Impactsuspect » Serien
Mrz
12
2011
4

Die chronologiekeitskritische Babylonfünferia

Aus Gründen:
Also. Wir haben da zwei Serien, drei Piloten und ein paar TV-Filme. Die wurden in einer bestimmten Reihenfolge gesendet, spielen in einer anderen und waren im Falle von „Crusade“ sogar auch noch für eine eigentlich ganz andere Reihenfolge ausgelegt.
Das mag einige verwirren. Es kursieren Gruselgeschichten.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Das Ziel der von mir am 12.3.2011 gegründeten Babylonfünferia ist es Ängste abzubauen und Reihenfolgen zu erklären, denn die leicht angeditschte Reihenfolge des Babylon-5-Universums ist nunmal so, wie sie ist und daher ist es sinnlos sich gegen sie zu wehren.
Statt dessen muss man lernen, mit ihr klar zu kommen.

Die folgende Reihenfolge folgt nicht immer genau dem chronolisch richtigen Zeitablauf, sondern einer empfohlenen Reihenfolge, die den damaturgischen Effekt maximieren soll.

1. „Die Zusammenkunft“
Auf jeden Fall zuerst schauen, da es sich um den Pilotfilm der Hauptserie handelt, der nicht nur vor (fast) allem spielt, sondern auch noch mieses Make-Up, schlecht sitzende Kostüme und nervige Musik hat.
Das beides wird ab der ersten Folge besser, aber wenn man vorher was anderes schaut, z.B. einen der TV-Filme, dann den Piloten und dann die Serie, sticht der Pilot noch mehr unangenehm heraus als sowieso schon.

2. Staffel 1 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

3. Staffel 2 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

4. Staffel 3 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

5. Staffel 4 Folge 1-8
weil danach ein Film spielt.

6. „Das Tor zur 3. Dimension“
Streng genommen spielt dieser Film nach der ersten Szene von Folge 4.09, aber nachdem ich den einmal so geschaut habe, muss ich zugeben, dass dies schon ein wenig albern ist.

7. Staffel 4 Folge 9-22
womit die Staffel beendet ist, die eigentlich schon als die letzte geplant war.

8. „Der erste Schritt“
Dieser Film ist eventuell ein klein wenig problematisch. Er besteht aus einer Rahmenhandlung und einer Haupthandlung.
Die Haupthandlung spielt lange vor der Serie, die Rahmenhandlung danach.
Schaut man den Film aber vor der Serie, nimmt er zu viel vorweg und somit die Spannung. Schaut man den Film nach allem anderem, hat man eventuell schon wieder vergessen auf welche Ereignisse in der vierten Staffel er sich speziell bezieht.
Desweiteren lief dieser Film im Fernsehen zeitlich zwischen Staffel 4 und 5, also kann es uns nur recht sein, ihn auch so zu sehen.

9. Staffel 5 Folge 1-21
An sich könnte man Folge 22 hier auch gleich im Anschluss schauen. Sie spielt zwar etwa 20 Jahre nach der Serie, ist aber thematisch mit ihr verbunden, und spoilert die Filme, die man danach sehen würde nicht.
Will man aber die Folge einigermaßen in der Reihenfolge schauen, die der zeitlichen Eindordnung in die Babylon-5-Timeline entspricht, sollte man sie sich bis zum Schluss aufsparen.

10. „Der Fluss der Seelen“
Hier entspricht die empfohlene Konsumreihenfolge der Chronologie der Serie.

11. „Legenden der Rangers“
Wenn überhaupt, dann muss man diesen Piloten für eine nicht weiterverfolgte Serie wohl jetzt schauen. „Legenden der Rangers“ sticht aufgrund der teilweise mangelhaften bis ungenügenden schauspielerischen Leistungen auch wie ein großer Zeh hervor.
Trotzdem meine Kuckempfehlung, weil G’Kar drin ist.

12. „Waffenbrüder“
Waffenbrüder ist als Brücke zwischen Babylon 5 und Crusade gedacht, ein wenig wie „Star Trek – Generations“ ein Brückenteil zwischen den TOS-Filmen und den TNG-Filmen sein soll.
Zum Glück ist Waffenbrüder besser als Generations.

13.So, jetzt verlassen wir den Boden gut begründeter und vor allem übersichtlicher Empfehlungen. Jetzt kommt „Crusade“


High Crusade by =karanua on deviantART

Bei Crusade gibt es nur falsche Reihenfolgen. Der Reihenfolge, die der Schöpfer des Babylon-5-Universums, Joseph Michael Straczynski, eigentlich vorgesehen hatte, haben sich die Produzenten gesperrt. Man kann die Folgen zwar in der Reihenfolge schauen, in der sie ursprünglich mal gedacht waren, aber dann kommt es zu Kontinuitätsfehlern.
Man kann die Serie auch nach der vom Network vorgegebenen Sendereihenfolge schauen, aber dann entsteht kein Spannungsbogen, der über eine Folge hinaus geht.
Zu allem Überfluss handelt es sich bei Crusade nur um die erste Staffel von geplanten fünf. Das Ende bleibt uns Crusade also schuldig. Wie gut, dass wir noch die letzte Folge der letzten Staffel Babylon 5 haben, die nach Crusade spielt. Aus ihr können wir extrapolieren, was in der Zwischenzeit passiert sein muss.

Also nun zur Crusade-Reihenfolge, die „am richtigsten ist“, welches die ist, die Straczynski persönlich unter Einbeziehung aller möglichen Kontinuitätsfehler als quasi redigierte Directors-Reihenfolge geliefert hat:
13. a.) Folge 9
13. b.) Folge 11
13. c.) Folge 10
13. d.) Folge 2
13. e.) Folge 12
13. f.) Folge 3
13. g.) Folge 13
13. h.) Folge 5
13. i.) Folge 4
13. j.) Folge 6
13. k.) Folge 7
13. l.) Folge 1
13. m.) Folge 8
13. n.) Die unveröffentlichten Episoden, die ich allerdings nicht gesehen habe. Daher kann ich mir nicht wirklich ein Urteil bilden.

14.) Vergessene Legenden

15.) Babylon 5 Staffel 5 Folge 22

So. Diese Reihenfolge empfehle ich persönlich. Ich hoffe ich konnte Ängste nehmen und Gruselgeschichten widerlegen. Ist doch alles gar nicht so schwer. 😀

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Jul
11
2010
2

Houseliche Gesundheitspflege

Ich kippe um, oder so. Ich wache im Krankenhaus auf, wo die Ärzte erst einmal ratlos sind.
Alle möglichen Tests werden gemacht, um Infektionen, Krebs und Vergiftungen auszuschließen. Unter anderem werde ich in einen Computertomographen geschoben, in dem ich einen rätselhaften Anfall bekomme. Vermutlich mit Herzstillstand.
Nun werden verschiedene Vermutungen angestellt: Höchstwahrscheinlich sagt zu irgendeinem Zeitpunkt irgendjemand, dass es sich bei meiner merkwürdigen Krankheit um Lupus handeln könnte.

Auch Krebs wird nie ganz ausgeschlossen, immerhin gibt es ja Tumore, die zu klein sind, um sie zu sehen.
Irgendwann ringt man sich zu einer Behandlungsmethode durch. Vielleicht Chemotherapie, Dialyse oder man verabreicht mir Steroide. Dies ist dann auch spätestens der Zeitpunkt, wo mindestens ein Arzt bei mir zuhause einbricht, um nach ominösen Giftstoffen zu suchen.
Die Behandlung scheint zu helfen, bis irgendwelche Organe bei mir ausfallen, die bisher nichts mit der Sache zu tun hatten. Möglicherweise habe ich auch einen Herzstillstand, vielleicht wird dieser von meinen behandelnden Ärzten provoziert.
Jetzt wird nochmal über Lupus oder eine ähnliche Krankheit diskutiert.
Jetzt fällt dann auch meine Leber aus, was dadurch zu erkennen ist, dass das Weiße in meinen Augen gelb wird. Man hat noch immer keine Ahnung, was mir fehlt.

Nun kommt der Zeitpunkt, an dem Dr. House selbst das erste mal an mein Bett kommt. Er humpelt in mein Zimmer, beleidigt mich, entweder nur um an Informationen zu kommen, die ich verschweige, oder weil sein Bein wieder weh tut. Vielleicht auch, weil ich einem wichtigen Eingriff nicht zustimmen will.

In der Zwischenzeit war Dr. House mit einem obskuren aber harmlosen Fall beschäftigt, damit seine Kollegen zu irritieren, Drogen zu nehmen, seinen Parkplatz zu verteidigen oder alles vorgenannte zusammen.

An meinem Bett nun entscheidet er sich für eine zweite Behandlungsmethode, weil er zu einer neuen Diagnose gekommen ist, die alle bisherigen Symptome erklärt. Zufrieden humpelt er wieder aus dem Krankenzimmer.

Seine Ärzte leiten die Behandlung ein, die mich diesmal fast umbringt. Ich werde vermutlich intubiert, oder sonst irgendwie an Maschinen angeschlossen. Es sieht aber nicht gut aus, ich habe nur noch wenige Stunden zu leben.

Als House sich wieder seinem harmloseren Fall widmet, hat er plötzlich einen Geistesblitz, und hat die Lösung für mein Dilemma. Ich leide an einer Krankheit, von der ich noch nie gehört habe, die sehr selten ist, und sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nie so geäußert hat, wie bei mir.
Ich muss zwei Pillen nehmen, und werde wieder gesund.

Statistisch gesehen ist es sehr wahrscheinlich, dass ich wieder vollständig gesund werde. In Einzelfällen soll es unter den Fällen von Dr. House schon zu Organtransplantationen gekommen sein, sehr selten zu Amputationen. In sehr sehr wenigen Fällen ist der Patient unheilbar.

So laufen gefühlte 90% aller Fälle von Dr. House in der gleichnamigen Serie ab. Kaum einmal weicht der medizinische Teil der Handlung von diesem sehr einfachen Schema ab, in dem übrigens auch die meisten Fantasy-Romane von Pierce Anthony geschrieben sind:

A. Problem
B. Held macht was gegen Problem, klappt nicht
C. kleineres Problem
D. Held macht was anderes gegen Problem, was Problem nur schlimmer macht
E. Held beschäftigt sich mit kleinerem Problem, und hat Idee
F. Held löst Problem

Vielleicht ist es ja der Reiz der Serie, dass man immer wieder die gleiche Geschichte erzählt bekommt, auch wenn Namen, Orte und Krankheiten jeweils andere sind. Immerhin funktionieren auch viele Krimi-Serien nach diesem Prinzip.
Vielleicht ist der medizinische Teil der Handlung bei House auch nur der Hintergrund, vor dem der Star der Serie (Dr. House) seine verschiedenen Wesensmerkmale ausleben kann.
Würde die Serie nur aus House bestehen, wie er seine Kollegen ärgert, würde sie immerhin schnell langweilig werden, und House würde uns auch zunehmend unsympathischer.
Dadurch, dass er jedoch am laufenden Band leben rettet, die sonst keiner retten könnte, wird er uns doch irgendwie sympathisch, auch wenn er verbal gerne mal ins Klo greift, Tablettensüchtig ist und ständig Menschen manipuliert, die ihn irgendwie für einen Freund halten. An guten Tagen ist House unausstehlich sarkastisch. An schlechten Tagen schlägt er Mitarbeitern ins Gesicht, weil sie recht haben, oder feuert alle um sich rum.

Eines steht jedoch fest: Hugh Laurie, der Dr. House spielt, trägt die Serie fast ganz allein. Alle anderen Schauspieler sind ihm in der Schauspielerei gnadenlos unterlegen.
Es handelt sich um gute, solide Seriendarsteller, ja, aber ohne House wäre die Serie eine langweilige, vage soapige Krankenhausserie, die kein Mensch für erwähnenswert halten würde.
Laurie jedoch ist gut. Er ist extrem gut in dem, was er macht. Obwohl er ein typisch britisches Gesicht hat, das irgendwie schräg aussieht, und einen großen Wiedererkennungswert hat, habe ich große Schwierigkeiten seine Darstellung von Dr. House mit früheren Rollen von ihm zu vergleichen, und dabei im Hinterkopf zu behalten, dass es sich um den gleichen Schauspieler handelt.

In „Jeeves & Wooster“ spielt Laurie den englischen Dandy Bertie Wooster, der ein wenig dümmlich ist, gerne einen draufmacht und ohne seinen genialen Butler kaum lebensfähig wäre.
Ich kann mir ohne Probleme vorstellen, dass sich Bertie Wooster bei Dr. House in Behandlung gibt, ohne, dass ich auch nur Gefahr zu laufe, die beiden durcheinander zu bringen. Dabei haben beide das gleiche Gesicht, die gleiche Stimme, die gleiche Mimik und auch die gleiche Gestik. Es ist mir ein Rätsel, wie es jemand als Schauspieler schafft, den beiden Rollen doch so eine destinktiv unterschiedliche „Färbung“ zu geben.
Es tut mir leid, aber besser kann ich es nicht beschreiben.
(Anm: Ich kann mir sogar ziemlich gut vorstellen, wie Dr. House Betrie Wooster behandelt, weil letzterer genau die Art Idiot ist, über die sich Dr. House immer aufregt.)

Der geneigte Leser mag einwenden: „Kunststück! Der ist doch Schauspieler, da kann man sowas!“ Das stimmt wohl, allerdings gebe ich folgendes zu bedenken:
Hätte der Totmacher Schulz und Schulz umgebracht, und Schmanski müsste jetzt mit dem Schwein gegen ihn ermitteln, dann würden Götz George und Götz George gegen Götz George ermitteln, der die beiden Götz Georges umgebracht hat.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter:
Mai
22
2010
2

Raumstationen-SF im Vergleich:

1993, ungefähr gleichzeitig, starteten zwei neue tolle Science-Fiction-Serien. Star Trek „The Next Generation“ gab den Föderationsstaffelstab an „Deep Space Nine“ weiter, und auf der anderen Seite der Studiolandschaft hat Joseph Michael Straczynski die Serie „Spacecenter Babylon 5“ buchstäblich aus dem nichts gestampft.
Die beiden Serien haben recht viele Parallelen: Beide spielen auf einer Raumstation, beide beschreiben Kriege gegen mysteriöse und übermächtige Gegner und weiteres mehr. Selbst viele der Einzelheiten findet man in beiden Serien.
Da Straczynski die Idee zu Babylon 5 wohl deutlich vor der geistigen Geburt von Deep Space Nine hatte, und seine Serie Paramount angeboten hatte, dem Studio also, dass alle Star Trek Serien produziert, gibt es im Internet kontrovers geführte Plagiatstheorien.
Darum soll es aber hier nicht gehen, sondern darum, welche insgesamt Serie die Nase vorn hat. Ich – als Jury – werde die beiden Serien in verschiedenen Einzelkategorien begründet bewerten, und das Endergebnis zeigt dann genau, welche Serie ich besser finde, und warum.

I. Die Raumstationen

In beiden Serien ist der stumme Hauptcharakter die Raumstation, auf der die Serie spielt. Erst sie sorgt für den geeigneten Rahmen, für all das Drama und die politischen Intrigen.
Babylon 5 ist eine lange, zylindrische Metallkonstruktion, die in ihrer Gesamtheit eher an das Hubbleteleskop erinnert, als an etwas aus der Science Fiction.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Deep Space Nine ist eine Raumstation, die von den Machern der Serie als „cardassianisch“ entworfen wurde. Deep Space Nine ähnelt im Aufbau zwei Kronen, die jemand aufeinander gelegt hat. Die Zacken dieser Kronen, an denen Raumschiffe andocken können, sind in einem quasi-gotischen Stil gehalten, genau wie auch der Rest der Station.


Star Trek: Deep Space Nine by ~shintetsuya on deviantART

Obwohl Babylon 5 konzeptuell und technisch die glaubwürdigere Station ist, sieht Deep Space Nine einfach schick aus. Das Cardassianische Design ist außerdem mal so etwas ganz anderes, als das, was man sonst so in Star-Trek oder anderen SF-Serien als Hauptschauplatz der Handlung aufgetischt bekommt.
Babylon 5 hingegen vermittelt ein Gefühl von echter Größe, gerade bei Innenaufnahmen. Während das Innere der Station bei Deep Space Nine wirkt wie das, was es ist, nämlich einige, wenig zahlreiche Sets, auf denen gedreht wird, glaubt man bei Babylon 5, dass es Bereiche der Station gibt,von denen nicht einmal der Captain einen Plan hat.

Bewertung also: Unentschieden. Deep Space Nine ist Eyecandy, Babylon 5 sieht nicht so beeindruckend aus, ist aber glaubwürdiger und vermittelt echte Größe. Beide Serien bekommen einen Punkt.

II. Die Schauspieler der Serien allgemein

In beiden Serien machen die Schauspieler einen tollen Job. In so mancher Serie sticht der eine oder andere Schauspieler mit mangelndem Talent hervor, wie eine nervende Feder aus einem kaputtgesessenen Sofa. Sowas ist in diesen beiden Serien aber durchweg nicht zu finden.
Bei Deep Space Nine tummeln sich geradezu die prominenten Gastdarsteller, während Babylon 5 seine besseren Schauspieler gerne mal in anderer Maske recykelt. So mancher Statist von Babylon 5 scheint direkt von der Strasse zu kommen.

Bewertung: Mit einer Träne im Auge, geht dieser Punkt an Deep Space Nine

III. Die Aliens

Deep Space Nine bietet in diesem Punkt das, was man typischerweise von Star Trek gewohnt ist: Leute in Latexmasken. Das ist im Star-Trek-Universum eben so und hat den Vorteil, dass die ganzen Gastdarsteller meist noch irgendwie zu erkennen sind.

Es ist aber auch stinklangweilig.
Die Bajoraner haben eine geriffelte Nase, die Ferengi haben Riesenglatzen und große Ohren und die Trill haben Punkte ums Gesicht.
Die einzige wiederkehrende Alienrasse, die hiervon abweicht, sind die „Wechselbälger“. Diese sind in ihrer natürlichen Form eine orangefarbene CGI-Suppe. Treten die Wechselbälger aber in Kontakt mit den anderen Rassen, sind es einfach nur Menschen in Latexmasken.


Outsiders – Odo by ~Palone-Omi on deviantART

Babylon 5 hat hier mehr zu bieten. Alleine die Vorlonen machen schon mehr her als alles, was man von Star Trek gewohnt ist. Die Vorlonen tragen zwar ständig ihre Druckanzüge, aber schon das ist eine willkommene Abwechslung zu Menschen in Latexmasken, die auch bei Babylon 5 sehr zahlreich vertreten sind.
In Babylon 5 gibt es noch andere Nicht-Latexmasken-Rassen, die hin und wieder mal auftauchen. Man findet hier alles von Puppenspiel über Animatronik bis zu den rein aus CGI bestehenden Schatten. Babylon 5 wirkt zuweilen wie die Cantina aus Star Wars.


Kosh by ~gustorak on deviantART

Bewertung: Dieser Punkt geht klar an Babylon 5. Alleine schon wegen Kosh. Kosh ist klasse.

IV. Die Raumschiffe

Star Trek benutzt seit „Raumschiff Enterprise – Die nächste Generation“ für die Darstellung von Raumschiffen durch CGI aufgemöbelte Modelle. So wird es auch bei Deep Space Nine gehandhabt.


First Contact by ~enterprisedavid on deviantART

In Babylon 5 kommen die Raumschiffe direkt aus dem Computer. Das sieht man leider.
Obwohl sich in Babylon 5 nach der im Piloten verwendeten „Wing-Commander-Grafik“ noch einiges zum besseren entwickelt hat, sind Modelle einfach nicht zu schlagen. Man sieht einfach, dass da was ist, während reine CGI-Raumschiffe immer irgendwie wie Fremdkörper wirken.
Zur Ehrenrettung  – insbesondere der irdischen Raumschiffe – sei gesagt, dass in B5 die Schiffe der Erde auch wieder sehr viel glaubwürdiger konzipiert sind, als die Warp-Schiffe der Föderation mit ihrer künstlichen Gravitation.

Bewertung: Ganz knapp geht der Punkt trotzdem an Depp Space Nine.

V. Raumschiffaction:

Kämpfen in Deep Space Nine Raumschiffe gegeneinander, handelt es sich zumeist um relativ wenige Schiffe, die einander gegenseitig bedrohen. Wie in Star Trek üblich, kann man Massenschlachten zwischen Raumschiffen hier zwar durchaus finden, allzu häufig sind sie jedoch nicht.
In Babylon 5 ist alle paar Folgen mal der Teufel los im All. Ob es die Jäger der Raumstation gegen die „Raiders“ sind, die Narn gegen die Centauri, die Schatten gegen alle anderen, oder die Erde gegen wen auch immer, hier bekommt man jede Menge Fratzengeballer für sein Geld.

Bewertung: Mit einigem Vorsprung geht dieser Punkt an Babylon 5.

VI. Genderkram und allgemeine politische Korrektheit

Beide Serien bestehen den Bechdeltest. Die Frauenquote bei den Führungsoffizieren auf Deep Space Nine ist den 50% nahe, in beiden Serien ist second-in-command der Raumstation eine Frau.
Babylon 5 scheint hier hinterherzuhinken, bis man die Botschafter der verschiedenen Völker und die Telepathin, die streng genommen nicht zur Kommandocrew gehört, in die Rechnung mit einbezieht.
Während es in Deep Space Nine die eine oder andere Story gibt, die sich mit feministischen Themen beschäftigt, scheint Feminismus in Babylon 5 überhaupt gar nicht mehr nötig – oder einfach gar kein sehr wichtiges Thema mehr – zu sein.
Frauen tauchen in allen Ämtern und Funktionen auf, und keiner kommentiert das irgendwie. Im Babylon 5 Universum ist dies ganz normal.
Beide Serien haben eine ausgesprochen frauenfeindliche und patriarchalische Spezies. Bei Deep Space Nine sind es die Ferengi, bei Babylon 5 die Centauri.
Die Hauptrollen beider Serien sind – soweit bekannt – fast ausschließlich heterosexuell. Bei Deep Space Nine scheint Dax „thrillbedingt“ bisexuell zu sein, bei Babylon 5 verliebt sich Lt. Susan Ivanova unglücklich in eine Frau.
In beiden Serien scheint die Hautfarbe ausschlaggebender dafür zu sein, wer sich in wen verliebt, als es die Unterschiede der Latexmasken sind. Mischpaarungen zwischen verschiedenen Spezies kommen in beiden Serien vor, Babylon 5 hat darüber hinaus auch noch Trans-spezies-konvertiten. (Nennt man die „Transspezielle“?)
Update: Dax von Deep Space Nine könnte man – mit etwas gutem Willen – als „transgender“ bezeichnen, obwohl die Bezeichnung ein wenig hinkt. Der Symbiont hat ja sein Geschlecht, sofern vorhanden, behalten, und lediglich den Wirt gewechselt. Weder Wirt noch Symbiont ändern also ihr Geschlecht. Oder seh‘ ich das falsch?

Bewertung: Hier geht der Punkt knapp an Babylon 5, alleine schon, weil Deep Space Nine oft sehr verkrampft wirkt, wenn solche Stories aufs Tablett kommen. Babylon 5 beschäftigt sich natürlicher mit alledem.

VII. Die Crew

Hier scheiden sich dann endgültig die Geister und eine objektive Beurteilung ist ganz und gar unmöglich. Welche der beiden Crews man besser findet, ist einfach Geschmacksache. Ich werde trotzdem versuchen meine Entscheidung zu begründen.
Ich ziehe die Crew von Babylon 5 vor. Bei Babylon 5 gibt es eine stetige Charakterentwicklung bei so gut wie allen Hauptpersonen. Bei Deep Space Nine entwickeln sich viele Charaktere gar nicht, und wenn das vereinzelt doch passiert, wirkt es auch mich forciert und unnatürlich.
Bei Babylon 5 sind die Charaktere auch in sich glaubwürdiger. Bei Star Trek kann man Charakterfehler oft mit der Lupe suchen, alle Babylon-Fünfler tragen ein realistisch-geschüttelt Maß davon herum. Sinclair ist der Mann mit dem Loch in seinerm Gedächtnis, Garibaldi Alkoholiker, Ivanova kommt mit ihrem Vater nicht zurecht und hasst Telepathen, weil sie selbst einer ist… Die Liste könnte man fortsetzen, während die Deep Space Nine Besatzung immer das beste will und meist auch tut.
Außerdem widmet Deep Space Nine der Charakterentwicklung und -beleuchtung ganze Folgen, in denen sonst kaum etwas passiert, während Babylon 5 das so nebenbei macht.

Bewertung: Hier geht der Punkt klar an Babylon 5

VIII. Zu guter letzt: Story is King

Beide Handlungsfäden sind episch. Beide Handlungsfäden führen dazu, dass sich im Laufe der Handlung viel ändert, auf der Erde und in der Galaxie. Beide Handlungen ziehen sich durch mehrere Staffeln und beide Handlungen kommen zu ihrem befriedigenden Ende.
Gerade auf letzteren Punkt kann man nicht zu oft hinweisen. Oft genug finden Serien mit vielversprechendem Anfang ein jähes Ende, noch bevor alle Plotfäden ganz aufgelöst wurden.
Wo wir gerade bei Plotfäden sind:
Sieht man die erste Staffel von Babylon 5 ohne den Rest zu kennen, denkt man sich, dass hier unheimlich viel angedeutet wird. Man vermutet, dass kaum etwas davon aufgelöst wird, wie man es von anderen Serien, gerne auch von Star Trek, gewohnt ist.
Spätestens am Ende der vierten Staffel muss man jedoch erkennen, dass so gut wie jeder brennende Handlungsfaden zu einem befriedigenden Ende geführt wurde. Die noch offenen Handlungsfäden deuten zwar an, dass nach dem Ende der Serie nicht Friede-Freude-Eierkuchen herrscht, aber man kann mit denen sehr gut leben, die aufgelöst wurden.
Babylon 5 neigt dazu, in jeder Staffel mindestens einen Handlungsfaden aufzulösen. Meist kommt die Auflösung gerade dann, wenn man sich fragt, ob die Auflösung jemals kommt. Das ist ein Kunststück, dass ich bei Fernsehserien generell nur selten erlebt habe.
Bei Deep Space Nine wird einiges erhellt und einiges bleibt im Dunkeln. Es gibt hier aber so gut wie keine „Zwischenauflösung“ von Plotpunkten. Deep Space Nine dümpelt manchmal über ganze Staffeln so vor sich hin, bis es am Ende dann geradezu hektische Aktivität mit der Plotauflösung entfaltet.
Während bei Babylon 5 Zeitreisen ein Kernstück der Handlung sind, werden selbige bei Deep Space Nine ausschließlich als Plot-Gimmick benutzt. Das Erstaunliche hierbei ist, dass Babylon 5 es schafft, selbst eine ganz anständige Zeitreiselogik hinzulegen. Vergleichbares sucht man in allen Serien und Filmen des Star-Trek-Franchise vergebens.

Bewertung: Klarer Fall. Schatten sind cool. Dominion ist meh. Dieser Punkt geht an Babylon 5.

Der Sieger insgesamt ist also aus meiner Sicht Babylon 5. Aber das ist nur meine Meinung.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Apr
13
2008
--

Odyssey 5

So, nachdem mir meine nette Schwester zu Weihnachten einen Gutschein bei Amazon geschenkt hat, dachte ich mir, ich könnte ja mal die Box dieser Serie kaufen.
Hab ich dann auch gemacht, kam auch relativ schnell aus dem Vereinigten Königreich, da es noch keine deutsche Box gibt.
Ich hatte ja vage auf eine deutsche Tonspur gehofft, immerhin ist die DVD-Box mit europäischem Ländercode ausgezeichnet, trotzdem gab es aber nur Englisch und Französisch.
Nicht weiter schlimm, englischsprachige Serien schau ich sowieso lieber auf Englisch, wenns geht, auch wenn ich bei „Life on Mars“ mit diesem seltsamen Dialekt so meine Schwierigkeiten hatte.
Aber das ist jetzt nicht das Thema.

Das der Name der Serie an „2001 – A Space Odyssey“ erinnert ist gewiss kein Zufall. Gerade im Piloten kann man viele Stilelemente bemerken, die sehr deutlich auf Kubricks Film hinweisen.
Was den allgemeinen Plot angeht scheint die Serie aber zu Anfang weniger mit „2001“ gemein zu haben. Zumindest auf den ersten Blick.

SPOILER Im Piloten geht es um die Besatzung einer Raumfähre namens „Odyssey“, die bei irgendwelchen Arbeiten mit einem Satteliten das Ende der Welt mitansieht.
Die Erde implodiert einfach, und hinterlässt nur pfirsichfarbenen Staub. Als allen schon die Luft ausgeht, kommt ein mysteriöses Alien, dass sich als alter Mann tarnt, und erzählt, dass seinem Heimatplaneten das selbe passiert sei, darüber hinaus auch auf über 50 anderen Bewohnten Welten.
Irgendwann mache es „Puff!!“ und au�er dem erwähnten Staub ist nichts mehr von den Welten übrig. Das Alien vermutet eine Art planetare Seuche.
Au�erdem bietet das Alien den Raumfahrern, von denen einer bereits das zeitliche gesegnet hat, und ein anderer im sterben liegt, eine Zeitreise an. 5 Jahre könne er die Astronauten zurückschicken, jedoch nur ihre Bewusstseine, die dann in ihre damaligen Körper fahren würden.
Um das sterbende Crewmitglied zu retten, sagt der Commander zu.
Der Rest des Piloten und der Serie beschäftigt sich damit, wie die Raumfahrer versuchen herauszufinden was überhaupt passiert ist, und wie sie es verhindern können. Au�erdem wird auch recht ausführlich geschildert, wie die Astronauten damit klar kommen, ihre Leben vor 5 Jahren wieder aufzunehmen. SPOILER ENDE

Als die Serie damals auf SAT1 lief hab ich sie gerne gesehen. Gerade der breite Handlungsbogen, der sich geplant über 5 Staffeln hätte ziehen sollen fesselt einen sehr schnell. Ebenso sind die Charaktere sehr wirklichkeitsnah.
Obwohl einige der Fragen die „2001“ aufwirft „Woher kommt die Intelligenz auf der Erde?“ „Wurde die Evolution von au�en gesteuert?“ durchaus behandelt werden, erinnert die Art der erzählten Geschichten eher an eine wilde Mischung aus „Matrix“ und den Erzählungen von H.P. Lovecraft.
Klasse die Serie, und wie „Babylon 5“ einige der wenigen Serien, die von Anfang an auf einen breiten staffelüberspannenden Handlungsbogen gesetzt haben.
Leider gibt es aber bei Odyssey 5 nur die eine Staffel. Bei Folge 14 haben die Produzenten entschieden, dass die Leute die Zuschauen nicht zur richtigen Zielgruppe gehören, und die Serie wurde abgesetzt.
Später wurden dann noch die restlichen Folgen gezeigt, die die erste Staffel komplettieren, mehr aber nicht, trotz zahlreicher Proteste von ebenso zahlreichen Fans.

Na ja, aber es hilft ja nicht über verschüttete Milch zu klagen. Manny Coto, der Schöpfer von „Odyssey 5“ hofft im Audiokommentar des Pilotfilms (Das einzige Extra der DVD-Box) noch immer, die Serie weiterdrehen zu dürfen, ich glaub aber nicht, dass das noch was wird.
Schade.

Schade, schade schade.

Na egal.
Was mir allerdings noch aufgefallen ist, ist folgendes:
Der momentane Serienhit „Heroes“ hat sich scheinbar einiges von „Odyssey 5“ abgeschaut. In der Titelsequenz gibt es �hnlichkeiten, ebenso hört sich der Soundtrack auch recht ähnlich an.
Zufall oder bewusste Homage?
Wer wei� das schon.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Mrz
06
2008
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Öffentlich rechtliches Fernsehen kann auch gut sein

Als Beispiel, warum öffentlich rechtliches Fernsehen nicht per Definitionem schlecht sein muss, möchte ich heute mal ein wenig über unsere Landesgrenzen schauen. Und über den Ärmelkanal.
Richtig, ins Vereinigte Königreich, auch Großbritannien genannt.

Es ist schon sehr lange her, dass unser öffentlich rechtliches eine gute SF-Serie produziert hat. Mittlerweile nämlich über 40 Jahre.
Ja, genau, ich rede von Orion. Nicht dem Versand, sondern der Raumpatroullie. Man kann über die Effekte lachen, über das Bügeleisen und über die Wasserhähne als Steuermodule des schnellen Raumkreuzers. Auch wenn man die Dialoge rückblickend nach wissenschaftlichen Anhaltspunkten nach Fehlern durchsucht, siehts finster aus.
Fest steht jedoch: Orion hatte eine Vision. Orion war eine Vision, und die Macher haben diese ziemlich gut umgesetzt. Leider nur 6 Folgen lang.
Schade.

Aber ich schweife ab.
Großbrittanien, da wollte ich hin. Öffentlich Rechtliches? Muss die BBC sein. Was hat nun die BBC mit Raumpatroullie zu tun? Eigentlich gar nichts.
Aber ziemlich genau 3 Jahre bevor der schnelle Raumkreuzer Orion das erste Mal auf unseren Schirmen abhob, dematerialisierte sich ein ganz und gar anderes Raumschiff von den Fernsehschirmen unserer Nachbarn auf der großen Insel westlich von hier. (Wenn man sich in Schleswig Holstein befindet. Für die Kölner: Im Nordnordwesten)
Das Cockpit dieses Raumschiff hatte einiges mit dem der Orion gemein: Auch dieses Cockpit sah wie ein Fernsehstudio aus, auch dieses Cockpit war mit allerlei Utensilien bestückt, die man nicht als Raumschiffarmaturen erwarten würde. Kein Bügeleisen gab es dort, sondern statt dessen unter anderem eine Luftpumpe.
Die Rede ist natürlich von der heute wie damals bahnbrechenden Serie Doctor Who, die tatsächlich heute wie damals noch bzw. wieder läuft.
Doctor Who hatte hochs und tiefs in den 45 Jahren seit die erste Folge lief, doch auch in den Jahren, in denen es die Serie nicht gab, zwischen 1989 und 2005, war das Fandom nicht totzukriegen, und ewig viele Hörspiele und mehrere Fernsehfilme wurden produziert. Einer sogar um 96 herum, von der BBC und FOX, die die Serie neu auflegen wollten. Danken wir an dieser Stelle dem (britischen) Autor des Filmes, dass dieser Fernsehfilm so schlecht geworden ist, dass es nie zu einer Serie kommen sollte. Ein Amerikanischer Doctor? Nein Danke.
2005 also hat es die BBC gewagt die Serie neu aufzulegen, und war offenbar selbst überrascht wie gut sie lief; sogar die Amerikaner, die 1996 den selbst mitproduzierten Fernsehfilm verschmähten, fliegen nun auf den Nachfolger vom Original.
Aber genug davon. Mit kurzen Worten zusammengefasst: Doctor Who läuft mit Unterbrechungen über 40 Jahre, und ist immer besser geworden. Die jetzigen Folgen stellen alles in den Schatten, was ich an SF-Serien im Fernsehen je gesehen habe.
Worum es da geht? Einfach mal einschalten, mittlerweile hat es Pro Sieben geschafft die ersten Folgen zu synchronisieren. Doctor Who läuft immer Samstags um 17 Uhr.

Eine Weitere Serie, ebenfalls von der BBC. Bezeichnender weise ein Spin off von doctor who. Torchwood. Im Grunde das Walisische Äquivalent von Akte X. Die erste Staffel war ein wenig schwach, aber die zweite, die im Moment läuft, lässt sich ganz gut an.

Drittens, lief auch schon in Deutschland: Life on Mars. Auf englisch besser und vor allen Dingen länger. Die BBC schneidet leider immer zu britische Insider, von denen nicht erwartet wird, dass wir Ausländer sie verstehen, raus, damit das Ausland platz für die Werbeblöcke hat.
Worum es geht? Ein Polizist wird von einem Auto erfasst, und landet im Jahr 1973. Dort ist er auch Polizist, kommt aber so gar nicht mit den Methoden der damaligen Polizei klar.
Zwei Staffeln lang versucht dieser Polizist wieder nach Hause zu kommen. Ich verrate jetzt mal nicht, wie es ausgeht, nach der zweiten Staffel ist die Handlung aber abgeschlossen.

Und im Februar, genau genommen am 7. Februar, kommt die Nachfolgeserie „Ashes to Ashes“ und in dieser geht es dann in den 80ern weiter.

Also hätten wir schon vier klasse SF-Serien, die ein europäischer öffentlich rechtlicher Sender produziert hat. Und zwar gleichzeitig!

Warum nicht von ARD und ZDF sowas? Warum immer nur so halbherzige Versuche wie damals in den 80ern „Auf der Suche nach Atlantis“. Wo dann die Handlung der grandiosen Bücher so kleingehackt und gekürzt wird, dass das ganze keinen Sinn mehr ergibt?
Warum???

ARGH!

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Feb
07
2008
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Doctor Who dann auch schon wieder abgesetzt

Eine sehr gute britische SF-Serie, die dieses Wochenende noch einmal bei Pro Sieben läuft (Samstag ab 17:00 Uhr) wird dann auch schon wieder ins Regal gestellt. Schade. Hier in Deutschland scheint niemand Doctor Who zu schauen.

Woran mag es nur liegen? Wer weiß.
An der Synchro lag es wohl nicht. Obwohl ich den Trailer der auf ProSieben lief schon recht grausam fand, hat sich beim Konsum der ersten deutschen Folge herausgestellt, dass die Synchro solide war. Vielleicht sogar „gut“, wenn auch nicht überragend.
Der Doctor hatte eine etwas sehr viel zu helle Stimme, und die Mutter von Rose kam nun gar nicht so schön „unterschichtig“ wie im Originalton rüber. Die Synchronstimme von Jackee Tyler hat eher so geklungen als würde sie zu Emily Gilmore passen, aber was soll’s.
An der Synchro lag es aber nicht, obwohl ich mir gewünscht hätte die öffentlich Rechtlichen hätten für diese gesorgt.

Woran lags dann? An den Schnitten?
Kann sein. Wenn im Original geschossen wird, und jemand umfällt, ist das Verhältnis von Ursache und Wirkung relativ klar. Wenn in der deutschen ProSieben-Version nicht geschossen wird, aber trotzdem jemand umfällt, nicht mehr.
Warum überhaupt schneiden? In Großbritannien ist Doctor Who auch eine Serie für die ganze Familie, läuft kaum später, und wird auch von Kindern gesehen.
Aber naja.
Liegts also daran? Schon eher.

Könnte es eventuell nicht auch daran liegen, dass die in den letzten Wochen ausgestrahlten Folgen schon drei Jahre alt sind, und jeder potentielle Fan in Deutschland die Serie deshalb schon im Original kennt?
Ich denke das wäre möglich.
2005 nach dem ungeahnten Erfolg im britischen Fernsehen hat sich ProSieben die Rechte fast umgehend gesichert, nur um dann jahrelang dem deutschen Publikum die Ausstrahlung vorzuenthalten.
Natürlich sehen derweil die Serie einige auf BBC1, wenn der Satellitenempfang es zulässt. Natürlich kann man sie sich auch aus dem Internet herunterladen, legal und illegal. Natürlich gibt es mittlerweile auch die 3. Staffel auf DVD. Natürlich kann man sich diese auch nach Deutschland liefern lassen. Es gibt sogar auch schon deutsche DVD-Boxen.

Und da wundert sich ProSieben, dass niemand mehr einschaltet? 2005 oder zumindest 2006 hättet ihr die Serie bringen sollen, noch bevor sie alle SciFI-Geeks kennen, die in Deutschland so rumlaufen. Und dann eventuell auch nicht auf den Sendeplatz hättet ihr sie setzen sollen.
Ich hätte sie ja auf den ProSieben-Mystery-Montag gelegt. Zwischen Lost und 4400, oder so. Da passt sie IMHO besser hin, und da wär sie auch – trotz grenzwertiger Synchro und hoffentlich ungeschnitten – besser gelaufen.

Das schwant ProSieben sicher mittlerweile auch. Aber 3 Jahre nachdem man eine Chance verpasst hat, ist man ja immer schlauer.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Jan
12
2008
--

Lenzen und Partner – Warum ich nicht mehr fernsehe

Ich bin grad durchs Wohnzimmer gelaufen, wo meine Schwester Lenzen und Partner schaut.
Ein böser Bösewicht, und böse war er, da hat auch die ausgesprochene Laiendarstellerei kainen Zweifel dran gelassen, hat einen von Lenzens Privatdetektiven gerade an den Herd gefesselt. Das ganze passierte offenbar in der Wohnung eines Zeugen, der auf einem Läufer tot am Boden lag.
Der Bösewicht holt eine Gasflasche raus, und sagt: „Ich lasse es wie einen Unfall aussehen. Er (offenbar auf den Toten bezogen) hat Sie beim Einbruch in diese Wohnung erwischt, und wollte sie mit dieser Gasflasche in die Luft sprengen. Nur leider war er zu blöd dazu.“
Dann hat der Bösewicht die Gasflasche aufgedreht, und ungefähr 10 cm vor dem austretenden Gas eine Kerze angezündet.
Mal ganz abgesehen davon, dass der böse Bösewicht im richtigen Leben ebenfalls zu blöd wäre eine Gasflasche zur Explosion zu bringen, ohne selbst darin umzukommen: Was für ein Unfall soll das sein?
Wer sprengt einen schon gefesselten Einbrecher samt seiner Wohnung in die Luft?
Ebensogut könnte die Polizei es für einen Unfall halten, wenn ein Mann in einer luftdicht verschlossenen Kiste von einer Herde Elefanten totgetrampelt wird, und das mitten im Gästeklo eines Rentners.

Wer denkt sich diese Plots aus? Reicht es nicht, wenn die Darsteller schon unter aller Kanone chargieren, muss man dann auch noch Handlungsabläufe ersinnen, die aus den drogeninduzierten Halluzinationen eines fieberkranken und geistesgestörten Kleinkindes zu stammen scheinen?

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Serien | Schlagwörter:

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Mrz
12
2011
4

Die chronologiekeitskritische Babylonfünferia

Aus Gründen:
Also. Wir haben da zwei Serien, drei Piloten und ein paar TV-Filme. Die wurden in einer bestimmten Reihenfolge gesendet, spielen in einer anderen und waren im Falle von „Crusade“ sogar auch noch für eine eigentlich ganz andere Reihenfolge ausgelegt.
Das mag einige verwirren. Es kursieren Gruselgeschichten.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Das Ziel der von mir am 12.3.2011 gegründeten Babylonfünferia ist es Ängste abzubauen und Reihenfolgen zu erklären, denn die leicht angeditschte Reihenfolge des Babylon-5-Universums ist nunmal so, wie sie ist und daher ist es sinnlos sich gegen sie zu wehren.
Statt dessen muss man lernen, mit ihr klar zu kommen.

Die folgende Reihenfolge folgt nicht immer genau dem chronolisch richtigen Zeitablauf, sondern einer empfohlenen Reihenfolge, die den damaturgischen Effekt maximieren soll.

1. „Die Zusammenkunft“
Auf jeden Fall zuerst schauen, da es sich um den Pilotfilm der Hauptserie handelt, der nicht nur vor (fast) allem spielt, sondern auch noch mieses Make-Up, schlecht sitzende Kostüme und nervige Musik hat.
Das beides wird ab der ersten Folge besser, aber wenn man vorher was anderes schaut, z.B. einen der TV-Filme, dann den Piloten und dann die Serie, sticht der Pilot noch mehr unangenehm heraus als sowieso schon.

2. Staffel 1 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

3. Staffel 2 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

4. Staffel 3 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

5. Staffel 4 Folge 1-8
weil danach ein Film spielt.

6. „Das Tor zur 3. Dimension“
Streng genommen spielt dieser Film nach der ersten Szene von Folge 4.09, aber nachdem ich den einmal so geschaut habe, muss ich zugeben, dass dies schon ein wenig albern ist.

7. Staffel 4 Folge 9-22
womit die Staffel beendet ist, die eigentlich schon als die letzte geplant war.

8. „Der erste Schritt“
Dieser Film ist eventuell ein klein wenig problematisch. Er besteht aus einer Rahmenhandlung und einer Haupthandlung.
Die Haupthandlung spielt lange vor der Serie, die Rahmenhandlung danach.
Schaut man den Film aber vor der Serie, nimmt er zu viel vorweg und somit die Spannung. Schaut man den Film nach allem anderem, hat man eventuell schon wieder vergessen auf welche Ereignisse in der vierten Staffel er sich speziell bezieht.
Desweiteren lief dieser Film im Fernsehen zeitlich zwischen Staffel 4 und 5, also kann es uns nur recht sein, ihn auch so zu sehen.

9. Staffel 5 Folge 1-21
An sich könnte man Folge 22 hier auch gleich im Anschluss schauen. Sie spielt zwar etwa 20 Jahre nach der Serie, ist aber thematisch mit ihr verbunden, und spoilert die Filme, die man danach sehen würde nicht.
Will man aber die Folge einigermaßen in der Reihenfolge schauen, die der zeitlichen Eindordnung in die Babylon-5-Timeline entspricht, sollte man sie sich bis zum Schluss aufsparen.

10. „Der Fluss der Seelen“
Hier entspricht die empfohlene Konsumreihenfolge der Chronologie der Serie.

11. „Legenden der Rangers“
Wenn überhaupt, dann muss man diesen Piloten für eine nicht weiterverfolgte Serie wohl jetzt schauen. „Legenden der Rangers“ sticht aufgrund der teilweise mangelhaften bis ungenügenden schauspielerischen Leistungen auch wie ein großer Zeh hervor.
Trotzdem meine Kuckempfehlung, weil G’Kar drin ist.

12. „Waffenbrüder“
Waffenbrüder ist als Brücke zwischen Babylon 5 und Crusade gedacht, ein wenig wie „Star Trek – Generations“ ein Brückenteil zwischen den TOS-Filmen und den TNG-Filmen sein soll.
Zum Glück ist Waffenbrüder besser als Generations.

13.So, jetzt verlassen wir den Boden gut begründeter und vor allem übersichtlicher Empfehlungen. Jetzt kommt „Crusade“


High Crusade by =karanua on deviantART

Bei Crusade gibt es nur falsche Reihenfolgen. Der Reihenfolge, die der Schöpfer des Babylon-5-Universums, Joseph Michael Straczynski, eigentlich vorgesehen hatte, haben sich die Produzenten gesperrt. Man kann die Folgen zwar in der Reihenfolge schauen, in der sie ursprünglich mal gedacht waren, aber dann kommt es zu Kontinuitätsfehlern.
Man kann die Serie auch nach der vom Network vorgegebenen Sendereihenfolge schauen, aber dann entsteht kein Spannungsbogen, der über eine Folge hinaus geht.
Zu allem Überfluss handelt es sich bei Crusade nur um die erste Staffel von geplanten fünf. Das Ende bleibt uns Crusade also schuldig. Wie gut, dass wir noch die letzte Folge der letzten Staffel Babylon 5 haben, die nach Crusade spielt. Aus ihr können wir extrapolieren, was in der Zwischenzeit passiert sein muss.

Also nun zur Crusade-Reihenfolge, die „am richtigsten ist“, welches die ist, die Straczynski persönlich unter Einbeziehung aller möglichen Kontinuitätsfehler als quasi redigierte Directors-Reihenfolge geliefert hat:
13. a.) Folge 9
13. b.) Folge 11
13. c.) Folge 10
13. d.) Folge 2
13. e.) Folge 12
13. f.) Folge 3
13. g.) Folge 13
13. h.) Folge 5
13. i.) Folge 4
13. j.) Folge 6
13. k.) Folge 7
13. l.) Folge 1
13. m.) Folge 8
13. n.) Die unveröffentlichten Episoden, die ich allerdings nicht gesehen habe. Daher kann ich mir nicht wirklich ein Urteil bilden.

14.) Vergessene Legenden

15.) Babylon 5 Staffel 5 Folge 22

So. Diese Reihenfolge empfehle ich persönlich. Ich hoffe ich konnte Ängste nehmen und Gruselgeschichten widerlegen. Ist doch alles gar nicht so schwer. 😀

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Jul
11
2010
2

Houseliche Gesundheitspflege

Ich kippe um, oder so. Ich wache im Krankenhaus auf, wo die Ärzte erst einmal ratlos sind.
Alle möglichen Tests werden gemacht, um Infektionen, Krebs und Vergiftungen auszuschließen. Unter anderem werde ich in einen Computertomographen geschoben, in dem ich einen rätselhaften Anfall bekomme. Vermutlich mit Herzstillstand.
Nun werden verschiedene Vermutungen angestellt: Höchstwahrscheinlich sagt zu irgendeinem Zeitpunkt irgendjemand, dass es sich bei meiner merkwürdigen Krankheit um Lupus handeln könnte.

Auch Krebs wird nie ganz ausgeschlossen, immerhin gibt es ja Tumore, die zu klein sind, um sie zu sehen.
Irgendwann ringt man sich zu einer Behandlungsmethode durch. Vielleicht Chemotherapie, Dialyse oder man verabreicht mir Steroide. Dies ist dann auch spätestens der Zeitpunkt, wo mindestens ein Arzt bei mir zuhause einbricht, um nach ominösen Giftstoffen zu suchen.
Die Behandlung scheint zu helfen, bis irgendwelche Organe bei mir ausfallen, die bisher nichts mit der Sache zu tun hatten. Möglicherweise habe ich auch einen Herzstillstand, vielleicht wird dieser von meinen behandelnden Ärzten provoziert.
Jetzt wird nochmal über Lupus oder eine ähnliche Krankheit diskutiert.
Jetzt fällt dann auch meine Leber aus, was dadurch zu erkennen ist, dass das Weiße in meinen Augen gelb wird. Man hat noch immer keine Ahnung, was mir fehlt.

Nun kommt der Zeitpunkt, an dem Dr. House selbst das erste mal an mein Bett kommt. Er humpelt in mein Zimmer, beleidigt mich, entweder nur um an Informationen zu kommen, die ich verschweige, oder weil sein Bein wieder weh tut. Vielleicht auch, weil ich einem wichtigen Eingriff nicht zustimmen will.

In der Zwischenzeit war Dr. House mit einem obskuren aber harmlosen Fall beschäftigt, damit seine Kollegen zu irritieren, Drogen zu nehmen, seinen Parkplatz zu verteidigen oder alles vorgenannte zusammen.

An meinem Bett nun entscheidet er sich für eine zweite Behandlungsmethode, weil er zu einer neuen Diagnose gekommen ist, die alle bisherigen Symptome erklärt. Zufrieden humpelt er wieder aus dem Krankenzimmer.

Seine Ärzte leiten die Behandlung ein, die mich diesmal fast umbringt. Ich werde vermutlich intubiert, oder sonst irgendwie an Maschinen angeschlossen. Es sieht aber nicht gut aus, ich habe nur noch wenige Stunden zu leben.

Als House sich wieder seinem harmloseren Fall widmet, hat er plötzlich einen Geistesblitz, und hat die Lösung für mein Dilemma. Ich leide an einer Krankheit, von der ich noch nie gehört habe, die sehr selten ist, und sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nie so geäußert hat, wie bei mir.
Ich muss zwei Pillen nehmen, und werde wieder gesund.

Statistisch gesehen ist es sehr wahrscheinlich, dass ich wieder vollständig gesund werde. In Einzelfällen soll es unter den Fällen von Dr. House schon zu Organtransplantationen gekommen sein, sehr selten zu Amputationen. In sehr sehr wenigen Fällen ist der Patient unheilbar.

So laufen gefühlte 90% aller Fälle von Dr. House in der gleichnamigen Serie ab. Kaum einmal weicht der medizinische Teil der Handlung von diesem sehr einfachen Schema ab, in dem übrigens auch die meisten Fantasy-Romane von Pierce Anthony geschrieben sind:

A. Problem
B. Held macht was gegen Problem, klappt nicht
C. kleineres Problem
D. Held macht was anderes gegen Problem, was Problem nur schlimmer macht
E. Held beschäftigt sich mit kleinerem Problem, und hat Idee
F. Held löst Problem

Vielleicht ist es ja der Reiz der Serie, dass man immer wieder die gleiche Geschichte erzählt bekommt, auch wenn Namen, Orte und Krankheiten jeweils andere sind. Immerhin funktionieren auch viele Krimi-Serien nach diesem Prinzip.
Vielleicht ist der medizinische Teil der Handlung bei House auch nur der Hintergrund, vor dem der Star der Serie (Dr. House) seine verschiedenen Wesensmerkmale ausleben kann.
Würde die Serie nur aus House bestehen, wie er seine Kollegen ärgert, würde sie immerhin schnell langweilig werden, und House würde uns auch zunehmend unsympathischer.
Dadurch, dass er jedoch am laufenden Band leben rettet, die sonst keiner retten könnte, wird er uns doch irgendwie sympathisch, auch wenn er verbal gerne mal ins Klo greift, Tablettensüchtig ist und ständig Menschen manipuliert, die ihn irgendwie für einen Freund halten. An guten Tagen ist House unausstehlich sarkastisch. An schlechten Tagen schlägt er Mitarbeitern ins Gesicht, weil sie recht haben, oder feuert alle um sich rum.

Eines steht jedoch fest: Hugh Laurie, der Dr. House spielt, trägt die Serie fast ganz allein. Alle anderen Schauspieler sind ihm in der Schauspielerei gnadenlos unterlegen.
Es handelt sich um gute, solide Seriendarsteller, ja, aber ohne House wäre die Serie eine langweilige, vage soapige Krankenhausserie, die kein Mensch für erwähnenswert halten würde.
Laurie jedoch ist gut. Er ist extrem gut in dem, was er macht. Obwohl er ein typisch britisches Gesicht hat, das irgendwie schräg aussieht, und einen großen Wiedererkennungswert hat, habe ich große Schwierigkeiten seine Darstellung von Dr. House mit früheren Rollen von ihm zu vergleichen, und dabei im Hinterkopf zu behalten, dass es sich um den gleichen Schauspieler handelt.

In „Jeeves & Wooster“ spielt Laurie den englischen Dandy Bertie Wooster, der ein wenig dümmlich ist, gerne einen draufmacht und ohne seinen genialen Butler kaum lebensfähig wäre.
Ich kann mir ohne Probleme vorstellen, dass sich Bertie Wooster bei Dr. House in Behandlung gibt, ohne, dass ich auch nur Gefahr zu laufe, die beiden durcheinander zu bringen. Dabei haben beide das gleiche Gesicht, die gleiche Stimme, die gleiche Mimik und auch die gleiche Gestik. Es ist mir ein Rätsel, wie es jemand als Schauspieler schafft, den beiden Rollen doch so eine destinktiv unterschiedliche „Färbung“ zu geben.
Es tut mir leid, aber besser kann ich es nicht beschreiben.
(Anm: Ich kann mir sogar ziemlich gut vorstellen, wie Dr. House Betrie Wooster behandelt, weil letzterer genau die Art Idiot ist, über die sich Dr. House immer aufregt.)

Der geneigte Leser mag einwenden: „Kunststück! Der ist doch Schauspieler, da kann man sowas!“ Das stimmt wohl, allerdings gebe ich folgendes zu bedenken:
Hätte der Totmacher Schulz und Schulz umgebracht, und Schmanski müsste jetzt mit dem Schwein gegen ihn ermitteln, dann würden Götz George und Götz George gegen Götz George ermitteln, der die beiden Götz Georges umgebracht hat.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter:
Mai
22
2010
2

Raumstationen-SF im Vergleich:

1993, ungefähr gleichzeitig, starteten zwei neue tolle Science-Fiction-Serien. Star Trek „The Next Generation“ gab den Föderationsstaffelstab an „Deep Space Nine“ weiter, und auf der anderen Seite der Studiolandschaft hat Joseph Michael Straczynski die Serie „Spacecenter Babylon 5“ buchstäblich aus dem nichts gestampft.
Die beiden Serien haben recht viele Parallelen: Beide spielen auf einer Raumstation, beide beschreiben Kriege gegen mysteriöse und übermächtige Gegner und weiteres mehr. Selbst viele der Einzelheiten findet man in beiden Serien.
Da Straczynski die Idee zu Babylon 5 wohl deutlich vor der geistigen Geburt von Deep Space Nine hatte, und seine Serie Paramount angeboten hatte, dem Studio also, dass alle Star Trek Serien produziert, gibt es im Internet kontrovers geführte Plagiatstheorien.
Darum soll es aber hier nicht gehen, sondern darum, welche insgesamt Serie die Nase vorn hat. Ich – als Jury – werde die beiden Serien in verschiedenen Einzelkategorien begründet bewerten, und das Endergebnis zeigt dann genau, welche Serie ich besser finde, und warum.

I. Die Raumstationen

In beiden Serien ist der stumme Hauptcharakter die Raumstation, auf der die Serie spielt. Erst sie sorgt für den geeigneten Rahmen, für all das Drama und die politischen Intrigen.
Babylon 5 ist eine lange, zylindrische Metallkonstruktion, die in ihrer Gesamtheit eher an das Hubbleteleskop erinnert, als an etwas aus der Science Fiction.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Deep Space Nine ist eine Raumstation, die von den Machern der Serie als „cardassianisch“ entworfen wurde. Deep Space Nine ähnelt im Aufbau zwei Kronen, die jemand aufeinander gelegt hat. Die Zacken dieser Kronen, an denen Raumschiffe andocken können, sind in einem quasi-gotischen Stil gehalten, genau wie auch der Rest der Station.


Star Trek: Deep Space Nine by ~shintetsuya on deviantART

Obwohl Babylon 5 konzeptuell und technisch die glaubwürdigere Station ist, sieht Deep Space Nine einfach schick aus. Das Cardassianische Design ist außerdem mal so etwas ganz anderes, als das, was man sonst so in Star-Trek oder anderen SF-Serien als Hauptschauplatz der Handlung aufgetischt bekommt.
Babylon 5 hingegen vermittelt ein Gefühl von echter Größe, gerade bei Innenaufnahmen. Während das Innere der Station bei Deep Space Nine wirkt wie das, was es ist, nämlich einige, wenig zahlreiche Sets, auf denen gedreht wird, glaubt man bei Babylon 5, dass es Bereiche der Station gibt,von denen nicht einmal der Captain einen Plan hat.

Bewertung also: Unentschieden. Deep Space Nine ist Eyecandy, Babylon 5 sieht nicht so beeindruckend aus, ist aber glaubwürdiger und vermittelt echte Größe. Beide Serien bekommen einen Punkt.

II. Die Schauspieler der Serien allgemein

In beiden Serien machen die Schauspieler einen tollen Job. In so mancher Serie sticht der eine oder andere Schauspieler mit mangelndem Talent hervor, wie eine nervende Feder aus einem kaputtgesessenen Sofa. Sowas ist in diesen beiden Serien aber durchweg nicht zu finden.
Bei Deep Space Nine tummeln sich geradezu die prominenten Gastdarsteller, während Babylon 5 seine besseren Schauspieler gerne mal in anderer Maske recykelt. So mancher Statist von Babylon 5 scheint direkt von der Strasse zu kommen.

Bewertung: Mit einer Träne im Auge, geht dieser Punkt an Deep Space Nine

III. Die Aliens

Deep Space Nine bietet in diesem Punkt das, was man typischerweise von Star Trek gewohnt ist: Leute in Latexmasken. Das ist im Star-Trek-Universum eben so und hat den Vorteil, dass die ganzen Gastdarsteller meist noch irgendwie zu erkennen sind.

Es ist aber auch stinklangweilig.
Die Bajoraner haben eine geriffelte Nase, die Ferengi haben Riesenglatzen und große Ohren und die Trill haben Punkte ums Gesicht.
Die einzige wiederkehrende Alienrasse, die hiervon abweicht, sind die „Wechselbälger“. Diese sind in ihrer natürlichen Form eine orangefarbene CGI-Suppe. Treten die Wechselbälger aber in Kontakt mit den anderen Rassen, sind es einfach nur Menschen in Latexmasken.


Outsiders – Odo by ~Palone-Omi on deviantART

Babylon 5 hat hier mehr zu bieten. Alleine die Vorlonen machen schon mehr her als alles, was man von Star Trek gewohnt ist. Die Vorlonen tragen zwar ständig ihre Druckanzüge, aber schon das ist eine willkommene Abwechslung zu Menschen in Latexmasken, die auch bei Babylon 5 sehr zahlreich vertreten sind.
In Babylon 5 gibt es noch andere Nicht-Latexmasken-Rassen, die hin und wieder mal auftauchen. Man findet hier alles von Puppenspiel über Animatronik bis zu den rein aus CGI bestehenden Schatten. Babylon 5 wirkt zuweilen wie die Cantina aus Star Wars.


Kosh by ~gustorak on deviantART

Bewertung: Dieser Punkt geht klar an Babylon 5. Alleine schon wegen Kosh. Kosh ist klasse.

IV. Die Raumschiffe

Star Trek benutzt seit „Raumschiff Enterprise – Die nächste Generation“ für die Darstellung von Raumschiffen durch CGI aufgemöbelte Modelle. So wird es auch bei Deep Space Nine gehandhabt.


First Contact by ~enterprisedavid on deviantART

In Babylon 5 kommen die Raumschiffe direkt aus dem Computer. Das sieht man leider.
Obwohl sich in Babylon 5 nach der im Piloten verwendeten „Wing-Commander-Grafik“ noch einiges zum besseren entwickelt hat, sind Modelle einfach nicht zu schlagen. Man sieht einfach, dass da was ist, während reine CGI-Raumschiffe immer irgendwie wie Fremdkörper wirken.
Zur Ehrenrettung  – insbesondere der irdischen Raumschiffe – sei gesagt, dass in B5 die Schiffe der Erde auch wieder sehr viel glaubwürdiger konzipiert sind, als die Warp-Schiffe der Föderation mit ihrer künstlichen Gravitation.

Bewertung: Ganz knapp geht der Punkt trotzdem an Depp Space Nine.

V. Raumschiffaction:

Kämpfen in Deep Space Nine Raumschiffe gegeneinander, handelt es sich zumeist um relativ wenige Schiffe, die einander gegenseitig bedrohen. Wie in Star Trek üblich, kann man Massenschlachten zwischen Raumschiffen hier zwar durchaus finden, allzu häufig sind sie jedoch nicht.
In Babylon 5 ist alle paar Folgen mal der Teufel los im All. Ob es die Jäger der Raumstation gegen die „Raiders“ sind, die Narn gegen die Centauri, die Schatten gegen alle anderen, oder die Erde gegen wen auch immer, hier bekommt man jede Menge Fratzengeballer für sein Geld.

Bewertung: Mit einigem Vorsprung geht dieser Punkt an Babylon 5.

VI. Genderkram und allgemeine politische Korrektheit

Beide Serien bestehen den Bechdeltest. Die Frauenquote bei den Führungsoffizieren auf Deep Space Nine ist den 50% nahe, in beiden Serien ist second-in-command der Raumstation eine Frau.
Babylon 5 scheint hier hinterherzuhinken, bis man die Botschafter der verschiedenen Völker und die Telepathin, die streng genommen nicht zur Kommandocrew gehört, in die Rechnung mit einbezieht.
Während es in Deep Space Nine die eine oder andere Story gibt, die sich mit feministischen Themen beschäftigt, scheint Feminismus in Babylon 5 überhaupt gar nicht mehr nötig – oder einfach gar kein sehr wichtiges Thema mehr – zu sein.
Frauen tauchen in allen Ämtern und Funktionen auf, und keiner kommentiert das irgendwie. Im Babylon 5 Universum ist dies ganz normal.
Beide Serien haben eine ausgesprochen frauenfeindliche und patriarchalische Spezies. Bei Deep Space Nine sind es die Ferengi, bei Babylon 5 die Centauri.
Die Hauptrollen beider Serien sind – soweit bekannt – fast ausschließlich heterosexuell. Bei Deep Space Nine scheint Dax „thrillbedingt“ bisexuell zu sein, bei Babylon 5 verliebt sich Lt. Susan Ivanova unglücklich in eine Frau.
In beiden Serien scheint die Hautfarbe ausschlaggebender dafür zu sein, wer sich in wen verliebt, als es die Unterschiede der Latexmasken sind. Mischpaarungen zwischen verschiedenen Spezies kommen in beiden Serien vor, Babylon 5 hat darüber hinaus auch noch Trans-spezies-konvertiten. (Nennt man die „Transspezielle“?)
Update: Dax von Deep Space Nine könnte man – mit etwas gutem Willen – als „transgender“ bezeichnen, obwohl die Bezeichnung ein wenig hinkt. Der Symbiont hat ja sein Geschlecht, sofern vorhanden, behalten, und lediglich den Wirt gewechselt. Weder Wirt noch Symbiont ändern also ihr Geschlecht. Oder seh‘ ich das falsch?

Bewertung: Hier geht der Punkt knapp an Babylon 5, alleine schon, weil Deep Space Nine oft sehr verkrampft wirkt, wenn solche Stories aufs Tablett kommen. Babylon 5 beschäftigt sich natürlicher mit alledem.

VII. Die Crew

Hier scheiden sich dann endgültig die Geister und eine objektive Beurteilung ist ganz und gar unmöglich. Welche der beiden Crews man besser findet, ist einfach Geschmacksache. Ich werde trotzdem versuchen meine Entscheidung zu begründen.
Ich ziehe die Crew von Babylon 5 vor. Bei Babylon 5 gibt es eine stetige Charakterentwicklung bei so gut wie allen Hauptpersonen. Bei Deep Space Nine entwickeln sich viele Charaktere gar nicht, und wenn das vereinzelt doch passiert, wirkt es auch mich forciert und unnatürlich.
Bei Babylon 5 sind die Charaktere auch in sich glaubwürdiger. Bei Star Trek kann man Charakterfehler oft mit der Lupe suchen, alle Babylon-Fünfler tragen ein realistisch-geschüttelt Maß davon herum. Sinclair ist der Mann mit dem Loch in seinerm Gedächtnis, Garibaldi Alkoholiker, Ivanova kommt mit ihrem Vater nicht zurecht und hasst Telepathen, weil sie selbst einer ist… Die Liste könnte man fortsetzen, während die Deep Space Nine Besatzung immer das beste will und meist auch tut.
Außerdem widmet Deep Space Nine der Charakterentwicklung und -beleuchtung ganze Folgen, in denen sonst kaum etwas passiert, während Babylon 5 das so nebenbei macht.

Bewertung: Hier geht der Punkt klar an Babylon 5

VIII. Zu guter letzt: Story is King

Beide Handlungsfäden sind episch. Beide Handlungsfäden führen dazu, dass sich im Laufe der Handlung viel ändert, auf der Erde und in der Galaxie. Beide Handlungen ziehen sich durch mehrere Staffeln und beide Handlungen kommen zu ihrem befriedigenden Ende.
Gerade auf letzteren Punkt kann man nicht zu oft hinweisen. Oft genug finden Serien mit vielversprechendem Anfang ein jähes Ende, noch bevor alle Plotfäden ganz aufgelöst wurden.
Wo wir gerade bei Plotfäden sind:
Sieht man die erste Staffel von Babylon 5 ohne den Rest zu kennen, denkt man sich, dass hier unheimlich viel angedeutet wird. Man vermutet, dass kaum etwas davon aufgelöst wird, wie man es von anderen Serien, gerne auch von Star Trek, gewohnt ist.
Spätestens am Ende der vierten Staffel muss man jedoch erkennen, dass so gut wie jeder brennende Handlungsfaden zu einem befriedigenden Ende geführt wurde. Die noch offenen Handlungsfäden deuten zwar an, dass nach dem Ende der Serie nicht Friede-Freude-Eierkuchen herrscht, aber man kann mit denen sehr gut leben, die aufgelöst wurden.
Babylon 5 neigt dazu, in jeder Staffel mindestens einen Handlungsfaden aufzulösen. Meist kommt die Auflösung gerade dann, wenn man sich fragt, ob die Auflösung jemals kommt. Das ist ein Kunststück, dass ich bei Fernsehserien generell nur selten erlebt habe.
Bei Deep Space Nine wird einiges erhellt und einiges bleibt im Dunkeln. Es gibt hier aber so gut wie keine „Zwischenauflösung“ von Plotpunkten. Deep Space Nine dümpelt manchmal über ganze Staffeln so vor sich hin, bis es am Ende dann geradezu hektische Aktivität mit der Plotauflösung entfaltet.
Während bei Babylon 5 Zeitreisen ein Kernstück der Handlung sind, werden selbige bei Deep Space Nine ausschließlich als Plot-Gimmick benutzt. Das Erstaunliche hierbei ist, dass Babylon 5 es schafft, selbst eine ganz anständige Zeitreiselogik hinzulegen. Vergleichbares sucht man in allen Serien und Filmen des Star-Trek-Franchise vergebens.

Bewertung: Klarer Fall. Schatten sind cool. Dominion ist meh. Dieser Punkt geht an Babylon 5.

Der Sieger insgesamt ist also aus meiner Sicht Babylon 5. Aber das ist nur meine Meinung.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Apr
13
2008
--

Odyssey 5

So, nachdem mir meine nette Schwester zu Weihnachten einen Gutschein bei Amazon geschenkt hat, dachte ich mir, ich könnte ja mal die Box dieser Serie kaufen.
Hab ich dann auch gemacht, kam auch relativ schnell aus dem Vereinigten Königreich, da es noch keine deutsche Box gibt.
Ich hatte ja vage auf eine deutsche Tonspur gehofft, immerhin ist die DVD-Box mit europäischem Ländercode ausgezeichnet, trotzdem gab es aber nur Englisch und Französisch.
Nicht weiter schlimm, englischsprachige Serien schau ich sowieso lieber auf Englisch, wenns geht, auch wenn ich bei „Life on Mars“ mit diesem seltsamen Dialekt so meine Schwierigkeiten hatte.
Aber das ist jetzt nicht das Thema.

Das der Name der Serie an „2001 – A Space Odyssey“ erinnert ist gewiss kein Zufall. Gerade im Piloten kann man viele Stilelemente bemerken, die sehr deutlich auf Kubricks Film hinweisen.
Was den allgemeinen Plot angeht scheint die Serie aber zu Anfang weniger mit „2001“ gemein zu haben. Zumindest auf den ersten Blick.

SPOILER Im Piloten geht es um die Besatzung einer Raumfähre namens „Odyssey“, die bei irgendwelchen Arbeiten mit einem Satteliten das Ende der Welt mitansieht.
Die Erde implodiert einfach, und hinterlässt nur pfirsichfarbenen Staub. Als allen schon die Luft ausgeht, kommt ein mysteriöses Alien, dass sich als alter Mann tarnt, und erzählt, dass seinem Heimatplaneten das selbe passiert sei, darüber hinaus auch auf über 50 anderen Bewohnten Welten.
Irgendwann mache es „Puff!!“ und au�er dem erwähnten Staub ist nichts mehr von den Welten übrig. Das Alien vermutet eine Art planetare Seuche.
Au�erdem bietet das Alien den Raumfahrern, von denen einer bereits das zeitliche gesegnet hat, und ein anderer im sterben liegt, eine Zeitreise an. 5 Jahre könne er die Astronauten zurückschicken, jedoch nur ihre Bewusstseine, die dann in ihre damaligen Körper fahren würden.
Um das sterbende Crewmitglied zu retten, sagt der Commander zu.
Der Rest des Piloten und der Serie beschäftigt sich damit, wie die Raumfahrer versuchen herauszufinden was überhaupt passiert ist, und wie sie es verhindern können. Au�erdem wird auch recht ausführlich geschildert, wie die Astronauten damit klar kommen, ihre Leben vor 5 Jahren wieder aufzunehmen. SPOILER ENDE

Als die Serie damals auf SAT1 lief hab ich sie gerne gesehen. Gerade der breite Handlungsbogen, der sich geplant über 5 Staffeln hätte ziehen sollen fesselt einen sehr schnell. Ebenso sind die Charaktere sehr wirklichkeitsnah.
Obwohl einige der Fragen die „2001“ aufwirft „Woher kommt die Intelligenz auf der Erde?“ „Wurde die Evolution von au�en gesteuert?“ durchaus behandelt werden, erinnert die Art der erzählten Geschichten eher an eine wilde Mischung aus „Matrix“ und den Erzählungen von H.P. Lovecraft.
Klasse die Serie, und wie „Babylon 5“ einige der wenigen Serien, die von Anfang an auf einen breiten staffelüberspannenden Handlungsbogen gesetzt haben.
Leider gibt es aber bei Odyssey 5 nur die eine Staffel. Bei Folge 14 haben die Produzenten entschieden, dass die Leute die Zuschauen nicht zur richtigen Zielgruppe gehören, und die Serie wurde abgesetzt.
Später wurden dann noch die restlichen Folgen gezeigt, die die erste Staffel komplettieren, mehr aber nicht, trotz zahlreicher Proteste von ebenso zahlreichen Fans.

Na ja, aber es hilft ja nicht über verschüttete Milch zu klagen. Manny Coto, der Schöpfer von „Odyssey 5“ hofft im Audiokommentar des Pilotfilms (Das einzige Extra der DVD-Box) noch immer, die Serie weiterdrehen zu dürfen, ich glaub aber nicht, dass das noch was wird.
Schade.

Schade, schade schade.

Na egal.
Was mir allerdings noch aufgefallen ist, ist folgendes:
Der momentane Serienhit „Heroes“ hat sich scheinbar einiges von „Odyssey 5“ abgeschaut. In der Titelsequenz gibt es �hnlichkeiten, ebenso hört sich der Soundtrack auch recht ähnlich an.
Zufall oder bewusste Homage?
Wer wei� das schon.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Mrz
06
2008
--

Öffentlich rechtliches Fernsehen kann auch gut sein

Als Beispiel, warum öffentlich rechtliches Fernsehen nicht per Definitionem schlecht sein muss, möchte ich heute mal ein wenig über unsere Landesgrenzen schauen. Und über den Ärmelkanal.
Richtig, ins Vereinigte Königreich, auch Großbritannien genannt.

Es ist schon sehr lange her, dass unser öffentlich rechtliches eine gute SF-Serie produziert hat. Mittlerweile nämlich über 40 Jahre.
Ja, genau, ich rede von Orion. Nicht dem Versand, sondern der Raumpatroullie. Man kann über die Effekte lachen, über das Bügeleisen und über die Wasserhähne als Steuermodule des schnellen Raumkreuzers. Auch wenn man die Dialoge rückblickend nach wissenschaftlichen Anhaltspunkten nach Fehlern durchsucht, siehts finster aus.
Fest steht jedoch: Orion hatte eine Vision. Orion war eine Vision, und die Macher haben diese ziemlich gut umgesetzt. Leider nur 6 Folgen lang.
Schade.

Aber ich schweife ab.
Großbrittanien, da wollte ich hin. Öffentlich Rechtliches? Muss die BBC sein. Was hat nun die BBC mit Raumpatroullie zu tun? Eigentlich gar nichts.
Aber ziemlich genau 3 Jahre bevor der schnelle Raumkreuzer Orion das erste Mal auf unseren Schirmen abhob, dematerialisierte sich ein ganz und gar anderes Raumschiff von den Fernsehschirmen unserer Nachbarn auf der großen Insel westlich von hier. (Wenn man sich in Schleswig Holstein befindet. Für die Kölner: Im Nordnordwesten)
Das Cockpit dieses Raumschiff hatte einiges mit dem der Orion gemein: Auch dieses Cockpit sah wie ein Fernsehstudio aus, auch dieses Cockpit war mit allerlei Utensilien bestückt, die man nicht als Raumschiffarmaturen erwarten würde. Kein Bügeleisen gab es dort, sondern statt dessen unter anderem eine Luftpumpe.
Die Rede ist natürlich von der heute wie damals bahnbrechenden Serie Doctor Who, die tatsächlich heute wie damals noch bzw. wieder läuft.
Doctor Who hatte hochs und tiefs in den 45 Jahren seit die erste Folge lief, doch auch in den Jahren, in denen es die Serie nicht gab, zwischen 1989 und 2005, war das Fandom nicht totzukriegen, und ewig viele Hörspiele und mehrere Fernsehfilme wurden produziert. Einer sogar um 96 herum, von der BBC und FOX, die die Serie neu auflegen wollten. Danken wir an dieser Stelle dem (britischen) Autor des Filmes, dass dieser Fernsehfilm so schlecht geworden ist, dass es nie zu einer Serie kommen sollte. Ein Amerikanischer Doctor? Nein Danke.
2005 also hat es die BBC gewagt die Serie neu aufzulegen, und war offenbar selbst überrascht wie gut sie lief; sogar die Amerikaner, die 1996 den selbst mitproduzierten Fernsehfilm verschmähten, fliegen nun auf den Nachfolger vom Original.
Aber genug davon. Mit kurzen Worten zusammengefasst: Doctor Who läuft mit Unterbrechungen über 40 Jahre, und ist immer besser geworden. Die jetzigen Folgen stellen alles in den Schatten, was ich an SF-Serien im Fernsehen je gesehen habe.
Worum es da geht? Einfach mal einschalten, mittlerweile hat es Pro Sieben geschafft die ersten Folgen zu synchronisieren. Doctor Who läuft immer Samstags um 17 Uhr.

Eine Weitere Serie, ebenfalls von der BBC. Bezeichnender weise ein Spin off von doctor who. Torchwood. Im Grunde das Walisische Äquivalent von Akte X. Die erste Staffel war ein wenig schwach, aber die zweite, die im Moment läuft, lässt sich ganz gut an.

Drittens, lief auch schon in Deutschland: Life on Mars. Auf englisch besser und vor allen Dingen länger. Die BBC schneidet leider immer zu britische Insider, von denen nicht erwartet wird, dass wir Ausländer sie verstehen, raus, damit das Ausland platz für die Werbeblöcke hat.
Worum es geht? Ein Polizist wird von einem Auto erfasst, und landet im Jahr 1973. Dort ist er auch Polizist, kommt aber so gar nicht mit den Methoden der damaligen Polizei klar.
Zwei Staffeln lang versucht dieser Polizist wieder nach Hause zu kommen. Ich verrate jetzt mal nicht, wie es ausgeht, nach der zweiten Staffel ist die Handlung aber abgeschlossen.

Und im Februar, genau genommen am 7. Februar, kommt die Nachfolgeserie „Ashes to Ashes“ und in dieser geht es dann in den 80ern weiter.

Also hätten wir schon vier klasse SF-Serien, die ein europäischer öffentlich rechtlicher Sender produziert hat. Und zwar gleichzeitig!

Warum nicht von ARD und ZDF sowas? Warum immer nur so halbherzige Versuche wie damals in den 80ern „Auf der Suche nach Atlantis“. Wo dann die Handlung der grandiosen Bücher so kleingehackt und gekürzt wird, dass das ganze keinen Sinn mehr ergibt?
Warum???

ARGH!

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Feb
07
2008
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Doctor Who dann auch schon wieder abgesetzt

Eine sehr gute britische SF-Serie, die dieses Wochenende noch einmal bei Pro Sieben läuft (Samstag ab 17:00 Uhr) wird dann auch schon wieder ins Regal gestellt. Schade. Hier in Deutschland scheint niemand Doctor Who zu schauen.

Woran mag es nur liegen? Wer weiß.
An der Synchro lag es wohl nicht. Obwohl ich den Trailer der auf ProSieben lief schon recht grausam fand, hat sich beim Konsum der ersten deutschen Folge herausgestellt, dass die Synchro solide war. Vielleicht sogar „gut“, wenn auch nicht überragend.
Der Doctor hatte eine etwas sehr viel zu helle Stimme, und die Mutter von Rose kam nun gar nicht so schön „unterschichtig“ wie im Originalton rüber. Die Synchronstimme von Jackee Tyler hat eher so geklungen als würde sie zu Emily Gilmore passen, aber was soll’s.
An der Synchro lag es aber nicht, obwohl ich mir gewünscht hätte die öffentlich Rechtlichen hätten für diese gesorgt.

Woran lags dann? An den Schnitten?
Kann sein. Wenn im Original geschossen wird, und jemand umfällt, ist das Verhältnis von Ursache und Wirkung relativ klar. Wenn in der deutschen ProSieben-Version nicht geschossen wird, aber trotzdem jemand umfällt, nicht mehr.
Warum überhaupt schneiden? In Großbritannien ist Doctor Who auch eine Serie für die ganze Familie, läuft kaum später, und wird auch von Kindern gesehen.
Aber naja.
Liegts also daran? Schon eher.

Könnte es eventuell nicht auch daran liegen, dass die in den letzten Wochen ausgestrahlten Folgen schon drei Jahre alt sind, und jeder potentielle Fan in Deutschland die Serie deshalb schon im Original kennt?
Ich denke das wäre möglich.
2005 nach dem ungeahnten Erfolg im britischen Fernsehen hat sich ProSieben die Rechte fast umgehend gesichert, nur um dann jahrelang dem deutschen Publikum die Ausstrahlung vorzuenthalten.
Natürlich sehen derweil die Serie einige auf BBC1, wenn der Satellitenempfang es zulässt. Natürlich kann man sie sich auch aus dem Internet herunterladen, legal und illegal. Natürlich gibt es mittlerweile auch die 3. Staffel auf DVD. Natürlich kann man sich diese auch nach Deutschland liefern lassen. Es gibt sogar auch schon deutsche DVD-Boxen.

Und da wundert sich ProSieben, dass niemand mehr einschaltet? 2005 oder zumindest 2006 hättet ihr die Serie bringen sollen, noch bevor sie alle SciFI-Geeks kennen, die in Deutschland so rumlaufen. Und dann eventuell auch nicht auf den Sendeplatz hättet ihr sie setzen sollen.
Ich hätte sie ja auf den ProSieben-Mystery-Montag gelegt. Zwischen Lost und 4400, oder so. Da passt sie IMHO besser hin, und da wär sie auch – trotz grenzwertiger Synchro und hoffentlich ungeschnitten – besser gelaufen.

Das schwant ProSieben sicher mittlerweile auch. Aber 3 Jahre nachdem man eine Chance verpasst hat, ist man ja immer schlauer.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Jan
12
2008
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Lenzen und Partner – Warum ich nicht mehr fernsehe

Ich bin grad durchs Wohnzimmer gelaufen, wo meine Schwester Lenzen und Partner schaut.
Ein böser Bösewicht, und böse war er, da hat auch die ausgesprochene Laiendarstellerei kainen Zweifel dran gelassen, hat einen von Lenzens Privatdetektiven gerade an den Herd gefesselt. Das ganze passierte offenbar in der Wohnung eines Zeugen, der auf einem Läufer tot am Boden lag.
Der Bösewicht holt eine Gasflasche raus, und sagt: „Ich lasse es wie einen Unfall aussehen. Er (offenbar auf den Toten bezogen) hat Sie beim Einbruch in diese Wohnung erwischt, und wollte sie mit dieser Gasflasche in die Luft sprengen. Nur leider war er zu blöd dazu.“
Dann hat der Bösewicht die Gasflasche aufgedreht, und ungefähr 10 cm vor dem austretenden Gas eine Kerze angezündet.
Mal ganz abgesehen davon, dass der böse Bösewicht im richtigen Leben ebenfalls zu blöd wäre eine Gasflasche zur Explosion zu bringen, ohne selbst darin umzukommen: Was für ein Unfall soll das sein?
Wer sprengt einen schon gefesselten Einbrecher samt seiner Wohnung in die Luft?
Ebensogut könnte die Polizei es für einen Unfall halten, wenn ein Mann in einer luftdicht verschlossenen Kiste von einer Herde Elefanten totgetrampelt wird, und das mitten im Gästeklo eines Rentners.

Wer denkt sich diese Plots aus? Reicht es nicht, wenn die Darsteller schon unter aller Kanone chargieren, muss man dann auch noch Handlungsabläufe ersinnen, die aus den drogeninduzierten Halluzinationen eines fieberkranken und geistesgestörten Kleinkindes zu stammen scheinen?

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Serien | Schlagwörter: