Impactsuspect » Friesisches
Jun
11
2009
0

Wenn „Es gibt keine Alternative“ keiner mehr glaubt oder hören will…

…nimmt der deutsche Politiker von Weltrang gerne den Terminus „Zwischenlösung“ zur Hand. Zwischenlösung suggeriert auch, dass man selbst weiß, dass man Murx macht, aber es immerhin ja nicht dauerhaft sein soll.

Unsere Frau Kanzlerin Merkel, die schon immer eine Vorliebe für Wischi-Waschi-Ausdrücke hatte, hat es bei einer Kundgebung in Flensburg, zu der auch CO2-Endlager-Demonstranten zugegen waren, so ausgedrückt:

Den dutzenden Demonstranten gegen eine von einem Energieversorger geplante unterirdische Speicherung von Kohlendioxid im Kreis Nordfriesland dagegen brachte die Kanzlerin in ihrer gut halbstündigen Rede wenig Verständnis entgegen. „Es gibt gefährlichere Sachen auf der Welt“, betonte sie. Es könne kein Dauerzustand, aber eine Zwischenlösung sein.

Hier suggeriert „Zwischenlösung“ einen vorübergehenden Zustand. Ein vorübergehendes Endlager sozusagen. Das ist natürlich Blödsinn, wie auch Frau Merkel wissen wird. Wenn wir das Lager erst einmal an der Backe haben, dann bleibt es auch da, und wird befüllt, bis es voll ist. Das erklärt dann auch den Term „Zwischenlösung“. Also ist hier nicht eine Zwischenlösung für die Bürger gemeint, die auf dem Gas wohnen müssen, sondern für die Energiekonzerne. Für die ist es nur eine Zwischenlösung. Kann sich da unsereins was für kaufen? Nein.
Und dass es „gefährlichere Sachen auf der Welt“ gibt, als eine unkontrollierbare, hoch komprimierte, milliarden Tonnen schwere Masse an Klimakiller-Gas, das ist Ansichtssache. Für die Kanzlerin gibt es sicher gefährlicheres, denn die wohnt ja nicht drauf, sondern in Berlin. Für uns hier oben jedoch… Was sollte in unserer Idylle gefährlicher sein, mal weitere Fehlentscheidungen von Politikern in der Zukunft ausgenommen?

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Friesisches,Politisches | Schlagwörter: ,
Jun
10
2009
0

Kurz verlinkt

Zum Thema CO2-Endlager Nordfriesland: Hier und hier.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches,Politisches,Technisches | Schlagwörter: ,
Jun
08
2009
0

Es geht wie immer nur um Kohle.

Man könnte ja direkt von Goldgräbermentalität sprechen, wenn es nicht das genaue Gegenteil wäre. Unsere geschätzten Volksvertreter im Landtag wollen nun scheinbar doch dulden, dass unsere schöne Geest mit Dreck aus Kohlekraftwerken ganz Europas vollgepumpt wird – wenn sie nur ordentlich Geld dafür sehen.
Es erinnert einen leicht an die eine Folge von Southpark, in der Kenny alle möglichen ekligen Sachen für Geld macht, um schließlich durch eine besonders eklige Sache am Ende der Folge zu sterben.
Pecuniae non olet. Das mag zutreffen, wenn es um zahlpflichtige Toiletten geht, aber hier stinkt das Geld dann doch gewaltig.

„Wenn wir die Akzeptanz an den Speicherorten vergrößern wollen, muss deutlich werden, dass die Bevölkerung direkt profitiert. Da werden wir entsprechende Wege finden müssen“

… sagt man in Berlin offenbar zu dem Thema. Selbst wenn die geforderten 5 Euro pro eingelagerter Tonne direkt an mich gehen würden, würde ich das Vorhaben ablehnen. Von allem Geld der Welt kann ich mir die Schönheit der Gegend in der ich wohne nicht anderswo kaufen, und schon gar nicht von einem Handgeld der Energiekonzerne.
Macht sowas bei euch in Hürth oder Essen! Wir sehen nicht ein euren Dreck zu fressen! Wenn die Bundesregierung den Energiekonzernen endlich mal auf’s Auge drücken würde die Netzeinspeisung hier zu verbessern und die Netze auszubauen, dann bräuchten wir ja noch nichtmal deren dreckige Kohle-, Öl- und Atomenergie! Aber nein, man sitzt ja auf der Kohle und den Kraftwerken, und will nunmal Geld dafür sehen. Umwelt ist egal. Geld stinkt nicht.
Dass sich nun die Energiekonzerne als „arme Opfer“ aufspielen, von denen man auch noch Geld dafür will, dass sie etwas grob fahrlässiges und klimatechnisch verhängnisvolles machen, dass ist wirklich der Gipfel des Zynismus. Vorläufig jedenfalls.

Wir warten mit angehaltenem Atem. Wir üben nämlich schon mal.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: ,
Jun
04
2009
0

RWE und CDU gasen unsere Landschaft zu!

Na ja, noch nicht, aber es scheint zementiert. Das Gesetz zur CO2 Speicherung ist zwar am Bundesrat gescheitert, aber nur aufgrund einer Formalie, und wird demnächst wohl doch durchgewunken.

Dann kommen im Herbst die Vermessungsteams von RWE und sprengen hier unterirdisch herum. Und dann bekommen wir CO2 in salzwasserführende Gesteinsschichten in unseren Untergrund gepresst.

Dass die Bundesregierung da Politik auf dem Rücken einer geschützten Minderheit macht, brauche ich nicht weiter zu erwähnen.

Dass wir uns alle Kollektiv dagegen wehren müssen, schon, obwohl es selbstverständlich sein sollte.

Hier kann man sich eine Petition runterladen, ich bitte sie auszudrucken, herumzugeben und zurückzuschicken. Die Adresse der Bürgerinitiative befindet sich auch auf der Seite. Es ist egal, wo ihr wohnt, und von wo ihr mitlest. Diese Petition ist Deutschlandweit, und hat deutschlandweite Auswirkungen.

Ich weiß, es ist immer eine gewisse Anstrengung, etwas auszudrucken, ausfüllen zu lassen und dann noch mit der Post zu schicken. Ich bitte aber trotzdem darum über den eigenen Schatten zu springen, und es zu tun.

Schon mal vielen Dank!

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches,Gesellschaftliches,Politisches | Schlagwörter: ,
Mai
23
2009
0

Wie RWE die Geest vollfurzen will.

Ich kann es immer noch nicht fassen, und alles was ich drüber lese ist nur geeignet einen weiter zu alarmieren. Die Geschichte mit dem See in Afrika ist eines, aber dann ist da auch immer noch die Gefahr, dass sich das CO2 im Grundwasser löst, und es für immer ungenießbar macht. Das gute Dreihardenwasser, eines der besten in ganz Deutschland, eines von den Leitunsgwässern mit Mineralwasserqualität, wäre dann nur noch eine ungenießbare Brühe.
Es ist für mich unfassbar, dass ausgerechnet eine Landesregierung unter Peter Harry, der ja immerhin gebürtiger Nordfriese ist, so ein unglaubliches Verbrechen an der Natur und den Menschen hier zulassen, und sogar über den Bund legalisieren will. Bzw. haben die ja schon. Schon ist von Enteignungen die Rede, von kurzen Fristen und all dem, wie man es aus dem Bergnbaurecht her kennt.
Alles soll ganz schnell passieren, damit der Widerstand keine Zeit hat sich rechtzeitig zu formieren. Aber so nicht! Leistet Widerstand gegen die Kohlelobby und ihre willigen Helfer in der Politik! In Dänemark hat es auch funktioniert.

Ich habe überdies bereits Peter Harry eine Email geschrieben, um ihn zu fragen was der Unsinn soll. Und bei RWE hab ich auch angefragt, was die sich eigentlich dabei denken. Bisher ist keine Antwort gekommen, obwohl ich sowieso nur mit einer standardisierten Antwort rechne.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches,Politisches | Schlagwörter: ,
Mai
22
2009
0

Gott schuf das Land, der Friese die Küste. Wird sie nun vergiftet?

Ich hab gestern davon gehört, und finde das eine bodenlose Frechheit. Von Energiekonzernen erwartet man ja, dass sie ihren Mist einfach in die Landschaft pumpen wollen, aber dass die Bundes- und Landesregierung da mitmacht, ist ein starkes Stück. Immerhin sollte spätestens seit den 80ern der Umweltschutz in die Politik Einzug gehalten haben, selbst beim kompetenzbefreit wirkenden Verein, der unsere momentane Kanzlerin stellt. War sie nicht selbst mal Umweltministerin?
Aber ich schimpfe schon wieder wie ein Droschkenkutscher, ohne dass ihr Leser wisst, worum es eigentlich geht.
RWE will dieses Jahr noch Probebohungen bei mir um die Ecke in Nordfriesland machen, und dann im nächsten Jahr schon damit beginnen, den Dreck der aus Kohlekraftwerken kommt in unserer Gegend zu entsorgen. Einfach unterirdisch in die Landschaft pumpen, und das ganze nennt sich dann Endlager, wie es aussieht. Die ganze Technik, die dahinter steckt ist nicht nur umstritten, sie ist sogar noch nicht einmal erfunden, wie es scheint. Also erst mal das Gebiet „besetzen“, dass man auf Jahrhunderte verseuchen will, und dann schauen, wie genau man den Mist in die Marsch pumpt, was? Und die Politiker machen da mit? Obwohl keiner hier dieses Endlager haben will?
Was wird das? Ein neues Gorleben, oder was? Ein neues Asse? Bei uns vor der Haustüre?

Am tollsten find ich das noch:

Zitat jungewelt:
Vor allem zwei Gefahren gehen von den Pipelines und den Lagerstätten aus: Das Gas könnte doch noch in die Atmosphäre gelangt und dort das Klima verändert. Und es kann in höheren Konzentrationen Mensch und Tier ersticken. So etwas passiert allerdings nur, wenn die Quelle in einer Senke liegt und Windstille herrscht. Dann kann dort CO2, das schwerer als Luft ist, den lebenswichtigen Sauerstoff verdrängen.

Derlei Unfälle sind bereits bekannt. In Mönchengladbach hat sich 2008 ein entsprechender Unfall ereignet, bei dem es zum Glück keine Toten gab. In einer Fabrik waren größere Mengen Kohlendioxid aus einer Löschanlage ausgetreten. In der Nachbarschaft wurden daraufhin mehrere Anwohner ohnmächtig. Ein Rettungssanitäter mußte auf der Intensivstation behandelt werden. Weniger glimpflich kamen über tausend Menschen in Kamerun davon, als dort 1986 ein Vulkansee nach einem kleinen Erdbeben größere Mengen des Gases freisetzte.

Na super! Will man diese Gefahr einfach in Kauf nehmen? Ganz Nordfriesland ist eine einzige große Senke! Ist klar, dass man sich Nordfriesland aussucht: Immerhin wohnt hier kaum jemand. An den Rest Deutschlands kann RWE dann immer noch weiter schmutzige Kohle-Energie verkaufen, wenn wir alle von den Kölner Braunkohle Abgasen erstickt sind. Dass sie hier dann hier vielleicht eine in der Welt einmalige, weil selbstgemachte Kulturlandschaft und vermutlich auch noch den Nationalpark Wattenmeer verpesten, ist da wohl zweitrangig.

Sollen die ihren CO2 Scheiß doch in Köln lassen! Die können ihr CO2 doch einfach in die Kölner Kanalisation leiten. Ist doch schwerer als Luft, ist doch alles ganz sicher dann! Ähnlich wird ja auch von RWE für den Standort Nordfriesland argumentiert.

Nachtrag: Ein weiterer Link. Nicht nur der SSW hat nun protestiert, auch die Niebüller SPD. In Dänemark ist ein ähnliches Projekt aufgrund von großen Protesten nicht verwirklicht worden. Ich hoffe bei uns kommen sie auch noch zur Vernunft!

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: ,
Dez
13
2008
0

Lobby

Ich habe mich dazu entschieden eine Lobby zu gründen, die dann überall Interessen vertritt und so. Ich nenne diese Lobby „Heiko Lobby“, weil sie sich für meine Interessen einsetzen wird. Ich denke es wird Zeit, dass eine solche Lobby gegründet wird, und da schon kein anderer es tut, mache ich es halt.
Auf die Reaktionen aus Politik und Gesellschaft bin ich gespannt.

Ach ja, wer sich auch für meine Interessen stark machen will, schreibe mir bitte eine Email. …oder sonst Post.

Aug
09
2008
0

Deine Zwiebeln im Schrank, die ich gestern noch fand…

…hat die Reinigungsfachkraft mitgenommen. Turaluralulei.

Wenn in einem Appartement, dass unsere Putzfrauen reinigen etwas liegen bleibt, so gebe ich es normalerweise beim Vermieter ab, damit er es nachschickt.
Das gilt jedoch nicht für leicht verderbliche Waren, die die Putzfrauen dann unter sich aufteilen können.
Was mir schon seit Jahren auffällt ist, daß in so gut wie jedem zweiten Appartement ein Netz Küchenzwiebeln liegen bleibt.

Üblicherweise noch nicht einmal angebrochen. Wie kommt es dazu?
Was treibt junge, wohlbetuchte Sylt-Urlauber (oder nicht mehr ganz so junge, je nachdem) dazu, als erstes ein Netz Küchenzwiebeln zu kaufen, wenn sie auf der Insel anreisen.
Endlich angekommen nach 18 Stunden Autofahrt, und etwa einer Stunde auf dem Autozug. Koffer ins Appartement, kurz verschnaufen… und dann? Zwiebeln kaufen. Warum?
Wie müssen wir uns das vorstellen?

Ehemann: Endlich da. Mann, die fahren hier ja echt seltsam… Und die ganzen Baustellen hier… (Setzt sich hin, legt die Füße hoch) Puh!

Ehefrau: Schatzi?

Ehemann: Ja?

Ehefrau:
Gehst du noch schnell Zwiebeln kaufen?

Ehemann: Was??

Ehefrau: Küchenzwiebeln. Die brauch ich ganz dringend. Ein Netz sollte reichen.

Ehemann:
Muss das jetzt sein?

Ehefrau:
Ach bitte. Ich will mir eine Tütensuppe machen.

Ehemann:
Und da brauchst du Zwiebeln?

Ehefrau:
Ja.

Ehemann:
Warum?

Ehefrau:
Sie geben mir einfach ein sicheres Gefühl wenn ich koche.

Ehemann:
Hättest du die dann nicht mitnehmen können von zuhause?

Ehefrau: Zwiebeln den ganzen Weg über im Auto lassen? Spinnst du?

Ich stell mir das wenigstens so, oder so ähnlich, vor.
Manchmal hat man jedoch auch mehr Glück, und etwas nützlicheres bleibt liegen. Etwas zumindest, was nützlicher ist als all die Zwiebeln, für deren Lagerung so manche Reinigungsfrau schon einen Extra Raum zuhause hat.
Tütensuppen bleiben gerne liegen, auch Senf oder ähnliches. Gerne auch ein Johgurt, dieser jedoch meist schon abgelaufen, und manchmal sind sogar ein paar Eis am Stiel im Eisfach.
Neulich fand ich in einem Appartement, dass ich ausnahmsweise mal alleine machte, die Überreste eines mehrtägigen Saufgelages. Es fanden sich 10 leere Flaschen Gin, eine Kiste Tonicwater voll leerer Flaschen, und ein Kühlschrank voller voller Bierflaschen. Nach dem ersten Ärger, dass es hier doch mal wieder länger dauert, packte ich den Krempel ins Auto, und fing an die Küche aufzuräumen.
Auf dem Herd stand noch ein Topf mit Würstchen, im Kühlschrank fanden sich hinter dem Bier noch eine halb leere Packung Hot-Dog-Brötchen, Senf, Remouladensoße und Ketchup. Im Bad(!) standen zwei Packungen Röstzwiebeln. Eine davon noch originalverschweißt.
Nachdem ich die Würstchen entsorgt hatte, und mich noch darüber wunderte, dass kein leeres Glas Gewürzgurken zu finden war – die gehören nämlich zu einem Hotdog – begann ich mich nicht minder darüber zu wundern, wer wohl hier Urlaub gemacht hatte, und vor allem: wie.
Wie muß man sich den Dialog vorstellen, der zu diesem Schlachtfeld geführt hatte?

Freund1:
Hey, weißt, was mir mal wieder mach’n sollt’n?

Freund2:
Nö.

Freund1:
Nach Sylt fahren!

Freund2:
Und dann?

Freund1:
Mach’n wir uns ein paar schöne Tag‘ mit Hot Dogs und Gin Tonic!

Freund2:
Cool!

Vielleicht verpass ich da ja was, aber ich sehe nicht ein, warum man für eine Gin tonic Sauftour mit Hot Dogs sich unbedingt Sylt aussuchen sollte?!?! Ein neuer Trend?
Vielleicht. In einem vierteljahr gibt es wahrscheinlich einen Schlager über eben diesen:

Gin Tonic und Hot Dogs auf Sylt,
So frei hab ich mich nie wieder gefühlt.
Gin Tonic und Hot Dogs auf Sylt,
haben meinen Magen gefüllt.

Der Sylter Strand
ist wohlbekannt
doch nur die Weisen wissen
vom Sylter Land
und seinem Sand
werd nur Hot Dogs und Gin Tonic ich vermissen

Oder so ähnlich. Über andere Sylter Trends gibt es schon ähnlich kunstvolle Schlager.
Das Leben ist manchmal sehr rätselhaft.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Psychologisches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: ,
Jul
17
2008
0

Das Leben ist eine Baustelle. Die Insel auch…

Gna, Sylt! Heimat der Sylter, die vermutlich schon in prähistorischen Zeiten dadurch reich wurden, ihre Zweit-Strohütten teuer an prominente Steinzeitler zu vermieten…
Auch im Strassenverkehr hat sich auf Sylt scheinbar kaum etwas verändert, seit die Frau des Neandertal-Stammesfürsten ihren Sommerurlaub auf Sylt verbracht hat. Noch immer gilt: „Sylter dürfen das!“ und „Wer bremst hat Angst!“. Nicht zu vergessen: „Tut mir leid, hab ich gar nicht gesehen!“
Ansonsten hat sich die Insel sehr verändert. Es gibt nun einen Damm, wo ein Zug drüber fährt, in den man seinen eigenen Wagen hineinfahren kann. Die Häuser sind jetzt aus Stein, und nicht mehr mit Stroh, sondern mit Reet bedeckt. Ein bedeutender Unterschied.

Und damit diese Veränderungen auch weiter stattfinden können, wird immer irgendwo gebaut. Immer. Immer irgendwo. IMMER wird IRGENDWO gebaut. Auf Sylt wird irgendwo immer gebaut. Ich meine, bei Berlin kann ich’s ja verstehen, dass immer irgendwo gebaut wird, aber bei Sylt? Ich meine, Berlin ist eine ziemlich große Stadt, in der ziemlich viele Menschen leben. Da geht sicher alle naslang was kaputt. Aber Sylt? Unsere beschaulich-hektische Ferieninsel vor der Haustür? Wie groß ist die durchschnittliche Bevölkerungsdichte auf Sylt? Kleiner als in Berlin? Sollte man annehmen. Viel kleiner? Auch das sollte richtig sein. Warum scheint dann nur die Baustellendichte genau so groß zu sein, wenn nicht gar größer?

Der geneigte Leser wird nun fragen, warum ich die vielen Baustellen, die es immer irgendwo auf Sylt gibt, verbal so hervorhebe. Zumindest wird es der geneigte Leser fragen, dem aufgefallen ist, dass ich die vielen Baustellen auf Sylt verbal hervorhebe. Ich meine auf Baustellen kann man sich doch einstellen, oder?

Sicher kann man das. Sogar auf Sylt, wo sich der Strassenverkehr scheinbar einer fundamental anderen StVO zu beugen scheint, als sie für den Rest Deutschlands gilt.
Aber wie kann man sich auf die Baustellen einstellen, wenn die jeden Tag woanders sind? Wenn man zum Beispiel, wie ich heute, erst merkt, dass die Baustelle über Nacht von vor-der-Kreuzung zu hinter-der-Kreuzung verlegt wurde. Und wenn man erst merkt, dass man nochmal um den ganzen verdammten Pudding bummeln darf, wenn man direkt vor der Absperrung steht?

Himmel, da mag ich ja lieber in Dänemark Auto fahren. Das ist aufgrund der Durchschnittsgeschwindigkeit des durchschnittlich motorisierten Durchschnittsdänen eher langweilig und man bekommt einen Drehwurm wegen der vielen Kreisverkehre, aber man kommt wenigstens meist von A nach B, ohne drei Viertel des zurückgelegten Weges nocheinmal zurückfahren zu müssen, um an einer anderen Kreuzung abzubiegen.
Ganz abgesehen davon, dass man einige Strassen auf Sylt halt nicht meiden kann, wenn man nicht gerade durch die Nordsee fahren will.

Ich finde das ärgerlich.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches | Schlagwörter:

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Jun
11
2009
0

Wenn „Es gibt keine Alternative“ keiner mehr glaubt oder hören will…

…nimmt der deutsche Politiker von Weltrang gerne den Terminus „Zwischenlösung“ zur Hand. Zwischenlösung suggeriert auch, dass man selbst weiß, dass man Murx macht, aber es immerhin ja nicht dauerhaft sein soll.

Unsere Frau Kanzlerin Merkel, die schon immer eine Vorliebe für Wischi-Waschi-Ausdrücke hatte, hat es bei einer Kundgebung in Flensburg, zu der auch CO2-Endlager-Demonstranten zugegen waren, so ausgedrückt:

Den dutzenden Demonstranten gegen eine von einem Energieversorger geplante unterirdische Speicherung von Kohlendioxid im Kreis Nordfriesland dagegen brachte die Kanzlerin in ihrer gut halbstündigen Rede wenig Verständnis entgegen. „Es gibt gefährlichere Sachen auf der Welt“, betonte sie. Es könne kein Dauerzustand, aber eine Zwischenlösung sein.

Hier suggeriert „Zwischenlösung“ einen vorübergehenden Zustand. Ein vorübergehendes Endlager sozusagen. Das ist natürlich Blödsinn, wie auch Frau Merkel wissen wird. Wenn wir das Lager erst einmal an der Backe haben, dann bleibt es auch da, und wird befüllt, bis es voll ist. Das erklärt dann auch den Term „Zwischenlösung“. Also ist hier nicht eine Zwischenlösung für die Bürger gemeint, die auf dem Gas wohnen müssen, sondern für die Energiekonzerne. Für die ist es nur eine Zwischenlösung. Kann sich da unsereins was für kaufen? Nein.
Und dass es „gefährlichere Sachen auf der Welt“ gibt, als eine unkontrollierbare, hoch komprimierte, milliarden Tonnen schwere Masse an Klimakiller-Gas, das ist Ansichtssache. Für die Kanzlerin gibt es sicher gefährlicheres, denn die wohnt ja nicht drauf, sondern in Berlin. Für uns hier oben jedoch… Was sollte in unserer Idylle gefährlicher sein, mal weitere Fehlentscheidungen von Politikern in der Zukunft ausgenommen?

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Friesisches,Politisches | Schlagwörter: ,
Jun
10
2009
0

Kurz verlinkt

Zum Thema CO2-Endlager Nordfriesland: Hier und hier.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches,Politisches,Technisches | Schlagwörter: ,
Jun
08
2009
0

Es geht wie immer nur um Kohle.

Man könnte ja direkt von Goldgräbermentalität sprechen, wenn es nicht das genaue Gegenteil wäre. Unsere geschätzten Volksvertreter im Landtag wollen nun scheinbar doch dulden, dass unsere schöne Geest mit Dreck aus Kohlekraftwerken ganz Europas vollgepumpt wird – wenn sie nur ordentlich Geld dafür sehen.
Es erinnert einen leicht an die eine Folge von Southpark, in der Kenny alle möglichen ekligen Sachen für Geld macht, um schließlich durch eine besonders eklige Sache am Ende der Folge zu sterben.
Pecuniae non olet. Das mag zutreffen, wenn es um zahlpflichtige Toiletten geht, aber hier stinkt das Geld dann doch gewaltig.

„Wenn wir die Akzeptanz an den Speicherorten vergrößern wollen, muss deutlich werden, dass die Bevölkerung direkt profitiert. Da werden wir entsprechende Wege finden müssen“

… sagt man in Berlin offenbar zu dem Thema. Selbst wenn die geforderten 5 Euro pro eingelagerter Tonne direkt an mich gehen würden, würde ich das Vorhaben ablehnen. Von allem Geld der Welt kann ich mir die Schönheit der Gegend in der ich wohne nicht anderswo kaufen, und schon gar nicht von einem Handgeld der Energiekonzerne.
Macht sowas bei euch in Hürth oder Essen! Wir sehen nicht ein euren Dreck zu fressen! Wenn die Bundesregierung den Energiekonzernen endlich mal auf’s Auge drücken würde die Netzeinspeisung hier zu verbessern und die Netze auszubauen, dann bräuchten wir ja noch nichtmal deren dreckige Kohle-, Öl- und Atomenergie! Aber nein, man sitzt ja auf der Kohle und den Kraftwerken, und will nunmal Geld dafür sehen. Umwelt ist egal. Geld stinkt nicht.
Dass sich nun die Energiekonzerne als „arme Opfer“ aufspielen, von denen man auch noch Geld dafür will, dass sie etwas grob fahrlässiges und klimatechnisch verhängnisvolles machen, dass ist wirklich der Gipfel des Zynismus. Vorläufig jedenfalls.

Wir warten mit angehaltenem Atem. Wir üben nämlich schon mal.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: ,
Jun
04
2009
0

RWE und CDU gasen unsere Landschaft zu!

Na ja, noch nicht, aber es scheint zementiert. Das Gesetz zur CO2 Speicherung ist zwar am Bundesrat gescheitert, aber nur aufgrund einer Formalie, und wird demnächst wohl doch durchgewunken.

Dann kommen im Herbst die Vermessungsteams von RWE und sprengen hier unterirdisch herum. Und dann bekommen wir CO2 in salzwasserführende Gesteinsschichten in unseren Untergrund gepresst.

Dass die Bundesregierung da Politik auf dem Rücken einer geschützten Minderheit macht, brauche ich nicht weiter zu erwähnen.

Dass wir uns alle Kollektiv dagegen wehren müssen, schon, obwohl es selbstverständlich sein sollte.

Hier kann man sich eine Petition runterladen, ich bitte sie auszudrucken, herumzugeben und zurückzuschicken. Die Adresse der Bürgerinitiative befindet sich auch auf der Seite. Es ist egal, wo ihr wohnt, und von wo ihr mitlest. Diese Petition ist Deutschlandweit, und hat deutschlandweite Auswirkungen.

Ich weiß, es ist immer eine gewisse Anstrengung, etwas auszudrucken, ausfüllen zu lassen und dann noch mit der Post zu schicken. Ich bitte aber trotzdem darum über den eigenen Schatten zu springen, und es zu tun.

Schon mal vielen Dank!

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches,Gesellschaftliches,Politisches | Schlagwörter: ,
Mai
23
2009
0

Wie RWE die Geest vollfurzen will.

Ich kann es immer noch nicht fassen, und alles was ich drüber lese ist nur geeignet einen weiter zu alarmieren. Die Geschichte mit dem See in Afrika ist eines, aber dann ist da auch immer noch die Gefahr, dass sich das CO2 im Grundwasser löst, und es für immer ungenießbar macht. Das gute Dreihardenwasser, eines der besten in ganz Deutschland, eines von den Leitunsgwässern mit Mineralwasserqualität, wäre dann nur noch eine ungenießbare Brühe.
Es ist für mich unfassbar, dass ausgerechnet eine Landesregierung unter Peter Harry, der ja immerhin gebürtiger Nordfriese ist, so ein unglaubliches Verbrechen an der Natur und den Menschen hier zulassen, und sogar über den Bund legalisieren will. Bzw. haben die ja schon. Schon ist von Enteignungen die Rede, von kurzen Fristen und all dem, wie man es aus dem Bergnbaurecht her kennt.
Alles soll ganz schnell passieren, damit der Widerstand keine Zeit hat sich rechtzeitig zu formieren. Aber so nicht! Leistet Widerstand gegen die Kohlelobby und ihre willigen Helfer in der Politik! In Dänemark hat es auch funktioniert.

Ich habe überdies bereits Peter Harry eine Email geschrieben, um ihn zu fragen was der Unsinn soll. Und bei RWE hab ich auch angefragt, was die sich eigentlich dabei denken. Bisher ist keine Antwort gekommen, obwohl ich sowieso nur mit einer standardisierten Antwort rechne.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches,Politisches | Schlagwörter: ,
Mai
22
2009
0

Gott schuf das Land, der Friese die Küste. Wird sie nun vergiftet?

Ich hab gestern davon gehört, und finde das eine bodenlose Frechheit. Von Energiekonzernen erwartet man ja, dass sie ihren Mist einfach in die Landschaft pumpen wollen, aber dass die Bundes- und Landesregierung da mitmacht, ist ein starkes Stück. Immerhin sollte spätestens seit den 80ern der Umweltschutz in die Politik Einzug gehalten haben, selbst beim kompetenzbefreit wirkenden Verein, der unsere momentane Kanzlerin stellt. War sie nicht selbst mal Umweltministerin?
Aber ich schimpfe schon wieder wie ein Droschkenkutscher, ohne dass ihr Leser wisst, worum es eigentlich geht.
RWE will dieses Jahr noch Probebohungen bei mir um die Ecke in Nordfriesland machen, und dann im nächsten Jahr schon damit beginnen, den Dreck der aus Kohlekraftwerken kommt in unserer Gegend zu entsorgen. Einfach unterirdisch in die Landschaft pumpen, und das ganze nennt sich dann Endlager, wie es aussieht. Die ganze Technik, die dahinter steckt ist nicht nur umstritten, sie ist sogar noch nicht einmal erfunden, wie es scheint. Also erst mal das Gebiet „besetzen“, dass man auf Jahrhunderte verseuchen will, und dann schauen, wie genau man den Mist in die Marsch pumpt, was? Und die Politiker machen da mit? Obwohl keiner hier dieses Endlager haben will?
Was wird das? Ein neues Gorleben, oder was? Ein neues Asse? Bei uns vor der Haustüre?

Am tollsten find ich das noch:

Zitat jungewelt:
Vor allem zwei Gefahren gehen von den Pipelines und den Lagerstätten aus: Das Gas könnte doch noch in die Atmosphäre gelangt und dort das Klima verändert. Und es kann in höheren Konzentrationen Mensch und Tier ersticken. So etwas passiert allerdings nur, wenn die Quelle in einer Senke liegt und Windstille herrscht. Dann kann dort CO2, das schwerer als Luft ist, den lebenswichtigen Sauerstoff verdrängen.

Derlei Unfälle sind bereits bekannt. In Mönchengladbach hat sich 2008 ein entsprechender Unfall ereignet, bei dem es zum Glück keine Toten gab. In einer Fabrik waren größere Mengen Kohlendioxid aus einer Löschanlage ausgetreten. In der Nachbarschaft wurden daraufhin mehrere Anwohner ohnmächtig. Ein Rettungssanitäter mußte auf der Intensivstation behandelt werden. Weniger glimpflich kamen über tausend Menschen in Kamerun davon, als dort 1986 ein Vulkansee nach einem kleinen Erdbeben größere Mengen des Gases freisetzte.

Na super! Will man diese Gefahr einfach in Kauf nehmen? Ganz Nordfriesland ist eine einzige große Senke! Ist klar, dass man sich Nordfriesland aussucht: Immerhin wohnt hier kaum jemand. An den Rest Deutschlands kann RWE dann immer noch weiter schmutzige Kohle-Energie verkaufen, wenn wir alle von den Kölner Braunkohle Abgasen erstickt sind. Dass sie hier dann hier vielleicht eine in der Welt einmalige, weil selbstgemachte Kulturlandschaft und vermutlich auch noch den Nationalpark Wattenmeer verpesten, ist da wohl zweitrangig.

Sollen die ihren CO2 Scheiß doch in Köln lassen! Die können ihr CO2 doch einfach in die Kölner Kanalisation leiten. Ist doch schwerer als Luft, ist doch alles ganz sicher dann! Ähnlich wird ja auch von RWE für den Standort Nordfriesland argumentiert.

Nachtrag: Ein weiterer Link. Nicht nur der SSW hat nun protestiert, auch die Niebüller SPD. In Dänemark ist ein ähnliches Projekt aufgrund von großen Protesten nicht verwirklicht worden. Ich hoffe bei uns kommen sie auch noch zur Vernunft!

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: ,
Dez
13
2008
0

Lobby

Ich habe mich dazu entschieden eine Lobby zu gründen, die dann überall Interessen vertritt und so. Ich nenne diese Lobby „Heiko Lobby“, weil sie sich für meine Interessen einsetzen wird. Ich denke es wird Zeit, dass eine solche Lobby gegründet wird, und da schon kein anderer es tut, mache ich es halt.
Auf die Reaktionen aus Politik und Gesellschaft bin ich gespannt.

Ach ja, wer sich auch für meine Interessen stark machen will, schreibe mir bitte eine Email. …oder sonst Post.

Aug
09
2008
0

Deine Zwiebeln im Schrank, die ich gestern noch fand…

…hat die Reinigungsfachkraft mitgenommen. Turaluralulei.

Wenn in einem Appartement, dass unsere Putzfrauen reinigen etwas liegen bleibt, so gebe ich es normalerweise beim Vermieter ab, damit er es nachschickt.
Das gilt jedoch nicht für leicht verderbliche Waren, die die Putzfrauen dann unter sich aufteilen können.
Was mir schon seit Jahren auffällt ist, daß in so gut wie jedem zweiten Appartement ein Netz Küchenzwiebeln liegen bleibt.

Üblicherweise noch nicht einmal angebrochen. Wie kommt es dazu?
Was treibt junge, wohlbetuchte Sylt-Urlauber (oder nicht mehr ganz so junge, je nachdem) dazu, als erstes ein Netz Küchenzwiebeln zu kaufen, wenn sie auf der Insel anreisen.
Endlich angekommen nach 18 Stunden Autofahrt, und etwa einer Stunde auf dem Autozug. Koffer ins Appartement, kurz verschnaufen… und dann? Zwiebeln kaufen. Warum?
Wie müssen wir uns das vorstellen?

Ehemann: Endlich da. Mann, die fahren hier ja echt seltsam… Und die ganzen Baustellen hier… (Setzt sich hin, legt die Füße hoch) Puh!

Ehefrau: Schatzi?

Ehemann: Ja?

Ehefrau:
Gehst du noch schnell Zwiebeln kaufen?

Ehemann: Was??

Ehefrau: Küchenzwiebeln. Die brauch ich ganz dringend. Ein Netz sollte reichen.

Ehemann:
Muss das jetzt sein?

Ehefrau:
Ach bitte. Ich will mir eine Tütensuppe machen.

Ehemann:
Und da brauchst du Zwiebeln?

Ehefrau:
Ja.

Ehemann:
Warum?

Ehefrau:
Sie geben mir einfach ein sicheres Gefühl wenn ich koche.

Ehemann:
Hättest du die dann nicht mitnehmen können von zuhause?

Ehefrau: Zwiebeln den ganzen Weg über im Auto lassen? Spinnst du?

Ich stell mir das wenigstens so, oder so ähnlich, vor.
Manchmal hat man jedoch auch mehr Glück, und etwas nützlicheres bleibt liegen. Etwas zumindest, was nützlicher ist als all die Zwiebeln, für deren Lagerung so manche Reinigungsfrau schon einen Extra Raum zuhause hat.
Tütensuppen bleiben gerne liegen, auch Senf oder ähnliches. Gerne auch ein Johgurt, dieser jedoch meist schon abgelaufen, und manchmal sind sogar ein paar Eis am Stiel im Eisfach.
Neulich fand ich in einem Appartement, dass ich ausnahmsweise mal alleine machte, die Überreste eines mehrtägigen Saufgelages. Es fanden sich 10 leere Flaschen Gin, eine Kiste Tonicwater voll leerer Flaschen, und ein Kühlschrank voller voller Bierflaschen. Nach dem ersten Ärger, dass es hier doch mal wieder länger dauert, packte ich den Krempel ins Auto, und fing an die Küche aufzuräumen.
Auf dem Herd stand noch ein Topf mit Würstchen, im Kühlschrank fanden sich hinter dem Bier noch eine halb leere Packung Hot-Dog-Brötchen, Senf, Remouladensoße und Ketchup. Im Bad(!) standen zwei Packungen Röstzwiebeln. Eine davon noch originalverschweißt.
Nachdem ich die Würstchen entsorgt hatte, und mich noch darüber wunderte, dass kein leeres Glas Gewürzgurken zu finden war – die gehören nämlich zu einem Hotdog – begann ich mich nicht minder darüber zu wundern, wer wohl hier Urlaub gemacht hatte, und vor allem: wie.
Wie muß man sich den Dialog vorstellen, der zu diesem Schlachtfeld geführt hatte?

Freund1:
Hey, weißt, was mir mal wieder mach’n sollt’n?

Freund2:
Nö.

Freund1:
Nach Sylt fahren!

Freund2:
Und dann?

Freund1:
Mach’n wir uns ein paar schöne Tag‘ mit Hot Dogs und Gin Tonic!

Freund2:
Cool!

Vielleicht verpass ich da ja was, aber ich sehe nicht ein, warum man für eine Gin tonic Sauftour mit Hot Dogs sich unbedingt Sylt aussuchen sollte?!?! Ein neuer Trend?
Vielleicht. In einem vierteljahr gibt es wahrscheinlich einen Schlager über eben diesen:

Gin Tonic und Hot Dogs auf Sylt,
So frei hab ich mich nie wieder gefühlt.
Gin Tonic und Hot Dogs auf Sylt,
haben meinen Magen gefüllt.

Der Sylter Strand
ist wohlbekannt
doch nur die Weisen wissen
vom Sylter Land
und seinem Sand
werd nur Hot Dogs und Gin Tonic ich vermissen

Oder so ähnlich. Über andere Sylter Trends gibt es schon ähnlich kunstvolle Schlager.
Das Leben ist manchmal sehr rätselhaft.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Psychologisches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: ,
Jul
17
2008
0

Das Leben ist eine Baustelle. Die Insel auch…

Gna, Sylt! Heimat der Sylter, die vermutlich schon in prähistorischen Zeiten dadurch reich wurden, ihre Zweit-Strohütten teuer an prominente Steinzeitler zu vermieten…
Auch im Strassenverkehr hat sich auf Sylt scheinbar kaum etwas verändert, seit die Frau des Neandertal-Stammesfürsten ihren Sommerurlaub auf Sylt verbracht hat. Noch immer gilt: „Sylter dürfen das!“ und „Wer bremst hat Angst!“. Nicht zu vergessen: „Tut mir leid, hab ich gar nicht gesehen!“
Ansonsten hat sich die Insel sehr verändert. Es gibt nun einen Damm, wo ein Zug drüber fährt, in den man seinen eigenen Wagen hineinfahren kann. Die Häuser sind jetzt aus Stein, und nicht mehr mit Stroh, sondern mit Reet bedeckt. Ein bedeutender Unterschied.

Und damit diese Veränderungen auch weiter stattfinden können, wird immer irgendwo gebaut. Immer. Immer irgendwo. IMMER wird IRGENDWO gebaut. Auf Sylt wird irgendwo immer gebaut. Ich meine, bei Berlin kann ich’s ja verstehen, dass immer irgendwo gebaut wird, aber bei Sylt? Ich meine, Berlin ist eine ziemlich große Stadt, in der ziemlich viele Menschen leben. Da geht sicher alle naslang was kaputt. Aber Sylt? Unsere beschaulich-hektische Ferieninsel vor der Haustür? Wie groß ist die durchschnittliche Bevölkerungsdichte auf Sylt? Kleiner als in Berlin? Sollte man annehmen. Viel kleiner? Auch das sollte richtig sein. Warum scheint dann nur die Baustellendichte genau so groß zu sein, wenn nicht gar größer?

Der geneigte Leser wird nun fragen, warum ich die vielen Baustellen, die es immer irgendwo auf Sylt gibt, verbal so hervorhebe. Zumindest wird es der geneigte Leser fragen, dem aufgefallen ist, dass ich die vielen Baustellen auf Sylt verbal hervorhebe. Ich meine auf Baustellen kann man sich doch einstellen, oder?

Sicher kann man das. Sogar auf Sylt, wo sich der Strassenverkehr scheinbar einer fundamental anderen StVO zu beugen scheint, als sie für den Rest Deutschlands gilt.
Aber wie kann man sich auf die Baustellen einstellen, wenn die jeden Tag woanders sind? Wenn man zum Beispiel, wie ich heute, erst merkt, dass die Baustelle über Nacht von vor-der-Kreuzung zu hinter-der-Kreuzung verlegt wurde. Und wenn man erst merkt, dass man nochmal um den ganzen verdammten Pudding bummeln darf, wenn man direkt vor der Absperrung steht?

Himmel, da mag ich ja lieber in Dänemark Auto fahren. Das ist aufgrund der Durchschnittsgeschwindigkeit des durchschnittlich motorisierten Durchschnittsdänen eher langweilig und man bekommt einen Drehwurm wegen der vielen Kreisverkehre, aber man kommt wenigstens meist von A nach B, ohne drei Viertel des zurückgelegten Weges nocheinmal zurückfahren zu müssen, um an einer anderen Kreuzung abzubiegen.
Ganz abgesehen davon, dass man einige Strassen auf Sylt halt nicht meiden kann, wenn man nicht gerade durch die Nordsee fahren will.

Ich finde das ärgerlich.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Friesisches | Schlagwörter: