Impactsuspect » Bücher
Aug
08
2009
5

Zauberhafte Parallelgesellschaften I.

Okay, ich oute mich mal. Ich lese gerne Fantasy, auch wenn sie schelcht ist, so wie Twilight. Oder für Kinder, so wie Harry Potter. Oder vielleicht auch gerade weil.

Phantastische Literatur – also Fantasy und auch Science Fiction – für Kinder unterscheidet sich sehr oft sowieso nur durch ein Fehlen von – ich nenn’s mal – Liebesszenen von der für Erwachsene.
Gut, manchmal ist gerade Science Fiction für Erwachsene auch wissenschaftlicher und komplizierter, während die für Kinder und Jugendliche eher einfach gestrickte Space Operas sind.
Bei Fantasy verhält es sich ähnlich. Nimmt man aus Twilight zum Beispiel die Vampire raus, hat man ein ganz herkömmliches Mädchenbuch, dass nach dem Romeo und Julia-Prinzip gestrickt ist, wie es sie zu Hauf gibt.
Die lese ich im übrigen nicht. Vampire, Elfen oder Aliens müssen schon drin sein, damit ich mich dafür interessiere. Oder wenigstens Raumschiffe.
Harry Potter ist auch, wie ich früher schon erwähnte, weibliche Literatur, aber trotzdem für eine Jugendbuchreihe erstaunlich episch.
Die Welt, die Joanne K. Rowling entworfen hat, ist nicht wirklich was neues, Zauberlehrlings-Schulromane gab’s auch schon öfter. Allerdings ist sie schön detailliert, auch wenn sie an Stellen keinen rechten Sinn ergibt.

Nun hab ich neulich also wieder mal den ersten Band gelesen.
Gleich am Anfang fällt einem auf, dass die Lebenssituation von Harry Potter arg übertrieben ist. Er ist nicht nur Vollwaise, und muss bei Onkel und Tante wohnen, die ihn beide schon als Säugling verabscheuen, nein, diese bringen ihn auch noch in der Besenkammer unter, lassen ihn kaum was essen, und von ihrem Sohn Dudley (Name? Na ja, gibt ja auch Dudley Moore…) terrorisieren. Außerdem wird sein Geburtstag nicht gefeiert, er soll auf eine billigere Schule kommen als Dudley und bekommt gerne mal eine alberne Frisur geschnitten.
Noch ein bisschen mehr Elend? Nein? Reicht?
Ich bin der Meinung, dass es schon viel zu viel ist. Weniger ist manchmal mehr, und mit einer eher moderat elenden Lebenssituation, könnte sich der Leser auch mehr mit der Hauptfigur identifizieren.
Das macht man zwar so auch, aber eher, weil man sich für den ungerecht behandelten Underdog beim Lesen quasi einsetzen möchte.

Na ja, ich gehe mal davon aus, dass alle, die dieser Artikel interessiert das Buch schon kennen, darum springe ich jetzt mal ein wenig zu einigen Stellen, die ich nicht so schlüssig finde. Ich möchte an dieser Stelle davor warnen, dass ich die Harry Potter Reihe ein klein wenig auseinandernehmen werde:

Manchmal, so wird im Buch, haben Muggel, also magisch unbegabte Normalsterbliche, Kinder, die magisch begabt sind. Harrys Strebersidekick Hermine ist so ein Kind.
Manchmal haben magische Eltern auch ganz normale Kinder, welche nicht zaubern können, die nennen sich Squib. Diese Squib leben auch unter Muggeln, während die magischen Muggelkinder zum Zauberer ausgebildet werden.
Außerdem gibt es irgendein Gesetz zur „Geheimhaltung der Magie“, das besagt, dass Muggels nicht wissen dürfen, dass es da eine ganz andere fantastische Parallelwelt gibt mit Zauberei und so.
Warum, die das nicht wissen dürfen ist eine Sache: „Nachher wollen die, dass wir ihnen alles zurechtzaubern, und die ruhen sich aus!“ Aha. Zauberer sind also neoliberal. Schön. Was wäre aber so schlimm dran, wenn Zauberer und Nicht-Magier zusammen daran arbeiten die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Stört zum Beispiel Umweltverschmutzung die Zauberer nicht? Oder Reaktorsicherheit? Oder Kriege in der Welt? Irgendwie scheinen solch weltliche Themen die Zauberer tatsächlich nicht zu interessieren. Und die Wirtschaftskrise?
Auch die wird die Zaubererwelt nicht interessieren, denn die haben nicht nur ihr eigenes Währungssystem – das international zu sein scheint – sondern eine komplett autarke Wirtschaft, die kaum Überschneidungen mit der der Muggel zu haben scheint.
Statt also die magischen Ressourcen dafür aufzuwenden die Welt für alle besser zu machen, nutzt man Unmengen dafür, eine eigene – zum Teil noch nicht einmal magische – Wirtschaft zu betreiben, und die eigene Existenz mit allen Mitteln geheim zu halten.
Gehen nicht magische Gegenstände auch mal verloren? Erzählen nicht Muggeleltern oder Squib manchmal von ihren Zaubererfreunden? Fliegt ein Drache nicht auch mal über eine Großstadt, und richtet Verwüstungen an? Sowas bringen die Zauberer dann wieder in Ordung – oder tarnen es als Reaktorunfall – löschen Gedächtnisse und so weiter.
Und wie ist es wenn normale Menschen sich magische Krankheiten einfangen? Für Zauberer gibt es da eine komplett eigene Medizin. Irgendwie ist das alles ziemlich asozial.

Aber in der Zaubererwelt bekommt man von der Menschenwelt ja auch nicht viel mit. Und das obwohl die Menschenwelt so viel größer und überall um die Zaubererwelt herum ist. Wird also auch die Muggelwelt ein Stück weit vor den Magiern geheimgehalten? Auch das scheint so zu sein. Muggel sind die Mühe einfach nicht wert sich mit ihnen zu befassen, und über sie kursieren vielfach nur Vermutungen und Vorurteile beim Durchschittszauberer. Es gibt zwar einen Studiengang der „Muggelkunde“, aber solche die den belegen, gelten wohl eher als Exoten.

In der Romanwelt der Bartimäusreihe von Jonathan Stroud ist das ganze besser gelöst. Dort agieren die Magier ganz offen, obwohl die auch dort die Minderheit darstellen. Mehr noch: Die Magier beherrschen die nichtmagischen Menschen, und sehen sie als minderwertig an.
Das ist zwar auch nicht das, was ich ideal nennen würde, es ist aber zumindest ehrlich.
Ich denke, dass J.K.Rowling sich aus dramaturgischen Gründen dafür entschieden hat, die Welt so aufzubauen, wie sie es getan hat. Der Leser sollte seine eigene Welt als Ausgangsbasis haben, und dann langsam in die magische Welt eintreten können. Das ist ihr gelungen. Trotzdem wirken die Zauberer aufgrund ihres Gesellschaftssystems alle wie blasierte arrogante Arschlöcher.

Der nächste Punkt, und die große Schwachstelle der ganzen Serie, ist der Bösewicht: Lord Voldemort nennt er sich, und eigentlich heißt er Tom M. Riddle. Das M steht in der deutschen Version übrigens für Vorlust. Fragt nicht. Übersetzungsschlamperei.
Wer ist nun also dieser Bösewicht? Im ersten Buch erfahren wir in etwa folgendes:
Er ist böse. Er sollte eigentlich tot sein. Er hat die Zaubererwelt in zwei Fraktionen gespalten, von denen die eine böse war, und die andere gut.
Er hängt am Hinterkopf eines Lehrers, und scheint irgendwie körperlos zu sein.

Lord Voldemort kommt herüber wie eine Mischung aus Sauron, dem Imperator von Star Wars, Adolf Hitler und Sauron. Und Sauron.
Auch Sauron ist irgendwie körperlos, bekommt aber noch viel mit, und sieht alles, was er sehen muss, und ist mächtig und alle haben vor ihm Angst.
Auch Sauron taugt meiner Meinung nicht zum Bösewicht. Zu wenig Substanz vor der man Angst haben könnte. Bei Voidemort ist es so ähnlich. Man erfährt vorerst viel zu wenig über ihn.
Am Ende des ersten Bandes taucht Voldemort zwar auf, und stänkert ein wenig herum, jedoch nur als Gesicht, dass jemandem aus dem Hinterkopf wächst, und mühsam Anweisungen geben muss.
Das ist dumm.

Im großen und ganzen war der erste Band aber eine spannende Lektüre. Wohl auch weil Voldemort nicht sehr lang auftaucht, und die Einführung in die (unlogische) Welt recht gut gelungen ist.

Written by Heiko C. in: Bücher,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Jul
26
2009
2

Warum der Rundumschlag der Verleger gegen Google irgendwie Quatsch ist

Die Verleger haben ja so einiges gegen Google.  All dies kann man einfach so zusammenfassen: Google würde mit deren Inhalten ja Geld verdienen und denen nichts von dem Geld abgeben. Worum geht es im einzelnen?

Zwei ganz verschiedene Vorwürfe, die aber immer gerne wieder in einen Topf geworfen werden. Man bekommt so leicht den Eindruck, dass die Verleger das Internet nicht verstehen. So ist es dann auch kein Wunder, dass sie nicht zu neuen auf das Netz zugeschnittenen Finanzierungsmöglichkeiten finden. Also wollen sie jetzt Geld von Google.

Was ist eine Suchmaschine? Eine Suchmaschine ist eigentlich nichts anderes als ein Navigationssystem für’s Internet. Google vorzuwerfen mit bspw. Focus-Artikeln allein durch deren Verlinkung Geld zu machen ist hanebüchen.

Nach der Logik müssten die Hersteller von Navigationsgeräten ja auch den Betreibern von Sehenswürdigkeiten,  Restaurants oder anderem Geld dafür bezahlen, damit diese die Adressen derselben schon ins Navi einbauen dürfen. Das Gegenteil ist der Fall: Viele Unternehmer von Tankstellen, Supermärkten oder Restaurants bezahlen dafür, dass man sie leichter finden kann. Das umgekehrt zu wollen ist ungflaublich dämlich. Das führt dann im Zweifelsfall nur dazu, dass das eigene Restaurant dann eben nicht mehr im Navi ist und daher sehr viel weniger Gäste bekommt.

Google hätte also mehr recht von Burda, Springer und co. Geld für die Verlinkung zu verlangen als umgekehrt. Google hat aber anders reagiert. Die sagen ganz einfach, dass man ja nicht bei Góogle auftauchen muss, und erklären den Verlagen, wie man verhindert, dass Google einen zur Kenntnis nimmt.

Wie absurd der zweite Punkt ist, sieht man, wenn man sich mal klar macht, was das Internet eigentlich ist.

Einerseits ist das Internet ein weitreichendes Kommunikationsnetz, andererseits bildet es dadurch, dass kaum etwas endgültig löschbar ist das, was dem manifestierten Wissen der Menschheit am bisher nächsten kommt. Google Book Search gleicht in vielerlei Hinsicht der Bibliothek von Alexandria, bloss dass es besser ist.
In der Bibliothek von Alexandria konnte man sich die Schriftrollen nur vor Ort durchlesen, während man sie bei Google Books direkt auf den Tisch bekommt.
Was Verleger dagegen haben, dass gemeinfreie Bücher ins Netz gestellt werden ist nicht sehr rätselhaft: Sie verdienen ja nichts dran.
Was Autoren von vergriffenen Büchern, die nie wieder aufgelegt werden würden dagegen haben ist schon ein wenig rätselhaft.
Im Grunde genommen bedeutet „Ich will aber vielleicht gar nicht, dass mein Buch ins Internet kommt!“, dass man nicht will, dass das Buch endgültig ins Wissen der Menschheit aufgenommen wird. Wer fordert, dass ein Buch nie digitalisiert und für die Zukunft bewahrt wird, auch wenn es momentan keiner liest, der kann ebenso fordern, dass alle Exemplare dieses Buches verbrannt werden. Im Grunde genommen ist beides das gleiche, auch wenn letzteres schneller geht.

Man stelle sich vor die Autoren von Schriftrollen hätten sich damals bei den Betreibern der Bibliothek von Alexandria darüber beschwert, das ihnen das Original ihrer Schrift abgenommen, und durch eine Kopie ersetzt wird, damit das Original in der Bibliothek verfügbar sein kann. Vielleicht haben sich damals sogar Autoren darüber beschwert, aber wohl eher halbherzig und mit wenig elan, weil die Autoren von damals wussten, dass sie nicht ohne Google die Bibliothek von Alexandria auskommen können.

Warum macht eigentlich der Staat nicht schon längst das, was Google alles macht? Das würde doch echt in deren Aufgabenbereich fallen. Warum muss da erst ein Privatunternehmen kommen?

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Jul
12
2009
431

Indianische Legenden – kalte Wesen – Vampire!!!!

Jeden Tag verirrt sich zumindest eine Person auf meinen Blog, die im Zusammenhang mit diesem unsäglichen Vampirbüchern von Susanne Meier Stephenie Meyer oder deren Verfilmung nach „kalte Wesen“, „indianische Legenden kalte wesen“, „vampir das kalte wesen“, „kalte wesen vampire“ oder, oder, oder sucht.
Da alle diese Sucher in der Wüste – die zu einem hohen Prozentsatz aus Niedersachsen kommen – hier tatsächlich nur meine Verrisse zweier dieser Twilight-Bücher finden, und daher wahrscheinlich enttäuscht sind, schreibe ich diesen Artikel als Friedensangebot.

Nachtrag1: Hier findet ihr vielleicht eher, was ihr sucht, ich hab mal ein wenig in indianischen Legenden nachgeforscht: LINK

Vampire sind ja nun auch cool. Unheimlich cool. Sogar unheimlich und cool. Und meinetwegen auch „schön und/aber gefährlich“, wie Susanne Meier Stephanie Meyer in ihren Büchern nicht müde wird zu wiederholen. Aber nicht wenn sie glitzern. Wenn die sich schon von unserem Blut ernähren müssen, dann sollen die doch wenigstens den Anstand besitzen und im Sonnenlicht dann auch zu Staub zerfallen. Alles andere ist albern und doof und überhaupt nicht cool.

Aber wie gesagt, ein Friedensangebot. Hier noch ein paar Bilder von Vampiren:

Nachtrag2: Tjö, die Bilder sind mittlerweile scheinbar alle von Deviantart verschwunden. Vielleicht ja, weil dieser Artikel für zuviel Traffic gesorgt hat, wer weiß. Dann mal ich halt selber welche, kann aber einen moment dauern.

Nachtrag3: Hier mein erstes eigenes Vampirbild:


skating nosferatu

Nachtrag4: Und noch eins:

fröhlicher emo-vampir

Nachtrag3: Vielleicht kann man euch hier auch weiterhelfen: www.kaltewesen.de 😉

Nachtrag4: Noch ein kleiner Tipp: Da sowohl das Buch, als auch der Film in englischer Sprache sind, findet ihr wohl am ehesten die gesuchten Webseiten – wenn sie denn existieren sollten – wenn ihr nach „cold ones native american legends“ oder „cold ones indian legends“ sucht.
Ich hoffe das hilft weiter. Sollte jemand irgendwas finden, was den gesuchten Webseiten irgendwie ähnlich sieht, wäre ich entzückt, wenn er (oder sie) mir einen Kommentar hinterlassen würde, wo die zu finden sind. Danke.

Written by Heiko C. in: Bücher,Gruseliges | Schlagwörter: , , ,
Apr
14
2009
3

Zwielichtige Vampire II

So, nachdem ich den zweiten Band der ultimativen Glitzervampirsaga auch durch habe, will ich nun versuchen, auch diesen zu rezensieren.

Erst mal: Das zweite Buch fand ich jetzt besser als das erste.

Zur Handlung:
Die Protagonistin (Bella) hat Geburtstag, und wird von einem der Vampire fast gebissen. Daraufhin verlassen die vegetarischen Vampire die Gegend. Bella ist tottraurig, und freundet sich deswegen mit einem Werwolf an.
Ein böser Vampir kommt, und will sie beißen. Die Werwölfe verhindern dies.
Dann kommt die eine von den Glitzervampiren zurück, weil die denkt, dass Bella tot ist. Durch eine fast ohnsorgtheatereske Verwechslung denkt Milchschnitte, dass Bella tot ist, und geht deswegen nach Italien, um sich umbringen zu lassen.
Bella reist hinterher, wird von Obervampiren gemustert, und alle dürfen wieder gehen. Dann streiten sich Milchschnitte und der Werwolf. Dann bekommt Bella Hausarrest, weil sie ein Motorrad hat.

Hm. Jetzt wo ich die Handlung zusammengefasst habe, klingt sie ein wenig wie Kraut und Rüben. Das Hörbuch zu hören war aber tatsächlich sehr viel spannender als beim ersten Teil. Vermutlich weil man bei Teil 2 ganz lange nicht sicher war, worauf es denn eigentlich hinauslaufen soll.
Wie schon im ersten Buch die interessanteste Enthüllung – Milchschnitte=Vampir – eigentlich keine war, weil das schon der Klappentext verraten hatte, ist in die spannenste Enthüllung des zweiten Buches ebenfalls ein Spoiler eingebaut: Wir wissen schon seit dem ersten Buch, dass die Reservats-Indianer potentielle Werwölfe sind, also ist dies kaum eine Überraschung.
Warum schreibt sich die Autorin all diese großartigen Enthüllungen kaputt? Das erste Buch wäre gar nicht mal so langweilig gewesen, hätte man nicht drei Mal enthüllt bekommen, dass Milchschnitte ein Vampir ist. Ebenso wäre das zweite Buch vielleicht richtig gut gewesen, wenn im ersten Buch nicht direkt von Werwölfen die Rede gewesen wäre, sondern davon dass „die Vampire unseren Stamm respektieren“ oder so. Wie kann man das vermasseln?

Nun, die Antwort ist eigentlich offensichtlich: Die Gute Susanne Meier hat das erste Buch geschrieben, und dabei nicht wirklich schon die Handlung des zweiten vor Augen gehabt.
Das zweite Buch muss komplett erst konzipiert worden sein, als das erste schon veröffentlicht war. Wenn etwas nämlich schon veröffentlicht ist, dann kann man nämlich nicht mehr dran rumdoktern. Gut, es sei denn, man heißt George Lucas.

Ich bin gespannt auf den dritten Teil. Auch wenn die Vampire glitzern.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Apr
13
2009
13

Zwielichtige Vampire I

Gut, nachdem die Mine als Reaktion auf meine Twilight-Filmkritik schrieb: „Das Buch ist aber viel besser!“, oder so, dachte ich, dass es doch eine journalistische Notwendigkeit wäre, wenn ich diese Aussage mal überprüfe.

Also lud ich mir das über 6 CDs dauernde Hörbuch auf meinen MP3-Player, und hörte es in den vergangenen drei Tagen so nebenbei.

Ich komme zu einem erstaunlichen Ergebnis: Der Film ist in vielerlei Hinsicht besser!
Zuerst einmal: Der Film ist wesentlich besser strukturiert, was den Handlungsaufbau angeht. Im Film erfährt die gute von einem Indianer, dass Milchschnittes Familie keine Menschen sind. Statt dessen seien sie „kalte Wesen„, die traditionell im Krieg mit den „wölfischen“ Indianern stehen.
Später dann zushause setzt sie sich an ihren Rechner, und googelt „kalte Wesen“ und „indianische Legenden“, und stößt darauf, dass „kalte Wesen“ scheinbar ein Synonym für „Vampire“ ist.
Sie findet hier also heraus, und das ganze wäre spannend gewesen, wenn man nicht von Anfang an gewusst hätte, dass es um Vampire geht.
Na ja, dann erst konfrontiert sie „Milchschnitte“ mit den Fakten, und er sagt: „Ja, stimmt schon.“ Auf die Frage, wie vielen Babys Milchschnitte schon den Kopf abgebissen hat, antwortet dieser: „Noin, wir sind doch vegetarische Vampire.“ Vegatarisch ist hier im Sinne von: „ernährt sich nur von Tierblut gemeint.“ Auch hier achte man auf den lehrbuchmäßigen Spannungsbogen.

Okay, wie ist es im Buch? Nun dort fragt sie den Indianer nach Milchschnittes Familie, und er sagt ihr sinngemäß: „Ach, das sind Vampire. Aber die trinken nur Tierblut, also keine Angst.“
Dann geht sie heim, und googelt, und liest was über Vampire, und sagt später lapidar zu Milchschnitte: „Ach was, ich hab keine Angst, ihr trinkt doch nur Tierblut, höhö.“
Wo ist da der Spannungsbogen? Vielleicht grad in Urlaub auf Mallorca, und lässt sich volllaufen.

Der Stil im Buch: Ständig finden sich Phrasen im Buch wie „Noch nie war Edward gefährlicher, …oder schöner.“ oder „Er war so unglaublich schön… und gefährlich!“ Man sollte meinen die Leserin hätte das nach den ersten 10 Gelegenheiten, zu denen solche Sätze zu lesen sind, begriffen, aber nein, sowas wird den ganzen Roman über wiederholt. Vielleicht fehlt mir aber tatsächlich das Östrogen, um sowas zu wertschätzen.
Im Film bleibt sowas jedoch ungesagt, was ich besser finde.

Dann die „böösen Vampire“, die nicht nur Tierblut trinken, wie waschechte Vegetarier, sondern auch, und hauptsächlich, Menschenblut.
Mal abgesehen davon, dass beiden männlichen dieser Vampire im Hörbuch schlimme ausländische Akzente verliehen wurden, tauchen diese erst gegen Schluss auf. Hallo Spannungsbogen, ich hoffe du hattest einen schönen Urlaub. Bitte komm bald wieder, wir vermissen dich!
Im Film hingegen, sind diese schon im ersten Drittel präsent, wenn auch in Szenen, in denen keiner der Hauptcharaktere auftaucht. Und nicht nur das: Sie killen sogar einen guten Freund des Vaters der Protagonistin. Solche Mittel helfen die Spannung zu halten. Im Buch scheint dies völlig zu fehlen – es sei denn das Hörbuch ist gekürzt.

Nun, der Punkt der mich am meisten am Film störte, und der beim Buch angeblich „besser gelöst“ sei: das Glitzern.
Im Film nimmt „Milchschnitte“ der 107jährige, untote Teenie unsere Protagonistin kurzerhand huckepack, und trägt sie auf einem Berg in Windeseile über die Wolkendecke. Dort, im prallen Sonnenlicht glitzert er.
Im Buch heißt es fast wörtlich: „Im grellen Sonnenlicht begann er zu glitzern!“ Später ist dann noch von einem „Funkeln“ die Rede, oder davon, dass es ausshe wie „tausend Diamanten“.
Ist das irgendwie besser? Ist das weniger schwul? Ich sehe irgendwie keinen großen Unterschied.

Das einzige was im Buch besser ist als im Film sind die Schauspieler. Das aber auch nur, weil man seine Idealbesetzung im Kopf hat.

Okay, demnächst hör ich mir den zweiten Teil an. Warum? Man kann nur so und so oft im Jahr „Professor Van Dusen“ hören.

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Feb
09
2009
0

Bei der Geburt getrennt

Es gibt Dinge, die verwechselt man immer, obwohl sie gar nicht so scheußlich viel miteinander zu tun haben.
Zum Beispiel ist es in aller Welt schon seit Jahrzehnten sehr beliebt „George Orwell“ und „Orson Wells“ zu verwechseln. Warum? Nun, nicht dass die Namen ähnlich klingen würden, aber in beiden ist ein „Or“ und ein „Well“, und das reicht offenbar schon die beiden zu verwechseln.
Nochmal zum Aufschreiben: „George Orwell“ ist der dysutopische Schriftsteller von dem unter anderem „Farm der Tiere“ und „1984“ stammen. Wer letzteren Roman nicht kennt: Lesen! Sofort. Film kucken reicht nicht. (Kucken mit K am Anfang, weil regional und norddeutsch, und der Duden erlaubt es)
1984 ist alleine schon eine Lese wert weil sich George Orwell entweder daran totgeschrieben hat, oder weil das Schreiben von 1984 ihn noch am Leben hielt, bis es beendet war. Man merkt es dem Buch an, wenn es auch gerne mal einen schlechten Ruf bei Literaturwissenschaftlern hat.
Wo war ich eigentlich? Ja, genau. Orson Wells. Das ist der Mensch, der zum Beispiel Filme wie „Citizen Kane“ gedreht, und mit einem Hörspiel zu „H.G. Wells“ „Krieg der Welten“ eine Massenpanik auslöste.
Okay, die beiden also bitte nicht mehr verwechseln.
Was gibts da noch? Aus irgendeinem Grund habe ich zum Beispiel auch immer zwei Bands verwechselt, und zwar „Life of Agony“ und „Type o Negative“. Musikalisch mag ich beide nicht, aber ähnlich klingt ihre Musik nun auch nicht wirklich.
Warum ich sie immer verwechsle liegt ganz einfach daran, dass beide die gleichen Vokale haben, und man in der Disko nur „..ei.. o.. Ä..O..I“ hört. Da ich die Musik wie gesagt selbst nicht höre, sind mir die beiden Bands immer nur in Diskos begegnet. Also kein Wunder, dass ich die verwechsle.
Besagte Bands sind allerdings auch aus anderer Hinsicht bemerkenswert. Es ist lustig mitanzusehen, wie jemand, der kein Englisch kann und nicht weiß wie die Bands geschrieben werden dem DJ in der Disse einen Wunschzettel schreibt. Da kommt dann gerne etwas wie „Laif off Egonie“ bei raus. …bzw. „Teip Oh Negativ“

Written by Heiko C. in: Bücher,Linguistisches | Schlagwörter: ,
Jan
10
2009
15

Auf den Flughund gekommen…

Gna! Irgendwie sind Vampire auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wenn wir uns anschicken díe Geschichte der Filmvampire von Anfang an anzusehen, müssen wir eben diesen Anfang in Deutschland suchen. Und zwar bei Murnaus „Nosferatu“. Graf Orlock in diesem Film ist zugleich der erste Vampir auf der Leinwand und ebenso die große Ausnahme. Max Schreck spielt den Vampir dreckig, eklig und unglaublich hässlich. Der schon wenige Jahre später von Bela Lugosi gespielte Dracula wirkte schon ganz anders, und sollte für Jahre, im Grunde für den Rest des 20ten Jahrhunderts definieren wie ein Vampir zu sein hat: Elegant, hypnotisch, irgendwie unheimlich und anziehend und vor allen Dingen SAUBER, wenn auch manchmal ein wenig verstaubt.
In Blade beginnt dann der Schichtwechsel. Udo Kier spielt hier einen der Obervampire, und er entspricht noch ganz dem Klischee, welches im übrigen auch eher Bram Stokers Romanvorlage entspricht als beispielsweise Nosferatu. Kiers Protovampir steht in der Handlung ein junger Emporkömmling gegenüber, der von einem ebensolchen neuen Vampirbild zeugt. Während der klassische rumänische Blutsauger tagsüber schön zuhause bleibt, kleistert sich Deacon Frost einfach mit Sonnencreme zu, und geht in den Stadtpark um Vampirjäger zu bedrohen.
Konkurrenz in der Vampirgesellschaft wird wie bei der Mafia entsorgt, und Frosty Neuvampir schwingt sich zum Oberherrscher über die hämophilen Sülznasen auf. Der Mensch soll wieder mal versklavt werden. Dass die Zukunftsvisionen blonder Schnulliboyvampire irgendwie rein demografisch zu Problemen führen müssen, darauf will ich jetzt nicht eingehen,
Gehen wir lieber zum nächsten Film: 30 Tage Dunkelheit. (Oder 30 Tage Nacht, ich bin mir nicht ganz sicher)
Der Plot: In einem verträumten Weiler in Alaska, der einen Monat lang Polarnacht hat, und außerdem noch – praktischerweise – in dieser Zeit keinen Kontakt zum Rest der Welt hat, planen Vampire die Fresstour ihres Lebens. … oder ihres Untotseins. Wie auch immer.
Der Plot hört sich an, als könnte man daraus einen ganz passablen Film klöppeln, aber nein, das wäre ja zu viel verlangt. Der Film kommt im Endeffekt eher daher wie Pitch Black für Arme, wo doch Pitch Black schon Alien für Arme war.
Wo soll ich bei diesem Machwerk anfangen? Die Vampire sind alles was man sich so vorstellt… …wenn man an Ghoule oder Zombies denkt, aber eben nicht, wenn man an Vampire denkt.
Die Vampire sind abstoßend hässlich, ungepflegt, haben schreckliche Tischmanieren und reden irgendeine seltsame Kunstsprache, die sich mal anhört, als hätte man einer Katze auf den Schwanz getreten, mal wie eine verstopfte Espressomaschine kurz vor der Explosion. Und das tollste: Der Obervampir sagt „Brachkl sslak MIAOU passhakki vra utz nöchkachkocko!“ und in den Untertiteln dazu steht dann „Hallo!“
Normalerweise soll der Vampir doch anziehend wirken, und geradezu hypnotische Wirkung auf das andere Geschlecht haben. Ja regelrecht rollig sind sie alle noch bei Bram Stoker. Hier sehen sie jedoch alle eher aus wie MAx Schrecks Nosferatu, bloss dass der eine Tonne mehr Klasse hatte.
Ausserdem hatte Nosferatu bessere Tischmanieren. Erinnert ihr euch noch an die Szene, wo Hutter sich geschnitten hat, und Graf Orlock den Anblick dieser PAAR TROPFEN Blut nicht ertragen konnte, und sich gleich auf sie gestürzt hat?
Nun die Vampire in dem Alaskafilm sind da weniger abhängig. Wenn die sich auf ein Opfer stürzen, dann spritzt literweise Blut in alle Richtungen. Ich hab ja nichts gegen Splatter, aber bei Vampiren? Also ich kannte das bisher so, dass kein verdammter Tropfen Warmblüterblut daneben geht. Also wenn ihr schon einen Film über lichtempfindliche Ghoule macht, dann nennt sie auch so. Vampire sind das mit der Art zu essen jedenfalls nicht.
Und was ist jetzt die vorläufige Krönung des Vampirfilms im neuen Jahrtausend?
Twilight.
Twilight, oh Twilight… Wo soll ich bloss anfangen. Vielleicht erst die positiven Aspekte.
Die Vampire in Twilighht sehen allesamt aus, wie man es von Vampiren erwartet. Sie sind sauber, elegant, irgendwie unheimlich, und so weiter. Wenn die Vampire sich mit „übermenschlicher Schnelligkeit“ bewegen, sehen sie aus wie vorgespult. Das kommt mir fast wie eine respektvolle Verneigung vor „Nosferatu“ vor, denn auch Graf Orlock bewegt sich manchmal wie vorgespult. Als der Vampir – wie hieß er noch…. ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht Rüdiger war… hm…
Als der Vampir – ich nenn ihn mal „Milchschnitte“ -, als Milchschnitte also seinem weiblichen Loveinterest erklärt, warum sie ihn toll findet, dass war auch noch sehr archetypisch vampirisch. Der Expresshuckepackritt auf den Berg aber schon nicht mehr. Und was dann kam schon gar nicht, aber ich greife vor.
Die „Familie“ von Milchschnitte besteht nicht nur aus Vampiren, sondern auch noch aus „Vegetarischen Vampiren“. Ja, auch ich musste an Graf Duckula und seinen Brocollikonsum denken, hier ist aber mit „vegetarisch“ gemeint, dass sich Milchschnittes Familie nur von Tierblut ernährt. Ganz ähnlich wie in „Interview mit einem Vampir“. Weil das so ist, können sie relativ unbemerkt in einem Dorf voller Menschen leben. Auch am Tag gehen sie raus, weil es in der Gegend immer bewölkt ist, und sie so kein Sonnenlicht abbekommen. ?!? Muss man nicht nachvollziehen können, ist halt so. Wenn die Vampire doch direktes Sonnenlicht abbekommen, dann passiert etwas ganz grausames: DANN GLITZERN SIE!
Muss ich das weiter kommentieren? Ich denke nicht. Vegetarische Glitzervampire.
Was denken Vampire eigentlich über Sex mit Menschen? Diskutieren die das so wie wir Sex mit Tieren diskutieren? Der Film ist echt seltsam. Im Grunde genommen ist es eine Mischung aus „Interview mit einem Vampir“, „der kleine Vampir“ und einem beliebigen Highschool-Drama. Für einen Vampirfilm taugt er nicht viel. Als Setting eines Kinderfilmes ginge das Setting hier durch, dazu ist der Film aber zu blutig. Na, er schien ja trotzdem erfolgreich zu sein.

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Sep
11
2008
0

Invertebraten

Ich lese gerade wieder „Das galaktische Imperium“ von Isaac Asimov, und bin dabei auf Seite 207 über ein mir unbekanntes Wort gestolpert: Invertebraten.

Im Zusammenhang liest es sich so:
Einer der Protagonisten erzählt wie seine Welt terraformiert wurde, und warum es noch keine Wälder auf ihr gibt.

„Keine Urwälder. Wir sind immer noch eine im Wachstum begriffene Welt. Baleys Welt wird noch geformt. […] Dann haben wir im Meer Fische und Invertebraten aller Art ausgesetzt und uns dabei größte Mühe gegeben, ihnen eine Ökologie anzubieten, die sich selbst am Leben erhalten kann“

Ich hab meinen Vater gefragt, der wusste es nicht. „Nie gehört!“, meinte er. Auch meine Schwester, die immerhin ausgebildete Diplom-Ökotrophologin ist, war ratlos. „Vielleicht eine Art Braten in den Zuckersirup zugesetzt ist.“, mutmaßte sie.

„Was gibt es heute zum Essen?“
„Invertebraten!“

Klingt einigermaßen schlüssig, warum sollte man allerdings Braten mit Zuckersirup ins Meer werfen um eine Welt zu terraformieren? Vielleicht damit die Fische, die man gleichzeitig ausgesetzt hat – siehe oben – etwas zu essen haben?
Aber nein, dass würde ja der Maxime widersprechen eine Ökologie zu erschaffen, die sich – siehe ebenfalls oben – selbst am Leben erhalten kann. Vielleicht ein komplizierter Tipfehler, und es hätte eigentlich „Insektenarten“ heißen sollen?

Aber nein. Ein Durchlauf der allwissenden Internetsuchmaschine brachte mir schließlich Aufklärung. „Invertebraten“ ist offenbar ein wissenschaftlicher Terminus für wirbellose Tiere. Vermutlich besteht das Wort also auch nicht aus den Komposita Inverte- und -braten, sondern betont sich einfach auf der zweitletzten Silbe. „Invertebraten“ hieße es dann.

Irgendwie erinnert mich das an den Biologieunterricht, und den „Urin-sekt“, der in Wirklichkeit das „Ur-insekt“, oder an den Englischuntericht, wo das „Brather-ing“ in Wirklichkeit der „Brat-hering“ war.

Ich bestell mir trotzdem das nächste Mal, wenn ich essen gehe einen Invertebraten. Mal sehen, was der Kellner dann bringt…

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Apr
11
2008
0

Die Zeitmaschine

Da ein wiederkehrendes Thema in diesem Blog die Zeitreise zu sein scheint, will ich an dieser Stelle einmal ein paar Worte über meinen Lieblingsfilm zu dem Thema verlieren.
Der Film „the time machine“ zu deutsch „Die Zeitmaschine“ wurde 1960 nach dem Roman von H.G.Wells gedreht. In den Hauptrollen spielen Rod Taylor, Alan Young und Yvette Mimieux.
Trotzdem der Film etwa 30 Jahre älter ist als die Neuverfilmung, liegt sie sehr viel näher an der Buchvorlage als diese. Für die Zeit in der der Film entstanden ist, ist die Nähe zum Buch sogar sehr überraschend. Die Verfilmung von 1960 hat auch einen Oscar gewonnen.
Tja… ich mag den Film. Er überzeugt noch immer mit seiner Bildsprache, und den Spezialeffekten, die natürlich heute ein wenig angestaubt wirken. Die Dialoge sind nicht langweilig und ohne Schnörkel, und die eingebaute Liebesgeschichte beschränkt sich auf ein Minimum.
Der Satz „Hier wurde ich geboren und hier bin ich gestorben.“ stammt jedoch nicht aus dem Film, sondern aus Hitchcocks „Vertigo“.

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Mrz
02
2008
3

Frauen, Männer und welche Geschichten sie mögen

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber es gibt unglaublich wenige Autorinnen, die ich gerne lese, wenn man ihre Zahl mit der männlicher Autoren vergleicht, deren Bücher ich täglich in mich reinstopfe.
Woran liegt das? Vielleicht leide ich ja an normalem gesunden Chauvinismus, aber das glaube ich weniger. Die Betonung in „weiblicher“ Kunst scheint einfach ganz woanders zu liegen, als in männlicher.
Um gleich mal die Ausnahmen zu nennen, Ursula K. LeGuin schreibt wie ich es lesen will, und auch die Harry Potter Reihe hat mich ein wenig unterhalten, wenn auch nur als Hörbuch. Harry Potter ist einfach ideale Kost, wenn man nebenbei was anderes macht.
Mit Rosamunde Pilcher oder Jane Austen kann man mich jagen, obwohl auch diese beiden Autorinnen Millionen Fans beiderlei Geschlechts haben.
Warum ist das also so?

Ich hab vor ein paar Wochen eine interessante Dokumentation über den englischen Comic an sich gesehen, und da stellte sich irgendwann die gleiche Problematik.
Nachdem sich irgendwann (weiß nicht mehr genau 50er? 60er) eine stabile Stammkundschaft für Comicmagazine unter den jungen männlichen Lesern herauskristallisiert hatte, wollten die Produzenten dieser Comichefte auch etwas für die Mädchen entwerfen, um noch mehr abzusetzen.
Man begann Comicreihen zu produzieren, die denen für die Jungens entsprachen, mit dem Unterschied, dass die Helden allesamt Frauen waren. Irgendein Comic mit einer Fliegerheldin, die in jeder Folge beweisen musste, dass sie den männlichen Piloten gleichwertig ist, schwirrt mir dabei im Kopf herum.
Nachdem diese und einige ähnliche Serien floppten, machte man erst einmal eine Leserinnenbefragung, bei der sich herausstellte, dass Mädchen einen Comic gut finden, wenn er sie zum Weinen bringt.
Von da ab litten die Protagonistinnen in Mädchencomics um die Wette. Ein Comic, den sie in der Doku als Beispiel angeführt haben ist mir im Gedächtnis geblieben. Es ging darum um eine Sklavenfarm mit Kriegswaisen.
Der Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern sei auch, dass Mädchen zufrieden sein, wenn die Protagonistin trotz aller Hindernisse Erfolg im Leben habe, während Jungens auch lesen wollen, wie der Bösewicht vom Protagonisten eins mit dem Baseballschläger über die Omme gezogen bekommt.

Wenn wir uns Harry Potter ansehen, scheint sich dieses Muster auch dort anzufinden.
Von einer Frau geschrieben, verliert unser sowieso schon vom Leben und seinen Verwandten gestrafter kleiner Mann fast alles, was er im Lauf der Zeit zu lieben gelernt hat: Allen voran seine Eltern, seinen Onkel, mehrmals Ron, seine Freundin, seinen guten Ruf usw.usf.
Trotzdem fällt am Ende der Saga seine „Rache“ eher mild aus. Er verfolgt nicht alle seine Peiniger mit einem Katana, und metzelt sie in epischen Duellen zu Geschnetzeltem.
Voldemort ist weg, und dann ist auch gut. Harry selbst heiratet und sitzt fortan fröhlich im Lehnstuhl.
Bei der Lektüre hab ich mir tatsächlich mehrmals gewünscht, dass die, die es verdient haben ordentlich einen auf den Detz bekommen, allen voran Draco Malfoy. Aber nein, der Satansbraten ist ja noch jung, und „es verwächst sich bestimmt noch“.

Kill Bill hingegen ist ein anderes Beispiel und zwar ein extremes. Da geht es dann nur um die Rache an den Peinigern, obwohl die gute … wie hieß sie noch … Die hatte irgendeinen blöden Namen… Na egal. Obwohl jedenfalls die gute Uma Thurman ja auch ein erfolgreiches Leben mit ihrem Kind hätte anfangen können.
Aber nein, statt dessen häckselt sie sich mit bis zum Schluss ungebrochener Zielstrebigkeit durch die B-Riege der amerikanischen Schauspielerinnen, um schließlich auch Kane aus Kung-Fu zu zeigen, dass man sich nicht mit einer schwertfuchtelnden Blondine anlegen sollte.
Ein Film für Männer? Auf jeden Fall.

Männer konsumieren offenbar also auch Fiktion, die von Frauen handelt die Männersachen machen, und Frauen umgekehrt genauso.

Die Bücher aus dem Hain-Zyklus von Ursula K. LeGuin bilden eine interessante Ausnahme. Dort ist der Gegner kein böser texanischer Karateka, und auch kein schattenhafter Magier, der aus 7 Teilen besteht, die man erst einmal zusammensetzen muss, bevor man gegen ihn kämpfen kann.
In ihren Romanen (zumindest in den SF-Romanen, die ich gelesen habe) sind der Feind die Umstände.
An Umständen kann man sich nicht rächen, darum erwartet der Leser auch schon gar nicht, dass so etwas kommen müsse. Trotzdem kann man sie besiegen. Vielleicht ist das der Königsweg der Unisexfiction…

Written by Heiko C. in: Bücher,Filme,Zwischenmenschliches | Schlagwörter:

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Aug
08
2009
5

Zauberhafte Parallelgesellschaften I.

Okay, ich oute mich mal. Ich lese gerne Fantasy, auch wenn sie schelcht ist, so wie Twilight. Oder für Kinder, so wie Harry Potter. Oder vielleicht auch gerade weil.

Phantastische Literatur – also Fantasy und auch Science Fiction – für Kinder unterscheidet sich sehr oft sowieso nur durch ein Fehlen von – ich nenn’s mal – Liebesszenen von der für Erwachsene.
Gut, manchmal ist gerade Science Fiction für Erwachsene auch wissenschaftlicher und komplizierter, während die für Kinder und Jugendliche eher einfach gestrickte Space Operas sind.
Bei Fantasy verhält es sich ähnlich. Nimmt man aus Twilight zum Beispiel die Vampire raus, hat man ein ganz herkömmliches Mädchenbuch, dass nach dem Romeo und Julia-Prinzip gestrickt ist, wie es sie zu Hauf gibt.
Die lese ich im übrigen nicht. Vampire, Elfen oder Aliens müssen schon drin sein, damit ich mich dafür interessiere. Oder wenigstens Raumschiffe.
Harry Potter ist auch, wie ich früher schon erwähnte, weibliche Literatur, aber trotzdem für eine Jugendbuchreihe erstaunlich episch.
Die Welt, die Joanne K. Rowling entworfen hat, ist nicht wirklich was neues, Zauberlehrlings-Schulromane gab’s auch schon öfter. Allerdings ist sie schön detailliert, auch wenn sie an Stellen keinen rechten Sinn ergibt.

Nun hab ich neulich also wieder mal den ersten Band gelesen.
Gleich am Anfang fällt einem auf, dass die Lebenssituation von Harry Potter arg übertrieben ist. Er ist nicht nur Vollwaise, und muss bei Onkel und Tante wohnen, die ihn beide schon als Säugling verabscheuen, nein, diese bringen ihn auch noch in der Besenkammer unter, lassen ihn kaum was essen, und von ihrem Sohn Dudley (Name? Na ja, gibt ja auch Dudley Moore…) terrorisieren. Außerdem wird sein Geburtstag nicht gefeiert, er soll auf eine billigere Schule kommen als Dudley und bekommt gerne mal eine alberne Frisur geschnitten.
Noch ein bisschen mehr Elend? Nein? Reicht?
Ich bin der Meinung, dass es schon viel zu viel ist. Weniger ist manchmal mehr, und mit einer eher moderat elenden Lebenssituation, könnte sich der Leser auch mehr mit der Hauptfigur identifizieren.
Das macht man zwar so auch, aber eher, weil man sich für den ungerecht behandelten Underdog beim Lesen quasi einsetzen möchte.

Na ja, ich gehe mal davon aus, dass alle, die dieser Artikel interessiert das Buch schon kennen, darum springe ich jetzt mal ein wenig zu einigen Stellen, die ich nicht so schlüssig finde. Ich möchte an dieser Stelle davor warnen, dass ich die Harry Potter Reihe ein klein wenig auseinandernehmen werde:

Manchmal, so wird im Buch, haben Muggel, also magisch unbegabte Normalsterbliche, Kinder, die magisch begabt sind. Harrys Strebersidekick Hermine ist so ein Kind.
Manchmal haben magische Eltern auch ganz normale Kinder, welche nicht zaubern können, die nennen sich Squib. Diese Squib leben auch unter Muggeln, während die magischen Muggelkinder zum Zauberer ausgebildet werden.
Außerdem gibt es irgendein Gesetz zur „Geheimhaltung der Magie“, das besagt, dass Muggels nicht wissen dürfen, dass es da eine ganz andere fantastische Parallelwelt gibt mit Zauberei und so.
Warum, die das nicht wissen dürfen ist eine Sache: „Nachher wollen die, dass wir ihnen alles zurechtzaubern, und die ruhen sich aus!“ Aha. Zauberer sind also neoliberal. Schön. Was wäre aber so schlimm dran, wenn Zauberer und Nicht-Magier zusammen daran arbeiten die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Stört zum Beispiel Umweltverschmutzung die Zauberer nicht? Oder Reaktorsicherheit? Oder Kriege in der Welt? Irgendwie scheinen solch weltliche Themen die Zauberer tatsächlich nicht zu interessieren. Und die Wirtschaftskrise?
Auch die wird die Zaubererwelt nicht interessieren, denn die haben nicht nur ihr eigenes Währungssystem – das international zu sein scheint – sondern eine komplett autarke Wirtschaft, die kaum Überschneidungen mit der der Muggel zu haben scheint.
Statt also die magischen Ressourcen dafür aufzuwenden die Welt für alle besser zu machen, nutzt man Unmengen dafür, eine eigene – zum Teil noch nicht einmal magische – Wirtschaft zu betreiben, und die eigene Existenz mit allen Mitteln geheim zu halten.
Gehen nicht magische Gegenstände auch mal verloren? Erzählen nicht Muggeleltern oder Squib manchmal von ihren Zaubererfreunden? Fliegt ein Drache nicht auch mal über eine Großstadt, und richtet Verwüstungen an? Sowas bringen die Zauberer dann wieder in Ordung – oder tarnen es als Reaktorunfall – löschen Gedächtnisse und so weiter.
Und wie ist es wenn normale Menschen sich magische Krankheiten einfangen? Für Zauberer gibt es da eine komplett eigene Medizin. Irgendwie ist das alles ziemlich asozial.

Aber in der Zaubererwelt bekommt man von der Menschenwelt ja auch nicht viel mit. Und das obwohl die Menschenwelt so viel größer und überall um die Zaubererwelt herum ist. Wird also auch die Muggelwelt ein Stück weit vor den Magiern geheimgehalten? Auch das scheint so zu sein. Muggel sind die Mühe einfach nicht wert sich mit ihnen zu befassen, und über sie kursieren vielfach nur Vermutungen und Vorurteile beim Durchschittszauberer. Es gibt zwar einen Studiengang der „Muggelkunde“, aber solche die den belegen, gelten wohl eher als Exoten.

In der Romanwelt der Bartimäusreihe von Jonathan Stroud ist das ganze besser gelöst. Dort agieren die Magier ganz offen, obwohl die auch dort die Minderheit darstellen. Mehr noch: Die Magier beherrschen die nichtmagischen Menschen, und sehen sie als minderwertig an.
Das ist zwar auch nicht das, was ich ideal nennen würde, es ist aber zumindest ehrlich.
Ich denke, dass J.K.Rowling sich aus dramaturgischen Gründen dafür entschieden hat, die Welt so aufzubauen, wie sie es getan hat. Der Leser sollte seine eigene Welt als Ausgangsbasis haben, und dann langsam in die magische Welt eintreten können. Das ist ihr gelungen. Trotzdem wirken die Zauberer aufgrund ihres Gesellschaftssystems alle wie blasierte arrogante Arschlöcher.

Der nächste Punkt, und die große Schwachstelle der ganzen Serie, ist der Bösewicht: Lord Voldemort nennt er sich, und eigentlich heißt er Tom M. Riddle. Das M steht in der deutschen Version übrigens für Vorlust. Fragt nicht. Übersetzungsschlamperei.
Wer ist nun also dieser Bösewicht? Im ersten Buch erfahren wir in etwa folgendes:
Er ist böse. Er sollte eigentlich tot sein. Er hat die Zaubererwelt in zwei Fraktionen gespalten, von denen die eine böse war, und die andere gut.
Er hängt am Hinterkopf eines Lehrers, und scheint irgendwie körperlos zu sein.

Lord Voldemort kommt herüber wie eine Mischung aus Sauron, dem Imperator von Star Wars, Adolf Hitler und Sauron. Und Sauron.
Auch Sauron ist irgendwie körperlos, bekommt aber noch viel mit, und sieht alles, was er sehen muss, und ist mächtig und alle haben vor ihm Angst.
Auch Sauron taugt meiner Meinung nicht zum Bösewicht. Zu wenig Substanz vor der man Angst haben könnte. Bei Voidemort ist es so ähnlich. Man erfährt vorerst viel zu wenig über ihn.
Am Ende des ersten Bandes taucht Voldemort zwar auf, und stänkert ein wenig herum, jedoch nur als Gesicht, dass jemandem aus dem Hinterkopf wächst, und mühsam Anweisungen geben muss.
Das ist dumm.

Im großen und ganzen war der erste Band aber eine spannende Lektüre. Wohl auch weil Voldemort nicht sehr lang auftaucht, und die Einführung in die (unlogische) Welt recht gut gelungen ist.

Written by Heiko C. in: Bücher,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Jul
26
2009
2

Warum der Rundumschlag der Verleger gegen Google irgendwie Quatsch ist

Die Verleger haben ja so einiges gegen Google.  All dies kann man einfach so zusammenfassen: Google würde mit deren Inhalten ja Geld verdienen und denen nichts von dem Geld abgeben. Worum geht es im einzelnen?

Zwei ganz verschiedene Vorwürfe, die aber immer gerne wieder in einen Topf geworfen werden. Man bekommt so leicht den Eindruck, dass die Verleger das Internet nicht verstehen. So ist es dann auch kein Wunder, dass sie nicht zu neuen auf das Netz zugeschnittenen Finanzierungsmöglichkeiten finden. Also wollen sie jetzt Geld von Google.

Was ist eine Suchmaschine? Eine Suchmaschine ist eigentlich nichts anderes als ein Navigationssystem für’s Internet. Google vorzuwerfen mit bspw. Focus-Artikeln allein durch deren Verlinkung Geld zu machen ist hanebüchen.

Nach der Logik müssten die Hersteller von Navigationsgeräten ja auch den Betreibern von Sehenswürdigkeiten,  Restaurants oder anderem Geld dafür bezahlen, damit diese die Adressen derselben schon ins Navi einbauen dürfen. Das Gegenteil ist der Fall: Viele Unternehmer von Tankstellen, Supermärkten oder Restaurants bezahlen dafür, dass man sie leichter finden kann. Das umgekehrt zu wollen ist ungflaublich dämlich. Das führt dann im Zweifelsfall nur dazu, dass das eigene Restaurant dann eben nicht mehr im Navi ist und daher sehr viel weniger Gäste bekommt.

Google hätte also mehr recht von Burda, Springer und co. Geld für die Verlinkung zu verlangen als umgekehrt. Google hat aber anders reagiert. Die sagen ganz einfach, dass man ja nicht bei Góogle auftauchen muss, und erklären den Verlagen, wie man verhindert, dass Google einen zur Kenntnis nimmt.

Wie absurd der zweite Punkt ist, sieht man, wenn man sich mal klar macht, was das Internet eigentlich ist.

Einerseits ist das Internet ein weitreichendes Kommunikationsnetz, andererseits bildet es dadurch, dass kaum etwas endgültig löschbar ist das, was dem manifestierten Wissen der Menschheit am bisher nächsten kommt. Google Book Search gleicht in vielerlei Hinsicht der Bibliothek von Alexandria, bloss dass es besser ist.
In der Bibliothek von Alexandria konnte man sich die Schriftrollen nur vor Ort durchlesen, während man sie bei Google Books direkt auf den Tisch bekommt.
Was Verleger dagegen haben, dass gemeinfreie Bücher ins Netz gestellt werden ist nicht sehr rätselhaft: Sie verdienen ja nichts dran.
Was Autoren von vergriffenen Büchern, die nie wieder aufgelegt werden würden dagegen haben ist schon ein wenig rätselhaft.
Im Grunde genommen bedeutet „Ich will aber vielleicht gar nicht, dass mein Buch ins Internet kommt!“, dass man nicht will, dass das Buch endgültig ins Wissen der Menschheit aufgenommen wird. Wer fordert, dass ein Buch nie digitalisiert und für die Zukunft bewahrt wird, auch wenn es momentan keiner liest, der kann ebenso fordern, dass alle Exemplare dieses Buches verbrannt werden. Im Grunde genommen ist beides das gleiche, auch wenn letzteres schneller geht.

Man stelle sich vor die Autoren von Schriftrollen hätten sich damals bei den Betreibern der Bibliothek von Alexandria darüber beschwert, das ihnen das Original ihrer Schrift abgenommen, und durch eine Kopie ersetzt wird, damit das Original in der Bibliothek verfügbar sein kann. Vielleicht haben sich damals sogar Autoren darüber beschwert, aber wohl eher halbherzig und mit wenig elan, weil die Autoren von damals wussten, dass sie nicht ohne Google die Bibliothek von Alexandria auskommen können.

Warum macht eigentlich der Staat nicht schon längst das, was Google alles macht? Das würde doch echt in deren Aufgabenbereich fallen. Warum muss da erst ein Privatunternehmen kommen?

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Gesellschaftliches | Schlagwörter:
Jul
12
2009
431

Indianische Legenden – kalte Wesen – Vampire!!!!

Jeden Tag verirrt sich zumindest eine Person auf meinen Blog, die im Zusammenhang mit diesem unsäglichen Vampirbüchern von Susanne Meier Stephenie Meyer oder deren Verfilmung nach „kalte Wesen“, „indianische Legenden kalte wesen“, „vampir das kalte wesen“, „kalte wesen vampire“ oder, oder, oder sucht.
Da alle diese Sucher in der Wüste – die zu einem hohen Prozentsatz aus Niedersachsen kommen – hier tatsächlich nur meine Verrisse zweier dieser Twilight-Bücher finden, und daher wahrscheinlich enttäuscht sind, schreibe ich diesen Artikel als Friedensangebot.

Nachtrag1: Hier findet ihr vielleicht eher, was ihr sucht, ich hab mal ein wenig in indianischen Legenden nachgeforscht: LINK

Vampire sind ja nun auch cool. Unheimlich cool. Sogar unheimlich und cool. Und meinetwegen auch „schön und/aber gefährlich“, wie Susanne Meier Stephanie Meyer in ihren Büchern nicht müde wird zu wiederholen. Aber nicht wenn sie glitzern. Wenn die sich schon von unserem Blut ernähren müssen, dann sollen die doch wenigstens den Anstand besitzen und im Sonnenlicht dann auch zu Staub zerfallen. Alles andere ist albern und doof und überhaupt nicht cool.

Aber wie gesagt, ein Friedensangebot. Hier noch ein paar Bilder von Vampiren:

Nachtrag2: Tjö, die Bilder sind mittlerweile scheinbar alle von Deviantart verschwunden. Vielleicht ja, weil dieser Artikel für zuviel Traffic gesorgt hat, wer weiß. Dann mal ich halt selber welche, kann aber einen moment dauern.

Nachtrag3: Hier mein erstes eigenes Vampirbild:


skating nosferatu

Nachtrag4: Und noch eins:

fröhlicher emo-vampir

Nachtrag3: Vielleicht kann man euch hier auch weiterhelfen: www.kaltewesen.de 😉

Nachtrag4: Noch ein kleiner Tipp: Da sowohl das Buch, als auch der Film in englischer Sprache sind, findet ihr wohl am ehesten die gesuchten Webseiten – wenn sie denn existieren sollten – wenn ihr nach „cold ones native american legends“ oder „cold ones indian legends“ sucht.
Ich hoffe das hilft weiter. Sollte jemand irgendwas finden, was den gesuchten Webseiten irgendwie ähnlich sieht, wäre ich entzückt, wenn er (oder sie) mir einen Kommentar hinterlassen würde, wo die zu finden sind. Danke.

Written by Heiko C. in: Bücher,Gruseliges | Schlagwörter: , , ,
Apr
14
2009
3

Zwielichtige Vampire II

So, nachdem ich den zweiten Band der ultimativen Glitzervampirsaga auch durch habe, will ich nun versuchen, auch diesen zu rezensieren.

Erst mal: Das zweite Buch fand ich jetzt besser als das erste.

Zur Handlung:
Die Protagonistin (Bella) hat Geburtstag, und wird von einem der Vampire fast gebissen. Daraufhin verlassen die vegetarischen Vampire die Gegend. Bella ist tottraurig, und freundet sich deswegen mit einem Werwolf an.
Ein böser Vampir kommt, und will sie beißen. Die Werwölfe verhindern dies.
Dann kommt die eine von den Glitzervampiren zurück, weil die denkt, dass Bella tot ist. Durch eine fast ohnsorgtheatereske Verwechslung denkt Milchschnitte, dass Bella tot ist, und geht deswegen nach Italien, um sich umbringen zu lassen.
Bella reist hinterher, wird von Obervampiren gemustert, und alle dürfen wieder gehen. Dann streiten sich Milchschnitte und der Werwolf. Dann bekommt Bella Hausarrest, weil sie ein Motorrad hat.

Hm. Jetzt wo ich die Handlung zusammengefasst habe, klingt sie ein wenig wie Kraut und Rüben. Das Hörbuch zu hören war aber tatsächlich sehr viel spannender als beim ersten Teil. Vermutlich weil man bei Teil 2 ganz lange nicht sicher war, worauf es denn eigentlich hinauslaufen soll.
Wie schon im ersten Buch die interessanteste Enthüllung – Milchschnitte=Vampir – eigentlich keine war, weil das schon der Klappentext verraten hatte, ist in die spannenste Enthüllung des zweiten Buches ebenfalls ein Spoiler eingebaut: Wir wissen schon seit dem ersten Buch, dass die Reservats-Indianer potentielle Werwölfe sind, also ist dies kaum eine Überraschung.
Warum schreibt sich die Autorin all diese großartigen Enthüllungen kaputt? Das erste Buch wäre gar nicht mal so langweilig gewesen, hätte man nicht drei Mal enthüllt bekommen, dass Milchschnitte ein Vampir ist. Ebenso wäre das zweite Buch vielleicht richtig gut gewesen, wenn im ersten Buch nicht direkt von Werwölfen die Rede gewesen wäre, sondern davon dass „die Vampire unseren Stamm respektieren“ oder so. Wie kann man das vermasseln?

Nun, die Antwort ist eigentlich offensichtlich: Die Gute Susanne Meier hat das erste Buch geschrieben, und dabei nicht wirklich schon die Handlung des zweiten vor Augen gehabt.
Das zweite Buch muss komplett erst konzipiert worden sein, als das erste schon veröffentlicht war. Wenn etwas nämlich schon veröffentlicht ist, dann kann man nämlich nicht mehr dran rumdoktern. Gut, es sei denn, man heißt George Lucas.

Ich bin gespannt auf den dritten Teil. Auch wenn die Vampire glitzern.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Apr
13
2009
13

Zwielichtige Vampire I

Gut, nachdem die Mine als Reaktion auf meine Twilight-Filmkritik schrieb: „Das Buch ist aber viel besser!“, oder so, dachte ich, dass es doch eine journalistische Notwendigkeit wäre, wenn ich diese Aussage mal überprüfe.

Also lud ich mir das über 6 CDs dauernde Hörbuch auf meinen MP3-Player, und hörte es in den vergangenen drei Tagen so nebenbei.

Ich komme zu einem erstaunlichen Ergebnis: Der Film ist in vielerlei Hinsicht besser!
Zuerst einmal: Der Film ist wesentlich besser strukturiert, was den Handlungsaufbau angeht. Im Film erfährt die gute von einem Indianer, dass Milchschnittes Familie keine Menschen sind. Statt dessen seien sie „kalte Wesen„, die traditionell im Krieg mit den „wölfischen“ Indianern stehen.
Später dann zushause setzt sie sich an ihren Rechner, und googelt „kalte Wesen“ und „indianische Legenden“, und stößt darauf, dass „kalte Wesen“ scheinbar ein Synonym für „Vampire“ ist.
Sie findet hier also heraus, und das ganze wäre spannend gewesen, wenn man nicht von Anfang an gewusst hätte, dass es um Vampire geht.
Na ja, dann erst konfrontiert sie „Milchschnitte“ mit den Fakten, und er sagt: „Ja, stimmt schon.“ Auf die Frage, wie vielen Babys Milchschnitte schon den Kopf abgebissen hat, antwortet dieser: „Noin, wir sind doch vegetarische Vampire.“ Vegatarisch ist hier im Sinne von: „ernährt sich nur von Tierblut gemeint.“ Auch hier achte man auf den lehrbuchmäßigen Spannungsbogen.

Okay, wie ist es im Buch? Nun dort fragt sie den Indianer nach Milchschnittes Familie, und er sagt ihr sinngemäß: „Ach, das sind Vampire. Aber die trinken nur Tierblut, also keine Angst.“
Dann geht sie heim, und googelt, und liest was über Vampire, und sagt später lapidar zu Milchschnitte: „Ach was, ich hab keine Angst, ihr trinkt doch nur Tierblut, höhö.“
Wo ist da der Spannungsbogen? Vielleicht grad in Urlaub auf Mallorca, und lässt sich volllaufen.

Der Stil im Buch: Ständig finden sich Phrasen im Buch wie „Noch nie war Edward gefährlicher, …oder schöner.“ oder „Er war so unglaublich schön… und gefährlich!“ Man sollte meinen die Leserin hätte das nach den ersten 10 Gelegenheiten, zu denen solche Sätze zu lesen sind, begriffen, aber nein, sowas wird den ganzen Roman über wiederholt. Vielleicht fehlt mir aber tatsächlich das Östrogen, um sowas zu wertschätzen.
Im Film bleibt sowas jedoch ungesagt, was ich besser finde.

Dann die „böösen Vampire“, die nicht nur Tierblut trinken, wie waschechte Vegetarier, sondern auch, und hauptsächlich, Menschenblut.
Mal abgesehen davon, dass beiden männlichen dieser Vampire im Hörbuch schlimme ausländische Akzente verliehen wurden, tauchen diese erst gegen Schluss auf. Hallo Spannungsbogen, ich hoffe du hattest einen schönen Urlaub. Bitte komm bald wieder, wir vermissen dich!
Im Film hingegen, sind diese schon im ersten Drittel präsent, wenn auch in Szenen, in denen keiner der Hauptcharaktere auftaucht. Und nicht nur das: Sie killen sogar einen guten Freund des Vaters der Protagonistin. Solche Mittel helfen die Spannung zu halten. Im Buch scheint dies völlig zu fehlen – es sei denn das Hörbuch ist gekürzt.

Nun, der Punkt der mich am meisten am Film störte, und der beim Buch angeblich „besser gelöst“ sei: das Glitzern.
Im Film nimmt „Milchschnitte“ der 107jährige, untote Teenie unsere Protagonistin kurzerhand huckepack, und trägt sie auf einem Berg in Windeseile über die Wolkendecke. Dort, im prallen Sonnenlicht glitzert er.
Im Buch heißt es fast wörtlich: „Im grellen Sonnenlicht begann er zu glitzern!“ Später ist dann noch von einem „Funkeln“ die Rede, oder davon, dass es ausshe wie „tausend Diamanten“.
Ist das irgendwie besser? Ist das weniger schwul? Ich sehe irgendwie keinen großen Unterschied.

Das einzige was im Buch besser ist als im Film sind die Schauspieler. Das aber auch nur, weil man seine Idealbesetzung im Kopf hat.

Okay, demnächst hör ich mir den zweiten Teil an. Warum? Man kann nur so und so oft im Jahr „Professor Van Dusen“ hören.

Written by Heiko C. in: Bücher,Esoterisches,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Feb
09
2009
0

Bei der Geburt getrennt

Es gibt Dinge, die verwechselt man immer, obwohl sie gar nicht so scheußlich viel miteinander zu tun haben.
Zum Beispiel ist es in aller Welt schon seit Jahrzehnten sehr beliebt „George Orwell“ und „Orson Wells“ zu verwechseln. Warum? Nun, nicht dass die Namen ähnlich klingen würden, aber in beiden ist ein „Or“ und ein „Well“, und das reicht offenbar schon die beiden zu verwechseln.
Nochmal zum Aufschreiben: „George Orwell“ ist der dysutopische Schriftsteller von dem unter anderem „Farm der Tiere“ und „1984“ stammen. Wer letzteren Roman nicht kennt: Lesen! Sofort. Film kucken reicht nicht. (Kucken mit K am Anfang, weil regional und norddeutsch, und der Duden erlaubt es)
1984 ist alleine schon eine Lese wert weil sich George Orwell entweder daran totgeschrieben hat, oder weil das Schreiben von 1984 ihn noch am Leben hielt, bis es beendet war. Man merkt es dem Buch an, wenn es auch gerne mal einen schlechten Ruf bei Literaturwissenschaftlern hat.
Wo war ich eigentlich? Ja, genau. Orson Wells. Das ist der Mensch, der zum Beispiel Filme wie „Citizen Kane“ gedreht, und mit einem Hörspiel zu „H.G. Wells“ „Krieg der Welten“ eine Massenpanik auslöste.
Okay, die beiden also bitte nicht mehr verwechseln.
Was gibts da noch? Aus irgendeinem Grund habe ich zum Beispiel auch immer zwei Bands verwechselt, und zwar „Life of Agony“ und „Type o Negative“. Musikalisch mag ich beide nicht, aber ähnlich klingt ihre Musik nun auch nicht wirklich.
Warum ich sie immer verwechsle liegt ganz einfach daran, dass beide die gleichen Vokale haben, und man in der Disko nur „..ei.. o.. Ä..O..I“ hört. Da ich die Musik wie gesagt selbst nicht höre, sind mir die beiden Bands immer nur in Diskos begegnet. Also kein Wunder, dass ich die verwechsle.
Besagte Bands sind allerdings auch aus anderer Hinsicht bemerkenswert. Es ist lustig mitanzusehen, wie jemand, der kein Englisch kann und nicht weiß wie die Bands geschrieben werden dem DJ in der Disse einen Wunschzettel schreibt. Da kommt dann gerne etwas wie „Laif off Egonie“ bei raus. …bzw. „Teip Oh Negativ“

Written by Heiko C. in: Bücher,Linguistisches | Schlagwörter: ,
Jan
10
2009
15

Auf den Flughund gekommen…

Gna! Irgendwie sind Vampire auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wenn wir uns anschicken díe Geschichte der Filmvampire von Anfang an anzusehen, müssen wir eben diesen Anfang in Deutschland suchen. Und zwar bei Murnaus „Nosferatu“. Graf Orlock in diesem Film ist zugleich der erste Vampir auf der Leinwand und ebenso die große Ausnahme. Max Schreck spielt den Vampir dreckig, eklig und unglaublich hässlich. Der schon wenige Jahre später von Bela Lugosi gespielte Dracula wirkte schon ganz anders, und sollte für Jahre, im Grunde für den Rest des 20ten Jahrhunderts definieren wie ein Vampir zu sein hat: Elegant, hypnotisch, irgendwie unheimlich und anziehend und vor allen Dingen SAUBER, wenn auch manchmal ein wenig verstaubt.
In Blade beginnt dann der Schichtwechsel. Udo Kier spielt hier einen der Obervampire, und er entspricht noch ganz dem Klischee, welches im übrigen auch eher Bram Stokers Romanvorlage entspricht als beispielsweise Nosferatu. Kiers Protovampir steht in der Handlung ein junger Emporkömmling gegenüber, der von einem ebensolchen neuen Vampirbild zeugt. Während der klassische rumänische Blutsauger tagsüber schön zuhause bleibt, kleistert sich Deacon Frost einfach mit Sonnencreme zu, und geht in den Stadtpark um Vampirjäger zu bedrohen.
Konkurrenz in der Vampirgesellschaft wird wie bei der Mafia entsorgt, und Frosty Neuvampir schwingt sich zum Oberherrscher über die hämophilen Sülznasen auf. Der Mensch soll wieder mal versklavt werden. Dass die Zukunftsvisionen blonder Schnulliboyvampire irgendwie rein demografisch zu Problemen führen müssen, darauf will ich jetzt nicht eingehen,
Gehen wir lieber zum nächsten Film: 30 Tage Dunkelheit. (Oder 30 Tage Nacht, ich bin mir nicht ganz sicher)
Der Plot: In einem verträumten Weiler in Alaska, der einen Monat lang Polarnacht hat, und außerdem noch – praktischerweise – in dieser Zeit keinen Kontakt zum Rest der Welt hat, planen Vampire die Fresstour ihres Lebens. … oder ihres Untotseins. Wie auch immer.
Der Plot hört sich an, als könnte man daraus einen ganz passablen Film klöppeln, aber nein, das wäre ja zu viel verlangt. Der Film kommt im Endeffekt eher daher wie Pitch Black für Arme, wo doch Pitch Black schon Alien für Arme war.
Wo soll ich bei diesem Machwerk anfangen? Die Vampire sind alles was man sich so vorstellt… …wenn man an Ghoule oder Zombies denkt, aber eben nicht, wenn man an Vampire denkt.
Die Vampire sind abstoßend hässlich, ungepflegt, haben schreckliche Tischmanieren und reden irgendeine seltsame Kunstsprache, die sich mal anhört, als hätte man einer Katze auf den Schwanz getreten, mal wie eine verstopfte Espressomaschine kurz vor der Explosion. Und das tollste: Der Obervampir sagt „Brachkl sslak MIAOU passhakki vra utz nöchkachkocko!“ und in den Untertiteln dazu steht dann „Hallo!“
Normalerweise soll der Vampir doch anziehend wirken, und geradezu hypnotische Wirkung auf das andere Geschlecht haben. Ja regelrecht rollig sind sie alle noch bei Bram Stoker. Hier sehen sie jedoch alle eher aus wie MAx Schrecks Nosferatu, bloss dass der eine Tonne mehr Klasse hatte.
Ausserdem hatte Nosferatu bessere Tischmanieren. Erinnert ihr euch noch an die Szene, wo Hutter sich geschnitten hat, und Graf Orlock den Anblick dieser PAAR TROPFEN Blut nicht ertragen konnte, und sich gleich auf sie gestürzt hat?
Nun die Vampire in dem Alaskafilm sind da weniger abhängig. Wenn die sich auf ein Opfer stürzen, dann spritzt literweise Blut in alle Richtungen. Ich hab ja nichts gegen Splatter, aber bei Vampiren? Also ich kannte das bisher so, dass kein verdammter Tropfen Warmblüterblut daneben geht. Also wenn ihr schon einen Film über lichtempfindliche Ghoule macht, dann nennt sie auch so. Vampire sind das mit der Art zu essen jedenfalls nicht.
Und was ist jetzt die vorläufige Krönung des Vampirfilms im neuen Jahrtausend?
Twilight.
Twilight, oh Twilight… Wo soll ich bloss anfangen. Vielleicht erst die positiven Aspekte.
Die Vampire in Twilighht sehen allesamt aus, wie man es von Vampiren erwartet. Sie sind sauber, elegant, irgendwie unheimlich, und so weiter. Wenn die Vampire sich mit „übermenschlicher Schnelligkeit“ bewegen, sehen sie aus wie vorgespult. Das kommt mir fast wie eine respektvolle Verneigung vor „Nosferatu“ vor, denn auch Graf Orlock bewegt sich manchmal wie vorgespult. Als der Vampir – wie hieß er noch…. ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht Rüdiger war… hm…
Als der Vampir – ich nenn ihn mal „Milchschnitte“ -, als Milchschnitte also seinem weiblichen Loveinterest erklärt, warum sie ihn toll findet, dass war auch noch sehr archetypisch vampirisch. Der Expresshuckepackritt auf den Berg aber schon nicht mehr. Und was dann kam schon gar nicht, aber ich greife vor.
Die „Familie“ von Milchschnitte besteht nicht nur aus Vampiren, sondern auch noch aus „Vegetarischen Vampiren“. Ja, auch ich musste an Graf Duckula und seinen Brocollikonsum denken, hier ist aber mit „vegetarisch“ gemeint, dass sich Milchschnittes Familie nur von Tierblut ernährt. Ganz ähnlich wie in „Interview mit einem Vampir“. Weil das so ist, können sie relativ unbemerkt in einem Dorf voller Menschen leben. Auch am Tag gehen sie raus, weil es in der Gegend immer bewölkt ist, und sie so kein Sonnenlicht abbekommen. ?!? Muss man nicht nachvollziehen können, ist halt so. Wenn die Vampire doch direktes Sonnenlicht abbekommen, dann passiert etwas ganz grausames: DANN GLITZERN SIE!
Muss ich das weiter kommentieren? Ich denke nicht. Vegetarische Glitzervampire.
Was denken Vampire eigentlich über Sex mit Menschen? Diskutieren die das so wie wir Sex mit Tieren diskutieren? Der Film ist echt seltsam. Im Grunde genommen ist es eine Mischung aus „Interview mit einem Vampir“, „der kleine Vampir“ und einem beliebigen Highschool-Drama. Für einen Vampirfilm taugt er nicht viel. Als Setting eines Kinderfilmes ginge das Setting hier durch, dazu ist der Film aber zu blutig. Na, er schien ja trotzdem erfolgreich zu sein.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Filme,Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Sep
11
2008
0

Invertebraten

Ich lese gerade wieder „Das galaktische Imperium“ von Isaac Asimov, und bin dabei auf Seite 207 über ein mir unbekanntes Wort gestolpert: Invertebraten.

Im Zusammenhang liest es sich so:
Einer der Protagonisten erzählt wie seine Welt terraformiert wurde, und warum es noch keine Wälder auf ihr gibt.

„Keine Urwälder. Wir sind immer noch eine im Wachstum begriffene Welt. Baleys Welt wird noch geformt. […] Dann haben wir im Meer Fische und Invertebraten aller Art ausgesetzt und uns dabei größte Mühe gegeben, ihnen eine Ökologie anzubieten, die sich selbst am Leben erhalten kann“

Ich hab meinen Vater gefragt, der wusste es nicht. „Nie gehört!“, meinte er. Auch meine Schwester, die immerhin ausgebildete Diplom-Ökotrophologin ist, war ratlos. „Vielleicht eine Art Braten in den Zuckersirup zugesetzt ist.“, mutmaßte sie.

„Was gibt es heute zum Essen?“
„Invertebraten!“

Klingt einigermaßen schlüssig, warum sollte man allerdings Braten mit Zuckersirup ins Meer werfen um eine Welt zu terraformieren? Vielleicht damit die Fische, die man gleichzeitig ausgesetzt hat – siehe oben – etwas zu essen haben?
Aber nein, dass würde ja der Maxime widersprechen eine Ökologie zu erschaffen, die sich – siehe ebenfalls oben – selbst am Leben erhalten kann. Vielleicht ein komplizierter Tipfehler, und es hätte eigentlich „Insektenarten“ heißen sollen?

Aber nein. Ein Durchlauf der allwissenden Internetsuchmaschine brachte mir schließlich Aufklärung. „Invertebraten“ ist offenbar ein wissenschaftlicher Terminus für wirbellose Tiere. Vermutlich besteht das Wort also auch nicht aus den Komposita Inverte- und -braten, sondern betont sich einfach auf der zweitletzten Silbe. „Invertebraten“ hieße es dann.

Irgendwie erinnert mich das an den Biologieunterricht, und den „Urin-sekt“, der in Wirklichkeit das „Ur-insekt“, oder an den Englischuntericht, wo das „Brather-ing“ in Wirklichkeit der „Brat-hering“ war.

Ich bestell mir trotzdem das nächste Mal, wenn ich essen gehe einen Invertebraten. Mal sehen, was der Kellner dann bringt…

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Apr
11
2008
0

Die Zeitmaschine

Da ein wiederkehrendes Thema in diesem Blog die Zeitreise zu sein scheint, will ich an dieser Stelle einmal ein paar Worte über meinen Lieblingsfilm zu dem Thema verlieren.
Der Film „the time machine“ zu deutsch „Die Zeitmaschine“ wurde 1960 nach dem Roman von H.G.Wells gedreht. In den Hauptrollen spielen Rod Taylor, Alan Young und Yvette Mimieux.
Trotzdem der Film etwa 30 Jahre älter ist als die Neuverfilmung, liegt sie sehr viel näher an der Buchvorlage als diese. Für die Zeit in der der Film entstanden ist, ist die Nähe zum Buch sogar sehr überraschend. Die Verfilmung von 1960 hat auch einen Oscar gewonnen.
Tja… ich mag den Film. Er überzeugt noch immer mit seiner Bildsprache, und den Spezialeffekten, die natürlich heute ein wenig angestaubt wirken. Die Dialoge sind nicht langweilig und ohne Schnörkel, und die eingebaute Liebesgeschichte beschränkt sich auf ein Minimum.
Der Satz „Hier wurde ich geboren und hier bin ich gestorben.“ stammt jedoch nicht aus dem Film, sondern aus Hitchcocks „Vertigo“.

Written by Heiko C. in: Bücher,Filme,Technisches | Schlagwörter: , ,
Mrz
02
2008
3

Frauen, Männer und welche Geschichten sie mögen

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber es gibt unglaublich wenige Autorinnen, die ich gerne lese, wenn man ihre Zahl mit der männlicher Autoren vergleicht, deren Bücher ich täglich in mich reinstopfe.
Woran liegt das? Vielleicht leide ich ja an normalem gesunden Chauvinismus, aber das glaube ich weniger. Die Betonung in „weiblicher“ Kunst scheint einfach ganz woanders zu liegen, als in männlicher.
Um gleich mal die Ausnahmen zu nennen, Ursula K. LeGuin schreibt wie ich es lesen will, und auch die Harry Potter Reihe hat mich ein wenig unterhalten, wenn auch nur als Hörbuch. Harry Potter ist einfach ideale Kost, wenn man nebenbei was anderes macht.
Mit Rosamunde Pilcher oder Jane Austen kann man mich jagen, obwohl auch diese beiden Autorinnen Millionen Fans beiderlei Geschlechts haben.
Warum ist das also so?

Ich hab vor ein paar Wochen eine interessante Dokumentation über den englischen Comic an sich gesehen, und da stellte sich irgendwann die gleiche Problematik.
Nachdem sich irgendwann (weiß nicht mehr genau 50er? 60er) eine stabile Stammkundschaft für Comicmagazine unter den jungen männlichen Lesern herauskristallisiert hatte, wollten die Produzenten dieser Comichefte auch etwas für die Mädchen entwerfen, um noch mehr abzusetzen.
Man begann Comicreihen zu produzieren, die denen für die Jungens entsprachen, mit dem Unterschied, dass die Helden allesamt Frauen waren. Irgendein Comic mit einer Fliegerheldin, die in jeder Folge beweisen musste, dass sie den männlichen Piloten gleichwertig ist, schwirrt mir dabei im Kopf herum.
Nachdem diese und einige ähnliche Serien floppten, machte man erst einmal eine Leserinnenbefragung, bei der sich herausstellte, dass Mädchen einen Comic gut finden, wenn er sie zum Weinen bringt.
Von da ab litten die Protagonistinnen in Mädchencomics um die Wette. Ein Comic, den sie in der Doku als Beispiel angeführt haben ist mir im Gedächtnis geblieben. Es ging darum um eine Sklavenfarm mit Kriegswaisen.
Der Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern sei auch, dass Mädchen zufrieden sein, wenn die Protagonistin trotz aller Hindernisse Erfolg im Leben habe, während Jungens auch lesen wollen, wie der Bösewicht vom Protagonisten eins mit dem Baseballschläger über die Omme gezogen bekommt.

Wenn wir uns Harry Potter ansehen, scheint sich dieses Muster auch dort anzufinden.
Von einer Frau geschrieben, verliert unser sowieso schon vom Leben und seinen Verwandten gestrafter kleiner Mann fast alles, was er im Lauf der Zeit zu lieben gelernt hat: Allen voran seine Eltern, seinen Onkel, mehrmals Ron, seine Freundin, seinen guten Ruf usw.usf.
Trotzdem fällt am Ende der Saga seine „Rache“ eher mild aus. Er verfolgt nicht alle seine Peiniger mit einem Katana, und metzelt sie in epischen Duellen zu Geschnetzeltem.
Voldemort ist weg, und dann ist auch gut. Harry selbst heiratet und sitzt fortan fröhlich im Lehnstuhl.
Bei der Lektüre hab ich mir tatsächlich mehrmals gewünscht, dass die, die es verdient haben ordentlich einen auf den Detz bekommen, allen voran Draco Malfoy. Aber nein, der Satansbraten ist ja noch jung, und „es verwächst sich bestimmt noch“.

Kill Bill hingegen ist ein anderes Beispiel und zwar ein extremes. Da geht es dann nur um die Rache an den Peinigern, obwohl die gute … wie hieß sie noch … Die hatte irgendeinen blöden Namen… Na egal. Obwohl jedenfalls die gute Uma Thurman ja auch ein erfolgreiches Leben mit ihrem Kind hätte anfangen können.
Aber nein, statt dessen häckselt sie sich mit bis zum Schluss ungebrochener Zielstrebigkeit durch die B-Riege der amerikanischen Schauspielerinnen, um schließlich auch Kane aus Kung-Fu zu zeigen, dass man sich nicht mit einer schwertfuchtelnden Blondine anlegen sollte.
Ein Film für Männer? Auf jeden Fall.

Männer konsumieren offenbar also auch Fiktion, die von Frauen handelt die Männersachen machen, und Frauen umgekehrt genauso.

Die Bücher aus dem Hain-Zyklus von Ursula K. LeGuin bilden eine interessante Ausnahme. Dort ist der Gegner kein böser texanischer Karateka, und auch kein schattenhafter Magier, der aus 7 Teilen besteht, die man erst einmal zusammensetzen muss, bevor man gegen ihn kämpfen kann.
In ihren Romanen (zumindest in den SF-Romanen, die ich gelesen habe) sind der Feind die Umstände.
An Umständen kann man sich nicht rächen, darum erwartet der Leser auch schon gar nicht, dass so etwas kommen müsse. Trotzdem kann man sie besiegen. Vielleicht ist das der Königsweg der Unisexfiction…

Written by Heiko C. in: Bücher,Filme,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: