Impactsuspect » Politisches
Apr
20
2010
1

Erstaunliche 360°-Wende bei der CDU

Gott sei Dank alles nur Satire, so dreist kann doch keiner sein, oder?

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Politisches | Schlagwörter: , , , ,
Apr
18
2010
4

Das Regierende Notfall-Hologramm

Nun haben wir den Salat. Seit dem Ausbruch des Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen auf Island, kann niemand mehr in Europa herumfliegen. Die Kanzlerin saß fest in Portugal, der umgangssprachlich Kriegsminister zu nennende Zu Guttenberg in der Türkei.


Obamatic Man by ~drunknmunky32 on deviantART

Symbolbild

Alle Zeitungen sprachen nicht nur davon, dass Deutschland derweil im Chaos versinke, nein, noch schlimmer: Deutschland stürze ins Chaos! Europas auflagenstärkstes Boulevardblatt sprach sogar von einem „Asche-Monster“.
Ich muss zugeben, ich hab von dem angeblichen Chaos nicht besonders viel mitbekommen, aber ich wohne ja auch nicht sehr zentral, und wenn die „Qualitätspresse“ von der drohenden Asche-Anarchie spricht, dann wird das schon stimmen, oder?

Was aber tun, wenn dieser Zustand anhält, oder erneut auftritt, während die Kabinettsmitglieder in der Weltgeschichte verstreut sind? Am Ende merkt man in Deutschland noch, dass man auch ohne Schwarz-Gelb auskommt, und das wäre ja schrecklich!

Bei dem neuerlichen Konsum der späteren Folgen der Star-Trek-Serie „Voyager“ hatte ich die zündende Idee, die man vielleicht mit ein wenig technischem Geschick für die Zukunft umsetzen könnte.

Auf dem Raumschiff Voyager, das am Anfang der Serie durch ein gefährliches und exotisches Plotelement in die Tiefen der Galaxie geschleudert wurde, und so vom von Menschen bewohnten Weltraum auf Jahre abgeschnitten ist, hat man keinen richtigen Schiffsarzt, weil der ebenso den Folgen eines Plotelementes erlag.
Seit dem ist der einzige Arzt auf dem Schiff ein Notfallhologramm, welches mit zahlreichen medizinischen Protokollen und Handlungsweisen programmiert wurde, und mehr oder weniger wie ein echter Arzt funktioniert.

In späteren Staffeln wird dieses Arztprogramm umgewandelt, damit es in äußersten Notsituationen auch das Schiff kommandieren kann.

Warum also kein holografischer Bundeskanzler? So für den Notfall? Wenn sonst alle irgendwo sitzen und nicht nach hause kommen?

So wie der Doktor der Voyager mit dem Erfahrungsschatz aller möglichen Ärzte von Paracelsus über Sauerbruch und Schweizer bis zu Medizinern aus der Zeit programmiert ist, in der die Serie spielt, könnte man auch das „Regierende Notfall Hologramm (RNH)“ mit dem Erfahrungsschatz aller bundesdeutschen Bundeskanzler von Adenauer bis Merkel programmieren.
Um das ganze politisch ausgewogen zu machen, könnte man auch ikonenhafte Politiker aller großen Parteien nehmen, und sie in den holografischen Kanzler stecken. Adenauer, Brandt, Genscher, Fischer und stellvertretend für die Linke vielleicht Gregor Gysi oder so.

Für faktenorientiertes, fachkundiges Debattieren fügt man noch ein paar Helmut-Schmidt-Subroutinen ein und für den richtigen sprachlichen Pepp ein wenig Herbert Wehner.
Für Frieden und Umwelt programmiert man noch ein wenig Petra Kelly hinein, und für den Standby-Modus ist niemand geeigneter als Helmut Kohl. Auf letzteres wies mich @bewitchedmind auf Twitter hin, ich kann nur zustimmen.
Als Bildschirmschoner würden sich F.J.Strauß oder Edmund Stoiber gleich gut machen, denen man stundenlang amüsiert zusehen kann (bzw. konnte), ohne dass einem langweilig wird (bzw. wurde), oder man sie besonders ernst nimmt (bzw. nahm).

Das Aussehen des holografischen Kanzlers ist dabei eigentlich relativ egal. Man könnte die Erscheinungsbilder der enthaltenen Persönlichkeiten zusammenmixen, oder als optische Vorlage jemanden nehmen, der für seine Seriosität bekannt und beliebt ist. Ulrich Wickert zum Beispiel, oder Sandra Maischberger.
Wenn man das Programm dann erst einmal fertiggestellt hat, und eine Notsituation eintritt – sagen wir mal: Deutschland wird von einer außerirdischen Technologie in den Deltaquadranten der Milchstrasse geschleudert, während das Kabinett gerade auf irgendeinem Auslandsbesuch ist – dann ruft der Bundestagspräsident oder sein Vertreter das RNH auf, welches sich dann mit den Worten: „Bitte nennen Sie die Art des politischen Notfalls!“ meldet und die nötigen Entscheidungen trifft.

Weitere Vorteile des RNHs wären, dass man es einfach abschalten kann, wenn es beginnt Unsinn zu reden oder wenn man es nicht mehr braucht.

Written by Heiko C. in: Allgemein,Politisches | Schlagwörter: ,
Apr
12
2010
1

Populismus Reloaded

Ich hab‘ ja neulich schon drüber geschrieben, wie die FDP in Form von Guido Westerwelle forderte, HartzIV-Empfänger mögen doch Schneeschippen, wie dann die SPD in Gestalt von Hannelore Kraft forderte, HartzIV-Empfänger sollten doch „freiwillig“ die Straßen fegen, weil man ihnen sonst das Geld kürzt und wie dann dieser ganz tolle Professor forderte HartzIV auf 5 Jahre zu begrenzen, um einen erhöhten Anreiz zur Jobsuche zu geben. Ho, ho.

Ausgerechnet von den Grünen, von denen man ja lange Zeit dachte, sie gehörten zu den Guten, kommt jetzt auch so ein doller Vorschlag: Hundehaufen zu Jobs
Grüne empfiehlt Hartz-Empfängern Beschäftigung (Neues Deutschland)

Der Vorschlag, der hier von Frau Hammerling von den Grünen kommt, ist zwar um einiges besser als die vorherigen menschenverachtenden Vorschläge von FDP, SPD und Professor X oben, weil die Grünenpolitikerin dort fordert, dass die HartzIVempfänger zum Hundescheißekontrollieren von der Stadt angestellt werden.
Somit wären es dann keine HartzIV-Empfänger mehr, die aus Angst vor ominösen „Sanktionen“ den Schnee schippen oder Westerwelle die Schuhe putzen müssen, nein, es wären Angestellte der Stadt, die richtig Geld bekommen für Arbeit.

Klingt dies alles auch so nett und blumig – jedenfalls im Vergleich zu den Forderungen anderer Parteien – stellt sich mir doch unweigerlich die Frage, warum Frau Hammerling bei all den mannigfaltigen Aufgaben, die auf Berlins Straßen nur so darauf warten, dass man staatliche Jobs aus ihnen macht, ausgerechnet die Hundekacke als Beispiel verwendet?
Hätte man nicht Falschparker oder Leute die illegal Müll abladen als Beispiel nehmen können? Frau Hammerling erwähnt viele öffentliche Aufgaben, die für mögliche neue Stadtangestellte quasi schon bereitliegen würden. Warum kommt sie ausgerechnet mit der ekligsten Aufgabe, und will sie HartzIV-Empfängern auf’s Auge drücken?

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Apr
11
2010
3

„Armut“ ist das neue „Freizeit“

Zweieinhalb Monate ist es ja schon her, dass unsere Arbeitsministerin die Umbenennung von HartzIV forderte, weil das Wort „sehr negativ besetzt“ sei. Nachzulesen gibt es ihre Forderung hier beim Focus: „Von der Leyen fordert Umbenennung“
Wie es aussehen könnte, wenn HartzIV tatsächlich in etwas weniger negativ besetztes umbenannt würde, habe ich mal grafisch darzustellen versucht:

Mrz
31
2010
4

Nennen wir es Meinungsvielfalt…

… das ist immerhin was gutes. Immerhin gab es diese letztes Jahr in der Debatte um Zensursula zu Anfang nicht. Dass wir jetzt schon immerhin eine gemischte Berichterstattung erleben, und das so früh in der Debatte, lässt hoffen.

Wie schon erwähnt, sind den öffentlich rechtlichen offenbar die Argumente, wegen denen man sich gegen die Anwendung des Zensursulagesetzes entschieden hat, ja innerhalb von ein paar Monaten schon wieder total verloren gegangen.
Schön dass es das Internet gibt, und – ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage – Zeitungen. So haben ja Taz und Süddeutsche schon recht umfassend die EU-Netzsperren mit den Diskussionen um das Zugangserschwerungsgesetz in einen Kontext gestellt. Und da von den Argumenten der Sperrbefürworter wirklich kaum was übrig bleibt, wenn man die Kritiker nur mal zu Wort kommen lässt, ist der Grundtenor in beiden Blättern, dass die EU-Sperren kein Mensch braucht.

Auch Spiegel Online sieht die Errichtung einer paneuropäischen Netzzensurinfrastruktur eher kritisch. Die Gründe, „Warum der Sperren-Streit Zeitverschwendung ist“ (SpOn) kann man in einem Kommentar von Christian Stöcker nachlesen. Fix und fertig sogar mit den Widerlegungen der populistischen Argumente der Sperrwütigen.

Ganz anders wurde vorgestern im Focus noch schlicht und kritiklos nachgeplappert, was wahrscheinlich in der Pressemeldung stand. Erstaunlich, denn der Artikel heißt nicht „Netzsperren“ oder „Europäisches Zugangserschwerungsgesetz“ sondern entlarvend „Internetzensur – Löschen statt Sperren?“. Also doch Zensur, was? Offenbar kennt der Focus den Masterplan.
Die Argumente der Gegner einer Internetzensur werden jedoch nur in einem simplen Satz schwammig zusammengefasst, während Cecillia Malmström – die Initiatorin der geplanten EU-Richtlinie – über einen ganzen Absatz – scheinbar fast wörtlich – zitiert wird.
Liest man diesen Absatz, drängen sich einem ganz unvermeidlich starke Deja-Vu-Gefühle auf, weil man den ganzen Kram schon letztes Jahr von Frau von der Leyen gehört hat.
Im Focusartikel kommt auch wieder die umstrittene Deutsche Kinderhilfe (Zeit) zu Wort, die in den vergangenen Jahren immer wieder durch überzogene Forderungen nach Verschärfungen des Strafrechts von sich reden machte, und einer der größten Fürsprecher des Zensursulagesetzes im letzten Jahr war.
Mit keinem Wort erwähnt wird in diesem zusammenfassenden Artikel die Online-Petition gegen das Zensursulagesetz, deren Anhörung – oder wie man das nennt – ja nun auch noch nicht so lange her ist. Weder eine Person noch eine Organisation, die diesem Gesetz kritisch gegenübersteht, wird im Focus beim Namen genannt, oder zitiert.
Wenn das nicht einseitige Berichterstattung – die fast schon an Geschichtsklitterung grenzt – ist, dann möchte ich nicht wissen was.

Gestern legt der Focus dann noch einmal nach, vermutlich um sich einen Anschein von Neutralität zu geben. Diesmal hat man den entlarvenden Überschriftenfehler vom Vortag vielleicht entdeckt, und so heißt der Artikel, der dabei rausgekommen ist nicht „Justitzministerin gegen Internetzensur“ sondern „Justitzministerin will die Sperren stoppen“ (Focus).

Zuerst wird dort der Standpunkt der Justitzministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger geschildert, deren Partei (FDP – kennt vielleicht der eine oder andere noch) die Abschaffung des Zugangserschwerungsgesetzes als Wahlversprechen hatte. Die Partei ist nun in der Regierung, doch der Erfolg gegen das Gesetz lässt zu wünschen übrig.
Nur mal zur Erinnerung: Wir haben das Gesetz ja jetzt, aber die Bundesregierung ist erst einmal übereingekommen es zu ignorieren.
Frau Leutheusser-Schnarrenberger wird sogar zitiert, und das, was sie so gesagt hat, klingt auch erst mal vernünftig.

Zwei Absätze weiter wird erklärt, dass auch Grüne und SPD gegen das Sperren sind, die Linke wird nicht erwähnt, obwohl sie stärker als die Grünen im Bundestag vertreten sind, und schon länger als die SPD gegen die Sperren votieren.
Auch hier wird weder Online-Petition, eine der zahlreichen Organisationen die gegen die Sperren sind oder gar die Piratenpartei genannt. Um einen halbwegs informierenden Artikel zu schreiben, hätte man zumindest etwas von diesen Dingen erwähnen sollen.

Zum Schluß kommt dann noch der Sicherheitsgesetz-Liebhaber der CDU, Wolfgang Bosbach zu Wort, der in seiner Freizeit gerne bei Markus Lanz im Fernsehen sitzt, EU-weite Internetsperren natürlich ganz klasse findet, und das scheinbar mit gebrauchten Argumenten von Ursula von der Leyen zu verkaufen versucht.

Fazit: Der Focus schafft es, einen Artikel, der sich eigentlich darum drehen sollte, dass die Justitzministerin gegen die geplante EU-Richtlinie ist, in einen weiteren Artikel zu verwandeln, der für EU-weite Sperren wirbt.

Meine Meinung: Unabhängiger Journalismus sieht irgendwie anders aus.

Mrz
30
2010
14

Netzsperren – Das Europerium schlägt zurück

Eigentlich bin ich viel zu müde um drüber zu schreiben, aber ich muss wohl trotzdem. Allein der Vollständigkeit halber.
Nachdem keine Partei im Bundestag mehr die Netzsperren möchte – außer vielleicht die CDU, die sich je nach Tagesform entscheidet, sollen uns die Internetsperren nun, wie auch schon die verfassungswidrige Vorratsdatenspeicherung, durch die EU trotzdem serviert werden.

Eine angehende EU-Innen-Komissarin namens Cecilia Malmström hat dies mit ganz ähnlichen Scheinargumenten und polemischen Tiefschlägen gegen Bürgerrechtler gefordert.
Wieder mit den gleichen erwiesenermaßen falschen Tatsachenbehauptungen, oder zumindest ähnlichen.

Die Presse in Deutschland scheint ebenso alle Diskussionen des letzten Jahres über die Netzsperren vergessen zu haben, ebenso ist der Presse irgendwie abhanden gekommen, dass all der Bullshit, den Frau von der Leyen letztes Jahr verzapft hat bereits widerlegt ist.

Beim CDU-dominierten ZDF schreibt man schon wieder Jubelperserkommentare auf die Netzsperren, wie man hier bei Kennzeichen Digital nachlesen kann.
Bemerkenswert die Flut überwiegend sachlicher Kommentare, die haarklein den Text dort auseinandernehmen. Noch im letzten Jahr wären das nicht so viele gewesen.

Aber auch die ARD ist nicht besser, wenn man sich diesen Text hier bei WDR 2 ansieht.
Während die eine oder andere Zeitung tatsächlich reflektiert und im Angesicht der im letzten Jahr gesammelten Erfahrungen berichtet, wie hier die Süddeutsche oder hier die Taz, verzichtet der Öffentlich Rechtliche Rundfunkt darauf. Es scheint ganz so, als hätte die Politik hier mittlerweile nachhaltig für eine kritikfreie Hofberichterstattung gesorgt.

Ein kleiner Lichtblick der Öffentlich Rechtlichen ist nur der Beitrag von Mario Sixtus, ebenfalls erschienen auf dem ZDF-Blog.

Ich glaube ja immer noch, dass die meisten Politiker und Journalisten schlicht keine Ahnung haben, weil sie merkbefreit und Ober-Daus sind, aber es stimmt auch, dass es nicht das erste Mal ist, dass Sicherheitsgesetze, die so weit über das Ziel hinausschießen, dass Bürgerrechtler ihre nationale Umsetzung verhindern, das zweite Mal von Brüssel aus umgesetzt werden sollen.

Es ist einfach nur zum Kotzen. Und alle die die FDP als Bürgerrechtspartei gewählt haben, sehen ja nun, was sie davon haben.

Mrz
27
2010
--

Podcastempfehlung

Podcasts, die ich heute gehört habe, und die echt interessant waren:

Chaos Radio Express Ausgabe 147: „Mikrokosmos, Makrokosmos“ (LINK)
Nichts weiter als eine kurze Geschichte der Physik, von Gallilei bis zum LHC – auch für Laien verständlich erklärt.

Medienradio Ausgabe 21: „Zufällige Doppelschöpfung“
Hier geht es um das Urheberrecht und seine Zukunft. Eine interessante These: Das herkömmliche Urheberrecht hat trotz aller Versuche der Verwertungsindustrie die Freiheit im Netz zu beschränken ausgedient, weil in weiten Teilen der Bevölkerung kein Unrechtsbewusstsein beim Filesharen besteht.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Technisches | Schlagwörter: ,
Mrz
21
2010
1

Neuigkeiten zum Wochenende

Tja. Die von Ubisoft haben scheints arge Probleme mit ihrem Online-Knebel-Kopierschutz, über den ich ja schon am 7.3. berichtet hatte. Der scheint mit dem DRM von Steam irgendwie gar nicht zu funktionieren, mit dem Effekt, dass die Betreiber von Steam in Großbrittanien, Valve, nun die Spiele „Assasins Creed 2“ und „Silent Hunter 5“ beide aus dem Programm entfernt haben.
Mal schauen, wie das mit denen so weitergeht.

Update: Wie man bei Fefe nachlesen kann, sind die doch noch drin, war wohl ’ne Falschmeldung. 🙁 Schade, wär‘ mal ein nettes Zeichen gegen die Kundendrangsalierung gewesen.

Das Debakel um Guido Westerwelle geht in eine weitere Phase: Die Beliebtheitswerte der Kanzlerin scheinen auch unter den Eskapaden des Aussenministers zu leiden, sie ist jüngst aus den Top Drei der beliebtesten Politiker in Deutschland gefallen. Über ihr sind jetzt Horst Köhler, unangefochten auf Platz 1, und die Arbeitsministerin Ursula „Zensursula“ von der Leyen sowie der Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.
Womit die beiden letztgenannten Platz 2 und 3 verdient haben, ist mir zwar schleierhaft, aber dafür ist mir umso weniger schleierhaft, warum Guido Westerwelle mittlerweile der dritt-unbeliebteste Politiker in Deutschland ist. „Liberaler Klüngel“ (SpOn)
Nach ihm kommen nur noch die gewohnten sozialistischen Schreckgestalten der Linkspartei Gregor Gysi und Oskar Lafontaine.
Über den Absturz von Westerwelles Umfragewerten kursieren schon lustige Satiren: „Guido Westerwelle beim Wiedereintritt in Erdatmosphäre verglüht“ (Twitpic – ChrMll)

Was gibt’s sonst?
Ach, ja unter Computerspielgegnern, wie z.B. Herrn Dr. Pfeiffer, kursiert ja seit eh und je die These, dass Computerspiele mit Gewaltinhalten ursprünglich von der US-Armee entwickelt wurden (DOOM ist da gerne genanntes Beispiel), um Rekruten zu desensibilisieren und zu gewissenlosen Tötungsmaschinen zu machen.
Diese These kann man wohl getrost ad acta legen, da weder das US-Militär DOOM entwickelt hat, noch taugen Gamer besonders gut als Soldaten.
Im Gegenteil: Das US-Militär beschwert sich Videospieler seien eher ungeeignet, um für den Krieg ausgebildet zu werden. „US-Militär: Gamer zu weich und undiszipliniert“ (Stigma Videospiele)
Mich überrascht diese Erkenntnis weniger, aber jemanden, der denkt Motoradrocker seien auf die Idee gekommen zum… äh… Motorradrocken, als sie Videospiele gezockt haben, wird das ins eine Ohr rein, und direkt aus dem anderen wieder hinausgehen.

Nachtrag 22.3.2010: Und heute isses auch bei Golem: „US-Army überarbeitet Grundausbildung“

Mrz
12
2010
--

Erst die Linksammlung aufessen!

Aber Mami, Mami ich will keine Linksammlung! Ich will lieber normalen Blogartikel! Wenn es sein muss, reichen auch ein paar Fotos!

Ja, nee, tut mir leid mir fällt heute einfach mal wieder nichts zu Schreiben ein. Dabei gäbe es ja genug, über das man sich aufregen könnte.

Das Thema, das sich durch alle folgenden Links zieht ist:

Andere würden es für einen Vorzug der Demokratie gegenüber einer Dikatur halten, dass Politiker von den Medien kritisch unter die Lupe genommen werden, aber die FDP hält die Demokratie für gefährdet, wenn Leute weiterhin Westerwelle kritisieren:
Link!

Hier bei „Carta“ lässt man die gesamten Ereignisse nochmal Revue passieren: Link!

Die „Welt“ stellt zwischenzeitlich Verhaltensregeln für den Kontakt mit Aliens auf. Link!

Die Kosten für die zukünftige Nacktscannung aller Fluggäste werden wohl – wie beim orf nachzulesen ist, wohl die Fluggäste tragen müssen: Link!
Ich weiß ja nicht, aber normalerweise werden doch Leute dafür bezahlt, dass sie sich ausziehen. Ich hab noch nie von einer Stripperin gehört, die einem Geld gibt, damit sie sich ausziehen darf. (Wer eine weiß, bitte bei mir melden. 😉 )

Wie „Stigma Videospiele“ feststellt, scheint es mittlerweile „Killerspiel-Lobbies“ und „Killerspiel-Verbände“ zu geben. Unglaublich, wie dreist manche Leute ihr Neusprech unter die Leute zu bringen versuchen. Link!

Die Spitzenkandidatin der NRW-SPD, Hannelore Kraft, versucht derweil Werbung mit Slogans zu machen, die unschöne Erinnerungen wecken. Link!

Ihr Pendant von der CDU ist übrigens auch eher schlimmer, als besser. „Zapp“ zufolge kämpft der mit allen Mitteln gegen die kritische Berichterstattung über ihn. …oder besser: Lässt kämpfen. Link!

Telepolis analysiert, dass HartzIV Empfänger in den Medien mittlerweile immer nur als Opfer oder Täter beschrieben werden, kaum als Menschen, die eben nunmal HartzIV bekommen, und mit denen sonst nichts nicht stimmt. Link!

Bei Malte Wielding gibt es einen „kleinen Führer für den modernen Populisten“, der eindrucksvoll die rhetorischen Spielchen von Westerwelle, von der Leyen und co. demaskiert. Link!

Mrz
09
2010
4

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Apr
20
2010
1

Erstaunliche 360°-Wende bei der CDU

Gott sei Dank alles nur Satire, so dreist kann doch keiner sein, oder?

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Politisches | Schlagwörter: , , , ,
Apr
18
2010
4

Das Regierende Notfall-Hologramm

Nun haben wir den Salat. Seit dem Ausbruch des Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen auf Island, kann niemand mehr in Europa herumfliegen. Die Kanzlerin saß fest in Portugal, der umgangssprachlich Kriegsminister zu nennende Zu Guttenberg in der Türkei.


Obamatic Man by ~drunknmunky32 on deviantART

Symbolbild

Alle Zeitungen sprachen nicht nur davon, dass Deutschland derweil im Chaos versinke, nein, noch schlimmer: Deutschland stürze ins Chaos! Europas auflagenstärkstes Boulevardblatt sprach sogar von einem „Asche-Monster“.
Ich muss zugeben, ich hab von dem angeblichen Chaos nicht besonders viel mitbekommen, aber ich wohne ja auch nicht sehr zentral, und wenn die „Qualitätspresse“ von der drohenden Asche-Anarchie spricht, dann wird das schon stimmen, oder?

Was aber tun, wenn dieser Zustand anhält, oder erneut auftritt, während die Kabinettsmitglieder in der Weltgeschichte verstreut sind? Am Ende merkt man in Deutschland noch, dass man auch ohne Schwarz-Gelb auskommt, und das wäre ja schrecklich!

Bei dem neuerlichen Konsum der späteren Folgen der Star-Trek-Serie „Voyager“ hatte ich die zündende Idee, die man vielleicht mit ein wenig technischem Geschick für die Zukunft umsetzen könnte.

Auf dem Raumschiff Voyager, das am Anfang der Serie durch ein gefährliches und exotisches Plotelement in die Tiefen der Galaxie geschleudert wurde, und so vom von Menschen bewohnten Weltraum auf Jahre abgeschnitten ist, hat man keinen richtigen Schiffsarzt, weil der ebenso den Folgen eines Plotelementes erlag.
Seit dem ist der einzige Arzt auf dem Schiff ein Notfallhologramm, welches mit zahlreichen medizinischen Protokollen und Handlungsweisen programmiert wurde, und mehr oder weniger wie ein echter Arzt funktioniert.

In späteren Staffeln wird dieses Arztprogramm umgewandelt, damit es in äußersten Notsituationen auch das Schiff kommandieren kann.

Warum also kein holografischer Bundeskanzler? So für den Notfall? Wenn sonst alle irgendwo sitzen und nicht nach hause kommen?

So wie der Doktor der Voyager mit dem Erfahrungsschatz aller möglichen Ärzte von Paracelsus über Sauerbruch und Schweizer bis zu Medizinern aus der Zeit programmiert ist, in der die Serie spielt, könnte man auch das „Regierende Notfall Hologramm (RNH)“ mit dem Erfahrungsschatz aller bundesdeutschen Bundeskanzler von Adenauer bis Merkel programmieren.
Um das ganze politisch ausgewogen zu machen, könnte man auch ikonenhafte Politiker aller großen Parteien nehmen, und sie in den holografischen Kanzler stecken. Adenauer, Brandt, Genscher, Fischer und stellvertretend für die Linke vielleicht Gregor Gysi oder so.

Für faktenorientiertes, fachkundiges Debattieren fügt man noch ein paar Helmut-Schmidt-Subroutinen ein und für den richtigen sprachlichen Pepp ein wenig Herbert Wehner.
Für Frieden und Umwelt programmiert man noch ein wenig Petra Kelly hinein, und für den Standby-Modus ist niemand geeigneter als Helmut Kohl. Auf letzteres wies mich @bewitchedmind auf Twitter hin, ich kann nur zustimmen.
Als Bildschirmschoner würden sich F.J.Strauß oder Edmund Stoiber gleich gut machen, denen man stundenlang amüsiert zusehen kann (bzw. konnte), ohne dass einem langweilig wird (bzw. wurde), oder man sie besonders ernst nimmt (bzw. nahm).

Das Aussehen des holografischen Kanzlers ist dabei eigentlich relativ egal. Man könnte die Erscheinungsbilder der enthaltenen Persönlichkeiten zusammenmixen, oder als optische Vorlage jemanden nehmen, der für seine Seriosität bekannt und beliebt ist. Ulrich Wickert zum Beispiel, oder Sandra Maischberger.
Wenn man das Programm dann erst einmal fertiggestellt hat, und eine Notsituation eintritt – sagen wir mal: Deutschland wird von einer außerirdischen Technologie in den Deltaquadranten der Milchstrasse geschleudert, während das Kabinett gerade auf irgendeinem Auslandsbesuch ist – dann ruft der Bundestagspräsident oder sein Vertreter das RNH auf, welches sich dann mit den Worten: „Bitte nennen Sie die Art des politischen Notfalls!“ meldet und die nötigen Entscheidungen trifft.

Weitere Vorteile des RNHs wären, dass man es einfach abschalten kann, wenn es beginnt Unsinn zu reden oder wenn man es nicht mehr braucht.

Written by Heiko C. in: Allgemein,Politisches | Schlagwörter: ,
Apr
12
2010
1

Populismus Reloaded

Ich hab‘ ja neulich schon drüber geschrieben, wie die FDP in Form von Guido Westerwelle forderte, HartzIV-Empfänger mögen doch Schneeschippen, wie dann die SPD in Gestalt von Hannelore Kraft forderte, HartzIV-Empfänger sollten doch „freiwillig“ die Straßen fegen, weil man ihnen sonst das Geld kürzt und wie dann dieser ganz tolle Professor forderte HartzIV auf 5 Jahre zu begrenzen, um einen erhöhten Anreiz zur Jobsuche zu geben. Ho, ho.

Ausgerechnet von den Grünen, von denen man ja lange Zeit dachte, sie gehörten zu den Guten, kommt jetzt auch so ein doller Vorschlag: Hundehaufen zu Jobs
Grüne empfiehlt Hartz-Empfängern Beschäftigung (Neues Deutschland)

Der Vorschlag, der hier von Frau Hammerling von den Grünen kommt, ist zwar um einiges besser als die vorherigen menschenverachtenden Vorschläge von FDP, SPD und Professor X oben, weil die Grünenpolitikerin dort fordert, dass die HartzIVempfänger zum Hundescheißekontrollieren von der Stadt angestellt werden.
Somit wären es dann keine HartzIV-Empfänger mehr, die aus Angst vor ominösen „Sanktionen“ den Schnee schippen oder Westerwelle die Schuhe putzen müssen, nein, es wären Angestellte der Stadt, die richtig Geld bekommen für Arbeit.

Klingt dies alles auch so nett und blumig – jedenfalls im Vergleich zu den Forderungen anderer Parteien – stellt sich mir doch unweigerlich die Frage, warum Frau Hammerling bei all den mannigfaltigen Aufgaben, die auf Berlins Straßen nur so darauf warten, dass man staatliche Jobs aus ihnen macht, ausgerechnet die Hundekacke als Beispiel verwendet?
Hätte man nicht Falschparker oder Leute die illegal Müll abladen als Beispiel nehmen können? Frau Hammerling erwähnt viele öffentliche Aufgaben, die für mögliche neue Stadtangestellte quasi schon bereitliegen würden. Warum kommt sie ausgerechnet mit der ekligsten Aufgabe, und will sie HartzIV-Empfängern auf’s Auge drücken?

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Apr
11
2010
3

„Armut“ ist das neue „Freizeit“

Zweieinhalb Monate ist es ja schon her, dass unsere Arbeitsministerin die Umbenennung von HartzIV forderte, weil das Wort „sehr negativ besetzt“ sei. Nachzulesen gibt es ihre Forderung hier beim Focus: „Von der Leyen fordert Umbenennung“
Wie es aussehen könnte, wenn HartzIV tatsächlich in etwas weniger negativ besetztes umbenannt würde, habe ich mal grafisch darzustellen versucht:

Mrz
31
2010
4

Nennen wir es Meinungsvielfalt…

… das ist immerhin was gutes. Immerhin gab es diese letztes Jahr in der Debatte um Zensursula zu Anfang nicht. Dass wir jetzt schon immerhin eine gemischte Berichterstattung erleben, und das so früh in der Debatte, lässt hoffen.

Wie schon erwähnt, sind den öffentlich rechtlichen offenbar die Argumente, wegen denen man sich gegen die Anwendung des Zensursulagesetzes entschieden hat, ja innerhalb von ein paar Monaten schon wieder total verloren gegangen.
Schön dass es das Internet gibt, und – ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage – Zeitungen. So haben ja Taz und Süddeutsche schon recht umfassend die EU-Netzsperren mit den Diskussionen um das Zugangserschwerungsgesetz in einen Kontext gestellt. Und da von den Argumenten der Sperrbefürworter wirklich kaum was übrig bleibt, wenn man die Kritiker nur mal zu Wort kommen lässt, ist der Grundtenor in beiden Blättern, dass die EU-Sperren kein Mensch braucht.

Auch Spiegel Online sieht die Errichtung einer paneuropäischen Netzzensurinfrastruktur eher kritisch. Die Gründe, „Warum der Sperren-Streit Zeitverschwendung ist“ (SpOn) kann man in einem Kommentar von Christian Stöcker nachlesen. Fix und fertig sogar mit den Widerlegungen der populistischen Argumente der Sperrwütigen.

Ganz anders wurde vorgestern im Focus noch schlicht und kritiklos nachgeplappert, was wahrscheinlich in der Pressemeldung stand. Erstaunlich, denn der Artikel heißt nicht „Netzsperren“ oder „Europäisches Zugangserschwerungsgesetz“ sondern entlarvend „Internetzensur – Löschen statt Sperren?“. Also doch Zensur, was? Offenbar kennt der Focus den Masterplan.
Die Argumente der Gegner einer Internetzensur werden jedoch nur in einem simplen Satz schwammig zusammengefasst, während Cecillia Malmström – die Initiatorin der geplanten EU-Richtlinie – über einen ganzen Absatz – scheinbar fast wörtlich – zitiert wird.
Liest man diesen Absatz, drängen sich einem ganz unvermeidlich starke Deja-Vu-Gefühle auf, weil man den ganzen Kram schon letztes Jahr von Frau von der Leyen gehört hat.
Im Focusartikel kommt auch wieder die umstrittene Deutsche Kinderhilfe (Zeit) zu Wort, die in den vergangenen Jahren immer wieder durch überzogene Forderungen nach Verschärfungen des Strafrechts von sich reden machte, und einer der größten Fürsprecher des Zensursulagesetzes im letzten Jahr war.
Mit keinem Wort erwähnt wird in diesem zusammenfassenden Artikel die Online-Petition gegen das Zensursulagesetz, deren Anhörung – oder wie man das nennt – ja nun auch noch nicht so lange her ist. Weder eine Person noch eine Organisation, die diesem Gesetz kritisch gegenübersteht, wird im Focus beim Namen genannt, oder zitiert.
Wenn das nicht einseitige Berichterstattung – die fast schon an Geschichtsklitterung grenzt – ist, dann möchte ich nicht wissen was.

Gestern legt der Focus dann noch einmal nach, vermutlich um sich einen Anschein von Neutralität zu geben. Diesmal hat man den entlarvenden Überschriftenfehler vom Vortag vielleicht entdeckt, und so heißt der Artikel, der dabei rausgekommen ist nicht „Justitzministerin gegen Internetzensur“ sondern „Justitzministerin will die Sperren stoppen“ (Focus).

Zuerst wird dort der Standpunkt der Justitzministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger geschildert, deren Partei (FDP – kennt vielleicht der eine oder andere noch) die Abschaffung des Zugangserschwerungsgesetzes als Wahlversprechen hatte. Die Partei ist nun in der Regierung, doch der Erfolg gegen das Gesetz lässt zu wünschen übrig.
Nur mal zur Erinnerung: Wir haben das Gesetz ja jetzt, aber die Bundesregierung ist erst einmal übereingekommen es zu ignorieren.
Frau Leutheusser-Schnarrenberger wird sogar zitiert, und das, was sie so gesagt hat, klingt auch erst mal vernünftig.

Zwei Absätze weiter wird erklärt, dass auch Grüne und SPD gegen das Sperren sind, die Linke wird nicht erwähnt, obwohl sie stärker als die Grünen im Bundestag vertreten sind, und schon länger als die SPD gegen die Sperren votieren.
Auch hier wird weder Online-Petition, eine der zahlreichen Organisationen die gegen die Sperren sind oder gar die Piratenpartei genannt. Um einen halbwegs informierenden Artikel zu schreiben, hätte man zumindest etwas von diesen Dingen erwähnen sollen.

Zum Schluß kommt dann noch der Sicherheitsgesetz-Liebhaber der CDU, Wolfgang Bosbach zu Wort, der in seiner Freizeit gerne bei Markus Lanz im Fernsehen sitzt, EU-weite Internetsperren natürlich ganz klasse findet, und das scheinbar mit gebrauchten Argumenten von Ursula von der Leyen zu verkaufen versucht.

Fazit: Der Focus schafft es, einen Artikel, der sich eigentlich darum drehen sollte, dass die Justitzministerin gegen die geplante EU-Richtlinie ist, in einen weiteren Artikel zu verwandeln, der für EU-weite Sperren wirbt.

Meine Meinung: Unabhängiger Journalismus sieht irgendwie anders aus.

Mrz
30
2010
14

Netzsperren – Das Europerium schlägt zurück

Eigentlich bin ich viel zu müde um drüber zu schreiben, aber ich muss wohl trotzdem. Allein der Vollständigkeit halber.
Nachdem keine Partei im Bundestag mehr die Netzsperren möchte – außer vielleicht die CDU, die sich je nach Tagesform entscheidet, sollen uns die Internetsperren nun, wie auch schon die verfassungswidrige Vorratsdatenspeicherung, durch die EU trotzdem serviert werden.

Eine angehende EU-Innen-Komissarin namens Cecilia Malmström hat dies mit ganz ähnlichen Scheinargumenten und polemischen Tiefschlägen gegen Bürgerrechtler gefordert.
Wieder mit den gleichen erwiesenermaßen falschen Tatsachenbehauptungen, oder zumindest ähnlichen.

Die Presse in Deutschland scheint ebenso alle Diskussionen des letzten Jahres über die Netzsperren vergessen zu haben, ebenso ist der Presse irgendwie abhanden gekommen, dass all der Bullshit, den Frau von der Leyen letztes Jahr verzapft hat bereits widerlegt ist.

Beim CDU-dominierten ZDF schreibt man schon wieder Jubelperserkommentare auf die Netzsperren, wie man hier bei Kennzeichen Digital nachlesen kann.
Bemerkenswert die Flut überwiegend sachlicher Kommentare, die haarklein den Text dort auseinandernehmen. Noch im letzten Jahr wären das nicht so viele gewesen.

Aber auch die ARD ist nicht besser, wenn man sich diesen Text hier bei WDR 2 ansieht.
Während die eine oder andere Zeitung tatsächlich reflektiert und im Angesicht der im letzten Jahr gesammelten Erfahrungen berichtet, wie hier die Süddeutsche oder hier die Taz, verzichtet der Öffentlich Rechtliche Rundfunkt darauf. Es scheint ganz so, als hätte die Politik hier mittlerweile nachhaltig für eine kritikfreie Hofberichterstattung gesorgt.

Ein kleiner Lichtblick der Öffentlich Rechtlichen ist nur der Beitrag von Mario Sixtus, ebenfalls erschienen auf dem ZDF-Blog.

Ich glaube ja immer noch, dass die meisten Politiker und Journalisten schlicht keine Ahnung haben, weil sie merkbefreit und Ober-Daus sind, aber es stimmt auch, dass es nicht das erste Mal ist, dass Sicherheitsgesetze, die so weit über das Ziel hinausschießen, dass Bürgerrechtler ihre nationale Umsetzung verhindern, das zweite Mal von Brüssel aus umgesetzt werden sollen.

Es ist einfach nur zum Kotzen. Und alle die die FDP als Bürgerrechtspartei gewählt haben, sehen ja nun, was sie davon haben.

Mrz
27
2010
--

Podcastempfehlung

Podcasts, die ich heute gehört habe, und die echt interessant waren:

Chaos Radio Express Ausgabe 147: „Mikrokosmos, Makrokosmos“ (LINK)
Nichts weiter als eine kurze Geschichte der Physik, von Gallilei bis zum LHC – auch für Laien verständlich erklärt.

Medienradio Ausgabe 21: „Zufällige Doppelschöpfung“
Hier geht es um das Urheberrecht und seine Zukunft. Eine interessante These: Das herkömmliche Urheberrecht hat trotz aller Versuche der Verwertungsindustrie die Freiheit im Netz zu beschränken ausgedient, weil in weiten Teilen der Bevölkerung kein Unrechtsbewusstsein beim Filesharen besteht.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Technisches | Schlagwörter: ,
Mrz
21
2010
1

Neuigkeiten zum Wochenende

Tja. Die von Ubisoft haben scheints arge Probleme mit ihrem Online-Knebel-Kopierschutz, über den ich ja schon am 7.3. berichtet hatte. Der scheint mit dem DRM von Steam irgendwie gar nicht zu funktionieren, mit dem Effekt, dass die Betreiber von Steam in Großbrittanien, Valve, nun die Spiele „Assasins Creed 2“ und „Silent Hunter 5“ beide aus dem Programm entfernt haben.
Mal schauen, wie das mit denen so weitergeht.

Update: Wie man bei Fefe nachlesen kann, sind die doch noch drin, war wohl ’ne Falschmeldung. 🙁 Schade, wär‘ mal ein nettes Zeichen gegen die Kundendrangsalierung gewesen.

Das Debakel um Guido Westerwelle geht in eine weitere Phase: Die Beliebtheitswerte der Kanzlerin scheinen auch unter den Eskapaden des Aussenministers zu leiden, sie ist jüngst aus den Top Drei der beliebtesten Politiker in Deutschland gefallen. Über ihr sind jetzt Horst Köhler, unangefochten auf Platz 1, und die Arbeitsministerin Ursula „Zensursula“ von der Leyen sowie der Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.
Womit die beiden letztgenannten Platz 2 und 3 verdient haben, ist mir zwar schleierhaft, aber dafür ist mir umso weniger schleierhaft, warum Guido Westerwelle mittlerweile der dritt-unbeliebteste Politiker in Deutschland ist. „Liberaler Klüngel“ (SpOn)
Nach ihm kommen nur noch die gewohnten sozialistischen Schreckgestalten der Linkspartei Gregor Gysi und Oskar Lafontaine.
Über den Absturz von Westerwelles Umfragewerten kursieren schon lustige Satiren: „Guido Westerwelle beim Wiedereintritt in Erdatmosphäre verglüht“ (Twitpic – ChrMll)

Was gibt’s sonst?
Ach, ja unter Computerspielgegnern, wie z.B. Herrn Dr. Pfeiffer, kursiert ja seit eh und je die These, dass Computerspiele mit Gewaltinhalten ursprünglich von der US-Armee entwickelt wurden (DOOM ist da gerne genanntes Beispiel), um Rekruten zu desensibilisieren und zu gewissenlosen Tötungsmaschinen zu machen.
Diese These kann man wohl getrost ad acta legen, da weder das US-Militär DOOM entwickelt hat, noch taugen Gamer besonders gut als Soldaten.
Im Gegenteil: Das US-Militär beschwert sich Videospieler seien eher ungeeignet, um für den Krieg ausgebildet zu werden. „US-Militär: Gamer zu weich und undiszipliniert“ (Stigma Videospiele)
Mich überrascht diese Erkenntnis weniger, aber jemanden, der denkt Motoradrocker seien auf die Idee gekommen zum… äh… Motorradrocken, als sie Videospiele gezockt haben, wird das ins eine Ohr rein, und direkt aus dem anderen wieder hinausgehen.

Nachtrag 22.3.2010: Und heute isses auch bei Golem: „US-Army überarbeitet Grundausbildung“

Mrz
12
2010
--

Erst die Linksammlung aufessen!

Aber Mami, Mami ich will keine Linksammlung! Ich will lieber normalen Blogartikel! Wenn es sein muss, reichen auch ein paar Fotos!

Ja, nee, tut mir leid mir fällt heute einfach mal wieder nichts zu Schreiben ein. Dabei gäbe es ja genug, über das man sich aufregen könnte.

Das Thema, das sich durch alle folgenden Links zieht ist:

Andere würden es für einen Vorzug der Demokratie gegenüber einer Dikatur halten, dass Politiker von den Medien kritisch unter die Lupe genommen werden, aber die FDP hält die Demokratie für gefährdet, wenn Leute weiterhin Westerwelle kritisieren:
Link!

Hier bei „Carta“ lässt man die gesamten Ereignisse nochmal Revue passieren: Link!

Die „Welt“ stellt zwischenzeitlich Verhaltensregeln für den Kontakt mit Aliens auf. Link!

Die Kosten für die zukünftige Nacktscannung aller Fluggäste werden wohl – wie beim orf nachzulesen ist, wohl die Fluggäste tragen müssen: Link!
Ich weiß ja nicht, aber normalerweise werden doch Leute dafür bezahlt, dass sie sich ausziehen. Ich hab noch nie von einer Stripperin gehört, die einem Geld gibt, damit sie sich ausziehen darf. (Wer eine weiß, bitte bei mir melden. 😉 )

Wie „Stigma Videospiele“ feststellt, scheint es mittlerweile „Killerspiel-Lobbies“ und „Killerspiel-Verbände“ zu geben. Unglaublich, wie dreist manche Leute ihr Neusprech unter die Leute zu bringen versuchen. Link!

Die Spitzenkandidatin der NRW-SPD, Hannelore Kraft, versucht derweil Werbung mit Slogans zu machen, die unschöne Erinnerungen wecken. Link!

Ihr Pendant von der CDU ist übrigens auch eher schlimmer, als besser. „Zapp“ zufolge kämpft der mit allen Mitteln gegen die kritische Berichterstattung über ihn. …oder besser: Lässt kämpfen. Link!

Telepolis analysiert, dass HartzIV Empfänger in den Medien mittlerweile immer nur als Opfer oder Täter beschrieben werden, kaum als Menschen, die eben nunmal HartzIV bekommen, und mit denen sonst nichts nicht stimmt. Link!

Bei Malte Wielding gibt es einen „kleinen Führer für den modernen Populisten“, der eindrucksvoll die rhetorischen Spielchen von Westerwelle, von der Leyen und co. demaskiert. Link!

Mrz
09
2010
4

Gute Argumente, Polemik und Flachpfeifen

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Politisches,Psychologisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: ,