Impactsuspect » Friesisches
Jul
31
2010
3

Rabenvögel: Doublefeature – Nebelkrähe/Rebelkrähe

Manchmal ist es doch ganz nett, wenn der Autozug anhält, um einen Gegenzug durchzulassen. Dies hat zum Beispiel den Vorteil, dass man gemütlich das Fenster runter kurbeln, und Krähen fotografieren kann. So ist es mir heute nun endlich gelungen, zwei halbwegs eindeutige Bilder einer Nordfriesischen Nebelkrähe zu schießen.
Ich bitte für die schlechte Auflösung um entschuldigen, aber selbst mit voll genutztem Zoom, saß der scheue Vogel ein wenig weit weg.

In der Nähe einiger dieser Nebelkrähen saß scheinbar eine Rabenkrähe. Die Populationen der beiden Krähensorten mischen sich ja gerne einmal. Als ich mir zuhause das Bild genauer betrachtete, sah ich, dass diese Rabenkrähe einen weißen Tupfen im Nacken hat. Ich vermute mal, dass diese Krähe zumindest auch eine Nebelkrähe unter ihren Vorfahren hat.
Ich präsentiere die Rebelkrähe, den aus der Sage bekannten Mischling aus Rabenkrähe und Nebelkrähe:

Welch Glückstag, der mir den Fotobeweis für gleich zwei in Nordfriesland ansässige Rabenvögel bringt! Jetzt fehlt wirklich nur noch ein scharfes Bild von einer nordfriesischen Elster, und der Kolkrabe selbst. Sollte doch machbar sein, oder?

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: ,
Jul
27
2010
2

Schilder, wie man sie eigentlich nur aus Cartoons kennt…

Manche Schilder haben im Laufe der Jahrzehnte ihrer Diensttätigkeit schon eine Art Symbiose mit der Natur begründet. Im Gegensatz zu den „Schildern an merkwürdigen Orten“, sind die Schilder, um die es heute geht allerdings prinzipiell schon am richtigen Ort. Auch die Botanik um diese Schilder herum ist am richtigen Ort. Das dumme ist nur, dass die Botanik – sofern es sich nicht um Bonsai-Botanik oder ähnliches handelt – vor sich hin wächst. Ganz im Gegensatz zu einem Schild. Das Schild behält seine Höhe.
Hier ergeben sich gewisse Probleme, aber das sehen wir uns besser an einem konkreten Beispiel an. Das folgende Schild möchte ich „Arschloch-Schild“ nennen. Warum, das wird später klar werden:

Kommen Sie mit einem Auto an obiges Schild, und würden Sie weiterfahren wollen, dann würden Sie sich wahrscheinlich denken: „Hm… Durchfahrt ist nur für Anlieger. Na ja, ich hab ja ein Anliegen, darum bin ich wohl ein Anlieger. Höhö“, und weiterfahren. Sie klopfen sich im Geiste schon auf die Schulter, weil Sie durch diesen simplen Trick eine perfekte Ausrede parat haben, wenn jemand Sie anhält, um Ihnen die Durchfahrt zu verweigern.
Sie fahren um die Ecke, und freuen sich eine Abkürzung gefunden zu haben. Mental zählen Sie schon all die Minuten, die Sie in Zukunft einsparen werden, als Sie plötzlich vor so einer kleinen Gasse stehen:

Wie soll denn hier eine Durchfahrt überhaupt möglich sein? Immerhin sprach das Schild doch von einer Durchfahrt für Anlieger, oder? Sie fahren also mangels Wendemöglichkeit etwa 300 Meter rückwärts, bis Sie wieder an dem Schild angekommen sind, und betrachten es sich näher:

Vermutlich denken Sie jetzt: „So ein Arschlochschild“, obwohl ja eigentlich die Heckenrosen schuld sind.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Friesisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter: , ,
Jul
21
2010
4

Breitseitenschilder

Es gibt Schilder, die einem wortgenau verbieten Donnerstags zu parken, oder die am Wochenende zwischen 7 und 19 Uhr die Geschwindigkeit begrenzen. So hoch spezialisiert kann die Botschaft eines Schildes sein.

Hier sieht es jedoch anders aus:

Etwas ist verboten. Und etwas ist gefährlich. Was? Das Schild bleibt uns die Antwort schuldig.
Ein Mann und ein Kind sind auf dem Schild dargestellt, die Ball spielen. Ein kleiner Terrier sieht von etwas weiter weg zu.
Ist also das Ballspielen verboten? Weil Gefahr durch Terrier droht? Oder ist Hunden der Zutritt verboten, weil das Herumkicken eines Balles zu Verletzungen führen kann?
Am besten, man lässt gleich alles sein, wenn man dieses Schild sieht. Nur, um auf Nummer sicher zu gehen. Immerhin ist da etwas gefährlich.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gesellschaftliches,Linguistisches | Schlagwörter: ,
Jul
20
2010
1

Rabenvögel – An den merkwürdigsten Stellen: Strandkrähen

Wie ich schon berichtet habe, machen Krähen dann doch lieber einen großen Bogen um Möven, da letztere größer, stärker und boshafter sind.
Heute war ich jedoch an einem Ort, den man eigentlich eher zum Möventerritorium zählen dürfte, nämlich am Westerländer Strand:

Zwischen den schier unzähligen Strandkörben scheint sich jedoch eine kleine Nische für Krähenvögel aufgetan zu haben. Vielleicht weil die sonst so dreisten Möven doch lieber einen Bogen um all zu große Menschengruppen machen.
Möven haben zwar ein Gespür dafür, wann man im Sturzflug vom Himmel sausen kann, um sich der Pommestüte eines kleinen Kindes zu bemächtigen, aber sie sind auch schlau genug, gleich wieder gen Himmel zu starten.
Krähen hingegen sind oft auch zufrieden mit dem, was Menschen sowieso fallen lassen. Kein Grund zum Stress also, und kein Grund, wie ein Verbrecher seinen Beutezug zu planen.

In aller Seelenruhe schreitet die Krähe zwischen den verwaisten Strandkörben umher. Es ist erst kurz nach neun Uhr morgens. Es sind zwar schon Menschen am Strand, aber noch ist es leer genug, dass das Tier sich nicht bedroht fühlt.
Die leeren Strandkörbe stehen ja auch in der letzten Reihe, die Menschen halten sich jedoch näher am Wasser auf.

Man sieht: Die Krähe ist sich nicht zu schade, im Sand herumzuwühlen. Hier hat sie jedoch nichts gefunden.

Endlich: Der Lohn nach etwa 10 Minuten des herumsuchens und pickens. Die Krähe hat etwas essbares gefunden, und verspeist es sogleich.
Danach hat sich die Krähe noch etwa 5 Minuten am Strand aufgehalten, und ist dann über die Dünen gen Stadt verschwunden. Vermutlich hat sie sich den Strand ergiebiger vorgestellt.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: , ,
Jun
12
2010
1

[Raben]vögel: Inter-Ornithologische-Etiquette

Auf folgendem, heute entstandenen Schnappschuss kann man sehr gut sehen, wie die Rabenkrähen auf Sylt so mit den Möven klar kommen.

Gar nicht, nämlich. Die Krähe – trotz ihrer überlegenen Intelligenz – geht der Möve tunlichst aus dem Weg. Die Möve ist in vielen Fällen größer, kräftiger und angriffslustiger. Außerdem scheinen Möven ein ausgeprägtes Revierverhalten zu haben. Zumindest, was Müllcontainer oder andere natürliche Futterquellen angeht.
Ich habe schon mehrmals beobachtet, wie eine Möve eine Rabenkrähe oder eine Dohle weggescheucht hat, die sich gerade im Abfall bedienen wollte.

Der einzige Trost für die oben abgebildete Krähe, die ob der überlegenen Physis der Möve die Schwanzfedern einklemmen musste, ist, dass die Möve selbst zu einer schmackhaften Nahrungsquelle wird, wenn sie zB. von einem Auto totgefahren wird.
Dieses kommt auch oft vor, und plattgefahrene Möven scheinen für die Sylter Rabenkrähe ein echter Leckerbissen zu sein.
Wer will es ihr verübeln?

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: , ,
Jun
06
2010
0

Noch mehr Rabenvögel

…diesmal bei mir auf der Strasse. Drei schwarze Vögel saßen auf einem Feld, als ich mit meiner Kamera vorbeiging, erwischt habe ich nur den einen im Flug.
Alle drei sind just in dem Moment gestartet, als ich mit der Kamera in ihre Richtung gezielt habe.
Wahrscheinlich sind es sowieso nur wieder Rabenkrähen gewesen, hier aber trotzdem mal ein Foto von einem der kamerascheuen Biester.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: ,
Jun
06
2010
0

Du-traust-dich-nicht-Schilder

Verbote wirken oft wie Einladungen. Oft kommt man erst auf die Idee etwas zu tun, wenn man ein Schild liest, auf dem selbiges verboten wird.
Würde ich an der Strasse ein „Müll abladen verboten!“-Schild aufstellen, und zwar an einer Stelle an der noch nie irgendjemand irgendwelchen Müll abgeladen hat, wäre gewiss, dass bald darauf der erste Müll dort abgeladen wird.

Würde die Stadt im Stadtpark ein Schild aufstellen, auf dem „Das Aufführen von Goethes Faust ist ohne Kleidung untersagt!“ stünde, wäre gewiss, dass bereits am nächsten Wochenende ein kleiner Kreis von nackten Thespiern dort die unsterblichen Zeilen des Dichterfürsten zu rezitieren begönne.

Das ist nun einmal so. Gerade, wenn die Verbote unsinnig scheinen. Die Stadt verbietet mit nackt den Mephisto im Park zu geben? Dann muss mir das ja irgendeinen tollen Kick geben.

Genau diesen Mechanismus macht man sich nun anscheinend in Westerland zu Nutze, um die Bürger und Touristen in ein idyllisches kleines Waldstück zu locken, welches als „Naturerlebnisraum“ bezeichnet wird.
Zumindest erkläre ich mir so dieses Schild:

Ich stelle mir das so vor:
Die Stadt sorgt für eine nette kleine Parkanlage. Keiner geht rein.
Man stellt ein Schild auf: „Naturerlebnisraum“.
Noch immer geht keiner hinein.
Drunter bringt man das Schild „…auf eigene Gefahr!“ an.
Urplötzlich gewinnt der Naturerlebnisraum an Reiz, weil er als potentiell gefährlich einzuschätzen ist. Die beiden Schilder scheinen im Zusammenspiel zu sagen: „Also, hier ist ja mal ein super-toller Naturerlebnisraum, aber du traust dich ja sowieso nicht. …im ernst, bleib‘ besser draußen! Ist sowieso zu viel Natur für dich… höhö…“
Klar, dass nun die Leute reinströmen. Und warum auch nicht, der Park ist ja wirklich hübsch.

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Mai
28
2010
6

Lauter schwarze Vögel…

So, wollen wir doch noch einmal zusammenfassen:
Meine Suche nach einem Kolkraben zum Zwecke der Ablichtung ist nicht direkt von Erfolg gekrönt gewesen bisher. Zwar habe ich viele verschiedene schwarze Vögel, welche alle mehr oder weniger nah mit dem Raben verwandt sind, doch der größte Singvogel der Welt, sozusagen der Sumoringer unter den Rabenvögeln, ist mir dabei noch nicht vor’s Objektiv gekommen.

Am nächsten dran war bisher die Rabenkrähe, auch Aaskrähe genannt. Diese Tiere habe ich vorzugsweise auf der Insel angetroffen. Sie sind recht groß, geben ein lautes „Bwahh, Bwahh, Bwahh!!“ von sich, und mögen es nicht wirklich, wenn man sie fotografiert.

Dann die Saatkrähe. Sie wirkt insgesamt unaufgeräumter, planloser und weniger elegant als die Rabenkrähe, hat einen geradezu absurd langen Schnabel, und stellt den Großteil der Einwohnerschaft Niebülls dar.
Auf dem Festland sind die sowieso recht häufig. Morgens sieht man sie, teilweise in großen Gruppen, auf Feldern, Wiesen und dem Parkplatz vor’m Lidl.

Und dann natürlich noch die unvermeidliche Dohle, die quasi der Emo unter den Rabenvögeln ist: Kleiner, mit komischer Frisur und mit der Fähigkeit selbst in großen Gruppen als Individuum einsam auszusehen.

Gerüchten zufolge soll die Dohle verschiedentlich dabei beobachtet worden sein, wie sie traurig zu der Musik von Eisregen im Takt wippt. Das kann ich allerdings nicht bestätigen.

Diese drei durchaus lustig zu beobachtenden Vögel sind keine Kolkraben, ich werde aber weiter den Gerüchten der älteren Generationen nachgehen, und weiter diesen legendären lammnappenden Vogel verfolgen, bis ich Bilder von ihm hab.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: , , ,
Mai
26
2010
5

Noch mehr Rabenvögel: Rabeneltern?

So. Wieder hab ich ein paar Bilder von vermeindlichen Raben gemacht. Irgendwie wollen sich die Biester nicht fotografieren lassen, um was für Rabenvögel es sich auch handeln mag. Kaum zückt man die Kamera, schwupps, sind sie auch schon wieder weg.

In Westerland habe ich nun aber einige der mysteriösen schwarzen Vögel entdeckt. Heute Morgen sah ich diesen putzigen Gesellen auf dem Dach einer Ferienwohnung hocken:



Irgendwann merkte er, dass ich ihn fotografierte, bröhlte mich an, und flog dann weg. Er schien sich in die Nadelbäume zurückzuziehen, die hinter dem Haus standen.
Dort entdeckte ich tatsächlich ein Nest:

Wenn man genau hinsieht, sieht man kleinere und fettere schwarze Vögel, die aus einem Nest herausglotzen. Handelt es sich hierbei etwa um Nachwuchs?
Aber wo sind die Eltern?

Sie sammeln Nahrung für ihre kleinen. Und tatsächlich: Kurze Zeit später fand auch schon die Fütterung statt, wie man auf folgenden Bildern mehr oder weniger gut erkennen kann.
Ich entschuldige mich für die schlechte Qualität, aber das war alles, was ich aus der Kamera herausholen konnte. Immerhin kann ich ja nicht einfach fremden Leuten über den Rasen spazieren.




So. Soviel dazu.
Ich kann verstehen wenn jetzt jemand sagt: „Ha! Viel zu weit weg! Das sind wahrscheinlich nur Stare, oder so!“
Immerhin komm ich mir ja selbst schon langsam vor, als seien Kolkraben ähnlich seltene Fabeltiere, wie etwa der Yeti oder das Bunjip. Daher bin ich froh, noch folgende – halbwegs scharfe – Bilder eines der Vögel präsentieren zu können:

Und auch hier wieder die Frage an eventuell mitlesende Ornithologen oder Vogelkundler: Juveniler Kolkrabe? Oder doch nur eine Rabenkrähe? Saatkrähe hab ich jetzt mal ausgeschlossen.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter:
Mai
21
2010
5

Noch mehr Rabenvögel: Eichelhäher

Nachdem ich ja nun schon eine Saatkrähe fotografiert habe, ist meine Schwester heute GESTERN beim Fotospaziergang auf einen Eichelhäher gestoßen. Das gute daran: Er hielt solange still, bis meine Schwester ein Foto schießen konnte, und das Foto ist sogar scharf.
Das schlechte: Das arme Tier ist tot.
Da ich ja nun schon seit einer Weile mit meiner Kamera auf Rabenjagd bin, und schon mehrmals verschiedene Krähen oder andere Rabenvögel quasi einen falschen Rabenalarm ausgelöst haben, dachte ich, dass auch der Eichelhäher als Rabenvogel hier gut reinpasst.
So als Beweis: Es gibt hier Eichelhäher!

Eigentlich wollte ich von meiner Schwester ja nur das Foto samt der Erlaubnis es hier zu veröffentlichen, aber die gute hat mir ungefragt noch einen ganzen Blogartikel dazugeschrieben, den ich euch nicht vorenthalten will:

Gestern Vormittag am 20. Mai 2010 machte ich einen traurigen Fund an der Hauptstraße. Ich lief von Karlsmark (Campingplatz) in Richtung Fresenhagen (Buslinie nach Flensburg) und sah plötzlich etwas buntes auf dem Fahrradweg liegen. Es war ein Eichelhäher, der vermutlich einen Zusammenstoß mit einem Fahrzeug nicht überlebt hatte. Ich erinnerte mich daran, dass ich am Tag vorher im Langenberger Forst genau so einen noch lebendig fotografiert hatte. Das machte mich sehr traurig. Die Eichelhäher gehören zu den Rabenvögeln. Man weiß eigentlich viel zu wenig über sie. Also googelte ich „Rabenvögel“

Auf dieser Seite findet man nette Bilder und Erklärungen zu den Rabenvögeln. Unter anderem auch das Foto eines Eichelhäherbabys:

http://www.wildvogelhilfe.org/sonderbeitraege/rabenvoegel/rabenvoegel.html

und auch diese Seite zum Thema Rabenvögel ist sehr informativ:

http://www.world-of-animals.de/tierlexikon/Rabenvoegel.html

Unter anderem findet man dort auch das Foto eines Unglückshähers. Der Vogel auf dem Foto ist kein Unglückshäher, sondern ein Eichelhäher, der Unglück hatte.

Und dies scheint auch noch sehr interessant zu sein:

http://www.planet-wissen.de/natur_technik/voegel/rabenvoegel/index.jsp

Anm. von mir:
Ich frag sie nochmal, ob sie nicht auch das Foto von dem lebendigen rausrücken möchte, den sie vorgestern fotografiert hat.

Hier, wie angekündigt ein lebendiger Eichelhäher. Ob’s derselbe ist? Keine Ahnung.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter:

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Jul
31
2010
3

Rabenvögel: Doublefeature – Nebelkrähe/Rebelkrähe

Manchmal ist es doch ganz nett, wenn der Autozug anhält, um einen Gegenzug durchzulassen. Dies hat zum Beispiel den Vorteil, dass man gemütlich das Fenster runter kurbeln, und Krähen fotografieren kann. So ist es mir heute nun endlich gelungen, zwei halbwegs eindeutige Bilder einer Nordfriesischen Nebelkrähe zu schießen.
Ich bitte für die schlechte Auflösung um entschuldigen, aber selbst mit voll genutztem Zoom, saß der scheue Vogel ein wenig weit weg.

In der Nähe einiger dieser Nebelkrähen saß scheinbar eine Rabenkrähe. Die Populationen der beiden Krähensorten mischen sich ja gerne einmal. Als ich mir zuhause das Bild genauer betrachtete, sah ich, dass diese Rabenkrähe einen weißen Tupfen im Nacken hat. Ich vermute mal, dass diese Krähe zumindest auch eine Nebelkrähe unter ihren Vorfahren hat.
Ich präsentiere die Rebelkrähe, den aus der Sage bekannten Mischling aus Rabenkrähe und Nebelkrähe:

Welch Glückstag, der mir den Fotobeweis für gleich zwei in Nordfriesland ansässige Rabenvögel bringt! Jetzt fehlt wirklich nur noch ein scharfes Bild von einer nordfriesischen Elster, und der Kolkrabe selbst. Sollte doch machbar sein, oder?

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Jul
27
2010
2

Schilder, wie man sie eigentlich nur aus Cartoons kennt…

Manche Schilder haben im Laufe der Jahrzehnte ihrer Diensttätigkeit schon eine Art Symbiose mit der Natur begründet. Im Gegensatz zu den „Schildern an merkwürdigen Orten“, sind die Schilder, um die es heute geht allerdings prinzipiell schon am richtigen Ort. Auch die Botanik um diese Schilder herum ist am richtigen Ort. Das dumme ist nur, dass die Botanik – sofern es sich nicht um Bonsai-Botanik oder ähnliches handelt – vor sich hin wächst. Ganz im Gegensatz zu einem Schild. Das Schild behält seine Höhe.
Hier ergeben sich gewisse Probleme, aber das sehen wir uns besser an einem konkreten Beispiel an. Das folgende Schild möchte ich „Arschloch-Schild“ nennen. Warum, das wird später klar werden:

Kommen Sie mit einem Auto an obiges Schild, und würden Sie weiterfahren wollen, dann würden Sie sich wahrscheinlich denken: „Hm… Durchfahrt ist nur für Anlieger. Na ja, ich hab ja ein Anliegen, darum bin ich wohl ein Anlieger. Höhö“, und weiterfahren. Sie klopfen sich im Geiste schon auf die Schulter, weil Sie durch diesen simplen Trick eine perfekte Ausrede parat haben, wenn jemand Sie anhält, um Ihnen die Durchfahrt zu verweigern.
Sie fahren um die Ecke, und freuen sich eine Abkürzung gefunden zu haben. Mental zählen Sie schon all die Minuten, die Sie in Zukunft einsparen werden, als Sie plötzlich vor so einer kleinen Gasse stehen:

Wie soll denn hier eine Durchfahrt überhaupt möglich sein? Immerhin sprach das Schild doch von einer Durchfahrt für Anlieger, oder? Sie fahren also mangels Wendemöglichkeit etwa 300 Meter rückwärts, bis Sie wieder an dem Schild angekommen sind, und betrachten es sich näher:

Vermutlich denken Sie jetzt: „So ein Arschlochschild“, obwohl ja eigentlich die Heckenrosen schuld sind.

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Jul
21
2010
4

Breitseitenschilder

Es gibt Schilder, die einem wortgenau verbieten Donnerstags zu parken, oder die am Wochenende zwischen 7 und 19 Uhr die Geschwindigkeit begrenzen. So hoch spezialisiert kann die Botschaft eines Schildes sein.

Hier sieht es jedoch anders aus:

Etwas ist verboten. Und etwas ist gefährlich. Was? Das Schild bleibt uns die Antwort schuldig.
Ein Mann und ein Kind sind auf dem Schild dargestellt, die Ball spielen. Ein kleiner Terrier sieht von etwas weiter weg zu.
Ist also das Ballspielen verboten? Weil Gefahr durch Terrier droht? Oder ist Hunden der Zutritt verboten, weil das Herumkicken eines Balles zu Verletzungen führen kann?
Am besten, man lässt gleich alles sein, wenn man dieses Schild sieht. Nur, um auf Nummer sicher zu gehen. Immerhin ist da etwas gefährlich.

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Jul
20
2010
1

Rabenvögel – An den merkwürdigsten Stellen: Strandkrähen

Wie ich schon berichtet habe, machen Krähen dann doch lieber einen großen Bogen um Möven, da letztere größer, stärker und boshafter sind.
Heute war ich jedoch an einem Ort, den man eigentlich eher zum Möventerritorium zählen dürfte, nämlich am Westerländer Strand:

Zwischen den schier unzähligen Strandkörben scheint sich jedoch eine kleine Nische für Krähenvögel aufgetan zu haben. Vielleicht weil die sonst so dreisten Möven doch lieber einen Bogen um all zu große Menschengruppen machen.
Möven haben zwar ein Gespür dafür, wann man im Sturzflug vom Himmel sausen kann, um sich der Pommestüte eines kleinen Kindes zu bemächtigen, aber sie sind auch schlau genug, gleich wieder gen Himmel zu starten.
Krähen hingegen sind oft auch zufrieden mit dem, was Menschen sowieso fallen lassen. Kein Grund zum Stress also, und kein Grund, wie ein Verbrecher seinen Beutezug zu planen.

In aller Seelenruhe schreitet die Krähe zwischen den verwaisten Strandkörben umher. Es ist erst kurz nach neun Uhr morgens. Es sind zwar schon Menschen am Strand, aber noch ist es leer genug, dass das Tier sich nicht bedroht fühlt.
Die leeren Strandkörbe stehen ja auch in der letzten Reihe, die Menschen halten sich jedoch näher am Wasser auf.

Man sieht: Die Krähe ist sich nicht zu schade, im Sand herumzuwühlen. Hier hat sie jedoch nichts gefunden.

Endlich: Der Lohn nach etwa 10 Minuten des herumsuchens und pickens. Die Krähe hat etwas essbares gefunden, und verspeist es sogleich.
Danach hat sich die Krähe noch etwa 5 Minuten am Strand aufgehalten, und ist dann über die Dünen gen Stadt verschwunden. Vermutlich hat sie sich den Strand ergiebiger vorgestellt.

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Jun
12
2010
1

[Raben]vögel: Inter-Ornithologische-Etiquette

Auf folgendem, heute entstandenen Schnappschuss kann man sehr gut sehen, wie die Rabenkrähen auf Sylt so mit den Möven klar kommen.

Gar nicht, nämlich. Die Krähe – trotz ihrer überlegenen Intelligenz – geht der Möve tunlichst aus dem Weg. Die Möve ist in vielen Fällen größer, kräftiger und angriffslustiger. Außerdem scheinen Möven ein ausgeprägtes Revierverhalten zu haben. Zumindest, was Müllcontainer oder andere natürliche Futterquellen angeht.
Ich habe schon mehrmals beobachtet, wie eine Möve eine Rabenkrähe oder eine Dohle weggescheucht hat, die sich gerade im Abfall bedienen wollte.

Der einzige Trost für die oben abgebildete Krähe, die ob der überlegenen Physis der Möve die Schwanzfedern einklemmen musste, ist, dass die Möve selbst zu einer schmackhaften Nahrungsquelle wird, wenn sie zB. von einem Auto totgefahren wird.
Dieses kommt auch oft vor, und plattgefahrene Möven scheinen für die Sylter Rabenkrähe ein echter Leckerbissen zu sein.
Wer will es ihr verübeln?

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Jun
06
2010
0

Noch mehr Rabenvögel

…diesmal bei mir auf der Strasse. Drei schwarze Vögel saßen auf einem Feld, als ich mit meiner Kamera vorbeiging, erwischt habe ich nur den einen im Flug.
Alle drei sind just in dem Moment gestartet, als ich mit der Kamera in ihre Richtung gezielt habe.
Wahrscheinlich sind es sowieso nur wieder Rabenkrähen gewesen, hier aber trotzdem mal ein Foto von einem der kamerascheuen Biester.

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Jun
06
2010
0

Du-traust-dich-nicht-Schilder

Verbote wirken oft wie Einladungen. Oft kommt man erst auf die Idee etwas zu tun, wenn man ein Schild liest, auf dem selbiges verboten wird.
Würde ich an der Strasse ein „Müll abladen verboten!“-Schild aufstellen, und zwar an einer Stelle an der noch nie irgendjemand irgendwelchen Müll abgeladen hat, wäre gewiss, dass bald darauf der erste Müll dort abgeladen wird.

Würde die Stadt im Stadtpark ein Schild aufstellen, auf dem „Das Aufführen von Goethes Faust ist ohne Kleidung untersagt!“ stünde, wäre gewiss, dass bereits am nächsten Wochenende ein kleiner Kreis von nackten Thespiern dort die unsterblichen Zeilen des Dichterfürsten zu rezitieren begönne.

Das ist nun einmal so. Gerade, wenn die Verbote unsinnig scheinen. Die Stadt verbietet mit nackt den Mephisto im Park zu geben? Dann muss mir das ja irgendeinen tollen Kick geben.

Genau diesen Mechanismus macht man sich nun anscheinend in Westerland zu Nutze, um die Bürger und Touristen in ein idyllisches kleines Waldstück zu locken, welches als „Naturerlebnisraum“ bezeichnet wird.
Zumindest erkläre ich mir so dieses Schild:

Ich stelle mir das so vor:
Die Stadt sorgt für eine nette kleine Parkanlage. Keiner geht rein.
Man stellt ein Schild auf: „Naturerlebnisraum“.
Noch immer geht keiner hinein.
Drunter bringt man das Schild „…auf eigene Gefahr!“ an.
Urplötzlich gewinnt der Naturerlebnisraum an Reiz, weil er als potentiell gefährlich einzuschätzen ist. Die beiden Schilder scheinen im Zusammenspiel zu sagen: „Also, hier ist ja mal ein super-toller Naturerlebnisraum, aber du traust dich ja sowieso nicht. …im ernst, bleib‘ besser draußen! Ist sowieso zu viel Natur für dich… höhö…“
Klar, dass nun die Leute reinströmen. Und warum auch nicht, der Park ist ja wirklich hübsch.

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Mai
28
2010
6

Lauter schwarze Vögel…

So, wollen wir doch noch einmal zusammenfassen:
Meine Suche nach einem Kolkraben zum Zwecke der Ablichtung ist nicht direkt von Erfolg gekrönt gewesen bisher. Zwar habe ich viele verschiedene schwarze Vögel, welche alle mehr oder weniger nah mit dem Raben verwandt sind, doch der größte Singvogel der Welt, sozusagen der Sumoringer unter den Rabenvögeln, ist mir dabei noch nicht vor’s Objektiv gekommen.

Am nächsten dran war bisher die Rabenkrähe, auch Aaskrähe genannt. Diese Tiere habe ich vorzugsweise auf der Insel angetroffen. Sie sind recht groß, geben ein lautes „Bwahh, Bwahh, Bwahh!!“ von sich, und mögen es nicht wirklich, wenn man sie fotografiert.

Dann die Saatkrähe. Sie wirkt insgesamt unaufgeräumter, planloser und weniger elegant als die Rabenkrähe, hat einen geradezu absurd langen Schnabel, und stellt den Großteil der Einwohnerschaft Niebülls dar.
Auf dem Festland sind die sowieso recht häufig. Morgens sieht man sie, teilweise in großen Gruppen, auf Feldern, Wiesen und dem Parkplatz vor’m Lidl.

Und dann natürlich noch die unvermeidliche Dohle, die quasi der Emo unter den Rabenvögeln ist: Kleiner, mit komischer Frisur und mit der Fähigkeit selbst in großen Gruppen als Individuum einsam auszusehen.

Gerüchten zufolge soll die Dohle verschiedentlich dabei beobachtet worden sein, wie sie traurig zu der Musik von Eisregen im Takt wippt. Das kann ich allerdings nicht bestätigen.

Diese drei durchaus lustig zu beobachtenden Vögel sind keine Kolkraben, ich werde aber weiter den Gerüchten der älteren Generationen nachgehen, und weiter diesen legendären lammnappenden Vogel verfolgen, bis ich Bilder von ihm hab.

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Mai
26
2010
5

Noch mehr Rabenvögel: Rabeneltern?

So. Wieder hab ich ein paar Bilder von vermeindlichen Raben gemacht. Irgendwie wollen sich die Biester nicht fotografieren lassen, um was für Rabenvögel es sich auch handeln mag. Kaum zückt man die Kamera, schwupps, sind sie auch schon wieder weg.

In Westerland habe ich nun aber einige der mysteriösen schwarzen Vögel entdeckt. Heute Morgen sah ich diesen putzigen Gesellen auf dem Dach einer Ferienwohnung hocken:



Irgendwann merkte er, dass ich ihn fotografierte, bröhlte mich an, und flog dann weg. Er schien sich in die Nadelbäume zurückzuziehen, die hinter dem Haus standen.
Dort entdeckte ich tatsächlich ein Nest:

Wenn man genau hinsieht, sieht man kleinere und fettere schwarze Vögel, die aus einem Nest herausglotzen. Handelt es sich hierbei etwa um Nachwuchs?
Aber wo sind die Eltern?

Sie sammeln Nahrung für ihre kleinen. Und tatsächlich: Kurze Zeit später fand auch schon die Fütterung statt, wie man auf folgenden Bildern mehr oder weniger gut erkennen kann.
Ich entschuldige mich für die schlechte Qualität, aber das war alles, was ich aus der Kamera herausholen konnte. Immerhin kann ich ja nicht einfach fremden Leuten über den Rasen spazieren.




So. Soviel dazu.
Ich kann verstehen wenn jetzt jemand sagt: „Ha! Viel zu weit weg! Das sind wahrscheinlich nur Stare, oder so!“
Immerhin komm ich mir ja selbst schon langsam vor, als seien Kolkraben ähnlich seltene Fabeltiere, wie etwa der Yeti oder das Bunjip. Daher bin ich froh, noch folgende – halbwegs scharfe – Bilder eines der Vögel präsentieren zu können:

Und auch hier wieder die Frage an eventuell mitlesende Ornithologen oder Vogelkundler: Juveniler Kolkrabe? Oder doch nur eine Rabenkrähe? Saatkrähe hab ich jetzt mal ausgeschlossen.

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Mai
21
2010
5

Noch mehr Rabenvögel: Eichelhäher

Nachdem ich ja nun schon eine Saatkrähe fotografiert habe, ist meine Schwester heute GESTERN beim Fotospaziergang auf einen Eichelhäher gestoßen. Das gute daran: Er hielt solange still, bis meine Schwester ein Foto schießen konnte, und das Foto ist sogar scharf.
Das schlechte: Das arme Tier ist tot.
Da ich ja nun schon seit einer Weile mit meiner Kamera auf Rabenjagd bin, und schon mehrmals verschiedene Krähen oder andere Rabenvögel quasi einen falschen Rabenalarm ausgelöst haben, dachte ich, dass auch der Eichelhäher als Rabenvogel hier gut reinpasst.
So als Beweis: Es gibt hier Eichelhäher!

Eigentlich wollte ich von meiner Schwester ja nur das Foto samt der Erlaubnis es hier zu veröffentlichen, aber die gute hat mir ungefragt noch einen ganzen Blogartikel dazugeschrieben, den ich euch nicht vorenthalten will:

Gestern Vormittag am 20. Mai 2010 machte ich einen traurigen Fund an der Hauptstraße. Ich lief von Karlsmark (Campingplatz) in Richtung Fresenhagen (Buslinie nach Flensburg) und sah plötzlich etwas buntes auf dem Fahrradweg liegen. Es war ein Eichelhäher, der vermutlich einen Zusammenstoß mit einem Fahrzeug nicht überlebt hatte. Ich erinnerte mich daran, dass ich am Tag vorher im Langenberger Forst genau so einen noch lebendig fotografiert hatte. Das machte mich sehr traurig. Die Eichelhäher gehören zu den Rabenvögeln. Man weiß eigentlich viel zu wenig über sie. Also googelte ich „Rabenvögel“

Auf dieser Seite findet man nette Bilder und Erklärungen zu den Rabenvögeln. Unter anderem auch das Foto eines Eichelhäherbabys:

http://www.wildvogelhilfe.org/sonderbeitraege/rabenvoegel/rabenvoegel.html

und auch diese Seite zum Thema Rabenvögel ist sehr informativ:

http://www.world-of-animals.de/tierlexikon/Rabenvoegel.html

Unter anderem findet man dort auch das Foto eines Unglückshähers. Der Vogel auf dem Foto ist kein Unglückshäher, sondern ein Eichelhäher, der Unglück hatte.

Und dies scheint auch noch sehr interessant zu sein:

http://www.planet-wissen.de/natur_technik/voegel/rabenvoegel/index.jsp

Anm. von mir:
Ich frag sie nochmal, ob sie nicht auch das Foto von dem lebendigen rausrücken möchte, den sie vorgestern fotografiert hat.

Hier, wie angekündigt ein lebendiger Eichelhäher. Ob’s derselbe ist? Keine Ahnung.

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