Impactsuspect » Wahnhaftes
Mrz
22
2013
3

Irrsinn mit Pfote 2: Neues von Jack Wolfskin

Einige werden sich noch an die Geschichte von vor ein paar Jahren erinnern, als die Jackenfirma Jack Wolfskin die Verkaufenden einer Internet-Heimwerkerbörse namens Dawanda abmahnen ließ, weil sie die Frechheit besaßen Kleidungsstücke mit Katzenpfoten zu vertreiben.
Katzenpfoten sehen scheinbar für die Trapper_innen bei Jack Wolfskin der Wolfspfote sehr ähnlich, die Jack Wolfskin als Marke hat schützen lassen. Unter anderem auch für Kleidungsstücke.
Es gab einen mittelgroßen bis großen Shitstorm, Jack Wolfskin hat die Abmahnungen zurückgenommen, aber nicht begriffen, was sie falsch gemacht hatten. Die heimwerkenden Dawandaanbieter_innen mussten jedenfalls ihre Katzenpfotensachen aus dem Shop nehmen um einer Klage zu entgehen.
Nun hat der Mahnzorn der Firma, die so etwas wie das Apple unter den Outdoorbekleidungshersteller_innen ein neues unwahrscheinliches Opfer getroffen: Die Produktionsfirma des aktuellen „Fünf Freunde“-Filmes. Das Logo der Filmreihe, die schon einige Jahre besteht, zeigt eine Hundetatze, bei der die einzelnen Krallen durch Fingerabdrücke ersetzt wurden.
Und ganz ehrlich: Ich hab das kommen sehen. Als vor ein paar Monaten ein Trailer des Filmes mit diesem Logo in den Kinos lief, musste ich an die Dawandasache denken.

Ich hoffe, dass die Produktionsfirma des Filmes über längeren finanziellen Atem verfügt als die Dawandaverkäufer_innen und es auf eine Klage ankommen lassen. Ich finde es unglaublich unsinnig, dass Tierpfoten, die Farbe Rot oder ein stilisierter Apfel als Marke schützbar sind.
Weder ein Pfotenabdruck noch ein Apfel erreichen die Schöpfungshöhe. Jeder Hund kann einen Pfotenabdruck machen – es sei denn, er hat keine Beine und das wollen wir ihm nicht wünschen.
Ich hoffe solch ein Blödsinn wird in Zukunft unterbunden.

Aktuelle Links entfallen, weil Leistungsschutzrecht.

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Wahnhaftes | Schlagwörter: ,
Dez
06
2012
--

Studentin aus Las Vegas heiratet Pappschablone von Edward Cullen

Das das Twilight-Fandom teilweise merkwürdige Blüten treibt, haben wir ja schon gesehen, allerdings wird es dann jetzt spätestens albern. Wie die Mail Online vermeldet, wird sich eine Studentin der Universität von Nevada im Januar das Ja-Wort geben. Und zwar mit einer lebensgroßen Pappschablone des bekannten Glitzervampirs aus Funk und Fernsehen.
Mit ausreichenden Englischkenntnissen könnt ihr die ganze Geschichte hier nachlesen.

Die 24jährige ist allerdings nicht komplett verrückt geworden, sondern führt die ganze Sache als ein Projekt für ihre Masterarbeit auf. Das beruhigt mich etwas, allerdings ist mir nicht so recht klar, was bei der Sache herauskommen soll.
Aber: Wenn’s der Wahrheitsfindung dient?

Jan
06
2012
3

Jetzt auch noch Mp3-Player!

Errinnert ihr euch noch an die „gefährlichen Rollbretter“? Es gibt da jetzt einen neuen „gefährlichen Trend“ dem man, – natürlich – mit Verboten beikommen will.

Offenbar sorgen neuerdings also MP3-Stöpsel in den Ohren im Strassenverkehr vermehrt für Unfälle, daher will unser charismatischer Verkehrsminister von der Verbiete-was-du-selbst-nicht-brauchst-Partei CSU nun MP3-Player für Fußgänger verbieten.

Sicher, auch ich bin schon einmal hupend im Schritttempo hinter einem Musikhörer her gefahren, der in einer Seitenstrasse ging, und mich nicht gehört hat. Aber wie häufig passiert das? Und habe ich ihn überfahren? Nein. Weil der Autofahrer ja hinschaut, wo er hinfährt. Ebenso hat der Fußgänger auch oft selbst im Blick wo er hinläuft und wo er mit Verkehr zu rechnen hat.
Und selbst wenn wir annehmen, dass das Hören von Musik im Strassenverkehr für Fussgänger gefährlich ist, warum fällt das erst jetz auf?
Ich meine, wie lange gibt es schon Walkmans? Seit den späten 70ern? In den 80ern hatte fast jeder einen, und im Prinzip arbeiten diese archaischen Geräte auch nicht anders als die Mp3-Player von heute.
Wie kann es also jetzt einen Anstieg geben, wenn es wirklich an den Mp3-Playern liegt?

Und wer erstattet mir das Geld für meinen MP3-Player zurück, wenn die Dinger nun auch für Fußgänger verboten und somit de facto nutzlos werden? Herr Ramsauer sicher nicht, oder?

In diesem Sinne: Frohes neues Jahr!

Nov
25
2011
6

Die Nord-SPD und Zeitlöcher ins letzte Jahrtausend.

Wie man zum Beispiel hier lesen kann, (LINK) hat die Nord-SPD eine „peinliche Panne“ beim Einbinden eines Videos auf ihrer Homepage erlebt.
Hat sie doch ein schniekes Video von irgendeinem albernen Landes-Bruhaha über eine Streamingplattform eingebunden, die Werbespots vor die Videos schaltet.
Und nun lief da doch tatsächlich Werbung für ein ’sogenanntes „Killerspiel“ ‚, wie das Nordfriesland Tageblatt wenigstens noch in Anführungszeichen schrieb. Die Lübecker Nachrichten sprechen da im Gegesatz ganz kritiklos von Killerspiel. Ohne Anführungszeichen oder ein „Sogenannt“.
Gut, nun ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Feinheiten der digitalen Kultur sich noch nicht zur Verräterpartei herumgesprochen haben, und dass die Generation Internetausdrucker auch panisch überreagiert, ist auch nichts neues. Aber einige Passagen in der Meldung bringen mich ein wenig zum Grübeln.

1.) Ursprünglich wollte ich mir die Frage stellen, warum irgendjemand Werbung für ein Computerspiel aus den späten Neunzigern schaltet. Die Frage konnte ich mir allerdings durch simples Googeln schon selbst beantworten.
Es handelt sich in der Tat um den alten Shooter von 1997, der aber neu aufgelegt wurde. Jetzt sieht er moderner aus, und es wird wohl auch ganz normal Werbung dafür geschaltet. Einen Trailer kann man bei Youtube bewundern. (LINK)

2.)

„Seit Jahren wissen wir, was solche Killerspiele in jungen Menschen verursachen können“, erklärte die CDU-Abgeordnete Heike Franzen.

Seit wann wissen wir was „Killerspiele“ anrichten können? Und was können sie anrichten? Hier schafft es eine Dame von der CDU nur plumpe Behauptungen in den Raum zu stellen, die seit Jahren nicht mit schlüssigen Studien belegt werden. Aber CDU halt. Die glauben an ihre Meinungen halt eher religiös und lassen sich da von Fakten nicht verwirren.

3.) Gleich weiter im Text:

Ihr sei unerklärlich, wie ein Politiker „eine solche Werbung auf seinem persönlichen Internetauftritt überhaupt zulassen kann“. Albig hätte das unterbinden müssen.

Ein noch nicht einmal in die Regierung gewählter Landespolitiker soll also einer unabhängigen Streamingplattform bestimmte Werbespots verbieten, die vermutlich in den AGBs vorgesehen und von den Uploadern bei der SPD durch Nutzung des Service abgenickt wurde? Die CDU ist lustig. Die beschweren sich vermutlich auch darüber, dass Sigmar Gabriel dem Klima nicht verbietet sich zu erwärmen.

4.)Die FDP lässt sich die Gelegenheit auch nicht nehmen, der SPD nochmal eins mitzugeben.

Katharina Loedige (FDP) reagierte bissig. Albigs Video stelle klar, „wie gutes Regieren mit Sozialdemokraten aussehen würde: Wenn schon der Vorspann daneben ist, kann man auch den Hauptfilm vergessen.“

Anstatt den Vorfall als solchen zu kommentieren, spinnt die Frau von der FDP einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Spot und der SPD. Und dann nennt sie einen als solchen vorgeschalteten Werbespot auch noch „Vorspann“ und grenzt diesen verbal vom „Hauptfilm“ ab.
Liebe Frau Loedige: Ein Vorspann ist der Teil eines Films, wo wir die Namen der Produktionsfirmen und – mit Glück – des Regisseurs um die Ohren gehauen bekommen. Manchmal sogar den Filmtitel. Ein Vorspann ist Teil des Hauptfilmes.
Was Sie meinen ist ein Vorfilm. Der Kommt in Kinos vor dem Film, ist aber eine inhaltlich vom Hauptfilm getrennte Sache. Und nur weil als Vorfilm irgendwas kommt, was ich nicht mag, kann der Hauptfilm dadurch nicht schlechter werden. Zumal beide nichts miteinander zu tun haben, bis auf die zeitliche Nähe in der die Aufführung stattfindet.
Allerdings ist der Werbespot am Video auch kein Vorfilm, es sei den die diletantische „Lampenladen Bahnhofstrasse“-Werbung, die ich im Kino über mich ergehen lassen muss, sei ein Vorfilm. Ist sie aber nicht, es handelt sich um Werbung.
Was die Dame der FDP hier – nur um eine billige Spitze gegen die SPD zu produzieren – beweist, ist so ziemlich genau das exakte Gegenteil von Medienkompetenz.

Und ist euch mal aufgefallen, dass die FDP in letzter Zeit immer gleich mit Beleidigungen kommt? Regieren mit der SPD ist wie Ballerspiel, Sigmar Gabriel ist dick und lächerlich und so weiter… Die haben wohl keine Argumente mehr. Ist ja wie Kindergarten mit denen.

5.)Und die SPD hat aber auch noch was zu sagen:

Die SPD nahm das Video gestern von der Seite. Sprecher Amin Hamadmad bedauerte den „technischen Fehler“. […] Weil ein Mitarbeiter erkrankt sei, habe man diesmal das Angebot einer Internetplattform genutzt.

Bei der SPD ist es also ein technischer Fehler, wenn ein Mitarbeiter erkrankt. Das ist der Beweis: Bei der SPD arbeiten nur Roboter.
Das ist alles so doof, da mag ich gar nicht weiter kommentieren.

Natürlich mach ich es aber trotzdem.

6.) Zu guter letzt kommt dann noch der berüchtigte Herr Pfeiffer von seinem eigenen Anti-Killerspiel-institut, und redet irgendwas nicht zum Thema passendes, das nicht zum Thema passt. Jungen gerieten durch Killerspiele ins Abseits, weil sie ihre Hausaufgeben vernachlässigten.
Gibt es keine Gamerinnen? Oder geraten die nur nicht ins Abseits? Und welche Gefahr geht von einem SPD-Video aus, das junge Leute sicher meiden wie die Pest, denn, Herr Pfeiffer, um so eins geht es hier.
Hier noch ein Link zu der unabhängigen Meinung eines Experten zu Herrn Pfeiffer: LINK!

7.) Wenn Goldeneye, das Spiel, ein „Killerspiel“ ist, ist die James-Bond-Reihe dann auch generell eine Reihe von „Killerfilmen“? Ich hatte bis heute gedacht, dass es sich dabei um ein geschätztes und traditionsreiches Kulturgut der westlichen Welt handelt.

Fazit:
Viel Wind um nichts. Der SPD ist ein kleineres Mißgeschick passiert, auf das mehrere andere Parteien sofort anspringen und versuchen sich zu profilieren, indem sie die SPD schlecht machen. Die SPD schafft es dann aber ganz alleine sich ein wenig zum Horst zu machen, indem sie das Unwissen der Vertretung für den kranken Kollegen als „technischen Fehler“ bezeichnet.
Die FDP zerlegt mal eben in wenigen Sätzen ihre Medienkompetenz, und die CDU, die nicht ohne Experten ihr Facebookprofil ändern kann, rügt die SPD für das Übersehen einer Klausel in AGBs. Einzig die Grünen kommentieren nicht, wo es eigentlich nichts zu kommentieren gilt. Die einzigen Gewinner – bzw. nicht Verlierer – hier.

P.S: Das Zeitungen, also journalistische Erzeugnisse mit Qualitätskontrolle, noch immer von „Killerspielen“ reden, selbst wenn sie von „sogenannten ‚Killerspielen‘ “ reden, lässt sie auch eher auf der Deppenseite dieser Geschichte stehen.

Apr
09
2011
4

FBI gibt Roswell Vorfall zu?!?

Ich berichte hier mal ganz vorsichtig, weil ich mir auch keinen richtigen Reim auf diese Meldung machen kann. Das FBI hat wieder einmal einige Geheimdokumente veröffentlicht, die man nun im Internet bewundern kann. Das müssen die machen, weil nach dem „Freedom of Information Act“ jeder US-Bürger das Recht hat, diese Dokumente einzusehen.
Selbstverständlich werden viele Dokumente teilweise geschwärzt, bevor sie freigegeben werden und es gelten wohl generell gewisse Fristen, nach deren Ablauf erst veröffentlicht wird. Diese Fristen können scheinbar auch gerne einmal 60 Jahre dauern, wie der folgende Fall zeigt.

Bei diesem LINK handelt es sich scheinbar tatsächlich auf einen Link auf eine genuine Webseite der amerikanischen Kriminalbehörde, und auch der Scan des Dokumentes sieht für meine ungeübten Augen überzeugend aus.

Was dort nun steht, weiß ich jedoch nicht recht einzuordnen.

Ich zitiere mal grob übersetzt:

Ein Ermittler für die Air Force konstatierte, daß drei sogenannte fliegende Untertassen in New Mexico geborgen wurden. Sie wurden als kreisförmig mit erhobenen Mittelteilen, etwa 50 Fuß im Durchmesser beschrieben. Jede war besetzt mit drei Körpern menschlicher Gestalt, aber nur 3 Fuß hoch, gekleidet in metallischen Stoff einer sehr feinen Beschaffenheit. Jeder Körper war in ähnlicher Weise bandagiert wie die Blackout-Suits die von Hochgeschwindigkeitsfliegern und Testpiloten benutzt werden.

Weiter ist dort zu lesen, dass die UFOs abgestürzt sind, weil das Hochfrequenzradar der nahegelegenen Militärbasis scheinbar deren Steuermechanismen gestört hat.

Was genau „Blackout-Suits“ sind, und ob meine Übersetzung von „speed flyers“ als „Hochgeschwindigkeitsfliegern“ stimmt, weiß ich nicht. Im Original könnt ihr beim FBI selbst nachlesen, der Link steht ja oben.

Auf einem englischsprachigen Blog wird auch schon drüber berichtet: LINK. Sonst erstaunlicherweise nirgends.

Womit haben wir es nun zu tun?
Verspäteter Aprilscherz der US-Regierung? Verspäteter Aprilscherz des FBI? (Wenn ja: Dürfen die sowas?) Bewusste Fälschung des FBI, um Leute von irgendwelchen Kriegen abzulenken? Bewusste Fälschung, die dem FBI untergejubelt wurde? Haben Hacker wieder irgendwas gehackt?
Und wenn das Dokument Tatsachen beschreibt, womit haben wir es dann zu tun? Aliens? Einer verunglückten Zirkustruppe in selbstgebauten Experimentalflugzeugen? Einem chinesischen Spionageflugzeugflottendingsda? Ich bin gespannt ob und wer dazu Stellung nimmt, auf jeden Fall sollte diese Meldung die Ufologen-Gerüchteküche ordentlich anheizen.

Update: Ist wohl ein Hoax.

Update 2: Ist wohl ein 60 Jahre alter Hoax. XD

Update 3: Scheinbar hat wohl jemand diesem FBI-Agenten, der da das Memo abgeschickt hat, einen Bären aufgebunden.

Update 4: Mehr dazu: LINK!

Mrz
14
2011
5

Atomstrom

Ihr werdet es vermutlich schon mitbekommen haben. In Japan gab es ein schweres Erdbeben und einen Tsunami. Beides hat dazu geführt, dass die Japaner die Kontrolle über mittlerweile 3 Atomkraftwerke verloren haben.
Die Nachrichten dazu sind teilweise widersprüchlich und reichen von „Alles nicht so schlimm“ bis „Super GAU“.
Dass es sich bei dem, was in Fukushima I passiert um einen GAU handelt, steht nicht wirklich in Frage.


Three Mile Island by ~NoelBoulet on deviantART

Nun geben sich unsere Regierung, die letztes Jahr noch für den Ausstieg aus dem Atomkonsens und für die Laufzeitverlängerung unserer AKWs gestimmt hat und die Atomlobby alle Mühe, uns vielerlei zu erzählen.
Unter anderem wären da:

1. Die Situation in Japan stellt keine Gefahr für Deutschland dar

2. Sowas wie in Japan könnte in Deutschland überhaupt nicht passieren

3. Es ist zynisch jetzt wieder über die Atomkraft zu diskutieren, während in Japan Leute sterben

4. Atomkraftgegner freuen sich jetzt alle hämisch über die Geschehnisse in Japan

5. Jetzt für Ökostrom zu werben ist pietätlos

6. Wer für Atomausstieg ist, der darf auch nicht mehr in einem Flugzeug fliegen.

Über ein zwei dieser Punkte kann man sicher geteilter Meinung sein. Alle anderen sind hingegen schon nach objektiven Kriterien komplett hirnrissig. Ich frage mich, ob es der bedingungslose Profitwillen der Energiekonzerne ist, der ihre Konsorten so einen Schwachsinn reden lässt, ob es die Verblendung dieser Leute ist und sie das selbst glauben oder was die sich sonst dabei denken.

Zu den „Argumenten“:

1. Die Situation in Japan stellt keine Gefahr für Deutschland dar

Woher will man das wissen? Als Tschernobyl hochging durften wir für Jahre keine Pilze mehr sammeln und kein Wild mehr essen, und Tschernobyl ist auch schon ein Stückchen weg. Ein Jahr lang durfte man im Regen nicht raus, ich kann mich noch erinnern, wie das damals war.
Ist es ausgeschlossen, dass sich die Radioaktivität in Japan erhöht, sich der Wind dreht und ein Teil bei uns als radioaktiver Niederschlag ankommt? Ich hab schon Pferde kotzen sehen, und zwar vor der Apotheke. Mit zunehmenden Alter hat sich bei mir sogar die Frequenz der kotzenden Pferde erhöhnt, die ich vor Apotheken stehen sah.

Selbst wenn Deutschland jedoch auf keinen Fall in Gefahr wäre, irgendeinen Schaden von der aktuellen Situation in Japan davonzutragen, was ist daran beruhigend? In Japan sterben weiter Leute. Dass es uns bisher noch gut geht, ist kein Argument für Atomstrom.
Im Gegenteil: Es zeigt doch selbst dem dümmsten Atomstromfetischisten, dass diese Technologie einfach nicht beherrschbar ist, und bei Unfällen gleich riesige Gebiete unbewohnbar werden.

2. Sowas wie in Japan könnte in Deutschland überhaupt nicht passieren

Da würde ich gerne mal die Quellen derer sehen, die das behaupten. Sicher Deutschland ist nicht so erdbebengefährdet wie Japan, aber die AKWs in Japan hätten Erdbeben von „zu erwartender Stärke“ ja auch schadlos überstanden.
Unsere AKWs werden ja wohl auch auf „zu erwartende“ Erdbebenstärken ausgelegt sein, oder? Und Ja: Auch in Deutschland haben wir Atomkraftwerke in Erdbebengebieten: Die „in Deutschland kann das nicht passieren“ Lüge
Tsunamis kann es auch hier geben, wenn es zu Erdbeben in Norwegen kommt, zum Beispiel. Das ist nicht wirklich ausgeschlossen. Ausserdem gibt es in Deutschland dann auch gerne mal eine verheerende Sturmflut alle paar Jahrzehnten. Brunsbüttel liegt direkt am Meer.
Der Stand der Technik ist in Japan auch nicht weiter hinterher als hier. Man kann davon ausgehen, dass die in Punkto Katastrophenschutz sogar erheblich weiter sind, als wir. Wäre dem nicht so, wären die Auswirkungen des Erdbebens dort noch verheerender als sowieso schon.

3. Es ist zynisch jetzt wieder über die Atomkraft zu diskutieren, während in Japan Leute sterben

Es ist zynisch – und vor allem strunzdumm – weiter an ihr festzuhalten, während in Japan Leute sterben.
Nachtrag: Und selbst im traditionell eher wirtschaftsfreundlichen Handelsblatt kann man sich diesem Argument nicht anschließen.

4. Atomkraftgegner freuen sich jetzt alle hämisch über die Geschehnisse in Japan

Wer das glaubt, ist lediglich dumm genug keine Angst zu bekommen, wenn er sieht, was in Japan passiert. Dort hat es entweder schon eine Kernschmelze gegeben, oder sie wird seit Tagen erwartet. Die Nachrichten sind eher uneinheitlich, Grund zur Sorge gibt es aber allemal.
Grob vereinfacht bekommen die Japaner ihren Reaktor (mindestens einen) nicht mehr ausgeschaltet, obwohl ihr Leben davon abhängt. Die Brennstäbe brennen vor sich hin, und man kann nichts dagegen unternehmen.
Das passt auf die Definition von „außer Kontrolle“. Da freut sich niemand hämisch drüber, da hat man eine Scheißangst vor.
Eine Scheißangst, dass das hier passieren könnte. Und ausgeschlossen – Siehe Punkt 2 – ist das eben nicht.

5. Jetzt für Ökostrom zu werben ist pietätlos

Mal abgesehen davon, dass die Atomlobby sich in den letzen Jahren alle Mühe gegeben hat, Atomenergie als Ökostrom auszugeben – so lächerlich das auch sein mag – ist es wohl eher pietätlos jetzt noch weiter für Atomenergie einzustehen.
Immerhin handelt es sich nicht um den ersten GAU in den letzten 30 Jahren, sondern um den mindestens dritten. Und auch nur um den dritten, wenn man die jetzt außer Kontrolle geratenen AKWs in Japan nicht einzeln zählt. Sonst ist es der vierte, fünfte oder sechste.
Warum man als Atomkraftgegner plötzlich für Atomkraft sein soll, wenn den Japanern gleich mehrere Kraftwerke um die Ohren fliegen, diese Logik erschließt sich wohl auch nur denen, die an Atomstrom verdienen.

6. Wer für Atomausstieg ist, der darf auch nicht mehr in einem Flugzeug fliegen.

Ein Flugzeug kann abstürzen. Bei so etwas hat es bisher bis zu 600 Opfer gegeben. Bei 911, wo Flugzeuge in das World Trade Center gesteuert wurden, hat es etwa 3000 Tote gegeben.
Danach konnte man die Trümmer wegräumen, und selbst Ground Zero ist prizipiell heute wieder gefahrlos begehbar.
Wenn ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt, dann sind nicht nur die Opferzahlen sehr viel höher, sondern es wird auch noch ein Gebiet auf unabsehbare Zeit unbewohnbar, das groß genug ist, UM ES VOM WELTRAUM AUS SEHEN ZU KÖNNEN. Man kann dort zwar hingehen, und ganz schnell wieder rausgehen, stirbt aber dann trotzdem irgendwann daran. Außerdem sieht man Radioaktivität nicht wirklich kommen.
Flugzeugabstürze lassen sich nicht wirklich mit GAUs vergleichen.

Selbst wenn all diese Argumente treffen würden, weiß man übrigens bis heute nicht, was man mit Atommüll machen soll.
Man kutschiert ihn entweder durch Deutschland, mit irgendwelchen Castorzügen, lagert ihn in Russland irgendwo unter freiem Himmel, lagert ihn in Deutschland irgendwo zwischen, wo den Mist keiner haben will oder man lagert ihn in Deutschland irgendwo END, wo ihn auch keiner haben will, und wo bald schon alles einstürzt.

Wie man in Anbetracht all dessen im Ernst noch für Atomkraft reden kann ist mir schleierhaft, aber sowas von.


roads to tschernobyl IV by ~mr-pitz on deviantART

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Technisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Mrz
09
2011
4

Der Fall des Barons – eine Chronik

Baronie Frankenstein. Eine grünliche Kreatur mit Nackenbolzen wird gesichtet, wie sie des Nachts durch die Strassen wandert und unartikuliert stöhnt.
Da bekannt ist, dass der Baron Dr. Viktor von Frankenstein ein Wissenschaftler ist, wird er von Inspector Kemp gefragt, ob er etwas mit der Sache zu tun hat.

Der Baron: „Diese Vorwürfe kann ich nur als abstrus bezeichnen.“

Abgesehen von den gelegentlichen Besuchen der Kreatur im Dorf, vermeldet auch der Totengräber, dass sich jemand in den vergangenen Monaten immer wieder an den Gräbern zu schaffen machte. Der bucklige Diener des Barons wurde nachts verdächtig häufig in der Nähe des Friedhofs angetroffen, wie sich der Nachtwächter erinnert.
Dies und die Tatsache, dass Frau Gemeinhuber in Ohnmacht fällt, weil die Kreatur angeblich das Gesicht ihres toten Mannes trägt, sorgt dafür, dass sich der Verdacht verdichtet, der Baron habe eventuell Leichenteile vom Friedhof gestohlen und zu einem grotesken Monster zusammengenäht.

Angesprochen auf die Vorwürfe antwortet der Baron: „Meine von mir geschaffene Kreatur besteht nicht aus gestohlenen Leichenteilen, und den Vorwurf weise ich in aller Form von mir. Die Menschen in dieser Baronie erwarten, dass ich mich um die fordernde Aufgabe des progressiven Wissenschaftlers mit voller Kraft kümmere, und das kann ich auch.“

Die Kreatur tötet im Affekt den Nachtwächter und die kleine Annie Grubenmichel, als diese am Brunnen spielt. Dorfbewohner reichen eine Petition ein, die sich gegen weitere Experimente in der Baronie richtet und eine verdachtsunabhängige Vollzeitvideoüberwachung des örtlichen Friedhofs fordert.
Die Stimmen werden lauter, dass eigentlich doch der Baron an allem Schuld sei und gefälligst zu verschwinden habe.

Im Internet nimmt die Seite „Frankenstein-Leichenraub.wiki“ anhand von Fotos und freiwilligen genetischen Proben der Dorfbewohner eine Analyse vor. Hierbei stellt sich heraus, dass die Kreatur sich zu mindestens 84,9% klar erkennbar aus Körperteilen verstorbener Dorfbewohner zusammensetzt.

Auf einer Versammlung progressiver Wissenschaftler äußert sich Dr. Frankenstein wie folgt: „Ich habe diese Fehler nicht bewusst gemacht. Ich habe auch nicht bewusst oder absichtlich in irgendeiner Form Leichenteile vom Friedhof entwendet, und musste mich natürlich auch selbst fragen, meine Damen und Herren, wie konnte das geschehen? Wie konnte das passieren?
So ist es, dass man einen Blick dann zurückwirft. Man hat sechs, sieben Monate an so einer Kreatur gebastelt. Man hat in diesen 6 oder 7 Monaten teilweise auch zuviel… teilweise auch den Überblick über die Quellen verloren.“

Die Kreatur wird eingefangen, befreit sich aber wieder, nachdem der Gefängniswärter sie mit einem Sturmfeuerzeug geärgert hat. Der Gefängniswärter wird dabei getötet, und das Gefängnis brennt bis auf die Grundmauern nieder. Die Kreatur erwürgt auf der Flucht eine Molkereifachfrau.
Der Baron von Frankenstein wird schließlich vor den Stadtrat geholt, um sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Er sagt: „Mir geht es darum in eine Debatte, die so aufgeheizt ist, und in die man auch so viel Stimmung bringen kann, dann auch wieder Ruhe reinzubringen, dass man auch vergleichsweise ruhig wieder seiner Tätigkeit als Wissenschaftler nachgehen kann. Und das werde ich auch.
Ich habe mir meine Kreatur übers Wochenende noch einmal angesehen, und muss zugeben, dass ich bei der Besorgung der Rohmaterialien schon ziemlichen Blödsinn gemacht habe.“

Die Lage eskaliert. Die wütende Dorfbevölkerung marschiert mit Fackeln und Mistgabeln erst der Kreatur hinterher, dann zur Burg Frankenstein. Am nachfolgenden Tag äußert sich der Baron zu den Vorgängen wie folgt:

„Ich habe in einem sehr freundlichen Gespräch den Herrn Bürgermeister informiert, dass ich mich von weiteren Experimenten mit totem Gewebe in dieser Baronie zurückziehen werde, und meine Burg – bzw. meine abgebrannte Burgruine – zum Verkauf gemeldet. Dies war die schwerste Entscheidung meines Lebens, aber ich kann es nicht zulassen, dass ein Mob wütender Dorfbewohner den Streit um meine Person auf dem Rücken der Wissenschaft austrägt.“

Eine Facebook-Gruppe mit dem Namen „Wir wollen Dr. Baron Viktor von Frankenstein zurück“ wird gegründet.

Mrz
08
2011
--

Sich gegen die Zensur zur Wehr setzen

Nicht nur verschiedene Regierungen und Verwaltungen wollen einen Hebel kreiren, mit dem sie Seiten aus dem Internet ausblenden können. Auch die großen Plattenlabels machen uns seit einiger Zeit das Leben schwer, indem Sie Videos auf Youtube geoblocken lassen, nur weil diese teilweise 150 Jahre alte Musikstücke enthalten, denen man im Radio nicht entkommen kann, die Online aber nur gegen Vergütung verbreitet werden düfen.

Wer sich an diese Aktion erinnert, und sie gut fand, wird sich freuen, dass man nun auch die großen Plattenlabel automatisiert von seiner Webseite halten kann.
Die neue Aktion nennt sich „Bust all major Labels“ und kommt komplett mit einer satirischen Version dieses unsäglichen Bildes daher, mit dem Youtbe einem bedauernd mitteilt, dass es heute kein Video für uns gibt.

Update: Hm. Funktioniert so anscheinend gar nicht, weil Crawler Javascript ignorieren, und Menschen es abschalten, wie man mir zutrug. 🙁

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Mrz
07
2011
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CCS – Links

Bei uns wird immer noch demonstriert, das Thema ist auch noch nicht – wie viele Politiker hofften – aus den Köpfen der Menschen verschwunden.

Die CCS – Debatte hat es dann langsam auch aus den regionalen ‚Tageblättern in andere Zeitungen Deutschlands geschafft.

Am 2.3. berichtet der Tagesspiegel über das geplante CCS – Gesetz.

Am 1.3. pocht der Landrat in den Husumer Nachrichten auf gemachte Zusagen des Bundesumweltministers.

Am 23.2. berichtet gar die Welt über eine Demonstration in Schlüttsiel gegen CCS.

Schön, dass das Thema nicht nur in den Medien bleibt, sondern auch der Zweifel an der Zuverlässigkeit der CCS-Technologie langsam in andere Mainstreammedien herüberschwappt. Beim shz-Verlag hat man ja manchmal das Gefühl, dass die Berichterstattung hauptsächlich die Anwohner beruhigen soll.

Update: Und heute gibt es was in der Taz. Da haben die in Norwegen die Pläne wohl erstmal eingemottet, die CCS-Technik in großem Maßstab zu verwenden. LINK!

Update 2: …und die Linkspartei sollte man auch nicht wählen, wenn man keinen Keller voll mit CO2 haben will. Wie die Junge Welt berichtet, stimmt die Linke trotz Protesten für die unerprobte Technologie, die Experten zufolge wahrscheinlich schon überholt ist, wenn man soweit wäre sie einzusetzen.
Ganz toll.

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Politisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Mrz
05
2011
7

Für Vampire, und die, die es werden wollen…

Lag doch im Ela eine kostenlose Gruftiezeitung aus, in der mir sofort folgende Werbung auffiel:

Quelle: Negatief-Zeitschrift aus dem Ela

Das offizielle Magazin für Vampire und Werwölfe?
Erstens mal, dass es diese merkwürdige Vampir-Subkultur gibt, wusste ich ja schon, aber das gibt es jetzt auch für Werwölfe? Wie muss ich mir das vorstellen? Sind das besonders behaarte Menschen mit eingesetzten Raubtierzähnen und Tieraugenkontaktlinsen? Und wenn die Vampire immer besonders distinguiert tun, laufen die Werwölfe dann rum, und rufen „RAH-RAH-RAH!!!“, oder am Ende gar „WUFF“?
Und es gibt ein „offizielles“ Magazin? In wie fern offiziell? Vom Zentralrat der Vampire und dem Internationalen Werwolfbund genehmigt?

Irgendwie bezweifele ich, dass „offizielle Vampire“ auch nur irgendwas mit Twilight zu tun haben wollen würden, aber ich kann mich irren. True Blood schon eher.
Wäre ich ein Vampir, würde ich mir ja kein Vampirzeugs wie Twilight, True Blood, Vampire Diaries oder Edgar reinziehen, denn ich würde das Vampirleben ja schon leben, bzw. den Vampiruntot…. nichtleben. Äh…

Na ja, dann Schminktipps… Die müssen an die Vampire gerichtet sein, da kein Werwolf, der was auf sich hält, sich schminken würde. Vermutlich geht es darum, dass die Vampire hier lernen sich zu schminken, damit sie weniger wie Vampire aussehen, um besser Leute dazu zu bringen sie hereinzubitten…

…und Markus Heitz, was hat der mit der Sache zu tun, schreibt der nicht eher über Zwerge?
Das ist alles so faszinierend, das Dingen werde ich mir alleine aus Neugier wohl besorgen müssen. Hoffentlich darf man das auch kaufen, wenn man keinen von der internationalen Vampirgesellschaft ausgestellten und beglaubigten Vampirpass hat…

Update:
Mehr dazu hier und hier ist die offizielle Seite des Magazins, und hier ist es sogar als „offizielles Magazin für Vampire, Werwölfe und Dämonen“ beschrieben.

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Mrz
22
2013
3

Irrsinn mit Pfote 2: Neues von Jack Wolfskin

Einige werden sich noch an die Geschichte von vor ein paar Jahren erinnern, als die Jackenfirma Jack Wolfskin die Verkaufenden einer Internet-Heimwerkerbörse namens Dawanda abmahnen ließ, weil sie die Frechheit besaßen Kleidungsstücke mit Katzenpfoten zu vertreiben.
Katzenpfoten sehen scheinbar für die Trapper_innen bei Jack Wolfskin der Wolfspfote sehr ähnlich, die Jack Wolfskin als Marke hat schützen lassen. Unter anderem auch für Kleidungsstücke.
Es gab einen mittelgroßen bis großen Shitstorm, Jack Wolfskin hat die Abmahnungen zurückgenommen, aber nicht begriffen, was sie falsch gemacht hatten. Die heimwerkenden Dawandaanbieter_innen mussten jedenfalls ihre Katzenpfotensachen aus dem Shop nehmen um einer Klage zu entgehen.
Nun hat der Mahnzorn der Firma, die so etwas wie das Apple unter den Outdoorbekleidungshersteller_innen ein neues unwahrscheinliches Opfer getroffen: Die Produktionsfirma des aktuellen „Fünf Freunde“-Filmes. Das Logo der Filmreihe, die schon einige Jahre besteht, zeigt eine Hundetatze, bei der die einzelnen Krallen durch Fingerabdrücke ersetzt wurden.
Und ganz ehrlich: Ich hab das kommen sehen. Als vor ein paar Monaten ein Trailer des Filmes mit diesem Logo in den Kinos lief, musste ich an die Dawandasache denken.

Ich hoffe, dass die Produktionsfirma des Filmes über längeren finanziellen Atem verfügt als die Dawandaverkäufer_innen und es auf eine Klage ankommen lassen. Ich finde es unglaublich unsinnig, dass Tierpfoten, die Farbe Rot oder ein stilisierter Apfel als Marke schützbar sind.
Weder ein Pfotenabdruck noch ein Apfel erreichen die Schöpfungshöhe. Jeder Hund kann einen Pfotenabdruck machen – es sei denn, er hat keine Beine und das wollen wir ihm nicht wünschen.
Ich hoffe solch ein Blödsinn wird in Zukunft unterbunden.

Aktuelle Links entfallen, weil Leistungsschutzrecht.

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Wahnhaftes | Schlagwörter: ,
Dez
06
2012
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Studentin aus Las Vegas heiratet Pappschablone von Edward Cullen

Das das Twilight-Fandom teilweise merkwürdige Blüten treibt, haben wir ja schon gesehen, allerdings wird es dann jetzt spätestens albern. Wie die Mail Online vermeldet, wird sich eine Studentin der Universität von Nevada im Januar das Ja-Wort geben. Und zwar mit einer lebensgroßen Pappschablone des bekannten Glitzervampirs aus Funk und Fernsehen.
Mit ausreichenden Englischkenntnissen könnt ihr die ganze Geschichte hier nachlesen.

Die 24jährige ist allerdings nicht komplett verrückt geworden, sondern führt die ganze Sache als ein Projekt für ihre Masterarbeit auf. Das beruhigt mich etwas, allerdings ist mir nicht so recht klar, was bei der Sache herauskommen soll.
Aber: Wenn’s der Wahrheitsfindung dient?

Jan
06
2012
3

Jetzt auch noch Mp3-Player!

Errinnert ihr euch noch an die „gefährlichen Rollbretter“? Es gibt da jetzt einen neuen „gefährlichen Trend“ dem man, – natürlich – mit Verboten beikommen will.

Offenbar sorgen neuerdings also MP3-Stöpsel in den Ohren im Strassenverkehr vermehrt für Unfälle, daher will unser charismatischer Verkehrsminister von der Verbiete-was-du-selbst-nicht-brauchst-Partei CSU nun MP3-Player für Fußgänger verbieten.

Sicher, auch ich bin schon einmal hupend im Schritttempo hinter einem Musikhörer her gefahren, der in einer Seitenstrasse ging, und mich nicht gehört hat. Aber wie häufig passiert das? Und habe ich ihn überfahren? Nein. Weil der Autofahrer ja hinschaut, wo er hinfährt. Ebenso hat der Fußgänger auch oft selbst im Blick wo er hinläuft und wo er mit Verkehr zu rechnen hat.
Und selbst wenn wir annehmen, dass das Hören von Musik im Strassenverkehr für Fussgänger gefährlich ist, warum fällt das erst jetz auf?
Ich meine, wie lange gibt es schon Walkmans? Seit den späten 70ern? In den 80ern hatte fast jeder einen, und im Prinzip arbeiten diese archaischen Geräte auch nicht anders als die Mp3-Player von heute.
Wie kann es also jetzt einen Anstieg geben, wenn es wirklich an den Mp3-Playern liegt?

Und wer erstattet mir das Geld für meinen MP3-Player zurück, wenn die Dinger nun auch für Fußgänger verboten und somit de facto nutzlos werden? Herr Ramsauer sicher nicht, oder?

In diesem Sinne: Frohes neues Jahr!

Nov
25
2011
6

Die Nord-SPD und Zeitlöcher ins letzte Jahrtausend.

Wie man zum Beispiel hier lesen kann, (LINK) hat die Nord-SPD eine „peinliche Panne“ beim Einbinden eines Videos auf ihrer Homepage erlebt.
Hat sie doch ein schniekes Video von irgendeinem albernen Landes-Bruhaha über eine Streamingplattform eingebunden, die Werbespots vor die Videos schaltet.
Und nun lief da doch tatsächlich Werbung für ein ’sogenanntes „Killerspiel“ ‚, wie das Nordfriesland Tageblatt wenigstens noch in Anführungszeichen schrieb. Die Lübecker Nachrichten sprechen da im Gegesatz ganz kritiklos von Killerspiel. Ohne Anführungszeichen oder ein „Sogenannt“.
Gut, nun ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Feinheiten der digitalen Kultur sich noch nicht zur Verräterpartei herumgesprochen haben, und dass die Generation Internetausdrucker auch panisch überreagiert, ist auch nichts neues. Aber einige Passagen in der Meldung bringen mich ein wenig zum Grübeln.

1.) Ursprünglich wollte ich mir die Frage stellen, warum irgendjemand Werbung für ein Computerspiel aus den späten Neunzigern schaltet. Die Frage konnte ich mir allerdings durch simples Googeln schon selbst beantworten.
Es handelt sich in der Tat um den alten Shooter von 1997, der aber neu aufgelegt wurde. Jetzt sieht er moderner aus, und es wird wohl auch ganz normal Werbung dafür geschaltet. Einen Trailer kann man bei Youtube bewundern. (LINK)

2.)

„Seit Jahren wissen wir, was solche Killerspiele in jungen Menschen verursachen können“, erklärte die CDU-Abgeordnete Heike Franzen.

Seit wann wissen wir was „Killerspiele“ anrichten können? Und was können sie anrichten? Hier schafft es eine Dame von der CDU nur plumpe Behauptungen in den Raum zu stellen, die seit Jahren nicht mit schlüssigen Studien belegt werden. Aber CDU halt. Die glauben an ihre Meinungen halt eher religiös und lassen sich da von Fakten nicht verwirren.

3.) Gleich weiter im Text:

Ihr sei unerklärlich, wie ein Politiker „eine solche Werbung auf seinem persönlichen Internetauftritt überhaupt zulassen kann“. Albig hätte das unterbinden müssen.

Ein noch nicht einmal in die Regierung gewählter Landespolitiker soll also einer unabhängigen Streamingplattform bestimmte Werbespots verbieten, die vermutlich in den AGBs vorgesehen und von den Uploadern bei der SPD durch Nutzung des Service abgenickt wurde? Die CDU ist lustig. Die beschweren sich vermutlich auch darüber, dass Sigmar Gabriel dem Klima nicht verbietet sich zu erwärmen.

4.)Die FDP lässt sich die Gelegenheit auch nicht nehmen, der SPD nochmal eins mitzugeben.

Katharina Loedige (FDP) reagierte bissig. Albigs Video stelle klar, „wie gutes Regieren mit Sozialdemokraten aussehen würde: Wenn schon der Vorspann daneben ist, kann man auch den Hauptfilm vergessen.“

Anstatt den Vorfall als solchen zu kommentieren, spinnt die Frau von der FDP einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Spot und der SPD. Und dann nennt sie einen als solchen vorgeschalteten Werbespot auch noch „Vorspann“ und grenzt diesen verbal vom „Hauptfilm“ ab.
Liebe Frau Loedige: Ein Vorspann ist der Teil eines Films, wo wir die Namen der Produktionsfirmen und – mit Glück – des Regisseurs um die Ohren gehauen bekommen. Manchmal sogar den Filmtitel. Ein Vorspann ist Teil des Hauptfilmes.
Was Sie meinen ist ein Vorfilm. Der Kommt in Kinos vor dem Film, ist aber eine inhaltlich vom Hauptfilm getrennte Sache. Und nur weil als Vorfilm irgendwas kommt, was ich nicht mag, kann der Hauptfilm dadurch nicht schlechter werden. Zumal beide nichts miteinander zu tun haben, bis auf die zeitliche Nähe in der die Aufführung stattfindet.
Allerdings ist der Werbespot am Video auch kein Vorfilm, es sei den die diletantische „Lampenladen Bahnhofstrasse“-Werbung, die ich im Kino über mich ergehen lassen muss, sei ein Vorfilm. Ist sie aber nicht, es handelt sich um Werbung.
Was die Dame der FDP hier – nur um eine billige Spitze gegen die SPD zu produzieren – beweist, ist so ziemlich genau das exakte Gegenteil von Medienkompetenz.

Und ist euch mal aufgefallen, dass die FDP in letzter Zeit immer gleich mit Beleidigungen kommt? Regieren mit der SPD ist wie Ballerspiel, Sigmar Gabriel ist dick und lächerlich und so weiter… Die haben wohl keine Argumente mehr. Ist ja wie Kindergarten mit denen.

5.)Und die SPD hat aber auch noch was zu sagen:

Die SPD nahm das Video gestern von der Seite. Sprecher Amin Hamadmad bedauerte den „technischen Fehler“. […] Weil ein Mitarbeiter erkrankt sei, habe man diesmal das Angebot einer Internetplattform genutzt.

Bei der SPD ist es also ein technischer Fehler, wenn ein Mitarbeiter erkrankt. Das ist der Beweis: Bei der SPD arbeiten nur Roboter.
Das ist alles so doof, da mag ich gar nicht weiter kommentieren.

Natürlich mach ich es aber trotzdem.

6.) Zu guter letzt kommt dann noch der berüchtigte Herr Pfeiffer von seinem eigenen Anti-Killerspiel-institut, und redet irgendwas nicht zum Thema passendes, das nicht zum Thema passt. Jungen gerieten durch Killerspiele ins Abseits, weil sie ihre Hausaufgeben vernachlässigten.
Gibt es keine Gamerinnen? Oder geraten die nur nicht ins Abseits? Und welche Gefahr geht von einem SPD-Video aus, das junge Leute sicher meiden wie die Pest, denn, Herr Pfeiffer, um so eins geht es hier.
Hier noch ein Link zu der unabhängigen Meinung eines Experten zu Herrn Pfeiffer: LINK!

7.) Wenn Goldeneye, das Spiel, ein „Killerspiel“ ist, ist die James-Bond-Reihe dann auch generell eine Reihe von „Killerfilmen“? Ich hatte bis heute gedacht, dass es sich dabei um ein geschätztes und traditionsreiches Kulturgut der westlichen Welt handelt.

Fazit:
Viel Wind um nichts. Der SPD ist ein kleineres Mißgeschick passiert, auf das mehrere andere Parteien sofort anspringen und versuchen sich zu profilieren, indem sie die SPD schlecht machen. Die SPD schafft es dann aber ganz alleine sich ein wenig zum Horst zu machen, indem sie das Unwissen der Vertretung für den kranken Kollegen als „technischen Fehler“ bezeichnet.
Die FDP zerlegt mal eben in wenigen Sätzen ihre Medienkompetenz, und die CDU, die nicht ohne Experten ihr Facebookprofil ändern kann, rügt die SPD für das Übersehen einer Klausel in AGBs. Einzig die Grünen kommentieren nicht, wo es eigentlich nichts zu kommentieren gilt. Die einzigen Gewinner – bzw. nicht Verlierer – hier.

P.S: Das Zeitungen, also journalistische Erzeugnisse mit Qualitätskontrolle, noch immer von „Killerspielen“ reden, selbst wenn sie von „sogenannten ‚Killerspielen‘ “ reden, lässt sie auch eher auf der Deppenseite dieser Geschichte stehen.

Apr
09
2011
4

FBI gibt Roswell Vorfall zu?!?

Ich berichte hier mal ganz vorsichtig, weil ich mir auch keinen richtigen Reim auf diese Meldung machen kann. Das FBI hat wieder einmal einige Geheimdokumente veröffentlicht, die man nun im Internet bewundern kann. Das müssen die machen, weil nach dem „Freedom of Information Act“ jeder US-Bürger das Recht hat, diese Dokumente einzusehen.
Selbstverständlich werden viele Dokumente teilweise geschwärzt, bevor sie freigegeben werden und es gelten wohl generell gewisse Fristen, nach deren Ablauf erst veröffentlicht wird. Diese Fristen können scheinbar auch gerne einmal 60 Jahre dauern, wie der folgende Fall zeigt.

Bei diesem LINK handelt es sich scheinbar tatsächlich auf einen Link auf eine genuine Webseite der amerikanischen Kriminalbehörde, und auch der Scan des Dokumentes sieht für meine ungeübten Augen überzeugend aus.

Was dort nun steht, weiß ich jedoch nicht recht einzuordnen.

Ich zitiere mal grob übersetzt:

Ein Ermittler für die Air Force konstatierte, daß drei sogenannte fliegende Untertassen in New Mexico geborgen wurden. Sie wurden als kreisförmig mit erhobenen Mittelteilen, etwa 50 Fuß im Durchmesser beschrieben. Jede war besetzt mit drei Körpern menschlicher Gestalt, aber nur 3 Fuß hoch, gekleidet in metallischen Stoff einer sehr feinen Beschaffenheit. Jeder Körper war in ähnlicher Weise bandagiert wie die Blackout-Suits die von Hochgeschwindigkeitsfliegern und Testpiloten benutzt werden.

Weiter ist dort zu lesen, dass die UFOs abgestürzt sind, weil das Hochfrequenzradar der nahegelegenen Militärbasis scheinbar deren Steuermechanismen gestört hat.

Was genau „Blackout-Suits“ sind, und ob meine Übersetzung von „speed flyers“ als „Hochgeschwindigkeitsfliegern“ stimmt, weiß ich nicht. Im Original könnt ihr beim FBI selbst nachlesen, der Link steht ja oben.

Auf einem englischsprachigen Blog wird auch schon drüber berichtet: LINK. Sonst erstaunlicherweise nirgends.

Womit haben wir es nun zu tun?
Verspäteter Aprilscherz der US-Regierung? Verspäteter Aprilscherz des FBI? (Wenn ja: Dürfen die sowas?) Bewusste Fälschung des FBI, um Leute von irgendwelchen Kriegen abzulenken? Bewusste Fälschung, die dem FBI untergejubelt wurde? Haben Hacker wieder irgendwas gehackt?
Und wenn das Dokument Tatsachen beschreibt, womit haben wir es dann zu tun? Aliens? Einer verunglückten Zirkustruppe in selbstgebauten Experimentalflugzeugen? Einem chinesischen Spionageflugzeugflottendingsda? Ich bin gespannt ob und wer dazu Stellung nimmt, auf jeden Fall sollte diese Meldung die Ufologen-Gerüchteküche ordentlich anheizen.

Update: Ist wohl ein Hoax.

Update 2: Ist wohl ein 60 Jahre alter Hoax. XD

Update 3: Scheinbar hat wohl jemand diesem FBI-Agenten, der da das Memo abgeschickt hat, einen Bären aufgebunden.

Update 4: Mehr dazu: LINK!

Mrz
14
2011
5

Atomstrom

Ihr werdet es vermutlich schon mitbekommen haben. In Japan gab es ein schweres Erdbeben und einen Tsunami. Beides hat dazu geführt, dass die Japaner die Kontrolle über mittlerweile 3 Atomkraftwerke verloren haben.
Die Nachrichten dazu sind teilweise widersprüchlich und reichen von „Alles nicht so schlimm“ bis „Super GAU“.
Dass es sich bei dem, was in Fukushima I passiert um einen GAU handelt, steht nicht wirklich in Frage.


Three Mile Island by ~NoelBoulet on deviantART

Nun geben sich unsere Regierung, die letztes Jahr noch für den Ausstieg aus dem Atomkonsens und für die Laufzeitverlängerung unserer AKWs gestimmt hat und die Atomlobby alle Mühe, uns vielerlei zu erzählen.
Unter anderem wären da:

1. Die Situation in Japan stellt keine Gefahr für Deutschland dar

2. Sowas wie in Japan könnte in Deutschland überhaupt nicht passieren

3. Es ist zynisch jetzt wieder über die Atomkraft zu diskutieren, während in Japan Leute sterben

4. Atomkraftgegner freuen sich jetzt alle hämisch über die Geschehnisse in Japan

5. Jetzt für Ökostrom zu werben ist pietätlos

6. Wer für Atomausstieg ist, der darf auch nicht mehr in einem Flugzeug fliegen.

Über ein zwei dieser Punkte kann man sicher geteilter Meinung sein. Alle anderen sind hingegen schon nach objektiven Kriterien komplett hirnrissig. Ich frage mich, ob es der bedingungslose Profitwillen der Energiekonzerne ist, der ihre Konsorten so einen Schwachsinn reden lässt, ob es die Verblendung dieser Leute ist und sie das selbst glauben oder was die sich sonst dabei denken.

Zu den „Argumenten“:

1. Die Situation in Japan stellt keine Gefahr für Deutschland dar

Woher will man das wissen? Als Tschernobyl hochging durften wir für Jahre keine Pilze mehr sammeln und kein Wild mehr essen, und Tschernobyl ist auch schon ein Stückchen weg. Ein Jahr lang durfte man im Regen nicht raus, ich kann mich noch erinnern, wie das damals war.
Ist es ausgeschlossen, dass sich die Radioaktivität in Japan erhöht, sich der Wind dreht und ein Teil bei uns als radioaktiver Niederschlag ankommt? Ich hab schon Pferde kotzen sehen, und zwar vor der Apotheke. Mit zunehmenden Alter hat sich bei mir sogar die Frequenz der kotzenden Pferde erhöhnt, die ich vor Apotheken stehen sah.

Selbst wenn Deutschland jedoch auf keinen Fall in Gefahr wäre, irgendeinen Schaden von der aktuellen Situation in Japan davonzutragen, was ist daran beruhigend? In Japan sterben weiter Leute. Dass es uns bisher noch gut geht, ist kein Argument für Atomstrom.
Im Gegenteil: Es zeigt doch selbst dem dümmsten Atomstromfetischisten, dass diese Technologie einfach nicht beherrschbar ist, und bei Unfällen gleich riesige Gebiete unbewohnbar werden.

2. Sowas wie in Japan könnte in Deutschland überhaupt nicht passieren

Da würde ich gerne mal die Quellen derer sehen, die das behaupten. Sicher Deutschland ist nicht so erdbebengefährdet wie Japan, aber die AKWs in Japan hätten Erdbeben von „zu erwartender Stärke“ ja auch schadlos überstanden.
Unsere AKWs werden ja wohl auch auf „zu erwartende“ Erdbebenstärken ausgelegt sein, oder? Und Ja: Auch in Deutschland haben wir Atomkraftwerke in Erdbebengebieten: Die „in Deutschland kann das nicht passieren“ Lüge
Tsunamis kann es auch hier geben, wenn es zu Erdbeben in Norwegen kommt, zum Beispiel. Das ist nicht wirklich ausgeschlossen. Ausserdem gibt es in Deutschland dann auch gerne mal eine verheerende Sturmflut alle paar Jahrzehnten. Brunsbüttel liegt direkt am Meer.
Der Stand der Technik ist in Japan auch nicht weiter hinterher als hier. Man kann davon ausgehen, dass die in Punkto Katastrophenschutz sogar erheblich weiter sind, als wir. Wäre dem nicht so, wären die Auswirkungen des Erdbebens dort noch verheerender als sowieso schon.

3. Es ist zynisch jetzt wieder über die Atomkraft zu diskutieren, während in Japan Leute sterben

Es ist zynisch – und vor allem strunzdumm – weiter an ihr festzuhalten, während in Japan Leute sterben.
Nachtrag: Und selbst im traditionell eher wirtschaftsfreundlichen Handelsblatt kann man sich diesem Argument nicht anschließen.

4. Atomkraftgegner freuen sich jetzt alle hämisch über die Geschehnisse in Japan

Wer das glaubt, ist lediglich dumm genug keine Angst zu bekommen, wenn er sieht, was in Japan passiert. Dort hat es entweder schon eine Kernschmelze gegeben, oder sie wird seit Tagen erwartet. Die Nachrichten sind eher uneinheitlich, Grund zur Sorge gibt es aber allemal.
Grob vereinfacht bekommen die Japaner ihren Reaktor (mindestens einen) nicht mehr ausgeschaltet, obwohl ihr Leben davon abhängt. Die Brennstäbe brennen vor sich hin, und man kann nichts dagegen unternehmen.
Das passt auf die Definition von „außer Kontrolle“. Da freut sich niemand hämisch drüber, da hat man eine Scheißangst vor.
Eine Scheißangst, dass das hier passieren könnte. Und ausgeschlossen – Siehe Punkt 2 – ist das eben nicht.

5. Jetzt für Ökostrom zu werben ist pietätlos

Mal abgesehen davon, dass die Atomlobby sich in den letzen Jahren alle Mühe gegeben hat, Atomenergie als Ökostrom auszugeben – so lächerlich das auch sein mag – ist es wohl eher pietätlos jetzt noch weiter für Atomenergie einzustehen.
Immerhin handelt es sich nicht um den ersten GAU in den letzten 30 Jahren, sondern um den mindestens dritten. Und auch nur um den dritten, wenn man die jetzt außer Kontrolle geratenen AKWs in Japan nicht einzeln zählt. Sonst ist es der vierte, fünfte oder sechste.
Warum man als Atomkraftgegner plötzlich für Atomkraft sein soll, wenn den Japanern gleich mehrere Kraftwerke um die Ohren fliegen, diese Logik erschließt sich wohl auch nur denen, die an Atomstrom verdienen.

6. Wer für Atomausstieg ist, der darf auch nicht mehr in einem Flugzeug fliegen.

Ein Flugzeug kann abstürzen. Bei so etwas hat es bisher bis zu 600 Opfer gegeben. Bei 911, wo Flugzeuge in das World Trade Center gesteuert wurden, hat es etwa 3000 Tote gegeben.
Danach konnte man die Trümmer wegräumen, und selbst Ground Zero ist prizipiell heute wieder gefahrlos begehbar.
Wenn ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt, dann sind nicht nur die Opferzahlen sehr viel höher, sondern es wird auch noch ein Gebiet auf unabsehbare Zeit unbewohnbar, das groß genug ist, UM ES VOM WELTRAUM AUS SEHEN ZU KÖNNEN. Man kann dort zwar hingehen, und ganz schnell wieder rausgehen, stirbt aber dann trotzdem irgendwann daran. Außerdem sieht man Radioaktivität nicht wirklich kommen.
Flugzeugabstürze lassen sich nicht wirklich mit GAUs vergleichen.

Selbst wenn all diese Argumente treffen würden, weiß man übrigens bis heute nicht, was man mit Atommüll machen soll.
Man kutschiert ihn entweder durch Deutschland, mit irgendwelchen Castorzügen, lagert ihn in Russland irgendwo unter freiem Himmel, lagert ihn in Deutschland irgendwo zwischen, wo den Mist keiner haben will oder man lagert ihn in Deutschland irgendwo END, wo ihn auch keiner haben will, und wo bald schon alles einstürzt.

Wie man in Anbetracht all dessen im Ernst noch für Atomkraft reden kann ist mir schleierhaft, aber sowas von.


roads to tschernobyl IV by ~mr-pitz on deviantART

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Technisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Mrz
09
2011
4

Der Fall des Barons – eine Chronik

Baronie Frankenstein. Eine grünliche Kreatur mit Nackenbolzen wird gesichtet, wie sie des Nachts durch die Strassen wandert und unartikuliert stöhnt.
Da bekannt ist, dass der Baron Dr. Viktor von Frankenstein ein Wissenschaftler ist, wird er von Inspector Kemp gefragt, ob er etwas mit der Sache zu tun hat.

Der Baron: „Diese Vorwürfe kann ich nur als abstrus bezeichnen.“

Abgesehen von den gelegentlichen Besuchen der Kreatur im Dorf, vermeldet auch der Totengräber, dass sich jemand in den vergangenen Monaten immer wieder an den Gräbern zu schaffen machte. Der bucklige Diener des Barons wurde nachts verdächtig häufig in der Nähe des Friedhofs angetroffen, wie sich der Nachtwächter erinnert.
Dies und die Tatsache, dass Frau Gemeinhuber in Ohnmacht fällt, weil die Kreatur angeblich das Gesicht ihres toten Mannes trägt, sorgt dafür, dass sich der Verdacht verdichtet, der Baron habe eventuell Leichenteile vom Friedhof gestohlen und zu einem grotesken Monster zusammengenäht.

Angesprochen auf die Vorwürfe antwortet der Baron: „Meine von mir geschaffene Kreatur besteht nicht aus gestohlenen Leichenteilen, und den Vorwurf weise ich in aller Form von mir. Die Menschen in dieser Baronie erwarten, dass ich mich um die fordernde Aufgabe des progressiven Wissenschaftlers mit voller Kraft kümmere, und das kann ich auch.“

Die Kreatur tötet im Affekt den Nachtwächter und die kleine Annie Grubenmichel, als diese am Brunnen spielt. Dorfbewohner reichen eine Petition ein, die sich gegen weitere Experimente in der Baronie richtet und eine verdachtsunabhängige Vollzeitvideoüberwachung des örtlichen Friedhofs fordert.
Die Stimmen werden lauter, dass eigentlich doch der Baron an allem Schuld sei und gefälligst zu verschwinden habe.

Im Internet nimmt die Seite „Frankenstein-Leichenraub.wiki“ anhand von Fotos und freiwilligen genetischen Proben der Dorfbewohner eine Analyse vor. Hierbei stellt sich heraus, dass die Kreatur sich zu mindestens 84,9% klar erkennbar aus Körperteilen verstorbener Dorfbewohner zusammensetzt.

Auf einer Versammlung progressiver Wissenschaftler äußert sich Dr. Frankenstein wie folgt: „Ich habe diese Fehler nicht bewusst gemacht. Ich habe auch nicht bewusst oder absichtlich in irgendeiner Form Leichenteile vom Friedhof entwendet, und musste mich natürlich auch selbst fragen, meine Damen und Herren, wie konnte das geschehen? Wie konnte das passieren?
So ist es, dass man einen Blick dann zurückwirft. Man hat sechs, sieben Monate an so einer Kreatur gebastelt. Man hat in diesen 6 oder 7 Monaten teilweise auch zuviel… teilweise auch den Überblick über die Quellen verloren.“

Die Kreatur wird eingefangen, befreit sich aber wieder, nachdem der Gefängniswärter sie mit einem Sturmfeuerzeug geärgert hat. Der Gefängniswärter wird dabei getötet, und das Gefängnis brennt bis auf die Grundmauern nieder. Die Kreatur erwürgt auf der Flucht eine Molkereifachfrau.
Der Baron von Frankenstein wird schließlich vor den Stadtrat geholt, um sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Er sagt: „Mir geht es darum in eine Debatte, die so aufgeheizt ist, und in die man auch so viel Stimmung bringen kann, dann auch wieder Ruhe reinzubringen, dass man auch vergleichsweise ruhig wieder seiner Tätigkeit als Wissenschaftler nachgehen kann. Und das werde ich auch.
Ich habe mir meine Kreatur übers Wochenende noch einmal angesehen, und muss zugeben, dass ich bei der Besorgung der Rohmaterialien schon ziemlichen Blödsinn gemacht habe.“

Die Lage eskaliert. Die wütende Dorfbevölkerung marschiert mit Fackeln und Mistgabeln erst der Kreatur hinterher, dann zur Burg Frankenstein. Am nachfolgenden Tag äußert sich der Baron zu den Vorgängen wie folgt:

„Ich habe in einem sehr freundlichen Gespräch den Herrn Bürgermeister informiert, dass ich mich von weiteren Experimenten mit totem Gewebe in dieser Baronie zurückziehen werde, und meine Burg – bzw. meine abgebrannte Burgruine – zum Verkauf gemeldet. Dies war die schwerste Entscheidung meines Lebens, aber ich kann es nicht zulassen, dass ein Mob wütender Dorfbewohner den Streit um meine Person auf dem Rücken der Wissenschaft austrägt.“

Eine Facebook-Gruppe mit dem Namen „Wir wollen Dr. Baron Viktor von Frankenstein zurück“ wird gegründet.

Mrz
08
2011
--

Sich gegen die Zensur zur Wehr setzen

Nicht nur verschiedene Regierungen und Verwaltungen wollen einen Hebel kreiren, mit dem sie Seiten aus dem Internet ausblenden können. Auch die großen Plattenlabels machen uns seit einiger Zeit das Leben schwer, indem Sie Videos auf Youtube geoblocken lassen, nur weil diese teilweise 150 Jahre alte Musikstücke enthalten, denen man im Radio nicht entkommen kann, die Online aber nur gegen Vergütung verbreitet werden düfen.

Wer sich an diese Aktion erinnert, und sie gut fand, wird sich freuen, dass man nun auch die großen Plattenlabel automatisiert von seiner Webseite halten kann.
Die neue Aktion nennt sich „Bust all major Labels“ und kommt komplett mit einer satirischen Version dieses unsäglichen Bildes daher, mit dem Youtbe einem bedauernd mitteilt, dass es heute kein Video für uns gibt.

Update: Hm. Funktioniert so anscheinend gar nicht, weil Crawler Javascript ignorieren, und Menschen es abschalten, wie man mir zutrug. 🙁

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Mrz
07
2011
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CCS – Links

Bei uns wird immer noch demonstriert, das Thema ist auch noch nicht – wie viele Politiker hofften – aus den Köpfen der Menschen verschwunden.

Die CCS – Debatte hat es dann langsam auch aus den regionalen ‚Tageblättern in andere Zeitungen Deutschlands geschafft.

Am 2.3. berichtet der Tagesspiegel über das geplante CCS – Gesetz.

Am 1.3. pocht der Landrat in den Husumer Nachrichten auf gemachte Zusagen des Bundesumweltministers.

Am 23.2. berichtet gar die Welt über eine Demonstration in Schlüttsiel gegen CCS.

Schön, dass das Thema nicht nur in den Medien bleibt, sondern auch der Zweifel an der Zuverlässigkeit der CCS-Technologie langsam in andere Mainstreammedien herüberschwappt. Beim shz-Verlag hat man ja manchmal das Gefühl, dass die Berichterstattung hauptsächlich die Anwohner beruhigen soll.

Update: Und heute gibt es was in der Taz. Da haben die in Norwegen die Pläne wohl erstmal eingemottet, die CCS-Technik in großem Maßstab zu verwenden. LINK!

Update 2: …und die Linkspartei sollte man auch nicht wählen, wenn man keinen Keller voll mit CO2 haben will. Wie die Junge Welt berichtet, stimmt die Linke trotz Protesten für die unerprobte Technologie, die Experten zufolge wahrscheinlich schon überholt ist, wenn man soweit wäre sie einzusetzen.
Ganz toll.

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Politisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Mrz
05
2011
7

Für Vampire, und die, die es werden wollen…

Lag doch im Ela eine kostenlose Gruftiezeitung aus, in der mir sofort folgende Werbung auffiel:

Quelle: Negatief-Zeitschrift aus dem Ela

Das offizielle Magazin für Vampire und Werwölfe?
Erstens mal, dass es diese merkwürdige Vampir-Subkultur gibt, wusste ich ja schon, aber das gibt es jetzt auch für Werwölfe? Wie muss ich mir das vorstellen? Sind das besonders behaarte Menschen mit eingesetzten Raubtierzähnen und Tieraugenkontaktlinsen? Und wenn die Vampire immer besonders distinguiert tun, laufen die Werwölfe dann rum, und rufen „RAH-RAH-RAH!!!“, oder am Ende gar „WUFF“?
Und es gibt ein „offizielles“ Magazin? In wie fern offiziell? Vom Zentralrat der Vampire und dem Internationalen Werwolfbund genehmigt?

Irgendwie bezweifele ich, dass „offizielle Vampire“ auch nur irgendwas mit Twilight zu tun haben wollen würden, aber ich kann mich irren. True Blood schon eher.
Wäre ich ein Vampir, würde ich mir ja kein Vampirzeugs wie Twilight, True Blood, Vampire Diaries oder Edgar reinziehen, denn ich würde das Vampirleben ja schon leben, bzw. den Vampiruntot…. nichtleben. Äh…

Na ja, dann Schminktipps… Die müssen an die Vampire gerichtet sein, da kein Werwolf, der was auf sich hält, sich schminken würde. Vermutlich geht es darum, dass die Vampire hier lernen sich zu schminken, damit sie weniger wie Vampire aussehen, um besser Leute dazu zu bringen sie hereinzubitten…

…und Markus Heitz, was hat der mit der Sache zu tun, schreibt der nicht eher über Zwerge?
Das ist alles so faszinierend, das Dingen werde ich mir alleine aus Neugier wohl besorgen müssen. Hoffentlich darf man das auch kaufen, wenn man keinen von der internationalen Vampirgesellschaft ausgestellten und beglaubigten Vampirpass hat…

Update:
Mehr dazu hier und hier ist die offizielle Seite des Magazins, und hier ist es sogar als „offizielles Magazin für Vampire, Werwölfe und Dämonen“ beschrieben.