Impactsuspect » Gesellschaftliches
Aug
10
2010
8

Oh, wie schön ist Internet…

In ARD und ZDF wird das Internet behandelt, als sei es Ausland. Wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen über das Internet – oder Sachen im Internet – berichtet, so mutet dies immer so an, als handele es sich um einen Reisebericht von der Japanreise.
Die Internetseiten werden vor dem Bericht kopiert und gegebenenfalls bearbeitet, genauso wie man seine Urlaubsdias von der Japanreise auch genau auswählen würde.

Links bekommt man auch nicht. Es reicht ja immerhin, wenn die öffentlich-rechtlichen Journalisten im Internet gewesen sind, es hat ja keinen Sinn, den Zuschauer auch noch in Gefahr zu bringen. Außerdem würde man seinem Bekanntenkreis nach einer Japanreise auch nicht die Adresse des schnuckeligen Restaurants in Tokio mitteilen: Die könnten ja gar nichts damit anfangen.

Wichtig ist auch, dass der Bericht über das ferne Land „Internet“ ausgewogen ist, denn zu viele nützliche Informationen verkraftet kein Zuschauer. Darum beginnt man meist mit irgendwelchen „ernsten“ Nachrichten, und arbeitet sich langsam zum erbaulichen Youtubevideo am Ende des Berichtes vor.

Dort haben wir dann eine Spraydosenanimation, einen niesenden Panda, oder irgendetwas anderes, was den Zuseher nach der Schilderung der Gefahren wieder auflockern soll. Auch hier bekommen wir keinen Link, denn immerhin ist das Video ja schon im Fernsehen, das bekanntlich viel mehr Leute erreicht, als das Internet.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: , ,
Aug
03
2010
--

Redundante Redundanzschilder sind redundant

Ja, ich weiß, schon wieder ein Schild, ich würde ja auch viel lieber mal etwas anderes bloggen, so zur Abwechslung, aber ich blogge die Schilder, wie sie mir vor die Linse kommen.

Ein besonders schönes Beispiel kreativer Beschilderung (und Orthographie) findet sich bei uns im Ort an einem Altkleidercontainer auf dem Parkplatz eines Supermarktes.

Dem Kenner fällt an diesem improvisierten Schild sofort das Fehlen jeglicher Ausrufezeichen auf. Es stellt sich die Frage, ob dieses eine absichtliche Entscheidung des Schildschöpfers war, oder selbiger nur nicht darüber informiert war, dass es in der Welt der Schilder Ausrufezeichen gratis dazu gibt!!!
Aber das soll uns nicht weiter kümmern. Freuen wir uns einfach einmal, dass wir weder durch eine besonders auffällige Schriftart, noch durch eine Schwemme von Ausrufezeichen optisch angeschrien werden.

Zuerst weist uns das Schild in leicht kreativer Rechtschreibung darauf hin, dass „Unerlaubte Müllentsorgung“ zu „Unterlassen“ ist.
Hier handelt es sich um ein klassisches Verbot, das in Gebotsform gefasst ist. Statt die Entsorgung von Müll zu verbieten, wird einem hier befohlen es zu unterlassen dies zu tun.
Das Eigenschaftswort „Unerlaubt“ wirkt hier leicht überflüssig, denn es ist schwer vorstellbar, dass es in bestimmten Fällen eine Erlaubnis dafür gibt, Müll in einem Altkleidercontainer zu entsorgen.
Oder ist mit dem implizierten „erlaubten Müll“ etwa alte Kleidung gemeint?
Auch das scheint unwahrscheinlich, weisen solche Container doch generell (auf anderen Schildern) darauf hin, dass die eingeworfene Kleiderspende sauber und prinzipiell noch tragbar sein muss. Kleidung die als „Müll“ bezeichnet werden kann, ist dies in der Regel nicht, es sei denn, es handelt sich um die abgelegten Bühnenoutfits von MC Hammer.

Weiter weist uns das Schild darauf hin, dass „bei Missachtung“ des obigen Gebots der Unterlassung der unerlaubten Müllentsorgung, „dies strafrechtlich geahndet“ wird. Lassen wir uns einmal den angedrohten Sachverhalt auf der Zunge zergehen: Für das Unterlassen des Unterlassens der unerlaubten Entsorgung von Müll gibt es eine Ahndung. Und zwar strafrechtlich.
Eine „Ahndung“ ist eine Bestrafung. Ein nicht befolgen des Negativgebots führt also eine strafrechtliche Bestrafung nach sich.

Der Hinweis, dass die angedrohte „Ahndung“ strafrechtlich erfolgt, ist in so fern vielleicht noch sinnvoll, als dass auch nicht vom Strafrecht gedeckte öffentliche Auspeitschungen durch DRK-Mitglieder eine Ahndung darstellen würden.
Ist es jedoch notwendig, das Wort „strafrechtlich“ auch noch zu unterstreichen? Weißt der Unterstrich auf eine besondere Betonung hin, oder soll nur noch einmal hervorgehoben werden, dass eine strafrechtliche Ahndung im Falle einer Unterlassungsunterlassung möglich wäre?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter:
Aug
01
2010
--

Deutlich genervt klingende Schilder

…und dann gibt es noch die Schilder, die klingen, als würden sie ein und die selbe Botschaft schon seit Jahrzehnten verkünden – und wahrscheinlich tun sie es sogar – und dabei sogar eventuell aufkeimende Widerworte bearbeiten:

Zuerst brüllt einen das Schild mit Unterstützung eines Piktogramms an, man solle ja die Ausfahrt freihalten. Hier zeigt sich dem Betrachter schon, wie viel Kummer dieses Schild schon gewohnt ist.
Was mit Parksündern passiert wird in kleinerer Normalschrift eher genervt heruntergebetet, wie eine Floskel, die man täglich benutzt.
Die Bestätigung des Verbotes auch an Sonn- und Feiertagen ist nicht nur kursiv, sondern auch gleich in größerer Schrift gedruckt, so als würde es den Betrachter anschreien, sich bloß keine Hoffnungen zu machen.

Dieses Schild ist so effektiv – aber auch unhöflich – dass ein nebenstehendes, höflicheres Schild, sich genötigt sah, das Parkverbot einzuschränken:

„Hört nicht auf ihn! Er ist immer so. Mein Kollege da ist ziemlich genervt. Postfahrzeuge dürfen hier natürlich parken, wo kämen wir denn da hin?“, raunt einem dieses Schild zwischen den Zeilen verschwörerisch zu. Die ganze Szene wirkt wie ein klassisches Guter-Cop/Böser-Cop Szenario.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Jul
27
2010
2

Schilder, wie man sie eigentlich nur aus Cartoons kennt…

Manche Schilder haben im Laufe der Jahrzehnte ihrer Diensttätigkeit schon eine Art Symbiose mit der Natur begründet. Im Gegensatz zu den „Schildern an merkwürdigen Orten“, sind die Schilder, um die es heute geht allerdings prinzipiell schon am richtigen Ort. Auch die Botanik um diese Schilder herum ist am richtigen Ort. Das dumme ist nur, dass die Botanik – sofern es sich nicht um Bonsai-Botanik oder ähnliches handelt – vor sich hin wächst. Ganz im Gegensatz zu einem Schild. Das Schild behält seine Höhe.
Hier ergeben sich gewisse Probleme, aber das sehen wir uns besser an einem konkreten Beispiel an. Das folgende Schild möchte ich „Arschloch-Schild“ nennen. Warum, das wird später klar werden:

Kommen Sie mit einem Auto an obiges Schild, und würden Sie weiterfahren wollen, dann würden Sie sich wahrscheinlich denken: „Hm… Durchfahrt ist nur für Anlieger. Na ja, ich hab ja ein Anliegen, darum bin ich wohl ein Anlieger. Höhö“, und weiterfahren. Sie klopfen sich im Geiste schon auf die Schulter, weil Sie durch diesen simplen Trick eine perfekte Ausrede parat haben, wenn jemand Sie anhält, um Ihnen die Durchfahrt zu verweigern.
Sie fahren um die Ecke, und freuen sich eine Abkürzung gefunden zu haben. Mental zählen Sie schon all die Minuten, die Sie in Zukunft einsparen werden, als Sie plötzlich vor so einer kleinen Gasse stehen:

Wie soll denn hier eine Durchfahrt überhaupt möglich sein? Immerhin sprach das Schild doch von einer Durchfahrt für Anlieger, oder? Sie fahren also mangels Wendemöglichkeit etwa 300 Meter rückwärts, bis Sie wieder an dem Schild angekommen sind, und betrachten es sich näher:

Vermutlich denken Sie jetzt: „So ein Arschlochschild“, obwohl ja eigentlich die Heckenrosen schuld sind.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Friesisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter: , ,
Jul
21
2010
4

Breitseitenschilder

Es gibt Schilder, die einem wortgenau verbieten Donnerstags zu parken, oder die am Wochenende zwischen 7 und 19 Uhr die Geschwindigkeit begrenzen. So hoch spezialisiert kann die Botschaft eines Schildes sein.

Hier sieht es jedoch anders aus:

Etwas ist verboten. Und etwas ist gefährlich. Was? Das Schild bleibt uns die Antwort schuldig.
Ein Mann und ein Kind sind auf dem Schild dargestellt, die Ball spielen. Ein kleiner Terrier sieht von etwas weiter weg zu.
Ist also das Ballspielen verboten? Weil Gefahr durch Terrier droht? Oder ist Hunden der Zutritt verboten, weil das Herumkicken eines Balles zu Verletzungen führen kann?
Am besten, man lässt gleich alles sein, wenn man dieses Schild sieht. Nur, um auf Nummer sicher zu gehen. Immerhin ist da etwas gefährlich.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter: ,
Jul
12
2010
--

Immer die Fahrradfahrer…

In Bezug auf die Fahrradfahrer habe ich bereits schon die „Roboterkiller“ vorgestellt, die konstatieren, dass Vernünftige nicht Fahrrad fahren, und es allen anderen verbieten. Im Schilderwald sind diese exotischen Vertreter allerdings nur die Spitze des Eisbergs, gerade wenn es um Schilder mit Ver- und Geboten rund um den geliebten Drahtesel geht.

Als erstes ein gutes Beispiel. Ein Schild, dass alles richtig macht. Es bleibt höflich – wenn auch nicht gerade poetisch, wie die Höflichkeitsschilder – und appeliert an unseren Anstand, ohne zu schlaumeiern, wie etwa die Roboterkiller es tun.

Wir werden nicht nur höflich gebeten, keine Fahrräder abzustellen, wir erfahren auch, wer uns bittet. „Die Verwaltung“ in diesem Fall. Gut, das ist jetzt nicht sehr spezifisch, aber es ist anzunehmen, dass „die Verwaltung“ eben auch die Wände verwaltet, an denen keine Fahrräder abgestellt werden sollen. Durch solch ein Schild fühlt man sich weder bevormundet noch gegängelt, und schon gar nicht verarscht.

Dem nächsten Schild sieht man das hohe Alter schon an. So hat man es also früher gemacht:

Dieses Schild befiehlt uns – mehr oder weniger zackig – vom Fahrrad abzusteigen. Es sagt uns nicht warum und wozu, und das Ausrufezeichen fehlt. Erstaunlich, denn Schildermacher gehen mit diesem ja sonst nicht gerade sparsam um. Hier hätte es einmal gepasst, obwohl es das Schild natürlich auch nicht höflicher, noch die Botschaft nachvollziehbarer,  gemacht hätte.
Immerhin erfahren wir, wer uns befiehlt: Der Bürgermeister. Wenigstens weiß man nun, wo man sich über den rüden Ton beschweren kann.

Die Regel sind leider immer noch die nominalphrasierten Schilder. Sie sind unpersönlich und versuchen trotzdem Autorität zu vermitteln. Wie das geschieht, kann man an folgendem Schild sehen:

Dieses Schild teilt keine Befehle aus, und es bittet auch nicht. Es präsentiert einen Satz mit dem Verb „ist“ wie ein Faktum. „Das Abstellen von Fahrrädern ist hier nicht erlaubt“ stellt es uns als Wahrheit hin. Rosen sind rot, Veilchen sind blau und das Abstellen von Fahrrädern ist hier nicht erlaubt.
In zweifacher Hinsicht schummelt das Schild:

1.) Das Schild scheint uns nichts vorzuschreiben, noch enthält es eine Botschaft von jemandem. Es scheint einfach nur eine Wahrheit des Universums preiszugeben. Das ist jedoch nicht der Fall. Das Schild hat ja immerhin jemand aufgehängt. Wer das ist, erfahren wir nicht. Der Verfasser bleibt anonym.

2.) Statt ein Verbot zu enthalten, beschreibt uns das Schild den Zustand des „Nicht-erlaubt-seins“. Man kann also nicht fragen, wer das Verbot ausspricht, weil es ja gar keines gibt. Es gibt nur eben keine Erlaubnis. Hier arbeitet das Schild mit ähnlichen Tricks wie auch viele Politiker.

Jetzt noch ein sehr merkwürdiges Beispiel:

Das Schild beginnt vielversprechend: Es spricht einen persönlich, vertraulich an und es sagt uns, wo wir unsere Fahrräder abstellen können. Ein Verbot spricht es nicht aus, auch kein negatives Gebot. Statt dessen droht es allen, die ihre Fahrräder hier abstellen ohne Umschweife.
Durch den rüden Ton im letzten Satz und die Hervorhebung durch Unterstreichung bekommt die freundlich vertrauliche Begrüßung des Schildes einen ganz üblen Beigeschmack.
Auch die Wortwahl ist interessant: „Beseitigt“ werden die Fahrräder. Was soll das heißen? Wenn in Krimis jemand von „Beseitigen“ spricht, so ist dies meist ein Euphemismus für die sprichwörtlichen „Betonschuhe“ mit anschließendem „Bad“ im Fluß. Und dann auch noch kostenpflichtig, man soll den Beton also auch noch selbst bezahlen?!
Wenn man ein wenig über das Schild grübelt, fallen einem alternative, ähnlich absurde, letzte Sätze ein:

  • „Es wäre doch schade, wenn Ihr Fahrrad einen bedauerlichen Unfall erleidet.“
  • „Wenn Sie Ihr Fahrrad hier abstellen, werden wir uns um Ihr Fahrrad kümmern.
  • „Hier abgestellte Fahrräder betreten eine Welt des Schmerzes.“

Die Stellplätze auf dem Bahnhofsvorplatz sind vermutlich also als „ein Angebot“ gemeint, „dass man als Fahrradfahrer nicht ablehnen kann“.

Wer denkt sich sowas aus?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Jul
06
2010
1

Ölpest – Das Musical

Gestern abend premierte um 22:00 das neue Musical „Oilspill – the Musical“ in der Wimmersbuscher Mehrzweckhalle. Die Autorin des sozialkritischen Stückes Musiktheater, Dagmar Eckentisch-Spömerisi (43), hat sich nach eigenen Angaben diese eher unscheinbare Bühne für die Premiere ausgesucht, um zu testen, ob die durchschnittliche Dorfbevölkerung in Wimmersbusch auch mit den zahlreichen sarkastisch-sozialkritischen Anklängen etwas anzufangen weiß.
„Wissen Sie, wenn die Botschaft meines Musicals bei den einfachen Leuten nicht ankommt, dann habe ich noch viel Arbeit vor mir. Dann muss ich alles umschreiben.“, sagte Sie uns im Vertrauen.

Die Internationale Presse war gestern natürlich auch anwesend: Reporter vom „Wimmersbuscher Anzeiger“, der „Brandon Evening Press“ und des „Le Friseur“ waren da, und sogar ein Fernsehteam des offenen Kanals Bad-Hohensalza.
Obwohl stets darum bemüht, den einfachen Dorfzuschauer nicht zu überfordern, hat Frau Eckentisch-Spömerensi es geschafft Tim Curry für die Hauptrolle zu gewinnen, zumindest für die Premiere. Wie nicht anders zu erwarten spielte und sang er die Ölpest. Mit Rollen wie diesen hat er ja Erfahrung, lieh er im Film Ferngully doch einem bösen Umweltverschmutzungsmonster die Stimme.

„Ölig, ich bin so ölig, so fröhlig, ölig, ich bin das Öl!“, trällerte Curry mit markantem britischen Akzent. Es fällt ihm nicht schwer sich in Umweltverschmutzung, U-Bootoffizier oder einen transsexuellen Ausserirdischen zu versetzen, mit der deutschen Sprache hat er jedoch gestern seine Probleme gehabt. Trotzdem ein gelungener Auftakt für das mehrstündige Stück.
Wie in Musicals allgemein üblich wurden auch in „Oilspill – the Musical“ bekannte Stücke aus der Popmusik eingebaut. Das Lied vom Öl klingt also nicht zufällig bekannt: Es handelt sich um eine neu vertextete Version des Gassenhauers „Codo“ der Gruppe DÖF.

Auch andere Lieder klingen bekannt: So sang der Chor der PR-Leute von BP unter der Führung von Alberto Kotzas, der die Rolle des Tony Hayward spielte, zum Beispiel eine leicht veränderte Version von „We care a lot“ der Gruppe Faith No More.
Eindrucksvoll war am Premiereabend das Ballett der ölverschmierten Pelikane in Szene gesetzt, welche zu Tschaikowskys „Schwanengesang“ herzzerreißend starben, ebenso die Anhörung vor dem US-Kongress, auf deren Höhepunkt Kotzas in der Rolle Haywards „Guten Tag, ich will mein Leben zurück“ von Wir sind Helden singt.

Das Ende des Stückes ist sehr ungewöhnlich, gar grostesk zu nennen und gibt der Handlung, die ansonsten an den wahren Geschehnissen orientiert ist, einen besonderen Spin. Ich will auf keinen Fall zu viel verraten. Nur soviel: Am Ende fahren Tony Hayward und die Ölpest als glückliches Paar auf einer Yacht in den Sonnenuntergang!
Zum Abschluß gab es dann gestern Standing Ovations. Wimmersbusch hat verstanden, die Autorin Dagmar Eckentisch-Spömerisi atmete erleichtert auf. Nun steht einer langen und erfolgreichen Spielzeit nichts mehr im Wege.

Meine Empfehlung: Ansehen! Das beste Musical seit „Tschernobyl – Strahlende Gesichter!“

Jul
04
2010
2

Exodus – Movement of da people

Was ist auf folgenden Bildern zu sehen? Die Flucht von Menschen aus einem Krisengebiet? Der Trek einer von Katastrophen gebeutelten Bevölkerung durch eine öde Sandwüste?

Nein. Es sind nur Leute, die alle gleichzeitig vom Strand auf Römö aufbrechen, um noch rechtzeitig das Fußballspiel gegen Argentinien zu sehen.
Die fuhren gerade alle, als wir ankamen. Der Strand war dann schön leer.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches | Schlagwörter: ,
Jun
09
2010
2

Wieso? Ist doch eigentlich ganz hübsch, oder?

Gestern, auf dem Rückweg von Polen, sind wir durch eine kleine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern gekommen. Auf dem recht pitoresken Marktplatz habe ich folgendes entdeckt:

Ich weiß nicht, was das für ein Denkmal ist. Vorne war halb verblichene russische Schrift drauf. Vielleicht handelt es sich um ein Gefallenen-Denkmal, das man aus Pietätgründen nicht entfernt hat, aber es ist echt sehr merkwürdig im Deutschland 20 Jahre nach der Wende an sowas vorbeizukommen.

Unwillkürlich musste ich an die Saddam-Statue im Irak denken, die von den Einheimischen mit Hilfe von US-Soldaten nicht schnell genug umgekippt werden konnte.
In dieser ostdeutschen Kleinstadt wird man sich vor zwanzig Jahren wohl gedacht haben, dass dieses sowietische Denkmal doch eigentlich ganz hübsch ist.

Nachtrag:
Bei Wikipedia kann man sehen, dass das Denkmal schon bessere Zeiten erlebt hat. Im dazugehörigen Artikel kann man nachlesen, dass es sich tatsächlich um ein Ehrenmal für 16 gefallene Soldaten der Sowjetunion handelt. 1991 wurde es wohl komplett saniert. Davon sieht man heute kaum mehr was.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches | Schlagwörter:
Mai
30
2010
3

Tipps für Zeitreisende (in Star Trek)

1.) Fragen Sie die Einheimischen NIEMALS nach dem aktuellen Jahr. Das kann nur strunzendämlich wirken.

2.) Wollen Sie das Jahr herausfinden, sehen Sie in einer Zeitung nach. Finden Sie keine, sind Sie in der Zukunft.

3.) Kleiden Sie sich in Sternenflottenuniformen. Man wird diese für Pyjamas halten, aber Sie keinesfalls für einen Trekkie.

4.) Keine Panik, wenn sie in den 60ern landen. Die Leute da sind so zugedröhnt, dass noch nicht einmal Aliens sie großartig alarmieren. (gilt auch für Stargate)

4.) Vorsicht vor unbeabsichtigten Zeitreisen! Diese führen zu 90% zu gefährlichen Wendepunkten in der Geschichte.

5.) Halten Sie sich aus den Geschehnissen heraus. Sie würden nur alles durcheinanderbringen.

6.) Wenn Sie die Dinge hingegen schon durcheinander gebracht haben, können Sie ebensogut auch ordentlich auf die Kacke hauen.

7.) Ändern Sie etwas in der Vergangenheit, können ihre Freunde in der Zukunft die Auswirkungen beobachten.

8.) Stirbt eine historische Größe, nehmen Sie umgehend ihren Platz ein, um die Zeitlinie zu retten.

9.) Die historische Persönlichkeit wird Ihnen durch eine Besonderheit des Raumzeitkontinuums ähnlich sehen.

10.) Die veränderte Zeitlinie lässt sich oft mit nur wenigen gezielten Handgriffen 100%ig wieder herstellen lassen.

(wird vielleicht noch ausgebaut)

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: ,

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Aug
10
2010
8

Oh, wie schön ist Internet…

In ARD und ZDF wird das Internet behandelt, als sei es Ausland. Wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen über das Internet – oder Sachen im Internet – berichtet, so mutet dies immer so an, als handele es sich um einen Reisebericht von der Japanreise.
Die Internetseiten werden vor dem Bericht kopiert und gegebenenfalls bearbeitet, genauso wie man seine Urlaubsdias von der Japanreise auch genau auswählen würde.

Links bekommt man auch nicht. Es reicht ja immerhin, wenn die öffentlich-rechtlichen Journalisten im Internet gewesen sind, es hat ja keinen Sinn, den Zuschauer auch noch in Gefahr zu bringen. Außerdem würde man seinem Bekanntenkreis nach einer Japanreise auch nicht die Adresse des schnuckeligen Restaurants in Tokio mitteilen: Die könnten ja gar nichts damit anfangen.

Wichtig ist auch, dass der Bericht über das ferne Land „Internet“ ausgewogen ist, denn zu viele nützliche Informationen verkraftet kein Zuschauer. Darum beginnt man meist mit irgendwelchen „ernsten“ Nachrichten, und arbeitet sich langsam zum erbaulichen Youtubevideo am Ende des Berichtes vor.

Dort haben wir dann eine Spraydosenanimation, einen niesenden Panda, oder irgendetwas anderes, was den Zuseher nach der Schilderung der Gefahren wieder auflockern soll. Auch hier bekommen wir keinen Link, denn immerhin ist das Video ja schon im Fernsehen, das bekanntlich viel mehr Leute erreicht, als das Internet.

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Aug
03
2010
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Redundante Redundanzschilder sind redundant

Ja, ich weiß, schon wieder ein Schild, ich würde ja auch viel lieber mal etwas anderes bloggen, so zur Abwechslung, aber ich blogge die Schilder, wie sie mir vor die Linse kommen.

Ein besonders schönes Beispiel kreativer Beschilderung (und Orthographie) findet sich bei uns im Ort an einem Altkleidercontainer auf dem Parkplatz eines Supermarktes.

Dem Kenner fällt an diesem improvisierten Schild sofort das Fehlen jeglicher Ausrufezeichen auf. Es stellt sich die Frage, ob dieses eine absichtliche Entscheidung des Schildschöpfers war, oder selbiger nur nicht darüber informiert war, dass es in der Welt der Schilder Ausrufezeichen gratis dazu gibt!!!
Aber das soll uns nicht weiter kümmern. Freuen wir uns einfach einmal, dass wir weder durch eine besonders auffällige Schriftart, noch durch eine Schwemme von Ausrufezeichen optisch angeschrien werden.

Zuerst weist uns das Schild in leicht kreativer Rechtschreibung darauf hin, dass „Unerlaubte Müllentsorgung“ zu „Unterlassen“ ist.
Hier handelt es sich um ein klassisches Verbot, das in Gebotsform gefasst ist. Statt die Entsorgung von Müll zu verbieten, wird einem hier befohlen es zu unterlassen dies zu tun.
Das Eigenschaftswort „Unerlaubt“ wirkt hier leicht überflüssig, denn es ist schwer vorstellbar, dass es in bestimmten Fällen eine Erlaubnis dafür gibt, Müll in einem Altkleidercontainer zu entsorgen.
Oder ist mit dem implizierten „erlaubten Müll“ etwa alte Kleidung gemeint?
Auch das scheint unwahrscheinlich, weisen solche Container doch generell (auf anderen Schildern) darauf hin, dass die eingeworfene Kleiderspende sauber und prinzipiell noch tragbar sein muss. Kleidung die als „Müll“ bezeichnet werden kann, ist dies in der Regel nicht, es sei denn, es handelt sich um die abgelegten Bühnenoutfits von MC Hammer.

Weiter weist uns das Schild darauf hin, dass „bei Missachtung“ des obigen Gebots der Unterlassung der unerlaubten Müllentsorgung, „dies strafrechtlich geahndet“ wird. Lassen wir uns einmal den angedrohten Sachverhalt auf der Zunge zergehen: Für das Unterlassen des Unterlassens der unerlaubten Entsorgung von Müll gibt es eine Ahndung. Und zwar strafrechtlich.
Eine „Ahndung“ ist eine Bestrafung. Ein nicht befolgen des Negativgebots führt also eine strafrechtliche Bestrafung nach sich.

Der Hinweis, dass die angedrohte „Ahndung“ strafrechtlich erfolgt, ist in so fern vielleicht noch sinnvoll, als dass auch nicht vom Strafrecht gedeckte öffentliche Auspeitschungen durch DRK-Mitglieder eine Ahndung darstellen würden.
Ist es jedoch notwendig, das Wort „strafrechtlich“ auch noch zu unterstreichen? Weißt der Unterstrich auf eine besondere Betonung hin, oder soll nur noch einmal hervorgehoben werden, dass eine strafrechtliche Ahndung im Falle einer Unterlassungsunterlassung möglich wäre?

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Aug
01
2010
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Deutlich genervt klingende Schilder

…und dann gibt es noch die Schilder, die klingen, als würden sie ein und die selbe Botschaft schon seit Jahrzehnten verkünden – und wahrscheinlich tun sie es sogar – und dabei sogar eventuell aufkeimende Widerworte bearbeiten:

Zuerst brüllt einen das Schild mit Unterstützung eines Piktogramms an, man solle ja die Ausfahrt freihalten. Hier zeigt sich dem Betrachter schon, wie viel Kummer dieses Schild schon gewohnt ist.
Was mit Parksündern passiert wird in kleinerer Normalschrift eher genervt heruntergebetet, wie eine Floskel, die man täglich benutzt.
Die Bestätigung des Verbotes auch an Sonn- und Feiertagen ist nicht nur kursiv, sondern auch gleich in größerer Schrift gedruckt, so als würde es den Betrachter anschreien, sich bloß keine Hoffnungen zu machen.

Dieses Schild ist so effektiv – aber auch unhöflich – dass ein nebenstehendes, höflicheres Schild, sich genötigt sah, das Parkverbot einzuschränken:

„Hört nicht auf ihn! Er ist immer so. Mein Kollege da ist ziemlich genervt. Postfahrzeuge dürfen hier natürlich parken, wo kämen wir denn da hin?“, raunt einem dieses Schild zwischen den Zeilen verschwörerisch zu. Die ganze Szene wirkt wie ein klassisches Guter-Cop/Böser-Cop Szenario.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Jul
27
2010
2

Schilder, wie man sie eigentlich nur aus Cartoons kennt…

Manche Schilder haben im Laufe der Jahrzehnte ihrer Diensttätigkeit schon eine Art Symbiose mit der Natur begründet. Im Gegensatz zu den „Schildern an merkwürdigen Orten“, sind die Schilder, um die es heute geht allerdings prinzipiell schon am richtigen Ort. Auch die Botanik um diese Schilder herum ist am richtigen Ort. Das dumme ist nur, dass die Botanik – sofern es sich nicht um Bonsai-Botanik oder ähnliches handelt – vor sich hin wächst. Ganz im Gegensatz zu einem Schild. Das Schild behält seine Höhe.
Hier ergeben sich gewisse Probleme, aber das sehen wir uns besser an einem konkreten Beispiel an. Das folgende Schild möchte ich „Arschloch-Schild“ nennen. Warum, das wird später klar werden:

Kommen Sie mit einem Auto an obiges Schild, und würden Sie weiterfahren wollen, dann würden Sie sich wahrscheinlich denken: „Hm… Durchfahrt ist nur für Anlieger. Na ja, ich hab ja ein Anliegen, darum bin ich wohl ein Anlieger. Höhö“, und weiterfahren. Sie klopfen sich im Geiste schon auf die Schulter, weil Sie durch diesen simplen Trick eine perfekte Ausrede parat haben, wenn jemand Sie anhält, um Ihnen die Durchfahrt zu verweigern.
Sie fahren um die Ecke, und freuen sich eine Abkürzung gefunden zu haben. Mental zählen Sie schon all die Minuten, die Sie in Zukunft einsparen werden, als Sie plötzlich vor so einer kleinen Gasse stehen:

Wie soll denn hier eine Durchfahrt überhaupt möglich sein? Immerhin sprach das Schild doch von einer Durchfahrt für Anlieger, oder? Sie fahren also mangels Wendemöglichkeit etwa 300 Meter rückwärts, bis Sie wieder an dem Schild angekommen sind, und betrachten es sich näher:

Vermutlich denken Sie jetzt: „So ein Arschlochschild“, obwohl ja eigentlich die Heckenrosen schuld sind.

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Jul
21
2010
4

Breitseitenschilder

Es gibt Schilder, die einem wortgenau verbieten Donnerstags zu parken, oder die am Wochenende zwischen 7 und 19 Uhr die Geschwindigkeit begrenzen. So hoch spezialisiert kann die Botschaft eines Schildes sein.

Hier sieht es jedoch anders aus:

Etwas ist verboten. Und etwas ist gefährlich. Was? Das Schild bleibt uns die Antwort schuldig.
Ein Mann und ein Kind sind auf dem Schild dargestellt, die Ball spielen. Ein kleiner Terrier sieht von etwas weiter weg zu.
Ist also das Ballspielen verboten? Weil Gefahr durch Terrier droht? Oder ist Hunden der Zutritt verboten, weil das Herumkicken eines Balles zu Verletzungen führen kann?
Am besten, man lässt gleich alles sein, wenn man dieses Schild sieht. Nur, um auf Nummer sicher zu gehen. Immerhin ist da etwas gefährlich.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter: ,
Jul
12
2010
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Immer die Fahrradfahrer…

In Bezug auf die Fahrradfahrer habe ich bereits schon die „Roboterkiller“ vorgestellt, die konstatieren, dass Vernünftige nicht Fahrrad fahren, und es allen anderen verbieten. Im Schilderwald sind diese exotischen Vertreter allerdings nur die Spitze des Eisbergs, gerade wenn es um Schilder mit Ver- und Geboten rund um den geliebten Drahtesel geht.

Als erstes ein gutes Beispiel. Ein Schild, dass alles richtig macht. Es bleibt höflich – wenn auch nicht gerade poetisch, wie die Höflichkeitsschilder – und appeliert an unseren Anstand, ohne zu schlaumeiern, wie etwa die Roboterkiller es tun.

Wir werden nicht nur höflich gebeten, keine Fahrräder abzustellen, wir erfahren auch, wer uns bittet. „Die Verwaltung“ in diesem Fall. Gut, das ist jetzt nicht sehr spezifisch, aber es ist anzunehmen, dass „die Verwaltung“ eben auch die Wände verwaltet, an denen keine Fahrräder abgestellt werden sollen. Durch solch ein Schild fühlt man sich weder bevormundet noch gegängelt, und schon gar nicht verarscht.

Dem nächsten Schild sieht man das hohe Alter schon an. So hat man es also früher gemacht:

Dieses Schild befiehlt uns – mehr oder weniger zackig – vom Fahrrad abzusteigen. Es sagt uns nicht warum und wozu, und das Ausrufezeichen fehlt. Erstaunlich, denn Schildermacher gehen mit diesem ja sonst nicht gerade sparsam um. Hier hätte es einmal gepasst, obwohl es das Schild natürlich auch nicht höflicher, noch die Botschaft nachvollziehbarer,  gemacht hätte.
Immerhin erfahren wir, wer uns befiehlt: Der Bürgermeister. Wenigstens weiß man nun, wo man sich über den rüden Ton beschweren kann.

Die Regel sind leider immer noch die nominalphrasierten Schilder. Sie sind unpersönlich und versuchen trotzdem Autorität zu vermitteln. Wie das geschieht, kann man an folgendem Schild sehen:

Dieses Schild teilt keine Befehle aus, und es bittet auch nicht. Es präsentiert einen Satz mit dem Verb „ist“ wie ein Faktum. „Das Abstellen von Fahrrädern ist hier nicht erlaubt“ stellt es uns als Wahrheit hin. Rosen sind rot, Veilchen sind blau und das Abstellen von Fahrrädern ist hier nicht erlaubt.
In zweifacher Hinsicht schummelt das Schild:

1.) Das Schild scheint uns nichts vorzuschreiben, noch enthält es eine Botschaft von jemandem. Es scheint einfach nur eine Wahrheit des Universums preiszugeben. Das ist jedoch nicht der Fall. Das Schild hat ja immerhin jemand aufgehängt. Wer das ist, erfahren wir nicht. Der Verfasser bleibt anonym.

2.) Statt ein Verbot zu enthalten, beschreibt uns das Schild den Zustand des „Nicht-erlaubt-seins“. Man kann also nicht fragen, wer das Verbot ausspricht, weil es ja gar keines gibt. Es gibt nur eben keine Erlaubnis. Hier arbeitet das Schild mit ähnlichen Tricks wie auch viele Politiker.

Jetzt noch ein sehr merkwürdiges Beispiel:

Das Schild beginnt vielversprechend: Es spricht einen persönlich, vertraulich an und es sagt uns, wo wir unsere Fahrräder abstellen können. Ein Verbot spricht es nicht aus, auch kein negatives Gebot. Statt dessen droht es allen, die ihre Fahrräder hier abstellen ohne Umschweife.
Durch den rüden Ton im letzten Satz und die Hervorhebung durch Unterstreichung bekommt die freundlich vertrauliche Begrüßung des Schildes einen ganz üblen Beigeschmack.
Auch die Wortwahl ist interessant: „Beseitigt“ werden die Fahrräder. Was soll das heißen? Wenn in Krimis jemand von „Beseitigen“ spricht, so ist dies meist ein Euphemismus für die sprichwörtlichen „Betonschuhe“ mit anschließendem „Bad“ im Fluß. Und dann auch noch kostenpflichtig, man soll den Beton also auch noch selbst bezahlen?!
Wenn man ein wenig über das Schild grübelt, fallen einem alternative, ähnlich absurde, letzte Sätze ein:

  • „Es wäre doch schade, wenn Ihr Fahrrad einen bedauerlichen Unfall erleidet.“
  • „Wenn Sie Ihr Fahrrad hier abstellen, werden wir uns um Ihr Fahrrad kümmern.
  • „Hier abgestellte Fahrräder betreten eine Welt des Schmerzes.“

Die Stellplätze auf dem Bahnhofsvorplatz sind vermutlich also als „ein Angebot“ gemeint, „dass man als Fahrradfahrer nicht ablehnen kann“.

Wer denkt sich sowas aus?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Jul
06
2010
1

Ölpest – Das Musical

Gestern abend premierte um 22:00 das neue Musical „Oilspill – the Musical“ in der Wimmersbuscher Mehrzweckhalle. Die Autorin des sozialkritischen Stückes Musiktheater, Dagmar Eckentisch-Spömerisi (43), hat sich nach eigenen Angaben diese eher unscheinbare Bühne für die Premiere ausgesucht, um zu testen, ob die durchschnittliche Dorfbevölkerung in Wimmersbusch auch mit den zahlreichen sarkastisch-sozialkritischen Anklängen etwas anzufangen weiß.
„Wissen Sie, wenn die Botschaft meines Musicals bei den einfachen Leuten nicht ankommt, dann habe ich noch viel Arbeit vor mir. Dann muss ich alles umschreiben.“, sagte Sie uns im Vertrauen.

Die Internationale Presse war gestern natürlich auch anwesend: Reporter vom „Wimmersbuscher Anzeiger“, der „Brandon Evening Press“ und des „Le Friseur“ waren da, und sogar ein Fernsehteam des offenen Kanals Bad-Hohensalza.
Obwohl stets darum bemüht, den einfachen Dorfzuschauer nicht zu überfordern, hat Frau Eckentisch-Spömerensi es geschafft Tim Curry für die Hauptrolle zu gewinnen, zumindest für die Premiere. Wie nicht anders zu erwarten spielte und sang er die Ölpest. Mit Rollen wie diesen hat er ja Erfahrung, lieh er im Film Ferngully doch einem bösen Umweltverschmutzungsmonster die Stimme.

„Ölig, ich bin so ölig, so fröhlig, ölig, ich bin das Öl!“, trällerte Curry mit markantem britischen Akzent. Es fällt ihm nicht schwer sich in Umweltverschmutzung, U-Bootoffizier oder einen transsexuellen Ausserirdischen zu versetzen, mit der deutschen Sprache hat er jedoch gestern seine Probleme gehabt. Trotzdem ein gelungener Auftakt für das mehrstündige Stück.
Wie in Musicals allgemein üblich wurden auch in „Oilspill – the Musical“ bekannte Stücke aus der Popmusik eingebaut. Das Lied vom Öl klingt also nicht zufällig bekannt: Es handelt sich um eine neu vertextete Version des Gassenhauers „Codo“ der Gruppe DÖF.

Auch andere Lieder klingen bekannt: So sang der Chor der PR-Leute von BP unter der Führung von Alberto Kotzas, der die Rolle des Tony Hayward spielte, zum Beispiel eine leicht veränderte Version von „We care a lot“ der Gruppe Faith No More.
Eindrucksvoll war am Premiereabend das Ballett der ölverschmierten Pelikane in Szene gesetzt, welche zu Tschaikowskys „Schwanengesang“ herzzerreißend starben, ebenso die Anhörung vor dem US-Kongress, auf deren Höhepunkt Kotzas in der Rolle Haywards „Guten Tag, ich will mein Leben zurück“ von Wir sind Helden singt.

Das Ende des Stückes ist sehr ungewöhnlich, gar grostesk zu nennen und gibt der Handlung, die ansonsten an den wahren Geschehnissen orientiert ist, einen besonderen Spin. Ich will auf keinen Fall zu viel verraten. Nur soviel: Am Ende fahren Tony Hayward und die Ölpest als glückliches Paar auf einer Yacht in den Sonnenuntergang!
Zum Abschluß gab es dann gestern Standing Ovations. Wimmersbusch hat verstanden, die Autorin Dagmar Eckentisch-Spömerisi atmete erleichtert auf. Nun steht einer langen und erfolgreichen Spielzeit nichts mehr im Wege.

Meine Empfehlung: Ansehen! Das beste Musical seit „Tschernobyl – Strahlende Gesichter!“

Jul
04
2010
2

Exodus – Movement of da people

Was ist auf folgenden Bildern zu sehen? Die Flucht von Menschen aus einem Krisengebiet? Der Trek einer von Katastrophen gebeutelten Bevölkerung durch eine öde Sandwüste?

Nein. Es sind nur Leute, die alle gleichzeitig vom Strand auf Römö aufbrechen, um noch rechtzeitig das Fußballspiel gegen Argentinien zu sehen.
Die fuhren gerade alle, als wir ankamen. Der Strand war dann schön leer.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches | Schlagwörter: ,
Jun
09
2010
2

Wieso? Ist doch eigentlich ganz hübsch, oder?

Gestern, auf dem Rückweg von Polen, sind wir durch eine kleine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern gekommen. Auf dem recht pitoresken Marktplatz habe ich folgendes entdeckt:

Ich weiß nicht, was das für ein Denkmal ist. Vorne war halb verblichene russische Schrift drauf. Vielleicht handelt es sich um ein Gefallenen-Denkmal, das man aus Pietätgründen nicht entfernt hat, aber es ist echt sehr merkwürdig im Deutschland 20 Jahre nach der Wende an sowas vorbeizukommen.

Unwillkürlich musste ich an die Saddam-Statue im Irak denken, die von den Einheimischen mit Hilfe von US-Soldaten nicht schnell genug umgekippt werden konnte.
In dieser ostdeutschen Kleinstadt wird man sich vor zwanzig Jahren wohl gedacht haben, dass dieses sowietische Denkmal doch eigentlich ganz hübsch ist.

Nachtrag:
Bei Wikipedia kann man sehen, dass das Denkmal schon bessere Zeiten erlebt hat. Im dazugehörigen Artikel kann man nachlesen, dass es sich tatsächlich um ein Ehrenmal für 16 gefallene Soldaten der Sowjetunion handelt. 1991 wurde es wohl komplett saniert. Davon sieht man heute kaum mehr was.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches | Schlagwörter:
Mai
30
2010
3

Tipps für Zeitreisende (in Star Trek)

1.) Fragen Sie die Einheimischen NIEMALS nach dem aktuellen Jahr. Das kann nur strunzendämlich wirken.

2.) Wollen Sie das Jahr herausfinden, sehen Sie in einer Zeitung nach. Finden Sie keine, sind Sie in der Zukunft.

3.) Kleiden Sie sich in Sternenflottenuniformen. Man wird diese für Pyjamas halten, aber Sie keinesfalls für einen Trekkie.

4.) Keine Panik, wenn sie in den 60ern landen. Die Leute da sind so zugedröhnt, dass noch nicht einmal Aliens sie großartig alarmieren. (gilt auch für Stargate)

4.) Vorsicht vor unbeabsichtigten Zeitreisen! Diese führen zu 90% zu gefährlichen Wendepunkten in der Geschichte.

5.) Halten Sie sich aus den Geschehnissen heraus. Sie würden nur alles durcheinanderbringen.

6.) Wenn Sie die Dinge hingegen schon durcheinander gebracht haben, können Sie ebensogut auch ordentlich auf die Kacke hauen.

7.) Ändern Sie etwas in der Vergangenheit, können ihre Freunde in der Zukunft die Auswirkungen beobachten.

8.) Stirbt eine historische Größe, nehmen Sie umgehend ihren Platz ein, um die Zeitlinie zu retten.

9.) Die historische Persönlichkeit wird Ihnen durch eine Besonderheit des Raumzeitkontinuums ähnlich sehen.

10.) Die veränderte Zeitlinie lässt sich oft mit nur wenigen gezielten Handgriffen 100%ig wieder herstellen lassen.

(wird vielleicht noch ausgebaut)

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: ,