Impactsuspect » Bücher
Aug
30
2015
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Reichskrimi

Für wohl jede Gegend in Deutschland gibt es vermutlich den eigenen Lokalkrimi. Moselromane, Pfalzromane, Rhein-Main-Krimis, Hinterm-Deich-Romane, vor einiger Zeit haben ich mal einen Krimi angefangen, der in einem Dorf bei mir um die Ecke spielt. Dieser wurde verlegt vom Gmeiner-Verlag, der sich scheinbar auf die Kunden von Bahnhofsbuchhandlungen spezialisiert hat, denn woanders habe ich die betreffenden Bücher noch nie gesehen.
Heute morgen habe ich in meiner örtlichen Bahnhofsbuchhandlung jedoch einen neuen, irgendwie beunruhigenden Trend entdeckt: Reichskrimis.

Da gibt es gleich von verschiedenen Autoren Bücher wie „Rassenwahn“, „Führerbefehl“, „Walküre Alarm“, „Endstation Reichskanzlei“ und weitere Kandidaten, die in das gleiche Genre (?) passen.
Mit Blick auf den Klappentext erfahren wir, dass die Romane teilweise in der Nazizeit spielen, teilweise 70 Jahre später oder mehr, aber sich mit Ereignissen der Nazizeit auseinandersetzen.

Und es scheint sich zu verkaufen, denn warum sonst hätte der Gmeiner-Verlag, dessen Deichkrimis in meiner Bahnhofsbuchhandlung hingegen nicht mehr entdecken konnte, sich voll und ganz auf die Reichskrimis verlegt?
Sind Nazis die neuen Glitzervampire? Ist das der neue Trend? Handelt es sich um krude Nazisploitation oder um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem dritten Reich, verpackt in leichte Unterhaltung? Und was ich sowieso die ganze Zeit wissen will: WTF?

In einer Zeit in der täglich Asylunterkünfte brennen, in der bei uns im Ort das griechische Restaurant angezündet wurde und sich Rechtsradiale überall im Internet und im realen Leben breitmachen, stößt mir die Naziinvasion im Bücherregal irgendwie sehr unangenehm auf.

Written by Heiko C. in: Bücher,Gruseliges,Politisches |
Mai
15
2010
11

Maskulistische Science Fiction

Ich meine es gibt ja feministische Science Fiction. Pamela Sargents „Das Ufer der Frauen“ zum Beispiel. Ein wirklich schlimmes Buch, in dem die Frauen in hochtechnisierten Städten wohnen, und über die Fortpflanzung hinaus kaum Kontakt zu den Männern haben, die als Banden von Wilden die Wildnis durchstreifen müssen, weil sie ja nun wirklich an allem schuld sind: Krieg, Hunger, Tod, schlechtes Fernsehprogramm, usw…

In diesem Buch gibt es spezielle Tempel in der Wildnis, in denen den Männern unter Vorspiegelung illusorischer Geschlechtsakte der Samen entnommen wird, wenn ich mich recht erinnere. Ich fand das Buch enorm unplausibel und schmerzhaft zu lesen, hab es aber tatsächlich bis zum Ende geschafft.

Dann sei noch, als anderes Extrem, Ursula K. LeGuin zu nennen, die jede Menge klasse Science-Fictionromane geschrieben hat. Als Beispiel für feministische Science Fiction fällt da besonders „Winterplanet“ ins Auge. In diesem Buch reist ein menschlicher Raumfahrer auf einen kalten Planeten, auf dem die fast ebenso menschlichen Einwohner monatlich spontan doch ungesteuert das Geschlecht zu ändern in der Lage sind. Einer der Einheimischen verliebt sich in den irdischen Sternenfahrer, und wird im Laufe des Buches zur Frau. Das Buch kann ich weiterempfehlen, da es einige sehr interessante Fragen aufwirft, und zu beantworten versucht.

Zwischen diesen beiden Extremen finden sich viele andere Science-Fictionromane, die versuchen feministische Fragen zu Ende zu denken oder einfach nur ganz andere Familienmodelle zu präsentieren.
In Mary Gentles Roman „Goldenes Hexenvolk“ zum Beispiel, wird eine Alienrasse beschrieben, deren Kinder geschlechtslos sind, bis sie in die Pubertät eintreten. Auch hier wird man mit ganz anderen Familienmodellen konfrontiert. Dieses Buch – und dessen Fortsetzungen – sind zwar nicht ganz die Butter für die Augen, welche die Schreibe von Ursula K. LeGuin ist, aber trotzdem nett zu lesen. Auch hier also eine glatte Leseempfehlung.

Der urtypischte Vertreter der feministischen Science Fiction wird aber für mich immer eine Kurzgeschichte bleiben, die ich mal in irgendeinem Jubiläumsband von irgendwas gelesen habe. Diesen Band habe ich leider nie wiedergefunden, daher weiß ich nicht von wem die Geschichte ist, oder wie sie heißt, ich werde sie aber knapp zusammenfassen, soweit ich mich noch erinnere:

In einer menschlichen Kolonie auf einem Planeten sind alle Männer irgendwann einmal durch eine große Katastrophe gestorben. Seitdem pflanzen sich die Frauen im Labor fort, und die Kolonie ist rein weiblich. Seit Jahrhunderten hat man hier keinen Mann mehr gesehen, bis irgendwann ein Raumschiff von der Erde auftaucht, mit einem männlichen Raumfahrer. Dieser ist geschickt worden, um mal nach dem rechten zu sehen; ob es die Kolonie überhaupt noch gibt, und so.
Die einheimischen Frauen auf diesem Planeten finden ihn sehr befremdlich. Wie es weitergeht, weiß ich aber leider nicht mehr.
Diese Geschichte ist meine erste bewusste Begegnung mit feministischer SF, und ich finde die geschilderte rein weibliche Gesellschaft auch sehr prägnant, was den Feminismus angeht.
(Wer weiß, um welche Geschichte es sich handelt, und wo ich sie finden kann, mag dies gerne in die Kommentare schreiben.)

Was ist nun aber mit den Maskulisten? Sicher, es gibt Science Fiction, die in einem extremen Patriarchat spielt, oder auf Welten, die wahrgewordene Männerträume zu sein scheinen, aber eine rein männliche Gesellschaft, von einem männlichen Autor? Ein romangewordenes Wir-brauchen-keine-Frauen-nicht? Fehlanzeige!
Warum gibt es sowas nicht? Oder habe ich die entsprechenden literarischen Ergüsse nur bisher übersehen? Ich würd‘ sowas gerne mal lesen!

Man stelle sich die namenlose Kurzgeschichte mal andersherum vor:
Irgendeine Katastrophe tötet alle Frauen auf einem Kolonieplaneten, und die Männer pflanzen sich fortan nur noch im Labor fort. Die Gesellschaft wäre rein männlich. Wie würde das aussehen?
Da es sich um die Geschichte eines Maskulisten handeln würde, dürfte es hier auch keine Schwulen geben, weil Schwule schon zu „genderig“ wären. Was machen die Männer dann überhaupt? Wird der Sexualtrieb aberzogen, und man kümmert sich nur noch um Fußball? Werden findige Genetiker gar „Bierbäume“ züchten? Gibt es auf diesem Planeten nur Allrad-Sportwagen? Jetzt im Ernst mal: Ich hab mich durch „Das Ufer der Frauen“ gequält, also würde ich auch so eine abstruse Geschichte gerne lesen.

Und was würde passieren, wenn auf dieser durch und durch männlichen Welt plötzlich ein Raumschiff von der Erde landen würde und heraus käme: Eine Frau!!1elf
Was ist da los? Wird sie auf der Stelle aus altem Urinstinkt in die Küche geschickt? Schwingt sie sich zur bösen Matriarchin auf? Ich sehe da ungeahnte storytechnische Möglichkeiten!

Los, Maskulisten! Schreibt mir so ein Buch! Ich lese es dann auch! Ich lese ja schließlich jeden Schwachsinn, wenn Raumschiffe drin sind!
Oder sind Maskulisten etwa nicht so kreativ wie Feministinnen? Lachhaft!
Haltet euch ran, oder ich schreibe es selbst. „Fussbiertopia“ ist doch ein toller Titel, oder?

Written by Heiko C. in: Bücher,Gesellschaftliches,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Mrz
30
2010
9

Der Bechdel-Test, und warum einfach manchmal eben zu einfach ist.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne schreibe. Und gerne auch viel. Zwar ist noch keiner meiner Texte über das Internet hinaus veröffentlicht worden – die Schülerzeitung damals mal außen vor gelassen – aber ich hab nicht nur die Festplatte voller moosbewachsener Romananfänge, ich hab auch schon zwei Romane und eine Kurzgeschichte zuende geschrieben.
Den besseren der beiden Romane sogar innerhalb eines Monats zum NaNoWriMo, was mich immer noch überrascht.
Ich bin auch immer offen für Tipps, Konzepte und Anregungen, um meine Geschichten besser oder interessanter zu machen. So fand ich diesen Leitfaden (squidoo.com) zur Verwendung von homosexuellen Charakteren in Geschichten echt nützlich, bin dankbar, dass ich die klischeehaften Stereotypen nun kenne, die es zu vermeiden gilt, und werde bei meinem nächsten größeren Projekt auch einige der Anregungen umsetzen.
Ich bin mir zwar nicht sicher, wie gut das gelingen wird, aber Versuch macht klug, wie man so sagt.

Nun hab ich gestern vom Bechdel-Test erfahren. (Sorry, aber es gibt keinen Eintrag in der Deutschen Wikipedia, aber ich hab’s auch auf diesem Blog hier gelesen: Drop the thought)

Der Test stammt aus einem Comic-Strip. Eine weibliche Person in diesem Comic stellt folgende Regeln auf, um zu testen, ob sie sich einen Film überhaupt erst anschaut:

1. Es kommen mindestens zwei Frauen in ihm vor

2. Die beiden reden miteinander…

3. …und zwar über etwas anderes als einen Mann.

Durchaus verständliche Sichtweise, denn ich schau mir ja auch nur Filme an, in denen nur Frauen tragende Rollen spielen, wenn ich dazu genötigt werde. Mit „Grüne Tomaten“ und den Ya-Ya-Schwestern kann man mich jagen. Allerdings stellen sich mir da ein paar spitzfindige Fragen:

– Was, wenn in dem Film die zwei einzigen Frauen Lesben sind, die sich genau 1 x unterhalten, und es in dem Gespräch um eine Frau geht, wie es bei heterosexuellen Frauen um einen Mann gehen würde?

– Was ist, wenn der einzige Akteur in dem Film eine Frau ist? (gegebenenfalls vielleicht umgeben von Robotern oder geschlechtslosen Ausserirdischen)

– Was ist mit Teenie-Filmen, in denen zwar genug junge Frauen mitspielen, sich auch unterhalten, auch nicht nur über Männer, aber sich konstant nur anzicken?

Irgendwie ist die Regel zu einfach gefasst. An beiden Enden hat man Graubereiche, positiv wie negativ.

Ich will den Rahmen mal von Filmen auf Filme und Serien erweitern, weil ich mich bei recht vielen Filmen ehrlich gesagt nicht erinnern kann, ob die Voraussetzungen für ein Bestehen des Bechdel-Tests gegeben sind.

Positivbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Bechdeltest bestehen, aber irgendwie trotzdem panne sind:

Positivbeispiel #1: Xena
In Xena gibt es nicht nur zwei Frauen, sondern die sind auch noch die Hauptfiguren. Und die unterhalten sich stets und ständig. Auch über andere Dinge als Männer. Ist die vornehmliche Zielgruppe für Xena weiblich? Irgendwie fällt es mir schwer, das zu glauben, noch halte ich die Serie insgesamt für besonders feministisch. Eher im Gegenteil. Wer eine andere Meinung hat, ich lasse mich gern eines besseren belehren.


xena lol by ~rosemaryjayne on deviantART

Positivbeispiel #2: Cleopatra 2525
Es handelt sich hierbei um eine kurzlebige Serie von Sam Raimi, dem wir auch schon Xena zu verdanken haben. Sie ist meines Wissens nie im deutschen Fernsehen gelaufen, es gibt sie aber auf DVD zu kaufen, und zwar für echt günstig. Mit anderen Worten: die Serie wird nicht nur bei Amazon verramscht.
Die Serie ist echt trashig, und kaum auszuhalten, wenn sie nicht so absurd wäre. Ich selbst hab sie geschaut, nachdem mir die Weisheitszähne gezogen wurden, und ich mit Kieferschmerzen halb betäubt zuhause im Bett lag.
Worum es bei Cleopatra 2525 geht: Eine Stripperin aus dem LA der 90er Jahre will sich die Brüste vergrößern lassen, doch etwas geht schief, und sie wird cryogenisch eingefroren. Im Jahr 2525 entdecken sie zufällig zwei Widerstandskämpferrinnen, die auf der postapokalyptischen Erde gegen böse Maschinen kämpfen. Sie tauen die Stripperin (Cleopatra) auf, und nehmen sie in ihr Team auf. Dann erleben die drei fantastische Abenteuer, und kämpfen im Laufe von zwei Staffeln gegen die bösen Maschinen. Die drei Hauptfiguren laufen in der ganzen Serie in nichts anderem rum als einer Art futuristischem Bikini-Outfit, die Sprüche sind hart an der Schmerzgrenze – oder darüber hinaus, wie manche meinen würden, und Cleopatra lässt keine Gelegenheit aus, für die gute Sache auch ihre Strippertalente zu verwenden.
Hier gibt es jede Menge Frauen, die über alles MÖGLICHE reden, auch über Männer, aber eben nicht nur. Klarer Fall, dass Cleopatra 2525 den Bechdel-Test besteht.
Für Frauen? Echt? Ich als Mann fass‘ mir da ja schon vier Mal pro Sekunde beim Kucken an den Kopf und ich bin Kummer gewohnt, was bewegte Bilder – speziell Serien – angeht.


Cleopatra 2525 by *Slayer730 on deviantART

Positivbeispiel #3: Showgirls
Jede Menge Frauen drin, die sich nicht nur über Männer unterhalten, sondern auch über Brüste und wie man richtig strippt. Die haben allesamt noch weniger an, als der weibliche Cast von Xena oder Cleopatra 2525. Ich muss gestehen, dass ich diesen Film aufgrund seiner schon sprichwörtlichen Grottigkeit nie gesehen habe, aber der erste Teil einer grandiosen Videoreview findet sich bei ThatGuywiththeGlasses.com.

Negativbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Test nicht bestehen, aber irgendwie doch ziemlich gut sind.
Ursprünglich wollte ich hier auch „Star Wars“ und „Indiana Jones“ anbringen, aber wenn ich’s recht überlege, kann ich verstehen, dass Frauen sich für sowas nicht interessieren, auch wenn ich es schade finde. Ebenso fallen ja auch Meilensteine der Filmgeschichte wie „2001 – Odysee im Weltraum“ und „Zwei glorreiche Halunken“ ganz raus, weil man die Frauen in diesen Filmen nun wirklich mit der Lupe suchen muss.
Aber ein Beispiel hab ich doch, wo es schade ist, dass der Film gemieden wird, nur weil er den Bechdel-Test nicht besteht:

Negativbeispiel #1: Chasing Amy
Meiner Meinung nach immer noch der beste Kevin Smith Film. Obwohl Ben Afflec mitspielt. Ein Film über einen Mann, der sich in eine Lesbe verliebt, die sein bester Freund nicht ausstehen kann, und der dann mit ihrer Vergangenheit nicht klarkommt.
Ein unglaublich emotionaler, doch trotzdem lustiger Film, der an manchen Stellen auch schon mal auf die Tränendrüse drückt. Ein Film, den ich in meiner privaten Kategorisierung als „Frauenfilm“ bezeichnen würde, der „sich trotzdem anzusehen lohnt“. In diesem Film reden zwar Frauen miteinander, aber die Frauen, die man mit Namen kennt, reden ausschließlich über Männer, wenn ich mich recht erinnere. Fällt also klar aus dem Raster. Oder handelt es sich hier um ein „Beziehungsdrama für den modernen Mann“? ich bin verwirrt.

Wenn wir die zu testende Fiktion weiter spannen, und auch literarische Werke mit einbezieht, fällt noch mehr unter den Tisch: „Die Schatzinsel“ und „Moby Dick“ kann die bechdeltestende Frau von Welt schon mal ganz vergessen. Ebenso „Frankenstein“, wenn ich mich nicht irre, obwohl das sogar von ’ner Frau geschrieben wurde. Bram Stokers im Kontext seiner Zeit pornographischer Roman „Dracula“ besteht den Test jedoch. Was ist mit Jane Austen? Da sind zwar jede Menge Frauen drin – sogar bekleidet – aber reden die nicht ständig über irgendwelche Männer da?
Und je weiter wir in der Zeit zurückgehen, desto weniger kann frau lesen. Im Niebelungenlied zicken sich – soweit ich mich nur erinnere – Brunhild und Krimhild nur ständig wegen Siegfried an, und im ältesten erhaltenen literarischen Werk der Menschheit, dem knapp 5000 Jahre alten Gilgamesh Epos, muss man auch wieder lange suchen, bis man vielleicht eine vereinzelte Frau findet.

Der Test selbst ist also in vielen Einzelfällen zu einfach gestrickt, auch wenn er gut dazu dienen mag, über den Daumen zu peilen, was für Frauen möglicherweise interessant ist. Die Abwesenheit von Frauen in Geschichten generell zieht sich jedoch tatsächlich als roter Faden durch die gesamte Literaturgeschichte. Oft gibt es unter den Hauptfiguren einer beliebigen Handlung nur eine Frau – quasi die Quotenfrau. Das wird ebenfalls von der bezaubernden Lindsay Ellis, die auch schon Showgirls auseinandergenommen hat, in einem Video namens „The Smufette Principle“ erklärt.

Warum ist das so? Ich hab keine Ahnung. Ich finde es erstaunlich, wie einem sowas als Mann gar nicht auffällt, bis man mit der Nase drauf gestoßen wird. Ich werde in meiner nächsten größeren Geschichte aber auf jeden Fall auch zwei Frauen einbauen, die sich über irgendwas anderes als einen Mann unterhalten.
…vielleicht über Fußball. Ich weiß noch nicht.

Written by Heiko C. in: Bücher,Filme,Gesellschaftliches | Schlagwörter: ,
Mrz
02
2010
7

Zwielichtige Vampire III

In diesem Artikel möchte ich den dritten Band der Twilight-Reihe auseinandernehmen, wie ich auch schon Band eins und zwei kritisiert habe. Die Rezensionen zu den Büchern findet ihr hier: Link und hier: Link.

Auch im wirklichen Leben Erzrivalen? Wölfe und Fledermäuse.

Nun aber Band 3, der da heißt „Biss zum Abendrot“.

*

Ich muss gestehen, dass ich einige Hoffnung hatte,  die Reihe würde nun immer besser werden. Immerhin war das erste Buch der Erstling von Stephene Meyer, da kann man noch einiges durchgehen lassen, und das zweite Buch empfand ich als um einiges besser als das erste. „Wird schon!“, dachte ich mir, vielleicht ist das dritte ja – analog zur Harry Potter Reihe – das beste?

Aber nein.  Der dritte Band der Twilight-Reihe war – für mich persönlich – die bisher schmerzhafteste Vampirerfahrung:

Die Charaktere empfand ich weiterhin als eindimensional, die Handlung, Spannung und der Plot lassen lange auf sich warten, und sowas wie einen Spannungshöhepunkt sucht man vergebens.

Bella hat immer noch den Hausarrest, den sie nach den Ereignissen im zweiten Band aufgebrummt bekommen hatte. Sie liest um sich die Zeit zu vertreiben in Emily Brontës „Sturmhöhe“. Schön, wenn einen schlechte Bücher an gute Bücher erinnern, die man statt dessen lesen könnte. Aber na ja.

Um den Plot des Buches nicht noch weiter zu behindern, als es die Autorin ohnehin schon tut, erlässt Bellas Vater dieser zu Beginn des Buches dann aber den restlichen  Hausarrest.

Bella leidet aber trotzdem weiter, weil sie Jacob nicht besuchen darf. Das hat ihr nicht etwa ihr Vater verboten, nein im Gegenteil, der würde sich freuen. Das Verbot wurde ihr von Milchschnitte auferlegt, weil Werwölfe eben nun einmal gefährlich sind …sagt der Vampir. Anrufen kann Bella Jacob auch nicht, weil der dann sowieso nicht abnimmt.

Der ganze erste Teil des Buches besteht dann auch aus Bella, die ihren Vampirfreunden ausbüxt um sich mit Jacob zu treffen, der sie dafür anmault, dass sie sich mit Vampiren rumtreibt, nur damit sie sich dann später mit Milchschnitte darüber streiten kann, dass sie sich mit Werwölfen rumtreibt.

Bella beim ruhigen, analytischen Nachdenken

Ausserdem streitet sie sich mit Milchschnitte auch noch darum, dass sie aber nicht heiraten will, wie er es ihr zur Bedingung gemacht hat, wenn sie je gebissen werden will, darüber dass Bella gerne mit Milchschnitte ins Bett will, der das aber für zu gefährlich hält, und das Bella möglichst gestern zum Vampir gemacht werden möchte.

Dieser Themenkomplex füllt mindestens das halbe Buch, und den fand ich unglaublich langweilig, und Bella wird dadurch, dass sie aber ALLES will und zwar SOFORT, auch nicht wirklich sympathischer.

Über Milchschnitte erfährt man derweil herzlich wenig, dabei gäbe es da so viel interessantes, was man hätte erzählen können, immerhin ist Milchschnitte über 90 Jahre alt. Einige Fragen, die ich mir unwillkürlich bei der Lektüre des Buches stellte, waren zum Beispiel:

– Was hat er all die Jahre getrieben? Er kann ja schließlich nicht immer nur zuhause gehockt haben in all den Jahren?

– War Milchschnitte vielleicht schon mal verheiratet? Wen ja mit wem, wenn nein warum nicht?

– Wie genau ging es Milchschnitte damit, als er zum Vampir gemacht wurde? War seine Eingewöhnungszeit schlimm? Das wird zwar hin und wieder mal ominös angerissen, Einzelheiten erfahren wir aber nicht.

– Hat Milchschnitte eigentlich noch andere Hobbies außer „Claire de Lune“ spielen? Fotografiert er? Spielt er Shuffleboard in der Olympiamannschaft? Irgendwas?

Man erfährt so ziemlich genau NICHTS. Das ganze Buch, vom Pro- und Epilog einmal abgesehen, ist eine einzige Abschrift von Bellas Gedanken, und selbst sie stellt diese Fragen nicht. Auch Milchschnitte stellt keine Fragen, obwohl Bella die einzige Person ist, deren Gedanken er nicht lesen kann.

Statt dessen vergeudet man seine Zeit mit Eifersüchteleien und Beziehungsstress.

Na ja, irgendwann klopft dann die Handlung leise an. Die Vampirfreunde finden heraus, dass irgendein unbekannter Vampireinbrecher in Bellas Zimmer war, und – salopp ausgedrückt – ihre Unterwäsche geklaut hat. Könnte dies mit Victoria zu tun haben? Der Vampirin, die Bella umbringen will, weil sie diese für den Tod ihres Freundes verantwortlich macht, der Bella umbringen wollte? Wer weiß, wer weiß?

Noch sowas: Warum wollen alle Vampire immer Bella umbringen? Schwitzt sie Blut, oder was? O_o

Außerdem kommt es in Seattle zu einer Reihe von Gewaltverbrechen, die Milchschnitte fachkundig für von stümperhaften Vampiren verübt hält.

Das hab ich jetzt aber schon sehr komprimiert, dazwischen müsst ihr euch noch jede Menge Gejammer von Bella vorstellen. Bella ist entweder traurig, weil sie aber mit Jacob zusammen sein will, weil sie aber nicht heiraten will, weil sie aber poppen will, weil sie aber keine Geburtstagsfeier will oder weil sie will, dass Vampire und Werwölfe sich vertragen.

Weiter künstlich aufgebläht hat Stephenie Meyer ihr Buch mit den schon aus Band eins und zwei bekannten Beschreibungen des „überirdischen“ Aussehens von Milchschnitte. Diese Beschreibungen hat sie aber dann doch ein wenig verändert. Mir ist diesmal nicht einmal aufgefallen, dass sie darüber schreibt, wie „schön aber gefährlich“ oder „gefährlich aber auch schön“ Milchschnitte ist, statt dessen wird er mit Michelangelos David verglichen, der nach neuesten Untersuchungen ja schwere Haltungsschäden hat, aber das war sicher nicht gemeint.

Bis dann endlich mal was annäherd spannendes passiert, sollen dann insgesamt auch 3/4 des Buches, gefüllt mit solchem Geschwafel, vergehen.

Okay, Handlung:

Irgendwann im hinteren Teil des Buches feiern die Cullens, die nette vegetarische Vampirfamilie von nebenan, für Bella eine Geburtstagsparty. Bella möchte zwar nur ungern im Mittelpunkt stehen, doch die Vampirwahrsagerin, die scheinbar von den Sitten und Gebräuchen von Normalsterblichen besessen ist, möchte unbedingt eine Geburtstagsparty ausrichten. Viele von Bellas menschlichen Freunden, die außer im ersten Teil der Saga jedoch kaum eine Rolle mehr spielen kommen auch.
Dummerweise hat Bella quasi aus Versehen auch Jacob eingeladen, der sich das nicht zweimal sagen lässt, und prompt mit ein paar anderen Werwölfen im Schlepptau vorbeikommt.
„Super!“, denkt sich der Leser – bzw. ich zumindest – „Endlich passiert mal was! Gleich gibt’s Fratzengeballer!“
Aber nein.
Die Vampire verlassen sicherheitshalber die Party, vielleicht aus Angst, Höflichkeit oder weil die Werwölfe so grässlich riechen. Vielleicht auch aus einer Kombination von allen drei Dingen.
Bella unterhält sich ein wenig mit den Werwölfen, die ich nur mit dem Prädikat „halbstark“ versehen kann, bis sie dann von der Wahrsagevampiren zu erfahren bekommt, dass die bekloppten Vampire aus Seattle bald angreifen.

Fast augenblicklich vertragen sich die Werwölfe mit der Vampirfamilie um gegen die gemeinsame Bedrohung aus Seattle zu kämpfen. Herrje, die Vampire und die Werwölfe studieren sogar gemeinsam Kampftechniken ein, während eifrig beratschlagt wird, Was mit Bella geschehen soll.
Der Leser – also ich – denkt sich „Nagut, kein Vampir-vs.-Werwolf-Fratzengeballer, aber dafür immerhin ein episches Gemetzel zwischen Vampiren und Werwölfen auf der einen, und bekloppten Vampiren aus Seattle auf der anderen Seite.“ Immerhin, das würde zwar nicht für den emotionalen Gedankenmüll entschädigen, den ich bisher lesen musste, wäre aber mal ein Friedensangebot an den Leser – also an mich.
Und mal ehrlich: Da kann man doch was draus machen oder? „Vampire gegen Werwölfe“ ist ja schon ein wenig wie „Underworld“ aber „Vampire und Werwölfe gegen Vampire“ das ist ja mindestens… …wie 2x „Underworld“!

Die Werwolf-Vampir-Allianz

Aber nein.
Bella, der die Handlung des Buches ja folgt wie der treue Hund Toto aus dem „Zauberer von Oz“ wird von Jacob, Milchschnitte und einem anderen Werwolf, an dessen Namen ich mich nicht erinnere, fortgebracht. Milchschnitte kommt übrigens nur mit, weil Balla NICHT OHNE IHN LEBEN KANN!!!!1elf  Zuerst war der Plan, dass er nicht mitkommt, aber da wurde Bella unglaublich traurig.
Nun kommt Milchschnitte mit, so dass Bella unglaublich traurig darüber sein kann, dass vielleicht Untote, die sie mag, sterben, weil Edward nicht am epischen Fratzengeballer teilnehmen kann.
Bella wird von den drei Gescheiten auf dem Weg nach Nirgendwo also in den Wald gebracht, wo sie fast erfriert. Aber immerhin erfriert sie ja in Sicherheit, ist ja auch schon mal was. „Aus medizinischen Gründen“ kuschelt sich Jacob in ihrem Schlafsack an sie, während Milchschnitte draußen steht, und und sich darüber ärgert, dass er sich nunmal so anfühlt, als würde er im Kühlregal aufbewahrt.
Anderswo tobt vielleicht schon ein episches Gemetzel von den Ausmaßen der Schlacht von Helms Klamm, aber davon bekommen wir ja nichts mit, weil wir als Leser quasi Bella beim Schlafen zuschauen.
Danke Stefenie!

Selbst Jacob wird das zu langweilig, woraufhin er ab zum Kampf geht. Sogar er bekommt mehr Action mit als der Leser dieses Buches.
Kaum denkt man sich das, passiert tatsächlich mal was:
Das Camp wird angegriffen, und zwar von *Überraschung!* Victoria. Wer hätte das nur ahnen können? Aber nun haben wir es immerhin schwarz auf weiß, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, dass die bekloppte Vampirarmee aus Seattle auf ihrem Mist gewachsen ist, auch wenn im Buch vorher schon ein paar mal erwähnt wird, dass sie wahrscheinlich dahinter steckt.
Victoria ist aber nicht alleine gekommen, nein so bekloppt wie ihre Vampirarmee ist die blutsaugende Meisterstrategin nicht, sie hat einen der bekloppten Vampire mitgenommen.
Auf der einen Seite also ein gedankenlesender Milchschnittevampir, ein im Kampf gegen Vampire geschulter Werwolf und …nun… Bella, und auf der anderen Seite ein Vampir, und ein bekloppter Vampir. Alleine wenn sich dich diese Aufstellung so anschaut, braucht man kein Kampfexperte zu sein, um einen klaren Favoriten zu sehen. Aber als Twilight-Leser sind wir uns ja sowieso schon ziemlich sicher, dass weder Bella noch Milchschnitte viel passiert, immerhin gibt es ja noch einen vierten Teil. Der namenlose Werwolf könnte rein theoretisch als Redshirt dran glauben, aber die Frage die ich mir zu diesem kleinen Scharmützel stelle ist eher folgende:
WARUM NIMMT VICTORIA NICHT GLEICH FÜNF VON IHREN VAMPIREN MIT, NUR UM AUF NUMMER SICHER ZU GEHEN?
Herrje, da ist ja jeder Bondbösewicht besser vorbereitet.
Na ja, erst versucht Milchschnitte das alte „Ich lese die Gedanken des Gefolgsmannes, und versuche ihn auf unsere Seite zu ziehen“, leider erfolglos, dann wird recht kurz gekämpft. Irgendwann wirft Bella auch einen Stein nach irgendwem, und kurz drauf sind die beiden Bösewichte tot.

Irgendwas scheint aber doch nicht ganz zu stimmen, denn Milchschnitte bekommt sowas wie einen telepathischen Anfall.
ENDLICH eilen die drei zum Hauptkampf, der dann auch schon vorbei ist, als man ankommt, und dem Leser – also mir – somit jede weitere Chance auf ein kleines bisschen Horrorshow nimmt.
Jacob ist verletzt. [Werwölfe Abgang Bühne links]

Dann scheint es für einen kurzen Moment aber erst richtig loszugehen: Die italienischen Obervampire aus Band zwei betreten die Szenerie. Ich – als Leser – denke mir: „Da hast du mich aber ganz schön an der Nase herumgeführt Stephenie! Ich hätte fast schon gedacht, dass es das jetzt wirklich gewesen war mit den epischen Kämpfen!“
Nun also, der unvermeidbare Konflikt mit den alten und mächtigen italienischen Glitzervampiren soll nun endlich ein für alle mal geklärt werden! Ein Kampf bis auf den Tod!?
Aber nein.
Statt dessen unterhält sich unsere Vampirfamile höflich mit den Italienern, welche ihrerseits freudig zur Kenntnis nehmen, dass das Problem mit den bekloppten Vampiren aus Seattle schon gelöst ist. Deswegen sind die nämlich den weiten Weg über den Atlantik gekommen. Die bekloppten Seattlevampire haben sich nicht an den Code gehalten. (Wahrscheinlich ist dieser Vampircode das, was man an einer Vampirakademie lernen kann)
Ach ja, die Italiener bringen noch den letzten von den bekloppten Seattlevampiren um, der sich ergeben hatte. Macht man wohl so bei denen. Die Italiener also so sinngemäß: „Huch! Das Problem hat sich ja schon erledigt! Da sieh‘ mal einer kuck! Könn‘ wir ja eigentlich auch wieder umkehren!“
Dann bedrohen sich die beiden Vampirgruppen noch ein wenig – gehört bei Vampiren wahrscheinlich zum guten Ton – und die Italiener ziehen wieder ab.

WHAT THE FUCKING FUCK?

Das war jetzt also schon die DRITTE Chance auf noch ein wenig Action, an der Stephenie Meyer aber gezielt vorbeischreibt. Was soll das? Ich sage mal voraus, dass der Kampf zwischen der Vampirarmee aus Seattle und der gemischen Vampir-Werwolfgruppe im Film sicher nicht ausgespart wird. Im Film zum Buch werden wir den Kampf sehen. Nur eben im Buch dürfen wir nicht drüber lesen. WARUM???

Wenig später besucht Bella dann irgendwann Jacob, dem es schon besser geht, am Krankenbett, und erklärt ihm sinngemäß: „Ich liepe tich Jacob, aba ohne ten Edwatt KANN ICH NICHT LEBÄN!!!1elf“, und dass es natürlich nicht das gute Aussehen Milchschnittes ist, an dem das liegt. Wird ja nur zufällig in jedem Zweiten Satz dieser Saga, die ja im Grunde nur Bellas Gedanken wiedergibt, erwähnt wie überirdisch supertoll Milchschnitte denn nun wirklich aussieht. Bei Licht betrachtet scheinen Milchschnitte sowieso kaum andere Attribute auszuzeichnen.
Aber wenn Edward so ein schielender Buckelfips mit Hinkefuss wäre, dann würde Bella ihn genauso lieben? Ich habe da so meine Zweifel. Das würde die Filme aber auf jeden Fall witziger machen, wenn Steve Buscemi oder so den Milchschnitte spielen würde.

Wäre Bella in ihn genauso verliebt?

Dann geht’s wieder bei den Cullens weiter, bei der freundlichen Vampirfamilie von Nebenan also. Und zwar – furchtbar spannend – mit Hochzeitsvorbereitungen. Dann will Michschnitte, der bisher ja immer auf der Hochzeit als Bedingung für den Nackenbiss bei Bella bestanden hat – plötzlich nicht mehr heiraten, sondern sie gleich beißen.
Dann ist sich Bella plötzlich nicht mehr sicher, ob sie überhaupt gebissen werden will, und will lieber heiraten.
Mädel entscheide dich!
Klar: Erst sich nicht entscheiden können, ob sie lieber den Werwolf oder den Vampir will, und dann ganz plötzlich heiraten wollen. Das wird bestimmt die super stabile Vampirehe.

Dann folgt noch ein kurzer Epilog, in dem Jacob ein wenig rumjammert, und dann ist das Buch vorbei.

Fazit:
Ich gebe ja zu, dass ich nicht zur Zielgruppe dieser Buchreihe zähle, aber trotzdem ist dieses Buch für mich bisher eindeutig das schlechteste in der Saga.
Wo die Action – und viel wichtiger: Die Spannung – in den ersten beiden Teilen erst recht spät kam, so hat der Plot doch irgendwie ausgereicht, um den Leser – ja sogar mich – ein Stück weit zu fesseln, und die ganze Sache mit den Obervampiren in Italien fand ich sogar ehrlich interessant.
Hier jedoch wird beim Leser gleich mehrmals der Eindruck erweckt, dass gleich irgendwas spannendes kommt, und dann kommt doch nix.
Ja, auch die anderen beiden Bücher hatten einen ziemlich lauen Spannungsbogen, aber die haben einem auch nicht mehr verspochen.

Mal sehen wie Teil 4 wird… Das dauert aber ne Weile, ich muss mich erst einmal erholen, und was richtiges Lesen. Zum Beispiel „Sturmhöhe“.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Jan
23
2010
8

Zeitreisen sind anstrengend…

…für einen Autor, oder den, der es werden will. Selbst die besten Beispiele für Zeitreisen aus z.B. der Filmgeschichte haben mit diversen Haken und Ösen zu kämpfen, uns sind im Grunde genommen immer irgendwo unlogisch.

Folgender Text mag milde Spoiler zu folgenden Filmen enthalten: „Terminator“, „die Zeitmaschine“, „Der letzte Countdown“, „Zurück in die Zukunft“(gesamte Trilogie) und „Donnie Darko“. Wer diese Filme noch nicht gesehen hat, dem würde ich aber sowieso empfehlen, das schleunigst nachzuholen.

Das Hauptproblem dabei, eine Glaubwürdige Zeitreisegeschichte zu schreiben ist, wie man mit den beiden bekannteren Zeit-Paradoxa umzugehen weiß. In der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie etwa, wird von diesen immer behauptet, sie zerstören das Universum, auf der anderen Seite passieren seltsame Dinge, wenn vergangene Ereignisse dort verändert werden. „Zurück in die Zukunft“ ist eine tolle Filmreihe, der erste der Filme wird sogar als Paradebeispiel an Filmhochschulen benutzt, wie man es machen sollte. Leider ist die gesamte Zeitreiselogik in den Filmen alles andere als „in sich schlüssig“, und schon gar nicht aus einem Guss.
Warum das so ist, darauf will ich hier nicht näher eingehen, nur so viel: Im Verlauf des ersten Filmes alleine verschwinden erst Martys Geschwister auf seinem Familienfoto halb bis ganz, dann verschwindet er gegen Ende des Filmes selbst teilweise.
Hat er jedoch die Vergangenheit so verändert, dass er selbst nie geboren würde, hätte dies für ihn selbst in der Vergangenheit entweder keine Auswirkung, oder er würde sofort ganz verschwinden. Ereignisse in der Vergangenheit, die dazu führen, dass seine Hand durchsichtig wird, sind undenkbar. Der Dramaturgie Willen hat man es nun aber so gemacht, wie man es gemacht hat, und selbst ich kann mit der fehlerhaften Zeitreiselogik der Saga leben.

Was ist nun aber mit den Paradoxa?

Da haben wir einmal das Großvaterparadoxon.
Dieses besagt, dass ich eine Zeitmaschine baue, in die Vergangenheit zu einem Zeitpunkt reise wo mein Großvater meine Großmutter noch nie getroffen hatte, und ihn umbringe. So kann ich nie geboren werden, keine Zeitmaschine bauen, nicht zurück reisen, und ihn nicht umbringen, wodurch ich wieder geboren werde, eine Zeitmaschine bauen und ihn umbringen kann. Ihr seht das Problem.
In vielen Zeitreisegeschichten ist es so, dass man durch Verwicklungen in der Vergangenheit zwar seinen eigentlichen Großvater umbringt, dann selbst aber -unwissend- mit seiner eigenen Großmutter anbandelt, und so sein eigener Großvater wird. Das ist storytechnisch vielleicht spannend, aber was die Zeitreiselogik angeht allenfalls ein fauler Kompromiss.
Die – aus meiner Sicht – schlüssigere Lösung wäre es, von Anfang an mit der Vielweltentheorie zu arbeiten. Ich reise in die Vergangenheit, ändere sie alleine schon dadurch, wodurch sich dann eine alternative Zeitlinie bildet, die neben der Zeitlinie existiert, von der ich komme. Selbst wenn ich in der neuen Zeitlinie also meinen Großvater umbringe, bleibt meine eigene Zeitlinie samt meiner subjektiven Vergangenheit bestehen, und ich verschwinde nicht.
Reise ich in der neuen Zeitlinie allerdings wieder in die Gegenwart, ist es eine Gegenwart in der es mich selbst und meine Familie so nie gegeban hat. Aus Sicht des Zeitreisenden ist dies wohl in den meisten Fällen weniger wünschenswert.
Geht man nur von einer Zeitline aus, die unveränderlich ist, und in der alle eventuellen Zeitreisen bereits von Anfang an „eingeplant“ sind, muss man auf die „Ich bin mein eigener Großvater“-Lösung zurückgreifen, weil man sonst in oben erwähnte nicht aufzulösende Endlosschleife gerät.
Reist jemand zurück in die Vergangenheit, und wird zu seinem eigenen Großvater, weil er mit seiner Oma koitiert, als sie noch jung war, dann haben wir jedoch schon das nächste Paradoxon:

Das Informationsparadoxon, dass die meisten Schwierigkeiten macht, weil man es leicht mal übersieht, wenn man eine Geschichte schreibt.
Als Beispiel: Ich bekomme Besuch von mir aus der Zukunft, und Zukunfts-Heiko erklärt mir, wie ich ganz einfach eine Zeitmaschine aus einem Blatt Papier, 3 Zwiebeln und einem Teebeutel bauen kann. Dann verschwindet Zukunfts-Heiko wieder.
Ich baue besagte Zeitmaschine und reise in die Vergangenheit um mir die Pläne zu geben. Und so weiter. Eine schöne Zeitschleife, die in sich schlüssig zu sein scheint, entsteht.
Doch wer hat die Zeitmaschine erfunden? Wo kommt der Bauplan her? Irgendjemand muss doch auf die Idee gekommen sein, oder?
Hier offenbar nicht. Die Zeitmaschinen-Idee hat hier keinen Anfang, sie ist einfach in der Zeitschleife vorhanden, ohne dass sie jemand wirklich erfunden hat. So ist es zumindest, wenn wir eine einzige und unveränderliche Zeitlinie annehmen.
In der Vielweltentheorie wäre es so, dass ein paralleler Heiko in der „Ursprungszeitlinie“ einmal die Zeitmaschine erfunden hat, und zurückgereist ist, um sie seinem vergangenen Ich zu geben. Vielleicht um früher über die Zeitmaschine zu verfügen. Der vergangene Heiko hätte jetzt nun die freie Wahl ob er seinerseits zurückreist, um sich die Zeitmaschinenenpläne zu geben, oder nicht. Vielleicht bildet sich sowas ähnliches wie eine Zeitschleife. Eventuell eine Zeitspirale, die sich seitwärts durch unzählige alternative Universen bohrt, bis sie schließlich kollabiert, weil irgendein Heiko keine Lust mehr hat, einem vergangenen Ich die Pläne zu geben.

Wie wir sehen ist mit beiden Paradoxa in der Vielweltentheorie einfach umzugehen. Alleine schon weil es keine Paradoxa sind, wenn es parallele Welten gibt, und diese durch jede Zeitreise geschaffen werden. Ich tendiere daher dazu, in Geschichten eben dieses Modell zu verwenden.
In dem Modell mit der einen unveränderlichen Zeitlinie, sind beide Paradoxa jedoch scheinbar nicht lösbar. Das Großvaterparadoxon kann gar nicht stattfinden, und beim Informationsparadoxon (bzw. in der speziellen Form: das Großmutterparadoxon) erscheinen plötzlich Ideen ohne Ursprung.

Manchmal erfordern Geschichten jedoch sowohl das Vorhandensein einer Zeitschleife, vielleicht sogar eines Informationsparadoxons im Rahmen einer unveränderlichen Zeitlinie. Als Beispiele vielleicht die Geschichte in der ein Bibelforscher in die Vergangenheit reist um Jesus zu treffen, dort feststellt, dass der Jesus den er findet ein geistig Behinderter ist, und dann im Laufe der Handlung unfreiwillig selbst zu dem Jesus wird, den wir aus der Bibel kennen.
Fragt mich nicht, wer die Geschichte geschrieben hat, oder wie sie heißt, aber die hab ich mal irgendwo gelesen. Ähnliches gabs auch von Anthony Burgress mit Shakespeare, wenn ich mich recht erinnere.
Solche Geschichten leben ja davon, dass der Zeitreisende die Gegenwart, die er sein leben lang kannte, durch seinen Aufenthalt in der Vergangenheit erst zu dem macht, was sie ist. Und hier kommen Informationen aus dem Nichts. Wenn ich Shakespeares Werke auswendig kenne, kann ich sie ihm in der Vergangenheit natürlich diktieren, aber wer hat sie dann erdacht?

Man nenne mir nur ein Beispiel aus der Filmgeschichte, wo Zeitreisen mit „unveränderlicher Zeitlinie“ auch nur ansatzweise logisch dargestellt sind.
– „Zurück in die Zukunft“? Großvaterparadoxon und im Laufe der Trilogie etliche Informationsparadoxa.

– „Terminator“ Ebenso. Beide Sorten Paradoxa. Das Lustige ist: Im ersten Teil wären die Paradoxa wenigstens konsequent zum Ende gedacht, wenn nicht vom abwesenden John Connor und Teil 2, 3 und 4 drauf bestanden würde, dass die Zukunft änderbar ist.

– „Die Zeitmaschine“(original) Hier werden jegliche Paradoxa umschifft, weil der Protagonist so weit in die Zukunft reist, dass eine Auswirkung auf die Zeitlinie – sollten seine Reisen eine haben – nicht sichtbar sind. Dafür ergibt die Art und Weise des Zeitreisens hier keinen rechten Sinn.
Die Zeitmaschine „bewegt“ sich einfach schneller durch die Zeit, so dass der Zeitreisende in seinem temporalen Schlitten raus schauen kann, und die Welt sieht, wie sie vorgespult wird.
Warum das keinen Sinn ergibt?
Weil zu verschiedenen Zeitpunkten mehrere Versionen seiner Zeitmaschine in Zeit und Raum den selben Platz einnehmen, was unmöglich sein sollte.
Als Beispiel: Erst reist der Zeitreisende ins Jahr 30.000 n Chr., und zwar vom Jahr 1900 aus. Dabei durchquert er unter anderem den 5. Mai 2005, 19 Uhr 26. Reist er später zurück, ohne seine Zeitmaschine zu bewegen, dann durchquert er auf der Rückreise den gleichen 5 Mai 2005, 19 Uhr 26, während er am gleichen Platz steht. Was passiert dann? Sollte der Platz nicht schon voll sein? Und was ist, wenn er nun, nachdem er ein paar Bücher eingepackt hat, wieder in die Zukunft reist, und wieder den gleichen Zeitpunkt passiert? Das wäre dann nämlich schon der dritte Zeitreisende samt Zeitmaschine übereinander. Wie viele passen übereinander? Seht ihr? Das ergibt keinen Sinn.

Dann gibt es natürlich noch andere Filme, die keinen der obigen Wege einschlagen, und von Anfang bis Ende entweder Kraut und Rüben sind, was Zeitreisemodelle angeht, oder so kryptisch sind, dass man alles rein interpretieren kann.
Beispiele für ersteres wären „Time Guardian“, „Austin Powers“ oder „Bill und Ted’s verrückte Reise in die Zeit“, und für letzteres „Donnie Darko“. Bei beiden Kategorien wüsste ich nicht einmal, wo ich anfangen sollte, wenn ich da nach Paradoxa suchen sollte. Aber bei Klamauk wie „Austin Powers“ oder „Bill und Ted“ sollte man da sowieso nicht zu pingelig sein, und „Donnie Darko“ möchte ja eben grad‘ geheimnisvoll und kryptisch sein, da passt das auch.

Wenn ich in einen Zeitreisefilm gehe, dann möchte ich aber nunmal gerne wissen, was die logischen Gesetze für die Zeitreisen sind. Kann man die Vergangenheit der Zeitlinie ändern, ohne seine eigene subjektive Vergangenheit zu ändern? Zeitschleifen oder Zeitspiralen? Großvater- oder Großmutterparadoxon? Sind Paradoxa überhaupt möglich, oder nicht?
Ich bin dafür, dass man Aufkleber auf die Filmplakate klebt, damit ich vor dem Film weiß, womit ich es zu tun habe. Noch lieber wäre mir allerdings ein Zeitreisefilm, der sich entscheiden kann ob er multiple Zeitlinien oder nur eine einzige unveränderliche hat, der weiß, wann er ein Paradoxon einbaut, und was daraus folgt, und der trotzdem einen spannenden Plot hat.

Oft werden die Zeitreisen ja auch nur als Spannungselement in die Handlung eingebaut. „Terminator“ wäre zum Beispiel auch ohne Zeitreisen möglich, dann ginge der Plot aber so: „Killer will Frau aus politischen Gründen umbringen, Soldat will sie davor retten.“
Macht nicht viel her, der Terminator ohne Zeitreisen, oder? (Anm.: Ich finde Terminator natürlich trotzdem klasse)

In „Die Zeitmaschine“ geht es zwar vordergründig um Zeitreisen, diese dienen jedoch nur, um das Gedankenexperiment von den Morlock und den Eloi. das in erster Linie ein soziologisches ist, in die Handlung einzubetten. Statt sich einer Zeitreise zu bedienen, hätte Wells auch wie vor ihm Jonathan Swift in „Gullivers Reisen“, den Protagonisten auf einer unbekannten Insel stranden lassen, auf der nun zufällig Eloi und Morlocks leben. An der Handlung hätte das wenig geändert.

Im Film „Der letzte Countdown“ geht es um einen Flugzeugträger der aus den 80er Jahren, der durch ein unerklärliches Wetterphänomen in der Zeit vor dem Angriff auf Pearl Harbour landet. In dem Film geht es also um „Zeitreisen“, doch die Protagonisten greifen nicht wirklich in die Vergangenheit ein, und gerade als sie sich dazu durchgerungen haben, die Japaner abzufangen, und Pearl Harbour zu verhindern, schmeisst sie das Wetterphänomen wieder in ihre Gegenwart.
Hier geht es also eher um die moralische Entscheidung, ob man die Vergangenheit ändern darf. Ich hätte es interessanter gefunden, wenn die Vergangenheit tatsächlich geändert worden wäre, und was für Auswirkungen das gehabt hätte.

In „Zurück in die Zukunft“ ist der Angelpunkt des Plots hingegen nicht ohne Zeitreisen möglich. In dieser Trilogie geht es um Zeitreisen, und die „Zeitreiselogik“, die man verwendet wird sogar mehrmals in den Filmen – sich teilweise widersprechend – erklärt, weil man die Handlung nicht verstehen kann, wenn man nicht über die Zeitreiselogik Bescheid weiß.
Schade nur, dass die in „Zurück in die Zukunft“ verwendete Zeitreiselogik von vorn bis hinten nicht zusammenpasst.
Trotzdem, hier geht es nicht nur um Zeitreisen, hier ändern die Protagonisten tatsächlich mehrmals – um nicht zu sagen: am laufenden Band – die Vergangenheit, und erleben die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.
Meiner Meinung nach – und trotz aller logischer Schwächen – ist diese Filmreihe mit Abstand das beste, was es bis heute an Zeitreisefilmen gibt; weder sind die Zeitreisen nur austauschbare „Plot-Device“, noch scheut man sich hier ernsthaft, die Zeitmaschine einzusetzen. Im Gegenteil: Ich hab so den Eindruck, in der Trilogie werden etliche Gedankenexperimente zuende gedacht.

Ach ja:  Wer Vorschläge für bessere oder logischere Zeitreisefilme hat, die ich hier nicht genannt habe: Immer her damit.

Ach, was: Egal ob logisch oder nicht, ich will sowieso alle Zeitreisefilme sehen, also auch her mit euren Vorschlägen für vielleicht nicht so gute Zeitreisefilme. ^^

Written by Heiko C. in: Bücher,Esoterisches,Filme,Technisches | Schlagwörter:
Jan
06
2010
5

Vampirbücher!!! AAAAHHHH!!!!

Mittlerweile gibt’s auch in den Bahnhofsbuchhandlungen von Niebüll und Westerland, die ich fast täglich frequentiere, fast ein ganzes Regal nur allein für verschiedene Vampirbücher. Sind Vampire in unseren Jahren das, was in den Achzigern die Dinosaurier waren?

Ich mein, es ist ja schön, wenn plötzlich alle jungen Leute lesen, aber es gibt doch auch noch andere Themen als Vampire, oder? Und sind nicht die meisten der erhältlichen Titel im Grunde sehr stark an Twilight angelehnt? Brauchen wir mehr wie Twilight?

Es gab vor einigen Jahren schonmal was ähnliches. Wegen Harry Potter. JK Rowling hat sich mit der Harry Potter Reihe ja von einer Sozialhilfeempfängerin zu einer der reichsten Frauen Englands geschrieben, und da wollten auch schon einige es ihr nachmachen, und haben mal bessere und mal schlechtere Harry-Potter Ripp-Offs geschrieben. Oder vielleicht wurden selbige auch nur lieber von den Verlegern aufgegriffen, um auf der Zauberschul-Welle zu reiten, solange sie anhält? Ich weiß es nicht.
Zwar hat Frau Rowling das Genre des „Zauberschulromans“ sicher nicht erfunden, sowas gibts schon sicher mindestens seit Achtzehnhunderttobak, aber Fakt ist, dass sie das Genre gewissermaßen modernisiert hat, und somit einen neuen Boom für diese Bücher – und Fantasy im Allgemeinen – auslöste.

Was hat das nun mit Vampiren zu tun?
Nun, obwohl Stephenie Meyer auch den „romantischen Vampirroman“ nicht erfunden hat, den gibt es schon seit Bram Stokers Dracula, hat sie ihn für eine gewisse Zielgruppe modern aufbereitet. Obwohl es bestimmt bessere Romane im Tennie-Romantik-Vampir-Genre geben muss (Bitte! Ich will einfach glauben, dass es so ist!), hat sie doch einen Nerv getroffen, und seitdem verkaufen sich ihre Bücher wie blöde.
Also kommen auch wieder irgendwelche Trittbrettfahrer, die mit ihren Romanen ebenfalls von dem Hype profitieren wollen.
Das klingt jetzt negativ, macht aber Kultur aus: Einer macht was, die Leute finden das toll, also macht ein anderer auch sowas, und versucht es besser zu machen.
Gäbe es diesen Mechanismus nicht, würden wir immer noch Mammute an Höhlenwände malen.

Im Regal mit Vampirbüchern fiel mir eines besonders ins Auge. Dieses hier:

Warum es mir ins Auge fiel? Nun, man sieht es auf dem Foto nicht wirklich, aber das Cover ist derart gestaltet, dass man meinen möchte, das Buch sei schon dutzendmal gelesen worden. Das Artwork des Covers sieht absichtlich so aus, als sei die Farbe an den Kanten abgerieben.
Clever, weil es einen zwingt, zweimal hinzusehen. Ich nahm das Buch also in die Hand und las mir den Klappentext durch. Heißt das bei einem Taschenbuch eigentlich Klappentext? Hat ja gar keine Klappen. Na die Zusammenfassung hinten auf dem Buchrücken meine ich. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.
Allein der erste Satz ließ mich schon stutzen.

Rose Hathaway steht vor ihrem Abschluss an der Vampirakademie.

Vampirakademie? Ist Vampir mittlerweile ein Lehrberuf? Gibts da einen akademischen Grad, den man bekommt, wenn man fertig ist? „Dr. vamp dent“, oder so? Ich dachte immer man müsste gebissen werden, ich wusste nicht, dass es da eine Art Ausbildung zum Vampir gibt, die man machen kann. Erstaunlich.

Ich hab den Roman jetzt natürlich nicht gekauft oder gelesen – kann ja sein, dass er ganz gut ist – aber Vampirakademie? Ich kann mir nicht helfen, aber mir kommt das fast so vor, als habe sich die Autorin Richelle Mead sich da beiderseitig von Harry Potter UND Twilight… nun „inspirieren lassen“.
Wow. Ich bin sprachlos. Ich bin beihnahe neugierig, wie das Buch ist. Aber nur beinahe.

Au, ja, bevor ich’s vergesse: Wer das Buch kennt, mag mal bitte seinen Eindruck in die Kommentare schreiben.

Nachtrag: Ich bin übrigens nicht der erste, der über das Vampirbuchphänomen stolpert.

Written by Heiko C. in: Bücher,Kurzrezensionen | Schlagwörter: ,
Dez
12
2009
1

Native American myths – cold ones – vampires!!!

Hello zere! Today is english speaking day! On english speaking days I will translate each one of my most popular articles into ze language of english, to introduce zem to a worldwide audience.
This way I will achieve ze world domination. Har Har.

And now to my most viewed article „Indianische Legenden – Kalte Wesen – Vampire“ but translated into english:

Every day some people stumble across my blog, searching for „cold ones“, „native american legends vampires“, „vapire the cold one“ or, or, or. That is of course connected to the hype of those unspeakable vampire-books by Susanne Meier Stephanie Meyer or the movie adaptations of those.
Since all those seekers in the digital desert – who appear to come mostly from lower saxony – only find my two rants (both in german) of the first two twilight books, and may be dissapointed of that, I just type this article now as a peace offering.

Update1: Maybe here you will find what you were searching for. I have searched some native american legends for vampires: LINK (in german)

Vampires (in german) are incredibly cool. Terrifying cool. Even terrifying and cool. And for the sake of peace „beautiful and/but dangerous“, as Susanne Meier Stephanie Meyer gets not tired to state in her books. But not if they glitter. If those bastards think they have to feed of our blood, they should at least have the courtesy to turn to ashes in the sunlight. Everything else is ridiculous and stupid and not cool at all.

But as said, this is a peace offering. Here some pictures of vampires:

Update2: Wellywell, the pictiures I had linked here disappeared from deviant art, as it seems. Maybe because this article generated too much traffic? Who knows.
Well, then I have to draw some myself. Might take a while.

Update3: Here my first own vampire picture:


skating nosferatu

Update4: And another one:

jolly emo-vampire

Update3: Maybe here is a site that might interest you as well: www.kaltewesen.de 😉

Update4: And another little clue for you: Since books and movie as well are in english language, you might find the site Bella is searching the interwebs for – if existing – most likely better, if you search for „cold ones native american legends“ or „cold ones indian legends“.
I hope that helps. If anyone ever finds those bastards of websites featured in the movie, I would be delighted to know about them.
Thanks.

Written by Heiko C. in: Bücher,English speaking day,Filme | Schlagwörter: , ,
Sep
18
2009
3

Der Beruf des Cthulu

Disclaimer: Nach dem gestrigen Durchbruch eines Blogeintrages aus einer Parallelwelt, der meinen schönen Artikel über die schlesischen Gartenlauben schrotete, hab ich den ganzen letzten Abend damit verbracht, den Artikel neu zu schreiben, und – wie ich glaube – besser.
Gegen 2 Uhr Nachts – und ich bin heute um 6 Uhr aufgestanden – hatte ich dann endlich auch wieder alle Fotos eingebunden.

Natürlich habe ich kein Backup gemacht, warum denn auch? Das sowas wie gestern nochmal passiert und in so kurzer Zeit, konnte ich nun wirklich nicht ahnen.

Tja, als ich den Artikel nun gerade jedoch on stellen wollte, hat sich das Multiversum erneut geräuspert. Statt dem Artikel mit den Lauben wurde plötzlich ein anderer, aus einer weiteren Parallelwelt, wie ich vermute, in meinen Blog gespült.
Ich lasse ihn hier mal stehen, alleine weil alle immer über den derzeitigen Wahlkampf und die Politik schimpfen, und der Blogeintrag eindrucksvoll zeigt, dass es alles auch viel schlimmer sein könnte.

(Ich werde im folgenden auf die Kennzeichnung der Personen und Organisationen verzichten. Der folgende Blogeintrag stammt aus einem anderen Universum, und ist somit in unserem rein fiktiv. Personen oder Organisationen, die in ihm erwähnt werden sind ebenso fiktiv, und wenn sie so ähnlich oder gleich heißen wie Personen oder Organisationen in diesem Universum, dann ist das nichts weiter als ein recht kosmischer Zufall.)

Betrachtungen zum Superwahljahr 2009

Cthulu hat sich im Wahlkampf ganz schön verzettelt. Der neue Slogan „Iä, Iä! Cthulu ftagn!“ klingt in meinen Ohren recht unglaubwürdig, wenn ich mir die Bilanz der letzten 40 Jahre der Politik des Kanzlers Cthulu ansehe: Menschheit versklavt, ständig stirbt irgendeiner weil Cthulu ihn frisst oder drauftritt, alle werden langsam verrückt und zu guter Letzt auch noch die Umweltverschmutzung, gegen die der „große Alte“, wie seine Fans ihn nennen, auch nichts unternimmt.
Nicht allein das, nein, in der nächsten Legislaturperiode sollen allen in Köln 7 (!) neue Kernkraftwerke gebaut werden, weil der Herr und sein Sternengezücht ja so auf Radioaktivität abfahren.
Kleine Meldung an den Herrn Cthulu: Menschen können Radioaktivität nicht besonders gut ab! Merken sie das nicht? Ist es ihnen egal?
Nachdem die Wahl vor 4 Jahren ja so äußerst knapp verlief, und die „Cthulus Dämonische Union“ nicht die erforderliche Mehrheit an Sitzen im Parlament errang, war seine „große Altigkeit“ gezwungen eine Koalition mit Hasturs „Shoggotische Pilger Dämonen“ einzugehen.
Hastur, oder „der Unnennbare“ wie der 3 Meter große drachenechsige Humanoide sich gerne nennen lässt, hat die Shoggotischen Pilger auf ein neues Rekordtief der Umfragewerte manövriert.
Kein Wunder: Wenn auch schon Cthulu keineswegs als der menschlichere Kandidat erscheint – menschlich in einem Satz mit Cthulu zu bringen erscheint mir fast schon zynisch – so ist doch Hastur der, welcher von Cthulu ein ums andere Mal bei politischen Fragen über’s Ohr gehauen wurde.
Desweiteren bringt Hastur keinen geraden Satz raus, bei dem sich der Zuhörer nicht ratlos am Kopf kratzen muss.
Neulich sagte Hastur einem Reporter vom WDR ins Mikrofon: „Es ist nicht tot, was ewig liegt.“
Eine gelungene Beschreibung für den derzeitigen Zustand der Shoggotischen Pilger. Allerdings hatte der Reporter nach der Dienstwagenaffäre der Ministerin für Menschenwesen, Shub-Niggurath gefragt.

Kommt eigentlich irgendwann mal was gescheites aus dem Mund von unseren Politikern, oder reden die nur Schwachsinn? Gut, ich weiß, dass es sich um extraplanetare, außerirdische und mehrdimensionale Entitäten handelt, die damals vor 40 Jahren unseren Planeten mal eben so übernommen haben, aber können die sich nicht ein wenig Mühe geben politische Inhalte so zu formulieren, dass Menschen es verstehen?
Ich kann mich ganz sicher nicht auf deren Diskussionsebene begeben. Ich bin nun mal eben nicht telepathisch, fast allmächtig und so gut wie unsterblich. Da kann man doch von denen erwarten, dass die mal ein wenig Tacheles reden, oder?
Oder gibts im Weltall oder wo kein Tacheles?

Na ja, wen soll man sonst wählen?
Da gibts natürlich die „Freie Dämonische Partei“ unter Yog-Sothoth, die finde ich aber unglaubwürdig. Wenn die so pro „Menschen sollen sich selbst verwalten“ sind, warum haben die dann nicht den Fußfesselerlass von 2003 schon längst rückgängig gemacht? Gut, die waren in der Opposition, aber die hätten wirklich schon mal eine Normenkontrollklage vorm Verfassungsgericht anstrengen können. Haben sie aber nicht.

Dann noch Bündnis „Schlangenwesen“, unter Yig. Die scheinen mir doch ein wenig zu gutmenschlich. Fordern können die ja gerne, dass die Menschen wieder aus der Sklaverei entlassen werden, und die Zahl der täglichen Menschenopfer verringert wird, aber glauben kann ich denen das nicht. Wie will Yig das denn umsetzen? Ich meine, Cthulu kann sich auf eine Höhe von 30 Kilometern aufblähen, wenn er das will und Yig ist halt immer nur knapp 22 Meter hoch.
Sollten die „Schlangenwesen“ mit Yig wirklich gewinnen, dann prophezeihe ich einen Kampf der Titanen, der vielleicht die Erde aus ihrer Bahn wirft.

Die Partei der „Alten Rasse“ halte ich außerdem nicht für wählbar. Ausserdem kann ich nie die Kandidaten, welche die aufstellen, auseinanderhalten. Sehen halt alle irgendwie kegelförmig und tentakelig aus. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, dass die sich als Individuen unterscheiden lassen.

Außerdem wird’s wirklich mal wieder Zeit für neue Spitzenkandidaten, aber die werden wir wohl kaum bekommen, da die derzeitigen ja gerne mal ein paar Milliarden Jahre leben.

Hm.

Ich glaube ich werde wohl wieder Cthulu wählen. Ist einfach sicherer. Nach der letzten Wahl war er über den Stimmenverlust so enttäuscht, dass er Australien zerstört hat. Hoffen wir einfach, dass R’lyeh bald wieder im Meer versinkt und die ganze Dämonenbagage sich wieder für ein paar Millionen Jahre schlafen legt.
Oh, ich muss Schluß machen, die Tür wird gerade eingeschlagen.

Nachtrag: Tja, soweit der Artikel… Dumm nur, dass es bei uns auch schon anfängt: Cthulhumobil. Hab die Seite gerade gefunden, und bin ehrlich gesagt ein wenig baff.(Anm. Da hatte der Björn recht: „Cthulhumobil“ schreibt sich wirklich mit dem zweiten h :-/ )

Nachtrag2: Neil Gaiman hat auf seiner Seite Teile aus Cthulhus Biografie eingestellt. In Englisch. Wer’s lesen mag: „I Cthulhu“

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Wahnhaftes | Schlagwörter: , , ,
Sep
08
2009
--

Different Times, same Bullshit…

Ich hab heute mal die Zugfahrt kreativ genutzt. Nun merke ich, dass das Compicpress-Plugin, welches ich noch nie ausprobiert habe, nicht funktioniert. Mist.
Na ja, ich binde die Cartoons hier einfach mal ein, vielleicht erkennt ihr ja doch was…

Hm. Bisschen klein geworden, ich hoffe man kann trotzdem noch was lesen…
Ansonsten einfach als Zipfile runterladen und bei Bedarf im Bildbetrachter vergrößern. Die Zeichnungen in dem Zipfile stehen unter dieser CC-Lizenz: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen.
Viel Spass!

Aug
10
2009
--

Aktuell: Blogeintrag der Gegenwart

Das Problem mit Titeln wie dem obigen ist, dass dieser Blogeintrag, selbst wenn er heute noch auf der Höhe der Zeit ist, morgen schon nicht mehr aktuell sein, geschweige denn die Gegnwart beschreiben wird. Allerdings könnte ich aufgrund der Funktionsweise des Internets diesen Artikel ja täglich aktualisieren, und hier reinschreiben, was gerade so aktuell in der Gegenwart passiert.

Bei Büchern aus Papier geht das nicht. Die neigen dazu, schon dann nicht mehr aktuell und gegenwartsbezogen zu sein, wenn man sie das erste Mal im Buchhandel erblickt.

So musste ich dann ein wenig schmunzeln, als mir heute eine alte Ausgabe des „Lexicons der Gegenwart“ in die Hände fiel.

Auf dem Cover sehen wir ein dickes schwarzes Wort „Aktuell“ auf rotem Grund, darunter in etwas kleinerer Schlagzeilenschrift „Lexicon der Gegenwart“, und wieder darunter ein paar Bilder, die offenbar zur Zeit des Layoutens dieses Buches aktuell waren.

Nun kann man von einem Buch nicht wirklich erwarten, dass es stets aktuell bleibt, aber man hätte doch auf den Titel noch den Vermerk „Ausgabe für 1984“ drucken können. Man hat sich aber dagegen entschieden. Es scheint fast so als hätte man entweder gedacht, dass die Gegenwart, auf die man sich bezieht, noch lange dauern würde. Tut sie aber nicht. Wenn wir über die Gegenwart reden, ist sie schon vorbei. Die Gegenwart ist nämlich nur der theoretische Zeitpunkt zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, der so kurz ist, dass Hirnforscher sich bis heute noch nicht einmal sicher sind, ob wir schnell genug denken, um ihn zu erfassen.

Aber was steht so in dem Lexicon der Gegenwart? Das besagte Exemplar gibt uns ein paar nette Einblicke in die Realität des Jahres 1984. In dem Lexicon werden Dinge behandelt, die es noch gibt, die es nicht mehr gibt und es werden auch Dinge nicht behandelt, die es zwar gibt, man aber nicht für wichtig hält.

Was gibt es denn heute noch, was in diesem Lexicon steht?

Datenschutz zum Beispiel, den es ja auch heute noch gibt, obwohl die Regierung ihn ja gerade wieder abschafft. Wie ich früher schon schrieb ist unser gegenwärtiger Innenminister Wolfgang Schäuble ja der Meinung, dass Datenschutz hauptsächlich gut ist, um Firmen wie Google oder die Telekom davon abzuhalten, an unsere sensiblen Daten zu kommen, und diese zu mißbrauchen. Was sagt das „Lexikon der Gegenwart“ darüber?

Das Lexicon der Gegenwart betitelt den Artikel zum Datenschutz mit den Worten: „Schutz der Bürger vor dem Überwachungsstaat.“

Diese Bedeutung ist unserem Innenminister scheinbar nicht mehr geläufig, denn der ist ja allen ernstes der Meinung, dass der Staat ja nie nicht irgendwelche Daten mißbrauchen würde.

Seltsam, wie sich die Einstellung zum Datenschutz bei unseren Regierenden seit dem Orwell-Jahr 1984 verändert hat, oder?

Was finden wir zum Thema „Internet“? Nichts. Obwohl es das 1984 schon gab. Wenn ich mich nicht irre sogar unter diesem Namen. Statt dessen finden wir aber den Begriff „Bildschirmtext“. Das war damals so eine Art staatliches, von der deutschen Post gesteuertes Internet, auch unter dem Namen „Datenfeldweg“ bekannt. Das war wohl damals noch relevanter als das Internet. Aber na ja, was erwarte ich eigentlich…

Ansonsten nette Informationen zur damaligen Zeit. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass bei der Wahl zum Europaparlament 1984 die Grünen in der BRD doppelt so viele Stimmen wie die FDP, aber immer noch weniger als bei der 2009 bekommen haben. Damals konnte FDP wirklich noch für „Fast drei Prozent“ stehen. Allerdings hatte dafür die CDU auch 56%, wäre das also keine Europa- sondern eine Bundestagswahl gewesen, hätten die alleine regieren können.

Oh, nein, Entschuldigung: 56% war die Wahlbeteiligung, haha. Die Union kam doch nur auf 46%, was aber immer noch 10% mehr sind als heutzutage bei Europawahlen.

Ebenso kann man dem Lexicon die Information entnehmen, dass 1984 bereits jeder 20. Haushalt einen Heimcomputer hatte. Heute werden es ein paar mehr sein…

Nettes Lexicon im Großen und Ganzen, aber ein anderer Titel wäre ratsam gewesen. Das Ding ist weder „Aktuell“ noch beschreibt es die Gegenwart und der Zeitraum in dem beides zutraf war sehr sehr kurz.

Written by Heiko C. in: Bücher,Politisches | Schlagwörter: ,

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Aug
30
2015
--

Reichskrimi

Für wohl jede Gegend in Deutschland gibt es vermutlich den eigenen Lokalkrimi. Moselromane, Pfalzromane, Rhein-Main-Krimis, Hinterm-Deich-Romane, vor einiger Zeit haben ich mal einen Krimi angefangen, der in einem Dorf bei mir um die Ecke spielt. Dieser wurde verlegt vom Gmeiner-Verlag, der sich scheinbar auf die Kunden von Bahnhofsbuchhandlungen spezialisiert hat, denn woanders habe ich die betreffenden Bücher noch nie gesehen.
Heute morgen habe ich in meiner örtlichen Bahnhofsbuchhandlung jedoch einen neuen, irgendwie beunruhigenden Trend entdeckt: Reichskrimis.

Da gibt es gleich von verschiedenen Autoren Bücher wie „Rassenwahn“, „Führerbefehl“, „Walküre Alarm“, „Endstation Reichskanzlei“ und weitere Kandidaten, die in das gleiche Genre (?) passen.
Mit Blick auf den Klappentext erfahren wir, dass die Romane teilweise in der Nazizeit spielen, teilweise 70 Jahre später oder mehr, aber sich mit Ereignissen der Nazizeit auseinandersetzen.

Und es scheint sich zu verkaufen, denn warum sonst hätte der Gmeiner-Verlag, dessen Deichkrimis in meiner Bahnhofsbuchhandlung hingegen nicht mehr entdecken konnte, sich voll und ganz auf die Reichskrimis verlegt?
Sind Nazis die neuen Glitzervampire? Ist das der neue Trend? Handelt es sich um krude Nazisploitation oder um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem dritten Reich, verpackt in leichte Unterhaltung? Und was ich sowieso die ganze Zeit wissen will: WTF?

In einer Zeit in der täglich Asylunterkünfte brennen, in der bei uns im Ort das griechische Restaurant angezündet wurde und sich Rechtsradiale überall im Internet und im realen Leben breitmachen, stößt mir die Naziinvasion im Bücherregal irgendwie sehr unangenehm auf.

Written by Heiko C. in: Bücher,Gruseliges,Politisches |
Mai
15
2010
11

Maskulistische Science Fiction

Ich meine es gibt ja feministische Science Fiction. Pamela Sargents „Das Ufer der Frauen“ zum Beispiel. Ein wirklich schlimmes Buch, in dem die Frauen in hochtechnisierten Städten wohnen, und über die Fortpflanzung hinaus kaum Kontakt zu den Männern haben, die als Banden von Wilden die Wildnis durchstreifen müssen, weil sie ja nun wirklich an allem schuld sind: Krieg, Hunger, Tod, schlechtes Fernsehprogramm, usw…

In diesem Buch gibt es spezielle Tempel in der Wildnis, in denen den Männern unter Vorspiegelung illusorischer Geschlechtsakte der Samen entnommen wird, wenn ich mich recht erinnere. Ich fand das Buch enorm unplausibel und schmerzhaft zu lesen, hab es aber tatsächlich bis zum Ende geschafft.

Dann sei noch, als anderes Extrem, Ursula K. LeGuin zu nennen, die jede Menge klasse Science-Fictionromane geschrieben hat. Als Beispiel für feministische Science Fiction fällt da besonders „Winterplanet“ ins Auge. In diesem Buch reist ein menschlicher Raumfahrer auf einen kalten Planeten, auf dem die fast ebenso menschlichen Einwohner monatlich spontan doch ungesteuert das Geschlecht zu ändern in der Lage sind. Einer der Einheimischen verliebt sich in den irdischen Sternenfahrer, und wird im Laufe des Buches zur Frau. Das Buch kann ich weiterempfehlen, da es einige sehr interessante Fragen aufwirft, und zu beantworten versucht.

Zwischen diesen beiden Extremen finden sich viele andere Science-Fictionromane, die versuchen feministische Fragen zu Ende zu denken oder einfach nur ganz andere Familienmodelle zu präsentieren.
In Mary Gentles Roman „Goldenes Hexenvolk“ zum Beispiel, wird eine Alienrasse beschrieben, deren Kinder geschlechtslos sind, bis sie in die Pubertät eintreten. Auch hier wird man mit ganz anderen Familienmodellen konfrontiert. Dieses Buch – und dessen Fortsetzungen – sind zwar nicht ganz die Butter für die Augen, welche die Schreibe von Ursula K. LeGuin ist, aber trotzdem nett zu lesen. Auch hier also eine glatte Leseempfehlung.

Der urtypischte Vertreter der feministischen Science Fiction wird aber für mich immer eine Kurzgeschichte bleiben, die ich mal in irgendeinem Jubiläumsband von irgendwas gelesen habe. Diesen Band habe ich leider nie wiedergefunden, daher weiß ich nicht von wem die Geschichte ist, oder wie sie heißt, ich werde sie aber knapp zusammenfassen, soweit ich mich noch erinnere:

In einer menschlichen Kolonie auf einem Planeten sind alle Männer irgendwann einmal durch eine große Katastrophe gestorben. Seitdem pflanzen sich die Frauen im Labor fort, und die Kolonie ist rein weiblich. Seit Jahrhunderten hat man hier keinen Mann mehr gesehen, bis irgendwann ein Raumschiff von der Erde auftaucht, mit einem männlichen Raumfahrer. Dieser ist geschickt worden, um mal nach dem rechten zu sehen; ob es die Kolonie überhaupt noch gibt, und so.
Die einheimischen Frauen auf diesem Planeten finden ihn sehr befremdlich. Wie es weitergeht, weiß ich aber leider nicht mehr.
Diese Geschichte ist meine erste bewusste Begegnung mit feministischer SF, und ich finde die geschilderte rein weibliche Gesellschaft auch sehr prägnant, was den Feminismus angeht.
(Wer weiß, um welche Geschichte es sich handelt, und wo ich sie finden kann, mag dies gerne in die Kommentare schreiben.)

Was ist nun aber mit den Maskulisten? Sicher, es gibt Science Fiction, die in einem extremen Patriarchat spielt, oder auf Welten, die wahrgewordene Männerträume zu sein scheinen, aber eine rein männliche Gesellschaft, von einem männlichen Autor? Ein romangewordenes Wir-brauchen-keine-Frauen-nicht? Fehlanzeige!
Warum gibt es sowas nicht? Oder habe ich die entsprechenden literarischen Ergüsse nur bisher übersehen? Ich würd‘ sowas gerne mal lesen!

Man stelle sich die namenlose Kurzgeschichte mal andersherum vor:
Irgendeine Katastrophe tötet alle Frauen auf einem Kolonieplaneten, und die Männer pflanzen sich fortan nur noch im Labor fort. Die Gesellschaft wäre rein männlich. Wie würde das aussehen?
Da es sich um die Geschichte eines Maskulisten handeln würde, dürfte es hier auch keine Schwulen geben, weil Schwule schon zu „genderig“ wären. Was machen die Männer dann überhaupt? Wird der Sexualtrieb aberzogen, und man kümmert sich nur noch um Fußball? Werden findige Genetiker gar „Bierbäume“ züchten? Gibt es auf diesem Planeten nur Allrad-Sportwagen? Jetzt im Ernst mal: Ich hab mich durch „Das Ufer der Frauen“ gequält, also würde ich auch so eine abstruse Geschichte gerne lesen.

Und was würde passieren, wenn auf dieser durch und durch männlichen Welt plötzlich ein Raumschiff von der Erde landen würde und heraus käme: Eine Frau!!1elf
Was ist da los? Wird sie auf der Stelle aus altem Urinstinkt in die Küche geschickt? Schwingt sie sich zur bösen Matriarchin auf? Ich sehe da ungeahnte storytechnische Möglichkeiten!

Los, Maskulisten! Schreibt mir so ein Buch! Ich lese es dann auch! Ich lese ja schließlich jeden Schwachsinn, wenn Raumschiffe drin sind!
Oder sind Maskulisten etwa nicht so kreativ wie Feministinnen? Lachhaft!
Haltet euch ran, oder ich schreibe es selbst. „Fussbiertopia“ ist doch ein toller Titel, oder?

Written by Heiko C. in: Bücher,Gesellschaftliches,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Mrz
30
2010
9

Der Bechdel-Test, und warum einfach manchmal eben zu einfach ist.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne schreibe. Und gerne auch viel. Zwar ist noch keiner meiner Texte über das Internet hinaus veröffentlicht worden – die Schülerzeitung damals mal außen vor gelassen – aber ich hab nicht nur die Festplatte voller moosbewachsener Romananfänge, ich hab auch schon zwei Romane und eine Kurzgeschichte zuende geschrieben.
Den besseren der beiden Romane sogar innerhalb eines Monats zum NaNoWriMo, was mich immer noch überrascht.
Ich bin auch immer offen für Tipps, Konzepte und Anregungen, um meine Geschichten besser oder interessanter zu machen. So fand ich diesen Leitfaden (squidoo.com) zur Verwendung von homosexuellen Charakteren in Geschichten echt nützlich, bin dankbar, dass ich die klischeehaften Stereotypen nun kenne, die es zu vermeiden gilt, und werde bei meinem nächsten größeren Projekt auch einige der Anregungen umsetzen.
Ich bin mir zwar nicht sicher, wie gut das gelingen wird, aber Versuch macht klug, wie man so sagt.

Nun hab ich gestern vom Bechdel-Test erfahren. (Sorry, aber es gibt keinen Eintrag in der Deutschen Wikipedia, aber ich hab’s auch auf diesem Blog hier gelesen: Drop the thought)

Der Test stammt aus einem Comic-Strip. Eine weibliche Person in diesem Comic stellt folgende Regeln auf, um zu testen, ob sie sich einen Film überhaupt erst anschaut:

1. Es kommen mindestens zwei Frauen in ihm vor

2. Die beiden reden miteinander…

3. …und zwar über etwas anderes als einen Mann.

Durchaus verständliche Sichtweise, denn ich schau mir ja auch nur Filme an, in denen nur Frauen tragende Rollen spielen, wenn ich dazu genötigt werde. Mit „Grüne Tomaten“ und den Ya-Ya-Schwestern kann man mich jagen. Allerdings stellen sich mir da ein paar spitzfindige Fragen:

– Was, wenn in dem Film die zwei einzigen Frauen Lesben sind, die sich genau 1 x unterhalten, und es in dem Gespräch um eine Frau geht, wie es bei heterosexuellen Frauen um einen Mann gehen würde?

– Was ist, wenn der einzige Akteur in dem Film eine Frau ist? (gegebenenfalls vielleicht umgeben von Robotern oder geschlechtslosen Ausserirdischen)

– Was ist mit Teenie-Filmen, in denen zwar genug junge Frauen mitspielen, sich auch unterhalten, auch nicht nur über Männer, aber sich konstant nur anzicken?

Irgendwie ist die Regel zu einfach gefasst. An beiden Enden hat man Graubereiche, positiv wie negativ.

Ich will den Rahmen mal von Filmen auf Filme und Serien erweitern, weil ich mich bei recht vielen Filmen ehrlich gesagt nicht erinnern kann, ob die Voraussetzungen für ein Bestehen des Bechdel-Tests gegeben sind.

Positivbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Bechdeltest bestehen, aber irgendwie trotzdem panne sind:

Positivbeispiel #1: Xena
In Xena gibt es nicht nur zwei Frauen, sondern die sind auch noch die Hauptfiguren. Und die unterhalten sich stets und ständig. Auch über andere Dinge als Männer. Ist die vornehmliche Zielgruppe für Xena weiblich? Irgendwie fällt es mir schwer, das zu glauben, noch halte ich die Serie insgesamt für besonders feministisch. Eher im Gegenteil. Wer eine andere Meinung hat, ich lasse mich gern eines besseren belehren.


xena lol by ~rosemaryjayne on deviantART

Positivbeispiel #2: Cleopatra 2525
Es handelt sich hierbei um eine kurzlebige Serie von Sam Raimi, dem wir auch schon Xena zu verdanken haben. Sie ist meines Wissens nie im deutschen Fernsehen gelaufen, es gibt sie aber auf DVD zu kaufen, und zwar für echt günstig. Mit anderen Worten: die Serie wird nicht nur bei Amazon verramscht.
Die Serie ist echt trashig, und kaum auszuhalten, wenn sie nicht so absurd wäre. Ich selbst hab sie geschaut, nachdem mir die Weisheitszähne gezogen wurden, und ich mit Kieferschmerzen halb betäubt zuhause im Bett lag.
Worum es bei Cleopatra 2525 geht: Eine Stripperin aus dem LA der 90er Jahre will sich die Brüste vergrößern lassen, doch etwas geht schief, und sie wird cryogenisch eingefroren. Im Jahr 2525 entdecken sie zufällig zwei Widerstandskämpferrinnen, die auf der postapokalyptischen Erde gegen böse Maschinen kämpfen. Sie tauen die Stripperin (Cleopatra) auf, und nehmen sie in ihr Team auf. Dann erleben die drei fantastische Abenteuer, und kämpfen im Laufe von zwei Staffeln gegen die bösen Maschinen. Die drei Hauptfiguren laufen in der ganzen Serie in nichts anderem rum als einer Art futuristischem Bikini-Outfit, die Sprüche sind hart an der Schmerzgrenze – oder darüber hinaus, wie manche meinen würden, und Cleopatra lässt keine Gelegenheit aus, für die gute Sache auch ihre Strippertalente zu verwenden.
Hier gibt es jede Menge Frauen, die über alles MÖGLICHE reden, auch über Männer, aber eben nicht nur. Klarer Fall, dass Cleopatra 2525 den Bechdel-Test besteht.
Für Frauen? Echt? Ich als Mann fass‘ mir da ja schon vier Mal pro Sekunde beim Kucken an den Kopf und ich bin Kummer gewohnt, was bewegte Bilder – speziell Serien – angeht.


Cleopatra 2525 by *Slayer730 on deviantART

Positivbeispiel #3: Showgirls
Jede Menge Frauen drin, die sich nicht nur über Männer unterhalten, sondern auch über Brüste und wie man richtig strippt. Die haben allesamt noch weniger an, als der weibliche Cast von Xena oder Cleopatra 2525. Ich muss gestehen, dass ich diesen Film aufgrund seiner schon sprichwörtlichen Grottigkeit nie gesehen habe, aber der erste Teil einer grandiosen Videoreview findet sich bei ThatGuywiththeGlasses.com.

Negativbeispiele:
Bewegte Bilder, die den Test nicht bestehen, aber irgendwie doch ziemlich gut sind.
Ursprünglich wollte ich hier auch „Star Wars“ und „Indiana Jones“ anbringen, aber wenn ich’s recht überlege, kann ich verstehen, dass Frauen sich für sowas nicht interessieren, auch wenn ich es schade finde. Ebenso fallen ja auch Meilensteine der Filmgeschichte wie „2001 – Odysee im Weltraum“ und „Zwei glorreiche Halunken“ ganz raus, weil man die Frauen in diesen Filmen nun wirklich mit der Lupe suchen muss.
Aber ein Beispiel hab ich doch, wo es schade ist, dass der Film gemieden wird, nur weil er den Bechdel-Test nicht besteht:

Negativbeispiel #1: Chasing Amy
Meiner Meinung nach immer noch der beste Kevin Smith Film. Obwohl Ben Afflec mitspielt. Ein Film über einen Mann, der sich in eine Lesbe verliebt, die sein bester Freund nicht ausstehen kann, und der dann mit ihrer Vergangenheit nicht klarkommt.
Ein unglaublich emotionaler, doch trotzdem lustiger Film, der an manchen Stellen auch schon mal auf die Tränendrüse drückt. Ein Film, den ich in meiner privaten Kategorisierung als „Frauenfilm“ bezeichnen würde, der „sich trotzdem anzusehen lohnt“. In diesem Film reden zwar Frauen miteinander, aber die Frauen, die man mit Namen kennt, reden ausschließlich über Männer, wenn ich mich recht erinnere. Fällt also klar aus dem Raster. Oder handelt es sich hier um ein „Beziehungsdrama für den modernen Mann“? ich bin verwirrt.

Wenn wir die zu testende Fiktion weiter spannen, und auch literarische Werke mit einbezieht, fällt noch mehr unter den Tisch: „Die Schatzinsel“ und „Moby Dick“ kann die bechdeltestende Frau von Welt schon mal ganz vergessen. Ebenso „Frankenstein“, wenn ich mich nicht irre, obwohl das sogar von ’ner Frau geschrieben wurde. Bram Stokers im Kontext seiner Zeit pornographischer Roman „Dracula“ besteht den Test jedoch. Was ist mit Jane Austen? Da sind zwar jede Menge Frauen drin – sogar bekleidet – aber reden die nicht ständig über irgendwelche Männer da?
Und je weiter wir in der Zeit zurückgehen, desto weniger kann frau lesen. Im Niebelungenlied zicken sich – soweit ich mich nur erinnere – Brunhild und Krimhild nur ständig wegen Siegfried an, und im ältesten erhaltenen literarischen Werk der Menschheit, dem knapp 5000 Jahre alten Gilgamesh Epos, muss man auch wieder lange suchen, bis man vielleicht eine vereinzelte Frau findet.

Der Test selbst ist also in vielen Einzelfällen zu einfach gestrickt, auch wenn er gut dazu dienen mag, über den Daumen zu peilen, was für Frauen möglicherweise interessant ist. Die Abwesenheit von Frauen in Geschichten generell zieht sich jedoch tatsächlich als roter Faden durch die gesamte Literaturgeschichte. Oft gibt es unter den Hauptfiguren einer beliebigen Handlung nur eine Frau – quasi die Quotenfrau. Das wird ebenfalls von der bezaubernden Lindsay Ellis, die auch schon Showgirls auseinandergenommen hat, in einem Video namens „The Smufette Principle“ erklärt.

Warum ist das so? Ich hab keine Ahnung. Ich finde es erstaunlich, wie einem sowas als Mann gar nicht auffällt, bis man mit der Nase drauf gestoßen wird. Ich werde in meiner nächsten größeren Geschichte aber auf jeden Fall auch zwei Frauen einbauen, die sich über irgendwas anderes als einen Mann unterhalten.
…vielleicht über Fußball. Ich weiß noch nicht.

Written by Heiko C. in: Bücher,Filme,Gesellschaftliches | Schlagwörter: ,
Mrz
02
2010
7

Zwielichtige Vampire III

In diesem Artikel möchte ich den dritten Band der Twilight-Reihe auseinandernehmen, wie ich auch schon Band eins und zwei kritisiert habe. Die Rezensionen zu den Büchern findet ihr hier: Link und hier: Link.

Auch im wirklichen Leben Erzrivalen? Wölfe und Fledermäuse.

Nun aber Band 3, der da heißt „Biss zum Abendrot“.

*

Ich muss gestehen, dass ich einige Hoffnung hatte,  die Reihe würde nun immer besser werden. Immerhin war das erste Buch der Erstling von Stephene Meyer, da kann man noch einiges durchgehen lassen, und das zweite Buch empfand ich als um einiges besser als das erste. „Wird schon!“, dachte ich mir, vielleicht ist das dritte ja – analog zur Harry Potter Reihe – das beste?

Aber nein.  Der dritte Band der Twilight-Reihe war – für mich persönlich – die bisher schmerzhafteste Vampirerfahrung:

Die Charaktere empfand ich weiterhin als eindimensional, die Handlung, Spannung und der Plot lassen lange auf sich warten, und sowas wie einen Spannungshöhepunkt sucht man vergebens.

Bella hat immer noch den Hausarrest, den sie nach den Ereignissen im zweiten Band aufgebrummt bekommen hatte. Sie liest um sich die Zeit zu vertreiben in Emily Brontës „Sturmhöhe“. Schön, wenn einen schlechte Bücher an gute Bücher erinnern, die man statt dessen lesen könnte. Aber na ja.

Um den Plot des Buches nicht noch weiter zu behindern, als es die Autorin ohnehin schon tut, erlässt Bellas Vater dieser zu Beginn des Buches dann aber den restlichen  Hausarrest.

Bella leidet aber trotzdem weiter, weil sie Jacob nicht besuchen darf. Das hat ihr nicht etwa ihr Vater verboten, nein im Gegenteil, der würde sich freuen. Das Verbot wurde ihr von Milchschnitte auferlegt, weil Werwölfe eben nun einmal gefährlich sind …sagt der Vampir. Anrufen kann Bella Jacob auch nicht, weil der dann sowieso nicht abnimmt.

Der ganze erste Teil des Buches besteht dann auch aus Bella, die ihren Vampirfreunden ausbüxt um sich mit Jacob zu treffen, der sie dafür anmault, dass sie sich mit Vampiren rumtreibt, nur damit sie sich dann später mit Milchschnitte darüber streiten kann, dass sie sich mit Werwölfen rumtreibt.

Bella beim ruhigen, analytischen Nachdenken

Ausserdem streitet sie sich mit Milchschnitte auch noch darum, dass sie aber nicht heiraten will, wie er es ihr zur Bedingung gemacht hat, wenn sie je gebissen werden will, darüber dass Bella gerne mit Milchschnitte ins Bett will, der das aber für zu gefährlich hält, und das Bella möglichst gestern zum Vampir gemacht werden möchte.

Dieser Themenkomplex füllt mindestens das halbe Buch, und den fand ich unglaublich langweilig, und Bella wird dadurch, dass sie aber ALLES will und zwar SOFORT, auch nicht wirklich sympathischer.

Über Milchschnitte erfährt man derweil herzlich wenig, dabei gäbe es da so viel interessantes, was man hätte erzählen können, immerhin ist Milchschnitte über 90 Jahre alt. Einige Fragen, die ich mir unwillkürlich bei der Lektüre des Buches stellte, waren zum Beispiel:

– Was hat er all die Jahre getrieben? Er kann ja schließlich nicht immer nur zuhause gehockt haben in all den Jahren?

– War Milchschnitte vielleicht schon mal verheiratet? Wen ja mit wem, wenn nein warum nicht?

– Wie genau ging es Milchschnitte damit, als er zum Vampir gemacht wurde? War seine Eingewöhnungszeit schlimm? Das wird zwar hin und wieder mal ominös angerissen, Einzelheiten erfahren wir aber nicht.

– Hat Milchschnitte eigentlich noch andere Hobbies außer „Claire de Lune“ spielen? Fotografiert er? Spielt er Shuffleboard in der Olympiamannschaft? Irgendwas?

Man erfährt so ziemlich genau NICHTS. Das ganze Buch, vom Pro- und Epilog einmal abgesehen, ist eine einzige Abschrift von Bellas Gedanken, und selbst sie stellt diese Fragen nicht. Auch Milchschnitte stellt keine Fragen, obwohl Bella die einzige Person ist, deren Gedanken er nicht lesen kann.

Statt dessen vergeudet man seine Zeit mit Eifersüchteleien und Beziehungsstress.

Na ja, irgendwann klopft dann die Handlung leise an. Die Vampirfreunde finden heraus, dass irgendein unbekannter Vampireinbrecher in Bellas Zimmer war, und – salopp ausgedrückt – ihre Unterwäsche geklaut hat. Könnte dies mit Victoria zu tun haben? Der Vampirin, die Bella umbringen will, weil sie diese für den Tod ihres Freundes verantwortlich macht, der Bella umbringen wollte? Wer weiß, wer weiß?

Noch sowas: Warum wollen alle Vampire immer Bella umbringen? Schwitzt sie Blut, oder was? O_o

Außerdem kommt es in Seattle zu einer Reihe von Gewaltverbrechen, die Milchschnitte fachkundig für von stümperhaften Vampiren verübt hält.

Das hab ich jetzt aber schon sehr komprimiert, dazwischen müsst ihr euch noch jede Menge Gejammer von Bella vorstellen. Bella ist entweder traurig, weil sie aber mit Jacob zusammen sein will, weil sie aber nicht heiraten will, weil sie aber poppen will, weil sie aber keine Geburtstagsfeier will oder weil sie will, dass Vampire und Werwölfe sich vertragen.

Weiter künstlich aufgebläht hat Stephenie Meyer ihr Buch mit den schon aus Band eins und zwei bekannten Beschreibungen des „überirdischen“ Aussehens von Milchschnitte. Diese Beschreibungen hat sie aber dann doch ein wenig verändert. Mir ist diesmal nicht einmal aufgefallen, dass sie darüber schreibt, wie „schön aber gefährlich“ oder „gefährlich aber auch schön“ Milchschnitte ist, statt dessen wird er mit Michelangelos David verglichen, der nach neuesten Untersuchungen ja schwere Haltungsschäden hat, aber das war sicher nicht gemeint.

Bis dann endlich mal was annäherd spannendes passiert, sollen dann insgesamt auch 3/4 des Buches, gefüllt mit solchem Geschwafel, vergehen.

Okay, Handlung:

Irgendwann im hinteren Teil des Buches feiern die Cullens, die nette vegetarische Vampirfamilie von nebenan, für Bella eine Geburtstagsparty. Bella möchte zwar nur ungern im Mittelpunkt stehen, doch die Vampirwahrsagerin, die scheinbar von den Sitten und Gebräuchen von Normalsterblichen besessen ist, möchte unbedingt eine Geburtstagsparty ausrichten. Viele von Bellas menschlichen Freunden, die außer im ersten Teil der Saga jedoch kaum eine Rolle mehr spielen kommen auch.
Dummerweise hat Bella quasi aus Versehen auch Jacob eingeladen, der sich das nicht zweimal sagen lässt, und prompt mit ein paar anderen Werwölfen im Schlepptau vorbeikommt.
„Super!“, denkt sich der Leser – bzw. ich zumindest – „Endlich passiert mal was! Gleich gibt’s Fratzengeballer!“
Aber nein.
Die Vampire verlassen sicherheitshalber die Party, vielleicht aus Angst, Höflichkeit oder weil die Werwölfe so grässlich riechen. Vielleicht auch aus einer Kombination von allen drei Dingen.
Bella unterhält sich ein wenig mit den Werwölfen, die ich nur mit dem Prädikat „halbstark“ versehen kann, bis sie dann von der Wahrsagevampiren zu erfahren bekommt, dass die bekloppten Vampire aus Seattle bald angreifen.

Fast augenblicklich vertragen sich die Werwölfe mit der Vampirfamilie um gegen die gemeinsame Bedrohung aus Seattle zu kämpfen. Herrje, die Vampire und die Werwölfe studieren sogar gemeinsam Kampftechniken ein, während eifrig beratschlagt wird, Was mit Bella geschehen soll.
Der Leser – also ich – denkt sich „Nagut, kein Vampir-vs.-Werwolf-Fratzengeballer, aber dafür immerhin ein episches Gemetzel zwischen Vampiren und Werwölfen auf der einen, und bekloppten Vampiren aus Seattle auf der anderen Seite.“ Immerhin, das würde zwar nicht für den emotionalen Gedankenmüll entschädigen, den ich bisher lesen musste, wäre aber mal ein Friedensangebot an den Leser – also an mich.
Und mal ehrlich: Da kann man doch was draus machen oder? „Vampire gegen Werwölfe“ ist ja schon ein wenig wie „Underworld“ aber „Vampire und Werwölfe gegen Vampire“ das ist ja mindestens… …wie 2x „Underworld“!

Die Werwolf-Vampir-Allianz

Aber nein.
Bella, der die Handlung des Buches ja folgt wie der treue Hund Toto aus dem „Zauberer von Oz“ wird von Jacob, Milchschnitte und einem anderen Werwolf, an dessen Namen ich mich nicht erinnere, fortgebracht. Milchschnitte kommt übrigens nur mit, weil Balla NICHT OHNE IHN LEBEN KANN!!!!1elf  Zuerst war der Plan, dass er nicht mitkommt, aber da wurde Bella unglaublich traurig.
Nun kommt Milchschnitte mit, so dass Bella unglaublich traurig darüber sein kann, dass vielleicht Untote, die sie mag, sterben, weil Edward nicht am epischen Fratzengeballer teilnehmen kann.
Bella wird von den drei Gescheiten auf dem Weg nach Nirgendwo also in den Wald gebracht, wo sie fast erfriert. Aber immerhin erfriert sie ja in Sicherheit, ist ja auch schon mal was. „Aus medizinischen Gründen“ kuschelt sich Jacob in ihrem Schlafsack an sie, während Milchschnitte draußen steht, und und sich darüber ärgert, dass er sich nunmal so anfühlt, als würde er im Kühlregal aufbewahrt.
Anderswo tobt vielleicht schon ein episches Gemetzel von den Ausmaßen der Schlacht von Helms Klamm, aber davon bekommen wir ja nichts mit, weil wir als Leser quasi Bella beim Schlafen zuschauen.
Danke Stefenie!

Selbst Jacob wird das zu langweilig, woraufhin er ab zum Kampf geht. Sogar er bekommt mehr Action mit als der Leser dieses Buches.
Kaum denkt man sich das, passiert tatsächlich mal was:
Das Camp wird angegriffen, und zwar von *Überraschung!* Victoria. Wer hätte das nur ahnen können? Aber nun haben wir es immerhin schwarz auf weiß, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, dass die bekloppte Vampirarmee aus Seattle auf ihrem Mist gewachsen ist, auch wenn im Buch vorher schon ein paar mal erwähnt wird, dass sie wahrscheinlich dahinter steckt.
Victoria ist aber nicht alleine gekommen, nein so bekloppt wie ihre Vampirarmee ist die blutsaugende Meisterstrategin nicht, sie hat einen der bekloppten Vampire mitgenommen.
Auf der einen Seite also ein gedankenlesender Milchschnittevampir, ein im Kampf gegen Vampire geschulter Werwolf und …nun… Bella, und auf der anderen Seite ein Vampir, und ein bekloppter Vampir. Alleine wenn sich dich diese Aufstellung so anschaut, braucht man kein Kampfexperte zu sein, um einen klaren Favoriten zu sehen. Aber als Twilight-Leser sind wir uns ja sowieso schon ziemlich sicher, dass weder Bella noch Milchschnitte viel passiert, immerhin gibt es ja noch einen vierten Teil. Der namenlose Werwolf könnte rein theoretisch als Redshirt dran glauben, aber die Frage die ich mir zu diesem kleinen Scharmützel stelle ist eher folgende:
WARUM NIMMT VICTORIA NICHT GLEICH FÜNF VON IHREN VAMPIREN MIT, NUR UM AUF NUMMER SICHER ZU GEHEN?
Herrje, da ist ja jeder Bondbösewicht besser vorbereitet.
Na ja, erst versucht Milchschnitte das alte „Ich lese die Gedanken des Gefolgsmannes, und versuche ihn auf unsere Seite zu ziehen“, leider erfolglos, dann wird recht kurz gekämpft. Irgendwann wirft Bella auch einen Stein nach irgendwem, und kurz drauf sind die beiden Bösewichte tot.

Irgendwas scheint aber doch nicht ganz zu stimmen, denn Milchschnitte bekommt sowas wie einen telepathischen Anfall.
ENDLICH eilen die drei zum Hauptkampf, der dann auch schon vorbei ist, als man ankommt, und dem Leser – also mir – somit jede weitere Chance auf ein kleines bisschen Horrorshow nimmt.
Jacob ist verletzt. [Werwölfe Abgang Bühne links]

Dann scheint es für einen kurzen Moment aber erst richtig loszugehen: Die italienischen Obervampire aus Band zwei betreten die Szenerie. Ich – als Leser – denke mir: „Da hast du mich aber ganz schön an der Nase herumgeführt Stephenie! Ich hätte fast schon gedacht, dass es das jetzt wirklich gewesen war mit den epischen Kämpfen!“
Nun also, der unvermeidbare Konflikt mit den alten und mächtigen italienischen Glitzervampiren soll nun endlich ein für alle mal geklärt werden! Ein Kampf bis auf den Tod!?
Aber nein.
Statt dessen unterhält sich unsere Vampirfamile höflich mit den Italienern, welche ihrerseits freudig zur Kenntnis nehmen, dass das Problem mit den bekloppten Vampiren aus Seattle schon gelöst ist. Deswegen sind die nämlich den weiten Weg über den Atlantik gekommen. Die bekloppten Seattlevampire haben sich nicht an den Code gehalten. (Wahrscheinlich ist dieser Vampircode das, was man an einer Vampirakademie lernen kann)
Ach ja, die Italiener bringen noch den letzten von den bekloppten Seattlevampiren um, der sich ergeben hatte. Macht man wohl so bei denen. Die Italiener also so sinngemäß: „Huch! Das Problem hat sich ja schon erledigt! Da sieh‘ mal einer kuck! Könn‘ wir ja eigentlich auch wieder umkehren!“
Dann bedrohen sich die beiden Vampirgruppen noch ein wenig – gehört bei Vampiren wahrscheinlich zum guten Ton – und die Italiener ziehen wieder ab.

WHAT THE FUCKING FUCK?

Das war jetzt also schon die DRITTE Chance auf noch ein wenig Action, an der Stephenie Meyer aber gezielt vorbeischreibt. Was soll das? Ich sage mal voraus, dass der Kampf zwischen der Vampirarmee aus Seattle und der gemischen Vampir-Werwolfgruppe im Film sicher nicht ausgespart wird. Im Film zum Buch werden wir den Kampf sehen. Nur eben im Buch dürfen wir nicht drüber lesen. WARUM???

Wenig später besucht Bella dann irgendwann Jacob, dem es schon besser geht, am Krankenbett, und erklärt ihm sinngemäß: „Ich liepe tich Jacob, aba ohne ten Edwatt KANN ICH NICHT LEBÄN!!!1elf“, und dass es natürlich nicht das gute Aussehen Milchschnittes ist, an dem das liegt. Wird ja nur zufällig in jedem Zweiten Satz dieser Saga, die ja im Grunde nur Bellas Gedanken wiedergibt, erwähnt wie überirdisch supertoll Milchschnitte denn nun wirklich aussieht. Bei Licht betrachtet scheinen Milchschnitte sowieso kaum andere Attribute auszuzeichnen.
Aber wenn Edward so ein schielender Buckelfips mit Hinkefuss wäre, dann würde Bella ihn genauso lieben? Ich habe da so meine Zweifel. Das würde die Filme aber auf jeden Fall witziger machen, wenn Steve Buscemi oder so den Milchschnitte spielen würde.

Wäre Bella in ihn genauso verliebt?

Dann geht’s wieder bei den Cullens weiter, bei der freundlichen Vampirfamilie von Nebenan also. Und zwar – furchtbar spannend – mit Hochzeitsvorbereitungen. Dann will Michschnitte, der bisher ja immer auf der Hochzeit als Bedingung für den Nackenbiss bei Bella bestanden hat – plötzlich nicht mehr heiraten, sondern sie gleich beißen.
Dann ist sich Bella plötzlich nicht mehr sicher, ob sie überhaupt gebissen werden will, und will lieber heiraten.
Mädel entscheide dich!
Klar: Erst sich nicht entscheiden können, ob sie lieber den Werwolf oder den Vampir will, und dann ganz plötzlich heiraten wollen. Das wird bestimmt die super stabile Vampirehe.

Dann folgt noch ein kurzer Epilog, in dem Jacob ein wenig rumjammert, und dann ist das Buch vorbei.

Fazit:
Ich gebe ja zu, dass ich nicht zur Zielgruppe dieser Buchreihe zähle, aber trotzdem ist dieses Buch für mich bisher eindeutig das schlechteste in der Saga.
Wo die Action – und viel wichtiger: Die Spannung – in den ersten beiden Teilen erst recht spät kam, so hat der Plot doch irgendwie ausgereicht, um den Leser – ja sogar mich – ein Stück weit zu fesseln, und die ganze Sache mit den Obervampiren in Italien fand ich sogar ehrlich interessant.
Hier jedoch wird beim Leser gleich mehrmals der Eindruck erweckt, dass gleich irgendwas spannendes kommt, und dann kommt doch nix.
Ja, auch die anderen beiden Bücher hatten einen ziemlich lauen Spannungsbogen, aber die haben einem auch nicht mehr verspochen.

Mal sehen wie Teil 4 wird… Das dauert aber ne Weile, ich muss mich erst einmal erholen, und was richtiges Lesen. Zum Beispiel „Sturmhöhe“.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Jan
23
2010
8

Zeitreisen sind anstrengend…

…für einen Autor, oder den, der es werden will. Selbst die besten Beispiele für Zeitreisen aus z.B. der Filmgeschichte haben mit diversen Haken und Ösen zu kämpfen, uns sind im Grunde genommen immer irgendwo unlogisch.

Folgender Text mag milde Spoiler zu folgenden Filmen enthalten: „Terminator“, „die Zeitmaschine“, „Der letzte Countdown“, „Zurück in die Zukunft“(gesamte Trilogie) und „Donnie Darko“. Wer diese Filme noch nicht gesehen hat, dem würde ich aber sowieso empfehlen, das schleunigst nachzuholen.

Das Hauptproblem dabei, eine Glaubwürdige Zeitreisegeschichte zu schreiben ist, wie man mit den beiden bekannteren Zeit-Paradoxa umzugehen weiß. In der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie etwa, wird von diesen immer behauptet, sie zerstören das Universum, auf der anderen Seite passieren seltsame Dinge, wenn vergangene Ereignisse dort verändert werden. „Zurück in die Zukunft“ ist eine tolle Filmreihe, der erste der Filme wird sogar als Paradebeispiel an Filmhochschulen benutzt, wie man es machen sollte. Leider ist die gesamte Zeitreiselogik in den Filmen alles andere als „in sich schlüssig“, und schon gar nicht aus einem Guss.
Warum das so ist, darauf will ich hier nicht näher eingehen, nur so viel: Im Verlauf des ersten Filmes alleine verschwinden erst Martys Geschwister auf seinem Familienfoto halb bis ganz, dann verschwindet er gegen Ende des Filmes selbst teilweise.
Hat er jedoch die Vergangenheit so verändert, dass er selbst nie geboren würde, hätte dies für ihn selbst in der Vergangenheit entweder keine Auswirkung, oder er würde sofort ganz verschwinden. Ereignisse in der Vergangenheit, die dazu führen, dass seine Hand durchsichtig wird, sind undenkbar. Der Dramaturgie Willen hat man es nun aber so gemacht, wie man es gemacht hat, und selbst ich kann mit der fehlerhaften Zeitreiselogik der Saga leben.

Was ist nun aber mit den Paradoxa?

Da haben wir einmal das Großvaterparadoxon.
Dieses besagt, dass ich eine Zeitmaschine baue, in die Vergangenheit zu einem Zeitpunkt reise wo mein Großvater meine Großmutter noch nie getroffen hatte, und ihn umbringe. So kann ich nie geboren werden, keine Zeitmaschine bauen, nicht zurück reisen, und ihn nicht umbringen, wodurch ich wieder geboren werde, eine Zeitmaschine bauen und ihn umbringen kann. Ihr seht das Problem.
In vielen Zeitreisegeschichten ist es so, dass man durch Verwicklungen in der Vergangenheit zwar seinen eigentlichen Großvater umbringt, dann selbst aber -unwissend- mit seiner eigenen Großmutter anbandelt, und so sein eigener Großvater wird. Das ist storytechnisch vielleicht spannend, aber was die Zeitreiselogik angeht allenfalls ein fauler Kompromiss.
Die – aus meiner Sicht – schlüssigere Lösung wäre es, von Anfang an mit der Vielweltentheorie zu arbeiten. Ich reise in die Vergangenheit, ändere sie alleine schon dadurch, wodurch sich dann eine alternative Zeitlinie bildet, die neben der Zeitlinie existiert, von der ich komme. Selbst wenn ich in der neuen Zeitlinie also meinen Großvater umbringe, bleibt meine eigene Zeitlinie samt meiner subjektiven Vergangenheit bestehen, und ich verschwinde nicht.
Reise ich in der neuen Zeitlinie allerdings wieder in die Gegenwart, ist es eine Gegenwart in der es mich selbst und meine Familie so nie gegeban hat. Aus Sicht des Zeitreisenden ist dies wohl in den meisten Fällen weniger wünschenswert.
Geht man nur von einer Zeitline aus, die unveränderlich ist, und in der alle eventuellen Zeitreisen bereits von Anfang an „eingeplant“ sind, muss man auf die „Ich bin mein eigener Großvater“-Lösung zurückgreifen, weil man sonst in oben erwähnte nicht aufzulösende Endlosschleife gerät.
Reist jemand zurück in die Vergangenheit, und wird zu seinem eigenen Großvater, weil er mit seiner Oma koitiert, als sie noch jung war, dann haben wir jedoch schon das nächste Paradoxon:

Das Informationsparadoxon, dass die meisten Schwierigkeiten macht, weil man es leicht mal übersieht, wenn man eine Geschichte schreibt.
Als Beispiel: Ich bekomme Besuch von mir aus der Zukunft, und Zukunfts-Heiko erklärt mir, wie ich ganz einfach eine Zeitmaschine aus einem Blatt Papier, 3 Zwiebeln und einem Teebeutel bauen kann. Dann verschwindet Zukunfts-Heiko wieder.
Ich baue besagte Zeitmaschine und reise in die Vergangenheit um mir die Pläne zu geben. Und so weiter. Eine schöne Zeitschleife, die in sich schlüssig zu sein scheint, entsteht.
Doch wer hat die Zeitmaschine erfunden? Wo kommt der Bauplan her? Irgendjemand muss doch auf die Idee gekommen sein, oder?
Hier offenbar nicht. Die Zeitmaschinen-Idee hat hier keinen Anfang, sie ist einfach in der Zeitschleife vorhanden, ohne dass sie jemand wirklich erfunden hat. So ist es zumindest, wenn wir eine einzige und unveränderliche Zeitlinie annehmen.
In der Vielweltentheorie wäre es so, dass ein paralleler Heiko in der „Ursprungszeitlinie“ einmal die Zeitmaschine erfunden hat, und zurückgereist ist, um sie seinem vergangenen Ich zu geben. Vielleicht um früher über die Zeitmaschine zu verfügen. Der vergangene Heiko hätte jetzt nun die freie Wahl ob er seinerseits zurückreist, um sich die Zeitmaschinenenpläne zu geben, oder nicht. Vielleicht bildet sich sowas ähnliches wie eine Zeitschleife. Eventuell eine Zeitspirale, die sich seitwärts durch unzählige alternative Universen bohrt, bis sie schließlich kollabiert, weil irgendein Heiko keine Lust mehr hat, einem vergangenen Ich die Pläne zu geben.

Wie wir sehen ist mit beiden Paradoxa in der Vielweltentheorie einfach umzugehen. Alleine schon weil es keine Paradoxa sind, wenn es parallele Welten gibt, und diese durch jede Zeitreise geschaffen werden. Ich tendiere daher dazu, in Geschichten eben dieses Modell zu verwenden.
In dem Modell mit der einen unveränderlichen Zeitlinie, sind beide Paradoxa jedoch scheinbar nicht lösbar. Das Großvaterparadoxon kann gar nicht stattfinden, und beim Informationsparadoxon (bzw. in der speziellen Form: das Großmutterparadoxon) erscheinen plötzlich Ideen ohne Ursprung.

Manchmal erfordern Geschichten jedoch sowohl das Vorhandensein einer Zeitschleife, vielleicht sogar eines Informationsparadoxons im Rahmen einer unveränderlichen Zeitlinie. Als Beispiele vielleicht die Geschichte in der ein Bibelforscher in die Vergangenheit reist um Jesus zu treffen, dort feststellt, dass der Jesus den er findet ein geistig Behinderter ist, und dann im Laufe der Handlung unfreiwillig selbst zu dem Jesus wird, den wir aus der Bibel kennen.
Fragt mich nicht, wer die Geschichte geschrieben hat, oder wie sie heißt, aber die hab ich mal irgendwo gelesen. Ähnliches gabs auch von Anthony Burgress mit Shakespeare, wenn ich mich recht erinnere.
Solche Geschichten leben ja davon, dass der Zeitreisende die Gegenwart, die er sein leben lang kannte, durch seinen Aufenthalt in der Vergangenheit erst zu dem macht, was sie ist. Und hier kommen Informationen aus dem Nichts. Wenn ich Shakespeares Werke auswendig kenne, kann ich sie ihm in der Vergangenheit natürlich diktieren, aber wer hat sie dann erdacht?

Man nenne mir nur ein Beispiel aus der Filmgeschichte, wo Zeitreisen mit „unveränderlicher Zeitlinie“ auch nur ansatzweise logisch dargestellt sind.
– „Zurück in die Zukunft“? Großvaterparadoxon und im Laufe der Trilogie etliche Informationsparadoxa.

– „Terminator“ Ebenso. Beide Sorten Paradoxa. Das Lustige ist: Im ersten Teil wären die Paradoxa wenigstens konsequent zum Ende gedacht, wenn nicht vom abwesenden John Connor und Teil 2, 3 und 4 drauf bestanden würde, dass die Zukunft änderbar ist.

– „Die Zeitmaschine“(original) Hier werden jegliche Paradoxa umschifft, weil der Protagonist so weit in die Zukunft reist, dass eine Auswirkung auf die Zeitlinie – sollten seine Reisen eine haben – nicht sichtbar sind. Dafür ergibt die Art und Weise des Zeitreisens hier keinen rechten Sinn.
Die Zeitmaschine „bewegt“ sich einfach schneller durch die Zeit, so dass der Zeitreisende in seinem temporalen Schlitten raus schauen kann, und die Welt sieht, wie sie vorgespult wird.
Warum das keinen Sinn ergibt?
Weil zu verschiedenen Zeitpunkten mehrere Versionen seiner Zeitmaschine in Zeit und Raum den selben Platz einnehmen, was unmöglich sein sollte.
Als Beispiel: Erst reist der Zeitreisende ins Jahr 30.000 n Chr., und zwar vom Jahr 1900 aus. Dabei durchquert er unter anderem den 5. Mai 2005, 19 Uhr 26. Reist er später zurück, ohne seine Zeitmaschine zu bewegen, dann durchquert er auf der Rückreise den gleichen 5 Mai 2005, 19 Uhr 26, während er am gleichen Platz steht. Was passiert dann? Sollte der Platz nicht schon voll sein? Und was ist, wenn er nun, nachdem er ein paar Bücher eingepackt hat, wieder in die Zukunft reist, und wieder den gleichen Zeitpunkt passiert? Das wäre dann nämlich schon der dritte Zeitreisende samt Zeitmaschine übereinander. Wie viele passen übereinander? Seht ihr? Das ergibt keinen Sinn.

Dann gibt es natürlich noch andere Filme, die keinen der obigen Wege einschlagen, und von Anfang bis Ende entweder Kraut und Rüben sind, was Zeitreisemodelle angeht, oder so kryptisch sind, dass man alles rein interpretieren kann.
Beispiele für ersteres wären „Time Guardian“, „Austin Powers“ oder „Bill und Ted’s verrückte Reise in die Zeit“, und für letzteres „Donnie Darko“. Bei beiden Kategorien wüsste ich nicht einmal, wo ich anfangen sollte, wenn ich da nach Paradoxa suchen sollte. Aber bei Klamauk wie „Austin Powers“ oder „Bill und Ted“ sollte man da sowieso nicht zu pingelig sein, und „Donnie Darko“ möchte ja eben grad‘ geheimnisvoll und kryptisch sein, da passt das auch.

Wenn ich in einen Zeitreisefilm gehe, dann möchte ich aber nunmal gerne wissen, was die logischen Gesetze für die Zeitreisen sind. Kann man die Vergangenheit der Zeitlinie ändern, ohne seine eigene subjektive Vergangenheit zu ändern? Zeitschleifen oder Zeitspiralen? Großvater- oder Großmutterparadoxon? Sind Paradoxa überhaupt möglich, oder nicht?
Ich bin dafür, dass man Aufkleber auf die Filmplakate klebt, damit ich vor dem Film weiß, womit ich es zu tun habe. Noch lieber wäre mir allerdings ein Zeitreisefilm, der sich entscheiden kann ob er multiple Zeitlinien oder nur eine einzige unveränderliche hat, der weiß, wann er ein Paradoxon einbaut, und was daraus folgt, und der trotzdem einen spannenden Plot hat.

Oft werden die Zeitreisen ja auch nur als Spannungselement in die Handlung eingebaut. „Terminator“ wäre zum Beispiel auch ohne Zeitreisen möglich, dann ginge der Plot aber so: „Killer will Frau aus politischen Gründen umbringen, Soldat will sie davor retten.“
Macht nicht viel her, der Terminator ohne Zeitreisen, oder? (Anm.: Ich finde Terminator natürlich trotzdem klasse)

In „Die Zeitmaschine“ geht es zwar vordergründig um Zeitreisen, diese dienen jedoch nur, um das Gedankenexperiment von den Morlock und den Eloi. das in erster Linie ein soziologisches ist, in die Handlung einzubetten. Statt sich einer Zeitreise zu bedienen, hätte Wells auch wie vor ihm Jonathan Swift in „Gullivers Reisen“, den Protagonisten auf einer unbekannten Insel stranden lassen, auf der nun zufällig Eloi und Morlocks leben. An der Handlung hätte das wenig geändert.

Im Film „Der letzte Countdown“ geht es um einen Flugzeugträger der aus den 80er Jahren, der durch ein unerklärliches Wetterphänomen in der Zeit vor dem Angriff auf Pearl Harbour landet. In dem Film geht es also um „Zeitreisen“, doch die Protagonisten greifen nicht wirklich in die Vergangenheit ein, und gerade als sie sich dazu durchgerungen haben, die Japaner abzufangen, und Pearl Harbour zu verhindern, schmeisst sie das Wetterphänomen wieder in ihre Gegenwart.
Hier geht es also eher um die moralische Entscheidung, ob man die Vergangenheit ändern darf. Ich hätte es interessanter gefunden, wenn die Vergangenheit tatsächlich geändert worden wäre, und was für Auswirkungen das gehabt hätte.

In „Zurück in die Zukunft“ ist der Angelpunkt des Plots hingegen nicht ohne Zeitreisen möglich. In dieser Trilogie geht es um Zeitreisen, und die „Zeitreiselogik“, die man verwendet wird sogar mehrmals in den Filmen – sich teilweise widersprechend – erklärt, weil man die Handlung nicht verstehen kann, wenn man nicht über die Zeitreiselogik Bescheid weiß.
Schade nur, dass die in „Zurück in die Zukunft“ verwendete Zeitreiselogik von vorn bis hinten nicht zusammenpasst.
Trotzdem, hier geht es nicht nur um Zeitreisen, hier ändern die Protagonisten tatsächlich mehrmals – um nicht zu sagen: am laufenden Band – die Vergangenheit, und erleben die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.
Meiner Meinung nach – und trotz aller logischer Schwächen – ist diese Filmreihe mit Abstand das beste, was es bis heute an Zeitreisefilmen gibt; weder sind die Zeitreisen nur austauschbare „Plot-Device“, noch scheut man sich hier ernsthaft, die Zeitmaschine einzusetzen. Im Gegenteil: Ich hab so den Eindruck, in der Trilogie werden etliche Gedankenexperimente zuende gedacht.

Ach ja:  Wer Vorschläge für bessere oder logischere Zeitreisefilme hat, die ich hier nicht genannt habe: Immer her damit.

Ach, was: Egal ob logisch oder nicht, ich will sowieso alle Zeitreisefilme sehen, also auch her mit euren Vorschlägen für vielleicht nicht so gute Zeitreisefilme. ^^

Written by Heiko C. in: Bücher,Esoterisches,Filme,Technisches | Schlagwörter:
Jan
06
2010
5

Vampirbücher!!! AAAAHHHH!!!!

Mittlerweile gibt’s auch in den Bahnhofsbuchhandlungen von Niebüll und Westerland, die ich fast täglich frequentiere, fast ein ganzes Regal nur allein für verschiedene Vampirbücher. Sind Vampire in unseren Jahren das, was in den Achzigern die Dinosaurier waren?

Ich mein, es ist ja schön, wenn plötzlich alle jungen Leute lesen, aber es gibt doch auch noch andere Themen als Vampire, oder? Und sind nicht die meisten der erhältlichen Titel im Grunde sehr stark an Twilight angelehnt? Brauchen wir mehr wie Twilight?

Es gab vor einigen Jahren schonmal was ähnliches. Wegen Harry Potter. JK Rowling hat sich mit der Harry Potter Reihe ja von einer Sozialhilfeempfängerin zu einer der reichsten Frauen Englands geschrieben, und da wollten auch schon einige es ihr nachmachen, und haben mal bessere und mal schlechtere Harry-Potter Ripp-Offs geschrieben. Oder vielleicht wurden selbige auch nur lieber von den Verlegern aufgegriffen, um auf der Zauberschul-Welle zu reiten, solange sie anhält? Ich weiß es nicht.
Zwar hat Frau Rowling das Genre des „Zauberschulromans“ sicher nicht erfunden, sowas gibts schon sicher mindestens seit Achtzehnhunderttobak, aber Fakt ist, dass sie das Genre gewissermaßen modernisiert hat, und somit einen neuen Boom für diese Bücher – und Fantasy im Allgemeinen – auslöste.

Was hat das nun mit Vampiren zu tun?
Nun, obwohl Stephenie Meyer auch den „romantischen Vampirroman“ nicht erfunden hat, den gibt es schon seit Bram Stokers Dracula, hat sie ihn für eine gewisse Zielgruppe modern aufbereitet. Obwohl es bestimmt bessere Romane im Tennie-Romantik-Vampir-Genre geben muss (Bitte! Ich will einfach glauben, dass es so ist!), hat sie doch einen Nerv getroffen, und seitdem verkaufen sich ihre Bücher wie blöde.
Also kommen auch wieder irgendwelche Trittbrettfahrer, die mit ihren Romanen ebenfalls von dem Hype profitieren wollen.
Das klingt jetzt negativ, macht aber Kultur aus: Einer macht was, die Leute finden das toll, also macht ein anderer auch sowas, und versucht es besser zu machen.
Gäbe es diesen Mechanismus nicht, würden wir immer noch Mammute an Höhlenwände malen.

Im Regal mit Vampirbüchern fiel mir eines besonders ins Auge. Dieses hier:

Warum es mir ins Auge fiel? Nun, man sieht es auf dem Foto nicht wirklich, aber das Cover ist derart gestaltet, dass man meinen möchte, das Buch sei schon dutzendmal gelesen worden. Das Artwork des Covers sieht absichtlich so aus, als sei die Farbe an den Kanten abgerieben.
Clever, weil es einen zwingt, zweimal hinzusehen. Ich nahm das Buch also in die Hand und las mir den Klappentext durch. Heißt das bei einem Taschenbuch eigentlich Klappentext? Hat ja gar keine Klappen. Na die Zusammenfassung hinten auf dem Buchrücken meine ich. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.
Allein der erste Satz ließ mich schon stutzen.

Rose Hathaway steht vor ihrem Abschluss an der Vampirakademie.

Vampirakademie? Ist Vampir mittlerweile ein Lehrberuf? Gibts da einen akademischen Grad, den man bekommt, wenn man fertig ist? „Dr. vamp dent“, oder so? Ich dachte immer man müsste gebissen werden, ich wusste nicht, dass es da eine Art Ausbildung zum Vampir gibt, die man machen kann. Erstaunlich.

Ich hab den Roman jetzt natürlich nicht gekauft oder gelesen – kann ja sein, dass er ganz gut ist – aber Vampirakademie? Ich kann mir nicht helfen, aber mir kommt das fast so vor, als habe sich die Autorin Richelle Mead sich da beiderseitig von Harry Potter UND Twilight… nun „inspirieren lassen“.
Wow. Ich bin sprachlos. Ich bin beihnahe neugierig, wie das Buch ist. Aber nur beinahe.

Au, ja, bevor ich’s vergesse: Wer das Buch kennt, mag mal bitte seinen Eindruck in die Kommentare schreiben.

Nachtrag: Ich bin übrigens nicht der erste, der über das Vampirbuchphänomen stolpert.

Written by Heiko C. in: Bücher,Kurzrezensionen | Schlagwörter: ,
Dez
12
2009
1

Native American myths – cold ones – vampires!!!

Hello zere! Today is english speaking day! On english speaking days I will translate each one of my most popular articles into ze language of english, to introduce zem to a worldwide audience.
This way I will achieve ze world domination. Har Har.

And now to my most viewed article „Indianische Legenden – Kalte Wesen – Vampire“ but translated into english:

Every day some people stumble across my blog, searching for „cold ones“, „native american legends vampires“, „vapire the cold one“ or, or, or. That is of course connected to the hype of those unspeakable vampire-books by Susanne Meier Stephanie Meyer or the movie adaptations of those.
Since all those seekers in the digital desert – who appear to come mostly from lower saxony – only find my two rants (both in german) of the first two twilight books, and may be dissapointed of that, I just type this article now as a peace offering.

Update1: Maybe here you will find what you were searching for. I have searched some native american legends for vampires: LINK (in german)

Vampires (in german) are incredibly cool. Terrifying cool. Even terrifying and cool. And for the sake of peace „beautiful and/but dangerous“, as Susanne Meier Stephanie Meyer gets not tired to state in her books. But not if they glitter. If those bastards think they have to feed of our blood, they should at least have the courtesy to turn to ashes in the sunlight. Everything else is ridiculous and stupid and not cool at all.

But as said, this is a peace offering. Here some pictures of vampires:

Update2: Wellywell, the pictiures I had linked here disappeared from deviant art, as it seems. Maybe because this article generated too much traffic? Who knows.
Well, then I have to draw some myself. Might take a while.

Update3: Here my first own vampire picture:


skating nosferatu

Update4: And another one:

jolly emo-vampire

Update3: Maybe here is a site that might interest you as well: www.kaltewesen.de 😉

Update4: And another little clue for you: Since books and movie as well are in english language, you might find the site Bella is searching the interwebs for – if existing – most likely better, if you search for „cold ones native american legends“ or „cold ones indian legends“.
I hope that helps. If anyone ever finds those bastards of websites featured in the movie, I would be delighted to know about them.
Thanks.

Written by Heiko C. in: Bücher,English speaking day,Filme | Schlagwörter: , ,
Sep
18
2009
3

Der Beruf des Cthulu

Disclaimer: Nach dem gestrigen Durchbruch eines Blogeintrages aus einer Parallelwelt, der meinen schönen Artikel über die schlesischen Gartenlauben schrotete, hab ich den ganzen letzten Abend damit verbracht, den Artikel neu zu schreiben, und – wie ich glaube – besser.
Gegen 2 Uhr Nachts – und ich bin heute um 6 Uhr aufgestanden – hatte ich dann endlich auch wieder alle Fotos eingebunden.

Natürlich habe ich kein Backup gemacht, warum denn auch? Das sowas wie gestern nochmal passiert und in so kurzer Zeit, konnte ich nun wirklich nicht ahnen.

Tja, als ich den Artikel nun gerade jedoch on stellen wollte, hat sich das Multiversum erneut geräuspert. Statt dem Artikel mit den Lauben wurde plötzlich ein anderer, aus einer weiteren Parallelwelt, wie ich vermute, in meinen Blog gespült.
Ich lasse ihn hier mal stehen, alleine weil alle immer über den derzeitigen Wahlkampf und die Politik schimpfen, und der Blogeintrag eindrucksvoll zeigt, dass es alles auch viel schlimmer sein könnte.

(Ich werde im folgenden auf die Kennzeichnung der Personen und Organisationen verzichten. Der folgende Blogeintrag stammt aus einem anderen Universum, und ist somit in unserem rein fiktiv. Personen oder Organisationen, die in ihm erwähnt werden sind ebenso fiktiv, und wenn sie so ähnlich oder gleich heißen wie Personen oder Organisationen in diesem Universum, dann ist das nichts weiter als ein recht kosmischer Zufall.)

Betrachtungen zum Superwahljahr 2009

Cthulu hat sich im Wahlkampf ganz schön verzettelt. Der neue Slogan „Iä, Iä! Cthulu ftagn!“ klingt in meinen Ohren recht unglaubwürdig, wenn ich mir die Bilanz der letzten 40 Jahre der Politik des Kanzlers Cthulu ansehe: Menschheit versklavt, ständig stirbt irgendeiner weil Cthulu ihn frisst oder drauftritt, alle werden langsam verrückt und zu guter Letzt auch noch die Umweltverschmutzung, gegen die der „große Alte“, wie seine Fans ihn nennen, auch nichts unternimmt.
Nicht allein das, nein, in der nächsten Legislaturperiode sollen allen in Köln 7 (!) neue Kernkraftwerke gebaut werden, weil der Herr und sein Sternengezücht ja so auf Radioaktivität abfahren.
Kleine Meldung an den Herrn Cthulu: Menschen können Radioaktivität nicht besonders gut ab! Merken sie das nicht? Ist es ihnen egal?
Nachdem die Wahl vor 4 Jahren ja so äußerst knapp verlief, und die „Cthulus Dämonische Union“ nicht die erforderliche Mehrheit an Sitzen im Parlament errang, war seine „große Altigkeit“ gezwungen eine Koalition mit Hasturs „Shoggotische Pilger Dämonen“ einzugehen.
Hastur, oder „der Unnennbare“ wie der 3 Meter große drachenechsige Humanoide sich gerne nennen lässt, hat die Shoggotischen Pilger auf ein neues Rekordtief der Umfragewerte manövriert.
Kein Wunder: Wenn auch schon Cthulu keineswegs als der menschlichere Kandidat erscheint – menschlich in einem Satz mit Cthulu zu bringen erscheint mir fast schon zynisch – so ist doch Hastur der, welcher von Cthulu ein ums andere Mal bei politischen Fragen über’s Ohr gehauen wurde.
Desweiteren bringt Hastur keinen geraden Satz raus, bei dem sich der Zuhörer nicht ratlos am Kopf kratzen muss.
Neulich sagte Hastur einem Reporter vom WDR ins Mikrofon: „Es ist nicht tot, was ewig liegt.“
Eine gelungene Beschreibung für den derzeitigen Zustand der Shoggotischen Pilger. Allerdings hatte der Reporter nach der Dienstwagenaffäre der Ministerin für Menschenwesen, Shub-Niggurath gefragt.

Kommt eigentlich irgendwann mal was gescheites aus dem Mund von unseren Politikern, oder reden die nur Schwachsinn? Gut, ich weiß, dass es sich um extraplanetare, außerirdische und mehrdimensionale Entitäten handelt, die damals vor 40 Jahren unseren Planeten mal eben so übernommen haben, aber können die sich nicht ein wenig Mühe geben politische Inhalte so zu formulieren, dass Menschen es verstehen?
Ich kann mich ganz sicher nicht auf deren Diskussionsebene begeben. Ich bin nun mal eben nicht telepathisch, fast allmächtig und so gut wie unsterblich. Da kann man doch von denen erwarten, dass die mal ein wenig Tacheles reden, oder?
Oder gibts im Weltall oder wo kein Tacheles?

Na ja, wen soll man sonst wählen?
Da gibts natürlich die „Freie Dämonische Partei“ unter Yog-Sothoth, die finde ich aber unglaubwürdig. Wenn die so pro „Menschen sollen sich selbst verwalten“ sind, warum haben die dann nicht den Fußfesselerlass von 2003 schon längst rückgängig gemacht? Gut, die waren in der Opposition, aber die hätten wirklich schon mal eine Normenkontrollklage vorm Verfassungsgericht anstrengen können. Haben sie aber nicht.

Dann noch Bündnis „Schlangenwesen“, unter Yig. Die scheinen mir doch ein wenig zu gutmenschlich. Fordern können die ja gerne, dass die Menschen wieder aus der Sklaverei entlassen werden, und die Zahl der täglichen Menschenopfer verringert wird, aber glauben kann ich denen das nicht. Wie will Yig das denn umsetzen? Ich meine, Cthulu kann sich auf eine Höhe von 30 Kilometern aufblähen, wenn er das will und Yig ist halt immer nur knapp 22 Meter hoch.
Sollten die „Schlangenwesen“ mit Yig wirklich gewinnen, dann prophezeihe ich einen Kampf der Titanen, der vielleicht die Erde aus ihrer Bahn wirft.

Die Partei der „Alten Rasse“ halte ich außerdem nicht für wählbar. Ausserdem kann ich nie die Kandidaten, welche die aufstellen, auseinanderhalten. Sehen halt alle irgendwie kegelförmig und tentakelig aus. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, dass die sich als Individuen unterscheiden lassen.

Außerdem wird’s wirklich mal wieder Zeit für neue Spitzenkandidaten, aber die werden wir wohl kaum bekommen, da die derzeitigen ja gerne mal ein paar Milliarden Jahre leben.

Hm.

Ich glaube ich werde wohl wieder Cthulu wählen. Ist einfach sicherer. Nach der letzten Wahl war er über den Stimmenverlust so enttäuscht, dass er Australien zerstört hat. Hoffen wir einfach, dass R’lyeh bald wieder im Meer versinkt und die ganze Dämonenbagage sich wieder für ein paar Millionen Jahre schlafen legt.
Oh, ich muss Schluß machen, die Tür wird gerade eingeschlagen.

Nachtrag: Tja, soweit der Artikel… Dumm nur, dass es bei uns auch schon anfängt: Cthulhumobil. Hab die Seite gerade gefunden, und bin ehrlich gesagt ein wenig baff.(Anm. Da hatte der Björn recht: „Cthulhumobil“ schreibt sich wirklich mit dem zweiten h :-/ )

Nachtrag2: Neil Gaiman hat auf seiner Seite Teile aus Cthulhus Biografie eingestellt. In Englisch. Wer’s lesen mag: „I Cthulhu“

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Wahnhaftes | Schlagwörter: , , ,
Sep
08
2009
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Different Times, same Bullshit…

Ich hab heute mal die Zugfahrt kreativ genutzt. Nun merke ich, dass das Compicpress-Plugin, welches ich noch nie ausprobiert habe, nicht funktioniert. Mist.
Na ja, ich binde die Cartoons hier einfach mal ein, vielleicht erkennt ihr ja doch was…

Hm. Bisschen klein geworden, ich hoffe man kann trotzdem noch was lesen…
Ansonsten einfach als Zipfile runterladen und bei Bedarf im Bildbetrachter vergrößern. Die Zeichnungen in dem Zipfile stehen unter dieser CC-Lizenz: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen.
Viel Spass!

Aug
10
2009
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Aktuell: Blogeintrag der Gegenwart

Das Problem mit Titeln wie dem obigen ist, dass dieser Blogeintrag, selbst wenn er heute noch auf der Höhe der Zeit ist, morgen schon nicht mehr aktuell sein, geschweige denn die Gegnwart beschreiben wird. Allerdings könnte ich aufgrund der Funktionsweise des Internets diesen Artikel ja täglich aktualisieren, und hier reinschreiben, was gerade so aktuell in der Gegenwart passiert.

Bei Büchern aus Papier geht das nicht. Die neigen dazu, schon dann nicht mehr aktuell und gegenwartsbezogen zu sein, wenn man sie das erste Mal im Buchhandel erblickt.

So musste ich dann ein wenig schmunzeln, als mir heute eine alte Ausgabe des „Lexicons der Gegenwart“ in die Hände fiel.

Auf dem Cover sehen wir ein dickes schwarzes Wort „Aktuell“ auf rotem Grund, darunter in etwas kleinerer Schlagzeilenschrift „Lexicon der Gegenwart“, und wieder darunter ein paar Bilder, die offenbar zur Zeit des Layoutens dieses Buches aktuell waren.

Nun kann man von einem Buch nicht wirklich erwarten, dass es stets aktuell bleibt, aber man hätte doch auf den Titel noch den Vermerk „Ausgabe für 1984“ drucken können. Man hat sich aber dagegen entschieden. Es scheint fast so als hätte man entweder gedacht, dass die Gegenwart, auf die man sich bezieht, noch lange dauern würde. Tut sie aber nicht. Wenn wir über die Gegenwart reden, ist sie schon vorbei. Die Gegenwart ist nämlich nur der theoretische Zeitpunkt zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, der so kurz ist, dass Hirnforscher sich bis heute noch nicht einmal sicher sind, ob wir schnell genug denken, um ihn zu erfassen.

Aber was steht so in dem Lexicon der Gegenwart? Das besagte Exemplar gibt uns ein paar nette Einblicke in die Realität des Jahres 1984. In dem Lexicon werden Dinge behandelt, die es noch gibt, die es nicht mehr gibt und es werden auch Dinge nicht behandelt, die es zwar gibt, man aber nicht für wichtig hält.

Was gibt es denn heute noch, was in diesem Lexicon steht?

Datenschutz zum Beispiel, den es ja auch heute noch gibt, obwohl die Regierung ihn ja gerade wieder abschafft. Wie ich früher schon schrieb ist unser gegenwärtiger Innenminister Wolfgang Schäuble ja der Meinung, dass Datenschutz hauptsächlich gut ist, um Firmen wie Google oder die Telekom davon abzuhalten, an unsere sensiblen Daten zu kommen, und diese zu mißbrauchen. Was sagt das „Lexikon der Gegenwart“ darüber?

Das Lexicon der Gegenwart betitelt den Artikel zum Datenschutz mit den Worten: „Schutz der Bürger vor dem Überwachungsstaat.“

Diese Bedeutung ist unserem Innenminister scheinbar nicht mehr geläufig, denn der ist ja allen ernstes der Meinung, dass der Staat ja nie nicht irgendwelche Daten mißbrauchen würde.

Seltsam, wie sich die Einstellung zum Datenschutz bei unseren Regierenden seit dem Orwell-Jahr 1984 verändert hat, oder?

Was finden wir zum Thema „Internet“? Nichts. Obwohl es das 1984 schon gab. Wenn ich mich nicht irre sogar unter diesem Namen. Statt dessen finden wir aber den Begriff „Bildschirmtext“. Das war damals so eine Art staatliches, von der deutschen Post gesteuertes Internet, auch unter dem Namen „Datenfeldweg“ bekannt. Das war wohl damals noch relevanter als das Internet. Aber na ja, was erwarte ich eigentlich…

Ansonsten nette Informationen zur damaligen Zeit. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass bei der Wahl zum Europaparlament 1984 die Grünen in der BRD doppelt so viele Stimmen wie die FDP, aber immer noch weniger als bei der 2009 bekommen haben. Damals konnte FDP wirklich noch für „Fast drei Prozent“ stehen. Allerdings hatte dafür die CDU auch 56%, wäre das also keine Europa- sondern eine Bundestagswahl gewesen, hätten die alleine regieren können.

Oh, nein, Entschuldigung: 56% war die Wahlbeteiligung, haha. Die Union kam doch nur auf 46%, was aber immer noch 10% mehr sind als heutzutage bei Europawahlen.

Ebenso kann man dem Lexicon die Information entnehmen, dass 1984 bereits jeder 20. Haushalt einen Heimcomputer hatte. Heute werden es ein paar mehr sein…

Nettes Lexicon im Großen und Ganzen, aber ein anderer Titel wäre ratsam gewesen. Das Ding ist weder „Aktuell“ noch beschreibt es die Gegenwart und der Zeitraum in dem beides zutraf war sehr sehr kurz.

Written by Heiko C. in: Bücher,Politisches | Schlagwörter: ,