Impactsuspect » Gesellschaftliches
Okt
13
2009
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Großbrittanien verfügt über Perpetuum Mobile

Über Jahrhunderte führte das heute im englischen Oxfordshire liegende Sutton Courtenay eher ein beschauliches Dasein, sogar fern des äußersten Randes des Weltgeschehens.
Seit einigen Monaten jedoch herrscht rege Betriebsamkeit dort, wo früher nur ein paar Bauernhöfe und eine Papiermühle standen.

Genau hinter der alten All-Saints-Church, die im 14.Jh. von normannischen Eroberern im Zickzack tapeziert wurde, erhebt sich nun bereits schon seit einigen Jahren die Energiesammelstelle mit dem schmuckvollen aber komplizierten Acronym „N.G.B.E.D.P.S.S“.

Doch warum hier, und warum jetzt?

Es begann alles nach den Terroranschlägen am 11.9. 2001. Großbritannien weitete die Videoüberwachung in öffentlichen Räumen aus, um der drohenden Gefahr des Terrorismus und vermutlicher Invasoren aus dem All, mit modernsten technischen Mitteln entgegen treten zu können.
Als dies geschah, konnten ortsansässige Experten bereits feststellen, dass die Erde unter Sutton Courtenay leicht vibrierte.
George Orwell, der hier zur ewigen Ruhe liegt, hatte sich in seinem Grab auf dem Friedhof in Sutton Courtenay umgedreht, und nach der offiziellen Bestätigung darüber, wurde auch die britische Regierung informiert.

Diese unternahm nun in den folgenden Jahren ihr möglichstes, um die neuentdeckte saubere Energie, die vom sich langsam drehenden Leichnam George Orwells produziert wurde, einzufangen, zu bündeln und zu verstärken. So wurden etliche neue Sicherheitsgesetze auf den Weg gebracht, und tatsächlich: Die sterblichen Überreste von Orwell begannen sich immer schneller zu drehen.

Neulich erst konnte die Drehzahl des Leichnams soweit erhöht werden, dass die Energieversorgung der gesamten Britischen Inselns vollständig auf Orwell umgestellt werden kann. Näheres dazu lesen Sie bitte hier.

In der Zwischenzeit erheben sich aus Indien Stimmen, die einen gerechten Anteil an den Gewinnen aus dem Orwellkraftwerk fordern: „George Orwell ist in Indien geboren, also hat unser Land ihn quasi hergestellt“, ist in der größten Tageszeitung Bombays zu lesen, „es ist also nur gerecht, dass unser Land auch einen Anteil bekommt.“
Diese Forderungen weist die britische Regierung scharf zurück.
„Wir sind es schließlich, die mit unseren Überwachungsgesetzen den großen Literaten zum rotieren gebracht haben, also müssen wir es auch sein, die den Profit bekommen. Indien hat nichts dazu beigetragen, dass wir heute eine saubere und unerschöpfliche Energiequelle haben.“, sagte Gordon Brown vergangenen Dienstag.

Nachtrag 14.10.09: Und ab heute produziert Orwell genug Energie für den Export: Klickmich!

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Lustiges | Schlagwörter: , ,
Okt
08
2009
1

Hunde, die ewig leben

In den letzten Tagen hab ich mich immer wieder gescheut endlich den Gartenlaubenartikel einzustellen, da ich befürchtete, dass es doch wieder in die Hose geht.
Gestern hab ich mich dann aber mal wieder hingesetzt, den ganzen Artikel auf Papier (!) geschrieben, und wollte mich jetzt gerade daransetzen ihn abzutippen, als mir auffiel, dass aus Gründen, die mir vollkommen schleierhaft sind, schon wieder ein paralleler Austausch stattfand, wie schon hier, hier und auch hier.
Es war immer noch ein Artikel auf den Seiten, immer noch in meiner Handschrift verfasst, aber zu einem vollkommen anderem Thema. Allein um die Seltsamkeit dieses ganzen Vorgangs zu dokumentieren, hab ich den Artikel hier mal wieder eingegeben.
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich es sehr gruselig finde, in meiner eigenen Schrift Worte zu lesen, die ich so nie geschrieben habe. Das Ganze ist aber nur unwesentlich gruseliger als all die anderen Parallelwelthacks der letzten Wochen.

Sinn und Unsinn der Haustiergenetik

Wer kennt ihn nicht, diesen Moment, wenn ein geliebtes Haustier langsam immer älter wird, sich seltsame Krankheiten zuzieht, und schließlich verstirbt.
Viele Haustierhalten haben sich seit der ersten Zähmung eines Wildtieres sehnlichst gewünscht, dass es eine Möglichkeit gäbe deren Leben zu verlängern. Seit 2007 ist es nun soweit.
Ich brauche wohl nicht weiter zu erwähnen, dass die japanische Shi-Chinpoko-Corporation seit Jahrzehnten schon im Bereich der genetischen Forschung aktiv ist, und es dann, vor ein paar Jahren zu einem ersten Durchbruch kam. Man fand und isolierte das Gen, das bei Hunden für den Alterungsprozess zuständig ist, und konnte es dann schließlich modifizieren, damit Hunde wesenlich länger leben.
Dass die Japaner an sowas geforscht haben, ist keine Überraschung: In einer rettungslos überalterten Gesellschaft wie in Japan und eigentlich allen Industrienationen, bekommen Haustiere eine besondere Bedeutung: Sie helfen nachweislich alten Menschen über die Einsamkeit hinweg, und geben ihnen überdies einen Grund tagtäglich aufzustehen.
Außerdem wirken sich Haustiere nachweislich heilsam bei allerlei gesundheitlichen Problemen aus, von der Tierhaarallergie einmal abgesehen.

Vor zwei Jahren also nun gingen die ersten von Shi-Chinpoko aufgewerteten Hunde in Serienreife, und wurden in Japan auch schon massenhaft verkauft. Im September 2008, nach unendlichen rechtlichen Querelen mit der EU, wurden dann die ersten der Superhunde auch in Europa angeboten und verkauft.

Jeder mag seinen Hund, und keiner will, dass sein Haustier stirbt, aber ist eine durchschnittliche Lebenserwartung von 70-80 Jahren (je nach Größe des Tieres) wirklich sinnvoll für ein Haustier?
Ich meine, was passiert mit dem Hund, wenn er sein Herrchen überlebt? Oder wenn sein Herrchen dann doch eine Tierhaarallergie bekommt? Wo soll der Hund dann für weitere 50 Jahre hin?
Ich weiß, dass es immer mehr in Mode kommt, Kindern gleich zur Geburt einen Superwelpen zu schenken, aber was ist, wenn der Nachwuchs gar keine Hunde mag?

Man hat ja auch schon früher immer von Hunden gehört, die zu Weihnachten verschenkt wurden, und dann beim nächsten Sommerurlaub an irgendeiner Autobahnraststätte angebunden vorgefunden wurden.
Was ist, wenn das mit solchen Superhunden passiert? Wie lange soll sich ein Tierheim um solch einen Hund kümmern, der fast ein Jahrhundert alt werden kann, und wer bezahlt das?

Ich weiß, die Tierchen sind sehr beliebt und die Preise für sie sind noch sehr hoch, aber bleibt das auch so? Verdrängen nicht irgendwann diese Superhunde all die kurzlebigen Hunderassen und wird dann nicht auch der Preis sinken?

All das sind Probleme, über die Shi-Chinpoko scheinbar nicht wirklich nachgedacht hat. Geschweige denn was passiert, wenn sich solch ein genetisch aufgewerteter Hund aus dem Staub macht, und sich mit irgendwelchen Straßenkötern paart. Ist wirklich sichergestellt, dass das modifizierte Gen sich nicht verbreitet? Ich weiß, die sollen alle sterilisiert sein, aber irgendwo gibt es ja sicher auch Zuchtexemplare in den Shi-Chinpoko-Tierfabriken.
Nehmen wir mal an ein genetisch aufgewerteter Huskie macht sich auf in die Wildnis, und verbreitet das Gen in den aus Osteuropa kommenden Wolfsrudeln? Brauchen wir Wölfe, die so lange leben? Und wächst dann nicht deren Population unkontrolliert? Was hätte das wohl für Auswirkungen auf den Rest des Wildlebens?

Sollte so etwas passieren, sehe ich ungeahnte Klagewellen auf Shi-Chinpoko zurollen.
Ich werde weiter bei den normalen Haustieren bleiben.

Außerdem sind mir Katzen sowieso lieber als Hunde.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Technisches | Schlagwörter: ,
Okt
07
2009
1

XIV. Rechtsfreier Raum der Woche

Mit einigem Abstand (wie immer, wenn ich so drüber nachdenke) gewinnt in dieser Woche Herr Herbert Mertin den RRW.
Der Leser wird fragen, wer dieser Herbert Mertin denn überhaupt ist. Ich zumindest habe vorher noch nie was von ihm gehört.
Herr Mertin ist der Chef der Landes-FDP in Rheinland-Pfalz, und ähnlich wie schon Herr Güldner hat auch er nun Stellung zu Themen wie Internet, Bürgerrecht und Datenschutz bezogen.
Ähnlich wie bei Herrn Güldner scheinen sich seine Meinung und die Meinung seiner Partei in vielen Punkten nicht zu decken.
Immerhin ist die FDP ja die Partei für Bürgerrecht und Datenschutz, die Deutschland zu einem „Internetland“ machen möchte.
Herr Mertin sieht das ein wenig anders.

Im Gegensatz zur Bundes-FDP, die strikt wieder das Bankgeheimnis fordert und gegen Internetzensur oder heimliche Online-Durchsuchungen Stellung bezieht, schlug Mertin moderatere Töne an und appellierte an die Eigenverantwortung. Zum obersten Prinzip erhob er: „Jeder muss ein Stück weit selber für seine Sicherheit sorgen“.

Wer also Bankgeheimnis will, soll wieder ganz auf Banken verzichten, oder wie liest sich das jetzt? Am besten gleich wieder geldgefüllte Briefumschläge in hohlen Baumstümpfen verstecken, oder wie?
Und wie kann man sich gegen Onlinedurchsuchungen wehren, wenn man selber für seine Sicherheit verantwortlich ist? Oder bedeutet das, dass auch Herr Mertin gegen Onlinedurchsuchungen ist, und mit „für seine eigene Sicherheit sorgen“ meint, der Bürger solle gefälligst selbst was gegen Terrorismus unternehmen? Irgendwie ergibt das keinen Sinn.

Daten gebe man freiwillig tagtäglich preis. Kundenkarten werden von professionellen Unternehmen ausgewertet und die Besitzer mit auf sie zugeschnittener Werbung überhäuft. „Der Rabatt ist das Lockmittel, um das Einkaufsverhalten minutiös zu überwachen.“ Auch bei der Teilnahme an Gewinnspielen oder bei Einkäufen über das Internet seien die Menschen bereit, ihre Daten freiwillig ins Netz zu stellen.

Oder meint er das damit? Soll der Bürger doch eben nicht bei einem Gewinnspiel mitmachen, wenn er nicht über die nächsten 30 Jahre tagtächlich mit Werbeanrufen bombardiert werden will. Und wenn nicht alles was man kauft auf einer Liste landen soll, mit deren Hilfe dann irgendwelche Marktstrategen dann entscheiden, wie sie einem die Nachbarschaft mit Werbung vollpflastern sollen, dann darf man halt keine Bonuspunkte sammeln.

Aber dann kommt auch schon diese Phrase:

Das Internet sei kein rechtsfreier Raum, betonte Mertin. Je stärker das zu schützende Rechtsgut sei, desto stärker sei auch ein Eingriff durch staatliche Instrumentarien zu akzeptieren.

Aha. In wie weit diese Phrase – in egal welcher Ausprägung – unzutreffend ist, dazu hab ich mich hier schon etliche Male geäußert, darum werde ich auch niemanden mehr damit langweilen.
Interessant ist jedoch, wie sich Mertin hier und im Folgenden fast schon eindeutig für die Internetsperren ausspricht:

Keiner der Anwesenden sei wohl für Kinderpornografie oder nationalsozialistische Kennzeichen im Online-Angebot. Eine Strafverfolgung werde aber erschwert, da die Seiten auf ausländischen Surfern zur Verfügung gestellt würden. Selten gebe es die Möglichkeit, grenzüberschreitend zu agieren.

Hier bringt Mertin die wohl akutesten Ziele der Internetsperren, bzw. die Vorwände für sie: Die Kinderpornografie und die Nazi-Seiten. Außerdem garniert er das Ganze noch mit dem bekannten VdL-Argument von der Schwierigkeit sowas grenzüberschreitend löschen zu lassen.
Wenn wir uns zurückerinnern, was davor von ihm zu lesen war, fragt man sich welches „Rechtsgut“ da geschützt wird durch die Sperren. Oder geht’s ihm da schon um die Filesharer?
Alles sehr seltsam.

Zur Vorratsdatenspeicherung ist folgendes zu lesen:

Es sei die Aufgabe der Liberalen, darauf zu achten, dass durch gespeicherte Daten möglichst wenig Schaden angerichtet wird und sie nur bei zuverlässigen Informationen drohender massiver Straftaten im Extremfall benutzt werden.

Ich lese das so: Die Vorratsdatenspeicherung ist an sich eine gute Sache, die FDP müsse aber aufpassen, dass niemand damit Schindluder treibt. Und natürlich nur bei extrem schlimmen Verdachtsmomenten soll auf die Daten zugegriffen werden.

„Wer in die Privatsphäre eingreifen möchte, muss eine gute Begründung haben“, formulierte Mertin seine Position.

Hört sich gut an. Ist nicht aber die Speicherung all der Verbindungsdaten nicht schon ein Eingriff in die Privatsphäre? Die Daten sind ja auch da, wenn das BKA nicht drin liest.

Wie gesagt, das liest sich alles sehr seltsam. Aber vielleicht ist das ja nicht die Schuld von Herrn Mertin, sondern der verkürtzten Berichterstattung geschuldet. Ist ja nur ein eher kurzer Artikel über eine wahrscheinlich mehrstündige Informationsveranstaltung.

Trotzdem, die Phrase hat er wohl benutzt, also ist es nur recht und billig, dass er auch den Preis gewinnt!

Sep
29
2009
1

Was erlaube SPD?

Eigentlich hat man es der Führungsriege der SPD recht einfach gemacht. Bei so ziemlich jedem Interview nach der Wahl wurden Steinmeier oder Münte – wer von beiden auch immer grad sein Gesicht in die Kameras hielt – immer auf die Agenda 2010 angesprochen, und die Rente mit 67, und ob diese beiden Dinge nicht eventuell mit der Halbierung der SPD-Wählerschaft über die letzten 10 Jahre zusammenhängen könnten.
Anstatt einfach zu sagen: „Ja, daran liegt es wohl… Als Anwalt des kleinen Mannes werden wir wohl nicht mehr wahrgenommen!“, wird da entrüstet geschnaubt und mit der Aussage gekontert, dass absolut nichts falsch an Agenda 2010 und Rente mit 67 wäre, und das man alles nochmal genau so machen würde. War halt nötig.
Ich meine, es wissen ja nicht nur die Wähler und die Reporter, woran es lag. Sogar die eigene Basis und der linke Flügel der Partei (sofern nicht schon in der Linkspartei) könnten die hohen Herren drüber informieren, dass Agenda 2010 und Rente mit 67 (neben anderen Dingen wie den Netzsperren und der Vorratsdatenspeicherung) wohl schuld an dem Wahldebakel sind.
Aber die Herren Münte und Steinmeier wollen trotzdem weiter machen wie bisher, anstatt die SPD wieder zu einer Alternative zur CDU zu machen.
Momentan ist sie nämlich keine. Momentan ist sie ein rot angemalter Zwilling.

Jetzt den (persönlich zweifellos sehr sympathischen) Steinmeier, der alles personifiziert, was die Wähler von der SPD vertrieb, mit großer Mehrheit zum Chef zu machen, ist ein wenig, als würde ein Totkranker, der gerade von der Chemotherapie kommt, seinen Tumor bitten, den Wagen nach hause zu lenken.
Ich versteh es nicht.

Und Leute die von „Wiedervereinigung“ von SPD und Linkspartei reden… ist das daraus entstehende Konstrukt nicht für große Teile der Stammwählerschaft beider Einzelparteien unwählbar? Ich halte das nicht für eine Lösung.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches | Schlagwörter: ,
Sep
25
2009
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Brötchen und Apfel

Tja, da bin ich heute morgen doch, wie so oft, zum Niebüller Bahnhof gefahren, um den 7 Uhr 31 Zug nach Westerland zu nehmen. Ich bin etwa gegen 20 nach sieben am Bahnhof in Niebüll angekommen, und sah am rechten Eingang eine ältere Dame mit mehreren Bäckereistiegen stehen.

„Nicht schon wieder was zu verkaufen…“, dachte ich mir, und machte mich schon auf irgendeinen Verbalspam gefasst. Statt dessen fragte die Frau freundlich, ob sie mir eine Tüte mit Brötchen geben dürfe. Ich sagte: „Klar.“ und sie drückte mir die Tüte in die Hand. Als meine Hand sich noch um die Brötchentüte schloss, kam ein junger Mann an, und drückte mir noch einen Flyer in die Hand. Der Flyer stammte von den Grünen. Ebenso wie der Junge Mann. Es handelte sich, wie ich glaube, um Valentin Seehausen, den sympathischen Abiturienten, der dieses Jahr als Direktkandidat für die Grünen antritt. Für den Bundestag.

„Brötchen von den Grünen…“, dachte ich mir. „Das ist ja mal nett.“

Als ich mich dann hinsetzte, und die Tüte öffnete, kamen ausser einem Brötchen und einem Apfel noch mehrere Prospekte von der CDU zum Vorschein. Aha! Also war das Brötchen von der CDU, ebenso wie der Apfel, und jede Mege Altpapier, der andere Flyer aber von den Grünen.

Seltsam. Grund genug sich das nochmal genauer anzusehen.

Ich sah, dass an beiden Eingängen Leute standen. Dort, wo ich reinkam die alte Brötchendame, auf der anderen Seite standen auch welche, unter denen ich Astrid Damerow zu erkennen glaubte, die wohl im Kreistag sitzt, und für den Landtag kandidiert. (Was sie ist, und wofür sie kandidiert, da bin ich nicht sicher. Es stehen ja so viele CDU-Plakate draussen, sie ist auf einigen von denen.) Den Valentin Seehausen konnte ich gerade nicht sehen. Vielleicht lief der immer von einer Türe zur anderen Seite, überlegte ich. So je nachdem, wo mehr Leute waren…

Stehen also CDU und Grüne einträchtig am Freitag morgens vorm Bahnhof, und verteilen Flugblätter. Die CDU mit Brötchen garniert.

Nun finde ich es ja nett, dass die CDU bei uns jedem ein Brötchen und einen Apfel schenkt, und es liegt mir fern, undankbar erscheinen zu wollen, aber für 4 Jahre ist das doch ein bisschen wenig, um sie zu wählen, oder?

Aber wahrscheinlich waren Brötchen und Apfel nur als Köder dabei, damit man sich die Flugblätter andrehen lässt.

Interessant wäre zu wissen, ob die CDU da freiwillig mit den Grünen kooperiert, oder ob der Herr Seehausen sich dazwischendrängelt, um noch von der Köderwirkung von Brötchen und Apfel zu profitieren, wenn er sein Flugblatt verteilt.

Und wenn die kooperieren, steht dann nach der Landtagswahl Schwarz-Grün an?

Fragen über Fragen.
Schon auf dem Bahnsteig begann ich im Geiste abzuwägen: Auf der einen Seite Überwachungsstaat… Aber auf der anderen Seite: Brötchen und Apfel. Hm. Atomenergie – Brötchen und Apfel… Zensursula – Brötchen und Apfel…

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches | Schlagwörter: , ,
Sep
23
2009
1

Mangelnde Distanz zum rechten Rand

Also mir ist es ja lieber, wenn man klar sagt, dass man nicht mit rechten Parteien koalieren wird, wo die Anhänger solcher Parteien es vermutlich lesen, als wenn man so tut als gäbe es gar keine rechten Parteien und deren Anhänger.
Aber das kann natürlich jeder anders sehen.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Politisches | Schlagwörter: ,
Sep
22
2009
2

Epsilons, immer nur Epsilons!

Es ist ja schon ein paar Tage her, und wir leben in einer schnelllebigen Zeit, aber vielleicht erinnern sich noch einige an meine bisher 2 mißlungenen Versuche einen Artikel über antike oberschlesische Gartenlauben on zu stellen. Wenn nicht, schaut hier und hier.

Okay, mittlerweile hatte ich ein Backup gemacht von dem Artikel über die antiken oberschlesischen Gartenlauben. Und die Bilder, die ich in einem Schuhkarton aufbewahre, hab ich auch noch mal eingescannt.
Das hat eine Weile gedauert mit dem Einscannen, alleine schon, weil ich all die Schwarzweißfotos von Gartenlauben noch per Hand am Rechner nachbearbeiten musste. Dann hab ich sie also eingebunden in den Artikel, und das ganze – wie gesagt – in einer Textdatei gesichert.
Will ich’s heute Nachmittag in den Blog laden, und was seh ich?

Der Artikel wurde durch einen anderen aus einer Parallelwelt ausgetauscht. SCHON WIEDER. Hängt der Riss im Raum-Zeit-Kontinuum etwa irgendwie mit dem Sem der „antiken oberschlesischen Gartenlauben“ zusammen? Ist die häufige Erwähnung dieser Lauben etwa der Schlüssel für eine Geheimtür zwischen den Realitäten?

Ehrlich gesagt ist mir das egal. Ich will einfach nur den blöden Artikel veröffentlichen.
Ich hätte es ja schon aufgeben, und einfach über etwas anderes schreiben können, aber mittlerweile habe ich mir so viel Mühe mit dem Artikel gemacht, dass ich mir blöd vorkommen würde ich jetzt aufzuhören.

Na ja, nach dem Gezeter will ich euch das neue multidimensionale Fundstück nicht vorenthalten. Es wurde scheinbar von einem parallelen Ich geschrieben, das ich nicht sehr sympathisch finde, um ehrlich zu sein. …alleine schon weil der sehr viel dünner ist als ich.

Epsilons, immer nur Epsilons!

Gna! Da ist mir doch, wie ich neulich schon geschrieben habe, vor einer Woche diese blöde Duftorgel kaputtgegangen. Ich hab natürlich sofort eine neue bestellt, musste jetzt aber eine Woche ohne einen Duft rumlaufen. Das ist wirklich das letzte. Gerade gestern hatte ich eine Verabredung, und ständig das Gefühl diese würde immer die Nase rümpfen, wenn ich mal nicht hinsah. Die Verabredung hieß übrigens Karlina. Eine sehr hübsche kleine aus der Tierfutterfertigung. Eine Gamma, okay, aber nett, und schön anzusehen.
Na ja, fragt da der geneigte Leser, warum kauf ich mir nicht gleich ne neue (Duftorgel nicht Gamma) und lass sie installieren? Ganz einfach: Es wäre nochmal die gleiche. Meine kaputte Zetron-XV war ja schon zwei Tage alt, aber ein neues Modell ist eben erst heute verfügbar gewesen. Also hätte ich letzte Woche ein komplett veraltetes Modell nachkaufen müssen.
Ich weiß ja:“Konsum ist erste Bürgerpflicht“, aber man muss ja auch nicht irgendwelchen veralteten Scheiß kaufen, der schon beim ersten Mal nicht richtig funktioniert hat, oder?
Na ja, genug davon. Gestern habe ich Karlina dann mit nachhause genommen, und wir hatten 4 Stunden entspannenden Sex. Ich warf mir gerade die Tablette Soma danach ein, als Karlina mal kurz ins Badezimmer verschwand.
Ich hab mich fast verschluckt, als ich bemerkt habe, dass sie versuchte meine Duftorgel zu benutzen.
Nackt sprang ich kerzengerade aus dem Bett und keuchte noch, – ich hatte das Soma in den falschen Hals bekommen – als ich schon Karlinas Hilfeschreie hörte.
„Beim Ford, was ist das? Mein Fuß hängt fest!“, schrie sie schrill. Hätte ich gewusst, dass sie so schrill schreien würde, noch bevor ich mein Abendsoma eingenommen hatte, hätte ich mich wohl nicht mit ihr eingelassen.
„Kein Panik!“, versuchte ich sie zu beruhigen, „Bleib ruhig, und egal was du machst, drück keine Knöpfe, und beweg dich nicht!“
Doch zu spät! Ich hörte ein unangenehm schrammelndes Geräusch, gefolgt von einem weiteren, noch spitzeren Schrei.
Ich warf mir meinen neuen Bademantel über, und hastete ins Badezimmer.
Karlinas Fuß hatte sich unglücklich in der Duftausgabe verkeilt, als sie versucht hatte, wieder aus der Zerstäuberkabine zu steigen. Dann war sie mit dem Ellenbogen wohl gegen den Knopf der Automatik gekommen, und die Kabinentür hatte sich wieder geschlossen. Oder zumindest hatte die Kabinentür das versucht, denn Karlinas Fuß war ja im Weg.
Ich nahm etwa zehn Tabletten Soma aus der Tasche meines Bademantels, und zwang Karlina sie zu schlucken, indem ich ihr Mund und Nase zuhielt. Dann verlor sie das Bewusstsein, und hörte somit – endlich – auch zu schreien auf.

Eine halbe Stunde später hatte ich mir meinen Overall angezogen und mit der Wartungsfirma telefoniert. Karlina schlummerte noch immer zufrieden, allerdings hatte ich gesehen, dass ihr Bein stark blutete.
Die Installateure beklagten sich zuerst wie spät es wäre, und dass sie niemanden erübrigen könnten. Als ich ihnen dann aber meine Bürgernummer nannte, und sie sahen, dass ich ein Beta+ war, versprachen sie, das bald jemand kommen würde. Auch der Austausch gegen eine neue Duftorgel wurde mir höflich zugesichert, obwohl man sowas nachts eigentlich nicht machen könne.
Tja, dann rief ich den Notarzt an. Ich weiß ja nicht ob sich Karlina viel getan hatte, aber Blut ist immer ein schlechtes Zeichen. Das bedeutet, dass jemand verletzt ist, und Verletzungen sollten ja eigentlich nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden – wenn überhaupt.
Der Arzt war ebenso mürrisch drauf wie die Installateure zu Anfang, wurde dann aber auch kooperativer, als ich ihm Bürgernummer und Sachverhalt nannte.

Dann, eine Stunde später kamen die „Installateure“. Ich setze das bewusst in Anführungszeichen, weil es sich nicht um kompetente Fachkräfte handelte, sondern um verdammte Epsilon-Hilfsarbeiter. Es waren drei an der Zahl, und so wie es aussah, entstammten sie alle der gleichen Bukanowsky-Gruppe. Jedenfalls konnte ich keinen äußerlichen Unterschied zwischen den dreien feststellen.
Grußlos stolperten die drei schwarz gekleideten Zwerge in mein Wohnzimmer, und einer von diesen Kretins riß dabei eine Vase um, die ich erst am Vortag gekauft hatte, und die noch immer der letzte Schrei war. Keine Frage: Das würde ich dem Installationsunternehmen in Rechnung stellen!

Nachdem die drei widerlichen Gnome eine Weile an der Duftorgel herumgeschraubt hatten, war dann Karlinas Fuß endlich frei. Ich schleifte sie neben die Badewanne, und holte ihr ein Kopfkissen aus dem Schlafzimmer. Der Arzt würde ja bald kommen, der würde schon wissen was zu tun sei.
Die Epsilons jedoch machten irgendwas, dass es knackte, und plötzlich irgendwo aus einem Rohr jede Menge Wasser schoß. Die drei Hilfsarbeiter liefen panisch durcheinander, bis einer sich ein Herz fasste, und das Rohr irgendwie wieder verschloss. Mittlerweile war der ganze Fußboden jedoch naß, und Karlina lag jetzt in einer riesigen Pfütze. Auch das Kissen war naß geworden.

Aufgebracht lief ich wieder ins Wohnzimmer. Duftorgel kaputt, Vase kaputt, Wasserschaden im Badezimmer… auch ein neues Kissen musste ich mir morgen kaufen. Und dann noch eine verletzte Gamma im Somaschlaf in meinem Badezimmer. Wo blieb eigentlich der Artzt?
Wo hatte ich das Soma hingelegt? Erschrocken suchte ich etwa eine Viertelstunde, bis mir einfiel, dass es ja im Bademantel war. Hatte ich jetzt schon eine Abendtablette genommen oder nicht? Ich wusste es nicht mehr, warf aber sicherheitshalber gleich noch zwei ein. Ruhige Gelassenheit erfasste mich wieder. Ich schüttelte lächelnd den Kopf; sowas musste ja auch wieder mir passieren!
Ich setzte mich in meinen Massagesessel, und schaltete das Holo ein. Natürlich war Nacht, da kamen nur Wiederholungen. Ich zappte, bis ich bei einem Holodrama hängenblieb, das ich geschrieben hatte.
Hatte ich das eigentlich schon erwähnt? Meine Aufgabe als Beta+ besteht darin, Holodramas für Kino und Rundfunk zu schreiben. Gut, nichts „künstlerisches“, sondern eher so Sachen aus der Sparte „Wahre Liebe“ und „Unglücklich verliebt in einen Wilden“. Ich weiß, Lovesploitationholos werden immer belächelt, aber zumindest alle vom Gamma an abwärts schauen sowas gerne. Und einmal habe ich sogar Lob von einem Alpha bekommen, der eine Story besonders mochte.

Es klingelte an der Türe. Ich riss mich aus meinen Gedanken, stand auf, und drückte den Türschalter. Die Tür öffnete sich und ich war erleichtert festzustellen, dass wenigstens der Doktor kein Epsilon war. Es handelte sich natürlich um einen Alpha-, schon etwas älter, wie man an seinen ersten grauen Haaren erkennen konnte.
„Guten Tag, Herr…“, er blickte auf sein Klemmbrett, „… Beta+?“ Er sah mich ungläubig an.
„Ein Künstlername! Kommen Sie doch herein!“
Er kam durch die Tür, uns sah sich um: „Hier gibt es einen medizinischen Notfall?“
„Im Badezimmer“, sagte ich, und wies ihm den Weg.
Die Epsilons schraubten noch immer im Nass herum.
„Freud noch mal!“, schimpfte der Doktor. „Bei Ihnen machen Epsilons die Installationen?“
Ich schaute peinlich berührt zu Boden, wahrscheinlich bin ich sogar rot geworden.
„Nachtschlafende Zeit, wissen Sie.“, erklärte ich, und fügte entrüstst hinzu: „Ich hab mit Sicherheit keine Epsilons bestellt!“
„Hmpf. Na, dann wollen wir mal sehen, was wir hier haben.“, sagte der Doktor unwirsch, beugte sich zu Karlina herunter, und schaute sich ihr Bein an.
„Haben Sie ihr Soma gegeben?“, fragte er nach einer Weile.
„Natürlich. Acht Tabletten.“
„Gute Auffassungsgabe. Bist du verdrossen, flugs Soma genossen!“, dozierte er.
Danach fügte er mit ernsterem Blick hinzu:“Nun, das Bein scheint gebrochen zu sein.“
„Ist das eine schlimme Verletzung? Ich fände es zutiefst peinlich, wenn einer Bekannten bei mir so etwas zustoßen würde.“, druckste ich.
Am Ende sprach sich noch unter den Frauen herum, dass man besser nicht zu mir nach Hause käme, weil meine Gerätschaften alt und unsicher sind.
„Nun, ihre Bekannte ist eine Beta?“, fragte der Arzt auf sein Klemmbrett blickend.
„Nein, sie ist eine Gamma.“, sagte ich,“ Gamma+, glaube ich.“
„Ahh. Und ihre Funktion?“
„Sie arbeitet irgendwo in der Fertigung.“
„Tja, dann denke ich, dass es das beste ist, wenn wir sie ins Sterbehospital bringen, und in den Somahalbschlaf versetzen.“
Mir fiel die Kinnlade runter: „So schlimm ist es?“
„Nun, ein gebrochenes Bein ist eine schwere körperliche Behinderung, und in der Fertigung kann sie damit nicht arbeiten. Es dauert Wochen bis so etwas verheilt ist.“, dozierte der Doktor. „Sie selbst würde mit einem gebrochenen Bein nicht leben wollen.“

Das konnte doch alles nicht wahr sein! Jetzt würde sich herumsprechen, wie gefährlich mein Haushalt war, und das obwohl die fragliche Duftorgel ja gerade ausgetauscht wurde.
„Kann man diesen Vorfall irgendwie vertuschen?“, fragte ich. „Ich meine, sonst kommen hier bald keine Mädchen mehr her, weil die Angst vor meinem Bad haben!“
Der Doktor schmunzelte. „Nun, da lässt sich schon was machen. Ich schreibe einfach einen Unfall im Strassenverkehr auf.“
Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Der Doktor holte dann ein paar Delta-Sanitäter herauf in meine Wohnung, und zusammen transportierten sie die arme Karlina ab. Aber das war ja nun mal der Kreislauf des Lebens.
Die Duftorgel haben die Epsilons in der Nacht übrigens nicht mehr ausgetauscht. Ich habe sie rausgeworfen, nachdem der Doktor gegangen war, und heute Morgen dann gleich als erstes ein paar Deltas bestellt, die das richten.

Der geneigte Leser mag fragen, warum ich die Geschichte hier aufschreibe, wenn sie mir so peinlich ist.
Nun, im Internet wird sie schon keine Gamma lesen, und ich denke, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, dass es doch eine ganz witzige Anekdote ist.

Sep
20
2009
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Neulich bei Twitter…

Man kann über die Piraten ja denken, was man will. Trotzdem scheinen sie dem objektiven Beobachter doch das einzig spannende an diesem Wahlkampf zu sein.

Hier ein wenig mehr zu dem Thema: Bei ennomane und bei mspro. Und hier noch was, und auch da bei fukami.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches | Schlagwörter: , , ,
Sep
16
2009
3

Kleine Linksammlung zur Polizeigewalt

Am letzten Wochenende kam es ja zu – ich nenn’s mal – „Rangeleien“ zwischen unbewaffneten, friedlichen Demonstranten und der Polizei. Da es mittlerweile auch schon durch die Mainstrammedien gegangen ist, und irgendwie alle drüber schreiben, will ich auch.

Das ganze begab sich auf der Demo „Freiheit statt Angst“, die am 12.9 in Berlin stattfand. Eine Kurzzusammenfassung der Ereignisse findet sich unter anderem bei Fefe. Hier, weiter geht’s dann hier, hier, hier, hier, hier, hier und auch hier.

Die Videos stehen noch bei Youtube und Vimeo:

die Vorgeschichte

freiheit statt angst / freedom not fear – demo 12.09.2009 from Gerd Eist on Vimeo.

die Prügelei

Die Presseerklärung der Polizei gibt’s hier: Klick!

Und híer eine Gegenerklärung des Anwaltes eines der beteiligten Demonstranten: Klick!

So. Und weil ich gerade so schön viele Links raushau, hier noch ein paar, die bei der Einschätzung der Situation hilfreich sein könnten:
Intensitätsstufen körperlicher Gewalt
Einfache körperliche Gewalt

Da! Nun habt ihr alle Informationen auf dem Tisch, macht euch mal selber ein Bild, und bildet euch selber eine Meinung.

Nachtrag: Ach ja, interessant ist vielleicht noch ein Best of der Reaktionen aus einem öffentlich zugänglichen Polizeiforum:
Klick einfach mal hier.

Noch ein Nachtrag:
Hier haben sich schon einige ihre Gedanken zu dem Thema gemacht:
nodemasters Gedankensphäre
Rechtsanwalt Markus Kompa

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: ,
Sep
11
2009
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Was kommt als nächstes? Kinderarbeit?

Ich hab ja schon mal kurz angerissen, dass die CDU und die FDP, sollte Schwarz-Geld Schwarz-Gelb tatsächlich gewählt werden, die Zwangsarbeit in Deutschland einführen will. Nicht wie heute, wo Hartz 4 Empfänger bereits 1 Euro Jobs anehmen können, die jedoch gemeinnützig sein sollen.
Nein, nach der Wahl sollen alle Hartz 4 Empfänger gesetzlich verpflichtet werden Arbeitsdienste anzunehmen. Sonst gibt’s gleich gar kein Geld mehr. Auch Gemeinnützigkeit soll dabei nicht mehr erforderlich sein. Nun ist auch klar, was die FDP mit „Arbeit muss sich wieder lohnen“ meint: „Wer nicht zwangsarbeitet, der verhungert halt. Ergo: Arbeit lohnt sich.“ Jedem rechtschaffenen Menschen sträuben sich hier alle Haare, wie seltsam das im Einzelfall auch aussehen mag. Doch es gibt ja leider heutzutage genug andere.

Wenn aber schon die Wiedereinführung der Sklaverei den wirtschaftsliberalen Wähler nicht schreckt, weil er als Gutverdiender ja nicht betroffen ist, so sollte doch der zu erwartende Preisverfall ihn schrecken. Die Preise in Deutschland würden ins Bodenlose fallen, gerade im Dienstleistungsgewerbe. Und wenn er dann meint „Nun, dann besorg ich mir halt selbst ein paar Sklaven vom Arbeitsamt!“, sollte er sich fragen wie hochwertig die Arbeit von Menschen wohl sein wird, die zu Hungerlöhnen dazu gezwungen werden zu arbeiten. Wenn man jemanden gegen seinen Willen dazu zwingt einem die Haare zu schneiden, sollte man schon mal darauf gefasst sein, die nächsten paar Wochen mit einer Scheißfrisur rumzulaufen.
Dass die ganze Chose grundgesetzwidrig ist, interssiert heute leider sowieso niemanden mehr.

Langsam wird immer klarer was Angela Merkel 2005 mit den Worten „Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und Soziale Marktwirtschaft in alle Ewigkeit“ meinte:

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , , ,

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Okt
13
2009
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Großbrittanien verfügt über Perpetuum Mobile

Über Jahrhunderte führte das heute im englischen Oxfordshire liegende Sutton Courtenay eher ein beschauliches Dasein, sogar fern des äußersten Randes des Weltgeschehens.
Seit einigen Monaten jedoch herrscht rege Betriebsamkeit dort, wo früher nur ein paar Bauernhöfe und eine Papiermühle standen.

Genau hinter der alten All-Saints-Church, die im 14.Jh. von normannischen Eroberern im Zickzack tapeziert wurde, erhebt sich nun bereits schon seit einigen Jahren die Energiesammelstelle mit dem schmuckvollen aber komplizierten Acronym „N.G.B.E.D.P.S.S“.

Doch warum hier, und warum jetzt?

Es begann alles nach den Terroranschlägen am 11.9. 2001. Großbritannien weitete die Videoüberwachung in öffentlichen Räumen aus, um der drohenden Gefahr des Terrorismus und vermutlicher Invasoren aus dem All, mit modernsten technischen Mitteln entgegen treten zu können.
Als dies geschah, konnten ortsansässige Experten bereits feststellen, dass die Erde unter Sutton Courtenay leicht vibrierte.
George Orwell, der hier zur ewigen Ruhe liegt, hatte sich in seinem Grab auf dem Friedhof in Sutton Courtenay umgedreht, und nach der offiziellen Bestätigung darüber, wurde auch die britische Regierung informiert.

Diese unternahm nun in den folgenden Jahren ihr möglichstes, um die neuentdeckte saubere Energie, die vom sich langsam drehenden Leichnam George Orwells produziert wurde, einzufangen, zu bündeln und zu verstärken. So wurden etliche neue Sicherheitsgesetze auf den Weg gebracht, und tatsächlich: Die sterblichen Überreste von Orwell begannen sich immer schneller zu drehen.

Neulich erst konnte die Drehzahl des Leichnams soweit erhöht werden, dass die Energieversorgung der gesamten Britischen Inselns vollständig auf Orwell umgestellt werden kann. Näheres dazu lesen Sie bitte hier.

In der Zwischenzeit erheben sich aus Indien Stimmen, die einen gerechten Anteil an den Gewinnen aus dem Orwellkraftwerk fordern: „George Orwell ist in Indien geboren, also hat unser Land ihn quasi hergestellt“, ist in der größten Tageszeitung Bombays zu lesen, „es ist also nur gerecht, dass unser Land auch einen Anteil bekommt.“
Diese Forderungen weist die britische Regierung scharf zurück.
„Wir sind es schließlich, die mit unseren Überwachungsgesetzen den großen Literaten zum rotieren gebracht haben, also müssen wir es auch sein, die den Profit bekommen. Indien hat nichts dazu beigetragen, dass wir heute eine saubere und unerschöpfliche Energiequelle haben.“, sagte Gordon Brown vergangenen Dienstag.

Nachtrag 14.10.09: Und ab heute produziert Orwell genug Energie für den Export: Klickmich!

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Lustiges | Schlagwörter: , ,
Okt
08
2009
1

Hunde, die ewig leben

In den letzten Tagen hab ich mich immer wieder gescheut endlich den Gartenlaubenartikel einzustellen, da ich befürchtete, dass es doch wieder in die Hose geht.
Gestern hab ich mich dann aber mal wieder hingesetzt, den ganzen Artikel auf Papier (!) geschrieben, und wollte mich jetzt gerade daransetzen ihn abzutippen, als mir auffiel, dass aus Gründen, die mir vollkommen schleierhaft sind, schon wieder ein paralleler Austausch stattfand, wie schon hier, hier und auch hier.
Es war immer noch ein Artikel auf den Seiten, immer noch in meiner Handschrift verfasst, aber zu einem vollkommen anderem Thema. Allein um die Seltsamkeit dieses ganzen Vorgangs zu dokumentieren, hab ich den Artikel hier mal wieder eingegeben.
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich es sehr gruselig finde, in meiner eigenen Schrift Worte zu lesen, die ich so nie geschrieben habe. Das Ganze ist aber nur unwesentlich gruseliger als all die anderen Parallelwelthacks der letzten Wochen.

Sinn und Unsinn der Haustiergenetik

Wer kennt ihn nicht, diesen Moment, wenn ein geliebtes Haustier langsam immer älter wird, sich seltsame Krankheiten zuzieht, und schließlich verstirbt.
Viele Haustierhalten haben sich seit der ersten Zähmung eines Wildtieres sehnlichst gewünscht, dass es eine Möglichkeit gäbe deren Leben zu verlängern. Seit 2007 ist es nun soweit.
Ich brauche wohl nicht weiter zu erwähnen, dass die japanische Shi-Chinpoko-Corporation seit Jahrzehnten schon im Bereich der genetischen Forschung aktiv ist, und es dann, vor ein paar Jahren zu einem ersten Durchbruch kam. Man fand und isolierte das Gen, das bei Hunden für den Alterungsprozess zuständig ist, und konnte es dann schließlich modifizieren, damit Hunde wesenlich länger leben.
Dass die Japaner an sowas geforscht haben, ist keine Überraschung: In einer rettungslos überalterten Gesellschaft wie in Japan und eigentlich allen Industrienationen, bekommen Haustiere eine besondere Bedeutung: Sie helfen nachweislich alten Menschen über die Einsamkeit hinweg, und geben ihnen überdies einen Grund tagtäglich aufzustehen.
Außerdem wirken sich Haustiere nachweislich heilsam bei allerlei gesundheitlichen Problemen aus, von der Tierhaarallergie einmal abgesehen.

Vor zwei Jahren also nun gingen die ersten von Shi-Chinpoko aufgewerteten Hunde in Serienreife, und wurden in Japan auch schon massenhaft verkauft. Im September 2008, nach unendlichen rechtlichen Querelen mit der EU, wurden dann die ersten der Superhunde auch in Europa angeboten und verkauft.

Jeder mag seinen Hund, und keiner will, dass sein Haustier stirbt, aber ist eine durchschnittliche Lebenserwartung von 70-80 Jahren (je nach Größe des Tieres) wirklich sinnvoll für ein Haustier?
Ich meine, was passiert mit dem Hund, wenn er sein Herrchen überlebt? Oder wenn sein Herrchen dann doch eine Tierhaarallergie bekommt? Wo soll der Hund dann für weitere 50 Jahre hin?
Ich weiß, dass es immer mehr in Mode kommt, Kindern gleich zur Geburt einen Superwelpen zu schenken, aber was ist, wenn der Nachwuchs gar keine Hunde mag?

Man hat ja auch schon früher immer von Hunden gehört, die zu Weihnachten verschenkt wurden, und dann beim nächsten Sommerurlaub an irgendeiner Autobahnraststätte angebunden vorgefunden wurden.
Was ist, wenn das mit solchen Superhunden passiert? Wie lange soll sich ein Tierheim um solch einen Hund kümmern, der fast ein Jahrhundert alt werden kann, und wer bezahlt das?

Ich weiß, die Tierchen sind sehr beliebt und die Preise für sie sind noch sehr hoch, aber bleibt das auch so? Verdrängen nicht irgendwann diese Superhunde all die kurzlebigen Hunderassen und wird dann nicht auch der Preis sinken?

All das sind Probleme, über die Shi-Chinpoko scheinbar nicht wirklich nachgedacht hat. Geschweige denn was passiert, wenn sich solch ein genetisch aufgewerteter Hund aus dem Staub macht, und sich mit irgendwelchen Straßenkötern paart. Ist wirklich sichergestellt, dass das modifizierte Gen sich nicht verbreitet? Ich weiß, die sollen alle sterilisiert sein, aber irgendwo gibt es ja sicher auch Zuchtexemplare in den Shi-Chinpoko-Tierfabriken.
Nehmen wir mal an ein genetisch aufgewerteter Huskie macht sich auf in die Wildnis, und verbreitet das Gen in den aus Osteuropa kommenden Wolfsrudeln? Brauchen wir Wölfe, die so lange leben? Und wächst dann nicht deren Population unkontrolliert? Was hätte das wohl für Auswirkungen auf den Rest des Wildlebens?

Sollte so etwas passieren, sehe ich ungeahnte Klagewellen auf Shi-Chinpoko zurollen.
Ich werde weiter bei den normalen Haustieren bleiben.

Außerdem sind mir Katzen sowieso lieber als Hunde.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Technisches | Schlagwörter: ,
Okt
07
2009
1

XIV. Rechtsfreier Raum der Woche

Mit einigem Abstand (wie immer, wenn ich so drüber nachdenke) gewinnt in dieser Woche Herr Herbert Mertin den RRW.
Der Leser wird fragen, wer dieser Herbert Mertin denn überhaupt ist. Ich zumindest habe vorher noch nie was von ihm gehört.
Herr Mertin ist der Chef der Landes-FDP in Rheinland-Pfalz, und ähnlich wie schon Herr Güldner hat auch er nun Stellung zu Themen wie Internet, Bürgerrecht und Datenschutz bezogen.
Ähnlich wie bei Herrn Güldner scheinen sich seine Meinung und die Meinung seiner Partei in vielen Punkten nicht zu decken.
Immerhin ist die FDP ja die Partei für Bürgerrecht und Datenschutz, die Deutschland zu einem „Internetland“ machen möchte.
Herr Mertin sieht das ein wenig anders.

Im Gegensatz zur Bundes-FDP, die strikt wieder das Bankgeheimnis fordert und gegen Internetzensur oder heimliche Online-Durchsuchungen Stellung bezieht, schlug Mertin moderatere Töne an und appellierte an die Eigenverantwortung. Zum obersten Prinzip erhob er: „Jeder muss ein Stück weit selber für seine Sicherheit sorgen“.

Wer also Bankgeheimnis will, soll wieder ganz auf Banken verzichten, oder wie liest sich das jetzt? Am besten gleich wieder geldgefüllte Briefumschläge in hohlen Baumstümpfen verstecken, oder wie?
Und wie kann man sich gegen Onlinedurchsuchungen wehren, wenn man selber für seine Sicherheit verantwortlich ist? Oder bedeutet das, dass auch Herr Mertin gegen Onlinedurchsuchungen ist, und mit „für seine eigene Sicherheit sorgen“ meint, der Bürger solle gefälligst selbst was gegen Terrorismus unternehmen? Irgendwie ergibt das keinen Sinn.

Daten gebe man freiwillig tagtäglich preis. Kundenkarten werden von professionellen Unternehmen ausgewertet und die Besitzer mit auf sie zugeschnittener Werbung überhäuft. „Der Rabatt ist das Lockmittel, um das Einkaufsverhalten minutiös zu überwachen.“ Auch bei der Teilnahme an Gewinnspielen oder bei Einkäufen über das Internet seien die Menschen bereit, ihre Daten freiwillig ins Netz zu stellen.

Oder meint er das damit? Soll der Bürger doch eben nicht bei einem Gewinnspiel mitmachen, wenn er nicht über die nächsten 30 Jahre tagtächlich mit Werbeanrufen bombardiert werden will. Und wenn nicht alles was man kauft auf einer Liste landen soll, mit deren Hilfe dann irgendwelche Marktstrategen dann entscheiden, wie sie einem die Nachbarschaft mit Werbung vollpflastern sollen, dann darf man halt keine Bonuspunkte sammeln.

Aber dann kommt auch schon diese Phrase:

Das Internet sei kein rechtsfreier Raum, betonte Mertin. Je stärker das zu schützende Rechtsgut sei, desto stärker sei auch ein Eingriff durch staatliche Instrumentarien zu akzeptieren.

Aha. In wie weit diese Phrase – in egal welcher Ausprägung – unzutreffend ist, dazu hab ich mich hier schon etliche Male geäußert, darum werde ich auch niemanden mehr damit langweilen.
Interessant ist jedoch, wie sich Mertin hier und im Folgenden fast schon eindeutig für die Internetsperren ausspricht:

Keiner der Anwesenden sei wohl für Kinderpornografie oder nationalsozialistische Kennzeichen im Online-Angebot. Eine Strafverfolgung werde aber erschwert, da die Seiten auf ausländischen Surfern zur Verfügung gestellt würden. Selten gebe es die Möglichkeit, grenzüberschreitend zu agieren.

Hier bringt Mertin die wohl akutesten Ziele der Internetsperren, bzw. die Vorwände für sie: Die Kinderpornografie und die Nazi-Seiten. Außerdem garniert er das Ganze noch mit dem bekannten VdL-Argument von der Schwierigkeit sowas grenzüberschreitend löschen zu lassen.
Wenn wir uns zurückerinnern, was davor von ihm zu lesen war, fragt man sich welches „Rechtsgut“ da geschützt wird durch die Sperren. Oder geht’s ihm da schon um die Filesharer?
Alles sehr seltsam.

Zur Vorratsdatenspeicherung ist folgendes zu lesen:

Es sei die Aufgabe der Liberalen, darauf zu achten, dass durch gespeicherte Daten möglichst wenig Schaden angerichtet wird und sie nur bei zuverlässigen Informationen drohender massiver Straftaten im Extremfall benutzt werden.

Ich lese das so: Die Vorratsdatenspeicherung ist an sich eine gute Sache, die FDP müsse aber aufpassen, dass niemand damit Schindluder treibt. Und natürlich nur bei extrem schlimmen Verdachtsmomenten soll auf die Daten zugegriffen werden.

„Wer in die Privatsphäre eingreifen möchte, muss eine gute Begründung haben“, formulierte Mertin seine Position.

Hört sich gut an. Ist nicht aber die Speicherung all der Verbindungsdaten nicht schon ein Eingriff in die Privatsphäre? Die Daten sind ja auch da, wenn das BKA nicht drin liest.

Wie gesagt, das liest sich alles sehr seltsam. Aber vielleicht ist das ja nicht die Schuld von Herrn Mertin, sondern der verkürtzten Berichterstattung geschuldet. Ist ja nur ein eher kurzer Artikel über eine wahrscheinlich mehrstündige Informationsveranstaltung.

Trotzdem, die Phrase hat er wohl benutzt, also ist es nur recht und billig, dass er auch den Preis gewinnt!

Sep
29
2009
1

Was erlaube SPD?

Eigentlich hat man es der Führungsriege der SPD recht einfach gemacht. Bei so ziemlich jedem Interview nach der Wahl wurden Steinmeier oder Münte – wer von beiden auch immer grad sein Gesicht in die Kameras hielt – immer auf die Agenda 2010 angesprochen, und die Rente mit 67, und ob diese beiden Dinge nicht eventuell mit der Halbierung der SPD-Wählerschaft über die letzten 10 Jahre zusammenhängen könnten.
Anstatt einfach zu sagen: „Ja, daran liegt es wohl… Als Anwalt des kleinen Mannes werden wir wohl nicht mehr wahrgenommen!“, wird da entrüstet geschnaubt und mit der Aussage gekontert, dass absolut nichts falsch an Agenda 2010 und Rente mit 67 wäre, und das man alles nochmal genau so machen würde. War halt nötig.
Ich meine, es wissen ja nicht nur die Wähler und die Reporter, woran es lag. Sogar die eigene Basis und der linke Flügel der Partei (sofern nicht schon in der Linkspartei) könnten die hohen Herren drüber informieren, dass Agenda 2010 und Rente mit 67 (neben anderen Dingen wie den Netzsperren und der Vorratsdatenspeicherung) wohl schuld an dem Wahldebakel sind.
Aber die Herren Münte und Steinmeier wollen trotzdem weiter machen wie bisher, anstatt die SPD wieder zu einer Alternative zur CDU zu machen.
Momentan ist sie nämlich keine. Momentan ist sie ein rot angemalter Zwilling.

Jetzt den (persönlich zweifellos sehr sympathischen) Steinmeier, der alles personifiziert, was die Wähler von der SPD vertrieb, mit großer Mehrheit zum Chef zu machen, ist ein wenig, als würde ein Totkranker, der gerade von der Chemotherapie kommt, seinen Tumor bitten, den Wagen nach hause zu lenken.
Ich versteh es nicht.

Und Leute die von „Wiedervereinigung“ von SPD und Linkspartei reden… ist das daraus entstehende Konstrukt nicht für große Teile der Stammwählerschaft beider Einzelparteien unwählbar? Ich halte das nicht für eine Lösung.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches | Schlagwörter: ,
Sep
25
2009
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Brötchen und Apfel

Tja, da bin ich heute morgen doch, wie so oft, zum Niebüller Bahnhof gefahren, um den 7 Uhr 31 Zug nach Westerland zu nehmen. Ich bin etwa gegen 20 nach sieben am Bahnhof in Niebüll angekommen, und sah am rechten Eingang eine ältere Dame mit mehreren Bäckereistiegen stehen.

„Nicht schon wieder was zu verkaufen…“, dachte ich mir, und machte mich schon auf irgendeinen Verbalspam gefasst. Statt dessen fragte die Frau freundlich, ob sie mir eine Tüte mit Brötchen geben dürfe. Ich sagte: „Klar.“ und sie drückte mir die Tüte in die Hand. Als meine Hand sich noch um die Brötchentüte schloss, kam ein junger Mann an, und drückte mir noch einen Flyer in die Hand. Der Flyer stammte von den Grünen. Ebenso wie der Junge Mann. Es handelte sich, wie ich glaube, um Valentin Seehausen, den sympathischen Abiturienten, der dieses Jahr als Direktkandidat für die Grünen antritt. Für den Bundestag.

„Brötchen von den Grünen…“, dachte ich mir. „Das ist ja mal nett.“

Als ich mich dann hinsetzte, und die Tüte öffnete, kamen ausser einem Brötchen und einem Apfel noch mehrere Prospekte von der CDU zum Vorschein. Aha! Also war das Brötchen von der CDU, ebenso wie der Apfel, und jede Mege Altpapier, der andere Flyer aber von den Grünen.

Seltsam. Grund genug sich das nochmal genauer anzusehen.

Ich sah, dass an beiden Eingängen Leute standen. Dort, wo ich reinkam die alte Brötchendame, auf der anderen Seite standen auch welche, unter denen ich Astrid Damerow zu erkennen glaubte, die wohl im Kreistag sitzt, und für den Landtag kandidiert. (Was sie ist, und wofür sie kandidiert, da bin ich nicht sicher. Es stehen ja so viele CDU-Plakate draussen, sie ist auf einigen von denen.) Den Valentin Seehausen konnte ich gerade nicht sehen. Vielleicht lief der immer von einer Türe zur anderen Seite, überlegte ich. So je nachdem, wo mehr Leute waren…

Stehen also CDU und Grüne einträchtig am Freitag morgens vorm Bahnhof, und verteilen Flugblätter. Die CDU mit Brötchen garniert.

Nun finde ich es ja nett, dass die CDU bei uns jedem ein Brötchen und einen Apfel schenkt, und es liegt mir fern, undankbar erscheinen zu wollen, aber für 4 Jahre ist das doch ein bisschen wenig, um sie zu wählen, oder?

Aber wahrscheinlich waren Brötchen und Apfel nur als Köder dabei, damit man sich die Flugblätter andrehen lässt.

Interessant wäre zu wissen, ob die CDU da freiwillig mit den Grünen kooperiert, oder ob der Herr Seehausen sich dazwischendrängelt, um noch von der Köderwirkung von Brötchen und Apfel zu profitieren, wenn er sein Flugblatt verteilt.

Und wenn die kooperieren, steht dann nach der Landtagswahl Schwarz-Grün an?

Fragen über Fragen.
Schon auf dem Bahnsteig begann ich im Geiste abzuwägen: Auf der einen Seite Überwachungsstaat… Aber auf der anderen Seite: Brötchen und Apfel. Hm. Atomenergie – Brötchen und Apfel… Zensursula – Brötchen und Apfel…

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches | Schlagwörter: , ,
Sep
23
2009
1

Mangelnde Distanz zum rechten Rand

Also mir ist es ja lieber, wenn man klar sagt, dass man nicht mit rechten Parteien koalieren wird, wo die Anhänger solcher Parteien es vermutlich lesen, als wenn man so tut als gäbe es gar keine rechten Parteien und deren Anhänger.
Aber das kann natürlich jeder anders sehen.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Politisches | Schlagwörter: ,
Sep
22
2009
2

Epsilons, immer nur Epsilons!

Es ist ja schon ein paar Tage her, und wir leben in einer schnelllebigen Zeit, aber vielleicht erinnern sich noch einige an meine bisher 2 mißlungenen Versuche einen Artikel über antike oberschlesische Gartenlauben on zu stellen. Wenn nicht, schaut hier und hier.

Okay, mittlerweile hatte ich ein Backup gemacht von dem Artikel über die antiken oberschlesischen Gartenlauben. Und die Bilder, die ich in einem Schuhkarton aufbewahre, hab ich auch noch mal eingescannt.
Das hat eine Weile gedauert mit dem Einscannen, alleine schon, weil ich all die Schwarzweißfotos von Gartenlauben noch per Hand am Rechner nachbearbeiten musste. Dann hab ich sie also eingebunden in den Artikel, und das ganze – wie gesagt – in einer Textdatei gesichert.
Will ich’s heute Nachmittag in den Blog laden, und was seh ich?

Der Artikel wurde durch einen anderen aus einer Parallelwelt ausgetauscht. SCHON WIEDER. Hängt der Riss im Raum-Zeit-Kontinuum etwa irgendwie mit dem Sem der „antiken oberschlesischen Gartenlauben“ zusammen? Ist die häufige Erwähnung dieser Lauben etwa der Schlüssel für eine Geheimtür zwischen den Realitäten?

Ehrlich gesagt ist mir das egal. Ich will einfach nur den blöden Artikel veröffentlichen.
Ich hätte es ja schon aufgeben, und einfach über etwas anderes schreiben können, aber mittlerweile habe ich mir so viel Mühe mit dem Artikel gemacht, dass ich mir blöd vorkommen würde ich jetzt aufzuhören.

Na ja, nach dem Gezeter will ich euch das neue multidimensionale Fundstück nicht vorenthalten. Es wurde scheinbar von einem parallelen Ich geschrieben, das ich nicht sehr sympathisch finde, um ehrlich zu sein. …alleine schon weil der sehr viel dünner ist als ich.

Epsilons, immer nur Epsilons!

Gna! Da ist mir doch, wie ich neulich schon geschrieben habe, vor einer Woche diese blöde Duftorgel kaputtgegangen. Ich hab natürlich sofort eine neue bestellt, musste jetzt aber eine Woche ohne einen Duft rumlaufen. Das ist wirklich das letzte. Gerade gestern hatte ich eine Verabredung, und ständig das Gefühl diese würde immer die Nase rümpfen, wenn ich mal nicht hinsah. Die Verabredung hieß übrigens Karlina. Eine sehr hübsche kleine aus der Tierfutterfertigung. Eine Gamma, okay, aber nett, und schön anzusehen.
Na ja, fragt da der geneigte Leser, warum kauf ich mir nicht gleich ne neue (Duftorgel nicht Gamma) und lass sie installieren? Ganz einfach: Es wäre nochmal die gleiche. Meine kaputte Zetron-XV war ja schon zwei Tage alt, aber ein neues Modell ist eben erst heute verfügbar gewesen. Also hätte ich letzte Woche ein komplett veraltetes Modell nachkaufen müssen.
Ich weiß ja:“Konsum ist erste Bürgerpflicht“, aber man muss ja auch nicht irgendwelchen veralteten Scheiß kaufen, der schon beim ersten Mal nicht richtig funktioniert hat, oder?
Na ja, genug davon. Gestern habe ich Karlina dann mit nachhause genommen, und wir hatten 4 Stunden entspannenden Sex. Ich warf mir gerade die Tablette Soma danach ein, als Karlina mal kurz ins Badezimmer verschwand.
Ich hab mich fast verschluckt, als ich bemerkt habe, dass sie versuchte meine Duftorgel zu benutzen.
Nackt sprang ich kerzengerade aus dem Bett und keuchte noch, – ich hatte das Soma in den falschen Hals bekommen – als ich schon Karlinas Hilfeschreie hörte.
„Beim Ford, was ist das? Mein Fuß hängt fest!“, schrie sie schrill. Hätte ich gewusst, dass sie so schrill schreien würde, noch bevor ich mein Abendsoma eingenommen hatte, hätte ich mich wohl nicht mit ihr eingelassen.
„Kein Panik!“, versuchte ich sie zu beruhigen, „Bleib ruhig, und egal was du machst, drück keine Knöpfe, und beweg dich nicht!“
Doch zu spät! Ich hörte ein unangenehm schrammelndes Geräusch, gefolgt von einem weiteren, noch spitzeren Schrei.
Ich warf mir meinen neuen Bademantel über, und hastete ins Badezimmer.
Karlinas Fuß hatte sich unglücklich in der Duftausgabe verkeilt, als sie versucht hatte, wieder aus der Zerstäuberkabine zu steigen. Dann war sie mit dem Ellenbogen wohl gegen den Knopf der Automatik gekommen, und die Kabinentür hatte sich wieder geschlossen. Oder zumindest hatte die Kabinentür das versucht, denn Karlinas Fuß war ja im Weg.
Ich nahm etwa zehn Tabletten Soma aus der Tasche meines Bademantels, und zwang Karlina sie zu schlucken, indem ich ihr Mund und Nase zuhielt. Dann verlor sie das Bewusstsein, und hörte somit – endlich – auch zu schreien auf.

Eine halbe Stunde später hatte ich mir meinen Overall angezogen und mit der Wartungsfirma telefoniert. Karlina schlummerte noch immer zufrieden, allerdings hatte ich gesehen, dass ihr Bein stark blutete.
Die Installateure beklagten sich zuerst wie spät es wäre, und dass sie niemanden erübrigen könnten. Als ich ihnen dann aber meine Bürgernummer nannte, und sie sahen, dass ich ein Beta+ war, versprachen sie, das bald jemand kommen würde. Auch der Austausch gegen eine neue Duftorgel wurde mir höflich zugesichert, obwohl man sowas nachts eigentlich nicht machen könne.
Tja, dann rief ich den Notarzt an. Ich weiß ja nicht ob sich Karlina viel getan hatte, aber Blut ist immer ein schlechtes Zeichen. Das bedeutet, dass jemand verletzt ist, und Verletzungen sollten ja eigentlich nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden – wenn überhaupt.
Der Arzt war ebenso mürrisch drauf wie die Installateure zu Anfang, wurde dann aber auch kooperativer, als ich ihm Bürgernummer und Sachverhalt nannte.

Dann, eine Stunde später kamen die „Installateure“. Ich setze das bewusst in Anführungszeichen, weil es sich nicht um kompetente Fachkräfte handelte, sondern um verdammte Epsilon-Hilfsarbeiter. Es waren drei an der Zahl, und so wie es aussah, entstammten sie alle der gleichen Bukanowsky-Gruppe. Jedenfalls konnte ich keinen äußerlichen Unterschied zwischen den dreien feststellen.
Grußlos stolperten die drei schwarz gekleideten Zwerge in mein Wohnzimmer, und einer von diesen Kretins riß dabei eine Vase um, die ich erst am Vortag gekauft hatte, und die noch immer der letzte Schrei war. Keine Frage: Das würde ich dem Installationsunternehmen in Rechnung stellen!

Nachdem die drei widerlichen Gnome eine Weile an der Duftorgel herumgeschraubt hatten, war dann Karlinas Fuß endlich frei. Ich schleifte sie neben die Badewanne, und holte ihr ein Kopfkissen aus dem Schlafzimmer. Der Arzt würde ja bald kommen, der würde schon wissen was zu tun sei.
Die Epsilons jedoch machten irgendwas, dass es knackte, und plötzlich irgendwo aus einem Rohr jede Menge Wasser schoß. Die drei Hilfsarbeiter liefen panisch durcheinander, bis einer sich ein Herz fasste, und das Rohr irgendwie wieder verschloss. Mittlerweile war der ganze Fußboden jedoch naß, und Karlina lag jetzt in einer riesigen Pfütze. Auch das Kissen war naß geworden.

Aufgebracht lief ich wieder ins Wohnzimmer. Duftorgel kaputt, Vase kaputt, Wasserschaden im Badezimmer… auch ein neues Kissen musste ich mir morgen kaufen. Und dann noch eine verletzte Gamma im Somaschlaf in meinem Badezimmer. Wo blieb eigentlich der Artzt?
Wo hatte ich das Soma hingelegt? Erschrocken suchte ich etwa eine Viertelstunde, bis mir einfiel, dass es ja im Bademantel war. Hatte ich jetzt schon eine Abendtablette genommen oder nicht? Ich wusste es nicht mehr, warf aber sicherheitshalber gleich noch zwei ein. Ruhige Gelassenheit erfasste mich wieder. Ich schüttelte lächelnd den Kopf; sowas musste ja auch wieder mir passieren!
Ich setzte mich in meinen Massagesessel, und schaltete das Holo ein. Natürlich war Nacht, da kamen nur Wiederholungen. Ich zappte, bis ich bei einem Holodrama hängenblieb, das ich geschrieben hatte.
Hatte ich das eigentlich schon erwähnt? Meine Aufgabe als Beta+ besteht darin, Holodramas für Kino und Rundfunk zu schreiben. Gut, nichts „künstlerisches“, sondern eher so Sachen aus der Sparte „Wahre Liebe“ und „Unglücklich verliebt in einen Wilden“. Ich weiß, Lovesploitationholos werden immer belächelt, aber zumindest alle vom Gamma an abwärts schauen sowas gerne. Und einmal habe ich sogar Lob von einem Alpha bekommen, der eine Story besonders mochte.

Es klingelte an der Türe. Ich riss mich aus meinen Gedanken, stand auf, und drückte den Türschalter. Die Tür öffnete sich und ich war erleichtert festzustellen, dass wenigstens der Doktor kein Epsilon war. Es handelte sich natürlich um einen Alpha-, schon etwas älter, wie man an seinen ersten grauen Haaren erkennen konnte.
„Guten Tag, Herr…“, er blickte auf sein Klemmbrett, „… Beta+?“ Er sah mich ungläubig an.
„Ein Künstlername! Kommen Sie doch herein!“
Er kam durch die Tür, uns sah sich um: „Hier gibt es einen medizinischen Notfall?“
„Im Badezimmer“, sagte ich, und wies ihm den Weg.
Die Epsilons schraubten noch immer im Nass herum.
„Freud noch mal!“, schimpfte der Doktor. „Bei Ihnen machen Epsilons die Installationen?“
Ich schaute peinlich berührt zu Boden, wahrscheinlich bin ich sogar rot geworden.
„Nachtschlafende Zeit, wissen Sie.“, erklärte ich, und fügte entrüstst hinzu: „Ich hab mit Sicherheit keine Epsilons bestellt!“
„Hmpf. Na, dann wollen wir mal sehen, was wir hier haben.“, sagte der Doktor unwirsch, beugte sich zu Karlina herunter, und schaute sich ihr Bein an.
„Haben Sie ihr Soma gegeben?“, fragte er nach einer Weile.
„Natürlich. Acht Tabletten.“
„Gute Auffassungsgabe. Bist du verdrossen, flugs Soma genossen!“, dozierte er.
Danach fügte er mit ernsterem Blick hinzu:“Nun, das Bein scheint gebrochen zu sein.“
„Ist das eine schlimme Verletzung? Ich fände es zutiefst peinlich, wenn einer Bekannten bei mir so etwas zustoßen würde.“, druckste ich.
Am Ende sprach sich noch unter den Frauen herum, dass man besser nicht zu mir nach Hause käme, weil meine Gerätschaften alt und unsicher sind.
„Nun, ihre Bekannte ist eine Beta?“, fragte der Arzt auf sein Klemmbrett blickend.
„Nein, sie ist eine Gamma.“, sagte ich,“ Gamma+, glaube ich.“
„Ahh. Und ihre Funktion?“
„Sie arbeitet irgendwo in der Fertigung.“
„Tja, dann denke ich, dass es das beste ist, wenn wir sie ins Sterbehospital bringen, und in den Somahalbschlaf versetzen.“
Mir fiel die Kinnlade runter: „So schlimm ist es?“
„Nun, ein gebrochenes Bein ist eine schwere körperliche Behinderung, und in der Fertigung kann sie damit nicht arbeiten. Es dauert Wochen bis so etwas verheilt ist.“, dozierte der Doktor. „Sie selbst würde mit einem gebrochenen Bein nicht leben wollen.“

Das konnte doch alles nicht wahr sein! Jetzt würde sich herumsprechen, wie gefährlich mein Haushalt war, und das obwohl die fragliche Duftorgel ja gerade ausgetauscht wurde.
„Kann man diesen Vorfall irgendwie vertuschen?“, fragte ich. „Ich meine, sonst kommen hier bald keine Mädchen mehr her, weil die Angst vor meinem Bad haben!“
Der Doktor schmunzelte. „Nun, da lässt sich schon was machen. Ich schreibe einfach einen Unfall im Strassenverkehr auf.“
Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Der Doktor holte dann ein paar Delta-Sanitäter herauf in meine Wohnung, und zusammen transportierten sie die arme Karlina ab. Aber das war ja nun mal der Kreislauf des Lebens.
Die Duftorgel haben die Epsilons in der Nacht übrigens nicht mehr ausgetauscht. Ich habe sie rausgeworfen, nachdem der Doktor gegangen war, und heute Morgen dann gleich als erstes ein paar Deltas bestellt, die das richten.

Der geneigte Leser mag fragen, warum ich die Geschichte hier aufschreibe, wenn sie mir so peinlich ist.
Nun, im Internet wird sie schon keine Gamma lesen, und ich denke, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, dass es doch eine ganz witzige Anekdote ist.

Sep
20
2009
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Neulich bei Twitter…

Man kann über die Piraten ja denken, was man will. Trotzdem scheinen sie dem objektiven Beobachter doch das einzig spannende an diesem Wahlkampf zu sein.

Hier ein wenig mehr zu dem Thema: Bei ennomane und bei mspro. Und hier noch was, und auch da bei fukami.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches | Schlagwörter: , , ,
Sep
16
2009
3

Kleine Linksammlung zur Polizeigewalt

Am letzten Wochenende kam es ja zu – ich nenn’s mal – „Rangeleien“ zwischen unbewaffneten, friedlichen Demonstranten und der Polizei. Da es mittlerweile auch schon durch die Mainstrammedien gegangen ist, und irgendwie alle drüber schreiben, will ich auch.

Das ganze begab sich auf der Demo „Freiheit statt Angst“, die am 12.9 in Berlin stattfand. Eine Kurzzusammenfassung der Ereignisse findet sich unter anderem bei Fefe. Hier, weiter geht’s dann hier, hier, hier, hier, hier, hier und auch hier.

Die Videos stehen noch bei Youtube und Vimeo:

die Vorgeschichte

freiheit statt angst / freedom not fear – demo 12.09.2009 from Gerd Eist on Vimeo.

die Prügelei

Die Presseerklärung der Polizei gibt’s hier: Klick!

Und híer eine Gegenerklärung des Anwaltes eines der beteiligten Demonstranten: Klick!

So. Und weil ich gerade so schön viele Links raushau, hier noch ein paar, die bei der Einschätzung der Situation hilfreich sein könnten:
Intensitätsstufen körperlicher Gewalt
Einfache körperliche Gewalt

Da! Nun habt ihr alle Informationen auf dem Tisch, macht euch mal selber ein Bild, und bildet euch selber eine Meinung.

Nachtrag: Ach ja, interessant ist vielleicht noch ein Best of der Reaktionen aus einem öffentlich zugänglichen Polizeiforum:
Klick einfach mal hier.

Noch ein Nachtrag:
Hier haben sich schon einige ihre Gedanken zu dem Thema gemacht:
nodemasters Gedankensphäre
Rechtsanwalt Markus Kompa

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: ,
Sep
11
2009
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Was kommt als nächstes? Kinderarbeit?

Ich hab ja schon mal kurz angerissen, dass die CDU und die FDP, sollte Schwarz-Geld Schwarz-Gelb tatsächlich gewählt werden, die Zwangsarbeit in Deutschland einführen will. Nicht wie heute, wo Hartz 4 Empfänger bereits 1 Euro Jobs anehmen können, die jedoch gemeinnützig sein sollen.
Nein, nach der Wahl sollen alle Hartz 4 Empfänger gesetzlich verpflichtet werden Arbeitsdienste anzunehmen. Sonst gibt’s gleich gar kein Geld mehr. Auch Gemeinnützigkeit soll dabei nicht mehr erforderlich sein. Nun ist auch klar, was die FDP mit „Arbeit muss sich wieder lohnen“ meint: „Wer nicht zwangsarbeitet, der verhungert halt. Ergo: Arbeit lohnt sich.“ Jedem rechtschaffenen Menschen sträuben sich hier alle Haare, wie seltsam das im Einzelfall auch aussehen mag. Doch es gibt ja leider heutzutage genug andere.

Wenn aber schon die Wiedereinführung der Sklaverei den wirtschaftsliberalen Wähler nicht schreckt, weil er als Gutverdiender ja nicht betroffen ist, so sollte doch der zu erwartende Preisverfall ihn schrecken. Die Preise in Deutschland würden ins Bodenlose fallen, gerade im Dienstleistungsgewerbe. Und wenn er dann meint „Nun, dann besorg ich mir halt selbst ein paar Sklaven vom Arbeitsamt!“, sollte er sich fragen wie hochwertig die Arbeit von Menschen wohl sein wird, die zu Hungerlöhnen dazu gezwungen werden zu arbeiten. Wenn man jemanden gegen seinen Willen dazu zwingt einem die Haare zu schneiden, sollte man schon mal darauf gefasst sein, die nächsten paar Wochen mit einer Scheißfrisur rumzulaufen.
Dass die ganze Chose grundgesetzwidrig ist, interssiert heute leider sowieso niemanden mehr.

Langsam wird immer klarer was Angela Merkel 2005 mit den Worten „Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und Soziale Marktwirtschaft in alle Ewigkeit“ meinte:

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , , ,