Impactsuspect » Filme
Dez
06
2012
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Studentin aus Las Vegas heiratet Pappschablone von Edward Cullen

Das das Twilight-Fandom teilweise merkwürdige Blüten treibt, haben wir ja schon gesehen, allerdings wird es dann jetzt spätestens albern. Wie die Mail Online vermeldet, wird sich eine Studentin der Universität von Nevada im Januar das Ja-Wort geben. Und zwar mit einer lebensgroßen Pappschablone des bekannten Glitzervampirs aus Funk und Fernsehen.
Mit ausreichenden Englischkenntnissen könnt ihr die ganze Geschichte hier nachlesen.

Die 24jährige ist allerdings nicht komplett verrückt geworden, sondern führt die ganze Sache als ein Projekt für ihre Masterarbeit auf. Das beruhigt mich etwas, allerdings ist mir nicht so recht klar, was bei der Sache herauskommen soll.
Aber: Wenn’s der Wahrheitsfindung dient?

Nov
25
2011
6

Die Nord-SPD und Zeitlöcher ins letzte Jahrtausend.

Wie man zum Beispiel hier lesen kann, (LINK) hat die Nord-SPD eine „peinliche Panne“ beim Einbinden eines Videos auf ihrer Homepage erlebt.
Hat sie doch ein schniekes Video von irgendeinem albernen Landes-Bruhaha über eine Streamingplattform eingebunden, die Werbespots vor die Videos schaltet.
Und nun lief da doch tatsächlich Werbung für ein ’sogenanntes „Killerspiel“ ‚, wie das Nordfriesland Tageblatt wenigstens noch in Anführungszeichen schrieb. Die Lübecker Nachrichten sprechen da im Gegesatz ganz kritiklos von Killerspiel. Ohne Anführungszeichen oder ein „Sogenannt“.
Gut, nun ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Feinheiten der digitalen Kultur sich noch nicht zur Verräterpartei herumgesprochen haben, und dass die Generation Internetausdrucker auch panisch überreagiert, ist auch nichts neues. Aber einige Passagen in der Meldung bringen mich ein wenig zum Grübeln.

1.) Ursprünglich wollte ich mir die Frage stellen, warum irgendjemand Werbung für ein Computerspiel aus den späten Neunzigern schaltet. Die Frage konnte ich mir allerdings durch simples Googeln schon selbst beantworten.
Es handelt sich in der Tat um den alten Shooter von 1997, der aber neu aufgelegt wurde. Jetzt sieht er moderner aus, und es wird wohl auch ganz normal Werbung dafür geschaltet. Einen Trailer kann man bei Youtube bewundern. (LINK)

2.)

„Seit Jahren wissen wir, was solche Killerspiele in jungen Menschen verursachen können“, erklärte die CDU-Abgeordnete Heike Franzen.

Seit wann wissen wir was „Killerspiele“ anrichten können? Und was können sie anrichten? Hier schafft es eine Dame von der CDU nur plumpe Behauptungen in den Raum zu stellen, die seit Jahren nicht mit schlüssigen Studien belegt werden. Aber CDU halt. Die glauben an ihre Meinungen halt eher religiös und lassen sich da von Fakten nicht verwirren.

3.) Gleich weiter im Text:

Ihr sei unerklärlich, wie ein Politiker „eine solche Werbung auf seinem persönlichen Internetauftritt überhaupt zulassen kann“. Albig hätte das unterbinden müssen.

Ein noch nicht einmal in die Regierung gewählter Landespolitiker soll also einer unabhängigen Streamingplattform bestimmte Werbespots verbieten, die vermutlich in den AGBs vorgesehen und von den Uploadern bei der SPD durch Nutzung des Service abgenickt wurde? Die CDU ist lustig. Die beschweren sich vermutlich auch darüber, dass Sigmar Gabriel dem Klima nicht verbietet sich zu erwärmen.

4.)Die FDP lässt sich die Gelegenheit auch nicht nehmen, der SPD nochmal eins mitzugeben.

Katharina Loedige (FDP) reagierte bissig. Albigs Video stelle klar, „wie gutes Regieren mit Sozialdemokraten aussehen würde: Wenn schon der Vorspann daneben ist, kann man auch den Hauptfilm vergessen.“

Anstatt den Vorfall als solchen zu kommentieren, spinnt die Frau von der FDP einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Spot und der SPD. Und dann nennt sie einen als solchen vorgeschalteten Werbespot auch noch „Vorspann“ und grenzt diesen verbal vom „Hauptfilm“ ab.
Liebe Frau Loedige: Ein Vorspann ist der Teil eines Films, wo wir die Namen der Produktionsfirmen und – mit Glück – des Regisseurs um die Ohren gehauen bekommen. Manchmal sogar den Filmtitel. Ein Vorspann ist Teil des Hauptfilmes.
Was Sie meinen ist ein Vorfilm. Der Kommt in Kinos vor dem Film, ist aber eine inhaltlich vom Hauptfilm getrennte Sache. Und nur weil als Vorfilm irgendwas kommt, was ich nicht mag, kann der Hauptfilm dadurch nicht schlechter werden. Zumal beide nichts miteinander zu tun haben, bis auf die zeitliche Nähe in der die Aufführung stattfindet.
Allerdings ist der Werbespot am Video auch kein Vorfilm, es sei den die diletantische „Lampenladen Bahnhofstrasse“-Werbung, die ich im Kino über mich ergehen lassen muss, sei ein Vorfilm. Ist sie aber nicht, es handelt sich um Werbung.
Was die Dame der FDP hier – nur um eine billige Spitze gegen die SPD zu produzieren – beweist, ist so ziemlich genau das exakte Gegenteil von Medienkompetenz.

Und ist euch mal aufgefallen, dass die FDP in letzter Zeit immer gleich mit Beleidigungen kommt? Regieren mit der SPD ist wie Ballerspiel, Sigmar Gabriel ist dick und lächerlich und so weiter… Die haben wohl keine Argumente mehr. Ist ja wie Kindergarten mit denen.

5.)Und die SPD hat aber auch noch was zu sagen:

Die SPD nahm das Video gestern von der Seite. Sprecher Amin Hamadmad bedauerte den „technischen Fehler“. […] Weil ein Mitarbeiter erkrankt sei, habe man diesmal das Angebot einer Internetplattform genutzt.

Bei der SPD ist es also ein technischer Fehler, wenn ein Mitarbeiter erkrankt. Das ist der Beweis: Bei der SPD arbeiten nur Roboter.
Das ist alles so doof, da mag ich gar nicht weiter kommentieren.

Natürlich mach ich es aber trotzdem.

6.) Zu guter letzt kommt dann noch der berüchtigte Herr Pfeiffer von seinem eigenen Anti-Killerspiel-institut, und redet irgendwas nicht zum Thema passendes, das nicht zum Thema passt. Jungen gerieten durch Killerspiele ins Abseits, weil sie ihre Hausaufgeben vernachlässigten.
Gibt es keine Gamerinnen? Oder geraten die nur nicht ins Abseits? Und welche Gefahr geht von einem SPD-Video aus, das junge Leute sicher meiden wie die Pest, denn, Herr Pfeiffer, um so eins geht es hier.
Hier noch ein Link zu der unabhängigen Meinung eines Experten zu Herrn Pfeiffer: LINK!

7.) Wenn Goldeneye, das Spiel, ein „Killerspiel“ ist, ist die James-Bond-Reihe dann auch generell eine Reihe von „Killerfilmen“? Ich hatte bis heute gedacht, dass es sich dabei um ein geschätztes und traditionsreiches Kulturgut der westlichen Welt handelt.

Fazit:
Viel Wind um nichts. Der SPD ist ein kleineres Mißgeschick passiert, auf das mehrere andere Parteien sofort anspringen und versuchen sich zu profilieren, indem sie die SPD schlecht machen. Die SPD schafft es dann aber ganz alleine sich ein wenig zum Horst zu machen, indem sie das Unwissen der Vertretung für den kranken Kollegen als „technischen Fehler“ bezeichnet.
Die FDP zerlegt mal eben in wenigen Sätzen ihre Medienkompetenz, und die CDU, die nicht ohne Experten ihr Facebookprofil ändern kann, rügt die SPD für das Übersehen einer Klausel in AGBs. Einzig die Grünen kommentieren nicht, wo es eigentlich nichts zu kommentieren gilt. Die einzigen Gewinner – bzw. nicht Verlierer – hier.

P.S: Das Zeitungen, also journalistische Erzeugnisse mit Qualitätskontrolle, noch immer von „Killerspielen“ reden, selbst wenn sie von „sogenannten ‚Killerspielen‘ “ reden, lässt sie auch eher auf der Deppenseite dieser Geschichte stehen.

Feb
09
2011
3

Youtube-Fundstück 1

Da ja auch online scheinbar „Rundfunk“ ist, möchte ich heute mal meinem Bildungsauftrag nachkommen, etwas vermutlich kulturell wertvolles verlinken und da dies auch generell keine schlechte Idee ist, will ich daraus eine neue Kategorie machen.
Nun mag der eine oder andere einwenden, dass ich auch früher schon Videos von Youtube verlinkt habe, das ist wahr. Dabei handelte es sich aber selten um „Fundstücke“ die ich selbst ausgegraben habe, sondern zumeist um Dinge, auf die ich durch die Verlinkung anderer gestoßen bin.

Folgendes Video habe ich aber beim zufälligen Rumklicken auf Youtube gefunden und möchte es nun mit euch teilen.

Viel Spaß!

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Filme,Youtube Fundstück | Schlagwörter:
Jan
29
2011
3

Alles schonmal dagewesen: Premakes

Ich bin bei Buttkickingbabes drauf gestoßen, aber das ganze scheint tatsächlich ein neues Mem zu sein: Leute schneiden Trailer aus alten Filmen zusammen, die für neue Filme werben, als seien diese alte Filme. Besser kann ich es jedenfalls nicht erklären. Schaut es euch einfach mal an:

Up aus dem Jahre 1965:

Ghostbusters aus dem Jahre 1954:

und Star Wars darf auch nicht fehlen, darum hier
Das Imperium schlägt zurück aus dem Jahr 1950:

Ich bin immer wieder verblüfft, was man alles im Internet finden kann.

Written by Heiko C. in: Filme,Lustiges,Spass und Spiel | Schlagwörter: ,
Okt
17
2010
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Die Geschichte der Vampire

Unter diesem Link in einem kleinen Video. Aber auf englisch. Verlinke ich aber trotzdem mal, weil hab‘ schon lange nichts mehr über Vampire geschrieben. In dem Video geht’s am Rande auch um Twilight, so bleibt es mir für den Moment erspart, mich damit auseinandersetzen zu müssen. 😉

Written by Heiko C. in: Filme,Gruseliges | Schlagwörter: , , ,
Sep
09
2010
6

Rekursiver Inzest und das kleine Problem mit der Münze aus dem Nichts

Ich hab heute bei einem Videoabend in kleiner Gruppe mal wieder einen Zeitreisefilm gesehen, und danach kam dann noch das Gespräch auf das generelle Genre des Zeitreisefilms.
Mir ist unter anderem aufgefallen, dass kaum ein guter Zeitreisefilm ohne Liebesgeschichte – und wenn es im Subplot ist – auskommt. Die einzige Ausnahme, die mir da spontan einfällt ist „Time Bandits“.
Aber das ist jetzt nicht das Thema, obwohl dieses enge Band zwischen Zeitreisestory und Liebesgeschichte sicher selbst einen Artikel wert ist.

Die Rede kam vielmehr auch wieder auf den Film „Time Rider“, eine Perle des Zeitreisefilms aus den 80ern, den man leider nur noch auf VHS findet. Wann kommt da bitte endlich die DVD? Der Film ist klasse!
In „Time Rider“ geht es um einen Cross-Biker namens Lyle Swann, der sich bei einer Ralley irgendwo in der Wüste von Texas oder New Mexico verfährt und ohne es zu merken, mitten in ein geheimes Zeitreiseexperiment der Regierung hineinfährt.
Noch immer ohne etwas zu ahnen, landet er im wilden Westen, und gerät an Banditen, Dorfbewohner und Gesetzeshüter. Die Banditen wollen das Dorf ausplündern und Lyle Swanns Motorrad stehlen, der Gesetzeshüter will den Oberbanditen zur Rechenschaft ziehen und eine Frau bei den Dorfbewohnern flirtet auf eine sehr agressive Weise mit Lyle.
Eine Besonderheit dieses Films ist, dass Lyle den ganzen Film über annimmt, er sei immer noch in der Gegenwart, und die Leute seien halt nur irgendwelche Hinterwäldler oder Sektenmitglieder. Das finde ich gut, denn nichts ist peinlicher in einem Zeitreisefilm, als ein Typ, der in abgerissenen Klamotten durch die Stadt läuft, und nach dem Jahr fragt.
Wer fragt schon nach dem Jahr? Ich würde nicht nach dem Jahr fragen. Nur Irre fragen nach dem Jahr. Geistig gesunde Menschen würden erst einmal gar nicht auf den Gedanken kommen, dass sie eventuell in der Zeit gereist sind, und wenn sich die Beweise für ebendies zu verdichten begönnen, es vehement anzweifeln. Wenn geistig gesunde Menschen sich tatsächlich mit dem Gedanken anzufreunden begönnen, sie seien in der Zeit gereist, würden sie immer noch nicht nach dem Jahr fragen, sondern in eine Zeitung schauen, oder in die Bibliothek gehen.
Niemand fragt nach dem Jahr.

Aber auch das ist nicht das Thema.
Die junge Frau mit der agressiven Ader, mit der Lyle Swann anbändelt und später sogar schläft, stellt sich im Laufe der Handlung des Filmes als seine eigene Großmutter heraus und Lyle Swann ist somit sein eigener Großvater. Außerdem gibt er in der Vergangenheit der Frau eine Glücksmünze, die er von seiner Oma bekommen hat, welche diese von Lyles Großvater in der Vergangenheit bekam.
Können noch alle folgen?
19Keks gibt also Lyles Oma ihm eine Silbermünze von Lyles Opa. Später reist Lyle nach 18keks zurück, mit eben dieser Münze.Dort wird er zu seinem eigenen Großvater, und gibt seiner Oma die Münze.

Wo genau kommt die Münze her? In der Weltsicht von einer unveränderlichen Zeitlinie ist die Münze in dieser Zeitschleife einfach vorhanden. Sie reist ständig von 19keks nach 18keks, und altert dann wieder ganz normal, bis sie wieder in 19keks angekommen ist, und von dort wieder zurückreisen kann.
Die Münze wird nirgendwo geprägt, noch wird sie je ausgegeben, weil sie vor und nach der Zeitschleife nicht existiert, sondern in ihr ständig im Kreis reist.
Das große Problem an der Sache ist jedoch nicht, wo und wann die Münze hergestellt wurde. Viel gravierender ist, dass sie sich eigentlich – der Entropie folgend – in der Zeitschleife ständig abnutzen müsste, bis sie irgendwann so abgegriffen ist, dass sie einfach verschwindet.
Das ist aber wieder nicht mit der Theorie einer unveränderlichen Zeitline vereinbar, denn in ihr muss auch die Münze unveränderlich sein, denn sonst ist die Zeitschleife nicht unveränderlich, noch ist es die Zeitlinie.
Die Geschichte um die Münze kann in einem Zeitreisemodell mit einer unveränderlichen Zeitlinie also nicht funktionieren. Bleibt mein persönlicher Favorit, die „viele-Welten-Theorie“.
In dieser Theorie sorgt jeder Eingriff in die Vergangenheit für eine etwas andere Zeitlinie, und schafft somit eine Parallelwelt mit einer, möglicherweise nur subtil unterschiedlichen, aber eben etwas anderen Zukunft.

Wie sieht die Reise der Münze hier aus?
In einer alternativen Parallelwelt, die vom Film direkt nicht abgebildet wird, reist ein alternativer Lyle Swann, der noch einen ganz anderen Großvater als sich selbst hat, als erster von allen Lyle Swanns im Multiversum in die Vergangenheit, trifft die Frau ( seine Großmutter ) in der Vergangenheit, schläft anstatt seines ursprünglichen Großvaters mit ihr, und sorgt so für eine Parallelwelt, in der ein Lyle Swann geboren wird, dessen Großvater er ist. Dieser Frau gibt er zum Andenken die Silbermünze, die in seiner subjektiven Vergangenheit noch ganz normal hergestellt wurde. Seine Großmutter bewahrt die Münze als Souvenir an den seltsamen Bettgefährten auf, der so schnell in ihr Leben kam, und so schnell wieder daraus verschwand. Sie macht aus der Münze einen Anhänger für eine Kette, und schenkt diesen dann später ihrem Enkelsohn. Dieser reist in die Vergangenheit zurück, und von dort an befinden wir uns in einer Zeitspirale, die sich seitwärts durch die Zeit bewegt. Die Kette mit der Münze wandert durch unzählige Parallelwelten, bis sie völlig abgenutzt ist.
In diesem Modell vertragen sich Entropie und Zeitreiselogik.

Aber was ist mit der Sache, dass Lyle Swann sein eigener Großvater ist?
In dem Modell mit den Parallelwelten ist es bei jeder neuen Schlaufe der Zeitspirale ein genetisch etwas anderer Lyle Swann, der in die Vergangenheit reist, und jedes mal mit seiner in allen Parallelwelten genetisch gleichen Großmutter schläft, um schließlich eine genetisch etwas andere Version von sich selbst zu erzeugen.
Der ursprüngliche genetische Code von Lyle Swann wird also immer weiter verwässert, bis vom Großvater aus der ursprünglichen Welt, in der die Zeitschleife startete, kein genetisches Material mehr in ihm enthalten ist, und Lyle Swann so mit seiner Großmutter genetisch identisch werden muss.
In der Theorie mit den vielen Welten ist es also schier unmöglich, sein eigener Großvater zu sein.

In dem Modell mit der unveränderlichen Zeitlinie ist dies jedoch wiederum kein Problem: Lyle reist zurück, zeugt einen Nachkommen mit einem Teil seines genetischen Materials, der wiederum ihn zeugt – oder zur Welt bringt. Das beide Lyle Swanns genetisch identisch sind, ist zwar immer noch ein Zufall, aber eben nur ein Zufall, der nur einmal passieren muss, und nicht immer wieder, wie es in einer Zeitspirale wäre.

Münze geht also nur in „viele Welten“, eigener Großvater geht nur in „unveränderliche Zeitlinie“.

Ich bin verwirrt.

Written by Heiko C. in: Filme,Wahnhaftes | Schlagwörter:
Jun
20
2010
2

Princess of Mars

So, nun ist es also passiert: Ich habe mir ohne es gleich zu merken, eine Asylum-DVD gekauft. Asylum, für diejenigen, die es nicht kennen, ist das Filmstudio, welches – ich sag mal – Alternativversionen aktueller Kinofilme produziert, und diese dann direkt to Video in die Läden bringt. Ziel ist, dass möglichst viele Leute so ihre Filme kaufen, und denken, es würde sich um die echten Blockbuster handeln.
Diese Art Falschfilm nennt man „Knockbuster“. Von Asylum gibt es zum Beispiel „Doomsday 2012“, „Transmorphers“ oder den gloriosen „I am Omega“.

Na ja, nun bin also auch ich auf den Marketingplot reingefallen, allerdings scheint es sich bei den Film, den ich gekauft habe nicht um die Billigversion eines Blockbusters zu handeln, sondern um eine eigene Filmidee.
Zumindest ist mir der dazu passende Blockbuster nicht bekannt, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

„Princess of Mars“ ist nichts weniger als eine Adaption der Barsoom-Bücher von Edgar Rice Burroughs. In dieser Buchreihe geht es um einen heimkehrenden Bürgerkriegssoldaten der einschläft, und auf dem Mars wieder aufwacht. Auf diesem Mars gibt es vierarmige Aliens, leichtbekleidete Frauen und alles mögliche mehr.
Die Buchvorlage ist also von sich aus schon ziemlich trashige Low-Fantasy. Passt ja irgendwie zu Asylum, möchte man denken.
Wie sieht es also mit der Filmumsetzung aus?

Im Fim wurde aus irgendwelchen Gründen der Soldat aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg zu einem Special-Ops-Mann, der in Afghanistan (oder im Irak, bin mir nicht sicher) operiert.
Bei irgendeiner seiner speziellen Operationen wird er von einem dieser Einheimischen – man kann ihnen nun einmal nicht trauen – verraten, und schlimm verletzt.
Seine Armee findet ihn und hält ihn für einen hoffnungslosen Fall. Da er irgendwelchen Experimenten zugestimmt hat, entschließt man sich ihn „Atom für Atom“ auf einem „16-GB-Flash-Stick“ (sic!) zu speichern, und ihn mittels Wissenschaft zum Mars zu transportieren. Natürlich nicht zu unserem Mars, sondern zum Mars um Alpha Centauri. Wahrscheinlich denken die Drehbuchschreiber, dass jedes Sternensystem einen Mars braucht. Ich stimme zu. Würde ich in einem Sternensystem wohnen, und es gäbe dort keinen Mars, mir würde etwas fehlen.
Aber zurück zum Film.

Der schwerverletzte Soldat John Carter grüßt seine Vorgesetzten also noch ein letztes Mal mit einem Stinkefinger, als er sich schon in einem Lendenschurz in einer Wüste wiederfindet. Wo der Lendenschurz herkommt erfahren wir nicht, aber wahrscheinlich haben den die amerikanischen Wissenschaftler aus Gründen des Anstands extra ins Teleportationsprogramm geschrieben.
Bewusstlos auf diesem anderen Mars liegend, wird John Carter sofort von der Prinzessin des Mars, Deja Thoris, gefunden, die ihn jedoch im Wüstensand des Mars liegen lässt, um ihn zu verschonen.
Ja, so passiert es, ich habe es auch nicht ganz begriffen. Deja Thosris spricht übrigens Englisch.

Die Prinzessin wird von Traci Lords gespielt, die zu den besseren Thespisjüngern in diesem Film zählt. Den Bechdeltest besteht der Film nicht, da sie die einzige weibliche Rolle im Film ist.
John Carter steht also auf, als die Prinzessin weg ist, und findet heraus, dass er auf diesem Mars unglaublich weit und hoch springen kann. Kurz darauf wird er von Thaks gefangen. Tharks, das sind im Buch drei Meter große, vierarmige und grüne Aliens, hier sind es Menschen in Latexmasken. Aber immerhin in recht aufwändigen Latexmasken.
Diese Tharks reiten im Buch vierbeinige Reittiere. Im Film haben diese Reittiere nur zwei Beine. Irgendwie scheint im Film alles zu wenig Gliedmaßen zu haben.
John Carter versucht sich auf Englisch mit den Tharks zu unterhalten, diese verstehen aber nur Marsgrunz. John Carter versucht es also noch einmal auf italienisch, doch auch das wird nicht verstanden.
Die Tharks haben Carter mittlerweile zu ihrem Lager geschleppt, wo er Johgurt zu essen bekommt, den eine Made abgesondert hat. Dann soll er noch ein paar Insekten essen, was er auch tut, wodurch er plötzlich Marsgrunz versteht.

Im weiteren passieren die Dinge im Film nacheinander. John Carter kämpft gegen Spinnen, John Carter befreit die Prinzessin, John Carter muss in der Arena kämpfen. Nach so etwas wie einer zusammenhängenden Handlung muss man mit der Lupe suchen.
Am Ende lässt es sich darauf komprimieren, dass ein böser Afghnaniraker, der John Carter irgendwie von der Erde gefolgt ist, ein Atemluftkraftwerk auf dem Mars unter seine Kontrolle bringen will, um die Herrschaft an sich zu reißen. Die Rolle der Prinzessin reduziert sich darauf, John Cartes Loveinterest zu sein, hin und wieder etwas über den Mars zu erklären, was keinen Sinn ergibt und ansonsten dekorativ herumzusitzen oder zu stehen und zu schmollen. Aber Traci Lords sieht ja immer so aus, als würde sie schmollen.
Die Begrenztheit der Prinzessinnenrolle ist eigentlich schade und irgendwie auch Etikettenschwindel, wenn man bedenkt, dass der Film nach ihr benannt wurde.

Auf der DVD-Hülle wird der Film angepriesen mit „Die Geschichte, die James Cameron zu Avatar inspirierte“. Nun weiß ich nicht, ob das zutrifft, aber behaupten kann man das ja mal, und viel ausdifferenzierter ist die Handlung von Avatar ja nun auch nicht.
Hinten steht dann noch „Für alle Fans von Avatar, Star Wars und Prince of Persia“. Mit „Star Wars“ muss der ungenannte Werbetexter hier die Prequels meinen, denn da ist „Princess of Mars“ in etwa genauso unlogisch, und hat ebenso flache Charaktere.
Mein Fazit: Kann man kucken. Wenn dann aber besser in großer Runde, um ihn gemeinsam blöd zu finden.

Apr
27
2010
2

Das ist dein Cartoon. Und das ist dein Cartoon mit Zensur.

Irgendwie ist heute mein Video-Einbindetag, hier im Blog. Sorry, ist keine Absicht.

Was so Zensur mit Kreativität angeht, kann man sehr schön an Betty Boop sehen. Bis 1934 genossen die Macher vollkommene kreative Freiheit, danach durften bestimmte Inhalte im Kino nicht mehr gezeigt werden.
Kann man alles in der deutschen Wikipedia nachlesen Link! Oder etwas ausführlicher in der englischen Wikipedia: Link!

Als kleine Demonstration hier ein Betty-Boop-Cartoon vor der Zensur, gefolgt von einem nach der Zensur. Ich finde es nicht schwer zu entscheiden, welcher mir besser gefällt.

The old man of the Mountain (1933)

House Cleaning Blues (1937)

Während man sich bei den Cartoons vor 1934 ständig fragt, was man da eigentlich schaut, so abgedreht ist das alles, gibt es nach 1934 nur noch relativ langweilige Cartoons, denen der anarchische Charme so ganz und gar abgeht. Das hat dann letztendlich wohl auch die Serie gekillt. Schade eigentlich.

Written by Heiko C. in: Filme,Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Apr
19
2010
2

Die zehn schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe

Ich mach bei dieser wundervollen Aktion in letzter Sekunde quasi auch nochmal mit, alleine schon, weil es so einfach ist.
Ich nehme wöchentlich an einer privaten DVD-Runde teil, in der wir uns abwechselnd Filme zeigen, die wir nicht kennen. Ein sehr schlechter Film hat dann irgendwann ausgelöst, dass wir eine sogenannte „Brechmittelsneak“ mit den schlechtesten Filmen, die wir finden konnten veranstalteten. Gesetztes Ziel war einen Film zu finden, der schlechter ist, als der auslösende Film.

Bei diesem auslösenden Film handelte es sich um:

1. The Underground Comedy Movieüber den ich hier schon ausführlicher geschrieben hab

Meiner Meinung nach waren die Kandidaten ihn zu übertreffen allesamt nicht schlecht genug, aber trotzdem ziemlich schlecht:

2. Kinder der Nacht – kommt gleich auf den nächsten Platz. Eine Produktion von Grufties für Grufties mit einer Handlung die keinen rechten Sinn ergeben will, und einer der schlechtesten Synchros, die ich je in einem Film erlebt habe. Und letzteres obwohl der Film deutsch ist.

3. The Hillz – Ein weiteres Beispiel dafür, dass Paris Hilton als sicherer Indikator dafür gehandelt werden kann, dass ein Film schlecht ist. „The Hillz“ versucht zu sein wie „KIDS“, ist dabei aber noch schlechter.

4. The Beast of Yucca Flats – Der wahrscheinlich langweiligste Film aller Zeiten, dessen einzige Besonderheit ist, dass man von redenden Schauspielern nie den Mund sieht.

5. Killer Barbies vs. Dracula – Immer ein schlechtes Zeichen, wenn Bela B. der beste Schauspieler im Film ist. Der Dracula in diesem Film ist überdies noch schlechter als der in Blade 3.

6. Evil Clutch – Langweiliger kann man einen Horrorfilm kaum drehen. Es sei denn man macht „Beast of Yucca Flats“.

7. Mysterious Planet – Frei nach Jules Verne besticht dieses Weltraumabenteuer durch alles was schlecht ist. Hat den Negativoscar für alle Kategorien verdient.

8. Battlefield Earth – Bekloppte Aliens haben irgendwie die Menschheit erobert, und diese erobern sie wieder zurück. Man kann sich kaum entscheiden wer dämlicher ist: Aliens oder Menschen. Der Film ist so schlecht, dass der Hauptdrehbuchschreiber sich jüngst für ihn entschuldigt hat. Dieser Film war zwar nicht Teil der Brechmittelsneak. hätte es aber sein können, finde ich.

9. Dead men don’t die – 70er Jahre Komödie mit Elliot Gould – da kann man doch bestimmt nichts falsch machen, oder? Doch kann man. In dieser unlustigen Zombiekomödie werden Teile des Drehbuchs zu Tode wiederholt, rassistische Stereotypen auf niedrigstem Nieveau gerissen, und der „beste“ Runninggag besteht daraus, das 80.000 Mal wiederholt wird, dass „in L.A. eine neue Nuttengewerkschaft gegründet“ wurde.

10. 2012 – Der war wirklich wirklich schlecht. Wäre er nicht so lang gewesen, hätte ich ihn lustig gefunden. Zu dem Film habe ich auch schon ausführlicher was geschrieben. Dieser Film war auch nicht Teil der Brechmittelsneak. hätte sich da aber gut gemacht.

mein Tipp: Der meistgenannte Film wird 2012 sein.

Written by Heiko C. in: Filme,Gruseliges | Schlagwörter: , ,
Mrz
30
2010
9

Der Bechdel-Test, und warum einfach manchmal eben zu einfach ist.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne schreibe. Und gerne auch viel. Zwar ist noch keiner meiner Texte über das Internet hinaus veröffentlicht worden – die Schülerzeitung damals mal außen vor gelassen – aber ich hab nicht nur die Festplatte voller moosbewachsener Romananfänge, ich hab auch schon zwei Romane und eine Kurzgeschichte zuende geschrieben.
Den besseren der beiden Romane sogar innerhalb eines Monats zum NaNoWriMo, was mich immer noch überrascht.
Ich bin auch immer offen für Tipps, Konzepte und Anregungen, um meine Geschichten besser oder interessanter zu machen. So fand ich diesen Leitfaden (squidoo.com) zur Verwendung von homosexuellen Charakteren in Geschichten echt nützlich, bin dankbar, dass ich die klischeehaften Stereotypen nun kenne, die es zu vermeiden gilt, und werde bei meinem nächsten größeren Projekt auch einige der Anregungen umsetzen.
Ich bin mir zwar nicht sicher, wie gut das gelingen wird, aber Versuch macht klug, wie man so sagt.

Nun hab ich gestern vom Bechdel-Test erfahren. (Sorry, aber es gibt keinen Eintrag in der Deutschen Wikipedia, aber ich hab’s auch auf diesem Blog hier gelesen: Drop the thought)

Der Test stammt aus einem Comic-Strip. Eine weibliche Person in diesem Comic stellt folgende Regeln auf, um zu testen, ob sie sich einen Film überhaupt erst anschaut:

1. Es kommen mindestens zwei Frauen in ihm vor

2. Die beiden reden miteinander…

3. …und zwar über etwas anderes als einen Mann.

Durchaus verständliche Sichtweise, denn ich schau mir ja auch nur Filme an, in denen nur Frauen tragende Rollen spielen, wenn ich dazu genötigt werde. Mit „Grüne Tomaten“ und den Ya-Ya-Schwestern kann man mich jagen. Allerdings stellen sich mir da ein paar spitzfindige Fragen:

– Was, wenn in dem Film die zwei einzigen Frauen Lesben sind, die sich genau 1 x unterhalten, und es in dem Gespräch um eine Frau geht, wie es bei heterosexuellen Frauen um einen Mann gehen würde?

– Was ist, wenn der einzige Akteur in dem Film eine Frau ist? (gegebenenfalls vielleicht umgeben von Robotern oder geschlechtslosen Ausserirdischen)

– Was ist mit Teenie-Filmen, in denen zwar genug junge Frauen mitspielen, sich auch unterhalten, auch nicht nur über Männer, aber sich konstant nur anzicken?

Irgendwie ist die Regel zu einfach gefasst. An beiden Enden hat man Graubereiche, positiv wie negativ.

Ich will den Rahmen mal von Filmen auf Filme und Serien erweitern, weil ich mich bei recht vielen Filmen ehrlich gesagt nicht erinnern kann, ob die Voraussetzungen für ein Bestehen des Bechdel-Tests gegeben sind.

Positivbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Bechdeltest bestehen, aber irgendwie trotzdem panne sind:

Positivbeispiel #1: Xena
In Xena gibt es nicht nur zwei Frauen, sondern die sind auch noch die Hauptfiguren. Und die unterhalten sich stets und ständig. Auch über andere Dinge als Männer. Ist die vornehmliche Zielgruppe für Xena weiblich? Irgendwie fällt es mir schwer, das zu glauben, noch halte ich die Serie insgesamt für besonders feministisch. Eher im Gegenteil. Wer eine andere Meinung hat, ich lasse mich gern eines besseren belehren.


xena lol by ~rosemaryjayne on deviantART

Positivbeispiel #2: Cleopatra 2525
Es handelt sich hierbei um eine kurzlebige Serie von Sam Raimi, dem wir auch schon Xena zu verdanken haben. Sie ist meines Wissens nie im deutschen Fernsehen gelaufen, es gibt sie aber auf DVD zu kaufen, und zwar für echt günstig. Mit anderen Worten: die Serie wird nicht nur bei Amazon verramscht.
Die Serie ist echt trashig, und kaum auszuhalten, wenn sie nicht so absurd wäre. Ich selbst hab sie geschaut, nachdem mir die Weisheitszähne gezogen wurden, und ich mit Kieferschmerzen halb betäubt zuhause im Bett lag.
Worum es bei Cleopatra 2525 geht: Eine Stripperin aus dem LA der 90er Jahre will sich die Brüste vergrößern lassen, doch etwas geht schief, und sie wird cryogenisch eingefroren. Im Jahr 2525 entdecken sie zufällig zwei Widerstandskämpferrinnen, die auf der postapokalyptischen Erde gegen böse Maschinen kämpfen. Sie tauen die Stripperin (Cleopatra) auf, und nehmen sie in ihr Team auf. Dann erleben die drei fantastische Abenteuer, und kämpfen im Laufe von zwei Staffeln gegen die bösen Maschinen. Die drei Hauptfiguren laufen in der ganzen Serie in nichts anderem rum als einer Art futuristischem Bikini-Outfit, die Sprüche sind hart an der Schmerzgrenze – oder darüber hinaus, wie manche meinen würden, und Cleopatra lässt keine Gelegenheit aus, für die gute Sache auch ihre Strippertalente zu verwenden.
Hier gibt es jede Menge Frauen, die über alles MÖGLICHE reden, auch über Männer, aber eben nicht nur. Klarer Fall, dass Cleopatra 2525 den Bechdel-Test besteht.
Für Frauen? Echt? Ich als Mann fass‘ mir da ja schon vier Mal pro Sekunde beim Kucken an den Kopf und ich bin Kummer gewohnt, was bewegte Bilder – speziell Serien – angeht.


Cleopatra 2525 by *Slayer730 on deviantART

Positivbeispiel #3: Showgirls
Jede Menge Frauen drin, die sich nicht nur über Männer unterhalten, sondern auch über Brüste und wie man richtig strippt. Die haben allesamt noch weniger an, als der weibliche Cast von Xena oder Cleopatra 2525. Ich muss gestehen, dass ich diesen Film aufgrund seiner schon sprichwörtlichen Grottigkeit nie gesehen habe, aber der erste Teil einer grandiosen Videoreview findet sich bei ThatGuywiththeGlasses.com.

Negativbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Test nicht bestehen, aber irgendwie doch ziemlich gut sind.
Ursprünglich wollte ich hier auch „Star Wars“ und „Indiana Jones“ anbringen, aber wenn ich’s recht überlege, kann ich verstehen, dass Frauen sich für sowas nicht interessieren, auch wenn ich es schade finde. Ebenso fallen ja auch Meilensteine der Filmgeschichte wie „2001 – Odysee im Weltraum“ und „Zwei glorreiche Halunken“ ganz raus, weil man die Frauen in diesen Filmen nun wirklich mit der Lupe suchen muss.
Aber ein Beispiel hab ich doch, wo es schade ist, dass der Film gemieden wird, nur weil er den Bechdel-Test nicht besteht:

Negativbeispiel #1: Chasing Amy
Meiner Meinung nach immer noch der beste Kevin Smith Film. Obwohl Ben Afflec mitspielt. Ein Film über einen Mann, der sich in eine Lesbe verliebt, die sein bester Freund nicht ausstehen kann, und der dann mit ihrer Vergangenheit nicht klarkommt.
Ein unglaublich emotionaler, doch trotzdem lustiger Film, der an manchen Stellen auch schon mal auf die Tränendrüse drückt. Ein Film, den ich in meiner privaten Kategorisierung als „Frauenfilm“ bezeichnen würde, der „sich trotzdem anzusehen lohnt“. In diesem Film reden zwar Frauen miteinander, aber die Frauen, die man mit Namen kennt, reden ausschließlich über Männer, wenn ich mich recht erinnere. Fällt also klar aus dem Raster. Oder handelt es sich hier um ein „Beziehungsdrama für den modernen Mann“? ich bin verwirrt.

Wenn wir die zu testende Fiktion weiter spannen, und auch literarische Werke mit einbezieht, fällt noch mehr unter den Tisch: „Die Schatzinsel“ und „Moby Dick“ kann die bechdeltestende Frau von Welt schon mal ganz vergessen. Ebenso „Frankenstein“, wenn ich mich nicht irre, obwohl das sogar von ’ner Frau geschrieben wurde. Bram Stokers im Kontext seiner Zeit pornographischer Roman „Dracula“ besteht den Test jedoch. Was ist mit Jane Austen? Da sind zwar jede Menge Frauen drin – sogar bekleidet – aber reden die nicht ständig über irgendwelche Männer da?
Und je weiter wir in der Zeit zurückgehen, desto weniger kann frau lesen. Im Niebelungenlied zicken sich – soweit ich mich nur erinnere – Brunhild und Krimhild nur ständig wegen Siegfried an, und im ältesten erhaltenen literarischen Werk der Menschheit, dem knapp 5000 Jahre alten Gilgamesh Epos, muss man auch wieder lange suchen, bis man vielleicht eine vereinzelte Frau findet.

Der Test selbst ist also in vielen Einzelfällen zu einfach gestrickt, auch wenn er gut dazu dienen mag, über den Daumen zu peilen, was für Frauen möglicherweise interessant ist. Die Abwesenheit von Frauen in Geschichten generell zieht sich jedoch tatsächlich als roter Faden durch die gesamte Literaturgeschichte. Oft gibt es unter den Hauptfiguren einer beliebigen Handlung nur eine Frau – quasi die Quotenfrau. Das wird ebenfalls von der bezaubernden Lindsay Ellis, die auch schon Showgirls auseinandergenommen hat, in einem Video namens „The Smufette Principle“ erklärt.

Warum ist das so? Ich hab keine Ahnung. Ich finde es erstaunlich, wie einem sowas als Mann gar nicht auffällt, bis man mit der Nase drauf gestoßen wird. Ich werde in meiner nächsten größeren Geschichte aber auf jeden Fall auch zwei Frauen einbauen, die sich über irgendwas anderes als einen Mann unterhalten.
…vielleicht über Fußball. Ich weiß noch nicht.

Written by Heiko C. in: Bücher,Filme,Gesellschaftliches | Schlagwörter: ,

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Dez
06
2012
--

Studentin aus Las Vegas heiratet Pappschablone von Edward Cullen

Das das Twilight-Fandom teilweise merkwürdige Blüten treibt, haben wir ja schon gesehen, allerdings wird es dann jetzt spätestens albern. Wie die Mail Online vermeldet, wird sich eine Studentin der Universität von Nevada im Januar das Ja-Wort geben. Und zwar mit einer lebensgroßen Pappschablone des bekannten Glitzervampirs aus Funk und Fernsehen.
Mit ausreichenden Englischkenntnissen könnt ihr die ganze Geschichte hier nachlesen.

Die 24jährige ist allerdings nicht komplett verrückt geworden, sondern führt die ganze Sache als ein Projekt für ihre Masterarbeit auf. Das beruhigt mich etwas, allerdings ist mir nicht so recht klar, was bei der Sache herauskommen soll.
Aber: Wenn’s der Wahrheitsfindung dient?

Nov
25
2011
6

Die Nord-SPD und Zeitlöcher ins letzte Jahrtausend.

Wie man zum Beispiel hier lesen kann, (LINK) hat die Nord-SPD eine „peinliche Panne“ beim Einbinden eines Videos auf ihrer Homepage erlebt.
Hat sie doch ein schniekes Video von irgendeinem albernen Landes-Bruhaha über eine Streamingplattform eingebunden, die Werbespots vor die Videos schaltet.
Und nun lief da doch tatsächlich Werbung für ein ’sogenanntes „Killerspiel“ ‚, wie das Nordfriesland Tageblatt wenigstens noch in Anführungszeichen schrieb. Die Lübecker Nachrichten sprechen da im Gegesatz ganz kritiklos von Killerspiel. Ohne Anführungszeichen oder ein „Sogenannt“.
Gut, nun ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Feinheiten der digitalen Kultur sich noch nicht zur Verräterpartei herumgesprochen haben, und dass die Generation Internetausdrucker auch panisch überreagiert, ist auch nichts neues. Aber einige Passagen in der Meldung bringen mich ein wenig zum Grübeln.

1.) Ursprünglich wollte ich mir die Frage stellen, warum irgendjemand Werbung für ein Computerspiel aus den späten Neunzigern schaltet. Die Frage konnte ich mir allerdings durch simples Googeln schon selbst beantworten.
Es handelt sich in der Tat um den alten Shooter von 1997, der aber neu aufgelegt wurde. Jetzt sieht er moderner aus, und es wird wohl auch ganz normal Werbung dafür geschaltet. Einen Trailer kann man bei Youtube bewundern. (LINK)

2.)

„Seit Jahren wissen wir, was solche Killerspiele in jungen Menschen verursachen können“, erklärte die CDU-Abgeordnete Heike Franzen.

Seit wann wissen wir was „Killerspiele“ anrichten können? Und was können sie anrichten? Hier schafft es eine Dame von der CDU nur plumpe Behauptungen in den Raum zu stellen, die seit Jahren nicht mit schlüssigen Studien belegt werden. Aber CDU halt. Die glauben an ihre Meinungen halt eher religiös und lassen sich da von Fakten nicht verwirren.

3.) Gleich weiter im Text:

Ihr sei unerklärlich, wie ein Politiker „eine solche Werbung auf seinem persönlichen Internetauftritt überhaupt zulassen kann“. Albig hätte das unterbinden müssen.

Ein noch nicht einmal in die Regierung gewählter Landespolitiker soll also einer unabhängigen Streamingplattform bestimmte Werbespots verbieten, die vermutlich in den AGBs vorgesehen und von den Uploadern bei der SPD durch Nutzung des Service abgenickt wurde? Die CDU ist lustig. Die beschweren sich vermutlich auch darüber, dass Sigmar Gabriel dem Klima nicht verbietet sich zu erwärmen.

4.)Die FDP lässt sich die Gelegenheit auch nicht nehmen, der SPD nochmal eins mitzugeben.

Katharina Loedige (FDP) reagierte bissig. Albigs Video stelle klar, „wie gutes Regieren mit Sozialdemokraten aussehen würde: Wenn schon der Vorspann daneben ist, kann man auch den Hauptfilm vergessen.“

Anstatt den Vorfall als solchen zu kommentieren, spinnt die Frau von der FDP einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Spot und der SPD. Und dann nennt sie einen als solchen vorgeschalteten Werbespot auch noch „Vorspann“ und grenzt diesen verbal vom „Hauptfilm“ ab.
Liebe Frau Loedige: Ein Vorspann ist der Teil eines Films, wo wir die Namen der Produktionsfirmen und – mit Glück – des Regisseurs um die Ohren gehauen bekommen. Manchmal sogar den Filmtitel. Ein Vorspann ist Teil des Hauptfilmes.
Was Sie meinen ist ein Vorfilm. Der Kommt in Kinos vor dem Film, ist aber eine inhaltlich vom Hauptfilm getrennte Sache. Und nur weil als Vorfilm irgendwas kommt, was ich nicht mag, kann der Hauptfilm dadurch nicht schlechter werden. Zumal beide nichts miteinander zu tun haben, bis auf die zeitliche Nähe in der die Aufführung stattfindet.
Allerdings ist der Werbespot am Video auch kein Vorfilm, es sei den die diletantische „Lampenladen Bahnhofstrasse“-Werbung, die ich im Kino über mich ergehen lassen muss, sei ein Vorfilm. Ist sie aber nicht, es handelt sich um Werbung.
Was die Dame der FDP hier – nur um eine billige Spitze gegen die SPD zu produzieren – beweist, ist so ziemlich genau das exakte Gegenteil von Medienkompetenz.

Und ist euch mal aufgefallen, dass die FDP in letzter Zeit immer gleich mit Beleidigungen kommt? Regieren mit der SPD ist wie Ballerspiel, Sigmar Gabriel ist dick und lächerlich und so weiter… Die haben wohl keine Argumente mehr. Ist ja wie Kindergarten mit denen.

5.)Und die SPD hat aber auch noch was zu sagen:

Die SPD nahm das Video gestern von der Seite. Sprecher Amin Hamadmad bedauerte den „technischen Fehler“. […] Weil ein Mitarbeiter erkrankt sei, habe man diesmal das Angebot einer Internetplattform genutzt.

Bei der SPD ist es also ein technischer Fehler, wenn ein Mitarbeiter erkrankt. Das ist der Beweis: Bei der SPD arbeiten nur Roboter.
Das ist alles so doof, da mag ich gar nicht weiter kommentieren.

Natürlich mach ich es aber trotzdem.

6.) Zu guter letzt kommt dann noch der berüchtigte Herr Pfeiffer von seinem eigenen Anti-Killerspiel-institut, und redet irgendwas nicht zum Thema passendes, das nicht zum Thema passt. Jungen gerieten durch Killerspiele ins Abseits, weil sie ihre Hausaufgeben vernachlässigten.
Gibt es keine Gamerinnen? Oder geraten die nur nicht ins Abseits? Und welche Gefahr geht von einem SPD-Video aus, das junge Leute sicher meiden wie die Pest, denn, Herr Pfeiffer, um so eins geht es hier.
Hier noch ein Link zu der unabhängigen Meinung eines Experten zu Herrn Pfeiffer: LINK!

7.) Wenn Goldeneye, das Spiel, ein „Killerspiel“ ist, ist die James-Bond-Reihe dann auch generell eine Reihe von „Killerfilmen“? Ich hatte bis heute gedacht, dass es sich dabei um ein geschätztes und traditionsreiches Kulturgut der westlichen Welt handelt.

Fazit:
Viel Wind um nichts. Der SPD ist ein kleineres Mißgeschick passiert, auf das mehrere andere Parteien sofort anspringen und versuchen sich zu profilieren, indem sie die SPD schlecht machen. Die SPD schafft es dann aber ganz alleine sich ein wenig zum Horst zu machen, indem sie das Unwissen der Vertretung für den kranken Kollegen als „technischen Fehler“ bezeichnet.
Die FDP zerlegt mal eben in wenigen Sätzen ihre Medienkompetenz, und die CDU, die nicht ohne Experten ihr Facebookprofil ändern kann, rügt die SPD für das Übersehen einer Klausel in AGBs. Einzig die Grünen kommentieren nicht, wo es eigentlich nichts zu kommentieren gilt. Die einzigen Gewinner – bzw. nicht Verlierer – hier.

P.S: Das Zeitungen, also journalistische Erzeugnisse mit Qualitätskontrolle, noch immer von „Killerspielen“ reden, selbst wenn sie von „sogenannten ‚Killerspielen‘ “ reden, lässt sie auch eher auf der Deppenseite dieser Geschichte stehen.

Feb
09
2011
3

Youtube-Fundstück 1

Da ja auch online scheinbar „Rundfunk“ ist, möchte ich heute mal meinem Bildungsauftrag nachkommen, etwas vermutlich kulturell wertvolles verlinken und da dies auch generell keine schlechte Idee ist, will ich daraus eine neue Kategorie machen.
Nun mag der eine oder andere einwenden, dass ich auch früher schon Videos von Youtube verlinkt habe, das ist wahr. Dabei handelte es sich aber selten um „Fundstücke“ die ich selbst ausgegraben habe, sondern zumeist um Dinge, auf die ich durch die Verlinkung anderer gestoßen bin.

Folgendes Video habe ich aber beim zufälligen Rumklicken auf Youtube gefunden und möchte es nun mit euch teilen.

Viel Spaß!

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Filme,Youtube Fundstück | Schlagwörter:
Jan
29
2011
3

Alles schonmal dagewesen: Premakes

Ich bin bei Buttkickingbabes drauf gestoßen, aber das ganze scheint tatsächlich ein neues Mem zu sein: Leute schneiden Trailer aus alten Filmen zusammen, die für neue Filme werben, als seien diese alte Filme. Besser kann ich es jedenfalls nicht erklären. Schaut es euch einfach mal an:

Up aus dem Jahre 1965:

Ghostbusters aus dem Jahre 1954:

und Star Wars darf auch nicht fehlen, darum hier
Das Imperium schlägt zurück aus dem Jahr 1950:

Ich bin immer wieder verblüfft, was man alles im Internet finden kann.

Written by Heiko C. in: Filme,Lustiges,Spass und Spiel | Schlagwörter: ,
Okt
17
2010
--

Die Geschichte der Vampire

Unter diesem Link in einem kleinen Video. Aber auf englisch. Verlinke ich aber trotzdem mal, weil hab‘ schon lange nichts mehr über Vampire geschrieben. In dem Video geht’s am Rande auch um Twilight, so bleibt es mir für den Moment erspart, mich damit auseinandersetzen zu müssen. 😉

Written by Heiko C. in: Filme,Gruseliges | Schlagwörter: , , ,
Sep
09
2010
6

Rekursiver Inzest und das kleine Problem mit der Münze aus dem Nichts

Ich hab heute bei einem Videoabend in kleiner Gruppe mal wieder einen Zeitreisefilm gesehen, und danach kam dann noch das Gespräch auf das generelle Genre des Zeitreisefilms.
Mir ist unter anderem aufgefallen, dass kaum ein guter Zeitreisefilm ohne Liebesgeschichte – und wenn es im Subplot ist – auskommt. Die einzige Ausnahme, die mir da spontan einfällt ist „Time Bandits“.
Aber das ist jetzt nicht das Thema, obwohl dieses enge Band zwischen Zeitreisestory und Liebesgeschichte sicher selbst einen Artikel wert ist.

Die Rede kam vielmehr auch wieder auf den Film „Time Rider“, eine Perle des Zeitreisefilms aus den 80ern, den man leider nur noch auf VHS findet. Wann kommt da bitte endlich die DVD? Der Film ist klasse!
In „Time Rider“ geht es um einen Cross-Biker namens Lyle Swann, der sich bei einer Ralley irgendwo in der Wüste von Texas oder New Mexico verfährt und ohne es zu merken, mitten in ein geheimes Zeitreiseexperiment der Regierung hineinfährt.
Noch immer ohne etwas zu ahnen, landet er im wilden Westen, und gerät an Banditen, Dorfbewohner und Gesetzeshüter. Die Banditen wollen das Dorf ausplündern und Lyle Swanns Motorrad stehlen, der Gesetzeshüter will den Oberbanditen zur Rechenschaft ziehen und eine Frau bei den Dorfbewohnern flirtet auf eine sehr agressive Weise mit Lyle.
Eine Besonderheit dieses Films ist, dass Lyle den ganzen Film über annimmt, er sei immer noch in der Gegenwart, und die Leute seien halt nur irgendwelche Hinterwäldler oder Sektenmitglieder. Das finde ich gut, denn nichts ist peinlicher in einem Zeitreisefilm, als ein Typ, der in abgerissenen Klamotten durch die Stadt läuft, und nach dem Jahr fragt.
Wer fragt schon nach dem Jahr? Ich würde nicht nach dem Jahr fragen. Nur Irre fragen nach dem Jahr. Geistig gesunde Menschen würden erst einmal gar nicht auf den Gedanken kommen, dass sie eventuell in der Zeit gereist sind, und wenn sich die Beweise für ebendies zu verdichten begönnen, es vehement anzweifeln. Wenn geistig gesunde Menschen sich tatsächlich mit dem Gedanken anzufreunden begönnen, sie seien in der Zeit gereist, würden sie immer noch nicht nach dem Jahr fragen, sondern in eine Zeitung schauen, oder in die Bibliothek gehen.
Niemand fragt nach dem Jahr.

Aber auch das ist nicht das Thema.
Die junge Frau mit der agressiven Ader, mit der Lyle Swann anbändelt und später sogar schläft, stellt sich im Laufe der Handlung des Filmes als seine eigene Großmutter heraus und Lyle Swann ist somit sein eigener Großvater. Außerdem gibt er in der Vergangenheit der Frau eine Glücksmünze, die er von seiner Oma bekommen hat, welche diese von Lyles Großvater in der Vergangenheit bekam.
Können noch alle folgen?
19Keks gibt also Lyles Oma ihm eine Silbermünze von Lyles Opa. Später reist Lyle nach 18keks zurück, mit eben dieser Münze.Dort wird er zu seinem eigenen Großvater, und gibt seiner Oma die Münze.

Wo genau kommt die Münze her? In der Weltsicht von einer unveränderlichen Zeitlinie ist die Münze in dieser Zeitschleife einfach vorhanden. Sie reist ständig von 19keks nach 18keks, und altert dann wieder ganz normal, bis sie wieder in 19keks angekommen ist, und von dort wieder zurückreisen kann.
Die Münze wird nirgendwo geprägt, noch wird sie je ausgegeben, weil sie vor und nach der Zeitschleife nicht existiert, sondern in ihr ständig im Kreis reist.
Das große Problem an der Sache ist jedoch nicht, wo und wann die Münze hergestellt wurde. Viel gravierender ist, dass sie sich eigentlich – der Entropie folgend – in der Zeitschleife ständig abnutzen müsste, bis sie irgendwann so abgegriffen ist, dass sie einfach verschwindet.
Das ist aber wieder nicht mit der Theorie einer unveränderlichen Zeitline vereinbar, denn in ihr muss auch die Münze unveränderlich sein, denn sonst ist die Zeitschleife nicht unveränderlich, noch ist es die Zeitlinie.
Die Geschichte um die Münze kann in einem Zeitreisemodell mit einer unveränderlichen Zeitlinie also nicht funktionieren. Bleibt mein persönlicher Favorit, die „viele-Welten-Theorie“.
In dieser Theorie sorgt jeder Eingriff in die Vergangenheit für eine etwas andere Zeitlinie, und schafft somit eine Parallelwelt mit einer, möglicherweise nur subtil unterschiedlichen, aber eben etwas anderen Zukunft.

Wie sieht die Reise der Münze hier aus?
In einer alternativen Parallelwelt, die vom Film direkt nicht abgebildet wird, reist ein alternativer Lyle Swann, der noch einen ganz anderen Großvater als sich selbst hat, als erster von allen Lyle Swanns im Multiversum in die Vergangenheit, trifft die Frau ( seine Großmutter ) in der Vergangenheit, schläft anstatt seines ursprünglichen Großvaters mit ihr, und sorgt so für eine Parallelwelt, in der ein Lyle Swann geboren wird, dessen Großvater er ist. Dieser Frau gibt er zum Andenken die Silbermünze, die in seiner subjektiven Vergangenheit noch ganz normal hergestellt wurde. Seine Großmutter bewahrt die Münze als Souvenir an den seltsamen Bettgefährten auf, der so schnell in ihr Leben kam, und so schnell wieder daraus verschwand. Sie macht aus der Münze einen Anhänger für eine Kette, und schenkt diesen dann später ihrem Enkelsohn. Dieser reist in die Vergangenheit zurück, und von dort an befinden wir uns in einer Zeitspirale, die sich seitwärts durch die Zeit bewegt. Die Kette mit der Münze wandert durch unzählige Parallelwelten, bis sie völlig abgenutzt ist.
In diesem Modell vertragen sich Entropie und Zeitreiselogik.

Aber was ist mit der Sache, dass Lyle Swann sein eigener Großvater ist?
In dem Modell mit den Parallelwelten ist es bei jeder neuen Schlaufe der Zeitspirale ein genetisch etwas anderer Lyle Swann, der in die Vergangenheit reist, und jedes mal mit seiner in allen Parallelwelten genetisch gleichen Großmutter schläft, um schließlich eine genetisch etwas andere Version von sich selbst zu erzeugen.
Der ursprüngliche genetische Code von Lyle Swann wird also immer weiter verwässert, bis vom Großvater aus der ursprünglichen Welt, in der die Zeitschleife startete, kein genetisches Material mehr in ihm enthalten ist, und Lyle Swann so mit seiner Großmutter genetisch identisch werden muss.
In der Theorie mit den vielen Welten ist es also schier unmöglich, sein eigener Großvater zu sein.

In dem Modell mit der unveränderlichen Zeitlinie ist dies jedoch wiederum kein Problem: Lyle reist zurück, zeugt einen Nachkommen mit einem Teil seines genetischen Materials, der wiederum ihn zeugt – oder zur Welt bringt. Das beide Lyle Swanns genetisch identisch sind, ist zwar immer noch ein Zufall, aber eben nur ein Zufall, der nur einmal passieren muss, und nicht immer wieder, wie es in einer Zeitspirale wäre.

Münze geht also nur in „viele Welten“, eigener Großvater geht nur in „unveränderliche Zeitlinie“.

Ich bin verwirrt.

Written by Heiko C. in: Filme,Wahnhaftes | Schlagwörter:
Jun
20
2010
2

Princess of Mars

So, nun ist es also passiert: Ich habe mir ohne es gleich zu merken, eine Asylum-DVD gekauft. Asylum, für diejenigen, die es nicht kennen, ist das Filmstudio, welches – ich sag mal – Alternativversionen aktueller Kinofilme produziert, und diese dann direkt to Video in die Läden bringt. Ziel ist, dass möglichst viele Leute so ihre Filme kaufen, und denken, es würde sich um die echten Blockbuster handeln.
Diese Art Falschfilm nennt man „Knockbuster“. Von Asylum gibt es zum Beispiel „Doomsday 2012“, „Transmorphers“ oder den gloriosen „I am Omega“.

Na ja, nun bin also auch ich auf den Marketingplot reingefallen, allerdings scheint es sich bei den Film, den ich gekauft habe nicht um die Billigversion eines Blockbusters zu handeln, sondern um eine eigene Filmidee.
Zumindest ist mir der dazu passende Blockbuster nicht bekannt, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

„Princess of Mars“ ist nichts weniger als eine Adaption der Barsoom-Bücher von Edgar Rice Burroughs. In dieser Buchreihe geht es um einen heimkehrenden Bürgerkriegssoldaten der einschläft, und auf dem Mars wieder aufwacht. Auf diesem Mars gibt es vierarmige Aliens, leichtbekleidete Frauen und alles mögliche mehr.
Die Buchvorlage ist also von sich aus schon ziemlich trashige Low-Fantasy. Passt ja irgendwie zu Asylum, möchte man denken.
Wie sieht es also mit der Filmumsetzung aus?

Im Fim wurde aus irgendwelchen Gründen der Soldat aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg zu einem Special-Ops-Mann, der in Afghanistan (oder im Irak, bin mir nicht sicher) operiert.
Bei irgendeiner seiner speziellen Operationen wird er von einem dieser Einheimischen – man kann ihnen nun einmal nicht trauen – verraten, und schlimm verletzt.
Seine Armee findet ihn und hält ihn für einen hoffnungslosen Fall. Da er irgendwelchen Experimenten zugestimmt hat, entschließt man sich ihn „Atom für Atom“ auf einem „16-GB-Flash-Stick“ (sic!) zu speichern, und ihn mittels Wissenschaft zum Mars zu transportieren. Natürlich nicht zu unserem Mars, sondern zum Mars um Alpha Centauri. Wahrscheinlich denken die Drehbuchschreiber, dass jedes Sternensystem einen Mars braucht. Ich stimme zu. Würde ich in einem Sternensystem wohnen, und es gäbe dort keinen Mars, mir würde etwas fehlen.
Aber zurück zum Film.

Der schwerverletzte Soldat John Carter grüßt seine Vorgesetzten also noch ein letztes Mal mit einem Stinkefinger, als er sich schon in einem Lendenschurz in einer Wüste wiederfindet. Wo der Lendenschurz herkommt erfahren wir nicht, aber wahrscheinlich haben den die amerikanischen Wissenschaftler aus Gründen des Anstands extra ins Teleportationsprogramm geschrieben.
Bewusstlos auf diesem anderen Mars liegend, wird John Carter sofort von der Prinzessin des Mars, Deja Thoris, gefunden, die ihn jedoch im Wüstensand des Mars liegen lässt, um ihn zu verschonen.
Ja, so passiert es, ich habe es auch nicht ganz begriffen. Deja Thosris spricht übrigens Englisch.

Die Prinzessin wird von Traci Lords gespielt, die zu den besseren Thespisjüngern in diesem Film zählt. Den Bechdeltest besteht der Film nicht, da sie die einzige weibliche Rolle im Film ist.
John Carter steht also auf, als die Prinzessin weg ist, und findet heraus, dass er auf diesem Mars unglaublich weit und hoch springen kann. Kurz darauf wird er von Thaks gefangen. Tharks, das sind im Buch drei Meter große, vierarmige und grüne Aliens, hier sind es Menschen in Latexmasken. Aber immerhin in recht aufwändigen Latexmasken.
Diese Tharks reiten im Buch vierbeinige Reittiere. Im Film haben diese Reittiere nur zwei Beine. Irgendwie scheint im Film alles zu wenig Gliedmaßen zu haben.
John Carter versucht sich auf Englisch mit den Tharks zu unterhalten, diese verstehen aber nur Marsgrunz. John Carter versucht es also noch einmal auf italienisch, doch auch das wird nicht verstanden.
Die Tharks haben Carter mittlerweile zu ihrem Lager geschleppt, wo er Johgurt zu essen bekommt, den eine Made abgesondert hat. Dann soll er noch ein paar Insekten essen, was er auch tut, wodurch er plötzlich Marsgrunz versteht.

Im weiteren passieren die Dinge im Film nacheinander. John Carter kämpft gegen Spinnen, John Carter befreit die Prinzessin, John Carter muss in der Arena kämpfen. Nach so etwas wie einer zusammenhängenden Handlung muss man mit der Lupe suchen.
Am Ende lässt es sich darauf komprimieren, dass ein böser Afghnaniraker, der John Carter irgendwie von der Erde gefolgt ist, ein Atemluftkraftwerk auf dem Mars unter seine Kontrolle bringen will, um die Herrschaft an sich zu reißen. Die Rolle der Prinzessin reduziert sich darauf, John Cartes Loveinterest zu sein, hin und wieder etwas über den Mars zu erklären, was keinen Sinn ergibt und ansonsten dekorativ herumzusitzen oder zu stehen und zu schmollen. Aber Traci Lords sieht ja immer so aus, als würde sie schmollen.
Die Begrenztheit der Prinzessinnenrolle ist eigentlich schade und irgendwie auch Etikettenschwindel, wenn man bedenkt, dass der Film nach ihr benannt wurde.

Auf der DVD-Hülle wird der Film angepriesen mit „Die Geschichte, die James Cameron zu Avatar inspirierte“. Nun weiß ich nicht, ob das zutrifft, aber behaupten kann man das ja mal, und viel ausdifferenzierter ist die Handlung von Avatar ja nun auch nicht.
Hinten steht dann noch „Für alle Fans von Avatar, Star Wars und Prince of Persia“. Mit „Star Wars“ muss der ungenannte Werbetexter hier die Prequels meinen, denn da ist „Princess of Mars“ in etwa genauso unlogisch, und hat ebenso flache Charaktere.
Mein Fazit: Kann man kucken. Wenn dann aber besser in großer Runde, um ihn gemeinsam blöd zu finden.

Apr
27
2010
2

Das ist dein Cartoon. Und das ist dein Cartoon mit Zensur.

Irgendwie ist heute mein Video-Einbindetag, hier im Blog. Sorry, ist keine Absicht.

Was so Zensur mit Kreativität angeht, kann man sehr schön an Betty Boop sehen. Bis 1934 genossen die Macher vollkommene kreative Freiheit, danach durften bestimmte Inhalte im Kino nicht mehr gezeigt werden.
Kann man alles in der deutschen Wikipedia nachlesen Link! Oder etwas ausführlicher in der englischen Wikipedia: Link!

Als kleine Demonstration hier ein Betty-Boop-Cartoon vor der Zensur, gefolgt von einem nach der Zensur. Ich finde es nicht schwer zu entscheiden, welcher mir besser gefällt.

The old man of the Mountain (1933)

House Cleaning Blues (1937)

Während man sich bei den Cartoons vor 1934 ständig fragt, was man da eigentlich schaut, so abgedreht ist das alles, gibt es nach 1934 nur noch relativ langweilige Cartoons, denen der anarchische Charme so ganz und gar abgeht. Das hat dann letztendlich wohl auch die Serie gekillt. Schade eigentlich.

Written by Heiko C. in: Filme,Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Apr
19
2010
2

Die zehn schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe

Ich mach bei dieser wundervollen Aktion in letzter Sekunde quasi auch nochmal mit, alleine schon, weil es so einfach ist.
Ich nehme wöchentlich an einer privaten DVD-Runde teil, in der wir uns abwechselnd Filme zeigen, die wir nicht kennen. Ein sehr schlechter Film hat dann irgendwann ausgelöst, dass wir eine sogenannte „Brechmittelsneak“ mit den schlechtesten Filmen, die wir finden konnten veranstalteten. Gesetztes Ziel war einen Film zu finden, der schlechter ist, als der auslösende Film.

Bei diesem auslösenden Film handelte es sich um:

1. The Underground Comedy Movieüber den ich hier schon ausführlicher geschrieben hab

Meiner Meinung nach waren die Kandidaten ihn zu übertreffen allesamt nicht schlecht genug, aber trotzdem ziemlich schlecht:

2. Kinder der Nacht – kommt gleich auf den nächsten Platz. Eine Produktion von Grufties für Grufties mit einer Handlung die keinen rechten Sinn ergeben will, und einer der schlechtesten Synchros, die ich je in einem Film erlebt habe. Und letzteres obwohl der Film deutsch ist.

3. The Hillz – Ein weiteres Beispiel dafür, dass Paris Hilton als sicherer Indikator dafür gehandelt werden kann, dass ein Film schlecht ist. „The Hillz“ versucht zu sein wie „KIDS“, ist dabei aber noch schlechter.

4. The Beast of Yucca Flats – Der wahrscheinlich langweiligste Film aller Zeiten, dessen einzige Besonderheit ist, dass man von redenden Schauspielern nie den Mund sieht.

5. Killer Barbies vs. Dracula – Immer ein schlechtes Zeichen, wenn Bela B. der beste Schauspieler im Film ist. Der Dracula in diesem Film ist überdies noch schlechter als der in Blade 3.

6. Evil Clutch – Langweiliger kann man einen Horrorfilm kaum drehen. Es sei denn man macht „Beast of Yucca Flats“.

7. Mysterious Planet – Frei nach Jules Verne besticht dieses Weltraumabenteuer durch alles was schlecht ist. Hat den Negativoscar für alle Kategorien verdient.

8. Battlefield Earth – Bekloppte Aliens haben irgendwie die Menschheit erobert, und diese erobern sie wieder zurück. Man kann sich kaum entscheiden wer dämlicher ist: Aliens oder Menschen. Der Film ist so schlecht, dass der Hauptdrehbuchschreiber sich jüngst für ihn entschuldigt hat. Dieser Film war zwar nicht Teil der Brechmittelsneak. hätte es aber sein können, finde ich.

9. Dead men don’t die – 70er Jahre Komödie mit Elliot Gould – da kann man doch bestimmt nichts falsch machen, oder? Doch kann man. In dieser unlustigen Zombiekomödie werden Teile des Drehbuchs zu Tode wiederholt, rassistische Stereotypen auf niedrigstem Nieveau gerissen, und der „beste“ Runninggag besteht daraus, das 80.000 Mal wiederholt wird, dass „in L.A. eine neue Nuttengewerkschaft gegründet“ wurde.

10. 2012 – Der war wirklich wirklich schlecht. Wäre er nicht so lang gewesen, hätte ich ihn lustig gefunden. Zu dem Film habe ich auch schon ausführlicher was geschrieben. Dieser Film war auch nicht Teil der Brechmittelsneak. hätte sich da aber gut gemacht.

mein Tipp: Der meistgenannte Film wird 2012 sein.

Written by Heiko C. in: Filme,Gruseliges | Schlagwörter: , ,
Mrz
30
2010
9

Der Bechdel-Test, und warum einfach manchmal eben zu einfach ist.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne schreibe. Und gerne auch viel. Zwar ist noch keiner meiner Texte über das Internet hinaus veröffentlicht worden – die Schülerzeitung damals mal außen vor gelassen – aber ich hab nicht nur die Festplatte voller moosbewachsener Romananfänge, ich hab auch schon zwei Romane und eine Kurzgeschichte zuende geschrieben.
Den besseren der beiden Romane sogar innerhalb eines Monats zum NaNoWriMo, was mich immer noch überrascht.
Ich bin auch immer offen für Tipps, Konzepte und Anregungen, um meine Geschichten besser oder interessanter zu machen. So fand ich diesen Leitfaden (squidoo.com) zur Verwendung von homosexuellen Charakteren in Geschichten echt nützlich, bin dankbar, dass ich die klischeehaften Stereotypen nun kenne, die es zu vermeiden gilt, und werde bei meinem nächsten größeren Projekt auch einige der Anregungen umsetzen.
Ich bin mir zwar nicht sicher, wie gut das gelingen wird, aber Versuch macht klug, wie man so sagt.

Nun hab ich gestern vom Bechdel-Test erfahren. (Sorry, aber es gibt keinen Eintrag in der Deutschen Wikipedia, aber ich hab’s auch auf diesem Blog hier gelesen: Drop the thought)

Der Test stammt aus einem Comic-Strip. Eine weibliche Person in diesem Comic stellt folgende Regeln auf, um zu testen, ob sie sich einen Film überhaupt erst anschaut:

1. Es kommen mindestens zwei Frauen in ihm vor

2. Die beiden reden miteinander…

3. …und zwar über etwas anderes als einen Mann.

Durchaus verständliche Sichtweise, denn ich schau mir ja auch nur Filme an, in denen nur Frauen tragende Rollen spielen, wenn ich dazu genötigt werde. Mit „Grüne Tomaten“ und den Ya-Ya-Schwestern kann man mich jagen. Allerdings stellen sich mir da ein paar spitzfindige Fragen:

– Was, wenn in dem Film die zwei einzigen Frauen Lesben sind, die sich genau 1 x unterhalten, und es in dem Gespräch um eine Frau geht, wie es bei heterosexuellen Frauen um einen Mann gehen würde?

– Was ist, wenn der einzige Akteur in dem Film eine Frau ist? (gegebenenfalls vielleicht umgeben von Robotern oder geschlechtslosen Ausserirdischen)

– Was ist mit Teenie-Filmen, in denen zwar genug junge Frauen mitspielen, sich auch unterhalten, auch nicht nur über Männer, aber sich konstant nur anzicken?

Irgendwie ist die Regel zu einfach gefasst. An beiden Enden hat man Graubereiche, positiv wie negativ.

Ich will den Rahmen mal von Filmen auf Filme und Serien erweitern, weil ich mich bei recht vielen Filmen ehrlich gesagt nicht erinnern kann, ob die Voraussetzungen für ein Bestehen des Bechdel-Tests gegeben sind.

Positivbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Bechdeltest bestehen, aber irgendwie trotzdem panne sind:

Positivbeispiel #1: Xena
In Xena gibt es nicht nur zwei Frauen, sondern die sind auch noch die Hauptfiguren. Und die unterhalten sich stets und ständig. Auch über andere Dinge als Männer. Ist die vornehmliche Zielgruppe für Xena weiblich? Irgendwie fällt es mir schwer, das zu glauben, noch halte ich die Serie insgesamt für besonders feministisch. Eher im Gegenteil. Wer eine andere Meinung hat, ich lasse mich gern eines besseren belehren.


xena lol by ~rosemaryjayne on deviantART

Positivbeispiel #2: Cleopatra 2525
Es handelt sich hierbei um eine kurzlebige Serie von Sam Raimi, dem wir auch schon Xena zu verdanken haben. Sie ist meines Wissens nie im deutschen Fernsehen gelaufen, es gibt sie aber auf DVD zu kaufen, und zwar für echt günstig. Mit anderen Worten: die Serie wird nicht nur bei Amazon verramscht.
Die Serie ist echt trashig, und kaum auszuhalten, wenn sie nicht so absurd wäre. Ich selbst hab sie geschaut, nachdem mir die Weisheitszähne gezogen wurden, und ich mit Kieferschmerzen halb betäubt zuhause im Bett lag.
Worum es bei Cleopatra 2525 geht: Eine Stripperin aus dem LA der 90er Jahre will sich die Brüste vergrößern lassen, doch etwas geht schief, und sie wird cryogenisch eingefroren. Im Jahr 2525 entdecken sie zufällig zwei Widerstandskämpferrinnen, die auf der postapokalyptischen Erde gegen böse Maschinen kämpfen. Sie tauen die Stripperin (Cleopatra) auf, und nehmen sie in ihr Team auf. Dann erleben die drei fantastische Abenteuer, und kämpfen im Laufe von zwei Staffeln gegen die bösen Maschinen. Die drei Hauptfiguren laufen in der ganzen Serie in nichts anderem rum als einer Art futuristischem Bikini-Outfit, die Sprüche sind hart an der Schmerzgrenze – oder darüber hinaus, wie manche meinen würden, und Cleopatra lässt keine Gelegenheit aus, für die gute Sache auch ihre Strippertalente zu verwenden.
Hier gibt es jede Menge Frauen, die über alles MÖGLICHE reden, auch über Männer, aber eben nicht nur. Klarer Fall, dass Cleopatra 2525 den Bechdel-Test besteht.
Für Frauen? Echt? Ich als Mann fass‘ mir da ja schon vier Mal pro Sekunde beim Kucken an den Kopf und ich bin Kummer gewohnt, was bewegte Bilder – speziell Serien – angeht.


Cleopatra 2525 by *Slayer730 on deviantART

Positivbeispiel #3: Showgirls
Jede Menge Frauen drin, die sich nicht nur über Männer unterhalten, sondern auch über Brüste und wie man richtig strippt. Die haben allesamt noch weniger an, als der weibliche Cast von Xena oder Cleopatra 2525. Ich muss gestehen, dass ich diesen Film aufgrund seiner schon sprichwörtlichen Grottigkeit nie gesehen habe, aber der erste Teil einer grandiosen Videoreview findet sich bei ThatGuywiththeGlasses.com.

Negativbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Test nicht bestehen, aber irgendwie doch ziemlich gut sind.
Ursprünglich wollte ich hier auch „Star Wars“ und „Indiana Jones“ anbringen, aber wenn ich’s recht überlege, kann ich verstehen, dass Frauen sich für sowas nicht interessieren, auch wenn ich es schade finde. Ebenso fallen ja auch Meilensteine der Filmgeschichte wie „2001 – Odysee im Weltraum“ und „Zwei glorreiche Halunken“ ganz raus, weil man die Frauen in diesen Filmen nun wirklich mit der Lupe suchen muss.
Aber ein Beispiel hab ich doch, wo es schade ist, dass der Film gemieden wird, nur weil er den Bechdel-Test nicht besteht:

Negativbeispiel #1: Chasing Amy
Meiner Meinung nach immer noch der beste Kevin Smith Film. Obwohl Ben Afflec mitspielt. Ein Film über einen Mann, der sich in eine Lesbe verliebt, die sein bester Freund nicht ausstehen kann, und der dann mit ihrer Vergangenheit nicht klarkommt.
Ein unglaublich emotionaler, doch trotzdem lustiger Film, der an manchen Stellen auch schon mal auf die Tränendrüse drückt. Ein Film, den ich in meiner privaten Kategorisierung als „Frauenfilm“ bezeichnen würde, der „sich trotzdem anzusehen lohnt“. In diesem Film reden zwar Frauen miteinander, aber die Frauen, die man mit Namen kennt, reden ausschließlich über Männer, wenn ich mich recht erinnere. Fällt also klar aus dem Raster. Oder handelt es sich hier um ein „Beziehungsdrama für den modernen Mann“? ich bin verwirrt.

Wenn wir die zu testende Fiktion weiter spannen, und auch literarische Werke mit einbezieht, fällt noch mehr unter den Tisch: „Die Schatzinsel“ und „Moby Dick“ kann die bechdeltestende Frau von Welt schon mal ganz vergessen. Ebenso „Frankenstein“, wenn ich mich nicht irre, obwohl das sogar von ’ner Frau geschrieben wurde. Bram Stokers im Kontext seiner Zeit pornographischer Roman „Dracula“ besteht den Test jedoch. Was ist mit Jane Austen? Da sind zwar jede Menge Frauen drin – sogar bekleidet – aber reden die nicht ständig über irgendwelche Männer da?
Und je weiter wir in der Zeit zurückgehen, desto weniger kann frau lesen. Im Niebelungenlied zicken sich – soweit ich mich nur erinnere – Brunhild und Krimhild nur ständig wegen Siegfried an, und im ältesten erhaltenen literarischen Werk der Menschheit, dem knapp 5000 Jahre alten Gilgamesh Epos, muss man auch wieder lange suchen, bis man vielleicht eine vereinzelte Frau findet.

Der Test selbst ist also in vielen Einzelfällen zu einfach gestrickt, auch wenn er gut dazu dienen mag, über den Daumen zu peilen, was für Frauen möglicherweise interessant ist. Die Abwesenheit von Frauen in Geschichten generell zieht sich jedoch tatsächlich als roter Faden durch die gesamte Literaturgeschichte. Oft gibt es unter den Hauptfiguren einer beliebigen Handlung nur eine Frau – quasi die Quotenfrau. Das wird ebenfalls von der bezaubernden Lindsay Ellis, die auch schon Showgirls auseinandergenommen hat, in einem Video namens „The Smufette Principle“ erklärt.

Warum ist das so? Ich hab keine Ahnung. Ich finde es erstaunlich, wie einem sowas als Mann gar nicht auffällt, bis man mit der Nase drauf gestoßen wird. Ich werde in meiner nächsten größeren Geschichte aber auf jeden Fall auch zwei Frauen einbauen, die sich über irgendwas anderes als einen Mann unterhalten.
…vielleicht über Fußball. Ich weiß noch nicht.

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