Impactsuspect » Kurzrezensionen
Mrz
12
2011
4

Die chronologiekeitskritische Babylonfünferia

Aus Gründen:
Also. Wir haben da zwei Serien, drei Piloten und ein paar TV-Filme. Die wurden in einer bestimmten Reihenfolge gesendet, spielen in einer anderen und waren im Falle von „Crusade“ sogar auch noch für eine eigentlich ganz andere Reihenfolge ausgelegt.
Das mag einige verwirren. Es kursieren Gruselgeschichten.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Das Ziel der von mir am 12.3.2011 gegründeten Babylonfünferia ist es Ängste abzubauen und Reihenfolgen zu erklären, denn die leicht angeditschte Reihenfolge des Babylon-5-Universums ist nunmal so, wie sie ist und daher ist es sinnlos sich gegen sie zu wehren.
Statt dessen muss man lernen, mit ihr klar zu kommen.

Die folgende Reihenfolge folgt nicht immer genau dem chronolisch richtigen Zeitablauf, sondern einer empfohlenen Reihenfolge, die den damaturgischen Effekt maximieren soll.

1. „Die Zusammenkunft“
Auf jeden Fall zuerst schauen, da es sich um den Pilotfilm der Hauptserie handelt, der nicht nur vor (fast) allem spielt, sondern auch noch mieses Make-Up, schlecht sitzende Kostüme und nervige Musik hat.
Das beides wird ab der ersten Folge besser, aber wenn man vorher was anderes schaut, z.B. einen der TV-Filme, dann den Piloten und dann die Serie, sticht der Pilot noch mehr unangenehm heraus als sowieso schon.

2. Staffel 1 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

3. Staffel 2 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

4. Staffel 3 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

5. Staffel 4 Folge 1-8
weil danach ein Film spielt.

6. „Das Tor zur 3. Dimension“
Streng genommen spielt dieser Film nach der ersten Szene von Folge 4.09, aber nachdem ich den einmal so geschaut habe, muss ich zugeben, dass dies schon ein wenig albern ist.

7. Staffel 4 Folge 9-22
womit die Staffel beendet ist, die eigentlich schon als die letzte geplant war.

8. „Der erste Schritt“
Dieser Film ist eventuell ein klein wenig problematisch. Er besteht aus einer Rahmenhandlung und einer Haupthandlung.
Die Haupthandlung spielt lange vor der Serie, die Rahmenhandlung danach.
Schaut man den Film aber vor der Serie, nimmt er zu viel vorweg und somit die Spannung. Schaut man den Film nach allem anderem, hat man eventuell schon wieder vergessen auf welche Ereignisse in der vierten Staffel er sich speziell bezieht.
Desweiteren lief dieser Film im Fernsehen zeitlich zwischen Staffel 4 und 5, also kann es uns nur recht sein, ihn auch so zu sehen.

9. Staffel 5 Folge 1-21
An sich könnte man Folge 22 hier auch gleich im Anschluss schauen. Sie spielt zwar etwa 20 Jahre nach der Serie, ist aber thematisch mit ihr verbunden, und spoilert die Filme, die man danach sehen würde nicht.
Will man aber die Folge einigermaßen in der Reihenfolge schauen, die der zeitlichen Eindordnung in die Babylon-5-Timeline entspricht, sollte man sie sich bis zum Schluss aufsparen.

10. „Der Fluss der Seelen“
Hier entspricht die empfohlene Konsumreihenfolge der Chronologie der Serie.

11. „Legenden der Rangers“
Wenn überhaupt, dann muss man diesen Piloten für eine nicht weiterverfolgte Serie wohl jetzt schauen. „Legenden der Rangers“ sticht aufgrund der teilweise mangelhaften bis ungenügenden schauspielerischen Leistungen auch wie ein großer Zeh hervor.
Trotzdem meine Kuckempfehlung, weil G’Kar drin ist.

12. „Waffenbrüder“
Waffenbrüder ist als Brücke zwischen Babylon 5 und Crusade gedacht, ein wenig wie „Star Trek – Generations“ ein Brückenteil zwischen den TOS-Filmen und den TNG-Filmen sein soll.
Zum Glück ist Waffenbrüder besser als Generations.

13.So, jetzt verlassen wir den Boden gut begründeter und vor allem übersichtlicher Empfehlungen. Jetzt kommt „Crusade“


High Crusade by =karanua on deviantART

Bei Crusade gibt es nur falsche Reihenfolgen. Der Reihenfolge, die der Schöpfer des Babylon-5-Universums, Joseph Michael Straczynski, eigentlich vorgesehen hatte, haben sich die Produzenten gesperrt. Man kann die Folgen zwar in der Reihenfolge schauen, in der sie ursprünglich mal gedacht waren, aber dann kommt es zu Kontinuitätsfehlern.
Man kann die Serie auch nach der vom Network vorgegebenen Sendereihenfolge schauen, aber dann entsteht kein Spannungsbogen, der über eine Folge hinaus geht.
Zu allem Überfluss handelt es sich bei Crusade nur um die erste Staffel von geplanten fünf. Das Ende bleibt uns Crusade also schuldig. Wie gut, dass wir noch die letzte Folge der letzten Staffel Babylon 5 haben, die nach Crusade spielt. Aus ihr können wir extrapolieren, was in der Zwischenzeit passiert sein muss.

Also nun zur Crusade-Reihenfolge, die „am richtigsten ist“, welches die ist, die Straczynski persönlich unter Einbeziehung aller möglichen Kontinuitätsfehler als quasi redigierte Directors-Reihenfolge geliefert hat:
13. a.) Folge 9
13. b.) Folge 11
13. c.) Folge 10
13. d.) Folge 2
13. e.) Folge 12
13. f.) Folge 3
13. g.) Folge 13
13. h.) Folge 5
13. i.) Folge 4
13. j.) Folge 6
13. k.) Folge 7
13. l.) Folge 1
13. m.) Folge 8
13. n.) Die unveröffentlichten Episoden, die ich allerdings nicht gesehen habe. Daher kann ich mir nicht wirklich ein Urteil bilden.

14.) Vergessene Legenden

15.) Babylon 5 Staffel 5 Folge 22

So. Diese Reihenfolge empfehle ich persönlich. Ich hoffe ich konnte Ängste nehmen und Gruselgeschichten widerlegen. Ist doch alles gar nicht so schwer. 😀

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Nov
15
2010
3

Und noch eine Twilight-Review…

Diesmal wieder von Youtubes eigenem Schminkwunder Reni. Sie macht hier eine Filmbesprechung von „Eklieps“, wie sie es ausspricht. 😀

Ich kann mich ihrer Analyse irgendwie nur bedingt anschließen.

Und für alle interessierten hier auch noch mal ihre Besprechung des letzten Twilight-Buches. Ich weiß, meine Rezension steht noch aus, aber ihr kennt das ja, das liegt an Gründen.

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Jul
11
2010
2

Houseliche Gesundheitspflege

Ich kippe um, oder so. Ich wache im Krankenhaus auf, wo die Ärzte erst einmal ratlos sind.
Alle möglichen Tests werden gemacht, um Infektionen, Krebs und Vergiftungen auszuschließen. Unter anderem werde ich in einen Computertomographen geschoben, in dem ich einen rätselhaften Anfall bekomme. Vermutlich mit Herzstillstand.
Nun werden verschiedene Vermutungen angestellt: Höchstwahrscheinlich sagt zu irgendeinem Zeitpunkt irgendjemand, dass es sich bei meiner merkwürdigen Krankheit um Lupus handeln könnte.

Auch Krebs wird nie ganz ausgeschlossen, immerhin gibt es ja Tumore, die zu klein sind, um sie zu sehen.
Irgendwann ringt man sich zu einer Behandlungsmethode durch. Vielleicht Chemotherapie, Dialyse oder man verabreicht mir Steroide. Dies ist dann auch spätestens der Zeitpunkt, wo mindestens ein Arzt bei mir zuhause einbricht, um nach ominösen Giftstoffen zu suchen.
Die Behandlung scheint zu helfen, bis irgendwelche Organe bei mir ausfallen, die bisher nichts mit der Sache zu tun hatten. Möglicherweise habe ich auch einen Herzstillstand, vielleicht wird dieser von meinen behandelnden Ärzten provoziert.
Jetzt wird nochmal über Lupus oder eine ähnliche Krankheit diskutiert.
Jetzt fällt dann auch meine Leber aus, was dadurch zu erkennen ist, dass das Weiße in meinen Augen gelb wird. Man hat noch immer keine Ahnung, was mir fehlt.

Nun kommt der Zeitpunkt, an dem Dr. House selbst das erste mal an mein Bett kommt. Er humpelt in mein Zimmer, beleidigt mich, entweder nur um an Informationen zu kommen, die ich verschweige, oder weil sein Bein wieder weh tut. Vielleicht auch, weil ich einem wichtigen Eingriff nicht zustimmen will.

In der Zwischenzeit war Dr. House mit einem obskuren aber harmlosen Fall beschäftigt, damit seine Kollegen zu irritieren, Drogen zu nehmen, seinen Parkplatz zu verteidigen oder alles vorgenannte zusammen.

An meinem Bett nun entscheidet er sich für eine zweite Behandlungsmethode, weil er zu einer neuen Diagnose gekommen ist, die alle bisherigen Symptome erklärt. Zufrieden humpelt er wieder aus dem Krankenzimmer.

Seine Ärzte leiten die Behandlung ein, die mich diesmal fast umbringt. Ich werde vermutlich intubiert, oder sonst irgendwie an Maschinen angeschlossen. Es sieht aber nicht gut aus, ich habe nur noch wenige Stunden zu leben.

Als House sich wieder seinem harmloseren Fall widmet, hat er plötzlich einen Geistesblitz, und hat die Lösung für mein Dilemma. Ich leide an einer Krankheit, von der ich noch nie gehört habe, die sehr selten ist, und sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nie so geäußert hat, wie bei mir.
Ich muss zwei Pillen nehmen, und werde wieder gesund.

Statistisch gesehen ist es sehr wahrscheinlich, dass ich wieder vollständig gesund werde. In Einzelfällen soll es unter den Fällen von Dr. House schon zu Organtransplantationen gekommen sein, sehr selten zu Amputationen. In sehr sehr wenigen Fällen ist der Patient unheilbar.

So laufen gefühlte 90% aller Fälle von Dr. House in der gleichnamigen Serie ab. Kaum einmal weicht der medizinische Teil der Handlung von diesem sehr einfachen Schema ab, in dem übrigens auch die meisten Fantasy-Romane von Pierce Anthony geschrieben sind:

A. Problem
B. Held macht was gegen Problem, klappt nicht
C. kleineres Problem
D. Held macht was anderes gegen Problem, was Problem nur schlimmer macht
E. Held beschäftigt sich mit kleinerem Problem, und hat Idee
F. Held löst Problem

Vielleicht ist es ja der Reiz der Serie, dass man immer wieder die gleiche Geschichte erzählt bekommt, auch wenn Namen, Orte und Krankheiten jeweils andere sind. Immerhin funktionieren auch viele Krimi-Serien nach diesem Prinzip.
Vielleicht ist der medizinische Teil der Handlung bei House auch nur der Hintergrund, vor dem der Star der Serie (Dr. House) seine verschiedenen Wesensmerkmale ausleben kann.
Würde die Serie nur aus House bestehen, wie er seine Kollegen ärgert, würde sie immerhin schnell langweilig werden, und House würde uns auch zunehmend unsympathischer.
Dadurch, dass er jedoch am laufenden Band leben rettet, die sonst keiner retten könnte, wird er uns doch irgendwie sympathisch, auch wenn er verbal gerne mal ins Klo greift, Tablettensüchtig ist und ständig Menschen manipuliert, die ihn irgendwie für einen Freund halten. An guten Tagen ist House unausstehlich sarkastisch. An schlechten Tagen schlägt er Mitarbeitern ins Gesicht, weil sie recht haben, oder feuert alle um sich rum.

Eines steht jedoch fest: Hugh Laurie, der Dr. House spielt, trägt die Serie fast ganz allein. Alle anderen Schauspieler sind ihm in der Schauspielerei gnadenlos unterlegen.
Es handelt sich um gute, solide Seriendarsteller, ja, aber ohne House wäre die Serie eine langweilige, vage soapige Krankenhausserie, die kein Mensch für erwähnenswert halten würde.
Laurie jedoch ist gut. Er ist extrem gut in dem, was er macht. Obwohl er ein typisch britisches Gesicht hat, das irgendwie schräg aussieht, und einen großen Wiedererkennungswert hat, habe ich große Schwierigkeiten seine Darstellung von Dr. House mit früheren Rollen von ihm zu vergleichen, und dabei im Hinterkopf zu behalten, dass es sich um den gleichen Schauspieler handelt.

In „Jeeves & Wooster“ spielt Laurie den englischen Dandy Bertie Wooster, der ein wenig dümmlich ist, gerne einen draufmacht und ohne seinen genialen Butler kaum lebensfähig wäre.
Ich kann mir ohne Probleme vorstellen, dass sich Bertie Wooster bei Dr. House in Behandlung gibt, ohne, dass ich auch nur Gefahr zu laufe, die beiden durcheinander zu bringen. Dabei haben beide das gleiche Gesicht, die gleiche Stimme, die gleiche Mimik und auch die gleiche Gestik. Es ist mir ein Rätsel, wie es jemand als Schauspieler schafft, den beiden Rollen doch so eine destinktiv unterschiedliche „Färbung“ zu geben.
Es tut mir leid, aber besser kann ich es nicht beschreiben.
(Anm: Ich kann mir sogar ziemlich gut vorstellen, wie Dr. House Betrie Wooster behandelt, weil letzterer genau die Art Idiot ist, über die sich Dr. House immer aufregt.)

Der geneigte Leser mag einwenden: „Kunststück! Der ist doch Schauspieler, da kann man sowas!“ Das stimmt wohl, allerdings gebe ich folgendes zu bedenken:
Hätte der Totmacher Schulz und Schulz umgebracht, und Schmanski müsste jetzt mit dem Schwein gegen ihn ermitteln, dann würden Götz George und Götz George gegen Götz George ermitteln, der die beiden Götz Georges umgebracht hat.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter:
Jul
07
2010
--

Biss zum bitteren Ende…

Eine sehr schöne Review zum neuesten Twiliight-Film findet ihr hier:
LINK! (Mit lustigem WM-Cameo)

Vampire gegen Werwölfe – Wie sieht es wohl im Film aus?

Und hier nochmal eine Kurzzusammenfassung des kleinen Mannes von der Strasse:
LINK!

Ich selbst habe den Film noch nicht gesehen, und werde es auch auf keinen Fall im Kino tun. Nachdem ich dann „New Moon“ irgendwann auf DVD gesehen habe, bin ich immer noch entgeistert, wie aus einem Buch, das besser ist als das erste, ein Film werden kann, der so viel schlechter ist, als der erste.
Da im dritten Buch ja nun so GAR nichts interessantes passiert, frage ich mich ernsthaft, was im Film wohl passieren wird, aber nicht so dringend, als dass ich ihn unbedingt im Kino sehen muss.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Lustiges | Schlagwörter: , ,
Jul
06
2010
1

Ölpest – Das Musical

Gestern abend premierte um 22:00 das neue Musical „Oilspill – the Musical“ in der Wimmersbuscher Mehrzweckhalle. Die Autorin des sozialkritischen Stückes Musiktheater, Dagmar Eckentisch-Spömerisi (43), hat sich nach eigenen Angaben diese eher unscheinbare Bühne für die Premiere ausgesucht, um zu testen, ob die durchschnittliche Dorfbevölkerung in Wimmersbusch auch mit den zahlreichen sarkastisch-sozialkritischen Anklängen etwas anzufangen weiß.
„Wissen Sie, wenn die Botschaft meines Musicals bei den einfachen Leuten nicht ankommt, dann habe ich noch viel Arbeit vor mir. Dann muss ich alles umschreiben.“, sagte Sie uns im Vertrauen.

Die Internationale Presse war gestern natürlich auch anwesend: Reporter vom „Wimmersbuscher Anzeiger“, der „Brandon Evening Press“ und des „Le Friseur“ waren da, und sogar ein Fernsehteam des offenen Kanals Bad-Hohensalza.
Obwohl stets darum bemüht, den einfachen Dorfzuschauer nicht zu überfordern, hat Frau Eckentisch-Spömerensi es geschafft Tim Curry für die Hauptrolle zu gewinnen, zumindest für die Premiere. Wie nicht anders zu erwarten spielte und sang er die Ölpest. Mit Rollen wie diesen hat er ja Erfahrung, lieh er im Film Ferngully doch einem bösen Umweltverschmutzungsmonster die Stimme.

„Ölig, ich bin so ölig, so fröhlig, ölig, ich bin das Öl!“, trällerte Curry mit markantem britischen Akzent. Es fällt ihm nicht schwer sich in Umweltverschmutzung, U-Bootoffizier oder einen transsexuellen Ausserirdischen zu versetzen, mit der deutschen Sprache hat er jedoch gestern seine Probleme gehabt. Trotzdem ein gelungener Auftakt für das mehrstündige Stück.
Wie in Musicals allgemein üblich wurden auch in „Oilspill – the Musical“ bekannte Stücke aus der Popmusik eingebaut. Das Lied vom Öl klingt also nicht zufällig bekannt: Es handelt sich um eine neu vertextete Version des Gassenhauers „Codo“ der Gruppe DÖF.

Auch andere Lieder klingen bekannt: So sang der Chor der PR-Leute von BP unter der Führung von Alberto Kotzas, der die Rolle des Tony Hayward spielte, zum Beispiel eine leicht veränderte Version von „We care a lot“ der Gruppe Faith No More.
Eindrucksvoll war am Premiereabend das Ballett der ölverschmierten Pelikane in Szene gesetzt, welche zu Tschaikowskys „Schwanengesang“ herzzerreißend starben, ebenso die Anhörung vor dem US-Kongress, auf deren Höhepunkt Kotzas in der Rolle Haywards „Guten Tag, ich will mein Leben zurück“ von Wir sind Helden singt.

Das Ende des Stückes ist sehr ungewöhnlich, gar grostesk zu nennen und gibt der Handlung, die ansonsten an den wahren Geschehnissen orientiert ist, einen besonderen Spin. Ich will auf keinen Fall zu viel verraten. Nur soviel: Am Ende fahren Tony Hayward und die Ölpest als glückliches Paar auf einer Yacht in den Sonnenuntergang!
Zum Abschluß gab es dann gestern Standing Ovations. Wimmersbusch hat verstanden, die Autorin Dagmar Eckentisch-Spömerisi atmete erleichtert auf. Nun steht einer langen und erfolgreichen Spielzeit nichts mehr im Wege.

Meine Empfehlung: Ansehen! Das beste Musical seit „Tschernobyl – Strahlende Gesichter!“

Jun
20
2010
2

Princess of Mars

So, nun ist es also passiert: Ich habe mir ohne es gleich zu merken, eine Asylum-DVD gekauft. Asylum, für diejenigen, die es nicht kennen, ist das Filmstudio, welches – ich sag mal – Alternativversionen aktueller Kinofilme produziert, und diese dann direkt to Video in die Läden bringt. Ziel ist, dass möglichst viele Leute so ihre Filme kaufen, und denken, es würde sich um die echten Blockbuster handeln.
Diese Art Falschfilm nennt man „Knockbuster“. Von Asylum gibt es zum Beispiel „Doomsday 2012“, „Transmorphers“ oder den gloriosen „I am Omega“.

Na ja, nun bin also auch ich auf den Marketingplot reingefallen, allerdings scheint es sich bei den Film, den ich gekauft habe nicht um die Billigversion eines Blockbusters zu handeln, sondern um eine eigene Filmidee.
Zumindest ist mir der dazu passende Blockbuster nicht bekannt, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

„Princess of Mars“ ist nichts weniger als eine Adaption der Barsoom-Bücher von Edgar Rice Burroughs. In dieser Buchreihe geht es um einen heimkehrenden Bürgerkriegssoldaten der einschläft, und auf dem Mars wieder aufwacht. Auf diesem Mars gibt es vierarmige Aliens, leichtbekleidete Frauen und alles mögliche mehr.
Die Buchvorlage ist also von sich aus schon ziemlich trashige Low-Fantasy. Passt ja irgendwie zu Asylum, möchte man denken.
Wie sieht es also mit der Filmumsetzung aus?

Im Fim wurde aus irgendwelchen Gründen der Soldat aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg zu einem Special-Ops-Mann, der in Afghanistan (oder im Irak, bin mir nicht sicher) operiert.
Bei irgendeiner seiner speziellen Operationen wird er von einem dieser Einheimischen – man kann ihnen nun einmal nicht trauen – verraten, und schlimm verletzt.
Seine Armee findet ihn und hält ihn für einen hoffnungslosen Fall. Da er irgendwelchen Experimenten zugestimmt hat, entschließt man sich ihn „Atom für Atom“ auf einem „16-GB-Flash-Stick“ (sic!) zu speichern, und ihn mittels Wissenschaft zum Mars zu transportieren. Natürlich nicht zu unserem Mars, sondern zum Mars um Alpha Centauri. Wahrscheinlich denken die Drehbuchschreiber, dass jedes Sternensystem einen Mars braucht. Ich stimme zu. Würde ich in einem Sternensystem wohnen, und es gäbe dort keinen Mars, mir würde etwas fehlen.
Aber zurück zum Film.

Der schwerverletzte Soldat John Carter grüßt seine Vorgesetzten also noch ein letztes Mal mit einem Stinkefinger, als er sich schon in einem Lendenschurz in einer Wüste wiederfindet. Wo der Lendenschurz herkommt erfahren wir nicht, aber wahrscheinlich haben den die amerikanischen Wissenschaftler aus Gründen des Anstands extra ins Teleportationsprogramm geschrieben.
Bewusstlos auf diesem anderen Mars liegend, wird John Carter sofort von der Prinzessin des Mars, Deja Thoris, gefunden, die ihn jedoch im Wüstensand des Mars liegen lässt, um ihn zu verschonen.
Ja, so passiert es, ich habe es auch nicht ganz begriffen. Deja Thosris spricht übrigens Englisch.

Die Prinzessin wird von Traci Lords gespielt, die zu den besseren Thespisjüngern in diesem Film zählt. Den Bechdeltest besteht der Film nicht, da sie die einzige weibliche Rolle im Film ist.
John Carter steht also auf, als die Prinzessin weg ist, und findet heraus, dass er auf diesem Mars unglaublich weit und hoch springen kann. Kurz darauf wird er von Thaks gefangen. Tharks, das sind im Buch drei Meter große, vierarmige und grüne Aliens, hier sind es Menschen in Latexmasken. Aber immerhin in recht aufwändigen Latexmasken.
Diese Tharks reiten im Buch vierbeinige Reittiere. Im Film haben diese Reittiere nur zwei Beine. Irgendwie scheint im Film alles zu wenig Gliedmaßen zu haben.
John Carter versucht sich auf Englisch mit den Tharks zu unterhalten, diese verstehen aber nur Marsgrunz. John Carter versucht es also noch einmal auf italienisch, doch auch das wird nicht verstanden.
Die Tharks haben Carter mittlerweile zu ihrem Lager geschleppt, wo er Johgurt zu essen bekommt, den eine Made abgesondert hat. Dann soll er noch ein paar Insekten essen, was er auch tut, wodurch er plötzlich Marsgrunz versteht.

Im weiteren passieren die Dinge im Film nacheinander. John Carter kämpft gegen Spinnen, John Carter befreit die Prinzessin, John Carter muss in der Arena kämpfen. Nach so etwas wie einer zusammenhängenden Handlung muss man mit der Lupe suchen.
Am Ende lässt es sich darauf komprimieren, dass ein böser Afghnaniraker, der John Carter irgendwie von der Erde gefolgt ist, ein Atemluftkraftwerk auf dem Mars unter seine Kontrolle bringen will, um die Herrschaft an sich zu reißen. Die Rolle der Prinzessin reduziert sich darauf, John Cartes Loveinterest zu sein, hin und wieder etwas über den Mars zu erklären, was keinen Sinn ergibt und ansonsten dekorativ herumzusitzen oder zu stehen und zu schmollen. Aber Traci Lords sieht ja immer so aus, als würde sie schmollen.
Die Begrenztheit der Prinzessinnenrolle ist eigentlich schade und irgendwie auch Etikettenschwindel, wenn man bedenkt, dass der Film nach ihr benannt wurde.

Auf der DVD-Hülle wird der Film angepriesen mit „Die Geschichte, die James Cameron zu Avatar inspirierte“. Nun weiß ich nicht, ob das zutrifft, aber behaupten kann man das ja mal, und viel ausdifferenzierter ist die Handlung von Avatar ja nun auch nicht.
Hinten steht dann noch „Für alle Fans von Avatar, Star Wars und Prince of Persia“. Mit „Star Wars“ muss der ungenannte Werbetexter hier die Prequels meinen, denn da ist „Princess of Mars“ in etwa genauso unlogisch, und hat ebenso flache Charaktere.
Mein Fazit: Kann man kucken. Wenn dann aber besser in großer Runde, um ihn gemeinsam blöd zu finden.

Mai
22
2010
2

Raumstationen-SF im Vergleich:

1993, ungefähr gleichzeitig, starteten zwei neue tolle Science-Fiction-Serien. Star Trek „The Next Generation“ gab den Föderationsstaffelstab an „Deep Space Nine“ weiter, und auf der anderen Seite der Studiolandschaft hat Joseph Michael Straczynski die Serie „Spacecenter Babylon 5“ buchstäblich aus dem nichts gestampft.
Die beiden Serien haben recht viele Parallelen: Beide spielen auf einer Raumstation, beide beschreiben Kriege gegen mysteriöse und übermächtige Gegner und weiteres mehr. Selbst viele der Einzelheiten findet man in beiden Serien.
Da Straczynski die Idee zu Babylon 5 wohl deutlich vor der geistigen Geburt von Deep Space Nine hatte, und seine Serie Paramount angeboten hatte, dem Studio also, dass alle Star Trek Serien produziert, gibt es im Internet kontrovers geführte Plagiatstheorien.
Darum soll es aber hier nicht gehen, sondern darum, welche insgesamt Serie die Nase vorn hat. Ich – als Jury – werde die beiden Serien in verschiedenen Einzelkategorien begründet bewerten, und das Endergebnis zeigt dann genau, welche Serie ich besser finde, und warum.

I. Die Raumstationen

In beiden Serien ist der stumme Hauptcharakter die Raumstation, auf der die Serie spielt. Erst sie sorgt für den geeigneten Rahmen, für all das Drama und die politischen Intrigen.
Babylon 5 ist eine lange, zylindrische Metallkonstruktion, die in ihrer Gesamtheit eher an das Hubbleteleskop erinnert, als an etwas aus der Science Fiction.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Deep Space Nine ist eine Raumstation, die von den Machern der Serie als „cardassianisch“ entworfen wurde. Deep Space Nine ähnelt im Aufbau zwei Kronen, die jemand aufeinander gelegt hat. Die Zacken dieser Kronen, an denen Raumschiffe andocken können, sind in einem quasi-gotischen Stil gehalten, genau wie auch der Rest der Station.


Star Trek: Deep Space Nine by ~shintetsuya on deviantART

Obwohl Babylon 5 konzeptuell und technisch die glaubwürdigere Station ist, sieht Deep Space Nine einfach schick aus. Das Cardassianische Design ist außerdem mal so etwas ganz anderes, als das, was man sonst so in Star-Trek oder anderen SF-Serien als Hauptschauplatz der Handlung aufgetischt bekommt.
Babylon 5 hingegen vermittelt ein Gefühl von echter Größe, gerade bei Innenaufnahmen. Während das Innere der Station bei Deep Space Nine wirkt wie das, was es ist, nämlich einige, wenig zahlreiche Sets, auf denen gedreht wird, glaubt man bei Babylon 5, dass es Bereiche der Station gibt,von denen nicht einmal der Captain einen Plan hat.

Bewertung also: Unentschieden. Deep Space Nine ist Eyecandy, Babylon 5 sieht nicht so beeindruckend aus, ist aber glaubwürdiger und vermittelt echte Größe. Beide Serien bekommen einen Punkt.

II. Die Schauspieler der Serien allgemein

In beiden Serien machen die Schauspieler einen tollen Job. In so mancher Serie sticht der eine oder andere Schauspieler mit mangelndem Talent hervor, wie eine nervende Feder aus einem kaputtgesessenen Sofa. Sowas ist in diesen beiden Serien aber durchweg nicht zu finden.
Bei Deep Space Nine tummeln sich geradezu die prominenten Gastdarsteller, während Babylon 5 seine besseren Schauspieler gerne mal in anderer Maske recykelt. So mancher Statist von Babylon 5 scheint direkt von der Strasse zu kommen.

Bewertung: Mit einer Träne im Auge, geht dieser Punkt an Deep Space Nine

III. Die Aliens

Deep Space Nine bietet in diesem Punkt das, was man typischerweise von Star Trek gewohnt ist: Leute in Latexmasken. Das ist im Star-Trek-Universum eben so und hat den Vorteil, dass die ganzen Gastdarsteller meist noch irgendwie zu erkennen sind.

Es ist aber auch stinklangweilig.
Die Bajoraner haben eine geriffelte Nase, die Ferengi haben Riesenglatzen und große Ohren und die Trill haben Punkte ums Gesicht.
Die einzige wiederkehrende Alienrasse, die hiervon abweicht, sind die „Wechselbälger“. Diese sind in ihrer natürlichen Form eine orangefarbene CGI-Suppe. Treten die Wechselbälger aber in Kontakt mit den anderen Rassen, sind es einfach nur Menschen in Latexmasken.


Outsiders – Odo by ~Palone-Omi on deviantART

Babylon 5 hat hier mehr zu bieten. Alleine die Vorlonen machen schon mehr her als alles, was man von Star Trek gewohnt ist. Die Vorlonen tragen zwar ständig ihre Druckanzüge, aber schon das ist eine willkommene Abwechslung zu Menschen in Latexmasken, die auch bei Babylon 5 sehr zahlreich vertreten sind.
In Babylon 5 gibt es noch andere Nicht-Latexmasken-Rassen, die hin und wieder mal auftauchen. Man findet hier alles von Puppenspiel über Animatronik bis zu den rein aus CGI bestehenden Schatten. Babylon 5 wirkt zuweilen wie die Cantina aus Star Wars.


Kosh by ~gustorak on deviantART

Bewertung: Dieser Punkt geht klar an Babylon 5. Alleine schon wegen Kosh. Kosh ist klasse.

IV. Die Raumschiffe

Star Trek benutzt seit „Raumschiff Enterprise – Die nächste Generation“ für die Darstellung von Raumschiffen durch CGI aufgemöbelte Modelle. So wird es auch bei Deep Space Nine gehandhabt.


First Contact by ~enterprisedavid on deviantART

In Babylon 5 kommen die Raumschiffe direkt aus dem Computer. Das sieht man leider.
Obwohl sich in Babylon 5 nach der im Piloten verwendeten „Wing-Commander-Grafik“ noch einiges zum besseren entwickelt hat, sind Modelle einfach nicht zu schlagen. Man sieht einfach, dass da was ist, während reine CGI-Raumschiffe immer irgendwie wie Fremdkörper wirken.
Zur Ehrenrettung  – insbesondere der irdischen Raumschiffe – sei gesagt, dass in B5 die Schiffe der Erde auch wieder sehr viel glaubwürdiger konzipiert sind, als die Warp-Schiffe der Föderation mit ihrer künstlichen Gravitation.

Bewertung: Ganz knapp geht der Punkt trotzdem an Depp Space Nine.

V. Raumschiffaction:

Kämpfen in Deep Space Nine Raumschiffe gegeneinander, handelt es sich zumeist um relativ wenige Schiffe, die einander gegenseitig bedrohen. Wie in Star Trek üblich, kann man Massenschlachten zwischen Raumschiffen hier zwar durchaus finden, allzu häufig sind sie jedoch nicht.
In Babylon 5 ist alle paar Folgen mal der Teufel los im All. Ob es die Jäger der Raumstation gegen die „Raiders“ sind, die Narn gegen die Centauri, die Schatten gegen alle anderen, oder die Erde gegen wen auch immer, hier bekommt man jede Menge Fratzengeballer für sein Geld.

Bewertung: Mit einigem Vorsprung geht dieser Punkt an Babylon 5.

VI. Genderkram und allgemeine politische Korrektheit

Beide Serien bestehen den Bechdeltest. Die Frauenquote bei den Führungsoffizieren auf Deep Space Nine ist den 50% nahe, in beiden Serien ist second-in-command der Raumstation eine Frau.
Babylon 5 scheint hier hinterherzuhinken, bis man die Botschafter der verschiedenen Völker und die Telepathin, die streng genommen nicht zur Kommandocrew gehört, in die Rechnung mit einbezieht.
Während es in Deep Space Nine die eine oder andere Story gibt, die sich mit feministischen Themen beschäftigt, scheint Feminismus in Babylon 5 überhaupt gar nicht mehr nötig – oder einfach gar kein sehr wichtiges Thema mehr – zu sein.
Frauen tauchen in allen Ämtern und Funktionen auf, und keiner kommentiert das irgendwie. Im Babylon 5 Universum ist dies ganz normal.
Beide Serien haben eine ausgesprochen frauenfeindliche und patriarchalische Spezies. Bei Deep Space Nine sind es die Ferengi, bei Babylon 5 die Centauri.
Die Hauptrollen beider Serien sind – soweit bekannt – fast ausschließlich heterosexuell. Bei Deep Space Nine scheint Dax „thrillbedingt“ bisexuell zu sein, bei Babylon 5 verliebt sich Lt. Susan Ivanova unglücklich in eine Frau.
In beiden Serien scheint die Hautfarbe ausschlaggebender dafür zu sein, wer sich in wen verliebt, als es die Unterschiede der Latexmasken sind. Mischpaarungen zwischen verschiedenen Spezies kommen in beiden Serien vor, Babylon 5 hat darüber hinaus auch noch Trans-spezies-konvertiten. (Nennt man die „Transspezielle“?)
Update: Dax von Deep Space Nine könnte man – mit etwas gutem Willen – als „transgender“ bezeichnen, obwohl die Bezeichnung ein wenig hinkt. Der Symbiont hat ja sein Geschlecht, sofern vorhanden, behalten, und lediglich den Wirt gewechselt. Weder Wirt noch Symbiont ändern also ihr Geschlecht. Oder seh‘ ich das falsch?

Bewertung: Hier geht der Punkt knapp an Babylon 5, alleine schon, weil Deep Space Nine oft sehr verkrampft wirkt, wenn solche Stories aufs Tablett kommen. Babylon 5 beschäftigt sich natürlicher mit alledem.

VII. Die Crew

Hier scheiden sich dann endgültig die Geister und eine objektive Beurteilung ist ganz und gar unmöglich. Welche der beiden Crews man besser findet, ist einfach Geschmacksache. Ich werde trotzdem versuchen meine Entscheidung zu begründen.
Ich ziehe die Crew von Babylon 5 vor. Bei Babylon 5 gibt es eine stetige Charakterentwicklung bei so gut wie allen Hauptpersonen. Bei Deep Space Nine entwickeln sich viele Charaktere gar nicht, und wenn das vereinzelt doch passiert, wirkt es auch mich forciert und unnatürlich.
Bei Babylon 5 sind die Charaktere auch in sich glaubwürdiger. Bei Star Trek kann man Charakterfehler oft mit der Lupe suchen, alle Babylon-Fünfler tragen ein realistisch-geschüttelt Maß davon herum. Sinclair ist der Mann mit dem Loch in seinerm Gedächtnis, Garibaldi Alkoholiker, Ivanova kommt mit ihrem Vater nicht zurecht und hasst Telepathen, weil sie selbst einer ist… Die Liste könnte man fortsetzen, während die Deep Space Nine Besatzung immer das beste will und meist auch tut.
Außerdem widmet Deep Space Nine der Charakterentwicklung und -beleuchtung ganze Folgen, in denen sonst kaum etwas passiert, während Babylon 5 das so nebenbei macht.

Bewertung: Hier geht der Punkt klar an Babylon 5

VIII. Zu guter letzt: Story is King

Beide Handlungsfäden sind episch. Beide Handlungsfäden führen dazu, dass sich im Laufe der Handlung viel ändert, auf der Erde und in der Galaxie. Beide Handlungen ziehen sich durch mehrere Staffeln und beide Handlungen kommen zu ihrem befriedigenden Ende.
Gerade auf letzteren Punkt kann man nicht zu oft hinweisen. Oft genug finden Serien mit vielversprechendem Anfang ein jähes Ende, noch bevor alle Plotfäden ganz aufgelöst wurden.
Wo wir gerade bei Plotfäden sind:
Sieht man die erste Staffel von Babylon 5 ohne den Rest zu kennen, denkt man sich, dass hier unheimlich viel angedeutet wird. Man vermutet, dass kaum etwas davon aufgelöst wird, wie man es von anderen Serien, gerne auch von Star Trek, gewohnt ist.
Spätestens am Ende der vierten Staffel muss man jedoch erkennen, dass so gut wie jeder brennende Handlungsfaden zu einem befriedigenden Ende geführt wurde. Die noch offenen Handlungsfäden deuten zwar an, dass nach dem Ende der Serie nicht Friede-Freude-Eierkuchen herrscht, aber man kann mit denen sehr gut leben, die aufgelöst wurden.
Babylon 5 neigt dazu, in jeder Staffel mindestens einen Handlungsfaden aufzulösen. Meist kommt die Auflösung gerade dann, wenn man sich fragt, ob die Auflösung jemals kommt. Das ist ein Kunststück, dass ich bei Fernsehserien generell nur selten erlebt habe.
Bei Deep Space Nine wird einiges erhellt und einiges bleibt im Dunkeln. Es gibt hier aber so gut wie keine „Zwischenauflösung“ von Plotpunkten. Deep Space Nine dümpelt manchmal über ganze Staffeln so vor sich hin, bis es am Ende dann geradezu hektische Aktivität mit der Plotauflösung entfaltet.
Während bei Babylon 5 Zeitreisen ein Kernstück der Handlung sind, werden selbige bei Deep Space Nine ausschließlich als Plot-Gimmick benutzt. Das Erstaunliche hierbei ist, dass Babylon 5 es schafft, selbst eine ganz anständige Zeitreiselogik hinzulegen. Vergleichbares sucht man in allen Serien und Filmen des Star-Trek-Franchise vergebens.

Bewertung: Klarer Fall. Schatten sind cool. Dominion ist meh. Dieser Punkt geht an Babylon 5.

Der Sieger insgesamt ist also aus meiner Sicht Babylon 5. Aber das ist nur meine Meinung.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Mai
15
2010
11

Maskulistische Science Fiction

Ich meine es gibt ja feministische Science Fiction. Pamela Sargents „Das Ufer der Frauen“ zum Beispiel. Ein wirklich schlimmes Buch, in dem die Frauen in hochtechnisierten Städten wohnen, und über die Fortpflanzung hinaus kaum Kontakt zu den Männern haben, die als Banden von Wilden die Wildnis durchstreifen müssen, weil sie ja nun wirklich an allem schuld sind: Krieg, Hunger, Tod, schlechtes Fernsehprogramm, usw…

In diesem Buch gibt es spezielle Tempel in der Wildnis, in denen den Männern unter Vorspiegelung illusorischer Geschlechtsakte der Samen entnommen wird, wenn ich mich recht erinnere. Ich fand das Buch enorm unplausibel und schmerzhaft zu lesen, hab es aber tatsächlich bis zum Ende geschafft.

Dann sei noch, als anderes Extrem, Ursula K. LeGuin zu nennen, die jede Menge klasse Science-Fictionromane geschrieben hat. Als Beispiel für feministische Science Fiction fällt da besonders „Winterplanet“ ins Auge. In diesem Buch reist ein menschlicher Raumfahrer auf einen kalten Planeten, auf dem die fast ebenso menschlichen Einwohner monatlich spontan doch ungesteuert das Geschlecht zu ändern in der Lage sind. Einer der Einheimischen verliebt sich in den irdischen Sternenfahrer, und wird im Laufe des Buches zur Frau. Das Buch kann ich weiterempfehlen, da es einige sehr interessante Fragen aufwirft, und zu beantworten versucht.

Zwischen diesen beiden Extremen finden sich viele andere Science-Fictionromane, die versuchen feministische Fragen zu Ende zu denken oder einfach nur ganz andere Familienmodelle zu präsentieren.
In Mary Gentles Roman „Goldenes Hexenvolk“ zum Beispiel, wird eine Alienrasse beschrieben, deren Kinder geschlechtslos sind, bis sie in die Pubertät eintreten. Auch hier wird man mit ganz anderen Familienmodellen konfrontiert. Dieses Buch – und dessen Fortsetzungen – sind zwar nicht ganz die Butter für die Augen, welche die Schreibe von Ursula K. LeGuin ist, aber trotzdem nett zu lesen. Auch hier also eine glatte Leseempfehlung.

Der urtypischte Vertreter der feministischen Science Fiction wird aber für mich immer eine Kurzgeschichte bleiben, die ich mal in irgendeinem Jubiläumsband von irgendwas gelesen habe. Diesen Band habe ich leider nie wiedergefunden, daher weiß ich nicht von wem die Geschichte ist, oder wie sie heißt, ich werde sie aber knapp zusammenfassen, soweit ich mich noch erinnere:

In einer menschlichen Kolonie auf einem Planeten sind alle Männer irgendwann einmal durch eine große Katastrophe gestorben. Seitdem pflanzen sich die Frauen im Labor fort, und die Kolonie ist rein weiblich. Seit Jahrhunderten hat man hier keinen Mann mehr gesehen, bis irgendwann ein Raumschiff von der Erde auftaucht, mit einem männlichen Raumfahrer. Dieser ist geschickt worden, um mal nach dem rechten zu sehen; ob es die Kolonie überhaupt noch gibt, und so.
Die einheimischen Frauen auf diesem Planeten finden ihn sehr befremdlich. Wie es weitergeht, weiß ich aber leider nicht mehr.
Diese Geschichte ist meine erste bewusste Begegnung mit feministischer SF, und ich finde die geschilderte rein weibliche Gesellschaft auch sehr prägnant, was den Feminismus angeht.
(Wer weiß, um welche Geschichte es sich handelt, und wo ich sie finden kann, mag dies gerne in die Kommentare schreiben.)

Was ist nun aber mit den Maskulisten? Sicher, es gibt Science Fiction, die in einem extremen Patriarchat spielt, oder auf Welten, die wahrgewordene Männerträume zu sein scheinen, aber eine rein männliche Gesellschaft, von einem männlichen Autor? Ein romangewordenes Wir-brauchen-keine-Frauen-nicht? Fehlanzeige!
Warum gibt es sowas nicht? Oder habe ich die entsprechenden literarischen Ergüsse nur bisher übersehen? Ich würd‘ sowas gerne mal lesen!

Man stelle sich die namenlose Kurzgeschichte mal andersherum vor:
Irgendeine Katastrophe tötet alle Frauen auf einem Kolonieplaneten, und die Männer pflanzen sich fortan nur noch im Labor fort. Die Gesellschaft wäre rein männlich. Wie würde das aussehen?
Da es sich um die Geschichte eines Maskulisten handeln würde, dürfte es hier auch keine Schwulen geben, weil Schwule schon zu „genderig“ wären. Was machen die Männer dann überhaupt? Wird der Sexualtrieb aberzogen, und man kümmert sich nur noch um Fußball? Werden findige Genetiker gar „Bierbäume“ züchten? Gibt es auf diesem Planeten nur Allrad-Sportwagen? Jetzt im Ernst mal: Ich hab mich durch „Das Ufer der Frauen“ gequält, also würde ich auch so eine abstruse Geschichte gerne lesen.

Und was würde passieren, wenn auf dieser durch und durch männlichen Welt plötzlich ein Raumschiff von der Erde landen würde und heraus käme: Eine Frau!!1elf
Was ist da los? Wird sie auf der Stelle aus altem Urinstinkt in die Küche geschickt? Schwingt sie sich zur bösen Matriarchin auf? Ich sehe da ungeahnte storytechnische Möglichkeiten!

Los, Maskulisten! Schreibt mir so ein Buch! Ich lese es dann auch! Ich lese ja schließlich jeden Schwachsinn, wenn Raumschiffe drin sind!
Oder sind Maskulisten etwa nicht so kreativ wie Feministinnen? Lachhaft!
Haltet euch ran, oder ich schreibe es selbst. „Fussbiertopia“ ist doch ein toller Titel, oder?

Written by Heiko C. in: Bücher,Gesellschaftliches,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Apr
30
2010
12

Wie man eine Star-Trek Serie macht

Ein paar simple Regeln, durch deren Beachtung auch Sie eine Star-Trek Serie machen können:

I. Die Protagonisten:

1.) Ihre Serie dreht sich um ein Vehikel, dass den Weltraum bereist. Dies ist idealerweise ein Raumschiff, gerne das Flagschiff der Sternenflotte. In Einzelfällen ist aber euch eine Raumstation okay, wenn sich neben ihr ein Wurmloch befindet, welches hin und wieder fremde Welten, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen ausstößt. (Enterprise – Enterprise – Deep Space Nine – Voyager – Enterprise)


Star Trek: Deep Space Nine by ~shintetsuya on deviantART

2.a) Der Käpt’n sollte nach Möglichkeit aus dem nordamerikanischen Raum stammen. Ist dies aus irgendwelchen Gründen nicht wünschenswert, und man möchte lieber einen britischen Schauspieler, der einen französischen Käpt’n spielt, so reicht es, wenn der erste Offizier aus Alaska stammt.

2.b) Die Chemie zwischen Käpt’n und erstem Offizier muss immer nach folgendem Schema funktionieren: Der eine ist immer der aufbrausende, emotionale und draufgängerische, der andere hingegen logisch und abwartend. Manchmal ist einer von beiden eine Frau. (Kirk/Spock – Picard/Riker – Sisko/Kira – Janeway/Chakotay – Archer/T’Pol)


Kirk and Spock by *trev-solo on deviantART

3.) Der Bordarzt ist in den meisten Fällen mürrisch, zynisch und beschwert sich ständig über irgendwas. (McCoy, Pulasky, Doctor)

4.) Haben Sie immer mindestens einen Außerirdischen in der Brückencrew des Vehikels, um dass sich ihre Serie dreht. Die Föderation besteht immerhin aus tausenden verschiedenen Spezies, also kann nicht die ganze Crew aus Menschen bestehen. (Spock, Worf, Dax, Tuvok, T’Pol)

5.) Jede Star-Trek Serie hat nach Möglichkeit eine Hauptfigur zu haben, mit der sich der Zuseher identifizieren kann, und die daher am Ende keiner leiden kann (Wesley Crusher). Diese Figur eignet sich später auch hervorraged dafür, dass ihr seltsame Dinge zustoßen (Harry Kim). (Weitere Beispiele: Jake Sisko, Checkov,Toshi  Sato)

6.) Jede Star-Trek Serie braucht auch eine Comic-Relief Rolle, gerade auch weil der Rest der Crew meist sehr bierernst ist. (Checkov, Barclay/Data, Quork, Neelix, Phlox)

II. Die Antagonisten:

1.) Obwohl sie im Prinzip in jeder Folge neue Feinde nach unseren Protagonisten werfen können – immerhin machen wir ja Star Trek – zahlt es sich aus, ein paar Stockbösewichte auf Halde zu haben.
Diese sollten als latente Bedrohung existieren, bis man mal wieder dringend jemanden für eine Storyline braucht, der angreift. (Klingonen, Romulaner, Cardassianer, Dominion, Kazon undwiesiealleheißen)


Klingons by ~stitchsdad on deviantART

2.) Für feindliche Alienrassen, die nur in wenigen Folgen auftauchen empfielt es sich ein soziologisches, technologisches oder anderes Problem ins Extrem zu denken, und es dann zum Prmärattribut dieser Alienrasse zu machen. So kann man ganz nebenbei – und ohne dass der Durchschnittszuschauer es merkt – ein klein wenig Gesellschaftskritik üben. (Borg, Malon, Vidianer uvm.)

3.) Man kann jemanden auf das Protagonistenschiff setzen, der sich dann später als Bösewicht entpuppt, dies hat sich bisher jedoch nicht als sehr erfolgreich herausgestellt. (Seska)

III. Storytelling:

1.) Man konfrontiere sein Protagonistenschiff mit einer seltsamen Anomalie, einer außerirdischen Rasse oder einem Kriminalfall, wodurch seltsame Dinge passieren. Am Ende der Folge löse man alles auf.
Die Auflösung kann durch Deus Ex Machina Protagonisten vorgenommen werden (Spock, Data, Doctor, 7of9) oder durch Technobabble erreicht werden. (Star Trek, TNG, DS9, Voyager, Enterprise)

2.) Man achte möglichst darauf, dass der in der Serie etablierte Status Quo nicht durch einzelne Folgen beeinträchtigt wird. Da in einer Star Trek Serie verschiedene Autoren die Folgen schreiben, ist es besser, wenn der Status Quo nach einer Folge noch genau derselbe ist wie vorher. Dies hat den Vorteil, dass Fernsehsender die Folgen in beinahe beliebiger Reihenfolge zeigen können.
Ebenso können neue Zuschauer in jeder Folge dazukommen, ohne dass sie sich fragen müssen, was zum Henker eigentlich vorgeht. (Star Trek, TNG, Voyager)

3.) Jede Serie sollte zumindest entweder eine Nazifolge oder eine Folge haben, die im Spiegeluniversum spielt. (Star Trek, DS9, Voyager, Enterprise)

4.) Das Holodeck ist eine prima Erfindung. Wenn es kaputt geht, kann die Crew abgedrehte Abenteuer erleben, die formell anderen Genres als der Science Fiction zuzuordnen sind. (TNG, DS9, Voyager)

Nachtrag: Übertreiben Sie hier nicht, sonst wird sich der Zuseher irgendwann fragen, warum eigentlich kein Weltraum-Beckstein auftaucht, der Killerspiele verbieten will. (TNG)

5.a) Zeitreisen sind eine prima Erfindung, um die Crew Abenteuer erleben zu lassen die ansonsten nicht in den Status Quo der Serie passen würden, oder um die Crew starke Gefühle erleben zu lassen, die am Ende dann doch keine Konsequenzen haben. (Star Trek, TNG, DS9, Voyager, Enterprise)

5b.) Das gleiche gilt für Parallelwelten und durch außerirdische Technologie vorgegaukelte alternative Leben. (Star Trek, TNG, DS9, Voyager, Enterprise)

6.) Wenn Ihnen gar nichts mehr einfällt, können Sie auch ein Wesen mit unbegrenzter Macht mit ihrer Crew interagieren lassen. So können Sie Ihre Leute viele abgedrehte Abenteuer erleben lassen, die am Ende keine Konsequenzen haben. (Trelane, Apoll, Q)

7.) Vermeiden Sie nach Möglichkeit Doppelfolgen, oder legen Sie diese an das Ende einer, und den Anfang der nächsten Staffel.

8.) Foltern Sie in zumindest einer Folge Ihren Käpt’n! Zeigen Sie hierdurch wie charakterstark er ist, und was er alles einstecken kann. Auch hier genügt es auch in einigen Fällen den ersten Offizier zu foltern.  (Star Trek, TNG, Voyager)

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen | Schlagwörter: ,
Mrz
20
2010
3

Columbo goes far east

Eine Folge Columbo, zusammengefasst in Haikus:

Psychater ist bös‘
Schläft mit seiner Patientin
Bringt ihren Mann um

Schläge auf der Couch
Schürhaken auf den Kopf. PENG!
Ihr Mann ist jetzt tot

Eilig aus dem Haus
Den Blinden fast umgefahr’n
Der Blindenhund bellt

Der Mord wird gedeckt
Patientin erzählt Lügen
Dem Mörder wegen

Der Columbo raucht
eine braune Zigarre
In ’nem Krankenhaus

Mörder pumpt Drogen
In Geliebte rein, wegen
Lügendetektor!

Mörder hypnoti
siert Geliebte damit sie
sich umbringen tut.

Geliebte ist tot
Columbo konnte nichts tun
Kraniche fliegen

Der Mann im Trenchcoat
Hat noch eines vergessen
Den Mörder nervt dies

Columbo wird laut
Schreit Sprechstundenhilfe an
verunsichert sie

Columbo hat’s raus
Der Mörder wird unruhig
Verhafte ihn schon!

Und falls jetzt jemand denkt, dass Haikus eigentlich nur auf Japanisch einen Sinn ergeben, so mag er recht haben.

Written by Heiko C. in: Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter:

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Mrz
12
2011
4

Die chronologiekeitskritische Babylonfünferia

Aus Gründen:
Also. Wir haben da zwei Serien, drei Piloten und ein paar TV-Filme. Die wurden in einer bestimmten Reihenfolge gesendet, spielen in einer anderen und waren im Falle von „Crusade“ sogar auch noch für eine eigentlich ganz andere Reihenfolge ausgelegt.
Das mag einige verwirren. Es kursieren Gruselgeschichten.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Das Ziel der von mir am 12.3.2011 gegründeten Babylonfünferia ist es Ängste abzubauen und Reihenfolgen zu erklären, denn die leicht angeditschte Reihenfolge des Babylon-5-Universums ist nunmal so, wie sie ist und daher ist es sinnlos sich gegen sie zu wehren.
Statt dessen muss man lernen, mit ihr klar zu kommen.

Die folgende Reihenfolge folgt nicht immer genau dem chronolisch richtigen Zeitablauf, sondern einer empfohlenen Reihenfolge, die den damaturgischen Effekt maximieren soll.

1. „Die Zusammenkunft“
Auf jeden Fall zuerst schauen, da es sich um den Pilotfilm der Hauptserie handelt, der nicht nur vor (fast) allem spielt, sondern auch noch mieses Make-Up, schlecht sitzende Kostüme und nervige Musik hat.
Das beides wird ab der ersten Folge besser, aber wenn man vorher was anderes schaut, z.B. einen der TV-Filme, dann den Piloten und dann die Serie, sticht der Pilot noch mehr unangenehm heraus als sowieso schon.

2. Staffel 1 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

3. Staffel 2 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

4. Staffel 3 der Hauptserie Babylon 5
und zwar die Folgen in der Reihenfolge, wie sie kommen.

5. Staffel 4 Folge 1-8
weil danach ein Film spielt.

6. „Das Tor zur 3. Dimension“
Streng genommen spielt dieser Film nach der ersten Szene von Folge 4.09, aber nachdem ich den einmal so geschaut habe, muss ich zugeben, dass dies schon ein wenig albern ist.

7. Staffel 4 Folge 9-22
womit die Staffel beendet ist, die eigentlich schon als die letzte geplant war.

8. „Der erste Schritt“
Dieser Film ist eventuell ein klein wenig problematisch. Er besteht aus einer Rahmenhandlung und einer Haupthandlung.
Die Haupthandlung spielt lange vor der Serie, die Rahmenhandlung danach.
Schaut man den Film aber vor der Serie, nimmt er zu viel vorweg und somit die Spannung. Schaut man den Film nach allem anderem, hat man eventuell schon wieder vergessen auf welche Ereignisse in der vierten Staffel er sich speziell bezieht.
Desweiteren lief dieser Film im Fernsehen zeitlich zwischen Staffel 4 und 5, also kann es uns nur recht sein, ihn auch so zu sehen.

9. Staffel 5 Folge 1-21
An sich könnte man Folge 22 hier auch gleich im Anschluss schauen. Sie spielt zwar etwa 20 Jahre nach der Serie, ist aber thematisch mit ihr verbunden, und spoilert die Filme, die man danach sehen würde nicht.
Will man aber die Folge einigermaßen in der Reihenfolge schauen, die der zeitlichen Eindordnung in die Babylon-5-Timeline entspricht, sollte man sie sich bis zum Schluss aufsparen.

10. „Der Fluss der Seelen“
Hier entspricht die empfohlene Konsumreihenfolge der Chronologie der Serie.

11. „Legenden der Rangers“
Wenn überhaupt, dann muss man diesen Piloten für eine nicht weiterverfolgte Serie wohl jetzt schauen. „Legenden der Rangers“ sticht aufgrund der teilweise mangelhaften bis ungenügenden schauspielerischen Leistungen auch wie ein großer Zeh hervor.
Trotzdem meine Kuckempfehlung, weil G’Kar drin ist.

12. „Waffenbrüder“
Waffenbrüder ist als Brücke zwischen Babylon 5 und Crusade gedacht, ein wenig wie „Star Trek – Generations“ ein Brückenteil zwischen den TOS-Filmen und den TNG-Filmen sein soll.
Zum Glück ist Waffenbrüder besser als Generations.

13.So, jetzt verlassen wir den Boden gut begründeter und vor allem übersichtlicher Empfehlungen. Jetzt kommt „Crusade“


High Crusade by =karanua on deviantART

Bei Crusade gibt es nur falsche Reihenfolgen. Der Reihenfolge, die der Schöpfer des Babylon-5-Universums, Joseph Michael Straczynski, eigentlich vorgesehen hatte, haben sich die Produzenten gesperrt. Man kann die Folgen zwar in der Reihenfolge schauen, in der sie ursprünglich mal gedacht waren, aber dann kommt es zu Kontinuitätsfehlern.
Man kann die Serie auch nach der vom Network vorgegebenen Sendereihenfolge schauen, aber dann entsteht kein Spannungsbogen, der über eine Folge hinaus geht.
Zu allem Überfluss handelt es sich bei Crusade nur um die erste Staffel von geplanten fünf. Das Ende bleibt uns Crusade also schuldig. Wie gut, dass wir noch die letzte Folge der letzten Staffel Babylon 5 haben, die nach Crusade spielt. Aus ihr können wir extrapolieren, was in der Zwischenzeit passiert sein muss.

Also nun zur Crusade-Reihenfolge, die „am richtigsten ist“, welches die ist, die Straczynski persönlich unter Einbeziehung aller möglichen Kontinuitätsfehler als quasi redigierte Directors-Reihenfolge geliefert hat:
13. a.) Folge 9
13. b.) Folge 11
13. c.) Folge 10
13. d.) Folge 2
13. e.) Folge 12
13. f.) Folge 3
13. g.) Folge 13
13. h.) Folge 5
13. i.) Folge 4
13. j.) Folge 6
13. k.) Folge 7
13. l.) Folge 1
13. m.) Folge 8
13. n.) Die unveröffentlichten Episoden, die ich allerdings nicht gesehen habe. Daher kann ich mir nicht wirklich ein Urteil bilden.

14.) Vergessene Legenden

15.) Babylon 5 Staffel 5 Folge 22

So. Diese Reihenfolge empfehle ich persönlich. Ich hoffe ich konnte Ängste nehmen und Gruselgeschichten widerlegen. Ist doch alles gar nicht so schwer. 😀

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Nov
15
2010
3

Und noch eine Twilight-Review…

Diesmal wieder von Youtubes eigenem Schminkwunder Reni. Sie macht hier eine Filmbesprechung von „Eklieps“, wie sie es ausspricht. 😀

Ich kann mich ihrer Analyse irgendwie nur bedingt anschließen.

Und für alle interessierten hier auch noch mal ihre Besprechung des letzten Twilight-Buches. Ich weiß, meine Rezension steht noch aus, aber ihr kennt das ja, das liegt an Gründen.

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Jul
11
2010
2

Houseliche Gesundheitspflege

Ich kippe um, oder so. Ich wache im Krankenhaus auf, wo die Ärzte erst einmal ratlos sind.
Alle möglichen Tests werden gemacht, um Infektionen, Krebs und Vergiftungen auszuschließen. Unter anderem werde ich in einen Computertomographen geschoben, in dem ich einen rätselhaften Anfall bekomme. Vermutlich mit Herzstillstand.
Nun werden verschiedene Vermutungen angestellt: Höchstwahrscheinlich sagt zu irgendeinem Zeitpunkt irgendjemand, dass es sich bei meiner merkwürdigen Krankheit um Lupus handeln könnte.

Auch Krebs wird nie ganz ausgeschlossen, immerhin gibt es ja Tumore, die zu klein sind, um sie zu sehen.
Irgendwann ringt man sich zu einer Behandlungsmethode durch. Vielleicht Chemotherapie, Dialyse oder man verabreicht mir Steroide. Dies ist dann auch spätestens der Zeitpunkt, wo mindestens ein Arzt bei mir zuhause einbricht, um nach ominösen Giftstoffen zu suchen.
Die Behandlung scheint zu helfen, bis irgendwelche Organe bei mir ausfallen, die bisher nichts mit der Sache zu tun hatten. Möglicherweise habe ich auch einen Herzstillstand, vielleicht wird dieser von meinen behandelnden Ärzten provoziert.
Jetzt wird nochmal über Lupus oder eine ähnliche Krankheit diskutiert.
Jetzt fällt dann auch meine Leber aus, was dadurch zu erkennen ist, dass das Weiße in meinen Augen gelb wird. Man hat noch immer keine Ahnung, was mir fehlt.

Nun kommt der Zeitpunkt, an dem Dr. House selbst das erste mal an mein Bett kommt. Er humpelt in mein Zimmer, beleidigt mich, entweder nur um an Informationen zu kommen, die ich verschweige, oder weil sein Bein wieder weh tut. Vielleicht auch, weil ich einem wichtigen Eingriff nicht zustimmen will.

In der Zwischenzeit war Dr. House mit einem obskuren aber harmlosen Fall beschäftigt, damit seine Kollegen zu irritieren, Drogen zu nehmen, seinen Parkplatz zu verteidigen oder alles vorgenannte zusammen.

An meinem Bett nun entscheidet er sich für eine zweite Behandlungsmethode, weil er zu einer neuen Diagnose gekommen ist, die alle bisherigen Symptome erklärt. Zufrieden humpelt er wieder aus dem Krankenzimmer.

Seine Ärzte leiten die Behandlung ein, die mich diesmal fast umbringt. Ich werde vermutlich intubiert, oder sonst irgendwie an Maschinen angeschlossen. Es sieht aber nicht gut aus, ich habe nur noch wenige Stunden zu leben.

Als House sich wieder seinem harmloseren Fall widmet, hat er plötzlich einen Geistesblitz, und hat die Lösung für mein Dilemma. Ich leide an einer Krankheit, von der ich noch nie gehört habe, die sehr selten ist, und sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nie so geäußert hat, wie bei mir.
Ich muss zwei Pillen nehmen, und werde wieder gesund.

Statistisch gesehen ist es sehr wahrscheinlich, dass ich wieder vollständig gesund werde. In Einzelfällen soll es unter den Fällen von Dr. House schon zu Organtransplantationen gekommen sein, sehr selten zu Amputationen. In sehr sehr wenigen Fällen ist der Patient unheilbar.

So laufen gefühlte 90% aller Fälle von Dr. House in der gleichnamigen Serie ab. Kaum einmal weicht der medizinische Teil der Handlung von diesem sehr einfachen Schema ab, in dem übrigens auch die meisten Fantasy-Romane von Pierce Anthony geschrieben sind:

A. Problem
B. Held macht was gegen Problem, klappt nicht
C. kleineres Problem
D. Held macht was anderes gegen Problem, was Problem nur schlimmer macht
E. Held beschäftigt sich mit kleinerem Problem, und hat Idee
F. Held löst Problem

Vielleicht ist es ja der Reiz der Serie, dass man immer wieder die gleiche Geschichte erzählt bekommt, auch wenn Namen, Orte und Krankheiten jeweils andere sind. Immerhin funktionieren auch viele Krimi-Serien nach diesem Prinzip.
Vielleicht ist der medizinische Teil der Handlung bei House auch nur der Hintergrund, vor dem der Star der Serie (Dr. House) seine verschiedenen Wesensmerkmale ausleben kann.
Würde die Serie nur aus House bestehen, wie er seine Kollegen ärgert, würde sie immerhin schnell langweilig werden, und House würde uns auch zunehmend unsympathischer.
Dadurch, dass er jedoch am laufenden Band leben rettet, die sonst keiner retten könnte, wird er uns doch irgendwie sympathisch, auch wenn er verbal gerne mal ins Klo greift, Tablettensüchtig ist und ständig Menschen manipuliert, die ihn irgendwie für einen Freund halten. An guten Tagen ist House unausstehlich sarkastisch. An schlechten Tagen schlägt er Mitarbeitern ins Gesicht, weil sie recht haben, oder feuert alle um sich rum.

Eines steht jedoch fest: Hugh Laurie, der Dr. House spielt, trägt die Serie fast ganz allein. Alle anderen Schauspieler sind ihm in der Schauspielerei gnadenlos unterlegen.
Es handelt sich um gute, solide Seriendarsteller, ja, aber ohne House wäre die Serie eine langweilige, vage soapige Krankenhausserie, die kein Mensch für erwähnenswert halten würde.
Laurie jedoch ist gut. Er ist extrem gut in dem, was er macht. Obwohl er ein typisch britisches Gesicht hat, das irgendwie schräg aussieht, und einen großen Wiedererkennungswert hat, habe ich große Schwierigkeiten seine Darstellung von Dr. House mit früheren Rollen von ihm zu vergleichen, und dabei im Hinterkopf zu behalten, dass es sich um den gleichen Schauspieler handelt.

In „Jeeves & Wooster“ spielt Laurie den englischen Dandy Bertie Wooster, der ein wenig dümmlich ist, gerne einen draufmacht und ohne seinen genialen Butler kaum lebensfähig wäre.
Ich kann mir ohne Probleme vorstellen, dass sich Bertie Wooster bei Dr. House in Behandlung gibt, ohne, dass ich auch nur Gefahr zu laufe, die beiden durcheinander zu bringen. Dabei haben beide das gleiche Gesicht, die gleiche Stimme, die gleiche Mimik und auch die gleiche Gestik. Es ist mir ein Rätsel, wie es jemand als Schauspieler schafft, den beiden Rollen doch so eine destinktiv unterschiedliche „Färbung“ zu geben.
Es tut mir leid, aber besser kann ich es nicht beschreiben.
(Anm: Ich kann mir sogar ziemlich gut vorstellen, wie Dr. House Betrie Wooster behandelt, weil letzterer genau die Art Idiot ist, über die sich Dr. House immer aufregt.)

Der geneigte Leser mag einwenden: „Kunststück! Der ist doch Schauspieler, da kann man sowas!“ Das stimmt wohl, allerdings gebe ich folgendes zu bedenken:
Hätte der Totmacher Schulz und Schulz umgebracht, und Schmanski müsste jetzt mit dem Schwein gegen ihn ermitteln, dann würden Götz George und Götz George gegen Götz George ermitteln, der die beiden Götz Georges umgebracht hat.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter:
Jul
07
2010
--

Biss zum bitteren Ende…

Eine sehr schöne Review zum neuesten Twiliight-Film findet ihr hier:
LINK! (Mit lustigem WM-Cameo)

Vampire gegen Werwölfe – Wie sieht es wohl im Film aus?

Und hier nochmal eine Kurzzusammenfassung des kleinen Mannes von der Strasse:
LINK!

Ich selbst habe den Film noch nicht gesehen, und werde es auch auf keinen Fall im Kino tun. Nachdem ich dann „New Moon“ irgendwann auf DVD gesehen habe, bin ich immer noch entgeistert, wie aus einem Buch, das besser ist als das erste, ein Film werden kann, der so viel schlechter ist, als der erste.
Da im dritten Buch ja nun so GAR nichts interessantes passiert, frage ich mich ernsthaft, was im Film wohl passieren wird, aber nicht so dringend, als dass ich ihn unbedingt im Kino sehen muss.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Lustiges | Schlagwörter: , ,
Jul
06
2010
1

Ölpest – Das Musical

Gestern abend premierte um 22:00 das neue Musical „Oilspill – the Musical“ in der Wimmersbuscher Mehrzweckhalle. Die Autorin des sozialkritischen Stückes Musiktheater, Dagmar Eckentisch-Spömerisi (43), hat sich nach eigenen Angaben diese eher unscheinbare Bühne für die Premiere ausgesucht, um zu testen, ob die durchschnittliche Dorfbevölkerung in Wimmersbusch auch mit den zahlreichen sarkastisch-sozialkritischen Anklängen etwas anzufangen weiß.
„Wissen Sie, wenn die Botschaft meines Musicals bei den einfachen Leuten nicht ankommt, dann habe ich noch viel Arbeit vor mir. Dann muss ich alles umschreiben.“, sagte Sie uns im Vertrauen.

Die Internationale Presse war gestern natürlich auch anwesend: Reporter vom „Wimmersbuscher Anzeiger“, der „Brandon Evening Press“ und des „Le Friseur“ waren da, und sogar ein Fernsehteam des offenen Kanals Bad-Hohensalza.
Obwohl stets darum bemüht, den einfachen Dorfzuschauer nicht zu überfordern, hat Frau Eckentisch-Spömerensi es geschafft Tim Curry für die Hauptrolle zu gewinnen, zumindest für die Premiere. Wie nicht anders zu erwarten spielte und sang er die Ölpest. Mit Rollen wie diesen hat er ja Erfahrung, lieh er im Film Ferngully doch einem bösen Umweltverschmutzungsmonster die Stimme.

„Ölig, ich bin so ölig, so fröhlig, ölig, ich bin das Öl!“, trällerte Curry mit markantem britischen Akzent. Es fällt ihm nicht schwer sich in Umweltverschmutzung, U-Bootoffizier oder einen transsexuellen Ausserirdischen zu versetzen, mit der deutschen Sprache hat er jedoch gestern seine Probleme gehabt. Trotzdem ein gelungener Auftakt für das mehrstündige Stück.
Wie in Musicals allgemein üblich wurden auch in „Oilspill – the Musical“ bekannte Stücke aus der Popmusik eingebaut. Das Lied vom Öl klingt also nicht zufällig bekannt: Es handelt sich um eine neu vertextete Version des Gassenhauers „Codo“ der Gruppe DÖF.

Auch andere Lieder klingen bekannt: So sang der Chor der PR-Leute von BP unter der Führung von Alberto Kotzas, der die Rolle des Tony Hayward spielte, zum Beispiel eine leicht veränderte Version von „We care a lot“ der Gruppe Faith No More.
Eindrucksvoll war am Premiereabend das Ballett der ölverschmierten Pelikane in Szene gesetzt, welche zu Tschaikowskys „Schwanengesang“ herzzerreißend starben, ebenso die Anhörung vor dem US-Kongress, auf deren Höhepunkt Kotzas in der Rolle Haywards „Guten Tag, ich will mein Leben zurück“ von Wir sind Helden singt.

Das Ende des Stückes ist sehr ungewöhnlich, gar grostesk zu nennen und gibt der Handlung, die ansonsten an den wahren Geschehnissen orientiert ist, einen besonderen Spin. Ich will auf keinen Fall zu viel verraten. Nur soviel: Am Ende fahren Tony Hayward und die Ölpest als glückliches Paar auf einer Yacht in den Sonnenuntergang!
Zum Abschluß gab es dann gestern Standing Ovations. Wimmersbusch hat verstanden, die Autorin Dagmar Eckentisch-Spömerisi atmete erleichtert auf. Nun steht einer langen und erfolgreichen Spielzeit nichts mehr im Wege.

Meine Empfehlung: Ansehen! Das beste Musical seit „Tschernobyl – Strahlende Gesichter!“

Jun
20
2010
2

Princess of Mars

So, nun ist es also passiert: Ich habe mir ohne es gleich zu merken, eine Asylum-DVD gekauft. Asylum, für diejenigen, die es nicht kennen, ist das Filmstudio, welches – ich sag mal – Alternativversionen aktueller Kinofilme produziert, und diese dann direkt to Video in die Läden bringt. Ziel ist, dass möglichst viele Leute so ihre Filme kaufen, und denken, es würde sich um die echten Blockbuster handeln.
Diese Art Falschfilm nennt man „Knockbuster“. Von Asylum gibt es zum Beispiel „Doomsday 2012“, „Transmorphers“ oder den gloriosen „I am Omega“.

Na ja, nun bin also auch ich auf den Marketingplot reingefallen, allerdings scheint es sich bei den Film, den ich gekauft habe nicht um die Billigversion eines Blockbusters zu handeln, sondern um eine eigene Filmidee.
Zumindest ist mir der dazu passende Blockbuster nicht bekannt, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

„Princess of Mars“ ist nichts weniger als eine Adaption der Barsoom-Bücher von Edgar Rice Burroughs. In dieser Buchreihe geht es um einen heimkehrenden Bürgerkriegssoldaten der einschläft, und auf dem Mars wieder aufwacht. Auf diesem Mars gibt es vierarmige Aliens, leichtbekleidete Frauen und alles mögliche mehr.
Die Buchvorlage ist also von sich aus schon ziemlich trashige Low-Fantasy. Passt ja irgendwie zu Asylum, möchte man denken.
Wie sieht es also mit der Filmumsetzung aus?

Im Fim wurde aus irgendwelchen Gründen der Soldat aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg zu einem Special-Ops-Mann, der in Afghanistan (oder im Irak, bin mir nicht sicher) operiert.
Bei irgendeiner seiner speziellen Operationen wird er von einem dieser Einheimischen – man kann ihnen nun einmal nicht trauen – verraten, und schlimm verletzt.
Seine Armee findet ihn und hält ihn für einen hoffnungslosen Fall. Da er irgendwelchen Experimenten zugestimmt hat, entschließt man sich ihn „Atom für Atom“ auf einem „16-GB-Flash-Stick“ (sic!) zu speichern, und ihn mittels Wissenschaft zum Mars zu transportieren. Natürlich nicht zu unserem Mars, sondern zum Mars um Alpha Centauri. Wahrscheinlich denken die Drehbuchschreiber, dass jedes Sternensystem einen Mars braucht. Ich stimme zu. Würde ich in einem Sternensystem wohnen, und es gäbe dort keinen Mars, mir würde etwas fehlen.
Aber zurück zum Film.

Der schwerverletzte Soldat John Carter grüßt seine Vorgesetzten also noch ein letztes Mal mit einem Stinkefinger, als er sich schon in einem Lendenschurz in einer Wüste wiederfindet. Wo der Lendenschurz herkommt erfahren wir nicht, aber wahrscheinlich haben den die amerikanischen Wissenschaftler aus Gründen des Anstands extra ins Teleportationsprogramm geschrieben.
Bewusstlos auf diesem anderen Mars liegend, wird John Carter sofort von der Prinzessin des Mars, Deja Thoris, gefunden, die ihn jedoch im Wüstensand des Mars liegen lässt, um ihn zu verschonen.
Ja, so passiert es, ich habe es auch nicht ganz begriffen. Deja Thosris spricht übrigens Englisch.

Die Prinzessin wird von Traci Lords gespielt, die zu den besseren Thespisjüngern in diesem Film zählt. Den Bechdeltest besteht der Film nicht, da sie die einzige weibliche Rolle im Film ist.
John Carter steht also auf, als die Prinzessin weg ist, und findet heraus, dass er auf diesem Mars unglaublich weit und hoch springen kann. Kurz darauf wird er von Thaks gefangen. Tharks, das sind im Buch drei Meter große, vierarmige und grüne Aliens, hier sind es Menschen in Latexmasken. Aber immerhin in recht aufwändigen Latexmasken.
Diese Tharks reiten im Buch vierbeinige Reittiere. Im Film haben diese Reittiere nur zwei Beine. Irgendwie scheint im Film alles zu wenig Gliedmaßen zu haben.
John Carter versucht sich auf Englisch mit den Tharks zu unterhalten, diese verstehen aber nur Marsgrunz. John Carter versucht es also noch einmal auf italienisch, doch auch das wird nicht verstanden.
Die Tharks haben Carter mittlerweile zu ihrem Lager geschleppt, wo er Johgurt zu essen bekommt, den eine Made abgesondert hat. Dann soll er noch ein paar Insekten essen, was er auch tut, wodurch er plötzlich Marsgrunz versteht.

Im weiteren passieren die Dinge im Film nacheinander. John Carter kämpft gegen Spinnen, John Carter befreit die Prinzessin, John Carter muss in der Arena kämpfen. Nach so etwas wie einer zusammenhängenden Handlung muss man mit der Lupe suchen.
Am Ende lässt es sich darauf komprimieren, dass ein böser Afghnaniraker, der John Carter irgendwie von der Erde gefolgt ist, ein Atemluftkraftwerk auf dem Mars unter seine Kontrolle bringen will, um die Herrschaft an sich zu reißen. Die Rolle der Prinzessin reduziert sich darauf, John Cartes Loveinterest zu sein, hin und wieder etwas über den Mars zu erklären, was keinen Sinn ergibt und ansonsten dekorativ herumzusitzen oder zu stehen und zu schmollen. Aber Traci Lords sieht ja immer so aus, als würde sie schmollen.
Die Begrenztheit der Prinzessinnenrolle ist eigentlich schade und irgendwie auch Etikettenschwindel, wenn man bedenkt, dass der Film nach ihr benannt wurde.

Auf der DVD-Hülle wird der Film angepriesen mit „Die Geschichte, die James Cameron zu Avatar inspirierte“. Nun weiß ich nicht, ob das zutrifft, aber behaupten kann man das ja mal, und viel ausdifferenzierter ist die Handlung von Avatar ja nun auch nicht.
Hinten steht dann noch „Für alle Fans von Avatar, Star Wars und Prince of Persia“. Mit „Star Wars“ muss der ungenannte Werbetexter hier die Prequels meinen, denn da ist „Princess of Mars“ in etwa genauso unlogisch, und hat ebenso flache Charaktere.
Mein Fazit: Kann man kucken. Wenn dann aber besser in großer Runde, um ihn gemeinsam blöd zu finden.

Mai
22
2010
2

Raumstationen-SF im Vergleich:

1993, ungefähr gleichzeitig, starteten zwei neue tolle Science-Fiction-Serien. Star Trek „The Next Generation“ gab den Föderationsstaffelstab an „Deep Space Nine“ weiter, und auf der anderen Seite der Studiolandschaft hat Joseph Michael Straczynski die Serie „Spacecenter Babylon 5“ buchstäblich aus dem nichts gestampft.
Die beiden Serien haben recht viele Parallelen: Beide spielen auf einer Raumstation, beide beschreiben Kriege gegen mysteriöse und übermächtige Gegner und weiteres mehr. Selbst viele der Einzelheiten findet man in beiden Serien.
Da Straczynski die Idee zu Babylon 5 wohl deutlich vor der geistigen Geburt von Deep Space Nine hatte, und seine Serie Paramount angeboten hatte, dem Studio also, dass alle Star Trek Serien produziert, gibt es im Internet kontrovers geführte Plagiatstheorien.
Darum soll es aber hier nicht gehen, sondern darum, welche insgesamt Serie die Nase vorn hat. Ich – als Jury – werde die beiden Serien in verschiedenen Einzelkategorien begründet bewerten, und das Endergebnis zeigt dann genau, welche Serie ich besser finde, und warum.

I. Die Raumstationen

In beiden Serien ist der stumme Hauptcharakter die Raumstation, auf der die Serie spielt. Erst sie sorgt für den geeigneten Rahmen, für all das Drama und die politischen Intrigen.
Babylon 5 ist eine lange, zylindrische Metallkonstruktion, die in ihrer Gesamtheit eher an das Hubbleteleskop erinnert, als an etwas aus der Science Fiction.


Babylon 5 by ~Davide-sd on deviantART

Deep Space Nine ist eine Raumstation, die von den Machern der Serie als „cardassianisch“ entworfen wurde. Deep Space Nine ähnelt im Aufbau zwei Kronen, die jemand aufeinander gelegt hat. Die Zacken dieser Kronen, an denen Raumschiffe andocken können, sind in einem quasi-gotischen Stil gehalten, genau wie auch der Rest der Station.


Star Trek: Deep Space Nine by ~shintetsuya on deviantART

Obwohl Babylon 5 konzeptuell und technisch die glaubwürdigere Station ist, sieht Deep Space Nine einfach schick aus. Das Cardassianische Design ist außerdem mal so etwas ganz anderes, als das, was man sonst so in Star-Trek oder anderen SF-Serien als Hauptschauplatz der Handlung aufgetischt bekommt.
Babylon 5 hingegen vermittelt ein Gefühl von echter Größe, gerade bei Innenaufnahmen. Während das Innere der Station bei Deep Space Nine wirkt wie das, was es ist, nämlich einige, wenig zahlreiche Sets, auf denen gedreht wird, glaubt man bei Babylon 5, dass es Bereiche der Station gibt,von denen nicht einmal der Captain einen Plan hat.

Bewertung also: Unentschieden. Deep Space Nine ist Eyecandy, Babylon 5 sieht nicht so beeindruckend aus, ist aber glaubwürdiger und vermittelt echte Größe. Beide Serien bekommen einen Punkt.

II. Die Schauspieler der Serien allgemein

In beiden Serien machen die Schauspieler einen tollen Job. In so mancher Serie sticht der eine oder andere Schauspieler mit mangelndem Talent hervor, wie eine nervende Feder aus einem kaputtgesessenen Sofa. Sowas ist in diesen beiden Serien aber durchweg nicht zu finden.
Bei Deep Space Nine tummeln sich geradezu die prominenten Gastdarsteller, während Babylon 5 seine besseren Schauspieler gerne mal in anderer Maske recykelt. So mancher Statist von Babylon 5 scheint direkt von der Strasse zu kommen.

Bewertung: Mit einer Träne im Auge, geht dieser Punkt an Deep Space Nine

III. Die Aliens

Deep Space Nine bietet in diesem Punkt das, was man typischerweise von Star Trek gewohnt ist: Leute in Latexmasken. Das ist im Star-Trek-Universum eben so und hat den Vorteil, dass die ganzen Gastdarsteller meist noch irgendwie zu erkennen sind.

Es ist aber auch stinklangweilig.
Die Bajoraner haben eine geriffelte Nase, die Ferengi haben Riesenglatzen und große Ohren und die Trill haben Punkte ums Gesicht.
Die einzige wiederkehrende Alienrasse, die hiervon abweicht, sind die „Wechselbälger“. Diese sind in ihrer natürlichen Form eine orangefarbene CGI-Suppe. Treten die Wechselbälger aber in Kontakt mit den anderen Rassen, sind es einfach nur Menschen in Latexmasken.


Outsiders – Odo by ~Palone-Omi on deviantART

Babylon 5 hat hier mehr zu bieten. Alleine die Vorlonen machen schon mehr her als alles, was man von Star Trek gewohnt ist. Die Vorlonen tragen zwar ständig ihre Druckanzüge, aber schon das ist eine willkommene Abwechslung zu Menschen in Latexmasken, die auch bei Babylon 5 sehr zahlreich vertreten sind.
In Babylon 5 gibt es noch andere Nicht-Latexmasken-Rassen, die hin und wieder mal auftauchen. Man findet hier alles von Puppenspiel über Animatronik bis zu den rein aus CGI bestehenden Schatten. Babylon 5 wirkt zuweilen wie die Cantina aus Star Wars.


Kosh by ~gustorak on deviantART

Bewertung: Dieser Punkt geht klar an Babylon 5. Alleine schon wegen Kosh. Kosh ist klasse.

IV. Die Raumschiffe

Star Trek benutzt seit „Raumschiff Enterprise – Die nächste Generation“ für die Darstellung von Raumschiffen durch CGI aufgemöbelte Modelle. So wird es auch bei Deep Space Nine gehandhabt.


First Contact by ~enterprisedavid on deviantART

In Babylon 5 kommen die Raumschiffe direkt aus dem Computer. Das sieht man leider.
Obwohl sich in Babylon 5 nach der im Piloten verwendeten „Wing-Commander-Grafik“ noch einiges zum besseren entwickelt hat, sind Modelle einfach nicht zu schlagen. Man sieht einfach, dass da was ist, während reine CGI-Raumschiffe immer irgendwie wie Fremdkörper wirken.
Zur Ehrenrettung  – insbesondere der irdischen Raumschiffe – sei gesagt, dass in B5 die Schiffe der Erde auch wieder sehr viel glaubwürdiger konzipiert sind, als die Warp-Schiffe der Föderation mit ihrer künstlichen Gravitation.

Bewertung: Ganz knapp geht der Punkt trotzdem an Depp Space Nine.

V. Raumschiffaction:

Kämpfen in Deep Space Nine Raumschiffe gegeneinander, handelt es sich zumeist um relativ wenige Schiffe, die einander gegenseitig bedrohen. Wie in Star Trek üblich, kann man Massenschlachten zwischen Raumschiffen hier zwar durchaus finden, allzu häufig sind sie jedoch nicht.
In Babylon 5 ist alle paar Folgen mal der Teufel los im All. Ob es die Jäger der Raumstation gegen die „Raiders“ sind, die Narn gegen die Centauri, die Schatten gegen alle anderen, oder die Erde gegen wen auch immer, hier bekommt man jede Menge Fratzengeballer für sein Geld.

Bewertung: Mit einigem Vorsprung geht dieser Punkt an Babylon 5.

VI. Genderkram und allgemeine politische Korrektheit

Beide Serien bestehen den Bechdeltest. Die Frauenquote bei den Führungsoffizieren auf Deep Space Nine ist den 50% nahe, in beiden Serien ist second-in-command der Raumstation eine Frau.
Babylon 5 scheint hier hinterherzuhinken, bis man die Botschafter der verschiedenen Völker und die Telepathin, die streng genommen nicht zur Kommandocrew gehört, in die Rechnung mit einbezieht.
Während es in Deep Space Nine die eine oder andere Story gibt, die sich mit feministischen Themen beschäftigt, scheint Feminismus in Babylon 5 überhaupt gar nicht mehr nötig – oder einfach gar kein sehr wichtiges Thema mehr – zu sein.
Frauen tauchen in allen Ämtern und Funktionen auf, und keiner kommentiert das irgendwie. Im Babylon 5 Universum ist dies ganz normal.
Beide Serien haben eine ausgesprochen frauenfeindliche und patriarchalische Spezies. Bei Deep Space Nine sind es die Ferengi, bei Babylon 5 die Centauri.
Die Hauptrollen beider Serien sind – soweit bekannt – fast ausschließlich heterosexuell. Bei Deep Space Nine scheint Dax „thrillbedingt“ bisexuell zu sein, bei Babylon 5 verliebt sich Lt. Susan Ivanova unglücklich in eine Frau.
In beiden Serien scheint die Hautfarbe ausschlaggebender dafür zu sein, wer sich in wen verliebt, als es die Unterschiede der Latexmasken sind. Mischpaarungen zwischen verschiedenen Spezies kommen in beiden Serien vor, Babylon 5 hat darüber hinaus auch noch Trans-spezies-konvertiten. (Nennt man die „Transspezielle“?)
Update: Dax von Deep Space Nine könnte man – mit etwas gutem Willen – als „transgender“ bezeichnen, obwohl die Bezeichnung ein wenig hinkt. Der Symbiont hat ja sein Geschlecht, sofern vorhanden, behalten, und lediglich den Wirt gewechselt. Weder Wirt noch Symbiont ändern also ihr Geschlecht. Oder seh‘ ich das falsch?

Bewertung: Hier geht der Punkt knapp an Babylon 5, alleine schon, weil Deep Space Nine oft sehr verkrampft wirkt, wenn solche Stories aufs Tablett kommen. Babylon 5 beschäftigt sich natürlicher mit alledem.

VII. Die Crew

Hier scheiden sich dann endgültig die Geister und eine objektive Beurteilung ist ganz und gar unmöglich. Welche der beiden Crews man besser findet, ist einfach Geschmacksache. Ich werde trotzdem versuchen meine Entscheidung zu begründen.
Ich ziehe die Crew von Babylon 5 vor. Bei Babylon 5 gibt es eine stetige Charakterentwicklung bei so gut wie allen Hauptpersonen. Bei Deep Space Nine entwickeln sich viele Charaktere gar nicht, und wenn das vereinzelt doch passiert, wirkt es auch mich forciert und unnatürlich.
Bei Babylon 5 sind die Charaktere auch in sich glaubwürdiger. Bei Star Trek kann man Charakterfehler oft mit der Lupe suchen, alle Babylon-Fünfler tragen ein realistisch-geschüttelt Maß davon herum. Sinclair ist der Mann mit dem Loch in seinerm Gedächtnis, Garibaldi Alkoholiker, Ivanova kommt mit ihrem Vater nicht zurecht und hasst Telepathen, weil sie selbst einer ist… Die Liste könnte man fortsetzen, während die Deep Space Nine Besatzung immer das beste will und meist auch tut.
Außerdem widmet Deep Space Nine der Charakterentwicklung und -beleuchtung ganze Folgen, in denen sonst kaum etwas passiert, während Babylon 5 das so nebenbei macht.

Bewertung: Hier geht der Punkt klar an Babylon 5

VIII. Zu guter letzt: Story is King

Beide Handlungsfäden sind episch. Beide Handlungsfäden führen dazu, dass sich im Laufe der Handlung viel ändert, auf der Erde und in der Galaxie. Beide Handlungen ziehen sich durch mehrere Staffeln und beide Handlungen kommen zu ihrem befriedigenden Ende.
Gerade auf letzteren Punkt kann man nicht zu oft hinweisen. Oft genug finden Serien mit vielversprechendem Anfang ein jähes Ende, noch bevor alle Plotfäden ganz aufgelöst wurden.
Wo wir gerade bei Plotfäden sind:
Sieht man die erste Staffel von Babylon 5 ohne den Rest zu kennen, denkt man sich, dass hier unheimlich viel angedeutet wird. Man vermutet, dass kaum etwas davon aufgelöst wird, wie man es von anderen Serien, gerne auch von Star Trek, gewohnt ist.
Spätestens am Ende der vierten Staffel muss man jedoch erkennen, dass so gut wie jeder brennende Handlungsfaden zu einem befriedigenden Ende geführt wurde. Die noch offenen Handlungsfäden deuten zwar an, dass nach dem Ende der Serie nicht Friede-Freude-Eierkuchen herrscht, aber man kann mit denen sehr gut leben, die aufgelöst wurden.
Babylon 5 neigt dazu, in jeder Staffel mindestens einen Handlungsfaden aufzulösen. Meist kommt die Auflösung gerade dann, wenn man sich fragt, ob die Auflösung jemals kommt. Das ist ein Kunststück, dass ich bei Fernsehserien generell nur selten erlebt habe.
Bei Deep Space Nine wird einiges erhellt und einiges bleibt im Dunkeln. Es gibt hier aber so gut wie keine „Zwischenauflösung“ von Plotpunkten. Deep Space Nine dümpelt manchmal über ganze Staffeln so vor sich hin, bis es am Ende dann geradezu hektische Aktivität mit der Plotauflösung entfaltet.
Während bei Babylon 5 Zeitreisen ein Kernstück der Handlung sind, werden selbige bei Deep Space Nine ausschließlich als Plot-Gimmick benutzt. Das Erstaunliche hierbei ist, dass Babylon 5 es schafft, selbst eine ganz anständige Zeitreiselogik hinzulegen. Vergleichbares sucht man in allen Serien und Filmen des Star-Trek-Franchise vergebens.

Bewertung: Klarer Fall. Schatten sind cool. Dominion ist meh. Dieser Punkt geht an Babylon 5.

Der Sieger insgesamt ist also aus meiner Sicht Babylon 5. Aber das ist nur meine Meinung.

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Mai
15
2010
11

Maskulistische Science Fiction

Ich meine es gibt ja feministische Science Fiction. Pamela Sargents „Das Ufer der Frauen“ zum Beispiel. Ein wirklich schlimmes Buch, in dem die Frauen in hochtechnisierten Städten wohnen, und über die Fortpflanzung hinaus kaum Kontakt zu den Männern haben, die als Banden von Wilden die Wildnis durchstreifen müssen, weil sie ja nun wirklich an allem schuld sind: Krieg, Hunger, Tod, schlechtes Fernsehprogramm, usw…

In diesem Buch gibt es spezielle Tempel in der Wildnis, in denen den Männern unter Vorspiegelung illusorischer Geschlechtsakte der Samen entnommen wird, wenn ich mich recht erinnere. Ich fand das Buch enorm unplausibel und schmerzhaft zu lesen, hab es aber tatsächlich bis zum Ende geschafft.

Dann sei noch, als anderes Extrem, Ursula K. LeGuin zu nennen, die jede Menge klasse Science-Fictionromane geschrieben hat. Als Beispiel für feministische Science Fiction fällt da besonders „Winterplanet“ ins Auge. In diesem Buch reist ein menschlicher Raumfahrer auf einen kalten Planeten, auf dem die fast ebenso menschlichen Einwohner monatlich spontan doch ungesteuert das Geschlecht zu ändern in der Lage sind. Einer der Einheimischen verliebt sich in den irdischen Sternenfahrer, und wird im Laufe des Buches zur Frau. Das Buch kann ich weiterempfehlen, da es einige sehr interessante Fragen aufwirft, und zu beantworten versucht.

Zwischen diesen beiden Extremen finden sich viele andere Science-Fictionromane, die versuchen feministische Fragen zu Ende zu denken oder einfach nur ganz andere Familienmodelle zu präsentieren.
In Mary Gentles Roman „Goldenes Hexenvolk“ zum Beispiel, wird eine Alienrasse beschrieben, deren Kinder geschlechtslos sind, bis sie in die Pubertät eintreten. Auch hier wird man mit ganz anderen Familienmodellen konfrontiert. Dieses Buch – und dessen Fortsetzungen – sind zwar nicht ganz die Butter für die Augen, welche die Schreibe von Ursula K. LeGuin ist, aber trotzdem nett zu lesen. Auch hier also eine glatte Leseempfehlung.

Der urtypischte Vertreter der feministischen Science Fiction wird aber für mich immer eine Kurzgeschichte bleiben, die ich mal in irgendeinem Jubiläumsband von irgendwas gelesen habe. Diesen Band habe ich leider nie wiedergefunden, daher weiß ich nicht von wem die Geschichte ist, oder wie sie heißt, ich werde sie aber knapp zusammenfassen, soweit ich mich noch erinnere:

In einer menschlichen Kolonie auf einem Planeten sind alle Männer irgendwann einmal durch eine große Katastrophe gestorben. Seitdem pflanzen sich die Frauen im Labor fort, und die Kolonie ist rein weiblich. Seit Jahrhunderten hat man hier keinen Mann mehr gesehen, bis irgendwann ein Raumschiff von der Erde auftaucht, mit einem männlichen Raumfahrer. Dieser ist geschickt worden, um mal nach dem rechten zu sehen; ob es die Kolonie überhaupt noch gibt, und so.
Die einheimischen Frauen auf diesem Planeten finden ihn sehr befremdlich. Wie es weitergeht, weiß ich aber leider nicht mehr.
Diese Geschichte ist meine erste bewusste Begegnung mit feministischer SF, und ich finde die geschilderte rein weibliche Gesellschaft auch sehr prägnant, was den Feminismus angeht.
(Wer weiß, um welche Geschichte es sich handelt, und wo ich sie finden kann, mag dies gerne in die Kommentare schreiben.)

Was ist nun aber mit den Maskulisten? Sicher, es gibt Science Fiction, die in einem extremen Patriarchat spielt, oder auf Welten, die wahrgewordene Männerträume zu sein scheinen, aber eine rein männliche Gesellschaft, von einem männlichen Autor? Ein romangewordenes Wir-brauchen-keine-Frauen-nicht? Fehlanzeige!
Warum gibt es sowas nicht? Oder habe ich die entsprechenden literarischen Ergüsse nur bisher übersehen? Ich würd‘ sowas gerne mal lesen!

Man stelle sich die namenlose Kurzgeschichte mal andersherum vor:
Irgendeine Katastrophe tötet alle Frauen auf einem Kolonieplaneten, und die Männer pflanzen sich fortan nur noch im Labor fort. Die Gesellschaft wäre rein männlich. Wie würde das aussehen?
Da es sich um die Geschichte eines Maskulisten handeln würde, dürfte es hier auch keine Schwulen geben, weil Schwule schon zu „genderig“ wären. Was machen die Männer dann überhaupt? Wird der Sexualtrieb aberzogen, und man kümmert sich nur noch um Fußball? Werden findige Genetiker gar „Bierbäume“ züchten? Gibt es auf diesem Planeten nur Allrad-Sportwagen? Jetzt im Ernst mal: Ich hab mich durch „Das Ufer der Frauen“ gequält, also würde ich auch so eine abstruse Geschichte gerne lesen.

Und was würde passieren, wenn auf dieser durch und durch männlichen Welt plötzlich ein Raumschiff von der Erde landen würde und heraus käme: Eine Frau!!1elf
Was ist da los? Wird sie auf der Stelle aus altem Urinstinkt in die Küche geschickt? Schwingt sie sich zur bösen Matriarchin auf? Ich sehe da ungeahnte storytechnische Möglichkeiten!

Los, Maskulisten! Schreibt mir so ein Buch! Ich lese es dann auch! Ich lese ja schließlich jeden Schwachsinn, wenn Raumschiffe drin sind!
Oder sind Maskulisten etwa nicht so kreativ wie Feministinnen? Lachhaft!
Haltet euch ran, oder ich schreibe es selbst. „Fussbiertopia“ ist doch ein toller Titel, oder?

Written by Heiko C. in: Bücher,Gesellschaftliches,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Apr
30
2010
12

Wie man eine Star-Trek Serie macht

Ein paar simple Regeln, durch deren Beachtung auch Sie eine Star-Trek Serie machen können:

I. Die Protagonisten:

1.) Ihre Serie dreht sich um ein Vehikel, dass den Weltraum bereist. Dies ist idealerweise ein Raumschiff, gerne das Flagschiff der Sternenflotte. In Einzelfällen ist aber euch eine Raumstation okay, wenn sich neben ihr ein Wurmloch befindet, welches hin und wieder fremde Welten, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen ausstößt. (Enterprise – Enterprise – Deep Space Nine – Voyager – Enterprise)


Star Trek: Deep Space Nine by ~shintetsuya on deviantART

2.a) Der Käpt’n sollte nach Möglichkeit aus dem nordamerikanischen Raum stammen. Ist dies aus irgendwelchen Gründen nicht wünschenswert, und man möchte lieber einen britischen Schauspieler, der einen französischen Käpt’n spielt, so reicht es, wenn der erste Offizier aus Alaska stammt.

2.b) Die Chemie zwischen Käpt’n und erstem Offizier muss immer nach folgendem Schema funktionieren: Der eine ist immer der aufbrausende, emotionale und draufgängerische, der andere hingegen logisch und abwartend. Manchmal ist einer von beiden eine Frau. (Kirk/Spock – Picard/Riker – Sisko/Kira – Janeway/Chakotay – Archer/T’Pol)


Kirk and Spock by *trev-solo on deviantART

3.) Der Bordarzt ist in den meisten Fällen mürrisch, zynisch und beschwert sich ständig über irgendwas. (McCoy, Pulasky, Doctor)

4.) Haben Sie immer mindestens einen Außerirdischen in der Brückencrew des Vehikels, um dass sich ihre Serie dreht. Die Föderation besteht immerhin aus tausenden verschiedenen Spezies, also kann nicht die ganze Crew aus Menschen bestehen. (Spock, Worf, Dax, Tuvok, T’Pol)

5.) Jede Star-Trek Serie hat nach Möglichkeit eine Hauptfigur zu haben, mit der sich der Zuseher identifizieren kann, und die daher am Ende keiner leiden kann (Wesley Crusher). Diese Figur eignet sich später auch hervorraged dafür, dass ihr seltsame Dinge zustoßen (Harry Kim). (Weitere Beispiele: Jake Sisko, Checkov,Toshi  Sato)

6.) Jede Star-Trek Serie braucht auch eine Comic-Relief Rolle, gerade auch weil der Rest der Crew meist sehr bierernst ist. (Checkov, Barclay/Data, Quork, Neelix, Phlox)

II. Die Antagonisten:

1.) Obwohl sie im Prinzip in jeder Folge neue Feinde nach unseren Protagonisten werfen können – immerhin machen wir ja Star Trek – zahlt es sich aus, ein paar Stockbösewichte auf Halde zu haben.
Diese sollten als latente Bedrohung existieren, bis man mal wieder dringend jemanden für eine Storyline braucht, der angreift. (Klingonen, Romulaner, Cardassianer, Dominion, Kazon undwiesiealleheißen)


Klingons by ~stitchsdad on deviantART

2.) Für feindliche Alienrassen, die nur in wenigen Folgen auftauchen empfielt es sich ein soziologisches, technologisches oder anderes Problem ins Extrem zu denken, und es dann zum Prmärattribut dieser Alienrasse zu machen. So kann man ganz nebenbei – und ohne dass der Durchschnittszuschauer es merkt – ein klein wenig Gesellschaftskritik üben. (Borg, Malon, Vidianer uvm.)

3.) Man kann jemanden auf das Protagonistenschiff setzen, der sich dann später als Bösewicht entpuppt, dies hat sich bisher jedoch nicht als sehr erfolgreich herausgestellt. (Seska)

III. Storytelling:

1.) Man konfrontiere sein Protagonistenschiff mit einer seltsamen Anomalie, einer außerirdischen Rasse oder einem Kriminalfall, wodurch seltsame Dinge passieren. Am Ende der Folge löse man alles auf.
Die Auflösung kann durch Deus Ex Machina Protagonisten vorgenommen werden (Spock, Data, Doctor, 7of9) oder durch Technobabble erreicht werden. (Star Trek, TNG, DS9, Voyager, Enterprise)

2.) Man achte möglichst darauf, dass der in der Serie etablierte Status Quo nicht durch einzelne Folgen beeinträchtigt wird. Da in einer Star Trek Serie verschiedene Autoren die Folgen schreiben, ist es besser, wenn der Status Quo nach einer Folge noch genau derselbe ist wie vorher. Dies hat den Vorteil, dass Fernsehsender die Folgen in beinahe beliebiger Reihenfolge zeigen können.
Ebenso können neue Zuschauer in jeder Folge dazukommen, ohne dass sie sich fragen müssen, was zum Henker eigentlich vorgeht. (Star Trek, TNG, Voyager)

3.) Jede Serie sollte zumindest entweder eine Nazifolge oder eine Folge haben, die im Spiegeluniversum spielt. (Star Trek, DS9, Voyager, Enterprise)

4.) Das Holodeck ist eine prima Erfindung. Wenn es kaputt geht, kann die Crew abgedrehte Abenteuer erleben, die formell anderen Genres als der Science Fiction zuzuordnen sind. (TNG, DS9, Voyager)

Nachtrag: Übertreiben Sie hier nicht, sonst wird sich der Zuseher irgendwann fragen, warum eigentlich kein Weltraum-Beckstein auftaucht, der Killerspiele verbieten will. (TNG)

5.a) Zeitreisen sind eine prima Erfindung, um die Crew Abenteuer erleben zu lassen die ansonsten nicht in den Status Quo der Serie passen würden, oder um die Crew starke Gefühle erleben zu lassen, die am Ende dann doch keine Konsequenzen haben. (Star Trek, TNG, DS9, Voyager, Enterprise)

5b.) Das gleiche gilt für Parallelwelten und durch außerirdische Technologie vorgegaukelte alternative Leben. (Star Trek, TNG, DS9, Voyager, Enterprise)

6.) Wenn Ihnen gar nichts mehr einfällt, können Sie auch ein Wesen mit unbegrenzter Macht mit ihrer Crew interagieren lassen. So können Sie Ihre Leute viele abgedrehte Abenteuer erleben lassen, die am Ende keine Konsequenzen haben. (Trelane, Apoll, Q)

7.) Vermeiden Sie nach Möglichkeit Doppelfolgen, oder legen Sie diese an das Ende einer, und den Anfang der nächsten Staffel.

8.) Foltern Sie in zumindest einer Folge Ihren Käpt’n! Zeigen Sie hierdurch wie charakterstark er ist, und was er alles einstecken kann. Auch hier genügt es auch in einigen Fällen den ersten Offizier zu foltern.  (Star Trek, TNG, Voyager)

Written by Heiko C. in: Kurzrezensionen | Schlagwörter: ,
Mrz
20
2010
3

Columbo goes far east

Eine Folge Columbo, zusammengefasst in Haikus:

Psychater ist bös‘
Schläft mit seiner Patientin
Bringt ihren Mann um

Schläge auf der Couch
Schürhaken auf den Kopf. PENG!
Ihr Mann ist jetzt tot

Eilig aus dem Haus
Den Blinden fast umgefahr’n
Der Blindenhund bellt

Der Mord wird gedeckt
Patientin erzählt Lügen
Dem Mörder wegen

Der Columbo raucht
eine braune Zigarre
In ’nem Krankenhaus

Mörder pumpt Drogen
In Geliebte rein, wegen
Lügendetektor!

Mörder hypnoti
siert Geliebte damit sie
sich umbringen tut.

Geliebte ist tot
Columbo konnte nichts tun
Kraniche fliegen

Der Mann im Trenchcoat
Hat noch eines vergessen
Den Mörder nervt dies

Columbo wird laut
Schreit Sprechstundenhilfe an
verunsichert sie

Columbo hat’s raus
Der Mörder wird unruhig
Verhafte ihn schon!

Und falls jetzt jemand denkt, dass Haikus eigentlich nur auf Japanisch einen Sinn ergeben, so mag er recht haben.

Written by Heiko C. in: Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: