Impactsuspect » Gesellschaftliches
Apr
27
2010
2

Das ist dein Cartoon. Und das ist dein Cartoon mit Zensur.

Irgendwie ist heute mein Video-Einbindetag, hier im Blog. Sorry, ist keine Absicht.

Was so Zensur mit Kreativität angeht, kann man sehr schön an Betty Boop sehen. Bis 1934 genossen die Macher vollkommene kreative Freiheit, danach durften bestimmte Inhalte im Kino nicht mehr gezeigt werden.
Kann man alles in der deutschen Wikipedia nachlesen Link! Oder etwas ausführlicher in der englischen Wikipedia: Link!

Als kleine Demonstration hier ein Betty-Boop-Cartoon vor der Zensur, gefolgt von einem nach der Zensur. Ich finde es nicht schwer zu entscheiden, welcher mir besser gefällt.

The old man of the Mountain (1933)

House Cleaning Blues (1937)

Während man sich bei den Cartoons vor 1934 ständig fragt, was man da eigentlich schaut, so abgedreht ist das alles, gibt es nach 1934 nur noch relativ langweilige Cartoons, denen der anarchische Charme so ganz und gar abgeht. Das hat dann letztendlich wohl auch die Serie gekillt. Schade eigentlich.

Written by Heiko C. in: Filme,Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Apr
27
2010
--

Alle Düsen stehen still, wenn Islands Vulkan es will!

Wie diese ominöse Vulkanaschewolke den Flugverkehr beeinflusst hat, und wie es nun schon wieder am Himmel aussieht, kann man eindrucksvoll in folgendem zeitgerafften Video sehen.
Wahnsinn! Wird doch wohl endlich mal Zeit für unterirdische Personen- und Frachtrohrpost. Das CO², das Dank Vulkan nicht durch den Flugverkehr in Europa in die Atmosphäre gelangt ist, ist übrigens ein Vielfaches dessen, was der Vulkan selbst in die Luft gepumpt hat.

Airspace Rebooted from ItoWorld on Vimeo.

Gefunden hier beim Travelblogger: LINK!

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Technisches | Schlagwörter:
Apr
13
2010
6

Kleine Linksammlung: Was die Kirche zu den Mißbrauchsvorwürfen zu sagen hat

Ich habe bisher nicht über das Thema gebloggt, weil ich es über die Maßen ekelerregend und bestürzend finde.
Nicht nur die Mißbrauchsfälle selbst sind so grausig; noch grausiger finde ich, wie die Kirche mit den Vorwürfen umgeht.
Wie hilflos sich Vertreter der katholischen Kirche zu verteidigen suchen, und wie wahllos sie dabei um sich schlagen, will ich mit folgender kleiner Linksammlung einmal komprimiert darstellen.

Obwohl ich mich nicht über jeweiligen Tagesnachrichten hinaus mit dem Thema beschäftigt habe, finde ich, dass allein die Schlagzeilen schon für sich sprechen.
Ich empfehle trotzdem jedem sich weitergehend zu informieren, bevor er sich eine Meinung bildet.

21.03.2010 „Kampagne gegen die Kirche“
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller vergleicht die laufende Berichterstattung über die katholische Kirche mit der kirchenfeindlichen Haltung des NS-Regimes (Telepolis)

31.03.2010
Katholische Kirche
Telefon-Hotline für Missbrauchsopfer ist völlig überlastet (SpOn)

12.04.2010
Connecticut bishops fight sex abuse bill
Die Bischöfe im US-Bundesstaat Connecticut versuchen eine Aufhebung der Verjährungsfrist für Missbrauchsverbrechen zu verhindern. (cnn.com)

12.04.2010
Report: Church abuse claims are ‚Zionist attack‘, bishop says
Ein pensionierter italienischer Bischof vermutet eine Verschwörung von Zionisten gegen die katholische Kirche, die für die momentane Kritik an den Missbrauchsfällen verantwortlich sei. (Haaretz.com)

Hier weiß ich nicht, wie glaubwürdig die Quelle ist, ich kenn die Seite nicht.

13.04.2010
Nr. zwei im Vatikan verbindet Pädophilie mit Homosexualität
Kardinal sucht Erklärungen für Missbrauchskandal – Lehmann verteidigt Papst (heute.de)

In Großbrittanien plant Atheismusikone Richard Dawkins derweil die Verhaftung des Papstes wegen der Verdunkelung von Mißbrauchsfällen:

11.04.2010
Richard Dawkins calls for arrest of Pope Benedict XVI
Richard Dawkins fordert Verhaftung von Papst Benedict XVI (richarddawkins.net)

Und dass der Vatikan jüngst den Beatles vergeben hat, scheint in dem Kontext eher eine Art Übersprungshandlung zu sein:

13.04.2010
Vergebung
Kaum ist es 40 Jahre her, dass sich die Beatles getrennt haben, schon hat der Vatikan den Pilzköpfen ihr lasterhaftes Leben verziehen. Doch zumindest Ringo Starr scheint das ziemlich egal zu sein. (süddeutsche)

Aber solch abstruse Wortmeldung gibt es ja nun nicht erst in letzter Zeit von Kirchenvertretern. In dieser etwas älteren Nachricht sucht auch wieder ein Kirchenmann die Schuld an den Mißbrauchsfällen an ungewohnter Stelle:

27.12.2010
Bishop of Tenerife blames child abuse on the children
Bernando Álvarez sagte es gäbe 13 jährige, die mißbraucht werden wollten, und ‚einen provozieren, wenn man unvorsichtig ist‘
(typicallyspanish.com)

Auch hier kenne ich die Quelle nicht näher.

Bei all diesem Quatsch könnte es sich bei folgendem tatsächlich um eine richtige Nachricht handeln, dabei handelt es sich nur um Satire. Erstaunlich, wie realistisch sie momentan schon klingt:

22.05.2002
Pope forgives molested children
Der Papst vergibt mißbrauchten Kindern (theonion.com)

Nachtrag
Einen hatte ich doch ganz vergessen:

16.02.2010
Katholische Kirche
Bischof Mixa gibt sexueller Revolution Mitschuld an Missbrauchsfällen

Apr
13
2010
6

Exklusives Sylt ist exklusiv!

Sylt ist exklusiv. Das merkt man nicht nur daran, dass im Sommer gerne mal irgendwelche Samstag-Abend-Shows dort gehostet werden, sondern auch – und vor allem – an den Parkplätzen.
Die sind nämlich doppelt exklusiv: Erst einmal muss man sein Auto ja auf der Insel haben, um überhaupt dort parken zu können, dann sind die Parkplätze allesamt auch für bestimmte Personengruppen reserviert.

Um das zu dokumentieren hab ich in der letzten Zeit ein paar Fotos von Schildern auf der Insel gemacht.

Der Standard bei Parkplätzen:

Etwas ausformulierter geht es hier weiter:

Doch nicht nur Gäste dürfen parken:

Manchmal ist es auch egal wer parkt; Hauptsache das Wie stimmt:

Manchmal geht’s auch nicht um Parken, sondern um’s Durchfahren:

Dass es sehr sehr exklusiv wird, sieht man daran, wenn sogar der Durchgang auf bestimmte Personengruppen limitiert ist:

Und sogar der Müll ist strengen Regeln unterworfen:

Apr
12
2010
1

Populismus Reloaded

Ich hab‘ ja neulich schon drüber geschrieben, wie die FDP in Form von Guido Westerwelle forderte, HartzIV-Empfänger mögen doch Schneeschippen, wie dann die SPD in Gestalt von Hannelore Kraft forderte, HartzIV-Empfänger sollten doch „freiwillig“ die Straßen fegen, weil man ihnen sonst das Geld kürzt und wie dann dieser ganz tolle Professor forderte HartzIV auf 5 Jahre zu begrenzen, um einen erhöhten Anreiz zur Jobsuche zu geben. Ho, ho.

Ausgerechnet von den Grünen, von denen man ja lange Zeit dachte, sie gehörten zu den Guten, kommt jetzt auch so ein doller Vorschlag: Hundehaufen zu Jobs
Grüne empfiehlt Hartz-Empfängern Beschäftigung (Neues Deutschland)

Der Vorschlag, der hier von Frau Hammerling von den Grünen kommt, ist zwar um einiges besser als die vorherigen menschenverachtenden Vorschläge von FDP, SPD und Professor X oben, weil die Grünenpolitikerin dort fordert, dass die HartzIVempfänger zum Hundescheißekontrollieren von der Stadt angestellt werden.
Somit wären es dann keine HartzIV-Empfänger mehr, die aus Angst vor ominösen „Sanktionen“ den Schnee schippen oder Westerwelle die Schuhe putzen müssen, nein, es wären Angestellte der Stadt, die richtig Geld bekommen für Arbeit.

Klingt dies alles auch so nett und blumig – jedenfalls im Vergleich zu den Forderungen anderer Parteien – stellt sich mir doch unweigerlich die Frage, warum Frau Hammerling bei all den mannigfaltigen Aufgaben, die auf Berlins Straßen nur so darauf warten, dass man staatliche Jobs aus ihnen macht, ausgerechnet die Hundekacke als Beispiel verwendet?
Hätte man nicht Falschparker oder Leute die illegal Müll abladen als Beispiel nehmen können? Frau Hammerling erwähnt viele öffentliche Aufgaben, die für mögliche neue Stadtangestellte quasi schon bereitliegen würden. Warum kommt sie ausgerechnet mit der ekligsten Aufgabe, und will sie HartzIV-Empfängern auf’s Auge drücken?

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Mrz
31
2010
4

Nennen wir es Meinungsvielfalt…

… das ist immerhin was gutes. Immerhin gab es diese letztes Jahr in der Debatte um Zensursula zu Anfang nicht. Dass wir jetzt schon immerhin eine gemischte Berichterstattung erleben, und das so früh in der Debatte, lässt hoffen.

Wie schon erwähnt, sind den öffentlich rechtlichen offenbar die Argumente, wegen denen man sich gegen die Anwendung des Zensursulagesetzes entschieden hat, ja innerhalb von ein paar Monaten schon wieder total verloren gegangen.
Schön dass es das Internet gibt, und – ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage – Zeitungen. So haben ja Taz und Süddeutsche schon recht umfassend die EU-Netzsperren mit den Diskussionen um das Zugangserschwerungsgesetz in einen Kontext gestellt. Und da von den Argumenten der Sperrbefürworter wirklich kaum was übrig bleibt, wenn man die Kritiker nur mal zu Wort kommen lässt, ist der Grundtenor in beiden Blättern, dass die EU-Sperren kein Mensch braucht.

Auch Spiegel Online sieht die Errichtung einer paneuropäischen Netzzensurinfrastruktur eher kritisch. Die Gründe, „Warum der Sperren-Streit Zeitverschwendung ist“ (SpOn) kann man in einem Kommentar von Christian Stöcker nachlesen. Fix und fertig sogar mit den Widerlegungen der populistischen Argumente der Sperrwütigen.

Ganz anders wurde vorgestern im Focus noch schlicht und kritiklos nachgeplappert, was wahrscheinlich in der Pressemeldung stand. Erstaunlich, denn der Artikel heißt nicht „Netzsperren“ oder „Europäisches Zugangserschwerungsgesetz“ sondern entlarvend „Internetzensur – Löschen statt Sperren?“. Also doch Zensur, was? Offenbar kennt der Focus den Masterplan.
Die Argumente der Gegner einer Internetzensur werden jedoch nur in einem simplen Satz schwammig zusammengefasst, während Cecillia Malmström – die Initiatorin der geplanten EU-Richtlinie – über einen ganzen Absatz – scheinbar fast wörtlich – zitiert wird.
Liest man diesen Absatz, drängen sich einem ganz unvermeidlich starke Deja-Vu-Gefühle auf, weil man den ganzen Kram schon letztes Jahr von Frau von der Leyen gehört hat.
Im Focusartikel kommt auch wieder die umstrittene Deutsche Kinderhilfe (Zeit) zu Wort, die in den vergangenen Jahren immer wieder durch überzogene Forderungen nach Verschärfungen des Strafrechts von sich reden machte, und einer der größten Fürsprecher des Zensursulagesetzes im letzten Jahr war.
Mit keinem Wort erwähnt wird in diesem zusammenfassenden Artikel die Online-Petition gegen das Zensursulagesetz, deren Anhörung – oder wie man das nennt – ja nun auch noch nicht so lange her ist. Weder eine Person noch eine Organisation, die diesem Gesetz kritisch gegenübersteht, wird im Focus beim Namen genannt, oder zitiert.
Wenn das nicht einseitige Berichterstattung – die fast schon an Geschichtsklitterung grenzt – ist, dann möchte ich nicht wissen was.

Gestern legt der Focus dann noch einmal nach, vermutlich um sich einen Anschein von Neutralität zu geben. Diesmal hat man den entlarvenden Überschriftenfehler vom Vortag vielleicht entdeckt, und so heißt der Artikel, der dabei rausgekommen ist nicht „Justitzministerin gegen Internetzensur“ sondern „Justitzministerin will die Sperren stoppen“ (Focus).

Zuerst wird dort der Standpunkt der Justitzministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger geschildert, deren Partei (FDP – kennt vielleicht der eine oder andere noch) die Abschaffung des Zugangserschwerungsgesetzes als Wahlversprechen hatte. Die Partei ist nun in der Regierung, doch der Erfolg gegen das Gesetz lässt zu wünschen übrig.
Nur mal zur Erinnerung: Wir haben das Gesetz ja jetzt, aber die Bundesregierung ist erst einmal übereingekommen es zu ignorieren.
Frau Leutheusser-Schnarrenberger wird sogar zitiert, und das, was sie so gesagt hat, klingt auch erst mal vernünftig.

Zwei Absätze weiter wird erklärt, dass auch Grüne und SPD gegen das Sperren sind, die Linke wird nicht erwähnt, obwohl sie stärker als die Grünen im Bundestag vertreten sind, und schon länger als die SPD gegen die Sperren votieren.
Auch hier wird weder Online-Petition, eine der zahlreichen Organisationen die gegen die Sperren sind oder gar die Piratenpartei genannt. Um einen halbwegs informierenden Artikel zu schreiben, hätte man zumindest etwas von diesen Dingen erwähnen sollen.

Zum Schluß kommt dann noch der Sicherheitsgesetz-Liebhaber der CDU, Wolfgang Bosbach zu Wort, der in seiner Freizeit gerne bei Markus Lanz im Fernsehen sitzt, EU-weite Internetsperren natürlich ganz klasse findet, und das scheinbar mit gebrauchten Argumenten von Ursula von der Leyen zu verkaufen versucht.

Fazit: Der Focus schafft es, einen Artikel, der sich eigentlich darum drehen sollte, dass die Justitzministerin gegen die geplante EU-Richtlinie ist, in einen weiteren Artikel zu verwandeln, der für EU-weite Sperren wirbt.

Meine Meinung: Unabhängiger Journalismus sieht irgendwie anders aus.

Mrz
30
2010
9

Der Bechdel-Test, und warum einfach manchmal eben zu einfach ist.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne schreibe. Und gerne auch viel. Zwar ist noch keiner meiner Texte über das Internet hinaus veröffentlicht worden – die Schülerzeitung damals mal außen vor gelassen – aber ich hab nicht nur die Festplatte voller moosbewachsener Romananfänge, ich hab auch schon zwei Romane und eine Kurzgeschichte zuende geschrieben.
Den besseren der beiden Romane sogar innerhalb eines Monats zum NaNoWriMo, was mich immer noch überrascht.
Ich bin auch immer offen für Tipps, Konzepte und Anregungen, um meine Geschichten besser oder interessanter zu machen. So fand ich diesen Leitfaden (squidoo.com) zur Verwendung von homosexuellen Charakteren in Geschichten echt nützlich, bin dankbar, dass ich die klischeehaften Stereotypen nun kenne, die es zu vermeiden gilt, und werde bei meinem nächsten größeren Projekt auch einige der Anregungen umsetzen.
Ich bin mir zwar nicht sicher, wie gut das gelingen wird, aber Versuch macht klug, wie man so sagt.

Nun hab ich gestern vom Bechdel-Test erfahren. (Sorry, aber es gibt keinen Eintrag in der Deutschen Wikipedia, aber ich hab’s auch auf diesem Blog hier gelesen: Drop the thought)

Der Test stammt aus einem Comic-Strip. Eine weibliche Person in diesem Comic stellt folgende Regeln auf, um zu testen, ob sie sich einen Film überhaupt erst anschaut:

1. Es kommen mindestens zwei Frauen in ihm vor

2. Die beiden reden miteinander…

3. …und zwar über etwas anderes als einen Mann.

Durchaus verständliche Sichtweise, denn ich schau mir ja auch nur Filme an, in denen nur Frauen tragende Rollen spielen, wenn ich dazu genötigt werde. Mit „Grüne Tomaten“ und den Ya-Ya-Schwestern kann man mich jagen. Allerdings stellen sich mir da ein paar spitzfindige Fragen:

– Was, wenn in dem Film die zwei einzigen Frauen Lesben sind, die sich genau 1 x unterhalten, und es in dem Gespräch um eine Frau geht, wie es bei heterosexuellen Frauen um einen Mann gehen würde?

– Was ist, wenn der einzige Akteur in dem Film eine Frau ist? (gegebenenfalls vielleicht umgeben von Robotern oder geschlechtslosen Ausserirdischen)

– Was ist mit Teenie-Filmen, in denen zwar genug junge Frauen mitspielen, sich auch unterhalten, auch nicht nur über Männer, aber sich konstant nur anzicken?

Irgendwie ist die Regel zu einfach gefasst. An beiden Enden hat man Graubereiche, positiv wie negativ.

Ich will den Rahmen mal von Filmen auf Filme und Serien erweitern, weil ich mich bei recht vielen Filmen ehrlich gesagt nicht erinnern kann, ob die Voraussetzungen für ein Bestehen des Bechdel-Tests gegeben sind.

Positivbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Bechdeltest bestehen, aber irgendwie trotzdem panne sind:

Positivbeispiel #1: Xena
In Xena gibt es nicht nur zwei Frauen, sondern die sind auch noch die Hauptfiguren. Und die unterhalten sich stets und ständig. Auch über andere Dinge als Männer. Ist die vornehmliche Zielgruppe für Xena weiblich? Irgendwie fällt es mir schwer, das zu glauben, noch halte ich die Serie insgesamt für besonders feministisch. Eher im Gegenteil. Wer eine andere Meinung hat, ich lasse mich gern eines besseren belehren.


xena lol by ~rosemaryjayne on deviantART

Positivbeispiel #2: Cleopatra 2525
Es handelt sich hierbei um eine kurzlebige Serie von Sam Raimi, dem wir auch schon Xena zu verdanken haben. Sie ist meines Wissens nie im deutschen Fernsehen gelaufen, es gibt sie aber auf DVD zu kaufen, und zwar für echt günstig. Mit anderen Worten: die Serie wird nicht nur bei Amazon verramscht.
Die Serie ist echt trashig, und kaum auszuhalten, wenn sie nicht so absurd wäre. Ich selbst hab sie geschaut, nachdem mir die Weisheitszähne gezogen wurden, und ich mit Kieferschmerzen halb betäubt zuhause im Bett lag.
Worum es bei Cleopatra 2525 geht: Eine Stripperin aus dem LA der 90er Jahre will sich die Brüste vergrößern lassen, doch etwas geht schief, und sie wird cryogenisch eingefroren. Im Jahr 2525 entdecken sie zufällig zwei Widerstandskämpferrinnen, die auf der postapokalyptischen Erde gegen böse Maschinen kämpfen. Sie tauen die Stripperin (Cleopatra) auf, und nehmen sie in ihr Team auf. Dann erleben die drei fantastische Abenteuer, und kämpfen im Laufe von zwei Staffeln gegen die bösen Maschinen. Die drei Hauptfiguren laufen in der ganzen Serie in nichts anderem rum als einer Art futuristischem Bikini-Outfit, die Sprüche sind hart an der Schmerzgrenze – oder darüber hinaus, wie manche meinen würden, und Cleopatra lässt keine Gelegenheit aus, für die gute Sache auch ihre Strippertalente zu verwenden.
Hier gibt es jede Menge Frauen, die über alles MÖGLICHE reden, auch über Männer, aber eben nicht nur. Klarer Fall, dass Cleopatra 2525 den Bechdel-Test besteht.
Für Frauen? Echt? Ich als Mann fass‘ mir da ja schon vier Mal pro Sekunde beim Kucken an den Kopf und ich bin Kummer gewohnt, was bewegte Bilder – speziell Serien – angeht.


Cleopatra 2525 by *Slayer730 on deviantART

Positivbeispiel #3: Showgirls
Jede Menge Frauen drin, die sich nicht nur über Männer unterhalten, sondern auch über Brüste und wie man richtig strippt. Die haben allesamt noch weniger an, als der weibliche Cast von Xena oder Cleopatra 2525. Ich muss gestehen, dass ich diesen Film aufgrund seiner schon sprichwörtlichen Grottigkeit nie gesehen habe, aber der erste Teil einer grandiosen Videoreview findet sich bei ThatGuywiththeGlasses.com.

Negativbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Test nicht bestehen, aber irgendwie doch ziemlich gut sind.
Ursprünglich wollte ich hier auch „Star Wars“ und „Indiana Jones“ anbringen, aber wenn ich’s recht überlege, kann ich verstehen, dass Frauen sich für sowas nicht interessieren, auch wenn ich es schade finde. Ebenso fallen ja auch Meilensteine der Filmgeschichte wie „2001 – Odysee im Weltraum“ und „Zwei glorreiche Halunken“ ganz raus, weil man die Frauen in diesen Filmen nun wirklich mit der Lupe suchen muss.
Aber ein Beispiel hab ich doch, wo es schade ist, dass der Film gemieden wird, nur weil er den Bechdel-Test nicht besteht:

Negativbeispiel #1: Chasing Amy
Meiner Meinung nach immer noch der beste Kevin Smith Film. Obwohl Ben Afflec mitspielt. Ein Film über einen Mann, der sich in eine Lesbe verliebt, die sein bester Freund nicht ausstehen kann, und der dann mit ihrer Vergangenheit nicht klarkommt.
Ein unglaublich emotionaler, doch trotzdem lustiger Film, der an manchen Stellen auch schon mal auf die Tränendrüse drückt. Ein Film, den ich in meiner privaten Kategorisierung als „Frauenfilm“ bezeichnen würde, der „sich trotzdem anzusehen lohnt“. In diesem Film reden zwar Frauen miteinander, aber die Frauen, die man mit Namen kennt, reden ausschließlich über Männer, wenn ich mich recht erinnere. Fällt also klar aus dem Raster. Oder handelt es sich hier um ein „Beziehungsdrama für den modernen Mann“? ich bin verwirrt.

Wenn wir die zu testende Fiktion weiter spannen, und auch literarische Werke mit einbezieht, fällt noch mehr unter den Tisch: „Die Schatzinsel“ und „Moby Dick“ kann die bechdeltestende Frau von Welt schon mal ganz vergessen. Ebenso „Frankenstein“, wenn ich mich nicht irre, obwohl das sogar von ’ner Frau geschrieben wurde. Bram Stokers im Kontext seiner Zeit pornographischer Roman „Dracula“ besteht den Test jedoch. Was ist mit Jane Austen? Da sind zwar jede Menge Frauen drin – sogar bekleidet – aber reden die nicht ständig über irgendwelche Männer da?
Und je weiter wir in der Zeit zurückgehen, desto weniger kann frau lesen. Im Niebelungenlied zicken sich – soweit ich mich nur erinnere – Brunhild und Krimhild nur ständig wegen Siegfried an, und im ältesten erhaltenen literarischen Werk der Menschheit, dem knapp 5000 Jahre alten Gilgamesh Epos, muss man auch wieder lange suchen, bis man vielleicht eine vereinzelte Frau findet.

Der Test selbst ist also in vielen Einzelfällen zu einfach gestrickt, auch wenn er gut dazu dienen mag, über den Daumen zu peilen, was für Frauen möglicherweise interessant ist. Die Abwesenheit von Frauen in Geschichten generell zieht sich jedoch tatsächlich als roter Faden durch die gesamte Literaturgeschichte. Oft gibt es unter den Hauptfiguren einer beliebigen Handlung nur eine Frau – quasi die Quotenfrau. Das wird ebenfalls von der bezaubernden Lindsay Ellis, die auch schon Showgirls auseinandergenommen hat, in einem Video namens „The Smufette Principle“ erklärt.

Warum ist das so? Ich hab keine Ahnung. Ich finde es erstaunlich, wie einem sowas als Mann gar nicht auffällt, bis man mit der Nase drauf gestoßen wird. Ich werde in meiner nächsten größeren Geschichte aber auf jeden Fall auch zwei Frauen einbauen, die sich über irgendwas anderes als einen Mann unterhalten.
…vielleicht über Fußball. Ich weiß noch nicht.

Written by Heiko C. in: Bücher,Filme,Gesellschaftliches | Schlagwörter: ,
Mrz
28
2010
1

Das „Trololo“-Phänomen

Vielleicht kennt ihr schon das Trololo-Phänomen, auch „russian Rickroll“ genannt.
Es handelt sich um das Video der Gesangsdarbietung eines russischen Sängers aus den 60ern, die ohne Text auskommt. Statt dessen singt der Sänger zu schmissiger 60s Musik onomatopoetische Geräusche.

Auf das Video wird unter falscher Linkbeschriftung verlinkt, um Leute drauf zu locken, wie man es auch schon von Rickroll her kennt.

Das Video hier ist gemeint:

Während ja Rick Astley mitterweile eher genervt reagiert, wird er auf das Rickroll-Phänomen angesprochen, reagiert der Sänger des Trololo-clips bemerkenswert fröhlich und geschmeichelt.

Auch die vielen Parodien seines über 40 Jahre alten Clips findet er weniger eine Parodie, als er in ihnen vielmehr „Leute, die Liebe geben“ sieht. 🙂

Aber seht selbst:

Und der Trololomann, der im richtigen Leben Edward Hill heißt, hat recht: Wenn einem im Internetzeitalter, wo jede Information in Sekundenschnelle sofort verfügbar ist, einem so viele Menschen so viel Zeit schenken, und sogar Antwortvideos produzieren, dann ist das im Prinzip das größte Kompliment, was einem Künstler gemacht werden kann.

In der heutigen Zeit, in dem die von Andy Warhol postulierten 15 Minuten Berühmtheit für jedermann schon Realität geworden sind, kann man sich nur wünschen auf diese Weise im Gespräch zu bleiben.

Mehr zu dem russian Rickroll-Phänomen und den russischen Sänger Edward Hill findet ihr hier bei Know your meme.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: ,
Mrz
27
2010
--

Podcastempfehlung

Podcasts, die ich heute gehört habe, und die echt interessant waren:

Chaos Radio Express Ausgabe 147: „Mikrokosmos, Makrokosmos“ (LINK)
Nichts weiter als eine kurze Geschichte der Physik, von Gallilei bis zum LHC – auch für Laien verständlich erklärt.

Medienradio Ausgabe 21: „Zufällige Doppelschöpfung“
Hier geht es um das Urheberrecht und seine Zukunft. Eine interessante These: Das herkömmliche Urheberrecht hat trotz aller Versuche der Verwertungsindustrie die Freiheit im Netz zu beschränken ausgedient, weil in weiten Teilen der Bevölkerung kein Unrechtsbewusstsein beim Filesharen besteht.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Technisches | Schlagwörter: ,
Mrz
24
2010
5

When Wikipedia was down…

Heute war Wikipedia ’ne Zeitlang down. Ich dachte ja zuerst, das könnte noch mit der Vulvadiskussion, die es am Sonntag dort gegeben hat zusammenhängen, aber es waren wohl doch technische Schwierigkeiten.

Der zwischenzeitliche Ausfall der Online-Enzyklopädie zeigt einem irgendwie mal ganz deutlich, wie oft man die doch benutzt. Schade, dass man nicht direkt Wikipedia spenden kann, sondern nur Wikimedia, die in der Relevanzdebatte ja klipp und klar gesagt haben, dass sie nicht so wirklich was mit Wikipedia zu tun haben.
Ich fänd’s immer noch besser, wenn nicht so scheußlich viele Artikel gelöscht würden und die Löschanträge, die gestellt werden, sind manchmal wirklich hanebüchen, doch im Großen und Ganzen ist die Wikipedia doch ’ne prima Sache und heutzutage nicht nur für ganz normale Hanseln wie mich unverzichtbar, sondern auch für Studenten, die Presse und Otto Normal zwischendurch auch mal.

Was gerade in der Löschprüfung ist, darüber kann man sich im Echtzeitnetz bei diesen beiden Twitteraccounts informieren:
@Artikelsterben
@Löschkandidat

Artikelsterben find‘ ich übrigens besser, weil der auch gleich den fraglichen Artikel – so fern noch da – und die dazugehörige Löschdiskussion verlinkt, die manchmal auch schon einen gewissen Unterhaltungswert hat.

Ich gebe zu, oft kenne ich das Subjekt des Lemmas, das gerade gelöscht werden soll, auch nicht aber hin und wieder wird dann ein Löschantrag für irgendetwas gestellt, das jeder kennt, „Sexualkundeunterricht“ oder „Cthulhu Mythos“ zum Beispiel.

Die Reaktion des großen Alten auf den Löschantrag

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Technisches | Schlagwörter: ,

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

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Apr
27
2010
2

Das ist dein Cartoon. Und das ist dein Cartoon mit Zensur.

Irgendwie ist heute mein Video-Einbindetag, hier im Blog. Sorry, ist keine Absicht.

Was so Zensur mit Kreativität angeht, kann man sehr schön an Betty Boop sehen. Bis 1934 genossen die Macher vollkommene kreative Freiheit, danach durften bestimmte Inhalte im Kino nicht mehr gezeigt werden.
Kann man alles in der deutschen Wikipedia nachlesen Link! Oder etwas ausführlicher in der englischen Wikipedia: Link!

Als kleine Demonstration hier ein Betty-Boop-Cartoon vor der Zensur, gefolgt von einem nach der Zensur. Ich finde es nicht schwer zu entscheiden, welcher mir besser gefällt.

The old man of the Mountain (1933)

House Cleaning Blues (1937)

Während man sich bei den Cartoons vor 1934 ständig fragt, was man da eigentlich schaut, so abgedreht ist das alles, gibt es nach 1934 nur noch relativ langweilige Cartoons, denen der anarchische Charme so ganz und gar abgeht. Das hat dann letztendlich wohl auch die Serie gekillt. Schade eigentlich.

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Apr
27
2010
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Alle Düsen stehen still, wenn Islands Vulkan es will!

Wie diese ominöse Vulkanaschewolke den Flugverkehr beeinflusst hat, und wie es nun schon wieder am Himmel aussieht, kann man eindrucksvoll in folgendem zeitgerafften Video sehen.
Wahnsinn! Wird doch wohl endlich mal Zeit für unterirdische Personen- und Frachtrohrpost. Das CO², das Dank Vulkan nicht durch den Flugverkehr in Europa in die Atmosphäre gelangt ist, ist übrigens ein Vielfaches dessen, was der Vulkan selbst in die Luft gepumpt hat.

Airspace Rebooted from ItoWorld on Vimeo.

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Apr
13
2010
6

Kleine Linksammlung: Was die Kirche zu den Mißbrauchsvorwürfen zu sagen hat

Ich habe bisher nicht über das Thema gebloggt, weil ich es über die Maßen ekelerregend und bestürzend finde.
Nicht nur die Mißbrauchsfälle selbst sind so grausig; noch grausiger finde ich, wie die Kirche mit den Vorwürfen umgeht.
Wie hilflos sich Vertreter der katholischen Kirche zu verteidigen suchen, und wie wahllos sie dabei um sich schlagen, will ich mit folgender kleiner Linksammlung einmal komprimiert darstellen.

Obwohl ich mich nicht über jeweiligen Tagesnachrichten hinaus mit dem Thema beschäftigt habe, finde ich, dass allein die Schlagzeilen schon für sich sprechen.
Ich empfehle trotzdem jedem sich weitergehend zu informieren, bevor er sich eine Meinung bildet.

21.03.2010 „Kampagne gegen die Kirche“
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller vergleicht die laufende Berichterstattung über die katholische Kirche mit der kirchenfeindlichen Haltung des NS-Regimes (Telepolis)

31.03.2010
Katholische Kirche
Telefon-Hotline für Missbrauchsopfer ist völlig überlastet (SpOn)

12.04.2010
Connecticut bishops fight sex abuse bill
Die Bischöfe im US-Bundesstaat Connecticut versuchen eine Aufhebung der Verjährungsfrist für Missbrauchsverbrechen zu verhindern. (cnn.com)

12.04.2010
Report: Church abuse claims are ‚Zionist attack‘, bishop says
Ein pensionierter italienischer Bischof vermutet eine Verschwörung von Zionisten gegen die katholische Kirche, die für die momentane Kritik an den Missbrauchsfällen verantwortlich sei. (Haaretz.com)

Hier weiß ich nicht, wie glaubwürdig die Quelle ist, ich kenn die Seite nicht.

13.04.2010
Nr. zwei im Vatikan verbindet Pädophilie mit Homosexualität
Kardinal sucht Erklärungen für Missbrauchskandal – Lehmann verteidigt Papst (heute.de)

In Großbrittanien plant Atheismusikone Richard Dawkins derweil die Verhaftung des Papstes wegen der Verdunkelung von Mißbrauchsfällen:

11.04.2010
Richard Dawkins calls for arrest of Pope Benedict XVI
Richard Dawkins fordert Verhaftung von Papst Benedict XVI (richarddawkins.net)

Und dass der Vatikan jüngst den Beatles vergeben hat, scheint in dem Kontext eher eine Art Übersprungshandlung zu sein:

13.04.2010
Vergebung
Kaum ist es 40 Jahre her, dass sich die Beatles getrennt haben, schon hat der Vatikan den Pilzköpfen ihr lasterhaftes Leben verziehen. Doch zumindest Ringo Starr scheint das ziemlich egal zu sein. (süddeutsche)

Aber solch abstruse Wortmeldung gibt es ja nun nicht erst in letzter Zeit von Kirchenvertretern. In dieser etwas älteren Nachricht sucht auch wieder ein Kirchenmann die Schuld an den Mißbrauchsfällen an ungewohnter Stelle:

27.12.2010
Bishop of Tenerife blames child abuse on the children
Bernando Álvarez sagte es gäbe 13 jährige, die mißbraucht werden wollten, und ‚einen provozieren, wenn man unvorsichtig ist‘
(typicallyspanish.com)

Auch hier kenne ich die Quelle nicht näher.

Bei all diesem Quatsch könnte es sich bei folgendem tatsächlich um eine richtige Nachricht handeln, dabei handelt es sich nur um Satire. Erstaunlich, wie realistisch sie momentan schon klingt:

22.05.2002
Pope forgives molested children
Der Papst vergibt mißbrauchten Kindern (theonion.com)

Nachtrag
Einen hatte ich doch ganz vergessen:

16.02.2010
Katholische Kirche
Bischof Mixa gibt sexueller Revolution Mitschuld an Missbrauchsfällen

Apr
13
2010
6

Exklusives Sylt ist exklusiv!

Sylt ist exklusiv. Das merkt man nicht nur daran, dass im Sommer gerne mal irgendwelche Samstag-Abend-Shows dort gehostet werden, sondern auch – und vor allem – an den Parkplätzen.
Die sind nämlich doppelt exklusiv: Erst einmal muss man sein Auto ja auf der Insel haben, um überhaupt dort parken zu können, dann sind die Parkplätze allesamt auch für bestimmte Personengruppen reserviert.

Um das zu dokumentieren hab ich in der letzten Zeit ein paar Fotos von Schildern auf der Insel gemacht.

Der Standard bei Parkplätzen:

Etwas ausformulierter geht es hier weiter:

Doch nicht nur Gäste dürfen parken:

Manchmal ist es auch egal wer parkt; Hauptsache das Wie stimmt:

Manchmal geht’s auch nicht um Parken, sondern um’s Durchfahren:

Dass es sehr sehr exklusiv wird, sieht man daran, wenn sogar der Durchgang auf bestimmte Personengruppen limitiert ist:

Und sogar der Müll ist strengen Regeln unterworfen:

Apr
12
2010
1

Populismus Reloaded

Ich hab‘ ja neulich schon drüber geschrieben, wie die FDP in Form von Guido Westerwelle forderte, HartzIV-Empfänger mögen doch Schneeschippen, wie dann die SPD in Gestalt von Hannelore Kraft forderte, HartzIV-Empfänger sollten doch „freiwillig“ die Straßen fegen, weil man ihnen sonst das Geld kürzt und wie dann dieser ganz tolle Professor forderte HartzIV auf 5 Jahre zu begrenzen, um einen erhöhten Anreiz zur Jobsuche zu geben. Ho, ho.

Ausgerechnet von den Grünen, von denen man ja lange Zeit dachte, sie gehörten zu den Guten, kommt jetzt auch so ein doller Vorschlag: Hundehaufen zu Jobs
Grüne empfiehlt Hartz-Empfängern Beschäftigung (Neues Deutschland)

Der Vorschlag, der hier von Frau Hammerling von den Grünen kommt, ist zwar um einiges besser als die vorherigen menschenverachtenden Vorschläge von FDP, SPD und Professor X oben, weil die Grünenpolitikerin dort fordert, dass die HartzIVempfänger zum Hundescheißekontrollieren von der Stadt angestellt werden.
Somit wären es dann keine HartzIV-Empfänger mehr, die aus Angst vor ominösen „Sanktionen“ den Schnee schippen oder Westerwelle die Schuhe putzen müssen, nein, es wären Angestellte der Stadt, die richtig Geld bekommen für Arbeit.

Klingt dies alles auch so nett und blumig – jedenfalls im Vergleich zu den Forderungen anderer Parteien – stellt sich mir doch unweigerlich die Frage, warum Frau Hammerling bei all den mannigfaltigen Aufgaben, die auf Berlins Straßen nur so darauf warten, dass man staatliche Jobs aus ihnen macht, ausgerechnet die Hundekacke als Beispiel verwendet?
Hätte man nicht Falschparker oder Leute die illegal Müll abladen als Beispiel nehmen können? Frau Hammerling erwähnt viele öffentliche Aufgaben, die für mögliche neue Stadtangestellte quasi schon bereitliegen würden. Warum kommt sie ausgerechnet mit der ekligsten Aufgabe, und will sie HartzIV-Empfängern auf’s Auge drücken?

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,
Mrz
31
2010
4

Nennen wir es Meinungsvielfalt…

… das ist immerhin was gutes. Immerhin gab es diese letztes Jahr in der Debatte um Zensursula zu Anfang nicht. Dass wir jetzt schon immerhin eine gemischte Berichterstattung erleben, und das so früh in der Debatte, lässt hoffen.

Wie schon erwähnt, sind den öffentlich rechtlichen offenbar die Argumente, wegen denen man sich gegen die Anwendung des Zensursulagesetzes entschieden hat, ja innerhalb von ein paar Monaten schon wieder total verloren gegangen.
Schön dass es das Internet gibt, und – ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage – Zeitungen. So haben ja Taz und Süddeutsche schon recht umfassend die EU-Netzsperren mit den Diskussionen um das Zugangserschwerungsgesetz in einen Kontext gestellt. Und da von den Argumenten der Sperrbefürworter wirklich kaum was übrig bleibt, wenn man die Kritiker nur mal zu Wort kommen lässt, ist der Grundtenor in beiden Blättern, dass die EU-Sperren kein Mensch braucht.

Auch Spiegel Online sieht die Errichtung einer paneuropäischen Netzzensurinfrastruktur eher kritisch. Die Gründe, „Warum der Sperren-Streit Zeitverschwendung ist“ (SpOn) kann man in einem Kommentar von Christian Stöcker nachlesen. Fix und fertig sogar mit den Widerlegungen der populistischen Argumente der Sperrwütigen.

Ganz anders wurde vorgestern im Focus noch schlicht und kritiklos nachgeplappert, was wahrscheinlich in der Pressemeldung stand. Erstaunlich, denn der Artikel heißt nicht „Netzsperren“ oder „Europäisches Zugangserschwerungsgesetz“ sondern entlarvend „Internetzensur – Löschen statt Sperren?“. Also doch Zensur, was? Offenbar kennt der Focus den Masterplan.
Die Argumente der Gegner einer Internetzensur werden jedoch nur in einem simplen Satz schwammig zusammengefasst, während Cecillia Malmström – die Initiatorin der geplanten EU-Richtlinie – über einen ganzen Absatz – scheinbar fast wörtlich – zitiert wird.
Liest man diesen Absatz, drängen sich einem ganz unvermeidlich starke Deja-Vu-Gefühle auf, weil man den ganzen Kram schon letztes Jahr von Frau von der Leyen gehört hat.
Im Focusartikel kommt auch wieder die umstrittene Deutsche Kinderhilfe (Zeit) zu Wort, die in den vergangenen Jahren immer wieder durch überzogene Forderungen nach Verschärfungen des Strafrechts von sich reden machte, und einer der größten Fürsprecher des Zensursulagesetzes im letzten Jahr war.
Mit keinem Wort erwähnt wird in diesem zusammenfassenden Artikel die Online-Petition gegen das Zensursulagesetz, deren Anhörung – oder wie man das nennt – ja nun auch noch nicht so lange her ist. Weder eine Person noch eine Organisation, die diesem Gesetz kritisch gegenübersteht, wird im Focus beim Namen genannt, oder zitiert.
Wenn das nicht einseitige Berichterstattung – die fast schon an Geschichtsklitterung grenzt – ist, dann möchte ich nicht wissen was.

Gestern legt der Focus dann noch einmal nach, vermutlich um sich einen Anschein von Neutralität zu geben. Diesmal hat man den entlarvenden Überschriftenfehler vom Vortag vielleicht entdeckt, und so heißt der Artikel, der dabei rausgekommen ist nicht „Justitzministerin gegen Internetzensur“ sondern „Justitzministerin will die Sperren stoppen“ (Focus).

Zuerst wird dort der Standpunkt der Justitzministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger geschildert, deren Partei (FDP – kennt vielleicht der eine oder andere noch) die Abschaffung des Zugangserschwerungsgesetzes als Wahlversprechen hatte. Die Partei ist nun in der Regierung, doch der Erfolg gegen das Gesetz lässt zu wünschen übrig.
Nur mal zur Erinnerung: Wir haben das Gesetz ja jetzt, aber die Bundesregierung ist erst einmal übereingekommen es zu ignorieren.
Frau Leutheusser-Schnarrenberger wird sogar zitiert, und das, was sie so gesagt hat, klingt auch erst mal vernünftig.

Zwei Absätze weiter wird erklärt, dass auch Grüne und SPD gegen das Sperren sind, die Linke wird nicht erwähnt, obwohl sie stärker als die Grünen im Bundestag vertreten sind, und schon länger als die SPD gegen die Sperren votieren.
Auch hier wird weder Online-Petition, eine der zahlreichen Organisationen die gegen die Sperren sind oder gar die Piratenpartei genannt. Um einen halbwegs informierenden Artikel zu schreiben, hätte man zumindest etwas von diesen Dingen erwähnen sollen.

Zum Schluß kommt dann noch der Sicherheitsgesetz-Liebhaber der CDU, Wolfgang Bosbach zu Wort, der in seiner Freizeit gerne bei Markus Lanz im Fernsehen sitzt, EU-weite Internetsperren natürlich ganz klasse findet, und das scheinbar mit gebrauchten Argumenten von Ursula von der Leyen zu verkaufen versucht.

Fazit: Der Focus schafft es, einen Artikel, der sich eigentlich darum drehen sollte, dass die Justitzministerin gegen die geplante EU-Richtlinie ist, in einen weiteren Artikel zu verwandeln, der für EU-weite Sperren wirbt.

Meine Meinung: Unabhängiger Journalismus sieht irgendwie anders aus.

Mrz
30
2010
9

Der Bechdel-Test, und warum einfach manchmal eben zu einfach ist.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne schreibe. Und gerne auch viel. Zwar ist noch keiner meiner Texte über das Internet hinaus veröffentlicht worden – die Schülerzeitung damals mal außen vor gelassen – aber ich hab nicht nur die Festplatte voller moosbewachsener Romananfänge, ich hab auch schon zwei Romane und eine Kurzgeschichte zuende geschrieben.
Den besseren der beiden Romane sogar innerhalb eines Monats zum NaNoWriMo, was mich immer noch überrascht.
Ich bin auch immer offen für Tipps, Konzepte und Anregungen, um meine Geschichten besser oder interessanter zu machen. So fand ich diesen Leitfaden (squidoo.com) zur Verwendung von homosexuellen Charakteren in Geschichten echt nützlich, bin dankbar, dass ich die klischeehaften Stereotypen nun kenne, die es zu vermeiden gilt, und werde bei meinem nächsten größeren Projekt auch einige der Anregungen umsetzen.
Ich bin mir zwar nicht sicher, wie gut das gelingen wird, aber Versuch macht klug, wie man so sagt.

Nun hab ich gestern vom Bechdel-Test erfahren. (Sorry, aber es gibt keinen Eintrag in der Deutschen Wikipedia, aber ich hab’s auch auf diesem Blog hier gelesen: Drop the thought)

Der Test stammt aus einem Comic-Strip. Eine weibliche Person in diesem Comic stellt folgende Regeln auf, um zu testen, ob sie sich einen Film überhaupt erst anschaut:

1. Es kommen mindestens zwei Frauen in ihm vor

2. Die beiden reden miteinander…

3. …und zwar über etwas anderes als einen Mann.

Durchaus verständliche Sichtweise, denn ich schau mir ja auch nur Filme an, in denen nur Frauen tragende Rollen spielen, wenn ich dazu genötigt werde. Mit „Grüne Tomaten“ und den Ya-Ya-Schwestern kann man mich jagen. Allerdings stellen sich mir da ein paar spitzfindige Fragen:

– Was, wenn in dem Film die zwei einzigen Frauen Lesben sind, die sich genau 1 x unterhalten, und es in dem Gespräch um eine Frau geht, wie es bei heterosexuellen Frauen um einen Mann gehen würde?

– Was ist, wenn der einzige Akteur in dem Film eine Frau ist? (gegebenenfalls vielleicht umgeben von Robotern oder geschlechtslosen Ausserirdischen)

– Was ist mit Teenie-Filmen, in denen zwar genug junge Frauen mitspielen, sich auch unterhalten, auch nicht nur über Männer, aber sich konstant nur anzicken?

Irgendwie ist die Regel zu einfach gefasst. An beiden Enden hat man Graubereiche, positiv wie negativ.

Ich will den Rahmen mal von Filmen auf Filme und Serien erweitern, weil ich mich bei recht vielen Filmen ehrlich gesagt nicht erinnern kann, ob die Voraussetzungen für ein Bestehen des Bechdel-Tests gegeben sind.

Positivbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Bechdeltest bestehen, aber irgendwie trotzdem panne sind:

Positivbeispiel #1: Xena
In Xena gibt es nicht nur zwei Frauen, sondern die sind auch noch die Hauptfiguren. Und die unterhalten sich stets und ständig. Auch über andere Dinge als Männer. Ist die vornehmliche Zielgruppe für Xena weiblich? Irgendwie fällt es mir schwer, das zu glauben, noch halte ich die Serie insgesamt für besonders feministisch. Eher im Gegenteil. Wer eine andere Meinung hat, ich lasse mich gern eines besseren belehren.


xena lol by ~rosemaryjayne on deviantART

Positivbeispiel #2: Cleopatra 2525
Es handelt sich hierbei um eine kurzlebige Serie von Sam Raimi, dem wir auch schon Xena zu verdanken haben. Sie ist meines Wissens nie im deutschen Fernsehen gelaufen, es gibt sie aber auf DVD zu kaufen, und zwar für echt günstig. Mit anderen Worten: die Serie wird nicht nur bei Amazon verramscht.
Die Serie ist echt trashig, und kaum auszuhalten, wenn sie nicht so absurd wäre. Ich selbst hab sie geschaut, nachdem mir die Weisheitszähne gezogen wurden, und ich mit Kieferschmerzen halb betäubt zuhause im Bett lag.
Worum es bei Cleopatra 2525 geht: Eine Stripperin aus dem LA der 90er Jahre will sich die Brüste vergrößern lassen, doch etwas geht schief, und sie wird cryogenisch eingefroren. Im Jahr 2525 entdecken sie zufällig zwei Widerstandskämpferrinnen, die auf der postapokalyptischen Erde gegen böse Maschinen kämpfen. Sie tauen die Stripperin (Cleopatra) auf, und nehmen sie in ihr Team auf. Dann erleben die drei fantastische Abenteuer, und kämpfen im Laufe von zwei Staffeln gegen die bösen Maschinen. Die drei Hauptfiguren laufen in der ganzen Serie in nichts anderem rum als einer Art futuristischem Bikini-Outfit, die Sprüche sind hart an der Schmerzgrenze – oder darüber hinaus, wie manche meinen würden, und Cleopatra lässt keine Gelegenheit aus, für die gute Sache auch ihre Strippertalente zu verwenden.
Hier gibt es jede Menge Frauen, die über alles MÖGLICHE reden, auch über Männer, aber eben nicht nur. Klarer Fall, dass Cleopatra 2525 den Bechdel-Test besteht.
Für Frauen? Echt? Ich als Mann fass‘ mir da ja schon vier Mal pro Sekunde beim Kucken an den Kopf und ich bin Kummer gewohnt, was bewegte Bilder – speziell Serien – angeht.


Cleopatra 2525 by *Slayer730 on deviantART

Positivbeispiel #3: Showgirls
Jede Menge Frauen drin, die sich nicht nur über Männer unterhalten, sondern auch über Brüste und wie man richtig strippt. Die haben allesamt noch weniger an, als der weibliche Cast von Xena oder Cleopatra 2525. Ich muss gestehen, dass ich diesen Film aufgrund seiner schon sprichwörtlichen Grottigkeit nie gesehen habe, aber der erste Teil einer grandiosen Videoreview findet sich bei ThatGuywiththeGlasses.com.

Negativbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Test nicht bestehen, aber irgendwie doch ziemlich gut sind.
Ursprünglich wollte ich hier auch „Star Wars“ und „Indiana Jones“ anbringen, aber wenn ich’s recht überlege, kann ich verstehen, dass Frauen sich für sowas nicht interessieren, auch wenn ich es schade finde. Ebenso fallen ja auch Meilensteine der Filmgeschichte wie „2001 – Odysee im Weltraum“ und „Zwei glorreiche Halunken“ ganz raus, weil man die Frauen in diesen Filmen nun wirklich mit der Lupe suchen muss.
Aber ein Beispiel hab ich doch, wo es schade ist, dass der Film gemieden wird, nur weil er den Bechdel-Test nicht besteht:

Negativbeispiel #1: Chasing Amy
Meiner Meinung nach immer noch der beste Kevin Smith Film. Obwohl Ben Afflec mitspielt. Ein Film über einen Mann, der sich in eine Lesbe verliebt, die sein bester Freund nicht ausstehen kann, und der dann mit ihrer Vergangenheit nicht klarkommt.
Ein unglaublich emotionaler, doch trotzdem lustiger Film, der an manchen Stellen auch schon mal auf die Tränendrüse drückt. Ein Film, den ich in meiner privaten Kategorisierung als „Frauenfilm“ bezeichnen würde, der „sich trotzdem anzusehen lohnt“. In diesem Film reden zwar Frauen miteinander, aber die Frauen, die man mit Namen kennt, reden ausschließlich über Männer, wenn ich mich recht erinnere. Fällt also klar aus dem Raster. Oder handelt es sich hier um ein „Beziehungsdrama für den modernen Mann“? ich bin verwirrt.

Wenn wir die zu testende Fiktion weiter spannen, und auch literarische Werke mit einbezieht, fällt noch mehr unter den Tisch: „Die Schatzinsel“ und „Moby Dick“ kann die bechdeltestende Frau von Welt schon mal ganz vergessen. Ebenso „Frankenstein“, wenn ich mich nicht irre, obwohl das sogar von ’ner Frau geschrieben wurde. Bram Stokers im Kontext seiner Zeit pornographischer Roman „Dracula“ besteht den Test jedoch. Was ist mit Jane Austen? Da sind zwar jede Menge Frauen drin – sogar bekleidet – aber reden die nicht ständig über irgendwelche Männer da?
Und je weiter wir in der Zeit zurückgehen, desto weniger kann frau lesen. Im Niebelungenlied zicken sich – soweit ich mich nur erinnere – Brunhild und Krimhild nur ständig wegen Siegfried an, und im ältesten erhaltenen literarischen Werk der Menschheit, dem knapp 5000 Jahre alten Gilgamesh Epos, muss man auch wieder lange suchen, bis man vielleicht eine vereinzelte Frau findet.

Der Test selbst ist also in vielen Einzelfällen zu einfach gestrickt, auch wenn er gut dazu dienen mag, über den Daumen zu peilen, was für Frauen möglicherweise interessant ist. Die Abwesenheit von Frauen in Geschichten generell zieht sich jedoch tatsächlich als roter Faden durch die gesamte Literaturgeschichte. Oft gibt es unter den Hauptfiguren einer beliebigen Handlung nur eine Frau – quasi die Quotenfrau. Das wird ebenfalls von der bezaubernden Lindsay Ellis, die auch schon Showgirls auseinandergenommen hat, in einem Video namens „The Smufette Principle“ erklärt.

Warum ist das so? Ich hab keine Ahnung. Ich finde es erstaunlich, wie einem sowas als Mann gar nicht auffällt, bis man mit der Nase drauf gestoßen wird. Ich werde in meiner nächsten größeren Geschichte aber auf jeden Fall auch zwei Frauen einbauen, die sich über irgendwas anderes als einen Mann unterhalten.
…vielleicht über Fußball. Ich weiß noch nicht.

Written by Heiko C. in: Bücher,Filme,Gesellschaftliches | Schlagwörter: ,
Mrz
28
2010
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Das „Trololo“-Phänomen

Vielleicht kennt ihr schon das Trololo-Phänomen, auch „russian Rickroll“ genannt.
Es handelt sich um das Video der Gesangsdarbietung eines russischen Sängers aus den 60ern, die ohne Text auskommt. Statt dessen singt der Sänger zu schmissiger 60s Musik onomatopoetische Geräusche.

Auf das Video wird unter falscher Linkbeschriftung verlinkt, um Leute drauf zu locken, wie man es auch schon von Rickroll her kennt.

Das Video hier ist gemeint:

Während ja Rick Astley mitterweile eher genervt reagiert, wird er auf das Rickroll-Phänomen angesprochen, reagiert der Sänger des Trololo-clips bemerkenswert fröhlich und geschmeichelt.

Auch die vielen Parodien seines über 40 Jahre alten Clips findet er weniger eine Parodie, als er in ihnen vielmehr „Leute, die Liebe geben“ sieht. 🙂

Aber seht selbst:

Und der Trololomann, der im richtigen Leben Edward Hill heißt, hat recht: Wenn einem im Internetzeitalter, wo jede Information in Sekundenschnelle sofort verfügbar ist, einem so viele Menschen so viel Zeit schenken, und sogar Antwortvideos produzieren, dann ist das im Prinzip das größte Kompliment, was einem Künstler gemacht werden kann.

In der heutigen Zeit, in dem die von Andy Warhol postulierten 15 Minuten Berühmtheit für jedermann schon Realität geworden sind, kann man sich nur wünschen auf diese Weise im Gespräch zu bleiben.

Mehr zu dem russian Rickroll-Phänomen und den russischen Sänger Edward Hill findet ihr hier bei Know your meme.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: ,
Mrz
27
2010
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Podcastempfehlung

Podcasts, die ich heute gehört habe, und die echt interessant waren:

Chaos Radio Express Ausgabe 147: „Mikrokosmos, Makrokosmos“ (LINK)
Nichts weiter als eine kurze Geschichte der Physik, von Gallilei bis zum LHC – auch für Laien verständlich erklärt.

Medienradio Ausgabe 21: „Zufällige Doppelschöpfung“
Hier geht es um das Urheberrecht und seine Zukunft. Eine interessante These: Das herkömmliche Urheberrecht hat trotz aller Versuche der Verwertungsindustrie die Freiheit im Netz zu beschränken ausgedient, weil in weiten Teilen der Bevölkerung kein Unrechtsbewusstsein beim Filesharen besteht.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Technisches | Schlagwörter: ,
Mrz
24
2010
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When Wikipedia was down…

Heute war Wikipedia ’ne Zeitlang down. Ich dachte ja zuerst, das könnte noch mit der Vulvadiskussion, die es am Sonntag dort gegeben hat zusammenhängen, aber es waren wohl doch technische Schwierigkeiten.

Der zwischenzeitliche Ausfall der Online-Enzyklopädie zeigt einem irgendwie mal ganz deutlich, wie oft man die doch benutzt. Schade, dass man nicht direkt Wikipedia spenden kann, sondern nur Wikimedia, die in der Relevanzdebatte ja klipp und klar gesagt haben, dass sie nicht so wirklich was mit Wikipedia zu tun haben.
Ich fänd’s immer noch besser, wenn nicht so scheußlich viele Artikel gelöscht würden und die Löschanträge, die gestellt werden, sind manchmal wirklich hanebüchen, doch im Großen und Ganzen ist die Wikipedia doch ’ne prima Sache und heutzutage nicht nur für ganz normale Hanseln wie mich unverzichtbar, sondern auch für Studenten, die Presse und Otto Normal zwischendurch auch mal.

Was gerade in der Löschprüfung ist, darüber kann man sich im Echtzeitnetz bei diesen beiden Twitteraccounts informieren:
@Artikelsterben
@Löschkandidat

Artikelsterben find‘ ich übrigens besser, weil der auch gleich den fraglichen Artikel – so fern noch da – und die dazugehörige Löschdiskussion verlinkt, die manchmal auch schon einen gewissen Unterhaltungswert hat.

Ich gebe zu, oft kenne ich das Subjekt des Lemmas, das gerade gelöscht werden soll, auch nicht aber hin und wieder wird dann ein Löschantrag für irgendetwas gestellt, das jeder kennt, „Sexualkundeunterricht“ oder „Cthulhu Mythos“ zum Beispiel.

Die Reaktion des großen Alten auf den Löschantrag

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Technisches | Schlagwörter: ,