Impactsuspect » Gesellschaftliches
Jun
12
2013
1

Meinungsfreiheit und die Union

Immer wieder halten besonders konservative Politiker zur Verteidigung ihrer krudesten Thesen die Meinungsfreiheit hoch. Im Internet gibt es da mittlerweile schöne Sammlungen. Hier zum Beispiel ein Tumblr, dass homophobe Äußerungen von reaktionären Politikern mit Bildern derselben Bündelt und gesammelt online stellt.
Eine andere Einstellung haben Unionspolitiker, wenn es um Meinungen geht, die sie selbst nicht vertreten, da wird dann gerne auf ein ganzes Arsenal an Einschüchterungs- und Abwehrmaßnahmen zurückgegriffen.

Berichtet das ZDF mal so, wie es nicht soll, ruft man vorher an um das Programm im Sinne der Parteilinie zu beeinflussen.
Erscheint in der Zeitung ein kritischer Leserbrief über die eigene Partei, wird auch gerne mal abgemahnt, und wenn ein Tweet erscheint, der einer Justitzministerin unangenehm ist, kommt neuerdings auch schon mal die Polizei vorbei.

Und die werden von einem nicht unbeträchtlichen Teil der Bevölkerung gewählt.
Super.

Dez
06
2012
--

Studentin aus Las Vegas heiratet Pappschablone von Edward Cullen

Das das Twilight-Fandom teilweise merkwürdige Blüten treibt, haben wir ja schon gesehen, allerdings wird es dann jetzt spätestens albern. Wie die Mail Online vermeldet, wird sich eine Studentin der Universität von Nevada im Januar das Ja-Wort geben. Und zwar mit einer lebensgroßen Pappschablone des bekannten Glitzervampirs aus Funk und Fernsehen.
Mit ausreichenden Englischkenntnissen könnt ihr die ganze Geschichte hier nachlesen.

Die 24jährige ist allerdings nicht komplett verrückt geworden, sondern führt die ganze Sache als ein Projekt für ihre Masterarbeit auf. Das beruhigt mich etwas, allerdings ist mir nicht so recht klar, was bei der Sache herauskommen soll.
Aber: Wenn’s der Wahrheitsfindung dient?

Feb
22
2012
1

Wiedermal das Ende der Anonymität im Netz…

Auf 33 Bits of Data findet sich ein neuer Zwischenstand in der Forschung um Entanonymisierung von Texten.

Es geht, kurz gesagt, um die Frage ob der Schreibtil ausreicht, um einen anonym verfassten Text mit anderen, nicht anonymen abzugleichen, und somit den Urheber festzustellen.
Die Antowort ist: Jein.
Es klappt in vielen Fällen – im moment trainiert man an Beiträgen aus den selben Blogs, die für die Versuchsanordung anonymiesiert wurden.
Hier gelang die korrekte Zuordnung des korrekten Autors in 20% der Fälle, in 35% der Fälle handelte es sich um einen der 20 als wahrscheinlichsten ausgegebenen Urheber.
Der Autor von 33 Bits weist darauf hin, dass bei echten Ermittlungen nach dem Urheber noch andere Informationsquellen bei der Identifizierung des Autors helfem, wie zum Beispiel ein eventuell lokales Thema des anonymen Textes, oder abgefragte Login-Daten.
Vermutlich werden bei echten Ermittlungen die Erfolgsraten viel höher sein.

Die Methode zur Stilidentifizierung funktioniert wohl auch über verschiedene Kontexte hinweg, wenn man also unter seinem Namen nur über südschlesische, antike Gartenlauben bloggt, können irgendwelche revolutionären Schriften einem trotzdem noch zu 12% zugeordnet werden, wenn der Stil sich nicht ändert.

Das sind alles eher unschöne Nachrichten für Autoren die aus irgendwelchen Gründen anonym bleiben müssen, und da gibt es ja bekanntlich auch in einer freien demokratischen Gesellschaft genug.

Allerdings gibt es Möglichkeiten sich besser zu schützen, wie 33 Bits auch ausführt:

The good news for authors who would like to protect themselves against deanonymization, it appears that manually changing one’s style is enough to throw off these attacks. Developing fully automated methods to hide traces of one’s writing style remains a challenge. For now, few people are aware of the existence of these attacks and defenses; all the sensitive text that has already been anonymously written is also at risk of deanonymization.

Manuell seinen Schreibstil zu ändern ist also eine Möglichkeit, die sicherlich einfacher klingt, als sie ist.
Man könnte also in seinen kritischen Schriften gegen ein unterdrückerisches Regime bewusst nur in Hauptsätzen schreiben, während man in seinem Gartenblog, dass nicht anonym veröffentlich wurde und mit dem man vielleicht sogar eine überregionale Berühmtheit erlangt hat, zu einem Schreibstil neigt, der eher in unerträgliche Bandwurmsätze – wie eben diesen hier – ausartet.
Oder man macht es anders herum.

Eine weitere Möglichkeit, die ich mir so überlegt habe, wäre seinen eigenen Text in eine der kostenlosen Übersetzungsanwendungen wie babelfish zu geben, und ihr durch verschiedene Sprachen zu prügeln, bevor man ihn wieder in seine Wunschsprache übersetzt.
Aus einem Absatz über die Artikel des Grundgesetzes würde aus:

Entscheidende Frage dabei ist, wieweit die staatliche Schutzpflicht aus dem objektiven Gehalt der Grundrechte den Staat dazu ermächtigt, in Grundrechte Beteiligter einzugreifen. Diese „Schutz-durch-Eingriff“-Problematik wird am Beispiel des Urteils zum Schwangerschaftsabbruch deutlich. In der vom Bundesverfassungsgericht ausgesprochenen Verpflichtung des Staates zugunsten des ungeborenen Lebens liegt zugleich ein Eingriff in die Rechte der Schwangeren, der einer Rechtfertigung bedarf. Ob hierfür die objektive Seite der Grundrechte herangezogen werden kann, ist in hohem Maße umstritten und ungeklärt.

durch den Umweg über Englisch, Französisch, Englisch:

Die entscheidende Frage ist daher, inwieweit l‘ nationale Verpflichtung des Schutzes des objektiven Inhalts der Grundrechte erlaubt l‘ Stand, um in den Grundrechten der Teilnehmer zu intervenieren. Dieser Schutz „ durch das d’“; Interferenz – das Problem wird deutlich durch l‘ Beispiel des l’urteils; Abtreibung. In l‘ Verpflichtung des l‘ Stand zugunsten des kommenden Lebens, ausgedrückt durch den föderalen Verfassungsgerichtshof, gleichzeitig befindet sich eine Interferenz in den Rechten schwangere Frauen, die eine Rechtfertigung erfordert. Wenn für dies die objektive Seite der Grundrechte befragt werden kann, in einem umstrittenen und erschütterten beträchtlichen Grad ist.

Naja, da müsste man sicher noch einmal mit der Hand bei, um das Ergebnis wieder lesbar zu machen, aber schon am ersten Halbsatz sieht man, wie eine maschinelle „Verstilung“ aussehen könnte.

Ein weiterer Weg, der mir spontan einfiel, wäre auch die Gewohnheit auf gewissen Imageboards, in einer Art künstlich vereinfachter Subsprache zu kommunizieren, in der jeder die gleichen festgelegten Phrasen benutzt. Allerdings sind hier die Textschnipsel vermutlich so klein, dass bisher sowieso noch keine Zuordnung möglich ist.

Leuten, die auch mal längere Texte schreiben, und dies auch anonym tun wollen, bliebe nur auf eine funktionierende Entstilungssoftware zu warten, die sicher irgendwo irgendjemand entwickelt.
Wenn das nicht der Fall ist: hint, hint!

Jan
16
2012
3

Neuer Trend: Peaceful Gaming

Um nochmal auf Computerspiele zurückzukommen, und dabei speziell auf Computerspiele, die bei Sicherheitspolitikfanatikern unter dem Label „Killerspiele“ bekannt sind, bin ich neulich auf ein Experiment gestoßen, dass scheinbar gerade zu einem neuen Trend wird.

Begonnen hat dieser Trend anscheinend mit einem Morrowindspieler, der sich im Netz Icehair nennt, und der die vollmundigen Versprechungen Bethesdas, was die Spielfreiheit in deren Spielen angeht, testen wollte.
Seine simple Frage: Kann man ein Rollenspiel wie Morrowind spielen, ganz ohne nicht Spieler-Charaktere zu töten?

Hier eine Art Teaser-Trailer zu dem Projekt:

Die überraschende Antwort: Es geht sogar ganz gut. Meist kommt man auf die eine oder andere Weise um den Kampf herum.

Auf dieser Seite gibt es Protokolle des Spieldurchlaufs zum Download. (Wahrscheinlich nur interessant für Leute, die sich noch in dem Spiel auskennen)

Das gleiche Experiment nahm er für das Nachfolgespiel Oblivion in Angriff, und auch hier kommt man um viele Kämpfe herum, wenn man auch gelegentlich eine Ratte rösten muss, aber Icehair beschreibt seine Charaktere selbst als Pazifisten, nicht Vegetarier.
Eine große Anzahl von Gameplay-Videos zu dem Obliviondurchlauf finden sich hier: LINK!

Googelt man ein wenig weiter, findet man Leute, die ähnliche Ambitionen für Skyrim, Bethesdas neuestes Rollenspiel, haben. Und hier schafft es jemand tatsächlich nicht einmal einer Ratte was zuleide zu tun. LINK mit Gameplayvideo hier: LINK!

Ich mag ja Rollenspiele am Computer. Besonders liegen mir die Spiele vom Bioware am Herzen und zwar seit Baldurs Gate. In Rollenspielen von Bioware ist eine solche Spielweise jedoch nicht möglich. Periodisch werden Kämpfe eingebaut, in der starken Annahme der Entwickler, dass die Gamer diese einerseits erwarten und andererseits kaum jemand ernsthaft ein Fantasy oder SF-Spiel spielen würde, ohne die Möglichkeit auf Aliens oder Monster einzudreschen ausgiebig zu nutzen.
Bethesda hat seine Spiele darauf vorbereitet, auch wenn die Hauptquest von Skyrim nicht lösbar ist, wenn man alle Drachen am leben lassen will.
Trotzdem bemerkenswert, wie ich finde.

Scheinbar ist es auch in Fallout 3 möglich – wie in der Falloutreihe wohl generell – als Pazifist durchzuspielen, allerdings kann ich das nicht bestätigen, da ich Fallout nier gespielt habe.
Hut ab allerdings. In der atomaren Postapokalypse zurechtzukommen stelle ich mir für einen Pazifisten noch schwieriger vor, als es in einer Fantasywelt zu schaffen.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Lustiges,Spass und Spiel |
Jan
06
2012
3

Jetzt auch noch Mp3-Player!

Errinnert ihr euch noch an die „gefährlichen Rollbretter“? Es gibt da jetzt einen neuen „gefährlichen Trend“ dem man, – natürlich – mit Verboten beikommen will.

Offenbar sorgen neuerdings also MP3-Stöpsel in den Ohren im Strassenverkehr vermehrt für Unfälle, daher will unser charismatischer Verkehrsminister von der Verbiete-was-du-selbst-nicht-brauchst-Partei CSU nun MP3-Player für Fußgänger verbieten.

Sicher, auch ich bin schon einmal hupend im Schritttempo hinter einem Musikhörer her gefahren, der in einer Seitenstrasse ging, und mich nicht gehört hat. Aber wie häufig passiert das? Und habe ich ihn überfahren? Nein. Weil der Autofahrer ja hinschaut, wo er hinfährt. Ebenso hat der Fußgänger auch oft selbst im Blick wo er hinläuft und wo er mit Verkehr zu rechnen hat.
Und selbst wenn wir annehmen, dass das Hören von Musik im Strassenverkehr für Fussgänger gefährlich ist, warum fällt das erst jetz auf?
Ich meine, wie lange gibt es schon Walkmans? Seit den späten 70ern? In den 80ern hatte fast jeder einen, und im Prinzip arbeiten diese archaischen Geräte auch nicht anders als die Mp3-Player von heute.
Wie kann es also jetzt einen Anstieg geben, wenn es wirklich an den Mp3-Playern liegt?

Und wer erstattet mir das Geld für meinen MP3-Player zurück, wenn die Dinger nun auch für Fußgänger verboten und somit de facto nutzlos werden? Herr Ramsauer sicher nicht, oder?

In diesem Sinne: Frohes neues Jahr!

Nov
25
2011
6

Die Nord-SPD und Zeitlöcher ins letzte Jahrtausend.

Wie man zum Beispiel hier lesen kann, (LINK) hat die Nord-SPD eine „peinliche Panne“ beim Einbinden eines Videos auf ihrer Homepage erlebt.
Hat sie doch ein schniekes Video von irgendeinem albernen Landes-Bruhaha über eine Streamingplattform eingebunden, die Werbespots vor die Videos schaltet.
Und nun lief da doch tatsächlich Werbung für ein ’sogenanntes „Killerspiel“ ‚, wie das Nordfriesland Tageblatt wenigstens noch in Anführungszeichen schrieb. Die Lübecker Nachrichten sprechen da im Gegesatz ganz kritiklos von Killerspiel. Ohne Anführungszeichen oder ein „Sogenannt“.
Gut, nun ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Feinheiten der digitalen Kultur sich noch nicht zur Verräterpartei herumgesprochen haben, und dass die Generation Internetausdrucker auch panisch überreagiert, ist auch nichts neues. Aber einige Passagen in der Meldung bringen mich ein wenig zum Grübeln.

1.) Ursprünglich wollte ich mir die Frage stellen, warum irgendjemand Werbung für ein Computerspiel aus den späten Neunzigern schaltet. Die Frage konnte ich mir allerdings durch simples Googeln schon selbst beantworten.
Es handelt sich in der Tat um den alten Shooter von 1997, der aber neu aufgelegt wurde. Jetzt sieht er moderner aus, und es wird wohl auch ganz normal Werbung dafür geschaltet. Einen Trailer kann man bei Youtube bewundern. (LINK)

2.)

„Seit Jahren wissen wir, was solche Killerspiele in jungen Menschen verursachen können“, erklärte die CDU-Abgeordnete Heike Franzen.

Seit wann wissen wir was „Killerspiele“ anrichten können? Und was können sie anrichten? Hier schafft es eine Dame von der CDU nur plumpe Behauptungen in den Raum zu stellen, die seit Jahren nicht mit schlüssigen Studien belegt werden. Aber CDU halt. Die glauben an ihre Meinungen halt eher religiös und lassen sich da von Fakten nicht verwirren.

3.) Gleich weiter im Text:

Ihr sei unerklärlich, wie ein Politiker „eine solche Werbung auf seinem persönlichen Internetauftritt überhaupt zulassen kann“. Albig hätte das unterbinden müssen.

Ein noch nicht einmal in die Regierung gewählter Landespolitiker soll also einer unabhängigen Streamingplattform bestimmte Werbespots verbieten, die vermutlich in den AGBs vorgesehen und von den Uploadern bei der SPD durch Nutzung des Service abgenickt wurde? Die CDU ist lustig. Die beschweren sich vermutlich auch darüber, dass Sigmar Gabriel dem Klima nicht verbietet sich zu erwärmen.

4.)Die FDP lässt sich die Gelegenheit auch nicht nehmen, der SPD nochmal eins mitzugeben.

Katharina Loedige (FDP) reagierte bissig. Albigs Video stelle klar, „wie gutes Regieren mit Sozialdemokraten aussehen würde: Wenn schon der Vorspann daneben ist, kann man auch den Hauptfilm vergessen.“

Anstatt den Vorfall als solchen zu kommentieren, spinnt die Frau von der FDP einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Spot und der SPD. Und dann nennt sie einen als solchen vorgeschalteten Werbespot auch noch „Vorspann“ und grenzt diesen verbal vom „Hauptfilm“ ab.
Liebe Frau Loedige: Ein Vorspann ist der Teil eines Films, wo wir die Namen der Produktionsfirmen und – mit Glück – des Regisseurs um die Ohren gehauen bekommen. Manchmal sogar den Filmtitel. Ein Vorspann ist Teil des Hauptfilmes.
Was Sie meinen ist ein Vorfilm. Der Kommt in Kinos vor dem Film, ist aber eine inhaltlich vom Hauptfilm getrennte Sache. Und nur weil als Vorfilm irgendwas kommt, was ich nicht mag, kann der Hauptfilm dadurch nicht schlechter werden. Zumal beide nichts miteinander zu tun haben, bis auf die zeitliche Nähe in der die Aufführung stattfindet.
Allerdings ist der Werbespot am Video auch kein Vorfilm, es sei den die diletantische „Lampenladen Bahnhofstrasse“-Werbung, die ich im Kino über mich ergehen lassen muss, sei ein Vorfilm. Ist sie aber nicht, es handelt sich um Werbung.
Was die Dame der FDP hier – nur um eine billige Spitze gegen die SPD zu produzieren – beweist, ist so ziemlich genau das exakte Gegenteil von Medienkompetenz.

Und ist euch mal aufgefallen, dass die FDP in letzter Zeit immer gleich mit Beleidigungen kommt? Regieren mit der SPD ist wie Ballerspiel, Sigmar Gabriel ist dick und lächerlich und so weiter… Die haben wohl keine Argumente mehr. Ist ja wie Kindergarten mit denen.

5.)Und die SPD hat aber auch noch was zu sagen:

Die SPD nahm das Video gestern von der Seite. Sprecher Amin Hamadmad bedauerte den „technischen Fehler“. […] Weil ein Mitarbeiter erkrankt sei, habe man diesmal das Angebot einer Internetplattform genutzt.

Bei der SPD ist es also ein technischer Fehler, wenn ein Mitarbeiter erkrankt. Das ist der Beweis: Bei der SPD arbeiten nur Roboter.
Das ist alles so doof, da mag ich gar nicht weiter kommentieren.

Natürlich mach ich es aber trotzdem.

6.) Zu guter letzt kommt dann noch der berüchtigte Herr Pfeiffer von seinem eigenen Anti-Killerspiel-institut, und redet irgendwas nicht zum Thema passendes, das nicht zum Thema passt. Jungen gerieten durch Killerspiele ins Abseits, weil sie ihre Hausaufgeben vernachlässigten.
Gibt es keine Gamerinnen? Oder geraten die nur nicht ins Abseits? Und welche Gefahr geht von einem SPD-Video aus, das junge Leute sicher meiden wie die Pest, denn, Herr Pfeiffer, um so eins geht es hier.
Hier noch ein Link zu der unabhängigen Meinung eines Experten zu Herrn Pfeiffer: LINK!

7.) Wenn Goldeneye, das Spiel, ein „Killerspiel“ ist, ist die James-Bond-Reihe dann auch generell eine Reihe von „Killerfilmen“? Ich hatte bis heute gedacht, dass es sich dabei um ein geschätztes und traditionsreiches Kulturgut der westlichen Welt handelt.

Fazit:
Viel Wind um nichts. Der SPD ist ein kleineres Mißgeschick passiert, auf das mehrere andere Parteien sofort anspringen und versuchen sich zu profilieren, indem sie die SPD schlecht machen. Die SPD schafft es dann aber ganz alleine sich ein wenig zum Horst zu machen, indem sie das Unwissen der Vertretung für den kranken Kollegen als „technischen Fehler“ bezeichnet.
Die FDP zerlegt mal eben in wenigen Sätzen ihre Medienkompetenz, und die CDU, die nicht ohne Experten ihr Facebookprofil ändern kann, rügt die SPD für das Übersehen einer Klausel in AGBs. Einzig die Grünen kommentieren nicht, wo es eigentlich nichts zu kommentieren gilt. Die einzigen Gewinner – bzw. nicht Verlierer – hier.

P.S: Das Zeitungen, also journalistische Erzeugnisse mit Qualitätskontrolle, noch immer von „Killerspielen“ reden, selbst wenn sie von „sogenannten ‚Killerspielen‘ “ reden, lässt sie auch eher auf der Deppenseite dieser Geschichte stehen.

Mrz
29
2011
4

Ist denn Telefon überhaupt sicher?

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, muss ich mir in Zukunft einen Telefonanschluss zulegen, um über relevante Termine seiner kaiserlichen Hoheit informiert zu werden? Ich beziehe mich konkret auf die Ankündigung des Regierungssprechers, dass seine kaiserliche Hoheit nach Norderney reist.

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Im Zeitungsgeschäft wissen Sie: Viel hilft viel.

Ich glaube nicht, dass wir bislang Ihnen gegenüber mit Informationen geizig gewesen sind und dass jemand, der von Ihnen an eine Information herankommen wollte, am Ende überrascht wurde, dass wir irgendwelche anderen Kanäle bevorzugt bedient hätten. Wir gehen davon aus, dass sie als professionelle Schreiberlinge am Puls der Zeit natürlich alle ein Telefongerät zuhause installiert haben.

ZUSATZFRAGE: Die mittels Fernsprecher weitergegebenen Mitteilungen haben einen Nachrichtenwert. Sie sind auch durchaus schon in Zeitungsartikeln verwendet worden. Das Telefon an sich ist jedoch nicht sicher. Man kann einfach seine Stimme verstellen. Ich denke da insbesondere an Fälschungen von Schauspielern, so zum Beispiel Sarah Bernhardt bis hin zum russischen Zaren. Kann ich davon ausgehen, dass der, der mich anzurufen scheint, auch wirklich der ist, der er ist? Das kann ja durchaus Folgen haben.

Wenn es mir gestattet ist, darf ich einen Satz des ehemaligen Reichsinnenministers zitieren, der in einem Interview sagte: „Wer sich ein Fernsprechgerät in sein Haus installieren lässt, muss damit rechnen, dass jeder ihn anrufen kann.“ Es ist also auch eine Frage der Sicherheit. Ist die Sicherheit in diesem Fall gewährleistet?

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Das, was technisch möglich ist, haben wir gewährleistet. Wir wissen um die Risiken des Telefons. Sollte irgendjemand Zweifel haben, ob eine Fernsprechgerät-Nachricht des Regierungssprechers echt ist, empfehle ich kurz die paar Schritte zum Reichstag zu gehen und nachzufragen. Grundsätzlich ist unsere Erfahrung, dass dieser Fernsprechgerät-Dienst sehr gerne angenommen sind. Da wir nicht nur ein Presseamt, sondern auch ein Informationsamt der Regierung für alle Menschen im Reich sind, hielten wir es für richtig, diesen Weg zu wählen.

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, ich wüsste gerne, wann die Mitteilung über den Besuch seiner kaiserlichen Hoheit offiziell vom Bundespressamt mitgeteilt worden ist.

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Ich müsste das nachschauen. Da einer der Chefs vom Dienst jetzt in Hörweite ist, bitte ich herzlich um einen beherzten Zwischenruf. Ich bin auch nicht sicher, ob dieser Weg hundertprozentig sicher ist. Aber ich habe Vertrauen darin, dass ich schnellstmöglich Datum und Uhrzeit per Gebrüll geliefert bekomme.

ZUSATZFRAGE: Die Frage ist: Kann es sein, dass außer über Fernsprechgerät über diese Norderney-Reise nirgendwo berichtet wurde? Das ist ja eine andere Qualität. Wenn Herr von Klöten telefonieren will, weil er Zeit hat, ist das alles gut und schön. Aber das geht ja bis hin zu der Frage, wozu man dann noch Chefs vom Dienst braucht, wenn Herr von Klöten die Termine telefonisch durchgibt.

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Sie wollen doch in Wahrheit wissen, ob es eine Benachteiligung ist, dass eine Information möglichweise statt über unsere Pinnwand über Fernsprechgerät herausgegangen ist. Nein, diese Auffassung teilen wir nicht.

ZURUF: Ich will wissen, ob es Termine nur über Fernsprechgerät bei Ihnen gibt oder ob das ein ergänzendes Angebot ist.

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Das ist ein ergänzendes Angebot, auf der Pinnwand war der Reisetermin nur Minuten später.
Ich habe eben schon einmal gesagt, was den Informationsgehalt der Fernsprechgerät-Nachrichten angeht: Wer immer Zweifel hat, dass irgendetwas nicht stimmt, kann sich innerhalb weniger Stunden rückversichern. Sie wohnen und arbeiten alle doch nur Strassen weiter! Dementsprechend sehe ich das Problem nicht!

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, als älterer Mensch, der mit diesen neumodischen Kommunikationsformen nicht so vertraut ist, eine grundsätzliche Frage: Hat es irgendwann einmal vonseiten des Bundespressamtes einen Hinweis darauf gegeben, dass nun auch über Fernsprechgerät wichtige Informationen verbreitet werden und man sich möglicherweise als Kunde oder Telefonist ‑ ich weiß nicht, wie das dort heißt ‑ anmelden müsste?

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Meinem Kenntnisstand nach ja. Ich reiche aber gerne nach, ob das auch auf der Pinnwand war. Ich bin mir sehr sicher, dass wir es schon allein aus Eigeninteresse gemacht haben.

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, in dieser Woche hat sich Herr von Klöten per Telefon ‑ ich nenne es einmal so ‑ einen kleinen Schlagabtausch mit dem notorischen Anarchisten Pjotr Alexejewitsch Kropotkin geliefert. Ist geplant, dass der Regierungssprecher künftig immer einmal wieder ans Telefon gehen wird? Es kann ja jeder anrufen. Ich habe Sie so verstanden, dass Sie über Fernsprechgerät auch Bürger und nicht nur uns Journalisten erreichen wollen. Wird das wirklich ein richtiges Kommunikationsmittel des Regierungssprechers werden, um die Regierungspolitik in die Bevölkerung zu kommunizieren?

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Nach diesen Gelegenheiten suchen wir nicht ausdrücklich. Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, dass über einen solchen schnellen Informationsaustausch interessante Diskussionen entstehen, werden wir das weiter tun. Herr von Klöten ist generell dazu angehalten, das Telefon abzunehmen, sollte es klingeln.

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, wird es eine neue Gepflogenheit, dass man Reisepläne Land für Land telefonisch im Pressamt abfragt? Wie kommt man zu der Möglichkeit, zu erfahren, wann seine kaiserliche Hoheit beabsichtigt, wohin zu reisen?

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Wir werden auch weiterhin vorrangig die Pinnwand für so etwas benutzen. Es steht ihnen aber frei den Regierungssprecher Herrn von Klöten anzurufen und selbst nachzufragen.

ZUSATZ: Wieder etwas gelernt. ‑ Danke!

FRAGE: Abweichend von der normalen Praxis, kann ich Sie einfach darum bitten, in Ihrem Amt vielleicht noch einmal die verschiedenen Aspekte prüfen zu lassen, die damit einhergehen? Denn wenn man diese Kommunikationswege geht ‑ da schließe ich mich sicherlich den anderen Agenturkollegen an ‑, dann greift das tief in unsere Arbeitsabläufe ein. Wenn es da ein Sicherheitsproblem gibt, dann hilft der Hinweis „wenn Sie Zweifel haben, können Sie ja zu einem Kaffee vorbeikommen“ uns als Agenturen nicht weiter. Denn wenn das eine autorisierte Verbreitungsquelle des Presseamtes ist, dann werden wir „zuschlagen“, und dann werden wir im Zweifelsfall auch mit einer falschen Meldung „zuschlagen“. Das kann nicht im Interesse Ihres Ministeriums sein. Da berufe ich mich ausdrücklich auch auf das, was der Kollege zur Sicherheitsfrage gesagt hat. Ich denke, man sollte dazu sicherlich die verschiedenen Aspekte nachuntersuchen.

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Sie wissen aber auch, dass nicht einmal ausgeschlossen werden kann, dass Pazifisten oder Anarchisten dieses Gebäude besetzen uns alle gefangennehmen uns sich als öhm… wir verkleiden? Jeder Kommunikationsweg hat seine Gefahren.

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, ich habe die Ankündigung, dass Herr von Klöten begonnen hat zu telefonieren, verpasst. Könnten Sie mir sagen, seit wann er das macht? Macht nur er das, oder telefonieren Sie auch?

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Es war heute das erste mal, Sie haben ohne Telefon also noch nicht viel verpasst.
Ich mache das nicht. Wir sind an dieser Stelle der Linie erlegen, dass es vernünftig ist, dass es ein authentischer Absender ist. Dann finde ich es auch konsequent, dass das der Regierungssprecher macht und nicht der Stellvertreter.

Frei nach der Aufregung der Hauptstadtpresse um den twitternden Regierungssprecher via Netzpolitik und Wiegold.

Und wer nicht nochmal so viel lesen will – was ich verstehen könnte – die Twitteraufregungspressestunde gibt es u. a. beim Kraftfuttermischwerk auch als Video.

Mrz
08
2011
--

Sich gegen die Zensur zur Wehr setzen

Nicht nur verschiedene Regierungen und Verwaltungen wollen einen Hebel kreiren, mit dem sie Seiten aus dem Internet ausblenden können. Auch die großen Plattenlabels machen uns seit einiger Zeit das Leben schwer, indem Sie Videos auf Youtube geoblocken lassen, nur weil diese teilweise 150 Jahre alte Musikstücke enthalten, denen man im Radio nicht entkommen kann, die Online aber nur gegen Vergütung verbreitet werden düfen.

Wer sich an diese Aktion erinnert, und sie gut fand, wird sich freuen, dass man nun auch die großen Plattenlabel automatisiert von seiner Webseite halten kann.
Die neue Aktion nennt sich „Bust all major Labels“ und kommt komplett mit einer satirischen Version dieses unsäglichen Bildes daher, mit dem Youtbe einem bedauernd mitteilt, dass es heute kein Video für uns gibt.

Update: Hm. Funktioniert so anscheinend gar nicht, weil Crawler Javascript ignorieren, und Menschen es abschalten, wie man mir zutrug. 🙁

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Feb
25
2011
--

Zensursula nun wieder…

Wie es scheint, geht es endlich wieder einen Tippelschritt vorwärts beim Kampf gegen die von Frau Ursula von der Leyen erfundene und durchgedrückte Internetzensur. Die ist nun seit einem Jahr in Kraft, und wird nicht angewendet – über den Blödsinn der dem zu Grunde liegt, hatte ich ja schon geschrieben.
Die FDP hat – scheinbar in der Hoffnung, dass ein weiteres ihrer zahlreichen Wahlversprechen uneingehalten in Vergessenheit gerät – bisher nichts unternommen, um das Zugangserschwerungsgesetz abzuschaffen, also liegt der schwarze Peter wieder mal beim Bundesverfassungsgericht.

Nun jedenfalls hat der AK-Zensur eine Verfassungsbeschwerde gegen das Zensursulagesetz eingereicht.
Mal sehen, was dabei rauskommt, es wäre ja mal wirklich eine nette Neuigkeit, wenn dieses unsägliche Gesetz sich als Rohrkrepierer erweisen würde, auch wenn Internetsperren jetzt auch europaweit geplant sind. Aber da hat das Parlament ja zum Glück schon ein paar Bedenken angemeldet.

Ich bin jedenfalls erst einmal beruhigt, obwohl sicher noch irgendwelche Schweinereien kommen werden, so steht ja zum Beispiel die Neuregelung des JMStV noch aus, und irgendwie bezweifele ich, dass der neue Vorschlag da besser wird als der alte.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Politisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: , , ,
Feb
24
2011
3

Youtube Fundstück 2

Man lernt ja immer neue Sachen. Aber bei Sachen aus dem Internet kann man sich ja nie sicher sein.
Ist im folgenden wirklich eine speziell irische Art dargestellt, Ja/Nein-Fragen zu beantworten? Kann das jemand bestätigen?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches,Lustiges,Youtube Fundstück | Schlagwörter:

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Jun
12
2013
1

Meinungsfreiheit und die Union

Immer wieder halten besonders konservative Politiker zur Verteidigung ihrer krudesten Thesen die Meinungsfreiheit hoch. Im Internet gibt es da mittlerweile schöne Sammlungen. Hier zum Beispiel ein Tumblr, dass homophobe Äußerungen von reaktionären Politikern mit Bildern derselben Bündelt und gesammelt online stellt.
Eine andere Einstellung haben Unionspolitiker, wenn es um Meinungen geht, die sie selbst nicht vertreten, da wird dann gerne auf ein ganzes Arsenal an Einschüchterungs- und Abwehrmaßnahmen zurückgegriffen.

Berichtet das ZDF mal so, wie es nicht soll, ruft man vorher an um das Programm im Sinne der Parteilinie zu beeinflussen.
Erscheint in der Zeitung ein kritischer Leserbrief über die eigene Partei, wird auch gerne mal abgemahnt, und wenn ein Tweet erscheint, der einer Justitzministerin unangenehm ist, kommt neuerdings auch schon mal die Polizei vorbei.

Und die werden von einem nicht unbeträchtlichen Teil der Bevölkerung gewählt.
Super.

Dez
06
2012
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Studentin aus Las Vegas heiratet Pappschablone von Edward Cullen

Das das Twilight-Fandom teilweise merkwürdige Blüten treibt, haben wir ja schon gesehen, allerdings wird es dann jetzt spätestens albern. Wie die Mail Online vermeldet, wird sich eine Studentin der Universität von Nevada im Januar das Ja-Wort geben. Und zwar mit einer lebensgroßen Pappschablone des bekannten Glitzervampirs aus Funk und Fernsehen.
Mit ausreichenden Englischkenntnissen könnt ihr die ganze Geschichte hier nachlesen.

Die 24jährige ist allerdings nicht komplett verrückt geworden, sondern führt die ganze Sache als ein Projekt für ihre Masterarbeit auf. Das beruhigt mich etwas, allerdings ist mir nicht so recht klar, was bei der Sache herauskommen soll.
Aber: Wenn’s der Wahrheitsfindung dient?

Feb
22
2012
1

Wiedermal das Ende der Anonymität im Netz…

Auf 33 Bits of Data findet sich ein neuer Zwischenstand in der Forschung um Entanonymisierung von Texten.

Es geht, kurz gesagt, um die Frage ob der Schreibtil ausreicht, um einen anonym verfassten Text mit anderen, nicht anonymen abzugleichen, und somit den Urheber festzustellen.
Die Antowort ist: Jein.
Es klappt in vielen Fällen – im moment trainiert man an Beiträgen aus den selben Blogs, die für die Versuchsanordung anonymiesiert wurden.
Hier gelang die korrekte Zuordnung des korrekten Autors in 20% der Fälle, in 35% der Fälle handelte es sich um einen der 20 als wahrscheinlichsten ausgegebenen Urheber.
Der Autor von 33 Bits weist darauf hin, dass bei echten Ermittlungen nach dem Urheber noch andere Informationsquellen bei der Identifizierung des Autors helfem, wie zum Beispiel ein eventuell lokales Thema des anonymen Textes, oder abgefragte Login-Daten.
Vermutlich werden bei echten Ermittlungen die Erfolgsraten viel höher sein.

Die Methode zur Stilidentifizierung funktioniert wohl auch über verschiedene Kontexte hinweg, wenn man also unter seinem Namen nur über südschlesische, antike Gartenlauben bloggt, können irgendwelche revolutionären Schriften einem trotzdem noch zu 12% zugeordnet werden, wenn der Stil sich nicht ändert.

Das sind alles eher unschöne Nachrichten für Autoren die aus irgendwelchen Gründen anonym bleiben müssen, und da gibt es ja bekanntlich auch in einer freien demokratischen Gesellschaft genug.

Allerdings gibt es Möglichkeiten sich besser zu schützen, wie 33 Bits auch ausführt:

The good news for authors who would like to protect themselves against deanonymization, it appears that manually changing one’s style is enough to throw off these attacks. Developing fully automated methods to hide traces of one’s writing style remains a challenge. For now, few people are aware of the existence of these attacks and defenses; all the sensitive text that has already been anonymously written is also at risk of deanonymization.

Manuell seinen Schreibstil zu ändern ist also eine Möglichkeit, die sicherlich einfacher klingt, als sie ist.
Man könnte also in seinen kritischen Schriften gegen ein unterdrückerisches Regime bewusst nur in Hauptsätzen schreiben, während man in seinem Gartenblog, dass nicht anonym veröffentlich wurde und mit dem man vielleicht sogar eine überregionale Berühmtheit erlangt hat, zu einem Schreibstil neigt, der eher in unerträgliche Bandwurmsätze – wie eben diesen hier – ausartet.
Oder man macht es anders herum.

Eine weitere Möglichkeit, die ich mir so überlegt habe, wäre seinen eigenen Text in eine der kostenlosen Übersetzungsanwendungen wie babelfish zu geben, und ihr durch verschiedene Sprachen zu prügeln, bevor man ihn wieder in seine Wunschsprache übersetzt.
Aus einem Absatz über die Artikel des Grundgesetzes würde aus:

Entscheidende Frage dabei ist, wieweit die staatliche Schutzpflicht aus dem objektiven Gehalt der Grundrechte den Staat dazu ermächtigt, in Grundrechte Beteiligter einzugreifen. Diese „Schutz-durch-Eingriff“-Problematik wird am Beispiel des Urteils zum Schwangerschaftsabbruch deutlich. In der vom Bundesverfassungsgericht ausgesprochenen Verpflichtung des Staates zugunsten des ungeborenen Lebens liegt zugleich ein Eingriff in die Rechte der Schwangeren, der einer Rechtfertigung bedarf. Ob hierfür die objektive Seite der Grundrechte herangezogen werden kann, ist in hohem Maße umstritten und ungeklärt.

durch den Umweg über Englisch, Französisch, Englisch:

Die entscheidende Frage ist daher, inwieweit l‘ nationale Verpflichtung des Schutzes des objektiven Inhalts der Grundrechte erlaubt l‘ Stand, um in den Grundrechten der Teilnehmer zu intervenieren. Dieser Schutz „ durch das d’“; Interferenz – das Problem wird deutlich durch l‘ Beispiel des l’urteils; Abtreibung. In l‘ Verpflichtung des l‘ Stand zugunsten des kommenden Lebens, ausgedrückt durch den föderalen Verfassungsgerichtshof, gleichzeitig befindet sich eine Interferenz in den Rechten schwangere Frauen, die eine Rechtfertigung erfordert. Wenn für dies die objektive Seite der Grundrechte befragt werden kann, in einem umstrittenen und erschütterten beträchtlichen Grad ist.

Naja, da müsste man sicher noch einmal mit der Hand bei, um das Ergebnis wieder lesbar zu machen, aber schon am ersten Halbsatz sieht man, wie eine maschinelle „Verstilung“ aussehen könnte.

Ein weiterer Weg, der mir spontan einfiel, wäre auch die Gewohnheit auf gewissen Imageboards, in einer Art künstlich vereinfachter Subsprache zu kommunizieren, in der jeder die gleichen festgelegten Phrasen benutzt. Allerdings sind hier die Textschnipsel vermutlich so klein, dass bisher sowieso noch keine Zuordnung möglich ist.

Leuten, die auch mal längere Texte schreiben, und dies auch anonym tun wollen, bliebe nur auf eine funktionierende Entstilungssoftware zu warten, die sicher irgendwo irgendjemand entwickelt.
Wenn das nicht der Fall ist: hint, hint!

Jan
16
2012
3

Neuer Trend: Peaceful Gaming

Um nochmal auf Computerspiele zurückzukommen, und dabei speziell auf Computerspiele, die bei Sicherheitspolitikfanatikern unter dem Label „Killerspiele“ bekannt sind, bin ich neulich auf ein Experiment gestoßen, dass scheinbar gerade zu einem neuen Trend wird.

Begonnen hat dieser Trend anscheinend mit einem Morrowindspieler, der sich im Netz Icehair nennt, und der die vollmundigen Versprechungen Bethesdas, was die Spielfreiheit in deren Spielen angeht, testen wollte.
Seine simple Frage: Kann man ein Rollenspiel wie Morrowind spielen, ganz ohne nicht Spieler-Charaktere zu töten?

Hier eine Art Teaser-Trailer zu dem Projekt:

Die überraschende Antwort: Es geht sogar ganz gut. Meist kommt man auf die eine oder andere Weise um den Kampf herum.

Auf dieser Seite gibt es Protokolle des Spieldurchlaufs zum Download. (Wahrscheinlich nur interessant für Leute, die sich noch in dem Spiel auskennen)

Das gleiche Experiment nahm er für das Nachfolgespiel Oblivion in Angriff, und auch hier kommt man um viele Kämpfe herum, wenn man auch gelegentlich eine Ratte rösten muss, aber Icehair beschreibt seine Charaktere selbst als Pazifisten, nicht Vegetarier.
Eine große Anzahl von Gameplay-Videos zu dem Obliviondurchlauf finden sich hier: LINK!

Googelt man ein wenig weiter, findet man Leute, die ähnliche Ambitionen für Skyrim, Bethesdas neuestes Rollenspiel, haben. Und hier schafft es jemand tatsächlich nicht einmal einer Ratte was zuleide zu tun. LINK mit Gameplayvideo hier: LINK!

Ich mag ja Rollenspiele am Computer. Besonders liegen mir die Spiele vom Bioware am Herzen und zwar seit Baldurs Gate. In Rollenspielen von Bioware ist eine solche Spielweise jedoch nicht möglich. Periodisch werden Kämpfe eingebaut, in der starken Annahme der Entwickler, dass die Gamer diese einerseits erwarten und andererseits kaum jemand ernsthaft ein Fantasy oder SF-Spiel spielen würde, ohne die Möglichkeit auf Aliens oder Monster einzudreschen ausgiebig zu nutzen.
Bethesda hat seine Spiele darauf vorbereitet, auch wenn die Hauptquest von Skyrim nicht lösbar ist, wenn man alle Drachen am leben lassen will.
Trotzdem bemerkenswert, wie ich finde.

Scheinbar ist es auch in Fallout 3 möglich – wie in der Falloutreihe wohl generell – als Pazifist durchzuspielen, allerdings kann ich das nicht bestätigen, da ich Fallout nier gespielt habe.
Hut ab allerdings. In der atomaren Postapokalypse zurechtzukommen stelle ich mir für einen Pazifisten noch schwieriger vor, als es in einer Fantasywelt zu schaffen.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Lustiges,Spass und Spiel |
Jan
06
2012
3

Jetzt auch noch Mp3-Player!

Errinnert ihr euch noch an die „gefährlichen Rollbretter“? Es gibt da jetzt einen neuen „gefährlichen Trend“ dem man, – natürlich – mit Verboten beikommen will.

Offenbar sorgen neuerdings also MP3-Stöpsel in den Ohren im Strassenverkehr vermehrt für Unfälle, daher will unser charismatischer Verkehrsminister von der Verbiete-was-du-selbst-nicht-brauchst-Partei CSU nun MP3-Player für Fußgänger verbieten.

Sicher, auch ich bin schon einmal hupend im Schritttempo hinter einem Musikhörer her gefahren, der in einer Seitenstrasse ging, und mich nicht gehört hat. Aber wie häufig passiert das? Und habe ich ihn überfahren? Nein. Weil der Autofahrer ja hinschaut, wo er hinfährt. Ebenso hat der Fußgänger auch oft selbst im Blick wo er hinläuft und wo er mit Verkehr zu rechnen hat.
Und selbst wenn wir annehmen, dass das Hören von Musik im Strassenverkehr für Fussgänger gefährlich ist, warum fällt das erst jetz auf?
Ich meine, wie lange gibt es schon Walkmans? Seit den späten 70ern? In den 80ern hatte fast jeder einen, und im Prinzip arbeiten diese archaischen Geräte auch nicht anders als die Mp3-Player von heute.
Wie kann es also jetzt einen Anstieg geben, wenn es wirklich an den Mp3-Playern liegt?

Und wer erstattet mir das Geld für meinen MP3-Player zurück, wenn die Dinger nun auch für Fußgänger verboten und somit de facto nutzlos werden? Herr Ramsauer sicher nicht, oder?

In diesem Sinne: Frohes neues Jahr!

Nov
25
2011
6

Die Nord-SPD und Zeitlöcher ins letzte Jahrtausend.

Wie man zum Beispiel hier lesen kann, (LINK) hat die Nord-SPD eine „peinliche Panne“ beim Einbinden eines Videos auf ihrer Homepage erlebt.
Hat sie doch ein schniekes Video von irgendeinem albernen Landes-Bruhaha über eine Streamingplattform eingebunden, die Werbespots vor die Videos schaltet.
Und nun lief da doch tatsächlich Werbung für ein ’sogenanntes „Killerspiel“ ‚, wie das Nordfriesland Tageblatt wenigstens noch in Anführungszeichen schrieb. Die Lübecker Nachrichten sprechen da im Gegesatz ganz kritiklos von Killerspiel. Ohne Anführungszeichen oder ein „Sogenannt“.
Gut, nun ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Feinheiten der digitalen Kultur sich noch nicht zur Verräterpartei herumgesprochen haben, und dass die Generation Internetausdrucker auch panisch überreagiert, ist auch nichts neues. Aber einige Passagen in der Meldung bringen mich ein wenig zum Grübeln.

1.) Ursprünglich wollte ich mir die Frage stellen, warum irgendjemand Werbung für ein Computerspiel aus den späten Neunzigern schaltet. Die Frage konnte ich mir allerdings durch simples Googeln schon selbst beantworten.
Es handelt sich in der Tat um den alten Shooter von 1997, der aber neu aufgelegt wurde. Jetzt sieht er moderner aus, und es wird wohl auch ganz normal Werbung dafür geschaltet. Einen Trailer kann man bei Youtube bewundern. (LINK)

2.)

„Seit Jahren wissen wir, was solche Killerspiele in jungen Menschen verursachen können“, erklärte die CDU-Abgeordnete Heike Franzen.

Seit wann wissen wir was „Killerspiele“ anrichten können? Und was können sie anrichten? Hier schafft es eine Dame von der CDU nur plumpe Behauptungen in den Raum zu stellen, die seit Jahren nicht mit schlüssigen Studien belegt werden. Aber CDU halt. Die glauben an ihre Meinungen halt eher religiös und lassen sich da von Fakten nicht verwirren.

3.) Gleich weiter im Text:

Ihr sei unerklärlich, wie ein Politiker „eine solche Werbung auf seinem persönlichen Internetauftritt überhaupt zulassen kann“. Albig hätte das unterbinden müssen.

Ein noch nicht einmal in die Regierung gewählter Landespolitiker soll also einer unabhängigen Streamingplattform bestimmte Werbespots verbieten, die vermutlich in den AGBs vorgesehen und von den Uploadern bei der SPD durch Nutzung des Service abgenickt wurde? Die CDU ist lustig. Die beschweren sich vermutlich auch darüber, dass Sigmar Gabriel dem Klima nicht verbietet sich zu erwärmen.

4.)Die FDP lässt sich die Gelegenheit auch nicht nehmen, der SPD nochmal eins mitzugeben.

Katharina Loedige (FDP) reagierte bissig. Albigs Video stelle klar, „wie gutes Regieren mit Sozialdemokraten aussehen würde: Wenn schon der Vorspann daneben ist, kann man auch den Hauptfilm vergessen.“

Anstatt den Vorfall als solchen zu kommentieren, spinnt die Frau von der FDP einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Spot und der SPD. Und dann nennt sie einen als solchen vorgeschalteten Werbespot auch noch „Vorspann“ und grenzt diesen verbal vom „Hauptfilm“ ab.
Liebe Frau Loedige: Ein Vorspann ist der Teil eines Films, wo wir die Namen der Produktionsfirmen und – mit Glück – des Regisseurs um die Ohren gehauen bekommen. Manchmal sogar den Filmtitel. Ein Vorspann ist Teil des Hauptfilmes.
Was Sie meinen ist ein Vorfilm. Der Kommt in Kinos vor dem Film, ist aber eine inhaltlich vom Hauptfilm getrennte Sache. Und nur weil als Vorfilm irgendwas kommt, was ich nicht mag, kann der Hauptfilm dadurch nicht schlechter werden. Zumal beide nichts miteinander zu tun haben, bis auf die zeitliche Nähe in der die Aufführung stattfindet.
Allerdings ist der Werbespot am Video auch kein Vorfilm, es sei den die diletantische „Lampenladen Bahnhofstrasse“-Werbung, die ich im Kino über mich ergehen lassen muss, sei ein Vorfilm. Ist sie aber nicht, es handelt sich um Werbung.
Was die Dame der FDP hier – nur um eine billige Spitze gegen die SPD zu produzieren – beweist, ist so ziemlich genau das exakte Gegenteil von Medienkompetenz.

Und ist euch mal aufgefallen, dass die FDP in letzter Zeit immer gleich mit Beleidigungen kommt? Regieren mit der SPD ist wie Ballerspiel, Sigmar Gabriel ist dick und lächerlich und so weiter… Die haben wohl keine Argumente mehr. Ist ja wie Kindergarten mit denen.

5.)Und die SPD hat aber auch noch was zu sagen:

Die SPD nahm das Video gestern von der Seite. Sprecher Amin Hamadmad bedauerte den „technischen Fehler“. […] Weil ein Mitarbeiter erkrankt sei, habe man diesmal das Angebot einer Internetplattform genutzt.

Bei der SPD ist es also ein technischer Fehler, wenn ein Mitarbeiter erkrankt. Das ist der Beweis: Bei der SPD arbeiten nur Roboter.
Das ist alles so doof, da mag ich gar nicht weiter kommentieren.

Natürlich mach ich es aber trotzdem.

6.) Zu guter letzt kommt dann noch der berüchtigte Herr Pfeiffer von seinem eigenen Anti-Killerspiel-institut, und redet irgendwas nicht zum Thema passendes, das nicht zum Thema passt. Jungen gerieten durch Killerspiele ins Abseits, weil sie ihre Hausaufgeben vernachlässigten.
Gibt es keine Gamerinnen? Oder geraten die nur nicht ins Abseits? Und welche Gefahr geht von einem SPD-Video aus, das junge Leute sicher meiden wie die Pest, denn, Herr Pfeiffer, um so eins geht es hier.
Hier noch ein Link zu der unabhängigen Meinung eines Experten zu Herrn Pfeiffer: LINK!

7.) Wenn Goldeneye, das Spiel, ein „Killerspiel“ ist, ist die James-Bond-Reihe dann auch generell eine Reihe von „Killerfilmen“? Ich hatte bis heute gedacht, dass es sich dabei um ein geschätztes und traditionsreiches Kulturgut der westlichen Welt handelt.

Fazit:
Viel Wind um nichts. Der SPD ist ein kleineres Mißgeschick passiert, auf das mehrere andere Parteien sofort anspringen und versuchen sich zu profilieren, indem sie die SPD schlecht machen. Die SPD schafft es dann aber ganz alleine sich ein wenig zum Horst zu machen, indem sie das Unwissen der Vertretung für den kranken Kollegen als „technischen Fehler“ bezeichnet.
Die FDP zerlegt mal eben in wenigen Sätzen ihre Medienkompetenz, und die CDU, die nicht ohne Experten ihr Facebookprofil ändern kann, rügt die SPD für das Übersehen einer Klausel in AGBs. Einzig die Grünen kommentieren nicht, wo es eigentlich nichts zu kommentieren gilt. Die einzigen Gewinner – bzw. nicht Verlierer – hier.

P.S: Das Zeitungen, also journalistische Erzeugnisse mit Qualitätskontrolle, noch immer von „Killerspielen“ reden, selbst wenn sie von „sogenannten ‚Killerspielen‘ “ reden, lässt sie auch eher auf der Deppenseite dieser Geschichte stehen.

Mrz
29
2011
4

Ist denn Telefon überhaupt sicher?

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, muss ich mir in Zukunft einen Telefonanschluss zulegen, um über relevante Termine seiner kaiserlichen Hoheit informiert zu werden? Ich beziehe mich konkret auf die Ankündigung des Regierungssprechers, dass seine kaiserliche Hoheit nach Norderney reist.

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Im Zeitungsgeschäft wissen Sie: Viel hilft viel.

Ich glaube nicht, dass wir bislang Ihnen gegenüber mit Informationen geizig gewesen sind und dass jemand, der von Ihnen an eine Information herankommen wollte, am Ende überrascht wurde, dass wir irgendwelche anderen Kanäle bevorzugt bedient hätten. Wir gehen davon aus, dass sie als professionelle Schreiberlinge am Puls der Zeit natürlich alle ein Telefongerät zuhause installiert haben.

ZUSATZFRAGE: Die mittels Fernsprecher weitergegebenen Mitteilungen haben einen Nachrichtenwert. Sie sind auch durchaus schon in Zeitungsartikeln verwendet worden. Das Telefon an sich ist jedoch nicht sicher. Man kann einfach seine Stimme verstellen. Ich denke da insbesondere an Fälschungen von Schauspielern, so zum Beispiel Sarah Bernhardt bis hin zum russischen Zaren. Kann ich davon ausgehen, dass der, der mich anzurufen scheint, auch wirklich der ist, der er ist? Das kann ja durchaus Folgen haben.

Wenn es mir gestattet ist, darf ich einen Satz des ehemaligen Reichsinnenministers zitieren, der in einem Interview sagte: „Wer sich ein Fernsprechgerät in sein Haus installieren lässt, muss damit rechnen, dass jeder ihn anrufen kann.“ Es ist also auch eine Frage der Sicherheit. Ist die Sicherheit in diesem Fall gewährleistet?

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Das, was technisch möglich ist, haben wir gewährleistet. Wir wissen um die Risiken des Telefons. Sollte irgendjemand Zweifel haben, ob eine Fernsprechgerät-Nachricht des Regierungssprechers echt ist, empfehle ich kurz die paar Schritte zum Reichstag zu gehen und nachzufragen. Grundsätzlich ist unsere Erfahrung, dass dieser Fernsprechgerät-Dienst sehr gerne angenommen sind. Da wir nicht nur ein Presseamt, sondern auch ein Informationsamt der Regierung für alle Menschen im Reich sind, hielten wir es für richtig, diesen Weg zu wählen.

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, ich wüsste gerne, wann die Mitteilung über den Besuch seiner kaiserlichen Hoheit offiziell vom Bundespressamt mitgeteilt worden ist.

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Ich müsste das nachschauen. Da einer der Chefs vom Dienst jetzt in Hörweite ist, bitte ich herzlich um einen beherzten Zwischenruf. Ich bin auch nicht sicher, ob dieser Weg hundertprozentig sicher ist. Aber ich habe Vertrauen darin, dass ich schnellstmöglich Datum und Uhrzeit per Gebrüll geliefert bekomme.

ZUSATZFRAGE: Die Frage ist: Kann es sein, dass außer über Fernsprechgerät über diese Norderney-Reise nirgendwo berichtet wurde? Das ist ja eine andere Qualität. Wenn Herr von Klöten telefonieren will, weil er Zeit hat, ist das alles gut und schön. Aber das geht ja bis hin zu der Frage, wozu man dann noch Chefs vom Dienst braucht, wenn Herr von Klöten die Termine telefonisch durchgibt.

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Sie wollen doch in Wahrheit wissen, ob es eine Benachteiligung ist, dass eine Information möglichweise statt über unsere Pinnwand über Fernsprechgerät herausgegangen ist. Nein, diese Auffassung teilen wir nicht.

ZURUF: Ich will wissen, ob es Termine nur über Fernsprechgerät bei Ihnen gibt oder ob das ein ergänzendes Angebot ist.

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Das ist ein ergänzendes Angebot, auf der Pinnwand war der Reisetermin nur Minuten später.
Ich habe eben schon einmal gesagt, was den Informationsgehalt der Fernsprechgerät-Nachrichten angeht: Wer immer Zweifel hat, dass irgendetwas nicht stimmt, kann sich innerhalb weniger Stunden rückversichern. Sie wohnen und arbeiten alle doch nur Strassen weiter! Dementsprechend sehe ich das Problem nicht!

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, als älterer Mensch, der mit diesen neumodischen Kommunikationsformen nicht so vertraut ist, eine grundsätzliche Frage: Hat es irgendwann einmal vonseiten des Bundespressamtes einen Hinweis darauf gegeben, dass nun auch über Fernsprechgerät wichtige Informationen verbreitet werden und man sich möglicherweise als Kunde oder Telefonist ‑ ich weiß nicht, wie das dort heißt ‑ anmelden müsste?

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Meinem Kenntnisstand nach ja. Ich reiche aber gerne nach, ob das auch auf der Pinnwand war. Ich bin mir sehr sicher, dass wir es schon allein aus Eigeninteresse gemacht haben.

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, in dieser Woche hat sich Herr von Klöten per Telefon ‑ ich nenne es einmal so ‑ einen kleinen Schlagabtausch mit dem notorischen Anarchisten Pjotr Alexejewitsch Kropotkin geliefert. Ist geplant, dass der Regierungssprecher künftig immer einmal wieder ans Telefon gehen wird? Es kann ja jeder anrufen. Ich habe Sie so verstanden, dass Sie über Fernsprechgerät auch Bürger und nicht nur uns Journalisten erreichen wollen. Wird das wirklich ein richtiges Kommunikationsmittel des Regierungssprechers werden, um die Regierungspolitik in die Bevölkerung zu kommunizieren?

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Nach diesen Gelegenheiten suchen wir nicht ausdrücklich. Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, dass über einen solchen schnellen Informationsaustausch interessante Diskussionen entstehen, werden wir das weiter tun. Herr von Klöten ist generell dazu angehalten, das Telefon abzunehmen, sollte es klingeln.

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, wird es eine neue Gepflogenheit, dass man Reisepläne Land für Land telefonisch im Pressamt abfragt? Wie kommt man zu der Möglichkeit, zu erfahren, wann seine kaiserliche Hoheit beabsichtigt, wohin zu reisen?

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Wir werden auch weiterhin vorrangig die Pinnwand für so etwas benutzen. Es steht ihnen aber frei den Regierungssprecher Herrn von Klöten anzurufen und selbst nachzufragen.

ZUSATZ: Wieder etwas gelernt. ‑ Danke!

FRAGE: Abweichend von der normalen Praxis, kann ich Sie einfach darum bitten, in Ihrem Amt vielleicht noch einmal die verschiedenen Aspekte prüfen zu lassen, die damit einhergehen? Denn wenn man diese Kommunikationswege geht ‑ da schließe ich mich sicherlich den anderen Agenturkollegen an ‑, dann greift das tief in unsere Arbeitsabläufe ein. Wenn es da ein Sicherheitsproblem gibt, dann hilft der Hinweis „wenn Sie Zweifel haben, können Sie ja zu einem Kaffee vorbeikommen“ uns als Agenturen nicht weiter. Denn wenn das eine autorisierte Verbreitungsquelle des Presseamtes ist, dann werden wir „zuschlagen“, und dann werden wir im Zweifelsfall auch mit einer falschen Meldung „zuschlagen“. Das kann nicht im Interesse Ihres Ministeriums sein. Da berufe ich mich ausdrücklich auch auf das, was der Kollege zur Sicherheitsfrage gesagt hat. Ich denke, man sollte dazu sicherlich die verschiedenen Aspekte nachuntersuchen.

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Sie wissen aber auch, dass nicht einmal ausgeschlossen werden kann, dass Pazifisten oder Anarchisten dieses Gebäude besetzen uns alle gefangennehmen uns sich als öhm… wir verkleiden? Jeder Kommunikationsweg hat seine Gefahren.

FRAGE: Herr Baron zu Walkhorst-Butterbirn, ich habe die Ankündigung, dass Herr von Klöten begonnen hat zu telefonieren, verpasst. Könnten Sie mir sagen, seit wann er das macht? Macht nur er das, oder telefonieren Sie auch?

Antwort von Baron zu Walkhorst-Butterbirn: Es war heute das erste mal, Sie haben ohne Telefon also noch nicht viel verpasst.
Ich mache das nicht. Wir sind an dieser Stelle der Linie erlegen, dass es vernünftig ist, dass es ein authentischer Absender ist. Dann finde ich es auch konsequent, dass das der Regierungssprecher macht und nicht der Stellvertreter.

Frei nach der Aufregung der Hauptstadtpresse um den twitternden Regierungssprecher via Netzpolitik und Wiegold.

Und wer nicht nochmal so viel lesen will – was ich verstehen könnte – die Twitteraufregungspressestunde gibt es u. a. beim Kraftfuttermischwerk auch als Video.

Mrz
08
2011
--

Sich gegen die Zensur zur Wehr setzen

Nicht nur verschiedene Regierungen und Verwaltungen wollen einen Hebel kreiren, mit dem sie Seiten aus dem Internet ausblenden können. Auch die großen Plattenlabels machen uns seit einiger Zeit das Leben schwer, indem Sie Videos auf Youtube geoblocken lassen, nur weil diese teilweise 150 Jahre alte Musikstücke enthalten, denen man im Radio nicht entkommen kann, die Online aber nur gegen Vergütung verbreitet werden düfen.

Wer sich an diese Aktion erinnert, und sie gut fand, wird sich freuen, dass man nun auch die großen Plattenlabel automatisiert von seiner Webseite halten kann.
Die neue Aktion nennt sich „Bust all major Labels“ und kommt komplett mit einer satirischen Version dieses unsäglichen Bildes daher, mit dem Youtbe einem bedauernd mitteilt, dass es heute kein Video für uns gibt.

Update: Hm. Funktioniert so anscheinend gar nicht, weil Crawler Javascript ignorieren, und Menschen es abschalten, wie man mir zutrug. 🙁

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Feb
25
2011
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Zensursula nun wieder…

Wie es scheint, geht es endlich wieder einen Tippelschritt vorwärts beim Kampf gegen die von Frau Ursula von der Leyen erfundene und durchgedrückte Internetzensur. Die ist nun seit einem Jahr in Kraft, und wird nicht angewendet – über den Blödsinn der dem zu Grunde liegt, hatte ich ja schon geschrieben.
Die FDP hat – scheinbar in der Hoffnung, dass ein weiteres ihrer zahlreichen Wahlversprechen uneingehalten in Vergessenheit gerät – bisher nichts unternommen, um das Zugangserschwerungsgesetz abzuschaffen, also liegt der schwarze Peter wieder mal beim Bundesverfassungsgericht.

Nun jedenfalls hat der AK-Zensur eine Verfassungsbeschwerde gegen das Zensursulagesetz eingereicht.
Mal sehen, was dabei rauskommt, es wäre ja mal wirklich eine nette Neuigkeit, wenn dieses unsägliche Gesetz sich als Rohrkrepierer erweisen würde, auch wenn Internetsperren jetzt auch europaweit geplant sind. Aber da hat das Parlament ja zum Glück schon ein paar Bedenken angemeldet.

Ich bin jedenfalls erst einmal beruhigt, obwohl sicher noch irgendwelche Schweinereien kommen werden, so steht ja zum Beispiel die Neuregelung des JMStV noch aus, und irgendwie bezweifele ich, dass der neue Vorschlag da besser wird als der alte.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Politisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: , , ,
Feb
24
2011
3

Youtube Fundstück 2

Man lernt ja immer neue Sachen. Aber bei Sachen aus dem Internet kann man sich ja nie sicher sein.
Ist im folgenden wirklich eine speziell irische Art dargestellt, Ja/Nein-Fragen zu beantworten? Kann das jemand bestätigen?

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches,Lustiges,Youtube Fundstück | Schlagwörter: