Impactsuspect » Filme
Mrz
20
2010
3

Columbo goes far east

Eine Folge Columbo, zusammengefasst in Haikus:

Psychater ist bös‘
Schläft mit seiner Patientin
Bringt ihren Mann um

Schläge auf der Couch
Schürhaken auf den Kopf. PENG!
Ihr Mann ist jetzt tot

Eilig aus dem Haus
Den Blinden fast umgefahr’n
Der Blindenhund bellt

Der Mord wird gedeckt
Patientin erzählt Lügen
Dem Mörder wegen

Der Columbo raucht
eine braune Zigarre
In ’nem Krankenhaus

Mörder pumpt Drogen
In Geliebte rein, wegen
Lügendetektor!

Mörder hypnoti
siert Geliebte damit sie
sich umbringen tut.

Geliebte ist tot
Columbo konnte nichts tun
Kraniche fliegen

Der Mann im Trenchcoat
Hat noch eines vergessen
Den Mörder nervt dies

Columbo wird laut
Schreit Sprechstundenhilfe an
verunsichert sie

Columbo hat’s raus
Der Mörder wird unruhig
Verhafte ihn schon!

Und falls jetzt jemand denkt, dass Haikus eigentlich nur auf Japanisch einen Sinn ergeben, so mag er recht haben.

Written by Heiko C. in: Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter:
Mrz
19
2010
3

Extreme Twilight-Acting Method

Wer sich schon immer gewundert hat, was das gewisse je ne sais quoi, der Schauspielkunst von Kirsten Kristen Steward, dem Star der Twilight Reihe, sein könnte, dem wird ebendies in folgendem Video enthüllt:

Genau! Sie macht irgendwas mit den Lippen, und das stets und ständig.

Irgendwie muss ich dran denken, wie Bellas und Edward Ehe irgendwann später mal aussieht, sagen wir, wenn die beiden irgendwo sitzen, in der Woche in der Edward gerade pensioniert wurde, und Bella nun zuhause nervt:

Edward: (schaut als müsse er aufs Klo)

Bella: Hör‘ auf damit!

Edward: Womit?

Bella: Mit deinem Tick!

Edward. Was für einem Tick?

Bella: Immer kuckst du so, als müsstest du aufs Klo!

Edward: Das ist kein Tick, das ist eine liebenswerte Eigenart! (kuckt als müsste er aufs Klo)

Bella: Da! Du machst es schon wieder!

Edward: Na und? Dann lass mich doch! Ausserdem machst DU ja immer so! (beißt sich auf die Lippen)

Bella: Garnicht!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Filme | Schlagwörter: , ,
Feb
25
2010
--

Selektive Wahrnehmung im alten Griechenland

Heute kam „Atlantis, der verlorene Kontinent“ auf DVD mit der Post, und wo ich den Filmklassiker von George Pal gerade wieder mal sehe, fällt mir auf, wie merkwürdig Hollywoodfilme doch das alte Griechenland darstellen.

Der folgende Text mag Spoiler für einen Film enthalten, der ein halbes Jahrhundert alt ist: Im Film geht es grob darum, dass ein junger Fischer aus dem antiken Griechenland beim Fischen im Mittelmeer eine bewusstlose junge Frau auf einem Floß findet.
Als diese gerettet dann wieder das Bewusstsein erlangt, bittet sie den Fischer, sie zurück nach Atlantis zu bringen, wo sie eine Prinzessin sei. Der Fischer bringt sie dann nach Atlantis, wo er sofort zum Dank versklavt wird, ein Krieg gegen alle Nichtatlanter geplant wird und noch allerlei andere Dinge passieren, bis Atlantis am Ende des Films dann im Meer versinkt.

Was mir jetzt jedenfalls an der Darstellung der alten Griechen, und wir reden hier vom Griechenland der Sagenzeit, auffiel, ist erstens mal, dass „die Griechen“ als homogenes Volk, quasi als Nation, beschrieben werden, was sie zu der Zeit noch lange nicht waren. Ebenso haben die Griechen hier eine Demokratie, denn der Held des Films . Demetrios, erklärt der atlantischen Prinzessin, dass es in Griechenland keine Könige oder Prinzessinnen gäbe.
Ebenso gäbe es keine Sklaven in Griechenland.

Ich weiß nicht wie es dem geneigten Leser geht, aber bei dem Wort „Sklave“ fallen mir als erstes die Sklaven in der antiken Welt ein. Spartakus, dem der Sklavenaufstand in Rom zugeschrieben wird zum Beispiel, aber eben auch die Sklaven im antiken Griechenland.
Abegesen davon, dass es damals kein „Griechenland“ in dem Sinne gab, sondern nur eine ganze Masse von Stadtstaaten, die mehr oder weniger miteinander in Konkurrenz standen, und dass diese Stadtstaaten – jedenfalls in der Zeit in der die griechischen Heldensagen spielen – von Königen regiert wurden, so kann man doch bei aller erzählerischer Freiheit nicht so tun, als ob es im antiken Griechenland nie nicht keine Sklaven gibt.

Gut, es handelt sich um einen alten Film, da kann sowas ja passieren, mag man sich denken, und „Atlantis – der verlorene Kontinent“ hat dann auch noch andere Stellen, bei denen sich ein Historiker an den Kopf fassen mag. Sieht es denn heute anders aus? Wird Griechenlands Antike realistischer geschildert?

Hm. Nicht wirklich. Man sehe sich nur den Film 300 an. Auch da wird der Film so erzählt, als gäbe es in Griechenland keine Sklaven, und als wollten die bösen Perser die Sklaverei einführen, wenn Griechenland zum Protektorat Großpersiens wird. In 300 ist davon die Rede – und zwar mehrmals und mit jeder Menge schmalzigem Patriotismus hinterlegt – dass alle Griechen „freie Männer“ seien, sogar die Frauen.

Woran liegt nun dieses über Jahrzehnte der Filmemacherei konsequent durchgeführte Verschließen der Augen vor den unangenehmen Seiten des antiken Griechenlands?

Ich hab da so eine Theorie:
1. Wenn Amerikaner an Sklaverei denken, denken sie nicht als erstes an die alten Griechen und Römer, wie ein Europäer es tun würde. Sie denken statt dessen an die Versklavung von Menschen aus Afrika im eigenen Lande.
Vielleicht ist es daher schon generell für Amerikaner einfacher die Sklaverei der Antike einfach gedanklich „auszublenden“.
2. In den USA scheint man sich mit den antiken Griechen identifizieren zu wollen: Man sieht sich dort gerne als „Wiege der Demokratie und Wissenschaft“, und nicht umsonst sieht der Regierungsbezirk von Washington aus wie ein einziger, klobiger, griechischer Tempel.
Und wenn man sich mit etwas identifiziert, dann neigt man wohl auch dazu, es in besonders schönen Farben zu malen, und die unschönen Stellen wegzulassen. Nichts anderes machen wohl amerikanische Filmemacher.

Nervig, aber was kann man schon dagegen tun?

Feb
15
2010
8

Werwölfe!!!

Ich bin vorgestern zu „Wolfman“ im Kino gewesen. Eigentlich hatte ich mir ja wohlmöglich mal wieder einen guten Werwolffilm erhofft, der letzte – „American Werewolf“ – ist ja nun schon fast 30 Jahre her.

Aber nein, das wäre ja auch zu schön gewesen. Wolfman war – in einem Wort ausgedrückt – langweilig.

Der folgende Text enthält Spoiler – immer vorausgesetzt, dass ein so langweiliger Film überhaupt gespoilt werden kann.

*

Der Film spielt irgendwann im Jahre Viktorianisch-Schießmichtot, und ein Schauspieler reist zu dem Anwesen seiner Eltern, weil sein Bruder tot ist. Zuhause findet er dann seinen Vater und die Freundin seines verstorbenen Bruders, und verspricht herauszufinden, wer seinen Bruder umgebracht hat.
Bei den Ermittlungen wird er in einem Zigeunerlager von einem Werwolf angefallen, und fängt nun immer vollmonds an, sich auch in einen zu verwandeln, und Leute umzubringen.

Dann wird er verhaftet, in eine Irrenanstalt gesperrt, wo er erst gefoltert wird, und wo dann – am nächsten Vollmond – versucht wird vor versammelter Mannschaft seine „Werwolfpsychose“ zu zerstreuen.
Statt dessen verwandelt er sich aber – oh, Überraschung – wieder in einen Werwolf, und isst seinen Arzt.

Am Ende kommt dann noch ein epischer Werwolfkampf mit seinem Vater, der der ursprüngliche Werwolf ist, und sowohl den Bruder getötet als auch unseren Protagonisten angesteckt hatte.
Nachdem unser Schauspieler seinen Vater besiegt hat, wird er dann von der Freundin seines verstorbenen Bruders erschossen, die sich mittlerweile in ihn verliebt hat.

Ach ja, der verstorbene Vater hat wohl früher auch schon im Werwolfrausch seine Frau, die Mutter des Protagonisten, umgebracht.

Blah. Das wars, Film Ende!

*

Mal abgesehen davon, dass die ganzen Plotpunkte von oben von vornherein vorhersehbar sind, und in ihrer Präsentation im Film dazu geführt haben, dass ich eine Viertelstunde weggedöst bin – was mir im Kino noch nie passiert ist – ist der Film auch noch denkbar schlecht erzählt, und handwerklich billig umgesetzt.

Es fängt schon damit an, dass die Dorfbewohner sich nicht recht entscheiden können, ob sie an Werwölfe glauben oder nicht, oder ob sie überhaupt schonmal von Werwolflegenden gehört haben.
Einerseits wird im Wirtshaus vor Ort noch gerätselt, ob es ein Mensch oder ein Tier war, was den Bruder des protagonierenden Schauspielers umgebracht hat, andererseits werden schon fleißig Silberkugeln gegossen, ohne, dass je das Wort „Werwolf“ fällt.

Später das selbe Phänomen mit dem Protagonisten selbst: Er werwolft nachts rum, und wird dafür am Morgen danach festgenommen, nur um in ein Irrenhaus gebracht zu werden, wo man ihm erzählen will, dass es keine Werwölfe gibt, wo ihn dann sein Vater besucht, der ihm erzählt, wie er selbst zum Werwolf wurde.
Hö?
Genau.

Sogar der mittelprächtige Film „Wolf“ mit Jack Nicholson handhabt das alles besser und in sich konsistenter.

Okay, soviel zu der lustigen Logik des Films, nun zu der billigen Umsetzung:

Recht früh im Film spielt ein Tanzbär eine gewisse Rolle. Einige im Dorf verdächtigen den alten Tanzbären der im Wald wohnenden Zigeuner – die übrigens kaum eine Rolle im Film spielen – dass dieser für den Mord am Bruder verantwortlich ist.
Diesen lustigen Meister Petz, der in nur einer Szene zu sehen ist, hat man jedenfalls komplett computeranimiert, und zwar so schlecht, dass man es sieht.
Das ist für mich jedenfalls nur ein Anzeichen dafür, dass man sich keine rechte Mühe beim Film gegeben hat. Ist ein alter dressierter Bär samt Tiertrainer nicht drin gewesen im 85 Millionen Dollar Budget des Films? Muss man uns einen albernen Computerbär vorsetzen?
Ganz abgesehen davon wirkt der ganze Film wie ein Animationsfilm, in dem nur zufällig ein paar Schauspieler mitspielen. Diese Optik fand ich in „Sleepy Hollow“ noch tolerabel, in „Vidoq“ schon anstrengend, aber mittlerweile so nervig, dass sie mir den Film versaut – zumindest wenn es keinen Grund für diese Künstlichkeit gibt.
Mal ehrlich: Englisches Landgut, Tanzbär… Warum muss sowas im Computer erstellt werden? Auch die „Werwolfmasken“ für die Schauspieler, die dem Make-Up aus dem ursprünglichen Wolfman der 40er Jahre ähnlich sehen sollen, sind CGI-Effekte.
Was soll das?

Na ja, über sowas kann ich mich halt aufregen…

Wer noch eine andere Meinung hören will, der kann hier schauen: Link!

Written by Heiko C. in: Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter:
Jan
23
2010
8

Zeitreisen sind anstrengend…

…für einen Autor, oder den, der es werden will. Selbst die besten Beispiele für Zeitreisen aus z.B. der Filmgeschichte haben mit diversen Haken und Ösen zu kämpfen, uns sind im Grunde genommen immer irgendwo unlogisch.

Folgender Text mag milde Spoiler zu folgenden Filmen enthalten: „Terminator“, „die Zeitmaschine“, „Der letzte Countdown“, „Zurück in die Zukunft“(gesamte Trilogie) und „Donnie Darko“. Wer diese Filme noch nicht gesehen hat, dem würde ich aber sowieso empfehlen, das schleunigst nachzuholen.

Das Hauptproblem dabei, eine Glaubwürdige Zeitreisegeschichte zu schreiben ist, wie man mit den beiden bekannteren Zeit-Paradoxa umzugehen weiß. In der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie etwa, wird von diesen immer behauptet, sie zerstören das Universum, auf der anderen Seite passieren seltsame Dinge, wenn vergangene Ereignisse dort verändert werden. „Zurück in die Zukunft“ ist eine tolle Filmreihe, der erste der Filme wird sogar als Paradebeispiel an Filmhochschulen benutzt, wie man es machen sollte. Leider ist die gesamte Zeitreiselogik in den Filmen alles andere als „in sich schlüssig“, und schon gar nicht aus einem Guss.
Warum das so ist, darauf will ich hier nicht näher eingehen, nur so viel: Im Verlauf des ersten Filmes alleine verschwinden erst Martys Geschwister auf seinem Familienfoto halb bis ganz, dann verschwindet er gegen Ende des Filmes selbst teilweise.
Hat er jedoch die Vergangenheit so verändert, dass er selbst nie geboren würde, hätte dies für ihn selbst in der Vergangenheit entweder keine Auswirkung, oder er würde sofort ganz verschwinden. Ereignisse in der Vergangenheit, die dazu führen, dass seine Hand durchsichtig wird, sind undenkbar. Der Dramaturgie Willen hat man es nun aber so gemacht, wie man es gemacht hat, und selbst ich kann mit der fehlerhaften Zeitreiselogik der Saga leben.

Was ist nun aber mit den Paradoxa?

Da haben wir einmal das Großvaterparadoxon.
Dieses besagt, dass ich eine Zeitmaschine baue, in die Vergangenheit zu einem Zeitpunkt reise wo mein Großvater meine Großmutter noch nie getroffen hatte, und ihn umbringe. So kann ich nie geboren werden, keine Zeitmaschine bauen, nicht zurück reisen, und ihn nicht umbringen, wodurch ich wieder geboren werde, eine Zeitmaschine bauen und ihn umbringen kann. Ihr seht das Problem.
In vielen Zeitreisegeschichten ist es so, dass man durch Verwicklungen in der Vergangenheit zwar seinen eigentlichen Großvater umbringt, dann selbst aber -unwissend- mit seiner eigenen Großmutter anbandelt, und so sein eigener Großvater wird. Das ist storytechnisch vielleicht spannend, aber was die Zeitreiselogik angeht allenfalls ein fauler Kompromiss.
Die – aus meiner Sicht – schlüssigere Lösung wäre es, von Anfang an mit der Vielweltentheorie zu arbeiten. Ich reise in die Vergangenheit, ändere sie alleine schon dadurch, wodurch sich dann eine alternative Zeitlinie bildet, die neben der Zeitlinie existiert, von der ich komme. Selbst wenn ich in der neuen Zeitlinie also meinen Großvater umbringe, bleibt meine eigene Zeitlinie samt meiner subjektiven Vergangenheit bestehen, und ich verschwinde nicht.
Reise ich in der neuen Zeitlinie allerdings wieder in die Gegenwart, ist es eine Gegenwart in der es mich selbst und meine Familie so nie gegeban hat. Aus Sicht des Zeitreisenden ist dies wohl in den meisten Fällen weniger wünschenswert.
Geht man nur von einer Zeitline aus, die unveränderlich ist, und in der alle eventuellen Zeitreisen bereits von Anfang an „eingeplant“ sind, muss man auf die „Ich bin mein eigener Großvater“-Lösung zurückgreifen, weil man sonst in oben erwähnte nicht aufzulösende Endlosschleife gerät.
Reist jemand zurück in die Vergangenheit, und wird zu seinem eigenen Großvater, weil er mit seiner Oma koitiert, als sie noch jung war, dann haben wir jedoch schon das nächste Paradoxon:

Das Informationsparadoxon, dass die meisten Schwierigkeiten macht, weil man es leicht mal übersieht, wenn man eine Geschichte schreibt.
Als Beispiel: Ich bekomme Besuch von mir aus der Zukunft, und Zukunfts-Heiko erklärt mir, wie ich ganz einfach eine Zeitmaschine aus einem Blatt Papier, 3 Zwiebeln und einem Teebeutel bauen kann. Dann verschwindet Zukunfts-Heiko wieder.
Ich baue besagte Zeitmaschine und reise in die Vergangenheit um mir die Pläne zu geben. Und so weiter. Eine schöne Zeitschleife, die in sich schlüssig zu sein scheint, entsteht.
Doch wer hat die Zeitmaschine erfunden? Wo kommt der Bauplan her? Irgendjemand muss doch auf die Idee gekommen sein, oder?
Hier offenbar nicht. Die Zeitmaschinen-Idee hat hier keinen Anfang, sie ist einfach in der Zeitschleife vorhanden, ohne dass sie jemand wirklich erfunden hat. So ist es zumindest, wenn wir eine einzige und unveränderliche Zeitlinie annehmen.
In der Vielweltentheorie wäre es so, dass ein paralleler Heiko in der „Ursprungszeitlinie“ einmal die Zeitmaschine erfunden hat, und zurückgereist ist, um sie seinem vergangenen Ich zu geben. Vielleicht um früher über die Zeitmaschine zu verfügen. Der vergangene Heiko hätte jetzt nun die freie Wahl ob er seinerseits zurückreist, um sich die Zeitmaschinenenpläne zu geben, oder nicht. Vielleicht bildet sich sowas ähnliches wie eine Zeitschleife. Eventuell eine Zeitspirale, die sich seitwärts durch unzählige alternative Universen bohrt, bis sie schließlich kollabiert, weil irgendein Heiko keine Lust mehr hat, einem vergangenen Ich die Pläne zu geben.

Wie wir sehen ist mit beiden Paradoxa in der Vielweltentheorie einfach umzugehen. Alleine schon weil es keine Paradoxa sind, wenn es parallele Welten gibt, und diese durch jede Zeitreise geschaffen werden. Ich tendiere daher dazu, in Geschichten eben dieses Modell zu verwenden.
In dem Modell mit der einen unveränderlichen Zeitlinie, sind beide Paradoxa jedoch scheinbar nicht lösbar. Das Großvaterparadoxon kann gar nicht stattfinden, und beim Informationsparadoxon (bzw. in der speziellen Form: das Großmutterparadoxon) erscheinen plötzlich Ideen ohne Ursprung.

Manchmal erfordern Geschichten jedoch sowohl das Vorhandensein einer Zeitschleife, vielleicht sogar eines Informationsparadoxons im Rahmen einer unveränderlichen Zeitlinie. Als Beispiele vielleicht die Geschichte in der ein Bibelforscher in die Vergangenheit reist um Jesus zu treffen, dort feststellt, dass der Jesus den er findet ein geistig Behinderter ist, und dann im Laufe der Handlung unfreiwillig selbst zu dem Jesus wird, den wir aus der Bibel kennen.
Fragt mich nicht, wer die Geschichte geschrieben hat, oder wie sie heißt, aber die hab ich mal irgendwo gelesen. Ähnliches gabs auch von Anthony Burgress mit Shakespeare, wenn ich mich recht erinnere.
Solche Geschichten leben ja davon, dass der Zeitreisende die Gegenwart, die er sein leben lang kannte, durch seinen Aufenthalt in der Vergangenheit erst zu dem macht, was sie ist. Und hier kommen Informationen aus dem Nichts. Wenn ich Shakespeares Werke auswendig kenne, kann ich sie ihm in der Vergangenheit natürlich diktieren, aber wer hat sie dann erdacht?

Man nenne mir nur ein Beispiel aus der Filmgeschichte, wo Zeitreisen mit „unveränderlicher Zeitlinie“ auch nur ansatzweise logisch dargestellt sind.
– „Zurück in die Zukunft“? Großvaterparadoxon und im Laufe der Trilogie etliche Informationsparadoxa.

– „Terminator“ Ebenso. Beide Sorten Paradoxa. Das Lustige ist: Im ersten Teil wären die Paradoxa wenigstens konsequent zum Ende gedacht, wenn nicht vom abwesenden John Connor und Teil 2, 3 und 4 drauf bestanden würde, dass die Zukunft änderbar ist.

– „Die Zeitmaschine“(original) Hier werden jegliche Paradoxa umschifft, weil der Protagonist so weit in die Zukunft reist, dass eine Auswirkung auf die Zeitlinie – sollten seine Reisen eine haben – nicht sichtbar sind. Dafür ergibt die Art und Weise des Zeitreisens hier keinen rechten Sinn.
Die Zeitmaschine „bewegt“ sich einfach schneller durch die Zeit, so dass der Zeitreisende in seinem temporalen Schlitten raus schauen kann, und die Welt sieht, wie sie vorgespult wird.
Warum das keinen Sinn ergibt?
Weil zu verschiedenen Zeitpunkten mehrere Versionen seiner Zeitmaschine in Zeit und Raum den selben Platz einnehmen, was unmöglich sein sollte.
Als Beispiel: Erst reist der Zeitreisende ins Jahr 30.000 n Chr., und zwar vom Jahr 1900 aus. Dabei durchquert er unter anderem den 5. Mai 2005, 19 Uhr 26. Reist er später zurück, ohne seine Zeitmaschine zu bewegen, dann durchquert er auf der Rückreise den gleichen 5 Mai 2005, 19 Uhr 26, während er am gleichen Platz steht. Was passiert dann? Sollte der Platz nicht schon voll sein? Und was ist, wenn er nun, nachdem er ein paar Bücher eingepackt hat, wieder in die Zukunft reist, und wieder den gleichen Zeitpunkt passiert? Das wäre dann nämlich schon der dritte Zeitreisende samt Zeitmaschine übereinander. Wie viele passen übereinander? Seht ihr? Das ergibt keinen Sinn.

Dann gibt es natürlich noch andere Filme, die keinen der obigen Wege einschlagen, und von Anfang bis Ende entweder Kraut und Rüben sind, was Zeitreisemodelle angeht, oder so kryptisch sind, dass man alles rein interpretieren kann.
Beispiele für ersteres wären „Time Guardian“, „Austin Powers“ oder „Bill und Ted’s verrückte Reise in die Zeit“, und für letzteres „Donnie Darko“. Bei beiden Kategorien wüsste ich nicht einmal, wo ich anfangen sollte, wenn ich da nach Paradoxa suchen sollte. Aber bei Klamauk wie „Austin Powers“ oder „Bill und Ted“ sollte man da sowieso nicht zu pingelig sein, und „Donnie Darko“ möchte ja eben grad‘ geheimnisvoll und kryptisch sein, da passt das auch.

Wenn ich in einen Zeitreisefilm gehe, dann möchte ich aber nunmal gerne wissen, was die logischen Gesetze für die Zeitreisen sind. Kann man die Vergangenheit der Zeitlinie ändern, ohne seine eigene subjektive Vergangenheit zu ändern? Zeitschleifen oder Zeitspiralen? Großvater- oder Großmutterparadoxon? Sind Paradoxa überhaupt möglich, oder nicht?
Ich bin dafür, dass man Aufkleber auf die Filmplakate klebt, damit ich vor dem Film weiß, womit ich es zu tun habe. Noch lieber wäre mir allerdings ein Zeitreisefilm, der sich entscheiden kann ob er multiple Zeitlinien oder nur eine einzige unveränderliche hat, der weiß, wann er ein Paradoxon einbaut, und was daraus folgt, und der trotzdem einen spannenden Plot hat.

Oft werden die Zeitreisen ja auch nur als Spannungselement in die Handlung eingebaut. „Terminator“ wäre zum Beispiel auch ohne Zeitreisen möglich, dann ginge der Plot aber so: „Killer will Frau aus politischen Gründen umbringen, Soldat will sie davor retten.“
Macht nicht viel her, der Terminator ohne Zeitreisen, oder? (Anm.: Ich finde Terminator natürlich trotzdem klasse)

In „Die Zeitmaschine“ geht es zwar vordergründig um Zeitreisen, diese dienen jedoch nur, um das Gedankenexperiment von den Morlock und den Eloi. das in erster Linie ein soziologisches ist, in die Handlung einzubetten. Statt sich einer Zeitreise zu bedienen, hätte Wells auch wie vor ihm Jonathan Swift in „Gullivers Reisen“, den Protagonisten auf einer unbekannten Insel stranden lassen, auf der nun zufällig Eloi und Morlocks leben. An der Handlung hätte das wenig geändert.

Im Film „Der letzte Countdown“ geht es um einen Flugzeugträger der aus den 80er Jahren, der durch ein unerklärliches Wetterphänomen in der Zeit vor dem Angriff auf Pearl Harbour landet. In dem Film geht es also um „Zeitreisen“, doch die Protagonisten greifen nicht wirklich in die Vergangenheit ein, und gerade als sie sich dazu durchgerungen haben, die Japaner abzufangen, und Pearl Harbour zu verhindern, schmeisst sie das Wetterphänomen wieder in ihre Gegenwart.
Hier geht es also eher um die moralische Entscheidung, ob man die Vergangenheit ändern darf. Ich hätte es interessanter gefunden, wenn die Vergangenheit tatsächlich geändert worden wäre, und was für Auswirkungen das gehabt hätte.

In „Zurück in die Zukunft“ ist der Angelpunkt des Plots hingegen nicht ohne Zeitreisen möglich. In dieser Trilogie geht es um Zeitreisen, und die „Zeitreiselogik“, die man verwendet wird sogar mehrmals in den Filmen – sich teilweise widersprechend – erklärt, weil man die Handlung nicht verstehen kann, wenn man nicht über die Zeitreiselogik Bescheid weiß.
Schade nur, dass die in „Zurück in die Zukunft“ verwendete Zeitreiselogik von vorn bis hinten nicht zusammenpasst.
Trotzdem, hier geht es nicht nur um Zeitreisen, hier ändern die Protagonisten tatsächlich mehrmals – um nicht zu sagen: am laufenden Band – die Vergangenheit, und erleben die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.
Meiner Meinung nach – und trotz aller logischer Schwächen – ist diese Filmreihe mit Abstand das beste, was es bis heute an Zeitreisefilmen gibt; weder sind die Zeitreisen nur austauschbare „Plot-Device“, noch scheut man sich hier ernsthaft, die Zeitmaschine einzusetzen. Im Gegenteil: Ich hab so den Eindruck, in der Trilogie werden etliche Gedankenexperimente zuende gedacht.

Ach ja:  Wer Vorschläge für bessere oder logischere Zeitreisefilme hat, die ich hier nicht genannt habe: Immer her damit.

Ach, was: Egal ob logisch oder nicht, ich will sowieso alle Zeitreisefilme sehen, also auch her mit euren Vorschlägen für vielleicht nicht so gute Zeitreisefilme. ^^

Written by Heiko C. in: Bücher,Esoterisches,Filme,Technisches | Schlagwörter:
Jan
23
2010
2

Biss zur Öffnung des Höllenschlunds…

Einfach herrlich: Was würde Buffy tun, wenn sie Edward „Michschnitte“ Cullen von Twilight an der Backe hätte:

Gefunden im Genderblog.

Ich meine, das ist ja natürlich Geschmacksache, aber da zeigt sich für mich zumindest, wie gut Buffy im Vergleich zu Twilight doch war. Sicher, die Stories bei Buffy neigten dazu sich allesamt etwas sehr ähnlich zu sein, aber die Charaktere kommen bei Buffy nachvollziehbarer, intelligenter und weniger stereotypisch rüber.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Filme,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Jan
20
2010
9

Schlumpfkatzhontas

Kaum ein Film hat die Öffentlichkeit schon im Vorfeld so polarisiert, wie James Camerons Science-Fiction-Öko-Drama „Avatar“. Und auch jetzt, nachdem ihn wohl schon jeder im Kino gesehen hat, der ihn im Kino sehen wollte,  gehen die Diskussionen noch weiter.  Die einen können sich noch nicht entscheiden, ob sie die tolle neue 3D-Technologie nun gut finden, und die anderen werfen dem Film – nicht ganz unbegründet – vor, dass es sich nur um einen Abklatsch von „Pocahontas“, „Ferngully“ oder „Der mit dem Wolf tanzt“ handelt.
Ich hab den Film mittlerweile in 3D gesehen, die Optik war tatsächlich atemberaubend, und die Handlung war okay, wenn auch schon nicht so besonders neu.
Den Film in eine Schublade mit dem unterirdisch schlechten „Ferngully“ zu stecken ist meines Erachtens nach eine Beleidigung, im Grunde genommen ist der Film was Handlung und Schauspielerei angeht auch nicht wirklich schlechter als Kevin Costners Indianerepos.

Was man allerdings tun muss, wenn man diesen Film genießen will, ist sich dazu zu zwingen über die ganz groben logischen Fehler erst einmal hinwegzusehen.
Darüber, dass die Tier und Pflanzenwelt Pandoras scheinbar samt und sonders mit einer Art organischem USB-Anschlüssen ausgestattet sind, die es den Pandoranern erlauben sich – mittels passendem Stecker in deren Haaren – mit scheinbar beliebigen Tieren oder Pflanzen zu verbinden, um diese dann in einer Art symbiotischer Verbindung zu steuern…

Gut, ich zweifle daran, auch nach längerem Überlegen auf ein evolutionsbiologisches Szenario zu kommen, dass es sinnvoll machen würde so etwas zu entwickeln, aber na ja. „Suspension of Disbelief“ – zu deutsch „Außerkraftsetzung des Unglaubens“ – nennt man die bei Science-Fiction angemessene Reaktion auf sowas wohl.

Besonders störend fand ich jedoch die schwebenden Berge, die es auf dem Planeten Pandora gibt. Gut, schwebende Berge ließen sich wohl noch irgendwie mit Magneto-Dingenskirchenstrahlen erklären, die unter den Bergen ein Kraftfelddingsie erzeugen, und sie somit anheben, doch das erklärt nicht, wie diese schwebenden Berge Wasserfälle haben können.
Ich meine, irgendwoher muss das Wasser doch kommen, oder? Muss ja irgendwann alle sein, wenn der Felsen, auf dem die Quelle entspringt, nicht besonders groß ist, und keine Verbindung zum Erdboden hat, oder?

Ich meine, als surreale Kunst von Renè Magritte lass ich mir sowas ja gefallen, wenn es sein muss, auch als kitschiges Fantasy-Poster oder -T-Shirt, aber in einem Science Fiction Film, der sich ansonsten alle Mühe gibt, dass man ihn ernst nimmt? Nee, das war ein wenig zu viel des Guten.
Sicher könnte man sich da auch eine abstruse Erklärung einfallen lassen, wie das in der Logikwelt des Filmes funktioniert. Würde man mich zwingen, das wegzureden, dann würde ich mit Pflanzen anfangen, die Wasser aus der Luft sammeln, das dann unten abfließt – aber das müssten dann schon echt produktive Pflanzen sein.

Ansonsten habe ich erstaunlich wenig zu meckern, auch wenn ich mich darauf gefreut habe meckern zu können. Leider ist der Film nicht ein Zehntel so schlecht, wie 2012 war.
Das SF-Setting ist – von Ausreißern wie den Schwebebergen mal abgesehen – recht solide, ebenso die Handlung, und die Zeichnung der Charaktere. Hier erreicht der Film mit der Schulnote 3 wohl grad noch so die Absicht, die James Cameron bei der Produktion im Kopf hatte.
Wirklich außergewöhnlich wird der Film jedoch nur durch seine Effekte, speziell das 3D.
Ich erinnere mich daran, wie in den 80ern irgendwann mal im Fernsehen einige 3D Sendungen liefen. Die waren in schwarz-weiß, und die spärlich verteilten 3D Elemente waren rot-grün, zu betrachten durch eine Brille mit rotem und grünem Glas. Ich schreibe hier „Glas“ obwohl es sich streng genommen um billige Plastikfolie gehandelt hat.
Der 3D Effekt damals war eher so mau bis gar nicht, und von dem Rot-Grün bekam ich ziemlich schnell Kopfschmerzen.

Ich hab Avatar in einer Version gesehen, bei der man den 3D Effekt durch das Tragen einer Brille mit polarisierenden Gläsern sichbar macht.
Die Szenen mit den menschlichen Schauspielern waren räumlich, allerdings hatten die eher was von einem Diorama, als von echtem 3D, doch als der Film dann nur noch computeranimiert war, war er so 3D, wie ich nur fähig bin 3D zu sehen, und durch die grelle Buntheit des Filmes wirkte das echter als echt. Alle Achtung! Langsam glaube ich an die Prognose, dass wir das reguläre 3D-Fernsehen spätestens 2014 haben werden.

Ach ja, durch die polarisierenden Gläser war alles ganz normal in Farbe, und Kopfschmerzen hatte ich trotz der 160 Minuten langen Kinositzung auch nicht.

Das bemerkenswerte an dem Film sind neben den Effekten dann natürlich auch die Kontroversen die er ausgelöst hat.
In China beispielsweise darf „Avatar“ nur noch in 3D Kinos gezeigt werden, weil sich die Chinesen aufgrund der Enteignungspolitik in China sonst eventuell zu sehr mit den eingeborenen blauen Schlumpfkatzen-Aliens im Film identifizieren. Bei heise gibt es dazu mehr. Ein chinesischer Blogger fragte sich sogar angesichts Avatars, ob James Cameron mal heimlich in China gelebt habe, weil die Handlung des Filmes so zu den Zwangsräumungen passe, die in China wohl an der Tagesordnung zu sein scheinen.

Auch in Russland hat man Probleme mit dem Film. Wie die Welt berichtet, hat die Kommunistische Partei in Russland Camerons Verhaftung gefordert, weil er Elemente seines Filmes aus einem Roman des russischen SF-Schriftstellers Strugazki „übernommen“ hat.
Strugazki selbst sieht das mit dem „Übernehmen“ ähnlich, will aber keine Anzeige erstatten.
Das wäre allerdings auch nicht das erste mal, selbst wenn er Cameron anzeigen würde. E.A. van Vogt hat auch damals das Studio verklagt, dass „Alien“ gedreht hat, weil die ganze Prämisse des Films auf einer seiner Kurzgeschichten beruht. Van Vogt hat übrigens damals recht bekommen.

Beim Narren auf dem Hügel gibt’s zu dem Film noch ne zweite Meinung: LINK! Und eine dritte gibt es im Magdeblog: LINK!

Written by Heiko C. in: Filme,Kurzrezensionen,Politisches | Schlagwörter:
Dez
12
2009
--

Horrorfilme, Remakes und lesbische Lebensweise

Ich kam mit ein paar Freunden neulich wieder dazu einen Klassiker des Horrorfilm zu schauen. Es handelt sich um „The Haunting“, eine Adaption des Romans „The Haunting of Hill House“ in der Version von Ray Wise aus dem Jahre 1963. Auf Deutsch heißt der Film „Bis das Blut gefriert“.

Das wohl letzte Mal davor hatte ich den Film gesehen, als ich so 14 war, und damals fand ich ihn wirklich gruselig, trotz – oder gerade weil – er sehr sparsam mit visuellen Effekten umgeht. Ähnlich wie „Blairwitch Projekt“ – den man nun mögen kann, oder auch nicht – oder jüngst „Paranormal Activity“ legt auch „The Haunting“ ein größeres Gewicht auf die Glaubwürdigkeit der Charaktere, als auf möglichst grausame Darstellung von Monstren, Spuk oder Verstümmelung. Aus heutiger Sicht mag man den Film daher vielleicht als „zahmen Gruselfilm“ bezeichnen, lässt man sich jedoch auf die grimme Atmosphäre ein, hält er immer noch den einen oder anderen Schrecken für den Betrachter bereit.

Hier eine Kurzzusammenfassung des Plots, wer den Film lieber erst sehen will, der soll mal woanders hinlesen. SPOILERALARM!!!! …sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Irgendwo in Neuengland gibt es eine alte Villa namens „Hill House“. Im Laufe der Jahre sind dort zahlreiche Bewohner ums Leben gekommen, zuletzt die Tochter des Erbauers, die ihr ganzes Leben lang ihr Kinderzimmer nicht verlassen hat, und schließlich als greise Frau in ihrem Bett starb, weil ihre Zugehfrau sich statt aufzupassen auf dem Balkon lieber mit einem Mann vergnügt hat.
Die Zugehfrau erbt ungerechterweise den alten Kasten, und erhängt sich schließlich in der Bibliothek des Hauses. Seitdem heißt es, in dem Haus spuke es.
Ein Parapsychologe (Dr. Markway) will es dann irgendwann genau wissen, und mietet das Haus von der Besitzerin, um die Spukereignisse zu dokumentieren. Die Besitzerin warnt, dass das Haus nur Ärger mache, und schickt ihren dandyhaften Neffen Luke mit, um bei den Experimenten zu helfen.
Als Menschen, die schon mal übersinnliche Erfahrungen gemacht haben werden auch noch die telepathisch begabte Thea und die perspektivlose Eleanore eingeladen.
Alle werden sie von der Haushälterin begrüßt, die ein wenig an Frau Blücher aus Frankenstein Junior erinnert, und mehrmals darauf hinweist, dass sie nachts nicht im Haus ist, und keiner hört, wenn wer schreit. In der ersten Nacht hören Thea und Eleanor ein unheimliches gleichmäßiges Klopfen, dass durch das Haus zu wandern scheint. Zudem ist noch ein seltsames Schnüffeln zu hören.
Beide geraten in Panik, bis das Klopfen abrupt aufhört. Sie öffnen schließlich die Tür um nachzusehen, was los war, und treffen auf Luke und Dr. Markway, die sich im Garten herumgetrieben haben, um einen Hund zu suchen.
Immer mehr merkwürdige Ereignisse finden statt, so findet sich eine merkwürdige Schrift an der Wand, Eleanor hört es des Nachts wieder Klopfen und andere Geräusche, und verliert langsam den Verstand. Am Ende ist sie davon überzeugt, dass das Haus sie selbst will, und ist in geistig derart desolater Verfassung, dass sie das sogar gut findet.
Im ganzen Film finden sich nur wenige wirkliche Ereignisse, die sich nicht auf die Einbildung der schwachen Psyche von Eleanor zurückführen lassen. Einmal die Klopfgeräusche des nachts, die Thea immerhin das erste mal auch hört und später dann eine Tür, die sich nach innen biegt, als wäre sie aus Gummi, ein Ereignis, dass alle 4 sehen. Bis zu letzteren Ereignis könnte man auf die Idee kommen, in dem Haus spuke es garnicht. Auch der Bodycount ist hier für das Genre eher zurückhaltend: In der gesamten Haupthandlung stirbt nur ein Mensch.

1999 kam dann ein Remake, dass ebenfalls „The Haunting“ hieß, diesmal auf Deutsch „Das Geisterschloss“. Als erster Unterschied zum Original fällt auf, dass hier keineswegs mit Effekten und kreativen Todesfällen gespart wurde. Hier sieht man durchsichtige Geister alà Ghostbusters, dort wird Owen Wilson der Kopf abgesäbelt. Auch die Vorgeschichte des Hauses ist um ein gutes geschüttelt Maß spektakulärer als im Original. Wo 1963 der Erbauer des Hauses nur ein wenig exzentrisch war, hat er im Remake im überdimenionalen Kamin des Hauses Kinder verbrannt.
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich vom Remake – gelinde gesagt – enttäuscht war, wenn auch nicht überrascht.
Noch etwas, dass mir aufgefallen ist, als ich den Film dann irgendwann auf Video gesehen habe: Die hier von Cathrine Zeta Jones gespielte Thea scheint im Remake lesbisch zu sein. Das spielt im Rest des Filmes kaum eine Rolle, und gerade deshalb hat mich das ein wenig überrascht, … bis ich dann mal wieder das Original sah.

Damals ist es mir nie aufgefallen, denn im Grunde ist es recht subtil gemacht, aber Thea ist auch schon im Original scheinbar lesbisch, und zudem in Eleanor zumindest verknallt. In der ersten Nacht nutzt sie den Moment der Erleichterung nachdem das Geklopfe aufgehört hat, um Eleanor mitzuteilen, dass sie sich „nach Wärme“ sehnt, wenn sie mit solchen Schreckmomenten konfrontiert ist – während die beiden noch Arm in Arm zusammen im Bett liegen. Später reagiert sich mit einem belustigten „Nein!“ auf die Frage, ob sie verheiratet sei, als sei dies die dämlichste Frage, die man ihr überhaupt je gestellt habe, und den ganzen Film über wird sie nicht müde zu betonen, dass Dr. Markway kein Interesse an Eleanor hat, die bis über beide Ohren in ihn verknallt ist.
Außerdem scheint Theas Körpersprache und Verhalten stets und ständig darauf hinzudeuten, dass sie Eleanor aus vollen Rohren anbaggert.
Eleanor merkt zuerst nicht, dass Thea ein romantisches Interesse an ihr hat, und als sie es dann merkt, reagiert sie offen feindselig. Das gipfelt dann schließlich darin, dass sie Thea wutschnaubend vor die Füße wirft, dass sie „widernatürlich“ sei, was Thea zusehends sehr verletzt.

Nun kann man dies alles auch anders deuten. Das „widernatürlich“ könnte ebensogut auf Theas telepathische Begabung zurückzuführen sein, welche allerdings keine allzu große Rolle im Rest des Filmes spielt. All die anderen Anzeichen kann man leicht übersehen, doch ist es in alten Filmen üblich gewesen, Homosexualität nur sehr subtil darzustellen, weil eine von der Kirche aufgezwungene Selbstzensur die Thematisierung selbiger in Hollywoodfilmen strikt verboten hat. Allein die Zweideutigkeit genannter Szenen würde ich also eindeutig nennen, gerade auch wenn man sich das Resümee von Regisseur Robert Wise ansieht. Seine Filme sind gerne mal unter der Oberfläche gesellschaftskritisch, auch wenn sie oberflächlich als Horror- oder Science-Fiction-Filme daherspazieren. Zu nennen sei da nur „Der Tag an dem die Erde stillstand“, ein SF-Film, der im Grunde eine bitterböse Gesellschaftskritik ist, oder „House on Telegraph Hill“, ein Psychothriller, der fast nebenbei das Grauen des Holocaust aufgreift.
Schade, dass im Remake von „The Haunting“ so wenig Gesellschaftskritik übriggeblieben ist. Wieder ein Remake, dass um die tiefere Bedeutung erleichtert wurde, wie so viele von Filmen aus der Zeit.

Written by Heiko C. in: Filme,Gesellschaftliches,Gruseliges,Psychologisches | Schlagwörter: , ,
Dez
12
2009
1

Native American myths – cold ones – vampires!!!

Hello zere! Today is english speaking day! On english speaking days I will translate each one of my most popular articles into ze language of english, to introduce zem to a worldwide audience.
This way I will achieve ze world domination. Har Har.

And now to my most viewed article „Indianische Legenden – Kalte Wesen – Vampire“ but translated into english:

Every day some people stumble across my blog, searching for „cold ones“, „native american legends vampires“, „vapire the cold one“ or, or, or. That is of course connected to the hype of those unspeakable vampire-books by Susanne Meier Stephanie Meyer or the movie adaptations of those.
Since all those seekers in the digital desert – who appear to come mostly from lower saxony – only find my two rants (both in german) of the first two twilight books, and may be dissapointed of that, I just type this article now as a peace offering.

Update1: Maybe here you will find what you were searching for. I have searched some native american legends for vampires: LINK (in german)

Vampires (in german) are incredibly cool. Terrifying cool. Even terrifying and cool. And for the sake of peace „beautiful and/but dangerous“, as Susanne Meier Stephanie Meyer gets not tired to state in her books. But not if they glitter. If those bastards think they have to feed of our blood, they should at least have the courtesy to turn to ashes in the sunlight. Everything else is ridiculous and stupid and not cool at all.

But as said, this is a peace offering. Here some pictures of vampires:

Update2: Wellywell, the pictiures I had linked here disappeared from deviant art, as it seems. Maybe because this article generated too much traffic? Who knows.
Well, then I have to draw some myself. Might take a while.

Update3: Here my first own vampire picture:


skating nosferatu

Update4: And another one:

jolly emo-vampire

Update3: Maybe here is a site that might interest you as well: www.kaltewesen.de 😉

Update4: And another little clue for you: Since books and movie as well are in english language, you might find the site Bella is searching the interwebs for – if existing – most likely better, if you search for „cold ones native american legends“ or „cold ones indian legends“.
I hope that helps. If anyone ever finds those bastards of websites featured in the movie, I would be delighted to know about them.
Thanks.

Written by Heiko C. in: Bücher,English speaking day,Filme | Schlagwörter: , ,
Nov
13
2009
12

Giraffen und Nashörner

Der schlimmste Roland Emmerich aller Zeiten ist immer der gerade neueste.

Mit der Erwartung, dass dies auch bei „2012“ zutrifft, dem neuesten Blockbuster aus der Filmeschmiede des schwäbischen Turnschuhträgers, bin ich dann gestern auch im Kino gewesen.

Möglicherweise das Sequel zu 2012: Planet der Giraffen

Sicher, bisweilen gab es Ausnahmen von der Regel: Zwar war „Godzilla“ schlimmer und blöder als „Independence Day“, dafür schien „The Day after Tomorrow“ aber wieder nicht ganz so schlimm zu sein, wie „Godzilla“. Und bis auf das schmalzige Ende war „Independence Day“ um einiges besser als der vorher erschienene Emmerichfilm „Stargate“.
Aber im Großen und Ganzen ist dennoch erkennbar, dass Emmerich bei seinen Filmen immer mehr Wert auf die Effekte zu legen scheint, und immer weniger Wert darauf, eine anständige Handlung, und glaubwürdige Protagonisten hinzubekommen.
Recht oft greift er auf eben die gleichen Archetypen bei seinen Handlungsträgern zurück. Im Mittelpunkt der Erzählung steht oft ein hellhäutiger Bücherwurm (gerne mit Brille), der Familienprobleme hat, und im Laufe der Handlung immer fast im Alleingang mal die Welt, mal seine Familie oder auch irgendwas anderes rettet.
Die Antagonisten sind meist irgendwelche pragmatischen Real-Politiker, die zynische und menschenverachtende Befehle geben, oder durch ihre Kriegslüsternheit die Kacke erst zum dampfen bringen.

Nun, aber ich schweife ab, denn es geht ja nicht um die anderen Emmerichs hier, sondern um sein neuestes Meisterwerk „2012“, nach dem man schielend aus dem Kino kommt, weil einen der Irrsinn beidseitig von vorn überholt.

SPOILER ALARM — WER DEN FILM NOCH SEHEN WILL, SOLLTE JETZT MAL WOANDERS HINLESEN!!!

Es geht los 2009 in Indien, wo ein Forscher der irgendwie für die US-Regierung arbeitet, einen indischen Kollegen und dessen Familie trifft. Warum ich die Familie erwähne? Eigentlich nur, weil die Frau des Inders klingt, als habe Gülcan sie synchronisiert. Aber die gute sagt Gott sei Dank nur einen Satz.
Na ja, die beiden Forscher gehen dann in ein Bergwerk, wo unten ein riesiger Topf mit Wasser kocht. Das alles habe mit der Sonne und Neutrinos zu tun, erfährt man als Zuseher. Die Neutrinos haben sich einfach ohne Vorwarnung in „neue Elementarteilchen“ verwandelt, die den Erdkern schmelzen. Sowas. Und ich dachte, der Erdkern wäre bereits flüssig. Na ja, bin eben kein Geologe.

Nächster Szene: 2 Wochen später (oder so) kommt der US-Forscher auf irgendeinem Botschaftsempfang (oder so), und erzählt seinem Vorgesetzten (Typ pragmatischer Realpolitiker), was da schlimmes los ist. Was genau, erfahren wir noch nicht, aber der Vorgesetzte setzt sozusagen seine politische Maschinerie in Gang.

Dann kommen etliche Endlose Schnitte durch die ganze Welt, wo zwischen 2009 und 2012 seltsame Sachen passieren. Unter anderem wird die aus dem Louvre heimlich entfernte Mona Lisa in Sicherheit gebracht und in China wird ein Damm gebaut.

An der Stelle begann ich mich schon zu fragen, ob der Film jetzt so bleibt, und die restlichen zweieinhalb Stunden mit ähnlichen Szenen bestückt sein werden, die alle etwa 30 Sekunden lang waren. Aber nein, irgendwann geht die Handlung dann los, wenn man es so nennen kann.

Wir lernen einen recht erfolglosen Schriftsteller kennen (So Typ Bücherwurm), der seine beiden Kinder von seiner Ex-Frau abholt, um mit ihnen im Yellowstone-Nationalpark zu campen. Weil sein eigener Wagen nicht anspringt, und er droht zu spät zu kommen, fährt er in einer Stretchlimosine vor. (einfach nicht drüber nachdenken)

Die drei (Tochter mag Vater, Sohn mag den Vater nicht) fahren also zum Yellowstone Park, wobei sie von hektisch herumfliegenden Militärhubschraubern überholt werden. Keiner denkt sich was dabei. Warum auch? Ebenso wird ignoriert, dass große Teile des Parks anscheinend abgesperrt sind, und statt einem vorher dagewesenen See nur noch eine dampfende Pfütze voller Tierkadaver anzutreffen ist.
Bevor unsere drei Leutchen aber zu sehr ihre Zeit mit Nachdenken oder gar Panik vergeuden, kommt die Armee, sammelt sie ein, und sagt ihnen, dass es nichts zu sehen gäbe, sie aber besser wieder nachhause gingen.
Danach campen die drei noch eine Weile im Park, und fahren dann auf Aufforderung der Mutter zurück nach LA, weil dort ein Erdbeben ist. Die Kinder sind wieder sicher bei der Mutter und ihrem neuen, als Los Angeles (wo die alle sind) ins Meer zu kippen beginnt. Der Limosinenschreiberling holt die ganze Bagage ab, und nach einer nur ABSURD zu nennenden Jagd durch die Stadt, in der die 5 erfolgreich versuchen mit einer Strechlimo Erdspalten davonzufahren, schnappen sie sich ein Flugzeug am Flughafen, und fliegen – fallenden Gebäudeteilen ausweichend – davon.

Man fliegt zurück zum Yellowstone Park, weil da ein Verrückter mit einer Karte lebt. Diese findet man gerade noch rechtzeitig bevor der ganze Nationalpark mit fauchenden Lavabrocken und Pilzwolken in die Luft fliegt. Samt Druckwelle, die der recht nahestehenden Patchworkfamilie nur ein wenig die Haare zerzaust. Was ist aus Duck and Cover geworden?

Nun, man hat die Pläne, und weiß, wo die „Raumschiffe“ gebaut werden, auf denen ausgewählte Exemplare der Menscheit die globale Neutrinokatastrophe überleben sollen. Und zwar: In China. Wenn nämlich einer schnell was großes bauen kann, dann die Chinesen. Siehe auch z.B. Große Mauer.
Man macht noch einen Zwischenstopp irgendwo, um das kleine Flugzeug gegen ein größeres zu tauschen, wobei man in die Gesellschaft eines dicken und skuppellosen reichen Russen, seiner zwei Kinder Lolec und Bolec, seiner Geliebten, deren Hund, und dessen aller Pilot gerät.
Beim Start verliert man das Fahrgestell.
Eigentlich will man in Hawaii einen Zwischenstopp machen (ohne Fahrgestell), aber Hawaii ist mitlerweile ein einzieger großer aktiver Vulkan. Pech.
Während viel zu früh der Sprit ausgeht um China zu erreichen, hat sich China in der Zwischenzeit glücklicherweise in Richtung Flugzeug bewegt, so dass man doch noch irgendwie landen kann, halbwegs sicher, nur der Pilot stirbt. [Nachtrag: Aufgrund einiger Nachfragen hier nochmal erklärt: China, DER KONTINENT (!) bewegt sich in Richtung Flugzeug, nicht irgendwelche chinesischen Rettungsteams.]

Ja… Dann geht’s erst so richtig los, obwohl hier etwa ein Brandloch im Film zu sehen ist, und ich mir schon erleichtert dachte: Zum Glück dauerts jetzt nicht mehr so lange. Ha! Pustekuchen!
Chinesische Grenzpatroullien oder so kommen an, lassen den dicken Russen und seine Blagen passieren, weil der ne Vipkarte für eins der Schiffe hat. Die anderen werden im Schnee stehengelassen, und ärgern sich.

Nun sehen wir zum ersten mal die Schiffe, und wie Michelangelos David, Nashörner und Giraffen in eines von ihnen geladen werden.
Klar, was braucht der postapokalyptische Mensch unbedingt? Giraffen und Nashörner, die Nutztiere der Zukunft – scheinbar. Aber nicht weiter drüber nachdenken. Ich hätte Kühe, Schafe und Schweine mitgenommen, aber das ist wohl nur der Nordfriese in mir. Wie schmecken Giraffen und Nashörner? Sollen die vielleicht gekreutzt werden miteinander?

Eierlegende Wollmilchsäue der Zukunft?

Die Patchworkfamilie samt Russengeliebter treffen eine chinesische oder tibetische Familie, und man beschließt gemeinsam auf eine der Archen zu schleichen. Weil der älteste Sohn da arbeitet, kann der die reinschmuggeln.

Arche drei ist kaputt. Das Schiff, wo der dicke Russe und seine Arschlochkinder ein Ticket für haben. Haha! Die Geliebte zeigt den dreien beim Reinschleichen ins Schiff den Stinkefinger.

Die Türen schließen sich, und das ist auch gut so, weil eine Monstertsunamiwelle in 10 Minuten den Himalaya überschwemmt, und da alle Türen zu sein sollen. Aber nein! Die Leute auf Gleis Drei können ja nicht in ihr Schiff, weil wegen kaputt!

Eine kleine Meuterei später werden die Türen also wieder geöffnet, damit auch der Rest reinkann. Heldenmutig stirbt der dicke Russe, als er seine Kinder nochmal eben in eins der Schiffe wirft.

Dann gibt es noch ein paar Verwicklungen, und dann kommt die Monsterwelle, und dann fahren alle in den Sonnenuntergang. Einen Monat später findet man Afrika, wo die Welle nicht hingekommen ist. Man hätte es sich also getrost sparen können, die blöden Nashörner und Giraffen mitzunehmen. Film Ende.

Soviel dazu.

Was für ein Bullshit. Und ich hab mir noch Mühe gegeben alles ein wenig zusammenzufassen und einfach nur zu schreiben, was da abging in dem Film. Es schaut sich allerdings genauso absurd an, wie sich meine kleine Zusammenfassung liest.
Ach ja, und erstaunlich auch, was mit den Lenkern der Welt passiert:
Recht früh im Film – zumindest kam es mir so vor – wird klargestellt, dass man die Regierungen mitnehmen muss, wenn die Apokalypse kommt. Sonst gäbe es ja Anarchie!! Und Apokalypse ist ja schon schlimm genug ohne Anarchie oder? Die Merkel kommt mit an Bord. Also zumindest die deutsche Kanzlerin. Für die Merkel sieht die zu nett aus, und hat zu lange Haare, aber wer weiß, vielleicht lässt sie sich die ja die nächsten drei Jahre wachsen.

Toll. Noch nicht einmal der Weltuntergang befreit uns von der CDU. Den Schäuble hab ich nicht entdecken können, aber wie ich den Laden kenne, lenkt der eins von den Schiffen.
Wie muss ich mir das im weiteren vorstellen? Bauen die Merkel samt Union im postapokalyptischen Afrika eine neue Zivilisation auf? Patroullieren die Grenzen von „Neudeutschland“ wachende Giraffenreiter der jungen Union? Gekleidet in Nashornleder? Und warum ist eigentlich die CDU noch nicht auf dem Mond?

Merkel im Zenit ihres Schaffens

Der von Danny Glover gespielte Obama kommt übrigens nicht mit. Der bleibt zuhause, genau wie der Papst und auch Berlusconi. Die wollen nah bei ihrem Volk bzw.Schäfchen bleiben. Aber die Queen von England, die rettet sich natürlich.
Was Putin und Chuck Norris derweil machen, erfahren wir nicht. Aber die beiden werden sicher dem Tsunami eigenhändig davonschwimmen, und die Überschwemmung später mit Strohhalmen austrinken.

Die Queen, die Merkel und die Regierungen der Erde (damit es keine Anarchie gibt) sowie haufenweise reiche Leute, die sich für eine Milliarde eine Fahrkarte kaufen konnten, werden also auf den Schiffen mitgenommen. Warum muss ich an die B-Arche von Golgafrincham denken, wo dann nachher Frisöre und Telefondesinfizierer versuchen auf der prähistorischen Erde eine Zivilisation aufzubauen? Mit uns Merkel muss ich da an ähnliche Szenarien denken.

Was gefehlt hat in dem Film:
– Cthulhu natürlich. Da ist mal Weltuntergang, und er wird nicht eingeladen. Menno! Den hätte man doch prima in irgendwelche obskuren Mayalegenden einbauen können. Ne gefiederte Schlange ist er ja nun nicht gerade, aber von den Maya ist so weing erhalten, denen kann man doch im Prinzip alles andichten.

Was ewig liegt, das bestraft das Leben

– Eine Pointe zu dem langen, anstrengend albernen Witz, den 2012 abgibt. Mir hätte es schon gereicht, wenn alle in den Sonnenuntergang segeln, denken sie wären in Sicherheit, und dann eine Untertasse alle Archen abschießt. DAS wäre witzig gewesen, und hätte den ganzen Film erträglich gemacht, wenn auch nur im Nachhinein.

Happy End

Würde ich den Film weiterempfehlen?
Ist zwar hübsch bunt und laut, aber empfehlen? Dann doch nicht. Ich hab zwar ein paar Mal gelacht, sogar laut, aber die Gagrate war deutlich zu niedrig für einen Film dieser Länge. Wer sich aber bei „Indiana Jones 4“ immer über den atombombensicheren Kühlschrank ärgert, dem kann ich „2012“ allerdings nur empfehlen. Wer den gesehen hat, hält besagte Kühlschrankaktion für vergleichsweise nicht mal so unrealistisch.

Zum Abschluss:
Dies war ein Rant. Es gibt auch durchaus geistig gesunde Leute, die den Film gut fanden. Wer nach dem Genuss dieses Artikels eine zweite Meinung einholen möchte, kann hier bei Scienceblogs schauen. Florian Freistetter schreibt dort, dass er den Film mag, und warum.
Ich kann nur annehmen, dass er den Film durch die „Hollywood: eh alles Blödsinn“-Brille des Naturwissenschaftlers wahrgenommen hat, und ich durch die „Story is King“-Brille des verkappten Geisteswissenschaftlers. Das erklärt dann auch die Meinungsverschiedenheit. Aber na ja, Geschmack halt.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,

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Mrz
20
2010
3

Columbo goes far east

Eine Folge Columbo, zusammengefasst in Haikus:

Psychater ist bös‘
Schläft mit seiner Patientin
Bringt ihren Mann um

Schläge auf der Couch
Schürhaken auf den Kopf. PENG!
Ihr Mann ist jetzt tot

Eilig aus dem Haus
Den Blinden fast umgefahr’n
Der Blindenhund bellt

Der Mord wird gedeckt
Patientin erzählt Lügen
Dem Mörder wegen

Der Columbo raucht
eine braune Zigarre
In ’nem Krankenhaus

Mörder pumpt Drogen
In Geliebte rein, wegen
Lügendetektor!

Mörder hypnoti
siert Geliebte damit sie
sich umbringen tut.

Geliebte ist tot
Columbo konnte nichts tun
Kraniche fliegen

Der Mann im Trenchcoat
Hat noch eines vergessen
Den Mörder nervt dies

Columbo wird laut
Schreit Sprechstundenhilfe an
verunsichert sie

Columbo hat’s raus
Der Mörder wird unruhig
Verhafte ihn schon!

Und falls jetzt jemand denkt, dass Haikus eigentlich nur auf Japanisch einen Sinn ergeben, so mag er recht haben.

Written by Heiko C. in: Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter:
Mrz
19
2010
3

Extreme Twilight-Acting Method

Wer sich schon immer gewundert hat, was das gewisse je ne sais quoi, der Schauspielkunst von Kirsten Kristen Steward, dem Star der Twilight Reihe, sein könnte, dem wird ebendies in folgendem Video enthüllt:

Genau! Sie macht irgendwas mit den Lippen, und das stets und ständig.

Irgendwie muss ich dran denken, wie Bellas und Edward Ehe irgendwann später mal aussieht, sagen wir, wenn die beiden irgendwo sitzen, in der Woche in der Edward gerade pensioniert wurde, und Bella nun zuhause nervt:

Edward: (schaut als müsse er aufs Klo)

Bella: Hör‘ auf damit!

Edward: Womit?

Bella: Mit deinem Tick!

Edward. Was für einem Tick?

Bella: Immer kuckst du so, als müsstest du aufs Klo!

Edward: Das ist kein Tick, das ist eine liebenswerte Eigenart! (kuckt als müsste er aufs Klo)

Bella: Da! Du machst es schon wieder!

Edward: Na und? Dann lass mich doch! Ausserdem machst DU ja immer so! (beißt sich auf die Lippen)

Bella: Garnicht!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Filme | Schlagwörter: , ,
Feb
25
2010
--

Selektive Wahrnehmung im alten Griechenland

Heute kam „Atlantis, der verlorene Kontinent“ auf DVD mit der Post, und wo ich den Filmklassiker von George Pal gerade wieder mal sehe, fällt mir auf, wie merkwürdig Hollywoodfilme doch das alte Griechenland darstellen.

Der folgende Text mag Spoiler für einen Film enthalten, der ein halbes Jahrhundert alt ist: Im Film geht es grob darum, dass ein junger Fischer aus dem antiken Griechenland beim Fischen im Mittelmeer eine bewusstlose junge Frau auf einem Floß findet.
Als diese gerettet dann wieder das Bewusstsein erlangt, bittet sie den Fischer, sie zurück nach Atlantis zu bringen, wo sie eine Prinzessin sei. Der Fischer bringt sie dann nach Atlantis, wo er sofort zum Dank versklavt wird, ein Krieg gegen alle Nichtatlanter geplant wird und noch allerlei andere Dinge passieren, bis Atlantis am Ende des Films dann im Meer versinkt.

Was mir jetzt jedenfalls an der Darstellung der alten Griechen, und wir reden hier vom Griechenland der Sagenzeit, auffiel, ist erstens mal, dass „die Griechen“ als homogenes Volk, quasi als Nation, beschrieben werden, was sie zu der Zeit noch lange nicht waren. Ebenso haben die Griechen hier eine Demokratie, denn der Held des Films . Demetrios, erklärt der atlantischen Prinzessin, dass es in Griechenland keine Könige oder Prinzessinnen gäbe.
Ebenso gäbe es keine Sklaven in Griechenland.

Ich weiß nicht wie es dem geneigten Leser geht, aber bei dem Wort „Sklave“ fallen mir als erstes die Sklaven in der antiken Welt ein. Spartakus, dem der Sklavenaufstand in Rom zugeschrieben wird zum Beispiel, aber eben auch die Sklaven im antiken Griechenland.
Abegesen davon, dass es damals kein „Griechenland“ in dem Sinne gab, sondern nur eine ganze Masse von Stadtstaaten, die mehr oder weniger miteinander in Konkurrenz standen, und dass diese Stadtstaaten – jedenfalls in der Zeit in der die griechischen Heldensagen spielen – von Königen regiert wurden, so kann man doch bei aller erzählerischer Freiheit nicht so tun, als ob es im antiken Griechenland nie nicht keine Sklaven gibt.

Gut, es handelt sich um einen alten Film, da kann sowas ja passieren, mag man sich denken, und „Atlantis – der verlorene Kontinent“ hat dann auch noch andere Stellen, bei denen sich ein Historiker an den Kopf fassen mag. Sieht es denn heute anders aus? Wird Griechenlands Antike realistischer geschildert?

Hm. Nicht wirklich. Man sehe sich nur den Film 300 an. Auch da wird der Film so erzählt, als gäbe es in Griechenland keine Sklaven, und als wollten die bösen Perser die Sklaverei einführen, wenn Griechenland zum Protektorat Großpersiens wird. In 300 ist davon die Rede – und zwar mehrmals und mit jeder Menge schmalzigem Patriotismus hinterlegt – dass alle Griechen „freie Männer“ seien, sogar die Frauen.

Woran liegt nun dieses über Jahrzehnte der Filmemacherei konsequent durchgeführte Verschließen der Augen vor den unangenehmen Seiten des antiken Griechenlands?

Ich hab da so eine Theorie:
1. Wenn Amerikaner an Sklaverei denken, denken sie nicht als erstes an die alten Griechen und Römer, wie ein Europäer es tun würde. Sie denken statt dessen an die Versklavung von Menschen aus Afrika im eigenen Lande.
Vielleicht ist es daher schon generell für Amerikaner einfacher die Sklaverei der Antike einfach gedanklich „auszublenden“.
2. In den USA scheint man sich mit den antiken Griechen identifizieren zu wollen: Man sieht sich dort gerne als „Wiege der Demokratie und Wissenschaft“, und nicht umsonst sieht der Regierungsbezirk von Washington aus wie ein einziger, klobiger, griechischer Tempel.
Und wenn man sich mit etwas identifiziert, dann neigt man wohl auch dazu, es in besonders schönen Farben zu malen, und die unschönen Stellen wegzulassen. Nichts anderes machen wohl amerikanische Filmemacher.

Nervig, aber was kann man schon dagegen tun?

Feb
15
2010
8

Werwölfe!!!

Ich bin vorgestern zu „Wolfman“ im Kino gewesen. Eigentlich hatte ich mir ja wohlmöglich mal wieder einen guten Werwolffilm erhofft, der letzte – „American Werewolf“ – ist ja nun schon fast 30 Jahre her.

Aber nein, das wäre ja auch zu schön gewesen. Wolfman war – in einem Wort ausgedrückt – langweilig.

Der folgende Text enthält Spoiler – immer vorausgesetzt, dass ein so langweiliger Film überhaupt gespoilt werden kann.

*

Der Film spielt irgendwann im Jahre Viktorianisch-Schießmichtot, und ein Schauspieler reist zu dem Anwesen seiner Eltern, weil sein Bruder tot ist. Zuhause findet er dann seinen Vater und die Freundin seines verstorbenen Bruders, und verspricht herauszufinden, wer seinen Bruder umgebracht hat.
Bei den Ermittlungen wird er in einem Zigeunerlager von einem Werwolf angefallen, und fängt nun immer vollmonds an, sich auch in einen zu verwandeln, und Leute umzubringen.

Dann wird er verhaftet, in eine Irrenanstalt gesperrt, wo er erst gefoltert wird, und wo dann – am nächsten Vollmond – versucht wird vor versammelter Mannschaft seine „Werwolfpsychose“ zu zerstreuen.
Statt dessen verwandelt er sich aber – oh, Überraschung – wieder in einen Werwolf, und isst seinen Arzt.

Am Ende kommt dann noch ein epischer Werwolfkampf mit seinem Vater, der der ursprüngliche Werwolf ist, und sowohl den Bruder getötet als auch unseren Protagonisten angesteckt hatte.
Nachdem unser Schauspieler seinen Vater besiegt hat, wird er dann von der Freundin seines verstorbenen Bruders erschossen, die sich mittlerweile in ihn verliebt hat.

Ach ja, der verstorbene Vater hat wohl früher auch schon im Werwolfrausch seine Frau, die Mutter des Protagonisten, umgebracht.

Blah. Das wars, Film Ende!

*

Mal abgesehen davon, dass die ganzen Plotpunkte von oben von vornherein vorhersehbar sind, und in ihrer Präsentation im Film dazu geführt haben, dass ich eine Viertelstunde weggedöst bin – was mir im Kino noch nie passiert ist – ist der Film auch noch denkbar schlecht erzählt, und handwerklich billig umgesetzt.

Es fängt schon damit an, dass die Dorfbewohner sich nicht recht entscheiden können, ob sie an Werwölfe glauben oder nicht, oder ob sie überhaupt schonmal von Werwolflegenden gehört haben.
Einerseits wird im Wirtshaus vor Ort noch gerätselt, ob es ein Mensch oder ein Tier war, was den Bruder des protagonierenden Schauspielers umgebracht hat, andererseits werden schon fleißig Silberkugeln gegossen, ohne, dass je das Wort „Werwolf“ fällt.

Später das selbe Phänomen mit dem Protagonisten selbst: Er werwolft nachts rum, und wird dafür am Morgen danach festgenommen, nur um in ein Irrenhaus gebracht zu werden, wo man ihm erzählen will, dass es keine Werwölfe gibt, wo ihn dann sein Vater besucht, der ihm erzählt, wie er selbst zum Werwolf wurde.
Hö?
Genau.

Sogar der mittelprächtige Film „Wolf“ mit Jack Nicholson handhabt das alles besser und in sich konsistenter.

Okay, soviel zu der lustigen Logik des Films, nun zu der billigen Umsetzung:

Recht früh im Film spielt ein Tanzbär eine gewisse Rolle. Einige im Dorf verdächtigen den alten Tanzbären der im Wald wohnenden Zigeuner – die übrigens kaum eine Rolle im Film spielen – dass dieser für den Mord am Bruder verantwortlich ist.
Diesen lustigen Meister Petz, der in nur einer Szene zu sehen ist, hat man jedenfalls komplett computeranimiert, und zwar so schlecht, dass man es sieht.
Das ist für mich jedenfalls nur ein Anzeichen dafür, dass man sich keine rechte Mühe beim Film gegeben hat. Ist ein alter dressierter Bär samt Tiertrainer nicht drin gewesen im 85 Millionen Dollar Budget des Films? Muss man uns einen albernen Computerbär vorsetzen?
Ganz abgesehen davon wirkt der ganze Film wie ein Animationsfilm, in dem nur zufällig ein paar Schauspieler mitspielen. Diese Optik fand ich in „Sleepy Hollow“ noch tolerabel, in „Vidoq“ schon anstrengend, aber mittlerweile so nervig, dass sie mir den Film versaut – zumindest wenn es keinen Grund für diese Künstlichkeit gibt.
Mal ehrlich: Englisches Landgut, Tanzbär… Warum muss sowas im Computer erstellt werden? Auch die „Werwolfmasken“ für die Schauspieler, die dem Make-Up aus dem ursprünglichen Wolfman der 40er Jahre ähnlich sehen sollen, sind CGI-Effekte.
Was soll das?

Na ja, über sowas kann ich mich halt aufregen…

Wer noch eine andere Meinung hören will, der kann hier schauen: Link!

Written by Heiko C. in: Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter:
Jan
23
2010
8

Zeitreisen sind anstrengend…

…für einen Autor, oder den, der es werden will. Selbst die besten Beispiele für Zeitreisen aus z.B. der Filmgeschichte haben mit diversen Haken und Ösen zu kämpfen, uns sind im Grunde genommen immer irgendwo unlogisch.

Folgender Text mag milde Spoiler zu folgenden Filmen enthalten: „Terminator“, „die Zeitmaschine“, „Der letzte Countdown“, „Zurück in die Zukunft“(gesamte Trilogie) und „Donnie Darko“. Wer diese Filme noch nicht gesehen hat, dem würde ich aber sowieso empfehlen, das schleunigst nachzuholen.

Das Hauptproblem dabei, eine Glaubwürdige Zeitreisegeschichte zu schreiben ist, wie man mit den beiden bekannteren Zeit-Paradoxa umzugehen weiß. In der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie etwa, wird von diesen immer behauptet, sie zerstören das Universum, auf der anderen Seite passieren seltsame Dinge, wenn vergangene Ereignisse dort verändert werden. „Zurück in die Zukunft“ ist eine tolle Filmreihe, der erste der Filme wird sogar als Paradebeispiel an Filmhochschulen benutzt, wie man es machen sollte. Leider ist die gesamte Zeitreiselogik in den Filmen alles andere als „in sich schlüssig“, und schon gar nicht aus einem Guss.
Warum das so ist, darauf will ich hier nicht näher eingehen, nur so viel: Im Verlauf des ersten Filmes alleine verschwinden erst Martys Geschwister auf seinem Familienfoto halb bis ganz, dann verschwindet er gegen Ende des Filmes selbst teilweise.
Hat er jedoch die Vergangenheit so verändert, dass er selbst nie geboren würde, hätte dies für ihn selbst in der Vergangenheit entweder keine Auswirkung, oder er würde sofort ganz verschwinden. Ereignisse in der Vergangenheit, die dazu führen, dass seine Hand durchsichtig wird, sind undenkbar. Der Dramaturgie Willen hat man es nun aber so gemacht, wie man es gemacht hat, und selbst ich kann mit der fehlerhaften Zeitreiselogik der Saga leben.

Was ist nun aber mit den Paradoxa?

Da haben wir einmal das Großvaterparadoxon.
Dieses besagt, dass ich eine Zeitmaschine baue, in die Vergangenheit zu einem Zeitpunkt reise wo mein Großvater meine Großmutter noch nie getroffen hatte, und ihn umbringe. So kann ich nie geboren werden, keine Zeitmaschine bauen, nicht zurück reisen, und ihn nicht umbringen, wodurch ich wieder geboren werde, eine Zeitmaschine bauen und ihn umbringen kann. Ihr seht das Problem.
In vielen Zeitreisegeschichten ist es so, dass man durch Verwicklungen in der Vergangenheit zwar seinen eigentlichen Großvater umbringt, dann selbst aber -unwissend- mit seiner eigenen Großmutter anbandelt, und so sein eigener Großvater wird. Das ist storytechnisch vielleicht spannend, aber was die Zeitreiselogik angeht allenfalls ein fauler Kompromiss.
Die – aus meiner Sicht – schlüssigere Lösung wäre es, von Anfang an mit der Vielweltentheorie zu arbeiten. Ich reise in die Vergangenheit, ändere sie alleine schon dadurch, wodurch sich dann eine alternative Zeitlinie bildet, die neben der Zeitlinie existiert, von der ich komme. Selbst wenn ich in der neuen Zeitlinie also meinen Großvater umbringe, bleibt meine eigene Zeitlinie samt meiner subjektiven Vergangenheit bestehen, und ich verschwinde nicht.
Reise ich in der neuen Zeitlinie allerdings wieder in die Gegenwart, ist es eine Gegenwart in der es mich selbst und meine Familie so nie gegeban hat. Aus Sicht des Zeitreisenden ist dies wohl in den meisten Fällen weniger wünschenswert.
Geht man nur von einer Zeitline aus, die unveränderlich ist, und in der alle eventuellen Zeitreisen bereits von Anfang an „eingeplant“ sind, muss man auf die „Ich bin mein eigener Großvater“-Lösung zurückgreifen, weil man sonst in oben erwähnte nicht aufzulösende Endlosschleife gerät.
Reist jemand zurück in die Vergangenheit, und wird zu seinem eigenen Großvater, weil er mit seiner Oma koitiert, als sie noch jung war, dann haben wir jedoch schon das nächste Paradoxon:

Das Informationsparadoxon, dass die meisten Schwierigkeiten macht, weil man es leicht mal übersieht, wenn man eine Geschichte schreibt.
Als Beispiel: Ich bekomme Besuch von mir aus der Zukunft, und Zukunfts-Heiko erklärt mir, wie ich ganz einfach eine Zeitmaschine aus einem Blatt Papier, 3 Zwiebeln und einem Teebeutel bauen kann. Dann verschwindet Zukunfts-Heiko wieder.
Ich baue besagte Zeitmaschine und reise in die Vergangenheit um mir die Pläne zu geben. Und so weiter. Eine schöne Zeitschleife, die in sich schlüssig zu sein scheint, entsteht.
Doch wer hat die Zeitmaschine erfunden? Wo kommt der Bauplan her? Irgendjemand muss doch auf die Idee gekommen sein, oder?
Hier offenbar nicht. Die Zeitmaschinen-Idee hat hier keinen Anfang, sie ist einfach in der Zeitschleife vorhanden, ohne dass sie jemand wirklich erfunden hat. So ist es zumindest, wenn wir eine einzige und unveränderliche Zeitlinie annehmen.
In der Vielweltentheorie wäre es so, dass ein paralleler Heiko in der „Ursprungszeitlinie“ einmal die Zeitmaschine erfunden hat, und zurückgereist ist, um sie seinem vergangenen Ich zu geben. Vielleicht um früher über die Zeitmaschine zu verfügen. Der vergangene Heiko hätte jetzt nun die freie Wahl ob er seinerseits zurückreist, um sich die Zeitmaschinenenpläne zu geben, oder nicht. Vielleicht bildet sich sowas ähnliches wie eine Zeitschleife. Eventuell eine Zeitspirale, die sich seitwärts durch unzählige alternative Universen bohrt, bis sie schließlich kollabiert, weil irgendein Heiko keine Lust mehr hat, einem vergangenen Ich die Pläne zu geben.

Wie wir sehen ist mit beiden Paradoxa in der Vielweltentheorie einfach umzugehen. Alleine schon weil es keine Paradoxa sind, wenn es parallele Welten gibt, und diese durch jede Zeitreise geschaffen werden. Ich tendiere daher dazu, in Geschichten eben dieses Modell zu verwenden.
In dem Modell mit der einen unveränderlichen Zeitlinie, sind beide Paradoxa jedoch scheinbar nicht lösbar. Das Großvaterparadoxon kann gar nicht stattfinden, und beim Informationsparadoxon (bzw. in der speziellen Form: das Großmutterparadoxon) erscheinen plötzlich Ideen ohne Ursprung.

Manchmal erfordern Geschichten jedoch sowohl das Vorhandensein einer Zeitschleife, vielleicht sogar eines Informationsparadoxons im Rahmen einer unveränderlichen Zeitlinie. Als Beispiele vielleicht die Geschichte in der ein Bibelforscher in die Vergangenheit reist um Jesus zu treffen, dort feststellt, dass der Jesus den er findet ein geistig Behinderter ist, und dann im Laufe der Handlung unfreiwillig selbst zu dem Jesus wird, den wir aus der Bibel kennen.
Fragt mich nicht, wer die Geschichte geschrieben hat, oder wie sie heißt, aber die hab ich mal irgendwo gelesen. Ähnliches gabs auch von Anthony Burgress mit Shakespeare, wenn ich mich recht erinnere.
Solche Geschichten leben ja davon, dass der Zeitreisende die Gegenwart, die er sein leben lang kannte, durch seinen Aufenthalt in der Vergangenheit erst zu dem macht, was sie ist. Und hier kommen Informationen aus dem Nichts. Wenn ich Shakespeares Werke auswendig kenne, kann ich sie ihm in der Vergangenheit natürlich diktieren, aber wer hat sie dann erdacht?

Man nenne mir nur ein Beispiel aus der Filmgeschichte, wo Zeitreisen mit „unveränderlicher Zeitlinie“ auch nur ansatzweise logisch dargestellt sind.
– „Zurück in die Zukunft“? Großvaterparadoxon und im Laufe der Trilogie etliche Informationsparadoxa.

– „Terminator“ Ebenso. Beide Sorten Paradoxa. Das Lustige ist: Im ersten Teil wären die Paradoxa wenigstens konsequent zum Ende gedacht, wenn nicht vom abwesenden John Connor und Teil 2, 3 und 4 drauf bestanden würde, dass die Zukunft änderbar ist.

– „Die Zeitmaschine“(original) Hier werden jegliche Paradoxa umschifft, weil der Protagonist so weit in die Zukunft reist, dass eine Auswirkung auf die Zeitlinie – sollten seine Reisen eine haben – nicht sichtbar sind. Dafür ergibt die Art und Weise des Zeitreisens hier keinen rechten Sinn.
Die Zeitmaschine „bewegt“ sich einfach schneller durch die Zeit, so dass der Zeitreisende in seinem temporalen Schlitten raus schauen kann, und die Welt sieht, wie sie vorgespult wird.
Warum das keinen Sinn ergibt?
Weil zu verschiedenen Zeitpunkten mehrere Versionen seiner Zeitmaschine in Zeit und Raum den selben Platz einnehmen, was unmöglich sein sollte.
Als Beispiel: Erst reist der Zeitreisende ins Jahr 30.000 n Chr., und zwar vom Jahr 1900 aus. Dabei durchquert er unter anderem den 5. Mai 2005, 19 Uhr 26. Reist er später zurück, ohne seine Zeitmaschine zu bewegen, dann durchquert er auf der Rückreise den gleichen 5 Mai 2005, 19 Uhr 26, während er am gleichen Platz steht. Was passiert dann? Sollte der Platz nicht schon voll sein? Und was ist, wenn er nun, nachdem er ein paar Bücher eingepackt hat, wieder in die Zukunft reist, und wieder den gleichen Zeitpunkt passiert? Das wäre dann nämlich schon der dritte Zeitreisende samt Zeitmaschine übereinander. Wie viele passen übereinander? Seht ihr? Das ergibt keinen Sinn.

Dann gibt es natürlich noch andere Filme, die keinen der obigen Wege einschlagen, und von Anfang bis Ende entweder Kraut und Rüben sind, was Zeitreisemodelle angeht, oder so kryptisch sind, dass man alles rein interpretieren kann.
Beispiele für ersteres wären „Time Guardian“, „Austin Powers“ oder „Bill und Ted’s verrückte Reise in die Zeit“, und für letzteres „Donnie Darko“. Bei beiden Kategorien wüsste ich nicht einmal, wo ich anfangen sollte, wenn ich da nach Paradoxa suchen sollte. Aber bei Klamauk wie „Austin Powers“ oder „Bill und Ted“ sollte man da sowieso nicht zu pingelig sein, und „Donnie Darko“ möchte ja eben grad‘ geheimnisvoll und kryptisch sein, da passt das auch.

Wenn ich in einen Zeitreisefilm gehe, dann möchte ich aber nunmal gerne wissen, was die logischen Gesetze für die Zeitreisen sind. Kann man die Vergangenheit der Zeitlinie ändern, ohne seine eigene subjektive Vergangenheit zu ändern? Zeitschleifen oder Zeitspiralen? Großvater- oder Großmutterparadoxon? Sind Paradoxa überhaupt möglich, oder nicht?
Ich bin dafür, dass man Aufkleber auf die Filmplakate klebt, damit ich vor dem Film weiß, womit ich es zu tun habe. Noch lieber wäre mir allerdings ein Zeitreisefilm, der sich entscheiden kann ob er multiple Zeitlinien oder nur eine einzige unveränderliche hat, der weiß, wann er ein Paradoxon einbaut, und was daraus folgt, und der trotzdem einen spannenden Plot hat.

Oft werden die Zeitreisen ja auch nur als Spannungselement in die Handlung eingebaut. „Terminator“ wäre zum Beispiel auch ohne Zeitreisen möglich, dann ginge der Plot aber so: „Killer will Frau aus politischen Gründen umbringen, Soldat will sie davor retten.“
Macht nicht viel her, der Terminator ohne Zeitreisen, oder? (Anm.: Ich finde Terminator natürlich trotzdem klasse)

In „Die Zeitmaschine“ geht es zwar vordergründig um Zeitreisen, diese dienen jedoch nur, um das Gedankenexperiment von den Morlock und den Eloi. das in erster Linie ein soziologisches ist, in die Handlung einzubetten. Statt sich einer Zeitreise zu bedienen, hätte Wells auch wie vor ihm Jonathan Swift in „Gullivers Reisen“, den Protagonisten auf einer unbekannten Insel stranden lassen, auf der nun zufällig Eloi und Morlocks leben. An der Handlung hätte das wenig geändert.

Im Film „Der letzte Countdown“ geht es um einen Flugzeugträger der aus den 80er Jahren, der durch ein unerklärliches Wetterphänomen in der Zeit vor dem Angriff auf Pearl Harbour landet. In dem Film geht es also um „Zeitreisen“, doch die Protagonisten greifen nicht wirklich in die Vergangenheit ein, und gerade als sie sich dazu durchgerungen haben, die Japaner abzufangen, und Pearl Harbour zu verhindern, schmeisst sie das Wetterphänomen wieder in ihre Gegenwart.
Hier geht es also eher um die moralische Entscheidung, ob man die Vergangenheit ändern darf. Ich hätte es interessanter gefunden, wenn die Vergangenheit tatsächlich geändert worden wäre, und was für Auswirkungen das gehabt hätte.

In „Zurück in die Zukunft“ ist der Angelpunkt des Plots hingegen nicht ohne Zeitreisen möglich. In dieser Trilogie geht es um Zeitreisen, und die „Zeitreiselogik“, die man verwendet wird sogar mehrmals in den Filmen – sich teilweise widersprechend – erklärt, weil man die Handlung nicht verstehen kann, wenn man nicht über die Zeitreiselogik Bescheid weiß.
Schade nur, dass die in „Zurück in die Zukunft“ verwendete Zeitreiselogik von vorn bis hinten nicht zusammenpasst.
Trotzdem, hier geht es nicht nur um Zeitreisen, hier ändern die Protagonisten tatsächlich mehrmals – um nicht zu sagen: am laufenden Band – die Vergangenheit, und erleben die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.
Meiner Meinung nach – und trotz aller logischer Schwächen – ist diese Filmreihe mit Abstand das beste, was es bis heute an Zeitreisefilmen gibt; weder sind die Zeitreisen nur austauschbare „Plot-Device“, noch scheut man sich hier ernsthaft, die Zeitmaschine einzusetzen. Im Gegenteil: Ich hab so den Eindruck, in der Trilogie werden etliche Gedankenexperimente zuende gedacht.

Ach ja:  Wer Vorschläge für bessere oder logischere Zeitreisefilme hat, die ich hier nicht genannt habe: Immer her damit.

Ach, was: Egal ob logisch oder nicht, ich will sowieso alle Zeitreisefilme sehen, also auch her mit euren Vorschlägen für vielleicht nicht so gute Zeitreisefilme. ^^

Written by Heiko C. in: Bücher,Esoterisches,Filme,Technisches | Schlagwörter:
Jan
23
2010
2

Biss zur Öffnung des Höllenschlunds…

Einfach herrlich: Was würde Buffy tun, wenn sie Edward „Michschnitte“ Cullen von Twilight an der Backe hätte:

Gefunden im Genderblog.

Ich meine, das ist ja natürlich Geschmacksache, aber da zeigt sich für mich zumindest, wie gut Buffy im Vergleich zu Twilight doch war. Sicher, die Stories bei Buffy neigten dazu sich allesamt etwas sehr ähnlich zu sein, aber die Charaktere kommen bei Buffy nachvollziehbarer, intelligenter und weniger stereotypisch rüber.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Filme,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Jan
20
2010
9

Schlumpfkatzhontas

Kaum ein Film hat die Öffentlichkeit schon im Vorfeld so polarisiert, wie James Camerons Science-Fiction-Öko-Drama „Avatar“. Und auch jetzt, nachdem ihn wohl schon jeder im Kino gesehen hat, der ihn im Kino sehen wollte,  gehen die Diskussionen noch weiter.  Die einen können sich noch nicht entscheiden, ob sie die tolle neue 3D-Technologie nun gut finden, und die anderen werfen dem Film – nicht ganz unbegründet – vor, dass es sich nur um einen Abklatsch von „Pocahontas“, „Ferngully“ oder „Der mit dem Wolf tanzt“ handelt.
Ich hab den Film mittlerweile in 3D gesehen, die Optik war tatsächlich atemberaubend, und die Handlung war okay, wenn auch schon nicht so besonders neu.
Den Film in eine Schublade mit dem unterirdisch schlechten „Ferngully“ zu stecken ist meines Erachtens nach eine Beleidigung, im Grunde genommen ist der Film was Handlung und Schauspielerei angeht auch nicht wirklich schlechter als Kevin Costners Indianerepos.

Was man allerdings tun muss, wenn man diesen Film genießen will, ist sich dazu zu zwingen über die ganz groben logischen Fehler erst einmal hinwegzusehen.
Darüber, dass die Tier und Pflanzenwelt Pandoras scheinbar samt und sonders mit einer Art organischem USB-Anschlüssen ausgestattet sind, die es den Pandoranern erlauben sich – mittels passendem Stecker in deren Haaren – mit scheinbar beliebigen Tieren oder Pflanzen zu verbinden, um diese dann in einer Art symbiotischer Verbindung zu steuern…

Gut, ich zweifle daran, auch nach längerem Überlegen auf ein evolutionsbiologisches Szenario zu kommen, dass es sinnvoll machen würde so etwas zu entwickeln, aber na ja. „Suspension of Disbelief“ – zu deutsch „Außerkraftsetzung des Unglaubens“ – nennt man die bei Science-Fiction angemessene Reaktion auf sowas wohl.

Besonders störend fand ich jedoch die schwebenden Berge, die es auf dem Planeten Pandora gibt. Gut, schwebende Berge ließen sich wohl noch irgendwie mit Magneto-Dingenskirchenstrahlen erklären, die unter den Bergen ein Kraftfelddingsie erzeugen, und sie somit anheben, doch das erklärt nicht, wie diese schwebenden Berge Wasserfälle haben können.
Ich meine, irgendwoher muss das Wasser doch kommen, oder? Muss ja irgendwann alle sein, wenn der Felsen, auf dem die Quelle entspringt, nicht besonders groß ist, und keine Verbindung zum Erdboden hat, oder?

Ich meine, als surreale Kunst von Renè Magritte lass ich mir sowas ja gefallen, wenn es sein muss, auch als kitschiges Fantasy-Poster oder -T-Shirt, aber in einem Science Fiction Film, der sich ansonsten alle Mühe gibt, dass man ihn ernst nimmt? Nee, das war ein wenig zu viel des Guten.
Sicher könnte man sich da auch eine abstruse Erklärung einfallen lassen, wie das in der Logikwelt des Filmes funktioniert. Würde man mich zwingen, das wegzureden, dann würde ich mit Pflanzen anfangen, die Wasser aus der Luft sammeln, das dann unten abfließt – aber das müssten dann schon echt produktive Pflanzen sein.

Ansonsten habe ich erstaunlich wenig zu meckern, auch wenn ich mich darauf gefreut habe meckern zu können. Leider ist der Film nicht ein Zehntel so schlecht, wie 2012 war.
Das SF-Setting ist – von Ausreißern wie den Schwebebergen mal abgesehen – recht solide, ebenso die Handlung, und die Zeichnung der Charaktere. Hier erreicht der Film mit der Schulnote 3 wohl grad noch so die Absicht, die James Cameron bei der Produktion im Kopf hatte.
Wirklich außergewöhnlich wird der Film jedoch nur durch seine Effekte, speziell das 3D.
Ich erinnere mich daran, wie in den 80ern irgendwann mal im Fernsehen einige 3D Sendungen liefen. Die waren in schwarz-weiß, und die spärlich verteilten 3D Elemente waren rot-grün, zu betrachten durch eine Brille mit rotem und grünem Glas. Ich schreibe hier „Glas“ obwohl es sich streng genommen um billige Plastikfolie gehandelt hat.
Der 3D Effekt damals war eher so mau bis gar nicht, und von dem Rot-Grün bekam ich ziemlich schnell Kopfschmerzen.

Ich hab Avatar in einer Version gesehen, bei der man den 3D Effekt durch das Tragen einer Brille mit polarisierenden Gläsern sichbar macht.
Die Szenen mit den menschlichen Schauspielern waren räumlich, allerdings hatten die eher was von einem Diorama, als von echtem 3D, doch als der Film dann nur noch computeranimiert war, war er so 3D, wie ich nur fähig bin 3D zu sehen, und durch die grelle Buntheit des Filmes wirkte das echter als echt. Alle Achtung! Langsam glaube ich an die Prognose, dass wir das reguläre 3D-Fernsehen spätestens 2014 haben werden.

Ach ja, durch die polarisierenden Gläser war alles ganz normal in Farbe, und Kopfschmerzen hatte ich trotz der 160 Minuten langen Kinositzung auch nicht.

Das bemerkenswerte an dem Film sind neben den Effekten dann natürlich auch die Kontroversen die er ausgelöst hat.
In China beispielsweise darf „Avatar“ nur noch in 3D Kinos gezeigt werden, weil sich die Chinesen aufgrund der Enteignungspolitik in China sonst eventuell zu sehr mit den eingeborenen blauen Schlumpfkatzen-Aliens im Film identifizieren. Bei heise gibt es dazu mehr. Ein chinesischer Blogger fragte sich sogar angesichts Avatars, ob James Cameron mal heimlich in China gelebt habe, weil die Handlung des Filmes so zu den Zwangsräumungen passe, die in China wohl an der Tagesordnung zu sein scheinen.

Auch in Russland hat man Probleme mit dem Film. Wie die Welt berichtet, hat die Kommunistische Partei in Russland Camerons Verhaftung gefordert, weil er Elemente seines Filmes aus einem Roman des russischen SF-Schriftstellers Strugazki „übernommen“ hat.
Strugazki selbst sieht das mit dem „Übernehmen“ ähnlich, will aber keine Anzeige erstatten.
Das wäre allerdings auch nicht das erste mal, selbst wenn er Cameron anzeigen würde. E.A. van Vogt hat auch damals das Studio verklagt, dass „Alien“ gedreht hat, weil die ganze Prämisse des Films auf einer seiner Kurzgeschichten beruht. Van Vogt hat übrigens damals recht bekommen.

Beim Narren auf dem Hügel gibt’s zu dem Film noch ne zweite Meinung: LINK! Und eine dritte gibt es im Magdeblog: LINK!

Written by Heiko C. in: Filme,Kurzrezensionen,Politisches | Schlagwörter:
Dez
12
2009
--

Horrorfilme, Remakes und lesbische Lebensweise

Ich kam mit ein paar Freunden neulich wieder dazu einen Klassiker des Horrorfilm zu schauen. Es handelt sich um „The Haunting“, eine Adaption des Romans „The Haunting of Hill House“ in der Version von Ray Wise aus dem Jahre 1963. Auf Deutsch heißt der Film „Bis das Blut gefriert“.

Das wohl letzte Mal davor hatte ich den Film gesehen, als ich so 14 war, und damals fand ich ihn wirklich gruselig, trotz – oder gerade weil – er sehr sparsam mit visuellen Effekten umgeht. Ähnlich wie „Blairwitch Projekt“ – den man nun mögen kann, oder auch nicht – oder jüngst „Paranormal Activity“ legt auch „The Haunting“ ein größeres Gewicht auf die Glaubwürdigkeit der Charaktere, als auf möglichst grausame Darstellung von Monstren, Spuk oder Verstümmelung. Aus heutiger Sicht mag man den Film daher vielleicht als „zahmen Gruselfilm“ bezeichnen, lässt man sich jedoch auf die grimme Atmosphäre ein, hält er immer noch den einen oder anderen Schrecken für den Betrachter bereit.

Hier eine Kurzzusammenfassung des Plots, wer den Film lieber erst sehen will, der soll mal woanders hinlesen. SPOILERALARM!!!! …sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Irgendwo in Neuengland gibt es eine alte Villa namens „Hill House“. Im Laufe der Jahre sind dort zahlreiche Bewohner ums Leben gekommen, zuletzt die Tochter des Erbauers, die ihr ganzes Leben lang ihr Kinderzimmer nicht verlassen hat, und schließlich als greise Frau in ihrem Bett starb, weil ihre Zugehfrau sich statt aufzupassen auf dem Balkon lieber mit einem Mann vergnügt hat.
Die Zugehfrau erbt ungerechterweise den alten Kasten, und erhängt sich schließlich in der Bibliothek des Hauses. Seitdem heißt es, in dem Haus spuke es.
Ein Parapsychologe (Dr. Markway) will es dann irgendwann genau wissen, und mietet das Haus von der Besitzerin, um die Spukereignisse zu dokumentieren. Die Besitzerin warnt, dass das Haus nur Ärger mache, und schickt ihren dandyhaften Neffen Luke mit, um bei den Experimenten zu helfen.
Als Menschen, die schon mal übersinnliche Erfahrungen gemacht haben werden auch noch die telepathisch begabte Thea und die perspektivlose Eleanore eingeladen.
Alle werden sie von der Haushälterin begrüßt, die ein wenig an Frau Blücher aus Frankenstein Junior erinnert, und mehrmals darauf hinweist, dass sie nachts nicht im Haus ist, und keiner hört, wenn wer schreit. In der ersten Nacht hören Thea und Eleanor ein unheimliches gleichmäßiges Klopfen, dass durch das Haus zu wandern scheint. Zudem ist noch ein seltsames Schnüffeln zu hören.
Beide geraten in Panik, bis das Klopfen abrupt aufhört. Sie öffnen schließlich die Tür um nachzusehen, was los war, und treffen auf Luke und Dr. Markway, die sich im Garten herumgetrieben haben, um einen Hund zu suchen.
Immer mehr merkwürdige Ereignisse finden statt, so findet sich eine merkwürdige Schrift an der Wand, Eleanor hört es des Nachts wieder Klopfen und andere Geräusche, und verliert langsam den Verstand. Am Ende ist sie davon überzeugt, dass das Haus sie selbst will, und ist in geistig derart desolater Verfassung, dass sie das sogar gut findet.
Im ganzen Film finden sich nur wenige wirkliche Ereignisse, die sich nicht auf die Einbildung der schwachen Psyche von Eleanor zurückführen lassen. Einmal die Klopfgeräusche des nachts, die Thea immerhin das erste mal auch hört und später dann eine Tür, die sich nach innen biegt, als wäre sie aus Gummi, ein Ereignis, dass alle 4 sehen. Bis zu letzteren Ereignis könnte man auf die Idee kommen, in dem Haus spuke es garnicht. Auch der Bodycount ist hier für das Genre eher zurückhaltend: In der gesamten Haupthandlung stirbt nur ein Mensch.

1999 kam dann ein Remake, dass ebenfalls „The Haunting“ hieß, diesmal auf Deutsch „Das Geisterschloss“. Als erster Unterschied zum Original fällt auf, dass hier keineswegs mit Effekten und kreativen Todesfällen gespart wurde. Hier sieht man durchsichtige Geister alà Ghostbusters, dort wird Owen Wilson der Kopf abgesäbelt. Auch die Vorgeschichte des Hauses ist um ein gutes geschüttelt Maß spektakulärer als im Original. Wo 1963 der Erbauer des Hauses nur ein wenig exzentrisch war, hat er im Remake im überdimenionalen Kamin des Hauses Kinder verbrannt.
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich vom Remake – gelinde gesagt – enttäuscht war, wenn auch nicht überrascht.
Noch etwas, dass mir aufgefallen ist, als ich den Film dann irgendwann auf Video gesehen habe: Die hier von Cathrine Zeta Jones gespielte Thea scheint im Remake lesbisch zu sein. Das spielt im Rest des Filmes kaum eine Rolle, und gerade deshalb hat mich das ein wenig überrascht, … bis ich dann mal wieder das Original sah.

Damals ist es mir nie aufgefallen, denn im Grunde ist es recht subtil gemacht, aber Thea ist auch schon im Original scheinbar lesbisch, und zudem in Eleanor zumindest verknallt. In der ersten Nacht nutzt sie den Moment der Erleichterung nachdem das Geklopfe aufgehört hat, um Eleanor mitzuteilen, dass sie sich „nach Wärme“ sehnt, wenn sie mit solchen Schreckmomenten konfrontiert ist – während die beiden noch Arm in Arm zusammen im Bett liegen. Später reagiert sich mit einem belustigten „Nein!“ auf die Frage, ob sie verheiratet sei, als sei dies die dämlichste Frage, die man ihr überhaupt je gestellt habe, und den ganzen Film über wird sie nicht müde zu betonen, dass Dr. Markway kein Interesse an Eleanor hat, die bis über beide Ohren in ihn verknallt ist.
Außerdem scheint Theas Körpersprache und Verhalten stets und ständig darauf hinzudeuten, dass sie Eleanor aus vollen Rohren anbaggert.
Eleanor merkt zuerst nicht, dass Thea ein romantisches Interesse an ihr hat, und als sie es dann merkt, reagiert sie offen feindselig. Das gipfelt dann schließlich darin, dass sie Thea wutschnaubend vor die Füße wirft, dass sie „widernatürlich“ sei, was Thea zusehends sehr verletzt.

Nun kann man dies alles auch anders deuten. Das „widernatürlich“ könnte ebensogut auf Theas telepathische Begabung zurückzuführen sein, welche allerdings keine allzu große Rolle im Rest des Filmes spielt. All die anderen Anzeichen kann man leicht übersehen, doch ist es in alten Filmen üblich gewesen, Homosexualität nur sehr subtil darzustellen, weil eine von der Kirche aufgezwungene Selbstzensur die Thematisierung selbiger in Hollywoodfilmen strikt verboten hat. Allein die Zweideutigkeit genannter Szenen würde ich also eindeutig nennen, gerade auch wenn man sich das Resümee von Regisseur Robert Wise ansieht. Seine Filme sind gerne mal unter der Oberfläche gesellschaftskritisch, auch wenn sie oberflächlich als Horror- oder Science-Fiction-Filme daherspazieren. Zu nennen sei da nur „Der Tag an dem die Erde stillstand“, ein SF-Film, der im Grunde eine bitterböse Gesellschaftskritik ist, oder „House on Telegraph Hill“, ein Psychothriller, der fast nebenbei das Grauen des Holocaust aufgreift.
Schade, dass im Remake von „The Haunting“ so wenig Gesellschaftskritik übriggeblieben ist. Wieder ein Remake, dass um die tiefere Bedeutung erleichtert wurde, wie so viele von Filmen aus der Zeit.

Written by Heiko C. in: Filme,Gesellschaftliches,Gruseliges,Psychologisches | Schlagwörter: , ,
Dez
12
2009
1

Native American myths – cold ones – vampires!!!

Hello zere! Today is english speaking day! On english speaking days I will translate each one of my most popular articles into ze language of english, to introduce zem to a worldwide audience.
This way I will achieve ze world domination. Har Har.

And now to my most viewed article „Indianische Legenden – Kalte Wesen – Vampire“ but translated into english:

Every day some people stumble across my blog, searching for „cold ones“, „native american legends vampires“, „vapire the cold one“ or, or, or. That is of course connected to the hype of those unspeakable vampire-books by Susanne Meier Stephanie Meyer or the movie adaptations of those.
Since all those seekers in the digital desert – who appear to come mostly from lower saxony – only find my two rants (both in german) of the first two twilight books, and may be dissapointed of that, I just type this article now as a peace offering.

Update1: Maybe here you will find what you were searching for. I have searched some native american legends for vampires: LINK (in german)

Vampires (in german) are incredibly cool. Terrifying cool. Even terrifying and cool. And for the sake of peace „beautiful and/but dangerous“, as Susanne Meier Stephanie Meyer gets not tired to state in her books. But not if they glitter. If those bastards think they have to feed of our blood, they should at least have the courtesy to turn to ashes in the sunlight. Everything else is ridiculous and stupid and not cool at all.

But as said, this is a peace offering. Here some pictures of vampires:

Update2: Wellywell, the pictiures I had linked here disappeared from deviant art, as it seems. Maybe because this article generated too much traffic? Who knows.
Well, then I have to draw some myself. Might take a while.

Update3: Here my first own vampire picture:


skating nosferatu

Update4: And another one:

jolly emo-vampire

Update3: Maybe here is a site that might interest you as well: www.kaltewesen.de 😉

Update4: And another little clue for you: Since books and movie as well are in english language, you might find the site Bella is searching the interwebs for – if existing – most likely better, if you search for „cold ones native american legends“ or „cold ones indian legends“.
I hope that helps. If anyone ever finds those bastards of websites featured in the movie, I would be delighted to know about them.
Thanks.

Written by Heiko C. in: Bücher,English speaking day,Filme | Schlagwörter: , ,
Nov
13
2009
12

Giraffen und Nashörner

Der schlimmste Roland Emmerich aller Zeiten ist immer der gerade neueste.

Mit der Erwartung, dass dies auch bei „2012“ zutrifft, dem neuesten Blockbuster aus der Filmeschmiede des schwäbischen Turnschuhträgers, bin ich dann gestern auch im Kino gewesen.

Möglicherweise das Sequel zu 2012: Planet der Giraffen

Sicher, bisweilen gab es Ausnahmen von der Regel: Zwar war „Godzilla“ schlimmer und blöder als „Independence Day“, dafür schien „The Day after Tomorrow“ aber wieder nicht ganz so schlimm zu sein, wie „Godzilla“. Und bis auf das schmalzige Ende war „Independence Day“ um einiges besser als der vorher erschienene Emmerichfilm „Stargate“.
Aber im Großen und Ganzen ist dennoch erkennbar, dass Emmerich bei seinen Filmen immer mehr Wert auf die Effekte zu legen scheint, und immer weniger Wert darauf, eine anständige Handlung, und glaubwürdige Protagonisten hinzubekommen.
Recht oft greift er auf eben die gleichen Archetypen bei seinen Handlungsträgern zurück. Im Mittelpunkt der Erzählung steht oft ein hellhäutiger Bücherwurm (gerne mit Brille), der Familienprobleme hat, und im Laufe der Handlung immer fast im Alleingang mal die Welt, mal seine Familie oder auch irgendwas anderes rettet.
Die Antagonisten sind meist irgendwelche pragmatischen Real-Politiker, die zynische und menschenverachtende Befehle geben, oder durch ihre Kriegslüsternheit die Kacke erst zum dampfen bringen.

Nun, aber ich schweife ab, denn es geht ja nicht um die anderen Emmerichs hier, sondern um sein neuestes Meisterwerk „2012“, nach dem man schielend aus dem Kino kommt, weil einen der Irrsinn beidseitig von vorn überholt.

SPOILER ALARM — WER DEN FILM NOCH SEHEN WILL, SOLLTE JETZT MAL WOANDERS HINLESEN!!!

Es geht los 2009 in Indien, wo ein Forscher der irgendwie für die US-Regierung arbeitet, einen indischen Kollegen und dessen Familie trifft. Warum ich die Familie erwähne? Eigentlich nur, weil die Frau des Inders klingt, als habe Gülcan sie synchronisiert. Aber die gute sagt Gott sei Dank nur einen Satz.
Na ja, die beiden Forscher gehen dann in ein Bergwerk, wo unten ein riesiger Topf mit Wasser kocht. Das alles habe mit der Sonne und Neutrinos zu tun, erfährt man als Zuseher. Die Neutrinos haben sich einfach ohne Vorwarnung in „neue Elementarteilchen“ verwandelt, die den Erdkern schmelzen. Sowas. Und ich dachte, der Erdkern wäre bereits flüssig. Na ja, bin eben kein Geologe.

Nächster Szene: 2 Wochen später (oder so) kommt der US-Forscher auf irgendeinem Botschaftsempfang (oder so), und erzählt seinem Vorgesetzten (Typ pragmatischer Realpolitiker), was da schlimmes los ist. Was genau, erfahren wir noch nicht, aber der Vorgesetzte setzt sozusagen seine politische Maschinerie in Gang.

Dann kommen etliche Endlose Schnitte durch die ganze Welt, wo zwischen 2009 und 2012 seltsame Sachen passieren. Unter anderem wird die aus dem Louvre heimlich entfernte Mona Lisa in Sicherheit gebracht und in China wird ein Damm gebaut.

An der Stelle begann ich mich schon zu fragen, ob der Film jetzt so bleibt, und die restlichen zweieinhalb Stunden mit ähnlichen Szenen bestückt sein werden, die alle etwa 30 Sekunden lang waren. Aber nein, irgendwann geht die Handlung dann los, wenn man es so nennen kann.

Wir lernen einen recht erfolglosen Schriftsteller kennen (So Typ Bücherwurm), der seine beiden Kinder von seiner Ex-Frau abholt, um mit ihnen im Yellowstone-Nationalpark zu campen. Weil sein eigener Wagen nicht anspringt, und er droht zu spät zu kommen, fährt er in einer Stretchlimosine vor. (einfach nicht drüber nachdenken)

Die drei (Tochter mag Vater, Sohn mag den Vater nicht) fahren also zum Yellowstone Park, wobei sie von hektisch herumfliegenden Militärhubschraubern überholt werden. Keiner denkt sich was dabei. Warum auch? Ebenso wird ignoriert, dass große Teile des Parks anscheinend abgesperrt sind, und statt einem vorher dagewesenen See nur noch eine dampfende Pfütze voller Tierkadaver anzutreffen ist.
Bevor unsere drei Leutchen aber zu sehr ihre Zeit mit Nachdenken oder gar Panik vergeuden, kommt die Armee, sammelt sie ein, und sagt ihnen, dass es nichts zu sehen gäbe, sie aber besser wieder nachhause gingen.
Danach campen die drei noch eine Weile im Park, und fahren dann auf Aufforderung der Mutter zurück nach LA, weil dort ein Erdbeben ist. Die Kinder sind wieder sicher bei der Mutter und ihrem neuen, als Los Angeles (wo die alle sind) ins Meer zu kippen beginnt. Der Limosinenschreiberling holt die ganze Bagage ab, und nach einer nur ABSURD zu nennenden Jagd durch die Stadt, in der die 5 erfolgreich versuchen mit einer Strechlimo Erdspalten davonzufahren, schnappen sie sich ein Flugzeug am Flughafen, und fliegen – fallenden Gebäudeteilen ausweichend – davon.

Man fliegt zurück zum Yellowstone Park, weil da ein Verrückter mit einer Karte lebt. Diese findet man gerade noch rechtzeitig bevor der ganze Nationalpark mit fauchenden Lavabrocken und Pilzwolken in die Luft fliegt. Samt Druckwelle, die der recht nahestehenden Patchworkfamilie nur ein wenig die Haare zerzaust. Was ist aus Duck and Cover geworden?

Nun, man hat die Pläne, und weiß, wo die „Raumschiffe“ gebaut werden, auf denen ausgewählte Exemplare der Menscheit die globale Neutrinokatastrophe überleben sollen. Und zwar: In China. Wenn nämlich einer schnell was großes bauen kann, dann die Chinesen. Siehe auch z.B. Große Mauer.
Man macht noch einen Zwischenstopp irgendwo, um das kleine Flugzeug gegen ein größeres zu tauschen, wobei man in die Gesellschaft eines dicken und skuppellosen reichen Russen, seiner zwei Kinder Lolec und Bolec, seiner Geliebten, deren Hund, und dessen aller Pilot gerät.
Beim Start verliert man das Fahrgestell.
Eigentlich will man in Hawaii einen Zwischenstopp machen (ohne Fahrgestell), aber Hawaii ist mitlerweile ein einzieger großer aktiver Vulkan. Pech.
Während viel zu früh der Sprit ausgeht um China zu erreichen, hat sich China in der Zwischenzeit glücklicherweise in Richtung Flugzeug bewegt, so dass man doch noch irgendwie landen kann, halbwegs sicher, nur der Pilot stirbt. [Nachtrag: Aufgrund einiger Nachfragen hier nochmal erklärt: China, DER KONTINENT (!) bewegt sich in Richtung Flugzeug, nicht irgendwelche chinesischen Rettungsteams.]

Ja… Dann geht’s erst so richtig los, obwohl hier etwa ein Brandloch im Film zu sehen ist, und ich mir schon erleichtert dachte: Zum Glück dauerts jetzt nicht mehr so lange. Ha! Pustekuchen!
Chinesische Grenzpatroullien oder so kommen an, lassen den dicken Russen und seine Blagen passieren, weil der ne Vipkarte für eins der Schiffe hat. Die anderen werden im Schnee stehengelassen, und ärgern sich.

Nun sehen wir zum ersten mal die Schiffe, und wie Michelangelos David, Nashörner und Giraffen in eines von ihnen geladen werden.
Klar, was braucht der postapokalyptische Mensch unbedingt? Giraffen und Nashörner, die Nutztiere der Zukunft – scheinbar. Aber nicht weiter drüber nachdenken. Ich hätte Kühe, Schafe und Schweine mitgenommen, aber das ist wohl nur der Nordfriese in mir. Wie schmecken Giraffen und Nashörner? Sollen die vielleicht gekreutzt werden miteinander?

Eierlegende Wollmilchsäue der Zukunft?

Die Patchworkfamilie samt Russengeliebter treffen eine chinesische oder tibetische Familie, und man beschließt gemeinsam auf eine der Archen zu schleichen. Weil der älteste Sohn da arbeitet, kann der die reinschmuggeln.

Arche drei ist kaputt. Das Schiff, wo der dicke Russe und seine Arschlochkinder ein Ticket für haben. Haha! Die Geliebte zeigt den dreien beim Reinschleichen ins Schiff den Stinkefinger.

Die Türen schließen sich, und das ist auch gut so, weil eine Monstertsunamiwelle in 10 Minuten den Himalaya überschwemmt, und da alle Türen zu sein sollen. Aber nein! Die Leute auf Gleis Drei können ja nicht in ihr Schiff, weil wegen kaputt!

Eine kleine Meuterei später werden die Türen also wieder geöffnet, damit auch der Rest reinkann. Heldenmutig stirbt der dicke Russe, als er seine Kinder nochmal eben in eins der Schiffe wirft.

Dann gibt es noch ein paar Verwicklungen, und dann kommt die Monsterwelle, und dann fahren alle in den Sonnenuntergang. Einen Monat später findet man Afrika, wo die Welle nicht hingekommen ist. Man hätte es sich also getrost sparen können, die blöden Nashörner und Giraffen mitzunehmen. Film Ende.

Soviel dazu.

Was für ein Bullshit. Und ich hab mir noch Mühe gegeben alles ein wenig zusammenzufassen und einfach nur zu schreiben, was da abging in dem Film. Es schaut sich allerdings genauso absurd an, wie sich meine kleine Zusammenfassung liest.
Ach ja, und erstaunlich auch, was mit den Lenkern der Welt passiert:
Recht früh im Film – zumindest kam es mir so vor – wird klargestellt, dass man die Regierungen mitnehmen muss, wenn die Apokalypse kommt. Sonst gäbe es ja Anarchie!! Und Apokalypse ist ja schon schlimm genug ohne Anarchie oder? Die Merkel kommt mit an Bord. Also zumindest die deutsche Kanzlerin. Für die Merkel sieht die zu nett aus, und hat zu lange Haare, aber wer weiß, vielleicht lässt sie sich die ja die nächsten drei Jahre wachsen.

Toll. Noch nicht einmal der Weltuntergang befreit uns von der CDU. Den Schäuble hab ich nicht entdecken können, aber wie ich den Laden kenne, lenkt der eins von den Schiffen.
Wie muss ich mir das im weiteren vorstellen? Bauen die Merkel samt Union im postapokalyptischen Afrika eine neue Zivilisation auf? Patroullieren die Grenzen von „Neudeutschland“ wachende Giraffenreiter der jungen Union? Gekleidet in Nashornleder? Und warum ist eigentlich die CDU noch nicht auf dem Mond?

Merkel im Zenit ihres Schaffens

Der von Danny Glover gespielte Obama kommt übrigens nicht mit. Der bleibt zuhause, genau wie der Papst und auch Berlusconi. Die wollen nah bei ihrem Volk bzw.Schäfchen bleiben. Aber die Queen von England, die rettet sich natürlich.
Was Putin und Chuck Norris derweil machen, erfahren wir nicht. Aber die beiden werden sicher dem Tsunami eigenhändig davonschwimmen, und die Überschwemmung später mit Strohhalmen austrinken.

Die Queen, die Merkel und die Regierungen der Erde (damit es keine Anarchie gibt) sowie haufenweise reiche Leute, die sich für eine Milliarde eine Fahrkarte kaufen konnten, werden also auf den Schiffen mitgenommen. Warum muss ich an die B-Arche von Golgafrincham denken, wo dann nachher Frisöre und Telefondesinfizierer versuchen auf der prähistorischen Erde eine Zivilisation aufzubauen? Mit uns Merkel muss ich da an ähnliche Szenarien denken.

Was gefehlt hat in dem Film:
– Cthulhu natürlich. Da ist mal Weltuntergang, und er wird nicht eingeladen. Menno! Den hätte man doch prima in irgendwelche obskuren Mayalegenden einbauen können. Ne gefiederte Schlange ist er ja nun nicht gerade, aber von den Maya ist so weing erhalten, denen kann man doch im Prinzip alles andichten.

Was ewig liegt, das bestraft das Leben

– Eine Pointe zu dem langen, anstrengend albernen Witz, den 2012 abgibt. Mir hätte es schon gereicht, wenn alle in den Sonnenuntergang segeln, denken sie wären in Sicherheit, und dann eine Untertasse alle Archen abschießt. DAS wäre witzig gewesen, und hätte den ganzen Film erträglich gemacht, wenn auch nur im Nachhinein.

Happy End

Würde ich den Film weiterempfehlen?
Ist zwar hübsch bunt und laut, aber empfehlen? Dann doch nicht. Ich hab zwar ein paar Mal gelacht, sogar laut, aber die Gagrate war deutlich zu niedrig für einen Film dieser Länge. Wer sich aber bei „Indiana Jones 4“ immer über den atombombensicheren Kühlschrank ärgert, dem kann ich „2012“ allerdings nur empfehlen. Wer den gesehen hat, hält besagte Kühlschrankaktion für vergleichsweise nicht mal so unrealistisch.

Zum Abschluss:
Dies war ein Rant. Es gibt auch durchaus geistig gesunde Leute, die den Film gut fanden. Wer nach dem Genuss dieses Artikels eine zweite Meinung einholen möchte, kann hier bei Scienceblogs schauen. Florian Freistetter schreibt dort, dass er den Film mag, und warum.
Ich kann nur annehmen, dass er den Film durch die „Hollywood: eh alles Blödsinn“-Brille des Naturwissenschaftlers wahrgenommen hat, und ich durch die „Story is King“-Brille des verkappten Geisteswissenschaftlers. Das erklärt dann auch die Meinungsverschiedenheit. Aber na ja, Geschmack halt.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,