Impactsuspect » Psychologisches
Jul
20
2009
1

Otto Pohl fühlt sich wohl mit Atomstrom…


AKW – Nuclear Power Plant by ~deepbluesheep on deviantART

Was es nicht alles gibt:

http://www.kernkraft-kids.de/

http://www.kernenergie-info.de/atomstrom/

http://www.atomindustrie.de/

http://www.kernenergie-online.de/

Alles nur Satire, wie hier nachzulesen ist, aber schwer zu erkennen, denke ich.

Das hier ist übrigens ein ernst gemeinter Spot der CO2-Endlager-Anwohner-sind-egal- und Biblis-is-schon-wieder-kaputt-Firma RWE:

Da fällt man doch vom Glauben ab. Bzw.: Was für ein Riesenbullshit!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Psychologisches | Schlagwörter: , , ,
Jul
10
2009
2

Mehr Spass mit Google: hessische Pornogoogler

Es ist schon lustig, wenn man Google-Trends ein wenig nach Suchbegriffen durchsucht. So zum Beispiel beim Suchbegriff „porno“.
Da sieht man, dass die meisten Porno-Suchanfragen bei Google in Deutschland aus Hessen kommen. Frankfurt am Main tut sich hier als Spitzenreiter unter den deutschen Städten hervor. Wer diesen Blog kennt, weiß dass mir dumme Polemik total fern liegt, aber die Frage ist angebracht, ob das vielleicht damit zu tun hat, dass Frankfurt auch die Deutsche Hauptstadt des in der Wirtschaftskrise vielgescholtenen Finanzwesens ist. Wahrscheinlich nur ein Zufall.
Auf dem zweiten Platz stehen bei den pornogoogelnden Bundesländern Mecklemburg-Vorpommern, und bei den Städten Oldenburg. Seltsam.

„Impactsuspect“ ist übrigens kein Google-Trend. Obwohl dieses Wort das Suchwort ist, was am meisten auf diesen Blog führt, suchen insgesamt wohl zu wenige danach. Schade. Da muss ich wohl noch an der Suchmaschinenoptimierung arbeiten. Andere Suchworte, die auf diesen Blog führen, sind jedoch Trends. So gibt es zwar auch keinen Trend für „Glitzervampir“, aber „kalte Wesen“ ist aufgeführt.
Dort sind Hamburg und Niedersachsen die Spitzenreiter. Hier gibt es wohl viele Twilight-Fans.

Wenn man sich die Entwicklung des Suchwortes „Endlager“ in Deutschland ansieht, stellt man fest, dass nach diesem Begriff bis Mitte Mai kaum gegoogelt wurde, die Suche dann aber rasant anstieg. Zwar gibt es einen kleinen Einbruch Mitte Juni, aber nach Endlager wird immer noch gegoogelt. Witzigerweise hauptsächlich in Schleswig-Holstein. Die anderen CO2-Endlager bedrohten Gebiete tauchen in der Statistik nur unter ferner liefen auf. Benutzt man in McPomm ne andere Suchmaschine? Bei den Städten ist hier – auch nicht verwunderlich – Flensburg beispiellos weit vorn.

Setzen wir „porno“ und „endlager“ in eine vergleichende Statistik, sehen wir dass der Suchbegriff „Endlager“ kaum eine Rolle zu spielen scheint.

Setzen wir „Endlager“, „Zensursula“ und „kalte Wesen“ ein, dann scheinen sich in Deutschland genau so viele Menschen für Endlager zu interessieren, wie für Twilight. Zensursula toppt beide souverän.

Setzt man drei der kontroversesten deutschen Politiker ein, sieht man, dass Dieter Wiefelspütz wohl erst seit Mitte April an der Optimierung seines Namens als Suchbegriff arbeitet.

Was soll das alles bedeuten? Ich weiß es nicht. Google-Trends ist aber ein tolles Spielzeug.

Jul
06
2009
2

Was krümmelts Vattenfall?

2 Jahre war das Atomkraftwerk Krümmel aufgrund einer nicht enden wollenden Pannenserie 2007 vom Netz. Dieses Jahr wurde Krümmel dann rundüberholt und mit Gütesiegel wieder angeknipst, nur damit es in den ersten zwei Wochen wieder Pannen hagelt, und der Reaktor vorgestern wieder abgeschaltet werden muss.

Mittlerweile sind sich die Grünen, Greenpeace und seltsamer weise auch die Financial Times Deutschland einigermaßen einig, dass das skandalös ist, und man das Kraftwerk besser ganz abschaltet.

Gut FTD meint, dass man auch alte AKWs sicher machen kann, da werden wohl weder die Grünen noch Greenpeace zustimmen, aber der FTD-Artikel ist trotzdem klasse.

Verfolgt man die Ereignisse des Wochenendes, könnte man meinen, der Energiekonzern Vattenfall habe sich zu aktiver Wahlkampfhilfe für die Grünen entschlossen.

Wenn man bedenkt wie klimafreundlich die Energiekonzerne alle immer tun, eigentlich logisch, dass sie jetzt für die Grünen Wahlkampf machen. Auch RWE macht ja hier oben in Nordfriesland, in Ostholstein und im Oderbruch aktiven Wahlkampf für die Grünen.

Ob’s hilft ist eine andere Frage. Wenn aber irgendwann Bauer Hans-Peter So-und-so-sen, 83 Jahre alt, im Schützenverein und Jäger, irgendwann seine geliebte CDU nicht mehr wählen will, dann kann sich die Union schon mal warme Sachen besorgen, denn dann weht auch ein ganz kalter Wind durch den Arbeitsvertrag der Kanzlerin.

Aber ich schweife ja schon wieder ab. Außerdem ist das wohl Wunschdenken.

AKWs sind nicht sicher. Das zeigt alleine schon diese nette Liste bei eXtra3. Und auch wenn die FTD den von Rot/Grün initiierten Atomausstieg für das Alter der AKWs verantwortlich macht: Hieß es damals in der Debatte um den Ausstieg nicht, dass Deutschland die sichersten Reaktoren in der ganzen Welt hätte? Die sind aber echt schnell alt geworden.

Was ich bei der ganzen Diskussion um CCS und Atomstrom nicht verstehe, ist dass es immer noch Menschen gibt, die Windkraft, Geothermie und Gezeitenkraft nicht für die logischen Alternativen halten.
Da kommen Argumente wie „Ja, bei den vielen Windrädern… die bremsen doch die Windgeschwindigkeit… da weiß man doch noch gar nicht, wie die das Klima beeinflussen!“ oder „Und wenn der Wind weg ist, geht’s Licht aus!“
Da kann ich dann nur sagen: Unsere Atmosphäre ist einige Kilometer hoch. Die Windräder beeinflussen die Windgeschwindigkeit wohl eher nicht. Es ist ja nicht so, dass es eine beschränkte „Anzahl Wind“ gäbe, oder so. Was für eine ausgesprochen absurde Idee.
Und wenn der Wind halt mal nicht weht – was hier oben sowieso selten genug passiert – dann geothermt die Erde immer noch vor sich hin, und auch auf die Gezeiten kann man sich verlassen.
Erneuerbare Energien können sich gegenseitig ergänzen, wenn sie dezentral vernetzt sind. Das hat in Feldversuchen schon prima geklappt. Wir brauchen also gar keine neuen Atom- oder Kohledreckschleudergrundkraftwerke.

Aber wenn nach der Wahl tatsächlich Schwarz-Gelb ans Ruder kommen, dann gibts das wohl erst einmal nicht, sondern dann gehen wir mit Senioren-AKWs und ach so sauberen Kohlekraftwerken hustend einer strahlenden Zukunft entgegen. Prost!

Jun
23
2009
0

Wenn andere von einer Brücke springen…

…dann tut die Bundesregierung es auch. Das hat der letzte Freitag eindrucksvoll gezeigt. Obwohl es mit den Internetsperren überall auf der Welt Probleme gibt, und besonders in peinlichen Beispielen von Ländern mit Internetsperren, wie etwa in Australien, schon von der Abschaffung geredet wird, hat die Bundesregierung beschlossen in Sachen Internetsperren hinterherzuspringen.

Nun, speziell unsere CDU/CSU hatte auch gar kein Problem mit dem Sprung. Mit fröhlichem Grinsen und einem Jauchzen springt die Union von der Brücke, ohne sich zu vergewissern, ob der Fluß überhaupt Wasser führt. Tut er nicht. Aber manche sind eben schmerz- und merkbefreit. Die SPD hat sich ein wenig geziert, als sie noch oben auf der Brücke stand. „Soll ich wirklich springen….? Sieht tief aus…!“, sagte sie ein wenig verlegen, und scharrte mit den Füßen. In der Zwischenzeit waren alle anderen angelaufen, um wenigstens die SPD noch vor dem Sprung zu bewahren, doch dann rief die Bildzeitung, die bereits unten im ausgetrockneten Flußbett stand: „Traust dich nicht! Traust dich nicht! Das erzähl ich weita!!!“ Und schon fasste sich die SPD ein Herz, und sprang auch.

Andere Volksparteien haben sich da auch schon den einen oder anderen Zahn ausgeschlagen. Aber unsere beiden waren natürlich von sowas nicht beeindruckt.
Jetzt liegen sie da. Die CDU ist schon immer etwas robuster gewesen, und hat lediglich Nasenbluten und eine Gehirnerschütterung, während die SPD mit gebrochenem Bein daliegt, und von der lachenden Bildzeitung verhöhnt wird.
So ist es seit Freitag, und dem Wochenende. Da stimmten Union und SPD nämlich für den Zensursula-Gesetzentwurf. Schon im Vorfeld flog der SPD ihre gesamte personelle Onlinekompetenz um die Ohren, und nun ist der Spruch „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ plötzlich wieder überall zu finden.

Was macht die CDU, die die blöde Idee zu dem ganzen Scheiß hatte? Die Union rennt schon wieder mit vollem Karacho hoch zur Brücke um nocheinmal hinunter zu springen:

Das neue Wahlprogramm der CDU enthält eine 3 Strikes Regelung für Raubkopierer, ähnlich wie die, die in Frankreich gerade im starken Verdacht steht, verfassungswidrig zu sein.

Prost Mahlzeit! Holt doch mal Boris Becker, damit er der Union das Internet erklären kann!

Nehmen wir mal an, dass es wieder eine große Koalition gibt: Ob die SPD sich mit ihrem gebrochenen Bein wohl noch einmal auf die Brücke schleppt?

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: , , , ,
Jun
15
2009
0

EA: Es geht doch!

Kaum bringt EA „die Sims 3“ ohne nervige Schnüffel-DRM-Software, und ohne limitierte Installationen heraus, hat EA auch wieder einen Rekordverkaufsstart.
Wie ich schon schrieb: Was ehrliche Kunden zu Raubkopierern macht, ist ein rigider Kopierschutz, der den ehrlichen Kunden zu sehr einschränkt. Bei Spore (auch von EA) musste ich ja selbst erleben, wie umständlich es ist, mit diesem dämlichen DRM. Schön wäre es, wenn die Spieleindustrie, wie schon die Musikindustrie endlich einsieht, dass DRM Kundenbeleidigung im großen Stil ist.

Written by Heiko C. in: Psychologisches,Technisches | Schlagwörter: , ,
Jun
14
2009
3

Mal so, mal so. Akt VI: Jo mei, des is doch gonz wos anderes!

Zu lesen hier.

Und das brauche ich noch nicht einmal kommentieren. Wie bekloppt die ganzen Argumente in der Killerspieldebatte sind, wird hier jedem klar.

Weder Action-Computerspiele noch Schützenvereine sollten verboten werden. Man sollte lieber mal die Situationen in Deutschen Schulen drastisch verbessern. Dann knallt auch niemandem mehr eine Sicherung durch.

Jun
13
2009
0

Mal so mal so, Akt V: CDU Politiker gegen Videoüberwachung! (Google will die Weltherrschaft)

Nanü? Wie kommt denn dies? Ist die CDU etwa endlich zur Vernunft gekommen? Leider nicht.
Wie man hier nachlesen kann, hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer (ich spar mir mal Kalauer zu dem Namen. Denkt sie euch selbst aus.) etwas gegen Googles Straßenansichtdienst „Streetview“. Dieser gefährde die Sicherheit „besonders zu schützender Politikern.“
Haben wir in Deutschland Politiker, deren Sicherheit besonders zu schützen ist? Und wenn ja, warum sitzen die nicht in der Bundesregierung? Alle die da nämlich sitzen, tun sich für das Fortbestehen unseres Landes und speziell unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung momentan als nicht gerade essentiell hervor, oder verbergen die Tatsache, dass sie es doch sind sehr gut. Macht es einen Unterschied, wenn man Merkels Kabinett gegen 17 zufällige Menschen von der Strasse – Man könnte sie ja via Streetview auswählen – austauscht?
Nun wollen zuständige Ämter die Bürger dazu bringen gegen Google aufzubegehren, und auf’s Recht am eigenen Bild zu pochen.

Eine Frage: Gilt das auch für mich, wenn ich in meinem Heimatdorf durch die zwei videoüberwachten Plätze komme? (Knapp 6000 Einwohner hat der Ort. Braucht man da wirklich ZWEI videoüberwachte Stellen?) Kann ich da zu Schäuble gehen, und ihn auffordern mich zu verpixeln? Macht er als „besonders zu schützender Politiker“ das dann auch? Immerhin bin ich Teil vom Volk, und haben das zu schützen nicht die Mitglieder des Bundestages – allesamt mit Sicherheit besonders zu schützende Politiker – geschworen? Ist das deutsche Volk dann nicht „besonders zu schützen“ hoch zwei?

Und das Willy Wimmer jetzt gegen dieses harmlose Streetview wettert…
Das kommentiere ich mal frei nach W. Schäuble: Also mich kann Google ruhig filmen. Ich bin ein anständiger Mensch.

Außerdem ist Googles Firmenmotto: „Don’t be evil.“
Die CDU hat kein so tolles Motto.

Jun
05
2009
0

Und wieder Killerspiele…

Nachdem der Beschluß der Leute die uns regieren, Paintball zu verbieten, nach massiven Protesten schnell wieder in der Schublade verschwunden ist, wenden sich die Innenminister Deutschlands wieder einmal den Killerspielen zu. Die sollen jetzt ganz und gar in Deutschland verboten werden, samt Herstellung und Verkauf und allem. Grund ist natürlich der Amoklauf in Winnenden.

„Für Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist, ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot so schnell wie möglich umzusetzen.“

Das Verbot soll so schnell wie möglich kommen. Am besten noch vor der Sommerpause, damit sich niemand beschweren kann, gell? Die Begründung ist von der gewohnten Logik unserer Politiker, die altgriechische Philosophen im Grabe rotieren lässt.

„Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt. Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt.“

Der erste Teil der Begründung wartet noch immer darauf von der Wissenschaft verifiziert zu werden, und das vergeblich, wie ich annehme. Der zweite Teil trifft auf eine ganze Menge Dinge genauso zu. Fangen wir damit an, dass all diese vielen Amokläufer mit unglaublicher Leichtigkeit an Waffen kamen. Dann wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass die blutrünstige Berichterstattung von bisherigen Amokläufen, bei denen die Täter geradezu heroisiert wurden, auch ihr Schärflein dazu beigetragen werden haben, dumme Jungs mit Gewaltpotential auf noch dümmere Ideen zu bringen. Zu guter letzt wären vielleicht auch noch die desaströsen sozialen Zustände an Schulen heutzutage zu nennen, und die dummdreiste Symbolpolitik, für die sich die Bundesregierung statt echter Maßnahmen entschieden hat.
Statt gegen die echten Ursachen was zu machen, setzt man in Wahlkampfzeiten lieber mal wieder darauf wahllos Sachen zu verbieten. Wenns keine Killerspiele gäbe – wobei eigentlich immer noch nicht so recht klar ist, was mit diesem Wort gemeint ist – dann würden die Skat verbieten wollen, oder Dame. Hauptsache man verbietet was, und es scheint nichts zu kosten.
Wenn die ganzen Spieleschmieden in Deutschland nun zumachen oder Abwandern… Tja, da werden sich noch einige Leute umkucken…

EDIT: Ein gutes hat die Sache: World of Warcarft, Ade!

EDIT: Zu den möglichen Gründen von Amokläufen… Ich habe vergessen Antidepressiva zu erwähnen.

Mai
20
2009
0

Johannes Paul II. hat ja auch gerappt…

Argh! Was musste man sich in den letzten Tagen nicht für Schwachsinn anhören?! Painball-Verbot, Internetzensur, Umfrage-Angriff durch fundamentalreligiöse Lobbyorganisationen…

Und was muss ich heute lesen?
Benedikt XVI. ruft zur Missionierung des „digitalen Kontinents“ auf

Erst war das Netz ein Raum, dann wieder war es mit Printmedien vergleichbar und jetzt ist es plötzlich ein Kontinent… Was kommt als nächstes? Ich ahne schon zukünftige Kommentare wie „Das Internet wird keine chronische Krankheit bleiben!“ von irgendwelchen Hanseln aus der CDU. …oder aus der SPD. Frau Zypries weiß ja noch nicht mal was ein Browser ist. Ob sie wohl weiß mit welchem Betriebssystem ihr Computer läuft? Hm, na egal. Ich schweife ab.

In obig verlinktem Artikel jedenfalls, wird der Papst wie folgt zitiert:

Die neuen Techniken kommen dem Bedürfnis entgegen, miteinander in Kontakt zu treten; die Veränderungen seien bei den jungen Menschen der „digitalen Generation“ besonders deutlich, die „sich in einer digitalen Welt zu Hause fühlen“, während diese den Erwachsenen oft noch fremd erscheine.

Na ja. Im Falle, dass ich als „junger Mensch“ gelte, und mein Bruder auch… sowie mein 69 Jahre alter Vater…. stimmt das wohl irgendwie. Aber sich in „der digitalen Welt zu Hause fühlen“ ist nicht unbedingt eine Sache des Alters, eher eine des Interesses.

Na ja, dann redet der Papst darüber wie toll die neuen Medien sind, und äußert sich freundlich gegenüber sozialen Netzwerken, wenn ich das richtig verstehe.

Nun wird’s aber grenzwertig:

Wer für Produktion und Verbreitung von Inhalten in den neuen Medien verantwortlich sei, müsse „dem Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen verpflichtet“ sein.

Eines vorweg: Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen ist nie verkehrt. Aber ist nicht jeder der auch nur eine Homepage, einen Myspaceaccount oder sonst irgendwas im Netz hat, jemand der „für Produktion und Verbreitung von Inhalten“ verantwortlich ist? Ich meine, im Grunde genommen sind das alle, oder? Der Papst scheint nicht so richtig verstanden zu haben wie das Internet funktioniert. Jeder darf da veröffentlichen. Und die meisten tun es auch. Und selbst wenn man nur surft, sorgt man dank der wunderbaren Vorratsdatenspeicherung auch so für Inhalte, die sich dann die Provider und die freundlichen Herren von unseren verschiedenen Inlandsgeheimdiensten ansehen. Also jeder macht Inhalt.
Trotzdem ist die Forderung des Papstes nach Respekt vor Wert und Würde legitim.

Die jungen Katholiken ruft Benedikt XVI. auf, im Internet zu missionieren.

Nee, ne? AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH !!!!!

Da „die Verkündigung Christi in der Welt der neuen Technologien deren vertiefte Kenntnis für einen entsprechenden angemessenen Gebrauch“ voraussetze, komme diese Aufgabe für allen der „digitalen Generation“ zu: „Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses ‚digitalen Kontinents‘ zu. Seid bereit, euch mit Begeisterung die Verkündigung des Evangeliums bei euren Altergenossen zur Aufgabe zu machen!“

Okay. Erst einmal glaube ich, dass mir schlecht wird. Aber ich reagiere nun mal so auf Missionare. Und plötzlich wirken die Worte des Papstes auch nicht mehr wirklich so modern und nachvollziehbar, wie noch im ersten Absatz. Er scheint zu denken, das Internet wäre eine Art „unentdecktes Land“, dass es zu bändigen und dessen Eingeborene es zu missionieren gelte.
In Anbetracht dessen was die letzten paar Male passiert ist, als die katholische Kirche die Eingeborenen von neuen Kontinenten zu missionieren versucht hat, halte ich diese vom Papst gebrauchte Metapher für gruselig.

Apr
13
2009
0

Dinge beim Namen nennen

„Political Correctnes“ mag ja ihre Berechtigung haben, aber warum sollte es verboten sein, Dinge beim Namen zu nennen? Hilft das tolerant zu sein?
Wenn ich „Schwule und Lesben“ statt dessen „Menschen gleichgeschlechtlicher Lebensweise“ nenne, was sage ich dann eigentlich? Im Prinzip sage ich, dass „Schwule und Lesben“ beleidigende Worte sind. Warum? Ich mein irgendwie muss man sie doch nennen, oder? Und beleidigend? Wo? Schließlich sag ich ja nicht „Fummeltrinen und Mannsweiber“.
Wohin solche falsch verstandene Pietät führen kann, zeigt uns unser großer Bruder, die USA: Statt dem beleidigenden Wort „Nigger“, welches zu so trauriger berühmtheit gelangte, dass es nur noch das „N-Wort“ ist, wurde zuerst „Negro“ verwendet. Da das so ähnlich klingt wie das „N-Wort“, verwendete man wenig später statt dessen den Ausdruck „Schwarze“. Wieso schwarz? Eigentlich sind die meisten bezeichneten ja doch eher braun, also ging man zu „Farbige“ über. Auch dass wurde irgendwann als beleidigend wahgenommen, so ist man dann schließlich bei „Afroamerikaner“ oder „Amerikaner afrikanischer (Erb)-herkunft“ angekommen. Mal abgesehen davon, dass „American of african heritage“ in meinen Ohren um einiges beleidigender klingt, als „Schwarzer“, denke ich, dass jede Bezeichnung der Schublade in die man einen bestimmten Menschenschlag steckt irgendwann automatisch für irgendwen beleidigend wirkt.
Wenn man einen Schwulen als „schwul“ bezeichnet, wird man in der Regel keine andere Reaktion als ein Achselzucken ernten. Er weiß ja, dass er schwul ist.
Vielleicht verwendet man im Amts- und Fernsehdeutsch aber auch nur die komplizierten Umschreibungen, damit niemandem auffällt, dass Schwule schwul sind?! Frei nach dem Motto: „Ach, das sind Prostituierte! Und ich hab gedacht, das sind Nutten…“
Geben wir dem „Problem“ einen anderen Namen, und es ver-scha-windet! Abrakadah! So geschehen zum Beispiel auch bei der Unterschicht. Wir haben eine Oberschicht, und (noch) eine Mittelschicht, aber wo ist die Unterschicht? Natürlich hat ein wohlhabendes Land wie Deutschland keine Unterschicht. Nur ein Präkariat. Wenn man alleine die Relation zu den anderen Schichten im Sprachgebrauch analysiert, fragt man sich, warum es nur zwei Schichten gibt, und eine davon ist die Mittelschicht. Zwei Schichten gehen die Straße entlang. Sagt die eine zur anderen: „Nun lass mich auch mal in die Mitte!“ Oder wie?
Schon klar, keiner will an der Basis der Gesellschadtspyramide sein. Es ist aber heute schon wieder so, dass die meisten dort sind. Die Oberschicht, wie groß mag die schon sein? Und die Mittelschicht? Gibts die überhaupt noch? Früher gab’s die mal, dass weiß ich, weil ich da noch drin war.
Aber die Oberschicht und Mittelschicht weiterhin zu verwenden, und sich nichts dabei zu denken, und andererseits die Unterschicht bloß nicht zu nennen, ist trotzdem schizophren.
Das ist wie von „Mitteldeutschland“ zu sprechen, wenn man die neuen Bundesländer meint, obwohl man genau weiß, dass ein impliziertes „Ostdeutschland“ schon lange ein Teil Polens ist, und auch bleibt.
Wenn man also von allen in Ruhe gelassen werden will, braucht man bloss in Ostdeutschland im 13. Stockwerk eines Hotels arbeiten, und zur Unterschicht gehören.
Ob die Merkel wohl auch verschwindet, wenn man ihr einen anderen Namen gibt? Ich fürchte nicht, aber versuchen kann man es ja. Von jetzt ab nenn ich sie „Blücher“.

Wieher!

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,

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Jul
20
2009
1

Otto Pohl fühlt sich wohl mit Atomstrom…


AKW – Nuclear Power Plant by ~deepbluesheep on deviantART

Was es nicht alles gibt:

http://www.kernkraft-kids.de/

http://www.kernenergie-info.de/atomstrom/

http://www.atomindustrie.de/

http://www.kernenergie-online.de/

Alles nur Satire, wie hier nachzulesen ist, aber schwer zu erkennen, denke ich.

Das hier ist übrigens ein ernst gemeinter Spot der CO2-Endlager-Anwohner-sind-egal- und Biblis-is-schon-wieder-kaputt-Firma RWE:

Da fällt man doch vom Glauben ab. Bzw.: Was für ein Riesenbullshit!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Psychologisches | Schlagwörter: , , ,
Jul
10
2009
2

Mehr Spass mit Google: hessische Pornogoogler

Es ist schon lustig, wenn man Google-Trends ein wenig nach Suchbegriffen durchsucht. So zum Beispiel beim Suchbegriff „porno“.
Da sieht man, dass die meisten Porno-Suchanfragen bei Google in Deutschland aus Hessen kommen. Frankfurt am Main tut sich hier als Spitzenreiter unter den deutschen Städten hervor. Wer diesen Blog kennt, weiß dass mir dumme Polemik total fern liegt, aber die Frage ist angebracht, ob das vielleicht damit zu tun hat, dass Frankfurt auch die Deutsche Hauptstadt des in der Wirtschaftskrise vielgescholtenen Finanzwesens ist. Wahrscheinlich nur ein Zufall.
Auf dem zweiten Platz stehen bei den pornogoogelnden Bundesländern Mecklemburg-Vorpommern, und bei den Städten Oldenburg. Seltsam.

„Impactsuspect“ ist übrigens kein Google-Trend. Obwohl dieses Wort das Suchwort ist, was am meisten auf diesen Blog führt, suchen insgesamt wohl zu wenige danach. Schade. Da muss ich wohl noch an der Suchmaschinenoptimierung arbeiten. Andere Suchworte, die auf diesen Blog führen, sind jedoch Trends. So gibt es zwar auch keinen Trend für „Glitzervampir“, aber „kalte Wesen“ ist aufgeführt.
Dort sind Hamburg und Niedersachsen die Spitzenreiter. Hier gibt es wohl viele Twilight-Fans.

Wenn man sich die Entwicklung des Suchwortes „Endlager“ in Deutschland ansieht, stellt man fest, dass nach diesem Begriff bis Mitte Mai kaum gegoogelt wurde, die Suche dann aber rasant anstieg. Zwar gibt es einen kleinen Einbruch Mitte Juni, aber nach Endlager wird immer noch gegoogelt. Witzigerweise hauptsächlich in Schleswig-Holstein. Die anderen CO2-Endlager bedrohten Gebiete tauchen in der Statistik nur unter ferner liefen auf. Benutzt man in McPomm ne andere Suchmaschine? Bei den Städten ist hier – auch nicht verwunderlich – Flensburg beispiellos weit vorn.

Setzen wir „porno“ und „endlager“ in eine vergleichende Statistik, sehen wir dass der Suchbegriff „Endlager“ kaum eine Rolle zu spielen scheint.

Setzen wir „Endlager“, „Zensursula“ und „kalte Wesen“ ein, dann scheinen sich in Deutschland genau so viele Menschen für Endlager zu interessieren, wie für Twilight. Zensursula toppt beide souverän.

Setzt man drei der kontroversesten deutschen Politiker ein, sieht man, dass Dieter Wiefelspütz wohl erst seit Mitte April an der Optimierung seines Namens als Suchbegriff arbeitet.

Was soll das alles bedeuten? Ich weiß es nicht. Google-Trends ist aber ein tolles Spielzeug.

Jul
06
2009
2

Was krümmelts Vattenfall?

2 Jahre war das Atomkraftwerk Krümmel aufgrund einer nicht enden wollenden Pannenserie 2007 vom Netz. Dieses Jahr wurde Krümmel dann rundüberholt und mit Gütesiegel wieder angeknipst, nur damit es in den ersten zwei Wochen wieder Pannen hagelt, und der Reaktor vorgestern wieder abgeschaltet werden muss.

Mittlerweile sind sich die Grünen, Greenpeace und seltsamer weise auch die Financial Times Deutschland einigermaßen einig, dass das skandalös ist, und man das Kraftwerk besser ganz abschaltet.

Gut FTD meint, dass man auch alte AKWs sicher machen kann, da werden wohl weder die Grünen noch Greenpeace zustimmen, aber der FTD-Artikel ist trotzdem klasse.

Verfolgt man die Ereignisse des Wochenendes, könnte man meinen, der Energiekonzern Vattenfall habe sich zu aktiver Wahlkampfhilfe für die Grünen entschlossen.

Wenn man bedenkt wie klimafreundlich die Energiekonzerne alle immer tun, eigentlich logisch, dass sie jetzt für die Grünen Wahlkampf machen. Auch RWE macht ja hier oben in Nordfriesland, in Ostholstein und im Oderbruch aktiven Wahlkampf für die Grünen.

Ob’s hilft ist eine andere Frage. Wenn aber irgendwann Bauer Hans-Peter So-und-so-sen, 83 Jahre alt, im Schützenverein und Jäger, irgendwann seine geliebte CDU nicht mehr wählen will, dann kann sich die Union schon mal warme Sachen besorgen, denn dann weht auch ein ganz kalter Wind durch den Arbeitsvertrag der Kanzlerin.

Aber ich schweife ja schon wieder ab. Außerdem ist das wohl Wunschdenken.

AKWs sind nicht sicher. Das zeigt alleine schon diese nette Liste bei eXtra3. Und auch wenn die FTD den von Rot/Grün initiierten Atomausstieg für das Alter der AKWs verantwortlich macht: Hieß es damals in der Debatte um den Ausstieg nicht, dass Deutschland die sichersten Reaktoren in der ganzen Welt hätte? Die sind aber echt schnell alt geworden.

Was ich bei der ganzen Diskussion um CCS und Atomstrom nicht verstehe, ist dass es immer noch Menschen gibt, die Windkraft, Geothermie und Gezeitenkraft nicht für die logischen Alternativen halten.
Da kommen Argumente wie „Ja, bei den vielen Windrädern… die bremsen doch die Windgeschwindigkeit… da weiß man doch noch gar nicht, wie die das Klima beeinflussen!“ oder „Und wenn der Wind weg ist, geht’s Licht aus!“
Da kann ich dann nur sagen: Unsere Atmosphäre ist einige Kilometer hoch. Die Windräder beeinflussen die Windgeschwindigkeit wohl eher nicht. Es ist ja nicht so, dass es eine beschränkte „Anzahl Wind“ gäbe, oder so. Was für eine ausgesprochen absurde Idee.
Und wenn der Wind halt mal nicht weht – was hier oben sowieso selten genug passiert – dann geothermt die Erde immer noch vor sich hin, und auch auf die Gezeiten kann man sich verlassen.
Erneuerbare Energien können sich gegenseitig ergänzen, wenn sie dezentral vernetzt sind. Das hat in Feldversuchen schon prima geklappt. Wir brauchen also gar keine neuen Atom- oder Kohledreckschleudergrundkraftwerke.

Aber wenn nach der Wahl tatsächlich Schwarz-Gelb ans Ruder kommen, dann gibts das wohl erst einmal nicht, sondern dann gehen wir mit Senioren-AKWs und ach so sauberen Kohlekraftwerken hustend einer strahlenden Zukunft entgegen. Prost!

Jun
23
2009
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Wenn andere von einer Brücke springen…

…dann tut die Bundesregierung es auch. Das hat der letzte Freitag eindrucksvoll gezeigt. Obwohl es mit den Internetsperren überall auf der Welt Probleme gibt, und besonders in peinlichen Beispielen von Ländern mit Internetsperren, wie etwa in Australien, schon von der Abschaffung geredet wird, hat die Bundesregierung beschlossen in Sachen Internetsperren hinterherzuspringen.

Nun, speziell unsere CDU/CSU hatte auch gar kein Problem mit dem Sprung. Mit fröhlichem Grinsen und einem Jauchzen springt die Union von der Brücke, ohne sich zu vergewissern, ob der Fluß überhaupt Wasser führt. Tut er nicht. Aber manche sind eben schmerz- und merkbefreit. Die SPD hat sich ein wenig geziert, als sie noch oben auf der Brücke stand. „Soll ich wirklich springen….? Sieht tief aus…!“, sagte sie ein wenig verlegen, und scharrte mit den Füßen. In der Zwischenzeit waren alle anderen angelaufen, um wenigstens die SPD noch vor dem Sprung zu bewahren, doch dann rief die Bildzeitung, die bereits unten im ausgetrockneten Flußbett stand: „Traust dich nicht! Traust dich nicht! Das erzähl ich weita!!!“ Und schon fasste sich die SPD ein Herz, und sprang auch.

Andere Volksparteien haben sich da auch schon den einen oder anderen Zahn ausgeschlagen. Aber unsere beiden waren natürlich von sowas nicht beeindruckt.
Jetzt liegen sie da. Die CDU ist schon immer etwas robuster gewesen, und hat lediglich Nasenbluten und eine Gehirnerschütterung, während die SPD mit gebrochenem Bein daliegt, und von der lachenden Bildzeitung verhöhnt wird.
So ist es seit Freitag, und dem Wochenende. Da stimmten Union und SPD nämlich für den Zensursula-Gesetzentwurf. Schon im Vorfeld flog der SPD ihre gesamte personelle Onlinekompetenz um die Ohren, und nun ist der Spruch „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ plötzlich wieder überall zu finden.

Was macht die CDU, die die blöde Idee zu dem ganzen Scheiß hatte? Die Union rennt schon wieder mit vollem Karacho hoch zur Brücke um nocheinmal hinunter zu springen:

Das neue Wahlprogramm der CDU enthält eine 3 Strikes Regelung für Raubkopierer, ähnlich wie die, die in Frankreich gerade im starken Verdacht steht, verfassungswidrig zu sein.

Prost Mahlzeit! Holt doch mal Boris Becker, damit er der Union das Internet erklären kann!

Nehmen wir mal an, dass es wieder eine große Koalition gibt: Ob die SPD sich mit ihrem gebrochenen Bein wohl noch einmal auf die Brücke schleppt?

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: , , , ,
Jun
15
2009
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EA: Es geht doch!

Kaum bringt EA „die Sims 3“ ohne nervige Schnüffel-DRM-Software, und ohne limitierte Installationen heraus, hat EA auch wieder einen Rekordverkaufsstart.
Wie ich schon schrieb: Was ehrliche Kunden zu Raubkopierern macht, ist ein rigider Kopierschutz, der den ehrlichen Kunden zu sehr einschränkt. Bei Spore (auch von EA) musste ich ja selbst erleben, wie umständlich es ist, mit diesem dämlichen DRM. Schön wäre es, wenn die Spieleindustrie, wie schon die Musikindustrie endlich einsieht, dass DRM Kundenbeleidigung im großen Stil ist.

Written by Heiko C. in: Psychologisches,Technisches | Schlagwörter: , ,
Jun
14
2009
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Mal so, mal so. Akt VI: Jo mei, des is doch gonz wos anderes!

Zu lesen hier.

Und das brauche ich noch nicht einmal kommentieren. Wie bekloppt die ganzen Argumente in der Killerspieldebatte sind, wird hier jedem klar.

Weder Action-Computerspiele noch Schützenvereine sollten verboten werden. Man sollte lieber mal die Situationen in Deutschen Schulen drastisch verbessern. Dann knallt auch niemandem mehr eine Sicherung durch.

Jun
13
2009
0

Mal so mal so, Akt V: CDU Politiker gegen Videoüberwachung! (Google will die Weltherrschaft)

Nanü? Wie kommt denn dies? Ist die CDU etwa endlich zur Vernunft gekommen? Leider nicht.
Wie man hier nachlesen kann, hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer (ich spar mir mal Kalauer zu dem Namen. Denkt sie euch selbst aus.) etwas gegen Googles Straßenansichtdienst „Streetview“. Dieser gefährde die Sicherheit „besonders zu schützender Politikern.“
Haben wir in Deutschland Politiker, deren Sicherheit besonders zu schützen ist? Und wenn ja, warum sitzen die nicht in der Bundesregierung? Alle die da nämlich sitzen, tun sich für das Fortbestehen unseres Landes und speziell unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung momentan als nicht gerade essentiell hervor, oder verbergen die Tatsache, dass sie es doch sind sehr gut. Macht es einen Unterschied, wenn man Merkels Kabinett gegen 17 zufällige Menschen von der Strasse – Man könnte sie ja via Streetview auswählen – austauscht?
Nun wollen zuständige Ämter die Bürger dazu bringen gegen Google aufzubegehren, und auf’s Recht am eigenen Bild zu pochen.

Eine Frage: Gilt das auch für mich, wenn ich in meinem Heimatdorf durch die zwei videoüberwachten Plätze komme? (Knapp 6000 Einwohner hat der Ort. Braucht man da wirklich ZWEI videoüberwachte Stellen?) Kann ich da zu Schäuble gehen, und ihn auffordern mich zu verpixeln? Macht er als „besonders zu schützender Politiker“ das dann auch? Immerhin bin ich Teil vom Volk, und haben das zu schützen nicht die Mitglieder des Bundestages – allesamt mit Sicherheit besonders zu schützende Politiker – geschworen? Ist das deutsche Volk dann nicht „besonders zu schützen“ hoch zwei?

Und das Willy Wimmer jetzt gegen dieses harmlose Streetview wettert…
Das kommentiere ich mal frei nach W. Schäuble: Also mich kann Google ruhig filmen. Ich bin ein anständiger Mensch.

Außerdem ist Googles Firmenmotto: „Don’t be evil.“
Die CDU hat kein so tolles Motto.

Jun
05
2009
0

Und wieder Killerspiele…

Nachdem der Beschluß der Leute die uns regieren, Paintball zu verbieten, nach massiven Protesten schnell wieder in der Schublade verschwunden ist, wenden sich die Innenminister Deutschlands wieder einmal den Killerspielen zu. Die sollen jetzt ganz und gar in Deutschland verboten werden, samt Herstellung und Verkauf und allem. Grund ist natürlich der Amoklauf in Winnenden.

„Für Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist, ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot so schnell wie möglich umzusetzen.“

Das Verbot soll so schnell wie möglich kommen. Am besten noch vor der Sommerpause, damit sich niemand beschweren kann, gell? Die Begründung ist von der gewohnten Logik unserer Politiker, die altgriechische Philosophen im Grabe rotieren lässt.

„Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt. Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt.“

Der erste Teil der Begründung wartet noch immer darauf von der Wissenschaft verifiziert zu werden, und das vergeblich, wie ich annehme. Der zweite Teil trifft auf eine ganze Menge Dinge genauso zu. Fangen wir damit an, dass all diese vielen Amokläufer mit unglaublicher Leichtigkeit an Waffen kamen. Dann wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass die blutrünstige Berichterstattung von bisherigen Amokläufen, bei denen die Täter geradezu heroisiert wurden, auch ihr Schärflein dazu beigetragen werden haben, dumme Jungs mit Gewaltpotential auf noch dümmere Ideen zu bringen. Zu guter letzt wären vielleicht auch noch die desaströsen sozialen Zustände an Schulen heutzutage zu nennen, und die dummdreiste Symbolpolitik, für die sich die Bundesregierung statt echter Maßnahmen entschieden hat.
Statt gegen die echten Ursachen was zu machen, setzt man in Wahlkampfzeiten lieber mal wieder darauf wahllos Sachen zu verbieten. Wenns keine Killerspiele gäbe – wobei eigentlich immer noch nicht so recht klar ist, was mit diesem Wort gemeint ist – dann würden die Skat verbieten wollen, oder Dame. Hauptsache man verbietet was, und es scheint nichts zu kosten.
Wenn die ganzen Spieleschmieden in Deutschland nun zumachen oder Abwandern… Tja, da werden sich noch einige Leute umkucken…

EDIT: Ein gutes hat die Sache: World of Warcarft, Ade!

EDIT: Zu den möglichen Gründen von Amokläufen… Ich habe vergessen Antidepressiva zu erwähnen.

Mai
20
2009
0

Johannes Paul II. hat ja auch gerappt…

Argh! Was musste man sich in den letzten Tagen nicht für Schwachsinn anhören?! Painball-Verbot, Internetzensur, Umfrage-Angriff durch fundamentalreligiöse Lobbyorganisationen…

Und was muss ich heute lesen?
Benedikt XVI. ruft zur Missionierung des „digitalen Kontinents“ auf

Erst war das Netz ein Raum, dann wieder war es mit Printmedien vergleichbar und jetzt ist es plötzlich ein Kontinent… Was kommt als nächstes? Ich ahne schon zukünftige Kommentare wie „Das Internet wird keine chronische Krankheit bleiben!“ von irgendwelchen Hanseln aus der CDU. …oder aus der SPD. Frau Zypries weiß ja noch nicht mal was ein Browser ist. Ob sie wohl weiß mit welchem Betriebssystem ihr Computer läuft? Hm, na egal. Ich schweife ab.

In obig verlinktem Artikel jedenfalls, wird der Papst wie folgt zitiert:

Die neuen Techniken kommen dem Bedürfnis entgegen, miteinander in Kontakt zu treten; die Veränderungen seien bei den jungen Menschen der „digitalen Generation“ besonders deutlich, die „sich in einer digitalen Welt zu Hause fühlen“, während diese den Erwachsenen oft noch fremd erscheine.

Na ja. Im Falle, dass ich als „junger Mensch“ gelte, und mein Bruder auch… sowie mein 69 Jahre alter Vater…. stimmt das wohl irgendwie. Aber sich in „der digitalen Welt zu Hause fühlen“ ist nicht unbedingt eine Sache des Alters, eher eine des Interesses.

Na ja, dann redet der Papst darüber wie toll die neuen Medien sind, und äußert sich freundlich gegenüber sozialen Netzwerken, wenn ich das richtig verstehe.

Nun wird’s aber grenzwertig:

Wer für Produktion und Verbreitung von Inhalten in den neuen Medien verantwortlich sei, müsse „dem Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen verpflichtet“ sein.

Eines vorweg: Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen ist nie verkehrt. Aber ist nicht jeder der auch nur eine Homepage, einen Myspaceaccount oder sonst irgendwas im Netz hat, jemand der „für Produktion und Verbreitung von Inhalten“ verantwortlich ist? Ich meine, im Grunde genommen sind das alle, oder? Der Papst scheint nicht so richtig verstanden zu haben wie das Internet funktioniert. Jeder darf da veröffentlichen. Und die meisten tun es auch. Und selbst wenn man nur surft, sorgt man dank der wunderbaren Vorratsdatenspeicherung auch so für Inhalte, die sich dann die Provider und die freundlichen Herren von unseren verschiedenen Inlandsgeheimdiensten ansehen. Also jeder macht Inhalt.
Trotzdem ist die Forderung des Papstes nach Respekt vor Wert und Würde legitim.

Die jungen Katholiken ruft Benedikt XVI. auf, im Internet zu missionieren.

Nee, ne? AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH !!!!!

Da „die Verkündigung Christi in der Welt der neuen Technologien deren vertiefte Kenntnis für einen entsprechenden angemessenen Gebrauch“ voraussetze, komme diese Aufgabe für allen der „digitalen Generation“ zu: „Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses ‚digitalen Kontinents‘ zu. Seid bereit, euch mit Begeisterung die Verkündigung des Evangeliums bei euren Altergenossen zur Aufgabe zu machen!“

Okay. Erst einmal glaube ich, dass mir schlecht wird. Aber ich reagiere nun mal so auf Missionare. Und plötzlich wirken die Worte des Papstes auch nicht mehr wirklich so modern und nachvollziehbar, wie noch im ersten Absatz. Er scheint zu denken, das Internet wäre eine Art „unentdecktes Land“, dass es zu bändigen und dessen Eingeborene es zu missionieren gelte.
In Anbetracht dessen was die letzten paar Male passiert ist, als die katholische Kirche die Eingeborenen von neuen Kontinenten zu missionieren versucht hat, halte ich diese vom Papst gebrauchte Metapher für gruselig.

Apr
13
2009
0

Dinge beim Namen nennen

„Political Correctnes“ mag ja ihre Berechtigung haben, aber warum sollte es verboten sein, Dinge beim Namen zu nennen? Hilft das tolerant zu sein?
Wenn ich „Schwule und Lesben“ statt dessen „Menschen gleichgeschlechtlicher Lebensweise“ nenne, was sage ich dann eigentlich? Im Prinzip sage ich, dass „Schwule und Lesben“ beleidigende Worte sind. Warum? Ich mein irgendwie muss man sie doch nennen, oder? Und beleidigend? Wo? Schließlich sag ich ja nicht „Fummeltrinen und Mannsweiber“.
Wohin solche falsch verstandene Pietät führen kann, zeigt uns unser großer Bruder, die USA: Statt dem beleidigenden Wort „Nigger“, welches zu so trauriger berühmtheit gelangte, dass es nur noch das „N-Wort“ ist, wurde zuerst „Negro“ verwendet. Da das so ähnlich klingt wie das „N-Wort“, verwendete man wenig später statt dessen den Ausdruck „Schwarze“. Wieso schwarz? Eigentlich sind die meisten bezeichneten ja doch eher braun, also ging man zu „Farbige“ über. Auch dass wurde irgendwann als beleidigend wahgenommen, so ist man dann schließlich bei „Afroamerikaner“ oder „Amerikaner afrikanischer (Erb)-herkunft“ angekommen. Mal abgesehen davon, dass „American of african heritage“ in meinen Ohren um einiges beleidigender klingt, als „Schwarzer“, denke ich, dass jede Bezeichnung der Schublade in die man einen bestimmten Menschenschlag steckt irgendwann automatisch für irgendwen beleidigend wirkt.
Wenn man einen Schwulen als „schwul“ bezeichnet, wird man in der Regel keine andere Reaktion als ein Achselzucken ernten. Er weiß ja, dass er schwul ist.
Vielleicht verwendet man im Amts- und Fernsehdeutsch aber auch nur die komplizierten Umschreibungen, damit niemandem auffällt, dass Schwule schwul sind?! Frei nach dem Motto: „Ach, das sind Prostituierte! Und ich hab gedacht, das sind Nutten…“
Geben wir dem „Problem“ einen anderen Namen, und es ver-scha-windet! Abrakadah! So geschehen zum Beispiel auch bei der Unterschicht. Wir haben eine Oberschicht, und (noch) eine Mittelschicht, aber wo ist die Unterschicht? Natürlich hat ein wohlhabendes Land wie Deutschland keine Unterschicht. Nur ein Präkariat. Wenn man alleine die Relation zu den anderen Schichten im Sprachgebrauch analysiert, fragt man sich, warum es nur zwei Schichten gibt, und eine davon ist die Mittelschicht. Zwei Schichten gehen die Straße entlang. Sagt die eine zur anderen: „Nun lass mich auch mal in die Mitte!“ Oder wie?
Schon klar, keiner will an der Basis der Gesellschadtspyramide sein. Es ist aber heute schon wieder so, dass die meisten dort sind. Die Oberschicht, wie groß mag die schon sein? Und die Mittelschicht? Gibts die überhaupt noch? Früher gab’s die mal, dass weiß ich, weil ich da noch drin war.
Aber die Oberschicht und Mittelschicht weiterhin zu verwenden, und sich nichts dabei zu denken, und andererseits die Unterschicht bloß nicht zu nennen, ist trotzdem schizophren.
Das ist wie von „Mitteldeutschland“ zu sprechen, wenn man die neuen Bundesländer meint, obwohl man genau weiß, dass ein impliziertes „Ostdeutschland“ schon lange ein Teil Polens ist, und auch bleibt.
Wenn man also von allen in Ruhe gelassen werden will, braucht man bloss in Ostdeutschland im 13. Stockwerk eines Hotels arbeiten, und zur Unterschicht gehören.
Ob die Merkel wohl auch verschwindet, wenn man ihr einen anderen Namen gibt? Ich fürchte nicht, aber versuchen kann man es ja. Von jetzt ab nenn ich sie „Blücher“.

Wieher!

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,