrama hängenblieb, das ich geschrieben hatte.
Hatte ich das eigentlich schon erwähnt? Meine Aufgabe als Beta+ besteht darin, Holodramas für Kino und Rundfunk zu schreiben. Gut, nichts „künstlerisches“, sondern eher so Sachen aus der Sparte „Wahre Liebe“ und „Unglücklich verliebt in einen Wilden“. Ich weiß, Lovesploitationholos werden immer belächelt, aber zumindest alle vom Gamma an abwärts schauen sowas gerne. Und einmal habe ich sogar Lob von einem Alpha bekommen, der eine Story besonders mochte.

Es klingelte an der Türe. Ich riss mich aus meinen Gedanken, stand auf, und drückte den Türschalter. Die Tür öffnete sich und ich war erleichtert festzustellen, dass wenigstens der Doktor kein Epsilon war. Es handelte sich natürlich um einen Alpha-, schon etwas älter, wie man an seinen ersten grauen Haaren erkennen konnte.
„Guten Tag, Herr…“, er blickte auf sein Klemmbrett, „… Beta+?“ Er sah mich ungläubig an.
„Ein Künstlername! Kommen Sie doch herein!“
Er kam durch die Tür, uns sah sich um: „Hier gibt es einen medizinischen Notfall?“
„Im Badezimmer“, sagte ich, und wies ihm den Weg.
Die Epsilons schraubten noch immer im Nass herum.
„Freud noch mal!“, schimpfte der Doktor. „Bei Ihnen machen Epsilons die Installationen?“
Ich schaute peinlich berührt zu Boden, wahrscheinlich bin ich sogar rot geworden.
„Nachtschlafende Zeit, wissen Sie.“, erklärte ich, und fügte entrüstst hinzu: „Ich hab mit Sicherheit keine Epsilons bestellt!“
„Hmpf. Na, dann wollen wir mal sehen, was wir hier haben.“, sagte der Doktor unwirsch, beugte sich zu Karlina herunter, und schaute sich ihr Bein an.
„Haben Sie ihr Soma gegeben?“, fragte er nach einer Weile.
„Natürlich. Acht Tabletten.“
„Gute Auffassungsgabe. Bist du verdrossen, flugs Soma genossen!“, dozierte er.
Danach fügte er mit ernsterem Blick hinzu:“Nun, das Bein scheint gebrochen zu sein.“
„Ist das eine schlimme Verletzung? Ich fände es zutiefst peinlich, wenn einer Bekannten bei mir so etwas zustoßen würde.“, druckste ich.
Am Ende sprach sich noch unter den Frauen herum, dass man besser nicht zu mir nach Hause käme, weil meine Gerätschaften alt und unsicher sind.
„Nun, ihre Bekannte ist eine Beta?“, fragte der Arzt auf sein Klemmbrett blickend.
„Nein, sie ist eine Gamma.“, sagte ich,“ Gamma+, glaube ich.“
„Ahh. Und ihre Funktion?“
„Sie arbeitet irgendwo in der Fertigung.“
„Tja, dann denke ich, dass es das beste ist, wenn wir sie ins Sterbehospital bringen, und in den Somahalbschlaf versetzen.“
Mir fiel die Kinnlade runter: „So schlimm ist es?“
„Nun, ein gebrochenes Bein ist eine schwere körperliche Behinderung, und in der Fertigung kann sie damit nicht arbeiten. Es dauert Wochen bis so etwas verheilt ist.“, dozierte der Doktor. „Sie selbst würde mit einem gebrochenen Bein nicht leben wollen.“

Das konnte doch alles nicht wahr sein! Jetzt würde sich herumsprechen, wie gefährlich mein Haushalt war, und das obwohl die fragliche Duftorgel ja gerade ausgetauscht wurde.
„Kann man diesen Vorfall irgendwie vertuschen?“, fragte ich. „Ich meine, sonst kommen hier bald keine Mädchen mehr her, weil die Angst vor meinem Bad haben!“
Der Doktor schmunzelte. „Nun, da lässt sich schon was machen. Ich schreibe einfach einen Unfall im Strassenverkehr auf.“
Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Der Doktor holte dann ein paar Delta-Sanitäter herauf in meine Wohnung, und zusammen transportierten sie die arme Karlina ab. Aber das war ja nun mal der Kreislauf des Lebens.
Die Duftorgel haben die Epsilons in der Nacht übrigens nicht mehr ausgetauscht. Ich habe sie rausgeworfen, nachdem der Doktor gegangen war, und heute Morgen dann gleich als erstes ein paar Deltas bestellt, die das richten.

Der geneigte Leser mag fragen, warum ich die Geschichte hier aufschreibe, wenn sie mir so peinlich ist.
Nun, im Internet wird sie schon keine Gamma lesen, und ich denke, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, dass es doch eine ganz witzige Anekdote ist.

Jul
31
2009
--

Neudeutsches Denunziantentum

Ich habs heute in unserer regionalen Monopolzeitung „Nordfriesland Tageblatt“ gelesen, aber ein sehr ähnlicher Artikel findet sich auch hier bei der Süddeutschen Zeitung.
Ein Müllmann hat scheinbar „vor den Augen seiner Kollegen“ ein Kinderreisebett aus dem Müll gefischt, und es mit nachhause genommen, weil es wohl noch in Ordnung war, und er Kinder hat, für die er das Bett gut gebrauchen kann.
Daraufhin kündigt ihm der Arbeitgeber. Zu unrecht, wie nun entschieden wurde.


Orange Garbage by ~childeofdarkness on deviantART

Wie hat der Arbeitgeber davon überhaupt erfahren? War es – und der Artikel liest sich ja so – einer seiner Kollegen, der ihn da angeschwärzt hat? Wenn ja, dann stellt sich mir die Frage, welche neidzerfressene, miese, kleine, hinterhältige, kollegenschweinige Existenz ihn da verpetzt hat. Ich meine geht’s noch? Wer rennt sofort zum Arbeitgeber und sagt: „Der M. der hat aber heute Müll geklaut!“
Zumal, wie es SZ berichtet, der fragliche Müllmann einfach nur hätte fragen zu brauchen, und das Bett dann sowieso hätte mitnehmen können. Wo leben wir denn? Da bekommen Manager, die ihren Job eben nicht richtig gemacht haben, und ganze Firmenimperien gegen die Wand gefahren haben noch Millionenabfindungen, Ministerinnen und Kanzelerinnen benutzen Dienstfahrzeuge für Privatfahrten und ein hartarbeitender Müllmann soll wegen Mülldiebstahls entlassen werden? Es ist ja doch immerhin nicht so, dass er tonnenweise Altglas geklaut hätte, um damit irgendeine Glasbläserfirma zu gründen, nein, der hat nur ein Kinderbett aus dem Müll gefischt, welches sowieso nicht recyclebar gewesen wäre!
Ist das Deutschland 2009? Na dann gute Nacht!

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Wahnhaftes,Zwischenmenschliches | Schlagwörter:
Jul
25
2009
--

Und, wie fühlt sich die Blogosphäre heute?

Wie ich gerade bei heise gelesen habe, haben US-Amerikanische Forscher damit angefangen die Stimmung im Internet zu analysieren. Das passiert offenbar indem Meldungen in Blogs auf bestimmte Schlüsselworte untersucht werden.

Die Beiträge wurden von den Forschern nach Schlüsselbegriffen wie vanity (Eitelkeit) und paradise (Paradies), kategorisiert, denen jeweils ein Fröhlichkeitswert zwischen eins und neun zugewiesen wurde. Für triumphant (siegestrunken) etwa lag dieser bei 8,87, für suicide (Selbstmord) bei 1,25. Aus dem Mittel aller Werte ließ sich so die Grundstimmung im Netz ablesen – je höher, desto fröhlicher die Nutzer.

Ich frage mich, ob ein Fröhlichkeitswert da reicht. Immerhin sind nicht alle Stimmungen Abstufungen irgendwo zwischen traurig und fröhlich. Wütend würde ich da zum Beispiel ausnehmen. Aber drollig auf was für Ideen die Leute kommen: Das ist ja fast wie eine Art Internetwetterbericht.
Wenn irgendein Unternehmen demnächst eine große Social-Web-Kampagne starten möchte, wär’s für die ja vielleicht ganz interessant herauszufinden, ob das Wetter im Netz momentan gerade sonnig bis heiter oder regnerisch ist. Wenn grad ein Tornado tobt, kann man dann erst einmal zu Hause bleiben, bis das Wetter wieder schön ist.

Jun
26
2009
--

Die Generation dazwischen

Okay, in letzter Zeit ist ja immer die Rede von den „digital Natives“ und den digitalen Einwanderern, die das Internet ausdrucken, und ihre liebe Mühe haben sich mit dem – eigentlich gar nicht mehr so neuen – Medium Computer und dem Internet sinnvoll auseinanderzusetzen. Ich persönlich fühle mich den digitalen Eingeborenen zwar näher, aber schlußendlich gehöre ich wohl zu keiner der Gruppen wirklich. Ich gehöre eher zu der Gruppe Menschen, die mit der digitalen Welt zusammen groß geworden sind.
Als ich etwa 7 Jahre alt war, hat mein Vater, der schon immer Interesse für neue Technologien gezeigt hat, den ersten Computer in unser Haus gebracht. Das war ein SVI 328. Der hatte damals noch 32 KB Ram, wenn das einem was sagt, dass ist halb so viel wie ein C64. Das Ding konnte 16 Farben darstellen, und der gesamte Computer war damals noch in der Tastatur untergebracht.
Wir hatten für den Cartriges mit einigen Spielen drauf, die allesamt heute keinen mehr vor dem Ofen hervorholen würden, aber damals waren die bunt und toll. Es war ein Zaxxon-ähnliches Ballerspiel dabei, und ein Spiel bei dem man in der draufsicht einen von zwei Panzern steuern konnte, mit dem Ziel den anderen abzuballern.
Da machte ich dann auch meine ersten Erfahrungen mit dem Programmieren. In Basic. Eines meiner ersten Programme wird so ausgesehen haben:

10 Print“Hallo!“
20 Input“Wie ist dein Name?“;A$
30 Print“Hallo „;A$;“!“

Beeindruckend, nicht wahr? Aber na ja, ich war ja erst 7. Meine beiden Geschwister und ich programmierten solche kleinen Perlen eine Zeit lang um die Wette, und hin und wieder wurden sogar Programme aus Computermagazinen abgetippt. Das waren meistens Spiele, und allein das Abtippen hat damals einen ganzen Abend gefüllt.
Dann hat man das Spiel ausprobiert, bis es abstürzte, und man hat den nächsten Abend damit verbracht alle Tippfehler auszumerzen. Sowas gibt’s heute nicht mehr. Heute kommen die Spiele fertig auf DVD, und sind sowieso viel zu komplex, als dass sie einer abtippen könnte.

Mein Bruder bekam dann irgendwann einen C64, mein Vater kaufte sich einen Atari ST 1040, und ich einen MSX von der Firma Sony. Jeder von uns hätte damals noch das Siegermodell gekauft haben können, doch mein Bruder gewann natürlich. Der C64 blieb eine Weile. Dann sattelte mein Bruder auf einen Amiga um, und obwohl schon andere auf den PC schworen, hab auch ich mir noch einen Amiga 500 zu meiner Konfirmation gekauft. Ich hab das ehrlich gesagt nicht bereuht. Das war damals einfach ganz lange noch der beste Spielecomputer, obwohl der PC schon im Aufwind war, und es im Prinzip klar war, dass der PC mal alles dominieren würde.
An einem 2/86er hätte ich aber nicht so lange Freude gehabt wie an meinem Amiga. Das war damals einfach auch der beste Spielecomputer, und die Workbench-Benutzeroberfläche würde ich jederzeit gegen Windows 3.1 bevorzugen.

Internet gabs damals noch nicht. Also nicht für uns, meine ich.
Mein erster PC muss ein 3/86er gewesen sein, aber ehrlich gesagt erinnere ich mich nicht so genau. Die alten Computer hatten irgendwie viel mehr Charakter als ein PC. Die kann man alle irgendwie nicht mehr auseinanderhalten, ausserdem machen die auch alle im Prinzip das gleiche, haben die gleiche Benutzeroberfläche – Windows eben – und werden ständig aufgerüstet. insgesamt 5 verschiedene PC’s werde ich seitdem jedoch gehabt haben.
Dem Internet, jedenfalls, habe ich mich ganz lange verweigert. Zwar schien es irgendwie interessant, aber nicht sonderlich nützlich. Damals waren aber auch nur ein paar Unis im Netz, und alles war nur Text. Außerdem hat es noch keine Flatrates gegeben.
Als ich dann aber selbst studiert habe, und eine eigene Emailadresse von der Uni her hatte, hab ich doch schnell gemerkt, wie sinnvoll doch eine Email sein kann. Der einzige andere, den ich kannte, der eine hatte war zwar mein Bruder, aber mit dem habe ich mich dann auch oft via email unterhalten. In mancher Hinsicht war das sogar besser als telefonieren, wenn es zum Beispiel um Lösungen für diverse Computerspiele ging.

In den Jahren danach habe ich oft mal Online-Sessions abgehalten, in denen ich zu einem Thema recherchiert hatte. Meistens war das bei einem Freund, der selbst online war. Danach war ich immer öfter online, und mittlerweile bin auch ich seit Jahren im Netz.

Qualifiziere ich mich mit diesem Werdegang zum digital Native? Ich denke nicht. Aber so richtig zugereist bin ich auch nicht. In meinem Leben haben Computer immer eine große Rolle gespielt, und das Internet ist nur die logische Folge von der Entwicklung, der ich Zeuge wurde.

Obwohl ich heute hin und wieder Probleme habe mich an irgendwelche Neuerungen – zum Beispiel neue Betriebssysteme, die plötzlich nicht mehr Dosbasiert sind – zu gewöhnen, finde ich nicht wirklich was dabei mich mit diesen Neuerungen auseinanderzusetzen. Ich mach zwar nicht jeden Trend sofort mit, aber wenn er bleibt, dann besteht die große Chance, dass ich ihn irgendwann ausprobiere.
Gänzlich ohne Computer zu leben, dass könnte ich mir gar nicht vorstellen.

Ich denke ich bin in der digitalen Welt weder Einwanderer noch Eingeborener. Ich war schon genau „hier“, bevor die digitale Welt sich gebildet hat, und hatte sie dabei die meiste Zeit im Auge.

Ich überleg die ganze Zeit, ob mir ein schlauer Name dafür einfällt, der zu „digitaler Eingeborener“ passt. Was weiß ich „digitaler Kassenwart“ oder so. Mir fällt aber nichts ein, deshalb ist das Schlußwort dieses Artikels leider recht lasch. Dumm gelaufen.

Ich versuchs noch rauszureißen:
Sind wir nicht alle ein bisschen digital?

War nichts, oder?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter:
Jun
17
2009
--

Eine Partnerbörse der besonderen Art.

Wenn ich mich aus Myspace auslogge, warum steht da dann: „Meet local Vampires!“ ?

Warum sollte ich Vampiren begegnen wollen? Oo
Vor allen Dingen: Ich wusste gar nicht, dass wir welche haben! Wo leben die denn bei uns? Im Kirchturm, der gerade renauviert wird? Oder auf einem der zwei Friedhöfe? Und was machen die hier, wo niemand spurlos verschwindet? Ernähren die sich von Kühen? Oder von Sylt-Urlaubern?

Fragen über Fragen.

Mrz
22
2009
--

Hoppelhasenpicknick

Damals, als ich gerade anfing zu einem sozialen Lebewesen zu werden, fiel mir immer wieder auf, wie dumm Menschen doch sind Wie beknackt sind all die Rituale, die wir heute noch tagtäglich bedienen müssen, um nicht unangenehm aufzufallen.
Kommen mehrere Menschen zusammen kann man unweigerlich jedes Mal den selben dämlichen Kindergeburtstag beobachten. A mag B, C mag B, C mag A nicht, B mag D. All diese logischen Gleichungen sollen sich dann durch die Interaktion der einzelnen Subjekte mit Ritualen, also quasi von selbst, auflösen.
Die Rituale, die dabei benutzt werden, kommen einem Aussenstehenden sicher auch nicht viel anders vor, als jene, weilche unter den meisten warmblütigen Tierarten verbreitet sind. Oft kommt dann bei den Menschen auch noch dazu, dass C F bezahlt hat, um A zu verprügeln, und F aus Versehen B verprügelt.
Warum funktioniert soziale Kommunikation nur auf Umwegen?
Die Antwort ist: Diese Umwege sind der kleinste gemeinsame Nenner zwischen Menschen. Worte benutzen wir zwar auch alle, aber für jeden bedeuten sie etwas anderes. Dass ist ein wenig so, wie die Tatsache, dass niemand wissen kann, ob „Rot“ für einen anderen Menschen genauso aussieht, wie für einen selbst.
Anders ist es mit nonverbaler Kommunikation. Diese kann verschiedene wenige, doch bedeutsame Tatsachen transportieren, und das auch noch in stufenlosen Abstufungen. Stufenlose Abstufungen? Klingt irgendwie dumm, aber ihr wisst schon, was ich meine.
Wenn ich jemandem die Hand gebe, kann ich zum Beispiel dadurch Respekt zollen, Freude ausdrücken, meine Überlegenheit demonstrieren, noch so einiges mehr und beliebige Abstufungen. Das Gleiche gilt für Körperhaltung, Blicke, den Tonfall der Stimme und ähnliches.
Was bei dieser Kommunikation allerdings auf der Strecke bleibt ist das Warum. Und das ist es m. E. was zu so vielen Verwicklungen führt. Das zu transportieren, dazu ist Sprache geeigneter, auch wenn die Wortbedeutungen von Sprachnutzer zu Sprachnutzer verschieden sind.
Ohne den rechtzeitigen Einsatz von verbaler Kommunikation, verkommt jeder kompliziertere soziale Handlungsablauf zwischen Menschen zu einem dämlichen Kaninchenkindergeburtstag.
Also REDET miteinander.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: ,