Jun
22
2009
2

Offener Brief an Angela Merkel

Liebe Frau Kanzlerin,

Am 17 Juni schrieb das greenpeace-magazin.de, Sie würden die Ängste gegen die CO2 Endlager in weiten Teilen Norddeutschlands nicht nur nicht teilen, sondern auch für unangemessen halten. Ich verweise hier auf den Absatz mit Ihrem vielleicht witzig gemeinten Mineralwasservergleich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weiß um die Ängste gegen das Projekt. Sie wies am Dienstag Befürchtungen zurück: «Es handelt sich um Kohlendioxid, was ja bekanntermaßen sogar in Mineralwasserflaschen – solange es sich nicht um stilles Wasser handelt – vorhanden ist», sagte Merkel. «Es spricht nur dafür, dass wir die Bildungsanstrengungen noch verstärken müssen.»

Ich frage mich ernsthaft, wer hier ungebildet ist. Wir sicher nicht. Dass das Gas austreten kann, und früher oder später sogar austreten wird, leugnet man noch nichteinmal bei RWE. Dass die Risiken für unser Grundwasser noch gar nicht erforscht sind, musste man dort auch zugeben. Dass die Einlagerung von CO2 im Erdboden nicht klimafreundlich ist, sondern im Gegenteil eine nachhaltige Klimapolitik verhindert, indem sie die Nutzung von Geothermie und Druckluftkraftwerken unmöglich macht, wissen hier auch alle.
Sie anscheinend nicht.
Wissen Sie, erneuerbare Energien gehören bei uns schon lange zum Alltag. Jeder hier kennt sich da ein wenig aus. Sie offenbar nicht.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , ,
Jun
21
2009
2

Die Lobby der Wähler

Ich bin „Wessi“, noch in den Siebzigern geboren und kann bei meinen folgenden Ausführungen nur von meiner Generation reden, aber ich denke, dass es allen Nachkriegsgenerationen in der Bundesrepublik ähnlich gegangen sein wird wie mir.
Als Kind noch war die Welt in Ordnung. Auch in der Grundschule. Als ich dann aber auf die Realschule kam, kam irgendwann der Moment, wo man sich mit der dunkelsten Stunde der Deutschen Geschichte erstmals auseinandersetzen musste. Meine Mitschüler und ich waren erstmal sprach- wie ratlos, einige werden sogar betroffen gewesen sein, aber in dem Alter empfindet man es oft noch als peinlich, das auch zu zeigen. Dann ging es immer so weiter. Erstmal kamen Filme von den KZs, von Leichenbergen in Stacheldrahtkullisse, von einem Haufen gesammelter Brillen und Schuhen.
Nach dieser Schocktherapie begannen wir dann die Weimarer Republik durchzunehmen, das muss so in der 8. Klasse gewesen sein.
Dann haben wir uns mit der beginnenden Nazizeit auseinandergesetzt. Wir haben gelernt, wie es dazu gekommen war, und warum die Menschen das damals auch gutfanden. Nicht alle natürlich, aber sehr viele. Parallel zu diesem Geschichtsunterricht haben wir dann auch in Politik unser Grundgesetz durchgenommen, und uns der Frage gestellt, ob es besser ist, als die Verfassung der Weimarer Republik und wenn ja, warum.
Wir haben von Gewaltenteilung gehört, von der Zentralisierung bei den Nazis, von Grundrechten, von Faschismus, von Völkermord. Wir haben die Mechanismen anayliert, die freie Nationen in Diktaturen verwandeln und die Mechanismen, die das am besten verhindern können: Gewaltenteilung, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit und dergleichen mehr.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: ,
Jun
18
2009
0

Nach einem Dammbruch geht alles sehr schnell…

Wie uns Herr Strobl eindrucksvoll beweist: Auch Killerspiele sperren die Zweite. Soviel zur „Einzelmeinung“.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , ,
Jun
18
2009
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Die Mutter der Zensur

Frau Ursula von der Leyen, Familienministerin und besser bekannt unter dem Namen „Zensursula“ stand vor der Abstimmung über ihr „Zugangserschwerungsgesetz“ für Fragen nicht zur Verfügung.
Sie war nämlich gar nicht anwesend. Angenommen sie glaubt tatsächlich, dass ihr Gesetz Kindern hilft, und angenommen Kindern zu helfen ist tatsächlich ihr oberstes Ziel, angenommen sie setzt sich wirklich mit Haut und Haaren dafür ein.

Warum ist sie dann nicht dabei, wenn für das Gesetz abgestimmt wird?

Viele fanden sie gut, als sie ihr Amt antrat. Von Kinderkrippen war die Rede, und davon wie „sozialdemokratisch“ sie doch sei, dass sie nicht nur die CDU verärgere, sondern auch die SPD beschäme.
Die Mutter der Nation hat man sie schon genannt.
Inge Meysel, die diesen Titel lange Jahre innehatte, würd im Grabe rotieren, wenn sie wüsste, dass sie somit in die Nähe der momentanen Familienministerin gerückt wird. Ursula von der Leyen ist nicht die Mutter der Nation. Sie ist die Mutter der Zensur.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , ,
Jun
18
2009
1

Großartiger Erfolg von Frau von der Leyen in der Springerpresse

Dass die Bild sowas schreibt, gut, da wundert man sich nicht sehr. Dass Zensursula nun noch eine Umfrage gestartet hat, wie toll die Leute die Internetzensur finden, und dass diese wieder besagt, dass bummelig 90% der Deutschen sie gut finden, ist auch nicht weiter verwunderlich.
Was die Welt sich aber nun für eine journalistische Großtat geleistet hat, wäre ein klarer Fall für Bildblog(für alle).

In der Welt ist unter anderem zu lesen, dass Union und SPD Andeutungen gemacht hätten, wie man die Sperren ausweiten könne. Soviel ist richtig. Dass als einziger konrekter Vorschlag für die Ausweitung jedoch das Wiefelspützzitat mit den „extremistischen und verfassungsfeindlichen“ Inhalten herhalten muss, ist ein wenig seltsam.
Nun ist es nicht nur so, dass scheinbar jeder Hans und Franz von der Union die Ausweitung der Netzsperren für andere Inhalte gefordert hat, sondern das besagte Zitat von Herrn Wiefelspütz selbiger am Folgetag schon dementiert, und für bloßen Unsinn erklärt hatte.
Es liegt mir generell zwar fern die obskuren Ansichten eines Dieter Wiefelspütz zu verteidigen, aber hier sehe auch ich, dass man ihm übel mitspielt.

Jun
17
2009
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Eine Partnerbörse der besonderen Art.

Wenn ich mich aus Myspace auslogge, warum steht da dann: „Meet local Vampires!“ ?

Warum sollte ich Vampiren begegnen wollen? Oo
Vor allen Dingen: Ich wusste gar nicht, dass wir welche haben! Wo leben die denn bei uns? Im Kirchturm, der gerade renauviert wird? Oder auf einem der zwei Friedhöfe? Und was machen die hier, wo niemand spurlos verschwindet? Ernähren die sich von Kühen? Oder von Sylt-Urlaubern?

Fragen über Fragen.

Jun
17
2009
0

CCS nein, Zensur ja.

Peter Harry hat dem CCS-Gesetz vorerst einen Riegel vorgeschoben, wie es scheint. Ich kann’s noch gar nicht glauben… Mal sehen, ob es morgen in der Zeitung steht…
Na ja… Trotzdem gilt: Wachsam bleiben! Wenn irgendwelche Ruhrgebietler kommen, und „den Rasen sprengen“ wollen, dann könnten sie seismische Sondierungssprengungen meinen. Also besser sagen: „Nein Danke, ich wässere meinen Rasen selbst!“, und sie eindeutig vom Grundstück schicken.

Die Internetzensur kommt trotzdem. Warum? Weil die blöde SPD scheinbar keinen Arsch in der Hose hat, und sich weder für Ablehnung noch Zustimmung so richtig entscheiden will. Ich kann es ja verstehen, dass die SPD es möglichst allen recht machen will, aber muss sie es auch der CDU recht machen? Ich meine die CDU wird sicherlich im Herbst nicht SPD wählen, oder?
Und warum wendet man sich von Seiten der SPD nicht einfach prominent mit den ganzen Fakten zu den Sperren und den Vorwürfen an Zensursula an die Medien? Ich meine der Münte, der kann das doch sicher im Fernsehen sagen, ohne dass Ursel ihn reflexartig als „teilweise schwer Pädokriminellen“ tituliert?!

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , , , ,
Jun
16
2009
1

Mal so und gleichzeitig so. Akt VIII

So. Ist die SPD endgültig umgefallen, und hat den Rechtspopulisten in der CDU die Zensur des Internets abgenickt. Donnerstag soll es beschlossen werden. Mit Einschränkungen, die jedoch eher kosmetischer Natur sind, uns vermutlich sowieso bald wieder überplaniert werden sollen. Unter anderem sieht man als unabhängiges Gremium jemanden vor, der schon jetzt sagt, dass er dafür nicht zur Verfügung stehe, und das Gesetz soll formal auch nur für Kipo gelten. Wer’s glaubt wird selig, denn im Überschwang der Emotionen über die erfolgreiche weitere Verstümmelung der Grundrechte, rutscht dem einen oder anderen Unionsler das eine oder andere heraus…

Sich ständig zu widersprechen ist man ja gewohnt von den Nasen verscheidener politischer Kulör. Aber sich in der gleichen Rede dermaßen zu entlarven ist strunzendämlich.

Und Zensurgegner sind linksextrem? Gilt das dann auch für die FDP? Aus welcher Perspektive betrachtet die Union das politische Spektrum dann eigentlich?

Jun
16
2009
0

Der DAU-SuperGAU

Ein GAU ist ein „größter anzunehmender Unfall“ und ein DAU ist ein „dümmster anzunehmender User“. Ein Supergau ist ein „größter anzunehmender Unfall“ bloss noch ganz dolle viel schlümmer.
Was wir zur Zeit in der großen Koalition in Sachen Computer und Internetgesetzgebung erleben ist ein DAU-SuperGAU. Menschen, deren einziges Wissen vom Internet – wenn überhaupt – aus dem Konsum des Filmes „Wargames“ in den Achtzigern besteht, nehmen das Internet als eine diffuse Bedrohung wahr, und versuchen auf Deubel komm heraus Gesetze gegen das Internet zu beschließen. Da wird gesperrt, verboten und zensiert, da wird versucht Wikipediaeinträge zu optimieren, da wird das BKA ausgeschickt um offline Server zu beschlagnahmen, und dergleichen mehr. Das alles kann ich mir nur so erklären, dass die Gesetzgeber
1. jetzt erst begreifen, dass das Internet nichts vergisst, und man auch nicht wirklich legale Inhalte löschen kann. Selbst wenn sie dem Gesetzgeber unbequem sind
2. jetzt erst das Internet wahrnehmen, und was es schon seit 20 Jahren kann, und das Web 2.0 noch gar nicht wirklich verstehen.
Unbequem für diverse Politiker ist auch die Öffentlichkeit, die der lobbylose Wähler einfach und umfassend über das Internet herstellen kann. So kann ein Wähler auch Patzer und Fehler eines Politikers öffentlich machen, ohne dass solche Informationen wie in den Printmedien unterdrückt oder überspielt werden können.
Wenn ich über Politiker X. schreibe, der etwas blödes gesagt hat, und man mich abmahnt oder sonst irgendwie nötigt, den Bericht darüber offline zu nehmen, dann haben ihn im Idealfall schon zehn andere Leute abgeschrieben, die irgendwo anders sitzen, und mit mir nicht wirklich was zu tun haben. Das Internet ist nämlich dezentral, und kann daher auch schlecht, bzw. gar nicht zentral geregelt werden.
Es ist nur logisch, dass die Politik das Netz in die Obhut der bekannten Lobbies geben will, denn mit denen kennt sich die Politik ja aus. Wenn man die Lobbies auch nicht immer kontrollieren kann, so kann man mit ihnen doch handeln und Kompromisse schließen. Wenn es um private Nutzer des Internets geht, dann sind das Individuen, deren einzige Verbindung es sein kann, dass sie unabhängig voneinander über die Verfehlungen von Politiker X. berichten. Weil es Individuen sind, kann man die nur individuell zum Schweigen bringen, und das ist mühsam, ineffektiv und dauert lange.
Oberflächlich begrüßen die Politiker die Informationsfreiheit im Netz, und nennen diese eine Bereicherung für die Demokratie – was sie de facto auch ist – aber, dass sie es auch wirklich so meinen, halte ich für unwahrscheinlich.
Mit den vielen Patzern, Fehlern, falschen Statistiken, Wahrheitsanpassungen, offen einsehbaren Expertenmeinungen, die in der letzten Zeit publik im Netz geworden sind, scheinen zumindest die Spitzenpolitiker eiskalt erwischt worden zu sein.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: ,
Jun
14
2009
3

Mal so, mal so. Akt VI: Jo mei, des is doch gonz wos anderes!

Zu lesen hier.

Und das brauche ich noch nicht einmal kommentieren. Wie bekloppt die ganzen Argumente in der Killerspieldebatte sind, wird hier jedem klar.

Weder Action-Computerspiele noch Schützenvereine sollten verboten werden. Man sollte lieber mal die Situationen in Deutschen Schulen drastisch verbessern. Dann knallt auch niemandem mehr eine Sicherung durch.

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