Impactsuspect » Politisches
Apr
13
2009
--

Dinge beim Namen nennen

„Political Correctnes“ mag ja ihre Berechtigung haben, aber warum sollte es verboten sein, Dinge beim Namen zu nennen? Hilft das tolerant zu sein?
Wenn ich „Schwule und Lesben“ statt dessen „Menschen gleichgeschlechtlicher Lebensweise“ nenne, was sage ich dann eigentlich? Im Prinzip sage ich, dass „Schwule und Lesben“ beleidigende Worte sind. Warum? Ich mein irgendwie muss man sie doch nennen, oder? Und beleidigend? Wo? Schließlich sag ich ja nicht „Fummeltrinen und Mannsweiber“.
Wohin solche falsch verstandene Pietät führen kann, zeigt uns unser großer Bruder, die USA: Statt dem beleidigenden Wort „Nigger“, welches zu so trauriger berühmtheit gelangte, dass es nur noch das „N-Wort“ ist, wurde zuerst „Negro“ verwendet. Da das so ähnlich klingt wie das „N-Wort“, verwendete man wenig später statt dessen den Ausdruck „Schwarze“. Wieso schwarz? Eigentlich sind die meisten bezeichneten ja doch eher braun, also ging man zu „Farbige“ über. Auch dass wurde irgendwann als beleidigend wahgenommen, so ist man dann schließlich bei „Afroamerikaner“ oder „Amerikaner afrikanischer (Erb)-herkunft“ angekommen. Mal abgesehen davon, dass „American of african heritage“ in meinen Ohren um einiges beleidigender klingt, als „Schwarzer“, denke ich, dass jede Bezeichnung der Schublade in die man einen bestimmten Menschenschlag steckt irgendwann automatisch für irgendwen beleidigend wirkt.
Wenn man einen Schwulen als „schwul“ bezeichnet, wird man in der Regel keine andere Reaktion als ein Achselzucken ernten. Er weiß ja, dass er schwul ist.
Vielleicht verwendet man im Amts- und Fernsehdeutsch aber auch nur die komplizierten Umschreibungen, damit niemandem auffällt, dass Schwule schwul sind?! Frei nach dem Motto: „Ach, das sind Prostituierte! Und ich hab gedacht, das sind Nutten…“
Geben wir dem „Problem“ einen anderen Namen, und es ver-scha-windet! Abrakadah! So geschehen zum Beispiel auch bei der Unterschicht. Wir haben eine Oberschicht, und (noch) eine Mittelschicht, aber wo ist die Unterschicht? Natürlich hat ein wohlhabendes Land wie Deutschland keine Unterschicht. Nur ein Präkariat. Wenn man alleine die Relation zu den anderen Schichten im Sprachgebrauch analysiert, fragt man sich, warum es nur zwei Schichten gibt, und eine davon ist die Mittelschicht. Zwei Schichten gehen die Straße entlang. Sagt die eine zur anderen: „Nun lass mich auch mal in die Mitte!“ Oder wie?
Schon klar, keiner will an der Basis der Gesellschadtspyramide sein. Es ist aber heute schon wieder so, dass die meisten dort sind. Die Oberschicht, wie groß mag die schon sein? Und die Mittelschicht? Gibts die überhaupt noch? Früher gab’s die mal, dass weiß ich, weil ich da noch drin war.
Aber die Oberschicht und Mittelschicht weiterhin zu verwenden, und sich nichts dabei zu denken, und andererseits die Unterschicht bloß nicht zu nennen, ist trotzdem schizophren.
Das ist wie von „Mitteldeutschland“ zu sprechen, wenn man die neuen Bundesländer meint, obwohl man genau weiß, dass ein impliziertes „Ostdeutschland“ schon lange ein Teil Polens ist, und auch bleibt.
Wenn man also von allen in Ruhe gelassen werden will, braucht man bloss in Ostdeutschland im 13. Stockwerk eines Hotels arbeiten, und zur Unterschicht gehören.
Ob die Merkel wohl auch verschwindet, wenn man ihr einen anderen Namen gibt? Ich fürchte nicht, aber versuchen kann man es ja. Von jetzt ab nenn ich sie „Blücher“.

Wieher!

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Mrz
03
2009
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Von der Zukunft der Menschheit, wenn es denn eine geben sollte

Gna! Man fragt sich, wo das noch alles hinführen soll.
Weltwirtschaftskrise – schon wieder, oder immer noch, je nachdem – eine Regierung die uns nach und nach die Grundrechte wegdiskutiert, und dabei Amokläufe und eine schwammige Bedrohung durch den sogenannten Terrorismus als Argumente vorschiebt. Dann noch eine kommende EU, die von Leuten regiert wird, die keiner gewählt hat, und die wirtschaftliche Bedrohung durch China, die intellektuelle Bedrohung durch die USA und die Gasabdrehbedrohung durch Russland.
Was zum Henker kommt als nächstes? Landen vielleicht noch Aliens, die uns versklaven oder in die Luft sprengen wollen? Oder kommen die Dinosaurier zurück?

Ich bin mal gespannt, ob die Weltwirtschaft tatsächlich zusammenbricht, wie viele Wirtschaftsheinis schon prognostizierten. Und ich bin gespannt, wie es danach weitergeht, und ob überhaupt.

Bis dahin kann man aber wohl sagen, dass ich mit der Gesamtsituation unzufrieden bin, und mir die 80er zurückwünsche. Da gabs noch Vollbeschäftigung, und die Gewissheit, dass wir die guten sind, und der Russe böse. Heutzutage ist Aussenpolitik scheinbar eher ein Glückspiel.

Jan
23
2009
3

Presseschau ist sofort.

Da les ich heute mal die Zeitung, und was muss ich da lesen, gleich auf Seite 1 des Nordfriesland Tageblattes:
„Kieler Fahnder jagen bundesweit SMS-Abzocker“ lautet die Überschrift. Bin nur ich das, oder klingt das schon ein wenig reißerisch? Alleine „SMS-Abzocker“ ist nicht sehr wertfrei, doch auch „jagen“ hat eine bestimmte Konnotation. Wäre „suchen“ nicht vielleicht besser gewesen? Ich mein das NFT ist ja schließlich unsere normale Tageszeitung, und nicht die Bild. Na ja, darum gehts eigentlich nicht. In besagtem Artikel auf Seite 1 fand ich folgenden Satz:
„Dabei stellten die Ermittler mehrere Tausende Chat-Protokollen sicher.“
Mal abgesehen davon, dass ich den Bindestrich in zwischen Chat und Protokollen so überflüssig finde wie einen Kropf am Knie; was bitte sind Chat-Protokollen? Wie kann ein „-n“ zuviel auf der ersten Seite passieren? Ich weiß, die Redaktion hat nur einen halben Tag um die Zeitung zu machen, aber wenigsten die Seiten auf die alle schauen sollten doch fehlerfrei sein, oder? Ich weiß , ich mach jede Menge Rechtschreib-, Grammatik-, Komma- und Sonstauchfehler, doch meinen Blog liest ja auch so gut wie niemand.
Okay, man könnte argumentieren, dass die erste Seite des NFT auch keiner mehr liest. Eigentlch lesen alle immer nur das Vermischte auf der letzten Seite. Das erklärt jedenfalls die reißerischen Bild-Schlagzeilen auf Seite 1.
Schauen wir also auf die letzte Seite, die seit jeher ein buntes Mischmasch für die ganze Familie bietet. Dort ist zu lesen: „Weg mit den Vorräten. >>Spice<< ist verboten“ Wie gesagt, für die ganze Familie. Ich kann es direkt hören „Schatz? Wirfst du bitte das Spice weg? Das ist jetzt verboten!“ Hm. Okay. Wie geht der Text weiter?
Im NFT steht: „Die Modedroge >>Spice<< ist wegen erheblicher Gesundheitsrisiken ist sofort.“ Spice ist wegen ist sofort? Ist ja interessant.
Ich sehe drei Möglichkeiten wie es dazu kam:
a.) Jemand hat geschludert
b.) Der deutsche Satzbau hat sich ohne mein Wissen sehr verändert.
c.) Ein Setzer beim NFT hat kurz vor dem Setzen dieses Satzes schnell noch seine letzten Spice-Vorräte eingepfiffen.
In Fall B ein schlechtes Bild das ich abgebe, in Fall A und C ist es die Zeitung, die ein schlechtes Bild abgibt.
Na, aber ich hör jetzt auf auf dem armen NFT rumzuhacken.
Kommen wir zu Peter Moosleitners interessantem Magazin – sprich P.M.
In der Februarausgabe gibt es ab Seite 42 einen Bericht über die fortschreitend besser werdende Grafik von Computerspielen. Als Unterschrift der Überschrift liest man da: „Kaum ein Computerspieler ahnt, dass in den Tiefen seiner Maschine physikalische Gesetze berechnet werden.“
Im Prinzip ist dieser Satz noch nicht einmal falsch. Es stimmt, dass kaum ein Computerspieler sowas ahnt. WEIL SO GUT WIE ALLE ES WISSEN!!! Wir Computerspieler sind es doch, die ständig neue Hardwareanforderungen erfüllen müssen. Man weiß im Prinzip als Computerspieler bescheid über 3D Beschleuniger, Pixel Shader, DirectX, HDR, Bloom und auch über Physik-Engines. Das weiß man alles, WEIL MAN ES SELBST ALLES BEZAHLEN MUSS.
Ich würde den Satz im PM ändern zu: „Fast jeder Computerspieler weiß, was kaum ein Nicht-Computerspieler ahnt: Im inneren seiner Maschine (ehrlich? Einen Computer bezeichnet ihr als Maschine??) werden physikalische Gesetze berechnet.“ Aber nein, so kannn man es ja nicht schreiben, weil generell das Vorurteil bestehen bleiben soll, dass Computerspieler dümmer und ungebildeter sind als Nicht-Computerspieler. Danke PM, die ihr euch auch schon vor einiger Zeit dahingehend geäußert habt, dass das Internet eine Gefahr für die Demokratie wäre. Das Gegenteil ist der Fall. Die Nachriten im Fernsehen informierten umfassender, schriebt ihr da. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade das Fernsehen filtert seine Informationen sehr stark. Das Internet nicht. Sicher man muss selbst herausfinden, welche Nachricht im Netz stimmt, und welche nicht. Aber im Prinzip müsste man das bei Fernsehnachrichten auch, und da hat man noch nicht mal die Chance das zu tun.

P.S: Ich solidarisiere mich übrigens nicht mit SMS-Chat-Diensten. Ich finde ebenso, dass es sich hier um Abzocke handelt, und das sowas verboten gehört. Ich bin allerdings auch eine Einzelperson mit einer Einzelmeinung, und keine Zeitung, die neutral berichten sollte.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Linguistisches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter:
Dez
17
2008
--

Da träum ich doch heute Nacht folgenden Zeitungsartikel…


Sklavenbefreiung spaltet die Kieler Koalition

Der neue Kieler Wirtschaftsminister Berthold Karottinger (W.O.R.F.) fordert vehement die weitere Verschiebung der Sklavenbefreiung in Deutschland. Die für Sklaverei zuständige Ministerin Frieda Freusichmal (H.G.) hält dagegen: „Sklavenhaltung ist eine sinnlose Grausamkeit.“

Kiel/zeitung – In der Debatte um die Zukunft der Sklaverei pocht Schleswig-Holsteins Sozialministerin Frieda Freusichmal (H.G.) auf die Sklavenbefreiung.
„Sklaverei ist keine Antwort aud aktuelle Preissteigerungen bei Produkten die von Hand hergestellt werden und Handwerklichen Dienstleistungen.“, sagte die für die Sklaven zuständige Ministerin unserer Zeitung. Und die Sklaverei sei „grausam, entwürdigend und sinnlos“, weil auch sie die zukünftigen Probleme auf dem Arbeitsmarkt nicht verhindern könne.
Die Politikerin der „Hauptsache Gesund“-Partei widersprach damit ihrem Kabinettskollegen, dem neuen Wirtschaftsminister Karottinger von der Partei für Wohlstand Ordnung Recht und Freiheit, der erklärt hatte, die Sklaverei sei „unverzichtbar“. Daher müsste die Frist zur Sklavenbefreiung dringend verlängert werden. Wegen der stark steigenden Preise für Handwerk aller Art und langwieriger Genehmigungsverfahren für neu zu versklavende Familien könne Deutschland es sich nicht leisten, 2022 aus der Sklaverei auszusteigen, sagte Karottinger. Aus Kostengründen und mit Blick auf den Klimaschutz hält der WORF-Politiker eine Laufzeit bis mindestens 2030 für nötig.

Freusichmal nannte es „makaber“, dass Lobbyisten der Sklavennutzung dazu übergegangen seien, die Sklaverei als eine „saubere“ ja „ökologische“ Einrichtung zu betiteln. „Der Glaube an eine Sklaverei, die mit der Menschenwürde verträglich ist, hat keine Berechtigung“, betonte sie.

Als ich dann aufwachte, und die Tageszeitung dann studierte, bemerkte ich, dass mein Traum nicht wahr war. In einem sehr ähnlichen Artikel, wie den, den ich geträumt habe, ging es allerdings um Atomkraft. Der hat auch irgendwie den gleichen faden Geschmack in meinem Mund hinterlassen, wie der Traum…

Hallo da draußen bei der CDU!!! Erinnert sich keiner von euch an Spartakus? …Äh, ich meine natürlich Tschernobyl? Und wenn ich mich recht erinnere gabs dieses Jahr in Deutschland auch schon Sklavenaufstände…. Störfälle meine ich natürlich.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Politisches | Schlagwörter: , ,
Dez
13
2008
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Lobby

Ich habe mich dazu entschieden eine Lobby zu gründen, die dann überall Interessen vertritt und so. Ich nenne diese Lobby „Heiko Lobby“, weil sie sich für meine Interessen einsetzen wird. Ich denke es wird Zeit, dass eine solche Lobby gegründet wird, und da schon kein anderer es tut, mache ich es halt.
Auf die Reaktionen aus Politik und Gesellschaft bin ich gespannt.

Ach ja, wer sich auch für meine Interessen stark machen will, schreibe mir bitte eine Email. …oder sonst Post.

Dez
02
2008
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Psychologie der Wahlplakate

Also nun sind Ende Mai Kommunalwahlen bei uns, und mitlerweile ist ganz Nordfriesland mit Plakaten der unterschiedlichsten Parteien vollgekleistert. Doch was versprechen uns diese zweidimensionalen Zellulosebotschafter der Parteien?

Ich fange mal mit der CDU an, der stärksten Fraktion bei uns im Landtag und auch auf Kommunalebene.
Auffällig war, dass die CDU als erste Partei mit der Plakatierung anfing. Eine gute Woche bevor bei uns in der Umgebung andere Parteien mit Werbebotschaften vertreten waren, prangte an der Bundesstrasse 5 schon alle zwei Meter das bekannte Gesicht unseres derzeitigen Landesvaters: Peter Harry Carstensen.
Man fuhr so nach Husum, und alle zwei Meter schrie einem sein Gesicht optisch von den Plakaten an, so dass man förmlich nur denken konnte: „Peter Harry. Eine Ampel. Peter Harry. Eine Kuh auf einem Feld. Peter Harry. Ein Stopschild…“
Mittlerweile gibts auch andere Plakate an der B5, aber das durchaus sympathisch-moppelige Gesicht Peter Harrys hängt mir mittlerweile trotzdem zum Hals heraus.
Mich möchte hier auch den Slogan erwähnen, der auf den Wahlplakaten zu finden ist. Die Plakate sind folgendermaßen gestaltet: Entweder schlichter orangefarbener Hintergrund mit dicken weißen Lettern, die geradewegs aus der Bildzeitung marschiert zu sein scheinen, oder ein Kandidat, orangefarbenes Layout und kleinere Schrift oder der unvermeidliche Peter Harry im orangefarbenen Layout mit kleinerer Schrift.
Der Slogan der CDU ist bei jeder Variation (von denen die letztere die häufigste zu sein scheint) der gleiche: „Heimat. Aufschwung. Zukunft.“
Der Slogan klingt, als könne er auch für die NPD werben. Man stelle sich die Punkte hinter den Worten als Ausrufezeichen vor, und fertig ist der dumpfnationale Lack: „Heimat! Aufschwung! Zukunft!“ Das ist aber vermutlich nur Zufall. Sicher will uns die CDU mit diesen Worten etwas sagen.
Sind es Forderungen? Hoffnungen? Oder bloße ideologische Standpunkte der Partei. Schauen wir uns das näher an.
Die CDU ist offenbar für „Heimat“. Doch was bedeutet das? Wollen uns andere Parteien die Heimat wegnehmen? Uns ins Ausland schicken? Oder sollen alle Schleswig Holsteiner mit den Bayern die Häuser tauschen?
Eher nicht. Also ist die Forderung nach „Heimat“ oder die Aussage, man stehe für „Heimat“ ziemlich sinnlos. Wenn man näher über die Arbeitsmarktpolitik der CDU nachdenkt, insbesondere über die Forderung, dass Arbeitslose jede offene Stelle annehmen müssten egal wo sie in Deutschland sind (also auch fern der Heimat), ist diese sinnlose Aussage sogar ziemlich verlogen.
Und wie steht es mit „Zukunft“? Ich stand immer unter dem Eindruck, dass die Zukunft an sich etwas wäre, was so oder so kommt. Auch ohne CDU. Auch hier ist davon auszugehen, dass keine Andere Partei den Lauf der Zeit einfrieren oder gar umkehren möchte.
Man stelle sich Plakate von anderen Parteien vor, auf denen etwa „Vergangenheit!“ oder „Gegenwart!“ gefordert wird. Also ist auch dieses Wort ziemlich sinnlos.
„Aufschwung“ hingegen ist etwas, das man fordern kann, und Aufschwung ist auch immer etwas gutes. Die Plakate der CDU schweigen sich jedoch dazu aus, für wen der Aufschwung gelten soll. „Aufschwung für alle“ ist eine Illusion. Also für wen? „Für die Wirtschaft“? Das scheint zumindest mit der bisherigen Politik der CDU in Nachkriegsdeutschland konform zu gehen. „Für den Bürger“? Möglicherweise meint das Plakat auch das, die Umsetzung dessen scheint aber eher unwahrscheinlich.
Aber vielleicht steckt mehr hinter den drei Worten „Heimat. Aufschwung. Zukunft.“
Vielleicht sind es die Antworten auf drei Fragen, wie bei der Maoam-Werbung.
„Wo wollen wir was machen?“
„In der Heimat!“
„Was wollen wir machen?“
„Aufschwung!“
„Wann wollen wir das machen?“
„In der Zukunft!“

Die SPD kommt kumpelhafter daher. Sie wirbt auf rotem Hintergrund mit weißen Lettern für den Slogan „Gerecht. Sozial. Vor Ort.“
Auch drei „Wörter“. Naja eigentlich vier. Die vier Wörter, die die drei „Worte“ bilden scheinen ebenso rätselhaft, doch vermitteln sie einen ganz anderen Geschmack. Wo sich die CDU mit den Worten „Heimat. Aufschwung. Zukunft.“ in das Gewand eines „Retters“ kleidet, der von außen kommt und die Erlösung in Form von „Heimat, Aufschwung und Zukunft“ bringt, scheint die SPD eher der Kumpel von nebenan sein zu wollen. Dieser Kumpel scheint einem den Arm um die Schulter zu legen, und zu sagen: „Wenn wir beide nur an einem Strang ziehen, dann kriegen wir schon eine gerechte und soziale Kommune hin. Ich bin ja immer in der Nähe.“
Vom Namen der SPD einmal abgesehen fällt es dem Wähler (also mir zumindest) jedoch schwer eine Verbindung zwischen der SPD und Begriffen wie „Gerecht“ und „Sozial“ zu sehen. Immerhin hat die SPD Hartz IV eingeführt, dass nicht nur dafür sorgte, dass normale auch unverschuldet arbeitslose Menschen sich mit ellenlangen Formularen und Fragen über ihr Intimleben traktieren lassen müssen, damit sie sich was zum essen kaufen können. Nein, teurer als ehedem die Sozialhilfe ist Hartz IV aufgrund des erhöhten Verwaltungsaufwandes auch noch.
Und „Vor Ort“? Stehen in Nordfriesland etwa an jeder Ecke Imbissbuden an denen die SPD ihre Politik verkauft, oder gar Hilfe anbietet? Nein. „Vor Ort“ nimmt man vielleicht der AOK ab, aber nicht der SPD.

Vielleicht übersehen wir das Offensichtliche. Von der großartigen Zusammenarbeit auf Bundesebene könnten die SPD und die CDU vielleicht so begeistert sein, dass sie zusammen zur Kommunalwahl antreten. Der Slogan der neuen kommunalen großen Koalition hieße dann: „Gerechte Heimat. Sozialer Aufschwung. Zukunft vor Ort.“
Hm… ergibt auch nicht mehr Sinn.

Kommen wir zum Publikumsliebling, und parteipolitischen Parlamentsmaskottchen: Zur Linkspartei. Sie wirbt mit „LEBEN KÖNNEN.“
Einen solchen Slogan hätte man eher von der PDS erwartet. Scheinbar hat man sich also doch noch nicht ganz von der Ideologie und dem Gedankengut der Partei des demokratischen Sozialismus lösen können. Man will nicht wie SPD oder CDU hoch hinaus. Man will nur „leben können.“
„Leben können!“ klingt wie ein ningelnder Hilferuf. Kein ernst gemeinter also, sondern eher als würde da jemand jammern nur um Aufmerksamkeit zu erregen. „Wir woll’n ja gar nicht viel, aber müssn doch leben können! Oh je! Was machen wir nur. Im Osten …da konnten wir leben.“ vielleicht gefolgt von einem „ES WAR NICHT ALLES SCHLECHT!“
Bitte nicht. Vielleicht funktioniert die Masche in Brandenburg oder Meck-Pomm. Bei uns hier oben aber wohl eher nicht. Liebe „Linke“, fordert doch lieber den „zweiten Arbeiter und Bauernstaat auf deutschem Boden“, „Blühende Landschaften“ oder sonst irgendwas Konkretes. Nur „Leben können!“ ist vielleicht nett gemeint und spricht sicherlich auch vielen Westdeutschen aus der Seele, aber wenn ihr nur das im Wahlkampf versprecht, „Ihr werdet leben können.“ dann klingt das ein wenig armselig. Besonders wenn man das Versprechen der CDU, eigenhändig für eine Zukunft zu sorgen, oder die Pläne der SPD, an jeder Strassenecke SPD-Pommesbuden in Betrieb zu nehmen, zum Vergleich in Betracht zieht.

Auch die Grünen kriegen keinen zündenden Slogan hin. „Verantwortung“ lautet ihr simpler Slogan. Man beachte das hervorgehobene „Antwort“.
Die Aussage, die hinter dem Einwortslogan, der in Wirklichkeit ein Zweiwortslogan ist, durchkommt scheint zu sein: „Verantwortung zu übernehmen ist die Antwort.“
Die Antwort worauf? Auf die Arbeitslosigkeit?
Man stelle sich einen fünfzigjährigen Arbeitslosen vor, der sich laufend bewirbt, aufgrund seines Alters jedoch auch bei Hilfstätigkeiten nur Absagen bekommt. Er fragt sich warum das so ist.
Da sagen ihm die Grünen: „Tja, da musst du eben selbst ein wenig Verantwortung übernehmen.“ also mit andern Worten: „Uns doch egal, wir regieren jetzt wieder!“
Das gleiche gilt natürlich analog auch für andere Probleme, die den Wähler heute so plagen: „Ist alles so teuer, kann gar nicht leben!“, sagt da vielleicht einer, der die Linkspartei gewählt hat.
„Tja, da musst du eben selbst ein wenig Verantwortung übernehmen.“, kommt die Antwort aus dem grünen Rathaus.
„Liebe Bündnisgrünen. Das Bezin ist so teuer!“
„Hahahahahahaha!!!“, sagen die Grünen.
Ich weiß ja nicht, ob Publikumsbeleidigung auch in der Politik funktioniert, aber wenn man drüber nachdenkt, könnte der Slogan der Grünen als solche aufgefasst werden.

Nachtrag 17.5.08:
Die FDP wirbt mit „Seien Sie wählerisch!“
Endlich mal ein Ausrufezeichen. Leider ist der Slogan der freien Demokraten jedoch auch nicht aussagekräftiger als der der anderen Parteien. Er sagt nur folgendes: „Egal was du wählst – uns von der FDP ist es ja im Prinzip egal – überlege es dir gut!“
Das ganze klingt ein wenig, als ob die FDP irgendwelche Insiderinformationen hätte. Ausserdem erfahren wir nun so gar nichts über ihr Programm, wenn wir auf die Plakate sehen. Planen die Liberalen etwa etwas, was uns den Wählern gar nicht gefallen würde, und sie machen schon mal auf ihren Plakaten subtil darauf aufmerksam? Oder richtet sich dieser Apell, sich ganz genau vorher zu überlegen was man wählt gegen eine bestimmte der anderen Parteien? Will die CDU etwa das Raum-Zeit-Kontinuum sprengen? Die Forderung der Union nach mehr Zukunft scheint darauf hinzuweisen.
Oder spinnt die SPD eine Intrige in der die besagten SPD-Pommesbuden eine wichtige Rolle spielen? Wer weiß das schon…
Nur eins ist sicher: Die FDP hat zu diesen Kommunalwahlen den mysteriösesten Slogan aller Parteien.

Der SSW wirbt auf einem wie gewohnt schlichten blauen Plakat auf dem ein Globus naiv-malerisch dargestellt ist mit dem Slogan „Näher dran!„. Was soll denn das nun heißen? Die SPD ist „vor Ort“ aber der SSW ist noch „näher dran“? Vielleicht, weil es sich ja auch um die Partei der dänischen Minderheit handelt, heißt es: „Näher dran an Deutschland!“ Aber nein, das ist auch irgendwie unsinnig, da Dänemark ja dann nun doch nicht näher an Deutschland dran ist, als Deutschland selbst. Immerhin ist Deutschland mit sich selbst identisch, wie vielleicht Richter Alexander Holt sagen würde.

Die Unabhängige Wählergemeinschaft Leck (UWL) hat da hingegen mal ein Motto mit einer ganz klaren Zielsetzung: „Mit Herz und Verstand für die Gemeinde“ war es glaube ich.
Zumindest die UWL steht der Gemeinde also eindeutig positiv gegenüber auch wenn der Slogan ein wenig so klingt, als hätte an Stelle der „Gemeinde“ früher mal das „Vaterland“ gestanden. Dann würde der Slogan sich nämlich reimen. Was genau diese Gruppierung allerdings für politische Ziele hat, ist mir noch schleierhafter als bei den anderen vorgenannten Parteien.


Hinweis:
Ich hab mir die Plakate nicht stundenlang angesehen, und sie studiert. Ich bin mit dem Auto an ihnen vorbeigefahren. Meist mit Tempo 50. Wenn ich also einen Slogan nicht 1:1 wiedergebe, oder ein Plakat falsch beschreibe, mag man mir das bitte nicht vorhalten. Immerhin erfahren so wie ich schließlich die meisten Wähler die Wahlplakate: Als vorbeiziehende bunte Schemen, geschmückt mit mehr oder weniger freundlichen Gesichtern, die eine bessere Zukunft (oder wie im Falle der CDU überhaupt erst einmal Zukunft) versprechen.
Hinweise darauf, wo ich falsch zitiere sind hingegen erwünscht.

Written by Heiko C. in: Politisches,Psychologisches | Schlagwörter:

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Apr
13
2009
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Dinge beim Namen nennen

„Political Correctnes“ mag ja ihre Berechtigung haben, aber warum sollte es verboten sein, Dinge beim Namen zu nennen? Hilft das tolerant zu sein?
Wenn ich „Schwule und Lesben“ statt dessen „Menschen gleichgeschlechtlicher Lebensweise“ nenne, was sage ich dann eigentlich? Im Prinzip sage ich, dass „Schwule und Lesben“ beleidigende Worte sind. Warum? Ich mein irgendwie muss man sie doch nennen, oder? Und beleidigend? Wo? Schließlich sag ich ja nicht „Fummeltrinen und Mannsweiber“.
Wohin solche falsch verstandene Pietät führen kann, zeigt uns unser großer Bruder, die USA: Statt dem beleidigenden Wort „Nigger“, welches zu so trauriger berühmtheit gelangte, dass es nur noch das „N-Wort“ ist, wurde zuerst „Negro“ verwendet. Da das so ähnlich klingt wie das „N-Wort“, verwendete man wenig später statt dessen den Ausdruck „Schwarze“. Wieso schwarz? Eigentlich sind die meisten bezeichneten ja doch eher braun, also ging man zu „Farbige“ über. Auch dass wurde irgendwann als beleidigend wahgenommen, so ist man dann schließlich bei „Afroamerikaner“ oder „Amerikaner afrikanischer (Erb)-herkunft“ angekommen. Mal abgesehen davon, dass „American of african heritage“ in meinen Ohren um einiges beleidigender klingt, als „Schwarzer“, denke ich, dass jede Bezeichnung der Schublade in die man einen bestimmten Menschenschlag steckt irgendwann automatisch für irgendwen beleidigend wirkt.
Wenn man einen Schwulen als „schwul“ bezeichnet, wird man in der Regel keine andere Reaktion als ein Achselzucken ernten. Er weiß ja, dass er schwul ist.
Vielleicht verwendet man im Amts- und Fernsehdeutsch aber auch nur die komplizierten Umschreibungen, damit niemandem auffällt, dass Schwule schwul sind?! Frei nach dem Motto: „Ach, das sind Prostituierte! Und ich hab gedacht, das sind Nutten…“
Geben wir dem „Problem“ einen anderen Namen, und es ver-scha-windet! Abrakadah! So geschehen zum Beispiel auch bei der Unterschicht. Wir haben eine Oberschicht, und (noch) eine Mittelschicht, aber wo ist die Unterschicht? Natürlich hat ein wohlhabendes Land wie Deutschland keine Unterschicht. Nur ein Präkariat. Wenn man alleine die Relation zu den anderen Schichten im Sprachgebrauch analysiert, fragt man sich, warum es nur zwei Schichten gibt, und eine davon ist die Mittelschicht. Zwei Schichten gehen die Straße entlang. Sagt die eine zur anderen: „Nun lass mich auch mal in die Mitte!“ Oder wie?
Schon klar, keiner will an der Basis der Gesellschadtspyramide sein. Es ist aber heute schon wieder so, dass die meisten dort sind. Die Oberschicht, wie groß mag die schon sein? Und die Mittelschicht? Gibts die überhaupt noch? Früher gab’s die mal, dass weiß ich, weil ich da noch drin war.
Aber die Oberschicht und Mittelschicht weiterhin zu verwenden, und sich nichts dabei zu denken, und andererseits die Unterschicht bloß nicht zu nennen, ist trotzdem schizophren.
Das ist wie von „Mitteldeutschland“ zu sprechen, wenn man die neuen Bundesländer meint, obwohl man genau weiß, dass ein impliziertes „Ostdeutschland“ schon lange ein Teil Polens ist, und auch bleibt.
Wenn man also von allen in Ruhe gelassen werden will, braucht man bloss in Ostdeutschland im 13. Stockwerk eines Hotels arbeiten, und zur Unterschicht gehören.
Ob die Merkel wohl auch verschwindet, wenn man ihr einen anderen Namen gibt? Ich fürchte nicht, aber versuchen kann man es ja. Von jetzt ab nenn ich sie „Blücher“.

Wieher!

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Mrz
03
2009
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Von der Zukunft der Menschheit, wenn es denn eine geben sollte

Gna! Man fragt sich, wo das noch alles hinführen soll.
Weltwirtschaftskrise – schon wieder, oder immer noch, je nachdem – eine Regierung die uns nach und nach die Grundrechte wegdiskutiert, und dabei Amokläufe und eine schwammige Bedrohung durch den sogenannten Terrorismus als Argumente vorschiebt. Dann noch eine kommende EU, die von Leuten regiert wird, die keiner gewählt hat, und die wirtschaftliche Bedrohung durch China, die intellektuelle Bedrohung durch die USA und die Gasabdrehbedrohung durch Russland.
Was zum Henker kommt als nächstes? Landen vielleicht noch Aliens, die uns versklaven oder in die Luft sprengen wollen? Oder kommen die Dinosaurier zurück?

Ich bin mal gespannt, ob die Weltwirtschaft tatsächlich zusammenbricht, wie viele Wirtschaftsheinis schon prognostizierten. Und ich bin gespannt, wie es danach weitergeht, und ob überhaupt.

Bis dahin kann man aber wohl sagen, dass ich mit der Gesamtsituation unzufrieden bin, und mir die 80er zurückwünsche. Da gabs noch Vollbeschäftigung, und die Gewissheit, dass wir die guten sind, und der Russe böse. Heutzutage ist Aussenpolitik scheinbar eher ein Glückspiel.

Jan
23
2009
3

Presseschau ist sofort.

Da les ich heute mal die Zeitung, und was muss ich da lesen, gleich auf Seite 1 des Nordfriesland Tageblattes:
„Kieler Fahnder jagen bundesweit SMS-Abzocker“ lautet die Überschrift. Bin nur ich das, oder klingt das schon ein wenig reißerisch? Alleine „SMS-Abzocker“ ist nicht sehr wertfrei, doch auch „jagen“ hat eine bestimmte Konnotation. Wäre „suchen“ nicht vielleicht besser gewesen? Ich mein das NFT ist ja schließlich unsere normale Tageszeitung, und nicht die Bild. Na ja, darum gehts eigentlich nicht. In besagtem Artikel auf Seite 1 fand ich folgenden Satz:
„Dabei stellten die Ermittler mehrere Tausende Chat-Protokollen sicher.“
Mal abgesehen davon, dass ich den Bindestrich in zwischen Chat und Protokollen so überflüssig finde wie einen Kropf am Knie; was bitte sind Chat-Protokollen? Wie kann ein „-n“ zuviel auf der ersten Seite passieren? Ich weiß, die Redaktion hat nur einen halben Tag um die Zeitung zu machen, aber wenigsten die Seiten auf die alle schauen sollten doch fehlerfrei sein, oder? Ich weiß , ich mach jede Menge Rechtschreib-, Grammatik-, Komma- und Sonstauchfehler, doch meinen Blog liest ja auch so gut wie niemand.
Okay, man könnte argumentieren, dass die erste Seite des NFT auch keiner mehr liest. Eigentlch lesen alle immer nur das Vermischte auf der letzten Seite. Das erklärt jedenfalls die reißerischen Bild-Schlagzeilen auf Seite 1.
Schauen wir also auf die letzte Seite, die seit jeher ein buntes Mischmasch für die ganze Familie bietet. Dort ist zu lesen: „Weg mit den Vorräten. >>Spice<< ist verboten“ Wie gesagt, für die ganze Familie. Ich kann es direkt hören „Schatz? Wirfst du bitte das Spice weg? Das ist jetzt verboten!“ Hm. Okay. Wie geht der Text weiter?
Im NFT steht: „Die Modedroge >>Spice<< ist wegen erheblicher Gesundheitsrisiken ist sofort.“ Spice ist wegen ist sofort? Ist ja interessant.
Ich sehe drei Möglichkeiten wie es dazu kam:
a.) Jemand hat geschludert
b.) Der deutsche Satzbau hat sich ohne mein Wissen sehr verändert.
c.) Ein Setzer beim NFT hat kurz vor dem Setzen dieses Satzes schnell noch seine letzten Spice-Vorräte eingepfiffen.
In Fall B ein schlechtes Bild das ich abgebe, in Fall A und C ist es die Zeitung, die ein schlechtes Bild abgibt.
Na, aber ich hör jetzt auf auf dem armen NFT rumzuhacken.
Kommen wir zu Peter Moosleitners interessantem Magazin – sprich P.M.
In der Februarausgabe gibt es ab Seite 42 einen Bericht über die fortschreitend besser werdende Grafik von Computerspielen. Als Unterschrift der Überschrift liest man da: „Kaum ein Computerspieler ahnt, dass in den Tiefen seiner Maschine physikalische Gesetze berechnet werden.“
Im Prinzip ist dieser Satz noch nicht einmal falsch. Es stimmt, dass kaum ein Computerspieler sowas ahnt. WEIL SO GUT WIE ALLE ES WISSEN!!! Wir Computerspieler sind es doch, die ständig neue Hardwareanforderungen erfüllen müssen. Man weiß im Prinzip als Computerspieler bescheid über 3D Beschleuniger, Pixel Shader, DirectX, HDR, Bloom und auch über Physik-Engines. Das weiß man alles, WEIL MAN ES SELBST ALLES BEZAHLEN MUSS.
Ich würde den Satz im PM ändern zu: „Fast jeder Computerspieler weiß, was kaum ein Nicht-Computerspieler ahnt: Im inneren seiner Maschine (ehrlich? Einen Computer bezeichnet ihr als Maschine??) werden physikalische Gesetze berechnet.“ Aber nein, so kannn man es ja nicht schreiben, weil generell das Vorurteil bestehen bleiben soll, dass Computerspieler dümmer und ungebildeter sind als Nicht-Computerspieler. Danke PM, die ihr euch auch schon vor einiger Zeit dahingehend geäußert habt, dass das Internet eine Gefahr für die Demokratie wäre. Das Gegenteil ist der Fall. Die Nachriten im Fernsehen informierten umfassender, schriebt ihr da. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade das Fernsehen filtert seine Informationen sehr stark. Das Internet nicht. Sicher man muss selbst herausfinden, welche Nachricht im Netz stimmt, und welche nicht. Aber im Prinzip müsste man das bei Fernsehnachrichten auch, und da hat man noch nicht mal die Chance das zu tun.

P.S: Ich solidarisiere mich übrigens nicht mit SMS-Chat-Diensten. Ich finde ebenso, dass es sich hier um Abzocke handelt, und das sowas verboten gehört. Ich bin allerdings auch eine Einzelperson mit einer Einzelmeinung, und keine Zeitung, die neutral berichten sollte.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Linguistisches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter:
Dez
17
2008
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Da träum ich doch heute Nacht folgenden Zeitungsartikel…


Sklavenbefreiung spaltet die Kieler Koalition

Der neue Kieler Wirtschaftsminister Berthold Karottinger (W.O.R.F.) fordert vehement die weitere Verschiebung der Sklavenbefreiung in Deutschland. Die für Sklaverei zuständige Ministerin Frieda Freusichmal (H.G.) hält dagegen: „Sklavenhaltung ist eine sinnlose Grausamkeit.“

Kiel/zeitung – In der Debatte um die Zukunft der Sklaverei pocht Schleswig-Holsteins Sozialministerin Frieda Freusichmal (H.G.) auf die Sklavenbefreiung.
„Sklaverei ist keine Antwort aud aktuelle Preissteigerungen bei Produkten die von Hand hergestellt werden und Handwerklichen Dienstleistungen.“, sagte die für die Sklaven zuständige Ministerin unserer Zeitung. Und die Sklaverei sei „grausam, entwürdigend und sinnlos“, weil auch sie die zukünftigen Probleme auf dem Arbeitsmarkt nicht verhindern könne.
Die Politikerin der „Hauptsache Gesund“-Partei widersprach damit ihrem Kabinettskollegen, dem neuen Wirtschaftsminister Karottinger von der Partei für Wohlstand Ordnung Recht und Freiheit, der erklärt hatte, die Sklaverei sei „unverzichtbar“. Daher müsste die Frist zur Sklavenbefreiung dringend verlängert werden. Wegen der stark steigenden Preise für Handwerk aller Art und langwieriger Genehmigungsverfahren für neu zu versklavende Familien könne Deutschland es sich nicht leisten, 2022 aus der Sklaverei auszusteigen, sagte Karottinger. Aus Kostengründen und mit Blick auf den Klimaschutz hält der WORF-Politiker eine Laufzeit bis mindestens 2030 für nötig.

Freusichmal nannte es „makaber“, dass Lobbyisten der Sklavennutzung dazu übergegangen seien, die Sklaverei als eine „saubere“ ja „ökologische“ Einrichtung zu betiteln. „Der Glaube an eine Sklaverei, die mit der Menschenwürde verträglich ist, hat keine Berechtigung“, betonte sie.

Als ich dann aufwachte, und die Tageszeitung dann studierte, bemerkte ich, dass mein Traum nicht wahr war. In einem sehr ähnlichen Artikel, wie den, den ich geträumt habe, ging es allerdings um Atomkraft. Der hat auch irgendwie den gleichen faden Geschmack in meinem Mund hinterlassen, wie der Traum…

Hallo da draußen bei der CDU!!! Erinnert sich keiner von euch an Spartakus? …Äh, ich meine natürlich Tschernobyl? Und wenn ich mich recht erinnere gabs dieses Jahr in Deutschland auch schon Sklavenaufstände…. Störfälle meine ich natürlich.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Politisches | Schlagwörter: , ,
Dez
13
2008
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Lobby

Ich habe mich dazu entschieden eine Lobby zu gründen, die dann überall Interessen vertritt und so. Ich nenne diese Lobby „Heiko Lobby“, weil sie sich für meine Interessen einsetzen wird. Ich denke es wird Zeit, dass eine solche Lobby gegründet wird, und da schon kein anderer es tut, mache ich es halt.
Auf die Reaktionen aus Politik und Gesellschaft bin ich gespannt.

Ach ja, wer sich auch für meine Interessen stark machen will, schreibe mir bitte eine Email. …oder sonst Post.

Dez
02
2008
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Psychologie der Wahlplakate

Also nun sind Ende Mai Kommunalwahlen bei uns, und mitlerweile ist ganz Nordfriesland mit Plakaten der unterschiedlichsten Parteien vollgekleistert. Doch was versprechen uns diese zweidimensionalen Zellulosebotschafter der Parteien?

Ich fange mal mit der CDU an, der stärksten Fraktion bei uns im Landtag und auch auf Kommunalebene.
Auffällig war, dass die CDU als erste Partei mit der Plakatierung anfing. Eine gute Woche bevor bei uns in der Umgebung andere Parteien mit Werbebotschaften vertreten waren, prangte an der Bundesstrasse 5 schon alle zwei Meter das bekannte Gesicht unseres derzeitigen Landesvaters: Peter Harry Carstensen.
Man fuhr so nach Husum, und alle zwei Meter schrie einem sein Gesicht optisch von den Plakaten an, so dass man förmlich nur denken konnte: „Peter Harry. Eine Ampel. Peter Harry. Eine Kuh auf einem Feld. Peter Harry. Ein Stopschild…“
Mittlerweile gibts auch andere Plakate an der B5, aber das durchaus sympathisch-moppelige Gesicht Peter Harrys hängt mir mittlerweile trotzdem zum Hals heraus.
Mich möchte hier auch den Slogan erwähnen, der auf den Wahlplakaten zu finden ist. Die Plakate sind folgendermaßen gestaltet: Entweder schlichter orangefarbener Hintergrund mit dicken weißen Lettern, die geradewegs aus der Bildzeitung marschiert zu sein scheinen, oder ein Kandidat, orangefarbenes Layout und kleinere Schrift oder der unvermeidliche Peter Harry im orangefarbenen Layout mit kleinerer Schrift.
Der Slogan der CDU ist bei jeder Variation (von denen die letztere die häufigste zu sein scheint) der gleiche: „Heimat. Aufschwung. Zukunft.“
Der Slogan klingt, als könne er auch für die NPD werben. Man stelle sich die Punkte hinter den Worten als Ausrufezeichen vor, und fertig ist der dumpfnationale Lack: „Heimat! Aufschwung! Zukunft!“ Das ist aber vermutlich nur Zufall. Sicher will uns die CDU mit diesen Worten etwas sagen.
Sind es Forderungen? Hoffnungen? Oder bloße ideologische Standpunkte der Partei. Schauen wir uns das näher an.
Die CDU ist offenbar für „Heimat“. Doch was bedeutet das? Wollen uns andere Parteien die Heimat wegnehmen? Uns ins Ausland schicken? Oder sollen alle Schleswig Holsteiner mit den Bayern die Häuser tauschen?
Eher nicht. Also ist die Forderung nach „Heimat“ oder die Aussage, man stehe für „Heimat“ ziemlich sinnlos. Wenn man näher über die Arbeitsmarktpolitik der CDU nachdenkt, insbesondere über die Forderung, dass Arbeitslose jede offene Stelle annehmen müssten egal wo sie in Deutschland sind (also auch fern der Heimat), ist diese sinnlose Aussage sogar ziemlich verlogen.
Und wie steht es mit „Zukunft“? Ich stand immer unter dem Eindruck, dass die Zukunft an sich etwas wäre, was so oder so kommt. Auch ohne CDU. Auch hier ist davon auszugehen, dass keine Andere Partei den Lauf der Zeit einfrieren oder gar umkehren möchte.
Man stelle sich Plakate von anderen Parteien vor, auf denen etwa „Vergangenheit!“ oder „Gegenwart!“ gefordert wird. Also ist auch dieses Wort ziemlich sinnlos.
„Aufschwung“ hingegen ist etwas, das man fordern kann, und Aufschwung ist auch immer etwas gutes. Die Plakate der CDU schweigen sich jedoch dazu aus, für wen der Aufschwung gelten soll. „Aufschwung für alle“ ist eine Illusion. Also für wen? „Für die Wirtschaft“? Das scheint zumindest mit der bisherigen Politik der CDU in Nachkriegsdeutschland konform zu gehen. „Für den Bürger“? Möglicherweise meint das Plakat auch das, die Umsetzung dessen scheint aber eher unwahrscheinlich.
Aber vielleicht steckt mehr hinter den drei Worten „Heimat. Aufschwung. Zukunft.“
Vielleicht sind es die Antworten auf drei Fragen, wie bei der Maoam-Werbung.
„Wo wollen wir was machen?“
„In der Heimat!“
„Was wollen wir machen?“
„Aufschwung!“
„Wann wollen wir das machen?“
„In der Zukunft!“

Die SPD kommt kumpelhafter daher. Sie wirbt auf rotem Hintergrund mit weißen Lettern für den Slogan „Gerecht. Sozial. Vor Ort.“
Auch drei „Wörter“. Naja eigentlich vier. Die vier Wörter, die die drei „Worte“ bilden scheinen ebenso rätselhaft, doch vermitteln sie einen ganz anderen Geschmack. Wo sich die CDU mit den Worten „Heimat. Aufschwung. Zukunft.“ in das Gewand eines „Retters“ kleidet, der von außen kommt und die Erlösung in Form von „Heimat, Aufschwung und Zukunft“ bringt, scheint die SPD eher der Kumpel von nebenan sein zu wollen. Dieser Kumpel scheint einem den Arm um die Schulter zu legen, und zu sagen: „Wenn wir beide nur an einem Strang ziehen, dann kriegen wir schon eine gerechte und soziale Kommune hin. Ich bin ja immer in der Nähe.“
Vom Namen der SPD einmal abgesehen fällt es dem Wähler (also mir zumindest) jedoch schwer eine Verbindung zwischen der SPD und Begriffen wie „Gerecht“ und „Sozial“ zu sehen. Immerhin hat die SPD Hartz IV eingeführt, dass nicht nur dafür sorgte, dass normale auch unverschuldet arbeitslose Menschen sich mit ellenlangen Formularen und Fragen über ihr Intimleben traktieren lassen müssen, damit sie sich was zum essen kaufen können. Nein, teurer als ehedem die Sozialhilfe ist Hartz IV aufgrund des erhöhten Verwaltungsaufwandes auch noch.
Und „Vor Ort“? Stehen in Nordfriesland etwa an jeder Ecke Imbissbuden an denen die SPD ihre Politik verkauft, oder gar Hilfe anbietet? Nein. „Vor Ort“ nimmt man vielleicht der AOK ab, aber nicht der SPD.

Vielleicht übersehen wir das Offensichtliche. Von der großartigen Zusammenarbeit auf Bundesebene könnten die SPD und die CDU vielleicht so begeistert sein, dass sie zusammen zur Kommunalwahl antreten. Der Slogan der neuen kommunalen großen Koalition hieße dann: „Gerechte Heimat. Sozialer Aufschwung. Zukunft vor Ort.“
Hm… ergibt auch nicht mehr Sinn.

Kommen wir zum Publikumsliebling, und parteipolitischen Parlamentsmaskottchen: Zur Linkspartei. Sie wirbt mit „LEBEN KÖNNEN.“
Einen solchen Slogan hätte man eher von der PDS erwartet. Scheinbar hat man sich also doch noch nicht ganz von der Ideologie und dem Gedankengut der Partei des demokratischen Sozialismus lösen können. Man will nicht wie SPD oder CDU hoch hinaus. Man will nur „leben können.“
„Leben können!“ klingt wie ein ningelnder Hilferuf. Kein ernst gemeinter also, sondern eher als würde da jemand jammern nur um Aufmerksamkeit zu erregen. „Wir woll’n ja gar nicht viel, aber müssn doch leben können! Oh je! Was machen wir nur. Im Osten …da konnten wir leben.“ vielleicht gefolgt von einem „ES WAR NICHT ALLES SCHLECHT!“
Bitte nicht. Vielleicht funktioniert die Masche in Brandenburg oder Meck-Pomm. Bei uns hier oben aber wohl eher nicht. Liebe „Linke“, fordert doch lieber den „zweiten Arbeiter und Bauernstaat auf deutschem Boden“, „Blühende Landschaften“ oder sonst irgendwas Konkretes. Nur „Leben können!“ ist vielleicht nett gemeint und spricht sicherlich auch vielen Westdeutschen aus der Seele, aber wenn ihr nur das im Wahlkampf versprecht, „Ihr werdet leben können.“ dann klingt das ein wenig armselig. Besonders wenn man das Versprechen der CDU, eigenhändig für eine Zukunft zu sorgen, oder die Pläne der SPD, an jeder Strassenecke SPD-Pommesbuden in Betrieb zu nehmen, zum Vergleich in Betracht zieht.

Auch die Grünen kriegen keinen zündenden Slogan hin. „Verantwortung“ lautet ihr simpler Slogan. Man beachte das hervorgehobene „Antwort“.
Die Aussage, die hinter dem Einwortslogan, der in Wirklichkeit ein Zweiwortslogan ist, durchkommt scheint zu sein: „Verantwortung zu übernehmen ist die Antwort.“
Die Antwort worauf? Auf die Arbeitslosigkeit?
Man stelle sich einen fünfzigjährigen Arbeitslosen vor, der sich laufend bewirbt, aufgrund seines Alters jedoch auch bei Hilfstätigkeiten nur Absagen bekommt. Er fragt sich warum das so ist.
Da sagen ihm die Grünen: „Tja, da musst du eben selbst ein wenig Verantwortung übernehmen.“ also mit andern Worten: „Uns doch egal, wir regieren jetzt wieder!“
Das gleiche gilt natürlich analog auch für andere Probleme, die den Wähler heute so plagen: „Ist alles so teuer, kann gar nicht leben!“, sagt da vielleicht einer, der die Linkspartei gewählt hat.
„Tja, da musst du eben selbst ein wenig Verantwortung übernehmen.“, kommt die Antwort aus dem grünen Rathaus.
„Liebe Bündnisgrünen. Das Bezin ist so teuer!“
„Hahahahahahaha!!!“, sagen die Grünen.
Ich weiß ja nicht, ob Publikumsbeleidigung auch in der Politik funktioniert, aber wenn man drüber nachdenkt, könnte der Slogan der Grünen als solche aufgefasst werden.

Nachtrag 17.5.08:
Die FDP wirbt mit „Seien Sie wählerisch!“
Endlich mal ein Ausrufezeichen. Leider ist der Slogan der freien Demokraten jedoch auch nicht aussagekräftiger als der der anderen Parteien. Er sagt nur folgendes: „Egal was du wählst – uns von der FDP ist es ja im Prinzip egal – überlege es dir gut!“
Das ganze klingt ein wenig, als ob die FDP irgendwelche Insiderinformationen hätte. Ausserdem erfahren wir nun so gar nichts über ihr Programm, wenn wir auf die Plakate sehen. Planen die Liberalen etwa etwas, was uns den Wählern gar nicht gefallen würde, und sie machen schon mal auf ihren Plakaten subtil darauf aufmerksam? Oder richtet sich dieser Apell, sich ganz genau vorher zu überlegen was man wählt gegen eine bestimmte der anderen Parteien? Will die CDU etwa das Raum-Zeit-Kontinuum sprengen? Die Forderung der Union nach mehr Zukunft scheint darauf hinzuweisen.
Oder spinnt die SPD eine Intrige in der die besagten SPD-Pommesbuden eine wichtige Rolle spielen? Wer weiß das schon…
Nur eins ist sicher: Die FDP hat zu diesen Kommunalwahlen den mysteriösesten Slogan aller Parteien.

Der SSW wirbt auf einem wie gewohnt schlichten blauen Plakat auf dem ein Globus naiv-malerisch dargestellt ist mit dem Slogan „Näher dran!„. Was soll denn das nun heißen? Die SPD ist „vor Ort“ aber der SSW ist noch „näher dran“? Vielleicht, weil es sich ja auch um die Partei der dänischen Minderheit handelt, heißt es: „Näher dran an Deutschland!“ Aber nein, das ist auch irgendwie unsinnig, da Dänemark ja dann nun doch nicht näher an Deutschland dran ist, als Deutschland selbst. Immerhin ist Deutschland mit sich selbst identisch, wie vielleicht Richter Alexander Holt sagen würde.

Die Unabhängige Wählergemeinschaft Leck (UWL) hat da hingegen mal ein Motto mit einer ganz klaren Zielsetzung: „Mit Herz und Verstand für die Gemeinde“ war es glaube ich.
Zumindest die UWL steht der Gemeinde also eindeutig positiv gegenüber auch wenn der Slogan ein wenig so klingt, als hätte an Stelle der „Gemeinde“ früher mal das „Vaterland“ gestanden. Dann würde der Slogan sich nämlich reimen. Was genau diese Gruppierung allerdings für politische Ziele hat, ist mir noch schleierhafter als bei den anderen vorgenannten Parteien.


Hinweis:
Ich hab mir die Plakate nicht stundenlang angesehen, und sie studiert. Ich bin mit dem Auto an ihnen vorbeigefahren. Meist mit Tempo 50. Wenn ich also einen Slogan nicht 1:1 wiedergebe, oder ein Plakat falsch beschreibe, mag man mir das bitte nicht vorhalten. Immerhin erfahren so wie ich schließlich die meisten Wähler die Wahlplakate: Als vorbeiziehende bunte Schemen, geschmückt mit mehr oder weniger freundlichen Gesichtern, die eine bessere Zukunft (oder wie im Falle der CDU überhaupt erst einmal Zukunft) versprechen.
Hinweise darauf, wo ich falsch zitiere sind hingegen erwünscht.

Written by Heiko C. in: Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: