Apr
13
2009
0

Dinge beim Namen nennen

„Political Correctnes“ mag ja ihre Berechtigung haben, aber warum sollte es verboten sein, Dinge beim Namen zu nennen? Hilft das tolerant zu sein?
Wenn ich „Schwule und Lesben“ statt dessen „Menschen gleichgeschlechtlicher Lebensweise“ nenne, was sage ich dann eigentlich? Im Prinzip sage ich, dass „Schwule und Lesben“ beleidigende Worte sind. Warum? Ich mein irgendwie muss man sie doch nennen, oder? Und beleidigend? Wo? Schließlich sag ich ja nicht „Fummeltrinen und Mannsweiber“.
Wohin solche falsch verstandene Pietät führen kann, zeigt uns unser großer Bruder, die USA: Statt dem beleidigenden Wort „Nigger“, welches zu so trauriger berühmtheit gelangte, dass es nur noch das „N-Wort“ ist, wurde zuerst „Negro“ verwendet. Da das so ähnlich klingt wie das „N-Wort“, verwendete man wenig später statt dessen den Ausdruck „Schwarze“. Wieso schwarz? Eigentlich sind die meisten bezeichneten ja doch eher braun, also ging man zu „Farbige“ über. Auch dass wurde irgendwann als beleidigend wahgenommen, so ist man dann schließlich bei „Afroamerikaner“ oder „Amerikaner afrikanischer (Erb)-herkunft“ angekommen. Mal abgesehen davon, dass „American of african heritage“ in meinen Ohren um einiges beleidigender klingt, als „Schwarzer“, denke ich, dass jede Bezeichnung der Schublade in die man einen bestimmten Menschenschlag steckt irgendwann automatisch für irgendwen beleidigend wirkt.
Wenn man einen Schwulen als „schwul“ bezeichnet, wird man in der Regel keine andere Reaktion als ein Achselzucken ernten. Er weiß ja, dass er schwul ist.
Vielleicht verwendet man im Amts- und Fernsehdeutsch aber auch nur die komplizierten Umschreibungen, damit niemandem auffällt, dass Schwule schwul sind?! Frei nach dem Motto: „Ach, das sind Prostituierte! Und ich hab gedacht, das sind Nutten…“
Geben wir dem „Problem“ einen anderen Namen, und es ver-scha-windet! Abrakadah! So geschehen zum Beispiel auch bei der Unterschicht. Wir haben eine Oberschicht, und (noch) eine Mittelschicht, aber wo ist die Unterschicht? Natürlich hat ein wohlhabendes Land wie Deutschland keine Unterschicht. Nur ein Präkariat. Wenn man alleine die Relation zu den anderen Schichten im Sprachgebrauch analysiert, fragt man sich, warum es nur zwei Schichten gibt, und eine davon ist die Mittelschicht. Zwei Schichten gehen die Straße entlang. Sagt die eine zur anderen: „Nun lass mich auch mal in die Mitte!“ Oder wie?
Schon klar, keiner will an der Basis der Gesellschadtspyramide sein. Es ist aber heute schon wieder so, dass die meisten dort sind. Die Oberschicht, wie groß mag die schon sein? Und die Mittelschicht? Gibts die überhaupt noch? Früher gab’s die mal, dass weiß ich, weil ich da noch drin war.
Aber die Oberschicht und Mittelschicht weiterhin zu verwenden, und sich nichts dabei zu denken, und andererseits die Unterschicht bloß nicht zu nennen, ist trotzdem schizophren.
Das ist wie von „Mitteldeutschland“ zu sprechen, wenn man die neuen Bundesländer meint, obwohl man genau weiß, dass ein impliziertes „Ostdeutschland“ schon lange ein Teil Polens ist, und auch bleibt.
Wenn man also von allen in Ruhe gelassen werden will, braucht man bloss in Ostdeutschland im 13. Stockwerk eines Hotels arbeiten, und zur Unterschicht gehören.
Ob die Merkel wohl auch verschwindet, wenn man ihr einen anderen Namen gibt? Ich fürchte nicht, aber versuchen kann man es ja. Von jetzt ab nenn ich sie „Blücher“.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Mrz
03
2009
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Von der Zukunft der Menschheit, wenn es denn eine geben sollte

Gna! Man fragt sich, wo das noch alles hinführen soll.
Weltwirtschaftskrise – schon wieder, oder immer noch, je nachdem – eine Regierung die uns nach und nach die Grundrechte wegdiskutiert, und dabei Amokläufe und eine schwammige Bedrohung durch den sogenannten Terrorismus als Argumente vorschiebt. Dann noch eine kommende EU, die von Leuten regiert wird, die keiner gewählt hat, und die wirtschaftliche Bedrohung durch China, die intellektuelle Bedrohung durch die USA und die Gasabdrehbedrohung durch Russland.
Was zum Henker kommt als nächstes? Landen vielleicht noch Aliens, die uns versklaven oder in die Luft sprengen wollen? Oder kommen die Dinosaurier zurück?

Ich bin mal gespannt, ob die Weltwirtschaft tatsächlich zusammenbricht, wie viele Wirtschaftsheinis schon prognostizierten. Und ich bin gespannt, wie es danach weitergeht, und ob überhaupt.

Bis dahin kann man aber wohl sagen, dass ich mit der Gesamtsituation unzufrieden bin, und mir die 80er zurückwünsche. Da gabs noch Vollbeschäftigung, und die Gewissheit, dass wir die guten sind, und der Russe böse. Heutzutage ist Aussenpolitik scheinbar eher ein Glückspiel.

Jan
23
2009
3

Presseschau ist sofort.

Da les ich heute mal die Zeitung, und was muss ich da lesen, gleich auf Seite 1 des Nordfriesland Tageblattes:
„Kieler Fahnder jagen bundesweit SMS-Abzocker“ lautet die Überschrift. Bin nur ich das, oder klingt das schon ein wenig reißerisch? Alleine „SMS-Abzocker“ ist nicht sehr wertfrei, doch auch „jagen“ hat eine bestimmte Konnotation. Wäre „suchen“ nicht vielleicht besser gewesen? Ich mein das NFT ist ja schließlich unsere normale Tageszeitung, und nicht die Bild. Na ja, darum gehts eigentlich nicht. In besagtem Artikel auf Seite 1 fand ich folgenden Satz:
„Dabei stellten die Ermittler mehrere Tausende Chat-Protokollen sicher.“
Mal abgesehen davon, dass ich den Bindestrich in zwischen Chat und Protokollen so überflüssig finde wie einen Kropf am Knie; was bitte sind Chat-Protokollen? Wie kann ein „-n“ zuviel auf der ersten Seite passieren? Ich weiß, die Redaktion hat nur einen halben Tag um die Zeitung zu machen, aber wenigsten die Seiten auf die alle schauen sollten doch fehlerfrei sein, oder? Ich weiß , ich mach jede Menge Rechtschreib-, Grammatik-, Komma- und Sonstauchfehler, doch meinen Blog liest ja auch so gut wie niemand.
Okay, man könnte argumentieren, dass die erste Seite des NFT auch keiner mehr liest. Eigentlch lesen alle immer nur das Vermischte auf der letzten Seite. Das erklärt jedenfalls die reißerischen Bild-Schlagzeilen auf Seite 1.
Schauen wir also auf die letzte Seite, die seit jeher ein buntes Mischmasch für die ganze Familie bietet. Dort ist zu lesen: „Weg mit den Vorräten. >>Spice<< ist verboten“ Wie gesagt, für die ganze Familie. Ich kann es direkt hören „Schatz? Wirfst du bitte das Spice weg? Das ist jetzt verboten!“ Hm. Okay. Wie geht der Text weiter?
Im NFT steht: „Die Modedroge >>Spice<< ist wegen erheblicher Gesundheitsrisiken ist sofort.“ Spice ist wegen ist sofort? Ist ja interessant.
Ich sehe drei Möglichkeiten wie es dazu kam:
a.) Jemand hat geschludert
b.) Der deutsche Satzbau hat sich ohne mein Wissen sehr verändert.
c.) Ein Setzer beim NFT hat kurz vor dem Setzen dieses Satzes schnell noch seine letzten Spice-Vorräte eingepfiffen.
In Fall B ein schlechtes Bild das ich abgebe, in Fall A und C ist es die Zeitung, die ein schlechtes Bild abgibt.
Na, aber ich hör jetzt auf auf dem armen NFT rumzuhacken.
Kommen wir zu Peter Moosleitners interessantem Magazin – sprich P.M.
In der Februarausgabe gibt es ab Seite 42 einen Bericht über die fortschreitend besser werdende Grafik von Computerspielen. Als Unterschrift der Überschrift liest man da: „Kaum ein Computerspieler ahnt, dass in den Tiefen seiner Maschine physikalische Gesetze berechnet werden.“
Im Prinzip ist dieser Satz noch nicht einmal falsch. Es stimmt, dass kaum ein Computerspieler sowas ahnt. WEIL SO GUT WIE ALLE ES WISSEN!!! Wir Computerspieler sind es doch, die ständig neue Hardwareanforderungen erfüllen müssen. Man weiß im Prinzip als Computerspieler bescheid über 3D Beschleuniger, Pixel Shader, DirectX, HDR, Bloom und auch über Physik-Engines. Das weiß man alles, WEIL MAN ES SELBST ALLES BEZAHLEN MUSS.
Ich würde den Satz im PM ändern zu: „Fast jeder Computerspieler weiß, was kaum ein Nicht-Computerspieler ahnt: Im inneren seiner Maschine (ehrlich? Einen Computer bezeichnet ihr als Maschine??) werden physikalische Gesetze berechnet.“ Aber nein, so kannn man es ja nicht schreiben, weil generell das Vorurteil bestehen bleiben soll, dass Computerspieler dümmer und ungebildeter sind als Nicht-Computerspieler. Danke PM, die ihr euch auch schon vor einiger Zeit dahingehend geäußert habt, dass das Internet eine Gefahr für die Demokratie wäre. Das Gegenteil ist der Fall. Die Nachriten im Fernsehen informierten umfassender, schriebt ihr da. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade das Fernsehen filtert seine Informationen sehr stark. Das Internet nicht. Sicher man muss selbst herausfinden, welche Nachricht im Netz stimmt, und welche nicht. Aber im Prinzip müsste man das bei Fernsehnachrichten auch, und da hat man noch nicht mal die Chance das zu tun.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Linguistisches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter:
Dez
17
2008
0

Da träum ich doch heute Nacht folgenden Zeitungsartikel…


Sklavenbefreiung spaltet die Kieler Koalition

Der neue Kieler Wirtschaftsminister Berthold Karottinger (W.O.R.F.) fordert vehement die weitere Verschiebung der Sklavenbefreiung in Deutschland. Die für Sklaverei zuständige Ministerin Frieda Freusichmal (H.G.) hält dagegen: „Sklavenhaltung ist eine sinnlose Grausamkeit.“

Kiel/zeitung – In der Debatte um die Zukunft der Sklaverei pocht Schleswig-Holsteins Sozialministerin Frieda Freusichmal (H.G.) auf die Sklavenbefreiung.
„Sklaverei ist keine Antwort aud aktuelle Preissteigerungen bei Produkten die von Hand hergestellt werden und Handwerklichen Dienstleistungen.“, sagte die für die Sklaven zuständige Ministerin unserer Zeitung. Und die Sklaverei sei „grausam, entwürdigend und sinnlos“, weil auch sie die zukünftigen Probleme auf dem Arbeitsmarkt nicht verhindern könne.
Die Politikerin der „Hauptsache Gesund“-Partei widersprach damit ihrem Kabinettskollegen, dem neuen Wirtschaftsminister Karottinger von der Partei für Wohlstand Ordnung Recht und Freiheit, der erklärt hatte, die Sklaverei sei „unverzichtbar“. Daher müsste die Frist zur Sklavenbefreiung dringend verlängert werden. Wegen der stark steigenden Preise für Handwerk aller Art und langwieriger Genehmigungsverfahren für neu zu versklavende Familien könne Deutschland es sich nicht leisten, 2022 aus der Sklaverei auszusteigen, sagte Karottinger. Aus Kostengründen und mit Blick auf den Klimaschutz hält der WORF-Politiker eine Laufzeit bis mindestens 2030 für nötig.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Politisches | Schlagwörter: , ,
Dez
13
2008
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Lobby

Ich habe mich dazu entschieden eine Lobby zu gründen, die dann überall Interessen vertritt und so. Ich nenne diese Lobby „Heiko Lobby“, weil sie sich für meine Interessen einsetzen wird. Ich denke es wird Zeit, dass eine solche Lobby gegründet wird, und da schon kein anderer es tut, mache ich es halt.
Auf die Reaktionen aus Politik und Gesellschaft bin ich gespannt.

Ach ja, wer sich auch für meine Interessen stark machen will, schreibe mir bitte eine Email. …oder sonst Post.

Dez
02
2008
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Psychologie der Wahlplakate

Also nun sind Ende Mai Kommunalwahlen bei uns, und mitlerweile ist ganz Nordfriesland mit Plakaten der unterschiedlichsten Parteien vollgekleistert. Doch was versprechen uns diese zweidimensionalen Zellulosebotschafter der Parteien?

Written by Heiko C. in: Politisches,Psychologisches | Schlagwörter:

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