Impactsuspect » Beklopptes
Mrz
30
2010
14

Netzsperren – Das Europerium schlägt zurück

Eigentlich bin ich viel zu müde um drüber zu schreiben, aber ich muss wohl trotzdem. Allein der Vollständigkeit halber.
Nachdem keine Partei im Bundestag mehr die Netzsperren möchte – außer vielleicht die CDU, die sich je nach Tagesform entscheidet, sollen uns die Internetsperren nun, wie auch schon die verfassungswidrige Vorratsdatenspeicherung, durch die EU trotzdem serviert werden.

Eine angehende EU-Innen-Komissarin namens Cecilia Malmström hat dies mit ganz ähnlichen Scheinargumenten und polemischen Tiefschlägen gegen Bürgerrechtler gefordert.
Wieder mit den gleichen erwiesenermaßen falschen Tatsachenbehauptungen, oder zumindest ähnlichen.

Die Presse in Deutschland scheint ebenso alle Diskussionen des letzten Jahres über die Netzsperren vergessen zu haben, ebenso ist der Presse irgendwie abhanden gekommen, dass all der Bullshit, den Frau von der Leyen letztes Jahr verzapft hat bereits widerlegt ist.

Beim CDU-dominierten ZDF schreibt man schon wieder Jubelperserkommentare auf die Netzsperren, wie man hier bei Kennzeichen Digital nachlesen kann.
Bemerkenswert die Flut überwiegend sachlicher Kommentare, die haarklein den Text dort auseinandernehmen. Noch im letzten Jahr wären das nicht so viele gewesen.

Aber auch die ARD ist nicht besser, wenn man sich diesen Text hier bei WDR 2 ansieht.
Während die eine oder andere Zeitung tatsächlich reflektiert und im Angesicht der im letzten Jahr gesammelten Erfahrungen berichtet, wie hier die Süddeutsche oder hier die Taz, verzichtet der Öffentlich Rechtliche Rundfunkt darauf. Es scheint ganz so, als hätte die Politik hier mittlerweile nachhaltig für eine kritikfreie Hofberichterstattung gesorgt.

Ein kleiner Lichtblick der Öffentlich Rechtlichen ist nur der Beitrag von Mario Sixtus, ebenfalls erschienen auf dem ZDF-Blog.

Ich glaube ja immer noch, dass die meisten Politiker und Journalisten schlicht keine Ahnung haben, weil sie merkbefreit und Ober-Daus sind, aber es stimmt auch, dass es nicht das erste Mal ist, dass Sicherheitsgesetze, die so weit über das Ziel hinausschießen, dass Bürgerrechtler ihre nationale Umsetzung verhindern, das zweite Mal von Brüssel aus umgesetzt werden sollen.

Es ist einfach nur zum Kotzen. Und alle die die FDP als Bürgerrechtspartei gewählt haben, sehen ja nun, was sie davon haben.

Mrz
28
2010
1

Das „Trololo“-Phänomen

Vielleicht kennt ihr schon das Trololo-Phänomen, auch „russian Rickroll“ genannt.
Es handelt sich um das Video der Gesangsdarbietung eines russischen Sängers aus den 60ern, die ohne Text auskommt. Statt dessen singt der Sänger zu schmissiger 60s Musik onomatopoetische Geräusche.

Auf das Video wird unter falscher Linkbeschriftung verlinkt, um Leute drauf zu locken, wie man es auch schon von Rickroll her kennt.

Das Video hier ist gemeint:

Während ja Rick Astley mitterweile eher genervt reagiert, wird er auf das Rickroll-Phänomen angesprochen, reagiert der Sänger des Trololo-clips bemerkenswert fröhlich und geschmeichelt.

Auch die vielen Parodien seines über 40 Jahre alten Clips findet er weniger eine Parodie, als er in ihnen vielmehr „Leute, die Liebe geben“ sieht. 🙂

Aber seht selbst:

Und der Trololomann, der im richtigen Leben Edward Hill heißt, hat recht: Wenn einem im Internetzeitalter, wo jede Information in Sekundenschnelle sofort verfügbar ist, einem so viele Menschen so viel Zeit schenken, und sogar Antwortvideos produzieren, dann ist das im Prinzip das größte Kompliment, was einem Künstler gemacht werden kann.

In der heutigen Zeit, in dem die von Andy Warhol postulierten 15 Minuten Berühmtheit für jedermann schon Realität geworden sind, kann man sich nur wünschen auf diese Weise im Gespräch zu bleiben.

Mehr zu dem russian Rickroll-Phänomen und den russischen Sänger Edward Hill findet ihr hier bei Know your meme.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: ,
Mrz
23
2010
6

Mal so Mal so XVI: Doppelbindungsschilder

Um die Begrifflichkeiten erst einmal aus dem Weg zu räumen, hier eine kleine Erklärung des Wortes „Doppelbindungstheorie“ aus der gleichnamigen Wikipediaseite:

Die Doppelbindungstheorie (engl. double-bind theory, franz. double-contrainte) ist eine kommunikationstheoretische Vorstellung zur Entstehung schizophrener Erkrankungen. […] Die Doppelbindungstheorie beschreibt die lähmende, weil doppelte, Bindung eines Menschen an paradoxe Botschaften oder Signale und deren Auswirkungen. Die Signale können den Inhalt der gesprochenen Worte betreffen, oder Tonfall, Gesten und Handlungen sein.

Sich gegenseitig widersprechende Botschaften, die den Empfänger der Botschaft lähmen, und in einigen Fällen als die Ursache für schizophrene Erkrankungen gelten.
Nachdem ich heute mal auf Sylt wieder ein paar Fotos gemacht habe, wundert es mich gar nicht, dass man in Deutschland immer öfter beknackte Leute findet.
Theorie: Schuld ist der Schilderwald in Deutschland, der zwei oder mehr Sachen voneinander verlangt, die einander ausschließen.

Zur Untermauerung meiner Theorie folgende Fallbeispiele:

Beispiel 1:

Sie sind in Rantum als Tourist mit dem Fahrrad unterwegs, und wollen ein wenig über den Deich fahren.
Sie kommen an diese Stelle, wo man den Deich betreten könnte. Es sind zwei Schilder zu sehen, die Ihnen das erlaubte und verbotene Verhalten auf dem Deich klarmachen sollen:

Als sie Schild Nummer 1 lesen, sind Sie enttäuscht:

Befahren verboten. Das scheint eindeutig. Da man duch die kleine Pforte ja nun auch mit einem Smart nicht durchkommt, muss hier mit „Befahren“ das Befahren mit Fahrrädern gemeint sein.
Sie versuchen sich innerlich mit dem Gedanken anzufreunden, dass Sie Ihr Fahrrad schieben müssen, und schreiten zu der kleinen Pforte, als ihnen Schild Nummer 2 ins Auge fällt:

Hier ist plötzlich auch das Radfahren auf eigene Gefahr erlaubt, denn wenn es verboten wäre, wäre der Hinweis, dass Radfahren auf eigene Gefahr geschiet mehr als überflüssig.
Dürfen Sie nun Radfahren, oder nicht? Dass es zwei verschiedene Ämter zu sein scheinen, die Ihnen da Sachen verbieten und erlauben, macht die Entscheidung nicht einfacher. (es handelt sich übrigens nur um ein Amt, das seinen Namen aber öfter ändert als Prince Love Symbol Symbol Tafkap Prince.)

Nachdem Sie zur Sicherheit doch zu Fuß gelaufen sind, nach einiger Zeit keine Lust mehr hatten, und den selben Weg zurückgehen, sehen Sie, dass auf dem Rücken des einen Schilds folgender Spruch angebracht ist:

Sie lachen nicht

Beispiel 2:

Diesmal haben Sie den Drahtesel zur Sicherheit zu hause gelassen, und fahren mit ihrem Auto nach Hörnum. Sie sehen, dass ein riesiger Stau die Ortseinfahrt verhindert. Offenbar werden dort Strassenarbeiten erledigt, und so ist nur eine Spur befahrbar.

Sie wollen nicht warten, sondern endlich was sehen, kehren um, und fahren auf den nächsten Parkplatz in den Dünen. Von hier aus gibt es sicher einen Zugang zum Strand, denken Sie sich, und nehmen ihren Fotoapparat mit.

Ein paar Fotos vom Meer machen sich sicher gut, wenn sie erst einmal wieder zu hause in Mettmann sind, und ihre Freunde und Bekannten mit einer ausgedehnten Diashow ärgern.

Sie kommen an eine Weggabelung. Links geht es einen gepflasterten Weg hoch zu etwas, was dem Laien nach einer Radaranlage aussieht, geradeaus geht es scheinbar zum Strand.

Auch hier sind wieder zwei Schilder angebracht:

Sie entscheiden sich zuerst für den linken Weg, und lesen das Schild, an dem sie vorbeikommen aufmerksam.
Wenn hier Militär ist, dann liest man sich besser vorher ganz genau durch, was man machen darf. Darf man betreten? Betreten müsste man eigentlich dürfen, denn an Ihnen sind schon etliche Urlauber vorbeigekommen. Darf man fotografieren? Wenn nicht, wäre es schade, aber bevor man sich erschießen lässt… Liegen hier Landminen oder Blindgänger? Man weiß ja nie. Auf dem Schild lesen sie folgendes:

Wieder alles auf eigene Gefahr, aber da es weder eisglatt noch nass ist, beschließen Sie es zu wagen, und da die Fotografie hier auch nicht verboten ist, freuen Sie sich auf ein paar nette Fotos von dem Radarstand runter auf’s Meer.
Übungszeiten scheinen nicht zu sein, denn es sind keine Soldaten zu sehen, und auf dem Parkplatz stehen auch keine Bundeswehrfahrzeuge.

Sie laufen also den gepflasterten Weg rauf, und machen ein paar Fotos vom Meer. Einen hübschen Ausblick hat man ja von hier, denken Sie sich, denn die Insel ist hier sehr schmal, und man kann auf beiden Seiten die Nordsee sehen.

Nun gehen Sie wieder herunter, und beschließen an den Strand zu gehen, den anderen Weg entlang also. Menschen kommen Ihnen vom Strand entgegen, als sie dann auf Schild Nummer 2 stoßen:

„Oben auf das Radarding darf man rauf, aber der Strand ist ein militärischer Sicherheitsbereich? Und es wird geschossen?“, denken Sie verblüfft, während ihnen weiter Urlauber vom Todesstrand entgegen kommen. Von oben aus haben sie auch welche am Strand sehen können. Ob die wussten, dass sie sich in einem militärischem Sicherheitsbereich aufhalten?
Wie verhalten Sie sich? Riskieren Sie es an den Strand zu gehen, obwohl der eine Standortälteste es ihnen verboten hat? Oder berufen Sie sich auf das erste Schild, auf dem derselbe Standortälteste das Betreten nur verbietet, wenn Manöverübung oder so ist?

Sie entscheiden sich hurtigst zu Ihrem Auto zu rennen, und schnell wieder in Ihre Ferienwohnung zu flüchten.

Meine Frage zu solchem Schilderirrsinn:
Werden einfach immer nur neue Schilder aufgestellt? Kontrolliert keiner mal, ob diese Schilder sich widersprechende Botschaften enthalten?

Mrz
19
2010
3

Extreme Twilight-Acting Method

Wer sich schon immer gewundert hat, was das gewisse je ne sais quoi, der Schauspielkunst von Kirsten Kristen Steward, dem Star der Twilight Reihe, sein könnte, dem wird ebendies in folgendem Video enthüllt:

Genau! Sie macht irgendwas mit den Lippen, und das stets und ständig.

Irgendwie muss ich dran denken, wie Bellas und Edward Ehe irgendwann später mal aussieht, sagen wir, wenn die beiden irgendwo sitzen, in der Woche in der Edward gerade pensioniert wurde, und Bella nun zuhause nervt:

Edward: (schaut als müsse er aufs Klo)

Bella: Hör‘ auf damit!

Edward: Womit?

Bella: Mit deinem Tick!

Edward. Was für einem Tick?

Bella: Immer kuckst du so, als müsstest du aufs Klo!

Edward: Das ist kein Tick, das ist eine liebenswerte Eigenart! (kuckt als müsste er aufs Klo)

Bella: Da! Du machst es schon wieder!

Edward: Na und? Dann lass mich doch! Ausserdem machst DU ja immer so! (beißt sich auf die Lippen)

Bella: Garnicht!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Filme | Schlagwörter: , ,
Mrz
19
2010
5

Professor Alex van Ludovico im Interview

Professor Alex Dimm van Ludovico, frei erfundener Direktor des frei erfundenen „Institut für Gewaltforschung, Stumpfe Gegenstände und Prävention“ (IGSGP) in Buchholz in der Nordheide, spricht mit mir über die Gewalt in der Welt, und ihre Ursachen.

Professor Alex Dimm van Ludovico (IGSGP)

Professor van Ludovico, es gibt in dieser Zeit ja nun ziemlich viel Gewalt.

Ludovico: Ja, das ist richtig. Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht in den Nachrichten von irgendwelchen schlimmen Dingen erfährt. Unser Institut hat diese Dinge, diese schlimmen Dinge untersucht, und ist zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

Was haben Sie herausgefunden?

Ludovico: Es liegt alles an den Computerspielen.

Sie sehen mich überrascht. Das sind in der Tat erstaunliche Ergebnisse.

Ludovico: Ja. Die ganzen Amokläufe in der letzten Zeit sind allesamt durch Counterstrike Source ausgelöst worden. Einem gewalthaltigen Spiel, indem es aussließlich um die brutale Exekution von menschlichen Geiseln geht.
Ohne dieses spezielle Spiel hätten viele Leben gerettet werden können.

Aber es gab doch sicher vor Computerspielen auch schon Gewalt. Was ist zum Beispiel mit dem zweiten Weltkrieg?

Ludovico: Der zweite Weltkrieg ist zwar aus einer explosiven gesellschaftlichen Lage nach dem ersten Weltkrieg entstanden, mit dem Zusammenbruch der Börsen am schwarzen Freitag und allem, ohne das Computerspiel „Battlefield 1942“ welches damals noch offen über die Ladentische ging, wären die Menschen damals nie auf die Idee gekommen, sich gegenseitig mit echten Schusswaffen tot zu schießen.
Besagte Gewalt-Computer-Killer-Mörderspiele haben schon immer für eine Desensibilisierung der Menschen gesorgt, die sie gespielt haben, und leider waren damals auch die führenden Köpfe in der Politik keine Ausnahme.
Aus den in den 80er Jahren aufgetauchten Tagebüchern Adolf Hitlers wissen wir, dass er dieses Spiel in seiner Zeit in Festungshaft im Landsberger Gefängnis gespielt hat, und offenbar auch „einen Highscore aufgestellt hat“, wie man unter Computerspielern sagt.

Sollen die Tagebücher von Hitler nicht gefälscht gewesen sein?

Ludovico: Nur weil eine Quelle unglaubwürdig ist, heißt es noch nicht, dass auch die aus ihr kommenden Informationen falsch sein müssen.
Wir haben mittels modernster Methoden die Computerspielleidenschaft von Adolf Hitler nachweisen können.
Nebenbei – und das ist nur eine seltsame Eigentümlichkeit am Rande – soll er Abba gehört haben.

A-ha…

Ludovico: Nein. Abba. Nicht A-ha.

Äh… ja. Das sind merkwürdige Neuigkeiten.
Aber es gab ja doch schon vorher Gewalt, oder?

Ludovico: Ja, sicherlich. Nur Computerspiele dran schuld, in denen der Spieler eine kämpferische Rolle übernimmt, die er dann – wenn der Kick nicht mehr ausreicht – auch im richtigen Leben einnehmen möchte.

Aber… Aber es gab doch auch vorher schon Gewalt, ich meine, was ist mit dem ersten Weltkrieg?

Ludovico: Unsere neuesten Forschungen haben enthüllt, dass der erste Weltkrieg durch eine Betaversion des Killerspiels „World of Warcraft“ entstanden ist. Einem Spiel in dem man Truppen anführen muss, Flugzeuge fliegen und Panzer steuern.

Ach. So alt ist World of Warcraft schon?

Ludovico: Ja, sicherlich. Schauen sie sich nur mal die Grafik an.

Okay, das ist ein Punkt. Aber Kriege ziehen sich doch durch die gesamte Menschheitsgeschichte… Was ist zum Beispiel mit dem trojanischen Krieg?

Ludovico: Der trojanische Krieg wurde durch eine Reihe besonders brutaler Infocom-Textadventures ausgelöst. Damals hat man sich eben noch ohne Grafik in eine agressive Stimmung bringen müssen.

Vielen Dank Professor Ludovico.

Wer dieses Interview komplett beknackt und vor allem unrealistisch fand, der sollte sich mal folgendes, echtes Interview durchlesen: „Eine Machotruppe“ (FR-Online)

Mrz
17
2010
7

Populismus Galore

Man weiß ja schon gar nicht mehr, wie man den Spruch „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte“ abwandeln soll, um dem neuen Niveau gesellschaftspolitischen Ekels Ausdruck zu verleihen, auf den einen die Politik nun schon wieder katapultiert hat.

Erst kommt der Bundesaußenguido, und lästert über die bösen HartzIV-Empfänger, die „Leistungsträger“ wie ihn ja ach so viel Geld kosten – ganz im Gegensatz zu den Bankenbailouts, die ja nur das vielfache gekostet haben.
Aber das kann man ja sowieso nicht vergleichen.
Banken sind doch systemrelevant. Im Gegensatz zu Menschen.

Dann kommt Guido mit „Die sollen doch alle Schneeschippen!“ (Zeit) und fühlt sich dann von dem Aufschrei in der Öffentlichkeit auch noch bestätigt.
Zu Guido gäbe es nich mehr zu sagen, zu den Mauschelei-Vorwürfen, und der Art und Weise, wie er sie einfach „ungehörig“ findet, und sich sie „verbietet“ (Tagesspiegel).
Aber das ist hier nicht das Thema.

Statt dessen geht es mit der SPD weiter, deren NRW-Spitzenfrau Hannelore Kraft allen Ernstes fordert, dass Hartzler zum Strassenfegen eingesetzt werden (Süddeutsche). „Arbeit schafft Würde“ ((NRWSPD) übertitelt sie dies – ungeschickt oder wohl kalkuliert – auf ihrem Online-Portal. Nicht nur der Taz fallen lustige Naziwortspiele dazu ein.
Aber das sei ja ganz was anderes, als was wo der Guido fordert! Bei ihr sei das ja optional.
Nur Sanktionen soll es halt geben, wenn man nicht Strassenfegen will. (aufschreibblog)

Klar: „Freiwillig! Strassenfegen! Sofort! Sonst Sanktionen! Ab, ab!“

Super freiwillig, oder? „Freiwillig, sonst Beule!!!“, ist ja im Prinzip auch der Weg, den die FDP für die Hartzler und den Ausbau des Niedriglohnsektors in Deutschland vorgesehen hat.
Eigentlich passen SPD und FDP schon wieder prima zusammen, nur eine Koalition zwischen den beiden Parteien wäre wohl weder sozial noch liberal, und schon gar nicht sozialliberal.

Nagut, da denkt man halt… SPD, die konnte man ja schon bei der letzten Wahl nicht wählen, die sind halt neoliberal geworden… Na und? Passiert halt.
Dann kommt auch schon der neue Tiefpunkt:

In einem Gastbeitrag in der FAZ schreibt ein Herr Professor Gunnar Heinsohn erst einmal seine, durch falsch zitierte Statistiken gefärbte, Sicht der Dinge auf. Der Tenor: Zu wenige Kinder werden geboren, und aus zu vielen von denen, die geboren werden später dumme Menschen.
Die wenigen schlauen Menschen, die das deutsche Volk so hervorbringe, seien aber durch die hohen Sozialabgaben so verärgert, dass viele davon das Land verlassen.
Ob das wirklich an den hohen Sozialabgaben liegt, oden nicht vielleicht eher daran, dass man, wenn man bedürftig ist, nichts mehr dafür bekommt, dass man mal eingezahlt hat, lasse ich für die Beurteilung durch den Leser mal dahingestellt.

Dann verlässt Herr Heinsohn das sichere Gelände der falsch zitierten Statistik, und zitiert statt dessen nicht näher genannte „realistische Szenarien“.
Bald müssten die wenigen schlauen Menschen für all die Dummen und Alten mitverdienen, die in Rente sind, oder HartzIV beziehen.
Und schlimmer noch: Im Vergleich zu den schlauen Menschen in Deutschland, vermehren sich die Hartzler geradezu wie die Karnickel!
Das sehen wir ja auch tagtäglich in den Talkshows am Mittag, oder?

Was also tun? Mehr Geld in die Bildung stecken? Bessere Bildungschancen für Kinder von Geringverdienern schaffen? Nö. Der Vorschlag kommt nicht. Würde ja auch Geld kosten.
Herr Heinsohn schlägt vor – so lautet ja auch der Titel seines Kommentars – die Sozialhilfe einfach mal auf 5 Jahre zu begrenzen, damit die bildungsfernen Gebärapparate nicht mehr so viele Ausschusskinder produzieren.
Dann hat man zwar weniger Kinder, aber man kann ja schlaue Leute aus dem Ausland importieren, wo es noch ein funktionierendes Schulsystem gibt.

Soweit der erfrischend menschenverachtende Kommentar von Herrn Heinsohn.

Vielleicht spekuliert Herr Heinsohn sogar darauf. das Schulsystem – bis auf ein paar Privatschulen vielleicht – in Deutschland ganz abzuschaffen, und ganz ins Ausland outzusourcen. Da müsste man da ja noch weniger Sozialabgaben zahlen. Seiner Argumentation folgend, wäre das eine „logische“ Weiterführung.

Ich Frage mich: Und was passiert mit den Ex-HartzIV Empfängern? Nun erst einmal werden die sich noch mehr um die Jobs kloppen als sowieso schon. Heute will schon keiner wirklich auf HartzIV angewiesen sein, aber wenn man es nur noch 5 Jahre bekommt, werden es sicher einige noch eiliger haben einen Job zu bekommen.
Da es nun aber nicht genug Jobs gibt, und Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, können die Löhne im Niedriglohnsektor noch weiter gesenkt werden.
Wenn es Menschen gibt, die NIX mehr kriegen, braucht man den Leuten erst recht nicht mehr genug zahlen, damit sie menschenwürdig leben können. Es reicht ja, wenn sie sich ’ne Dose Katzenfutter zum Essen kaufen können, damit sie am nächsten Tag wiederkommen.
Viele werden Betteln gehen müssen. Zahlreiche werden erfrieren oder vielleicht sogar verhungern. Aber dann ist man sie ja auch los, und muss nur noch einmalig ihre Beerdigung bezahlen.

Die neoliberalen Geldsäcke werden jubeln!

Da fragt man sich wirklich, was als nächstes kommen soll.
…und das schärfste an der ganzen Sache ist noch, dass ich als Steuerzahler den feinen Herrn Professor mitfinanzieren muss.

Schöner auseinanderklabüstert, als ich es könnte, hat man den Kommentar übrigens bei Telepolis:

Mrz
09
2010
4
Mrz
07
2010
9

Ubisoft das neue EA?

Während EA eingesehen hat, dass DRM eher kontraproduktiv ist, wenn es um das Thema Kundenzufriedenheit geht, und in Zukunft ganz auf solche Scherze verzichten will, dreht Ubisoft nun scheinbar umso doller am „Alle wollen uns beklauen“-Rad.

Symbolbild: Wie ich mir vorstelle, daß sich Spielevertriebsfirmen Raubkopien vorstellen

Musste man sich bei EAs Bioshock anfangs noch alle drei Tage online den Computer scannen lassen, damit die Firma auch ja wusste, dass man inzwischen nicht doch auf eine Raubkopie umgestiegen ist, und war es bei Spore noch nötig den Computer erst einmal auf-Deubel-komm-raus online zu bekommen, bevor man mit dem spielen loslegte, so ist nun beim aktuellen „Mass Effect 2“ keine der beiden Drangsalierungsmaßnahmen mehr nötig, um nur das Spiel zu spielen.
Online anmelden muss man sich zwar, wenn man die kostenlosen Zusatzinhalte runterladen und freischalten will, aber wer halt mehr Wert auf die Integrität seines Rechners legt, als auf irgendwelchen elektronischen Firlefanz, der braucht auch das nicht zu machen.
Und wie schon erwähnt: Sims3 hat sich auch ohne Hightech-Kopierschutz-Schwachsinn verkauft wie geschnitten Brot.

Bei Ubisofts neuem Spiel „Assasins Creed 2“, gibt es nun einen neuen Tiefpunkt in der langen aber traurigen Geschichte der Kundendrangsalierung aus digitaler Paranoia heraus.
So wie ich das System verstanden habe, muss man IMMER online sein, wenn man das Spiel spielen will.
Man stelle sich vor, man kauft sich einen Rasenmäher, und darf den dann nur benutzen, während man die teure Servicehotline des Herstellers am Telefon hat. Klingt bescheuert, ist es auch, ist aber in der Sache das selbe.

Ach ja, wie gut dieses supertolle Online-System funktioniert, zumindest bei der Drangsalierung von Kunden, kann man hier nachlesen.

Hier gibt es noch mehr zu dem Thema: LINK!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Technisches,Wahnhaftes | Schlagwörter:
Mrz
02
2010
7

Zwielichtige Vampire III

In diesem Artikel möchte ich den dritten Band der Twilight-Reihe auseinandernehmen, wie ich auch schon Band eins und zwei kritisiert habe. Die Rezensionen zu den Büchern findet ihr hier: Link und hier: Link.

Auch im wirklichen Leben Erzrivalen? Wölfe und Fledermäuse.

Nun aber Band 3, der da heißt „Biss zum Abendrot“.

*

Ich muss gestehen, dass ich einige Hoffnung hatte,  die Reihe würde nun immer besser werden. Immerhin war das erste Buch der Erstling von Stephene Meyer, da kann man noch einiges durchgehen lassen, und das zweite Buch empfand ich als um einiges besser als das erste. „Wird schon!“, dachte ich mir, vielleicht ist das dritte ja – analog zur Harry Potter Reihe – das beste?

Aber nein.  Der dritte Band der Twilight-Reihe war – für mich persönlich – die bisher schmerzhafteste Vampirerfahrung:

Die Charaktere empfand ich weiterhin als eindimensional, die Handlung, Spannung und der Plot lassen lange auf sich warten, und sowas wie einen Spannungshöhepunkt sucht man vergebens.

Bella hat immer noch den Hausarrest, den sie nach den Ereignissen im zweiten Band aufgebrummt bekommen hatte. Sie liest um sich die Zeit zu vertreiben in Emily Brontës „Sturmhöhe“. Schön, wenn einen schlechte Bücher an gute Bücher erinnern, die man statt dessen lesen könnte. Aber na ja.

Um den Plot des Buches nicht noch weiter zu behindern, als es die Autorin ohnehin schon tut, erlässt Bellas Vater dieser zu Beginn des Buches dann aber den restlichen  Hausarrest.

Bella leidet aber trotzdem weiter, weil sie Jacob nicht besuchen darf. Das hat ihr nicht etwa ihr Vater verboten, nein im Gegenteil, der würde sich freuen. Das Verbot wurde ihr von Milchschnitte auferlegt, weil Werwölfe eben nun einmal gefährlich sind …sagt der Vampir. Anrufen kann Bella Jacob auch nicht, weil der dann sowieso nicht abnimmt.

Der ganze erste Teil des Buches besteht dann auch aus Bella, die ihren Vampirfreunden ausbüxt um sich mit Jacob zu treffen, der sie dafür anmault, dass sie sich mit Vampiren rumtreibt, nur damit sie sich dann später mit Milchschnitte darüber streiten kann, dass sie sich mit Werwölfen rumtreibt.

Bella beim ruhigen, analytischen Nachdenken

Ausserdem streitet sie sich mit Milchschnitte auch noch darum, dass sie aber nicht heiraten will, wie er es ihr zur Bedingung gemacht hat, wenn sie je gebissen werden will, darüber dass Bella gerne mit Milchschnitte ins Bett will, der das aber für zu gefährlich hält, und das Bella möglichst gestern zum Vampir gemacht werden möchte.

Dieser Themenkomplex füllt mindestens das halbe Buch, und den fand ich unglaublich langweilig, und Bella wird dadurch, dass sie aber ALLES will und zwar SOFORT, auch nicht wirklich sympathischer.

Über Milchschnitte erfährt man derweil herzlich wenig, dabei gäbe es da so viel interessantes, was man hätte erzählen können, immerhin ist Milchschnitte über 90 Jahre alt. Einige Fragen, die ich mir unwillkürlich bei der Lektüre des Buches stellte, waren zum Beispiel:

– Was hat er all die Jahre getrieben? Er kann ja schließlich nicht immer nur zuhause gehockt haben in all den Jahren?

– War Milchschnitte vielleicht schon mal verheiratet? Wen ja mit wem, wenn nein warum nicht?

– Wie genau ging es Milchschnitte damit, als er zum Vampir gemacht wurde? War seine Eingewöhnungszeit schlimm? Das wird zwar hin und wieder mal ominös angerissen, Einzelheiten erfahren wir aber nicht.

– Hat Milchschnitte eigentlich noch andere Hobbies außer „Claire de Lune“ spielen? Fotografiert er? Spielt er Shuffleboard in der Olympiamannschaft? Irgendwas?

Man erfährt so ziemlich genau NICHTS. Das ganze Buch, vom Pro- und Epilog einmal abgesehen, ist eine einzige Abschrift von Bellas Gedanken, und selbst sie stellt diese Fragen nicht. Auch Milchschnitte stellt keine Fragen, obwohl Bella die einzige Person ist, deren Gedanken er nicht lesen kann.

Statt dessen vergeudet man seine Zeit mit Eifersüchteleien und Beziehungsstress.

Na ja, irgendwann klopft dann die Handlung leise an. Die Vampirfreunde finden heraus, dass irgendein unbekannter Vampireinbrecher in Bellas Zimmer war, und – salopp ausgedrückt – ihre Unterwäsche geklaut hat. Könnte dies mit Victoria zu tun haben? Der Vampirin, die Bella umbringen will, weil sie diese für den Tod ihres Freundes verantwortlich macht, der Bella umbringen wollte? Wer weiß, wer weiß?

Noch sowas: Warum wollen alle Vampire immer Bella umbringen? Schwitzt sie Blut, oder was? O_o

Außerdem kommt es in Seattle zu einer Reihe von Gewaltverbrechen, die Milchschnitte fachkundig für von stümperhaften Vampiren verübt hält.

Das hab ich jetzt aber schon sehr komprimiert, dazwischen müsst ihr euch noch jede Menge Gejammer von Bella vorstellen. Bella ist entweder traurig, weil sie aber mit Jacob zusammen sein will, weil sie aber nicht heiraten will, weil sie aber poppen will, weil sie aber keine Geburtstagsfeier will oder weil sie will, dass Vampire und Werwölfe sich vertragen.

Weiter künstlich aufgebläht hat Stephenie Meyer ihr Buch mit den schon aus Band eins und zwei bekannten Beschreibungen des „überirdischen“ Aussehens von Milchschnitte. Diese Beschreibungen hat sie aber dann doch ein wenig verändert. Mir ist diesmal nicht einmal aufgefallen, dass sie darüber schreibt, wie „schön aber gefährlich“ oder „gefährlich aber auch schön“ Milchschnitte ist, statt dessen wird er mit Michelangelos David verglichen, der nach neuesten Untersuchungen ja schwere Haltungsschäden hat, aber das war sicher nicht gemeint.

Bis dann endlich mal was annäherd spannendes passiert, sollen dann insgesamt auch 3/4 des Buches, gefüllt mit solchem Geschwafel, vergehen.

Okay, Handlung:

Irgendwann im hinteren Teil des Buches feiern die Cullens, die nette vegetarische Vampirfamilie von nebenan, für Bella eine Geburtstagsparty. Bella möchte zwar nur ungern im Mittelpunkt stehen, doch die Vampirwahrsagerin, die scheinbar von den Sitten und Gebräuchen von Normalsterblichen besessen ist, möchte unbedingt eine Geburtstagsparty ausrichten. Viele von Bellas menschlichen Freunden, die außer im ersten Teil der Saga jedoch kaum eine Rolle mehr spielen kommen auch.
Dummerweise hat Bella quasi aus Versehen auch Jacob eingeladen, der sich das nicht zweimal sagen lässt, und prompt mit ein paar anderen Werwölfen im Schlepptau vorbeikommt.
„Super!“, denkt sich der Leser – bzw. ich zumindest – „Endlich passiert mal was! Gleich gibt’s Fratzengeballer!“
Aber nein.
Die Vampire verlassen sicherheitshalber die Party, vielleicht aus Angst, Höflichkeit oder weil die Werwölfe so grässlich riechen. Vielleicht auch aus einer Kombination von allen drei Dingen.
Bella unterhält sich ein wenig mit den Werwölfen, die ich nur mit dem Prädikat „halbstark“ versehen kann, bis sie dann von der Wahrsagevampiren zu erfahren bekommt, dass die bekloppten Vampire aus Seattle bald angreifen.

Fast augenblicklich vertragen sich die Werwölfe mit der Vampirfamilie um gegen die gemeinsame Bedrohung aus Seattle zu kämpfen. Herrje, die Vampire und die Werwölfe studieren sogar gemeinsam Kampftechniken ein, während eifrig beratschlagt wird, Was mit Bella geschehen soll.
Der Leser – also ich – denkt sich „Nagut, kein Vampir-vs.-Werwolf-Fratzengeballer, aber dafür immerhin ein episches Gemetzel zwischen Vampiren und Werwölfen auf der einen, und bekloppten Vampiren aus Seattle auf der anderen Seite.“ Immerhin, das würde zwar nicht für den emotionalen Gedankenmüll entschädigen, den ich bisher lesen musste, wäre aber mal ein Friedensangebot an den Leser – also an mich.
Und mal ehrlich: Da kann man doch was draus machen oder? „Vampire gegen Werwölfe“ ist ja schon ein wenig wie „Underworld“ aber „Vampire und Werwölfe gegen Vampire“ das ist ja mindestens… …wie 2x „Underworld“!

Die Werwolf-Vampir-Allianz

Aber nein.
Bella, der die Handlung des Buches ja folgt wie der treue Hund Toto aus dem „Zauberer von Oz“ wird von Jacob, Milchschnitte und einem anderen Werwolf, an dessen Namen ich mich nicht erinnere, fortgebracht. Milchschnitte kommt übrigens nur mit, weil Balla NICHT OHNE IHN LEBEN KANN!!!!1elf  Zuerst war der Plan, dass er nicht mitkommt, aber da wurde Bella unglaublich traurig.
Nun kommt Milchschnitte mit, so dass Bella unglaublich traurig darüber sein kann, dass vielleicht Untote, die sie mag, sterben, weil Edward nicht am epischen Fratzengeballer teilnehmen kann.
Bella wird von den drei Gescheiten auf dem Weg nach Nirgendwo also in den Wald gebracht, wo sie fast erfriert. Aber immerhin erfriert sie ja in Sicherheit, ist ja auch schon mal was. „Aus medizinischen Gründen“ kuschelt sich Jacob in ihrem Schlafsack an sie, während Milchschnitte draußen steht, und und sich darüber ärgert, dass er sich nunmal so anfühlt, als würde er im Kühlregal aufbewahrt.
Anderswo tobt vielleicht schon ein episches Gemetzel von den Ausmaßen der Schlacht von Helms Klamm, aber davon bekommen wir ja nichts mit, weil wir als Leser quasi Bella beim Schlafen zuschauen.
Danke Stefenie!

Selbst Jacob wird das zu langweilig, woraufhin er ab zum Kampf geht. Sogar er bekommt mehr Action mit als der Leser dieses Buches.
Kaum denkt man sich das, passiert tatsächlich mal was:
Das Camp wird angegriffen, und zwar von *Überraschung!* Victoria. Wer hätte das nur ahnen können? Aber nun haben wir es immerhin schwarz auf weiß, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, dass die bekloppte Vampirarmee aus Seattle auf ihrem Mist gewachsen ist, auch wenn im Buch vorher schon ein paar mal erwähnt wird, dass sie wahrscheinlich dahinter steckt.
Victoria ist aber nicht alleine gekommen, nein so bekloppt wie ihre Vampirarmee ist die blutsaugende Meisterstrategin nicht, sie hat einen der bekloppten Vampire mitgenommen.
Auf der einen Seite also ein gedankenlesender Milchschnittevampir, ein im Kampf gegen Vampire geschulter Werwolf und …nun… Bella, und auf der anderen Seite ein Vampir, und ein bekloppter Vampir. Alleine wenn sich dich diese Aufstellung so anschaut, braucht man kein Kampfexperte zu sein, um einen klaren Favoriten zu sehen. Aber als Twilight-Leser sind wir uns ja sowieso schon ziemlich sicher, dass weder Bella noch Milchschnitte viel passiert, immerhin gibt es ja noch einen vierten Teil. Der namenlose Werwolf könnte rein theoretisch als Redshirt dran glauben, aber die Frage die ich mir zu diesem kleinen Scharmützel stelle ist eher folgende:
WARUM NIMMT VICTORIA NICHT GLEICH FÜNF VON IHREN VAMPIREN MIT, NUR UM AUF NUMMER SICHER ZU GEHEN?
Herrje, da ist ja jeder Bondbösewicht besser vorbereitet.
Na ja, erst versucht Milchschnitte das alte „Ich lese die Gedanken des Gefolgsmannes, und versuche ihn auf unsere Seite zu ziehen“, leider erfolglos, dann wird recht kurz gekämpft. Irgendwann wirft Bella auch einen Stein nach irgendwem, und kurz drauf sind die beiden Bösewichte tot.

Irgendwas scheint aber doch nicht ganz zu stimmen, denn Milchschnitte bekommt sowas wie einen telepathischen Anfall.
ENDLICH eilen die drei zum Hauptkampf, der dann auch schon vorbei ist, als man ankommt, und dem Leser – also mir – somit jede weitere Chance auf ein kleines bisschen Horrorshow nimmt.
Jacob ist verletzt. [Werwölfe Abgang Bühne links]

Dann scheint es für einen kurzen Moment aber erst richtig loszugehen: Die italienischen Obervampire aus Band zwei betreten die Szenerie. Ich – als Leser – denke mir: „Da hast du mich aber ganz schön an der Nase herumgeführt Stephenie! Ich hätte fast schon gedacht, dass es das jetzt wirklich gewesen war mit den epischen Kämpfen!“
Nun also, der unvermeidbare Konflikt mit den alten und mächtigen italienischen Glitzervampiren soll nun endlich ein für alle mal geklärt werden! Ein Kampf bis auf den Tod!?
Aber nein.
Statt dessen unterhält sich unsere Vampirfamile höflich mit den Italienern, welche ihrerseits freudig zur Kenntnis nehmen, dass das Problem mit den bekloppten Vampiren aus Seattle schon gelöst ist. Deswegen sind die nämlich den weiten Weg über den Atlantik gekommen. Die bekloppten Seattlevampire haben sich nicht an den Code gehalten. (Wahrscheinlich ist dieser Vampircode das, was man an einer Vampirakademie lernen kann)
Ach ja, die Italiener bringen noch den letzten von den bekloppten Seattlevampiren um, der sich ergeben hatte. Macht man wohl so bei denen. Die Italiener also so sinngemäß: „Huch! Das Problem hat sich ja schon erledigt! Da sieh‘ mal einer kuck! Könn‘ wir ja eigentlich auch wieder umkehren!“
Dann bedrohen sich die beiden Vampirgruppen noch ein wenig – gehört bei Vampiren wahrscheinlich zum guten Ton – und die Italiener ziehen wieder ab.

WHAT THE FUCKING FUCK?

Das war jetzt also schon die DRITTE Chance auf noch ein wenig Action, an der Stephenie Meyer aber gezielt vorbeischreibt. Was soll das? Ich sage mal voraus, dass der Kampf zwischen der Vampirarmee aus Seattle und der gemischen Vampir-Werwolfgruppe im Film sicher nicht ausgespart wird. Im Film zum Buch werden wir den Kampf sehen. Nur eben im Buch dürfen wir nicht drüber lesen. WARUM???

Wenig später besucht Bella dann irgendwann Jacob, dem es schon besser geht, am Krankenbett, und erklärt ihm sinngemäß: „Ich liepe tich Jacob, aba ohne ten Edwatt KANN ICH NICHT LEBÄN!!!1elf“, und dass es natürlich nicht das gute Aussehen Milchschnittes ist, an dem das liegt. Wird ja nur zufällig in jedem Zweiten Satz dieser Saga, die ja im Grunde nur Bellas Gedanken wiedergibt, erwähnt wie überirdisch supertoll Milchschnitte denn nun wirklich aussieht. Bei Licht betrachtet scheinen Milchschnitte sowieso kaum andere Attribute auszuzeichnen.
Aber wenn Edward so ein schielender Buckelfips mit Hinkefuss wäre, dann würde Bella ihn genauso lieben? Ich habe da so meine Zweifel. Das würde die Filme aber auf jeden Fall witziger machen, wenn Steve Buscemi oder so den Milchschnitte spielen würde.

Wäre Bella in ihn genauso verliebt?

Dann geht’s wieder bei den Cullens weiter, bei der freundlichen Vampirfamilie von Nebenan also. Und zwar – furchtbar spannend – mit Hochzeitsvorbereitungen. Dann will Michschnitte, der bisher ja immer auf der Hochzeit als Bedingung für den Nackenbiss bei Bella bestanden hat – plötzlich nicht mehr heiraten, sondern sie gleich beißen.
Dann ist sich Bella plötzlich nicht mehr sicher, ob sie überhaupt gebissen werden will, und will lieber heiraten.
Mädel entscheide dich!
Klar: Erst sich nicht entscheiden können, ob sie lieber den Werwolf oder den Vampir will, und dann ganz plötzlich heiraten wollen. Das wird bestimmt die super stabile Vampirehe.

Dann folgt noch ein kurzer Epilog, in dem Jacob ein wenig rumjammert, und dann ist das Buch vorbei.

Fazit:
Ich gebe ja zu, dass ich nicht zur Zielgruppe dieser Buchreihe zähle, aber trotzdem ist dieses Buch für mich bisher eindeutig das schlechteste in der Saga.
Wo die Action – und viel wichtiger: Die Spannung – in den ersten beiden Teilen erst recht spät kam, so hat der Plot doch irgendwie ausgereicht, um den Leser – ja sogar mich – ein Stück weit zu fesseln, und die ganze Sache mit den Obervampiren in Italien fand ich sogar ehrlich interessant.
Hier jedoch wird beim Leser gleich mehrmals der Eindruck erweckt, dass gleich irgendwas spannendes kommt, und dann kommt doch nix.
Ja, auch die anderen beiden Bücher hatten einen ziemlich lauen Spannungsbogen, aber die haben einem auch nicht mehr verspochen.

Mal sehen wie Teil 4 wird… Das dauert aber ne Weile, ich muss mich erst einmal erholen, und was richtiges Lesen. Zum Beispiel „Sturmhöhe“.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Feb
16
2010
1

Spätrömische Verhältnisse…

Weil im Prinzip zu den marktanarchistischen Verbalblödeleien des Herrn Westerwelle alles schon gesagt ist, wie es scheint, sogar schon in den Holzmedien (muss also wirklich schlimm sein, diesmal), hier nur ein Cartoon:

Oh, die Taz hat auch schon was drüber: LINK!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: , , ,

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Mrz
30
2010
14

Netzsperren – Das Europerium schlägt zurück

Eigentlich bin ich viel zu müde um drüber zu schreiben, aber ich muss wohl trotzdem. Allein der Vollständigkeit halber.
Nachdem keine Partei im Bundestag mehr die Netzsperren möchte – außer vielleicht die CDU, die sich je nach Tagesform entscheidet, sollen uns die Internetsperren nun, wie auch schon die verfassungswidrige Vorratsdatenspeicherung, durch die EU trotzdem serviert werden.

Eine angehende EU-Innen-Komissarin namens Cecilia Malmström hat dies mit ganz ähnlichen Scheinargumenten und polemischen Tiefschlägen gegen Bürgerrechtler gefordert.
Wieder mit den gleichen erwiesenermaßen falschen Tatsachenbehauptungen, oder zumindest ähnlichen.

Die Presse in Deutschland scheint ebenso alle Diskussionen des letzten Jahres über die Netzsperren vergessen zu haben, ebenso ist der Presse irgendwie abhanden gekommen, dass all der Bullshit, den Frau von der Leyen letztes Jahr verzapft hat bereits widerlegt ist.

Beim CDU-dominierten ZDF schreibt man schon wieder Jubelperserkommentare auf die Netzsperren, wie man hier bei Kennzeichen Digital nachlesen kann.
Bemerkenswert die Flut überwiegend sachlicher Kommentare, die haarklein den Text dort auseinandernehmen. Noch im letzten Jahr wären das nicht so viele gewesen.

Aber auch die ARD ist nicht besser, wenn man sich diesen Text hier bei WDR 2 ansieht.
Während die eine oder andere Zeitung tatsächlich reflektiert und im Angesicht der im letzten Jahr gesammelten Erfahrungen berichtet, wie hier die Süddeutsche oder hier die Taz, verzichtet der Öffentlich Rechtliche Rundfunkt darauf. Es scheint ganz so, als hätte die Politik hier mittlerweile nachhaltig für eine kritikfreie Hofberichterstattung gesorgt.

Ein kleiner Lichtblick der Öffentlich Rechtlichen ist nur der Beitrag von Mario Sixtus, ebenfalls erschienen auf dem ZDF-Blog.

Ich glaube ja immer noch, dass die meisten Politiker und Journalisten schlicht keine Ahnung haben, weil sie merkbefreit und Ober-Daus sind, aber es stimmt auch, dass es nicht das erste Mal ist, dass Sicherheitsgesetze, die so weit über das Ziel hinausschießen, dass Bürgerrechtler ihre nationale Umsetzung verhindern, das zweite Mal von Brüssel aus umgesetzt werden sollen.

Es ist einfach nur zum Kotzen. Und alle die die FDP als Bürgerrechtspartei gewählt haben, sehen ja nun, was sie davon haben.

Mrz
28
2010
1

Das „Trololo“-Phänomen

Vielleicht kennt ihr schon das Trololo-Phänomen, auch „russian Rickroll“ genannt.
Es handelt sich um das Video der Gesangsdarbietung eines russischen Sängers aus den 60ern, die ohne Text auskommt. Statt dessen singt der Sänger zu schmissiger 60s Musik onomatopoetische Geräusche.

Auf das Video wird unter falscher Linkbeschriftung verlinkt, um Leute drauf zu locken, wie man es auch schon von Rickroll her kennt.

Das Video hier ist gemeint:

Während ja Rick Astley mitterweile eher genervt reagiert, wird er auf das Rickroll-Phänomen angesprochen, reagiert der Sänger des Trololo-clips bemerkenswert fröhlich und geschmeichelt.

Auch die vielen Parodien seines über 40 Jahre alten Clips findet er weniger eine Parodie, als er in ihnen vielmehr „Leute, die Liebe geben“ sieht. 🙂

Aber seht selbst:

Und der Trololomann, der im richtigen Leben Edward Hill heißt, hat recht: Wenn einem im Internetzeitalter, wo jede Information in Sekundenschnelle sofort verfügbar ist, einem so viele Menschen so viel Zeit schenken, und sogar Antwortvideos produzieren, dann ist das im Prinzip das größte Kompliment, was einem Künstler gemacht werden kann.

In der heutigen Zeit, in dem die von Andy Warhol postulierten 15 Minuten Berühmtheit für jedermann schon Realität geworden sind, kann man sich nur wünschen auf diese Weise im Gespräch zu bleiben.

Mehr zu dem russian Rickroll-Phänomen und den russischen Sänger Edward Hill findet ihr hier bei Know your meme.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: ,
Mrz
23
2010
6

Mal so Mal so XVI: Doppelbindungsschilder

Um die Begrifflichkeiten erst einmal aus dem Weg zu räumen, hier eine kleine Erklärung des Wortes „Doppelbindungstheorie“ aus der gleichnamigen Wikipediaseite:

Die Doppelbindungstheorie (engl. double-bind theory, franz. double-contrainte) ist eine kommunikationstheoretische Vorstellung zur Entstehung schizophrener Erkrankungen. […] Die Doppelbindungstheorie beschreibt die lähmende, weil doppelte, Bindung eines Menschen an paradoxe Botschaften oder Signale und deren Auswirkungen. Die Signale können den Inhalt der gesprochenen Worte betreffen, oder Tonfall, Gesten und Handlungen sein.

Sich gegenseitig widersprechende Botschaften, die den Empfänger der Botschaft lähmen, und in einigen Fällen als die Ursache für schizophrene Erkrankungen gelten.
Nachdem ich heute mal auf Sylt wieder ein paar Fotos gemacht habe, wundert es mich gar nicht, dass man in Deutschland immer öfter beknackte Leute findet.
Theorie: Schuld ist der Schilderwald in Deutschland, der zwei oder mehr Sachen voneinander verlangt, die einander ausschließen.

Zur Untermauerung meiner Theorie folgende Fallbeispiele:

Beispiel 1:

Sie sind in Rantum als Tourist mit dem Fahrrad unterwegs, und wollen ein wenig über den Deich fahren.
Sie kommen an diese Stelle, wo man den Deich betreten könnte. Es sind zwei Schilder zu sehen, die Ihnen das erlaubte und verbotene Verhalten auf dem Deich klarmachen sollen:

Als sie Schild Nummer 1 lesen, sind Sie enttäuscht:

Befahren verboten. Das scheint eindeutig. Da man duch die kleine Pforte ja nun auch mit einem Smart nicht durchkommt, muss hier mit „Befahren“ das Befahren mit Fahrrädern gemeint sein.
Sie versuchen sich innerlich mit dem Gedanken anzufreunden, dass Sie Ihr Fahrrad schieben müssen, und schreiten zu der kleinen Pforte, als ihnen Schild Nummer 2 ins Auge fällt:

Hier ist plötzlich auch das Radfahren auf eigene Gefahr erlaubt, denn wenn es verboten wäre, wäre der Hinweis, dass Radfahren auf eigene Gefahr geschiet mehr als überflüssig.
Dürfen Sie nun Radfahren, oder nicht? Dass es zwei verschiedene Ämter zu sein scheinen, die Ihnen da Sachen verbieten und erlauben, macht die Entscheidung nicht einfacher. (es handelt sich übrigens nur um ein Amt, das seinen Namen aber öfter ändert als Prince Love Symbol Symbol Tafkap Prince.)

Nachdem Sie zur Sicherheit doch zu Fuß gelaufen sind, nach einiger Zeit keine Lust mehr hatten, und den selben Weg zurückgehen, sehen Sie, dass auf dem Rücken des einen Schilds folgender Spruch angebracht ist:

Sie lachen nicht

Beispiel 2:

Diesmal haben Sie den Drahtesel zur Sicherheit zu hause gelassen, und fahren mit ihrem Auto nach Hörnum. Sie sehen, dass ein riesiger Stau die Ortseinfahrt verhindert. Offenbar werden dort Strassenarbeiten erledigt, und so ist nur eine Spur befahrbar.

Sie wollen nicht warten, sondern endlich was sehen, kehren um, und fahren auf den nächsten Parkplatz in den Dünen. Von hier aus gibt es sicher einen Zugang zum Strand, denken Sie sich, und nehmen ihren Fotoapparat mit.

Ein paar Fotos vom Meer machen sich sicher gut, wenn sie erst einmal wieder zu hause in Mettmann sind, und ihre Freunde und Bekannten mit einer ausgedehnten Diashow ärgern.

Sie kommen an eine Weggabelung. Links geht es einen gepflasterten Weg hoch zu etwas, was dem Laien nach einer Radaranlage aussieht, geradeaus geht es scheinbar zum Strand.

Auch hier sind wieder zwei Schilder angebracht:

Sie entscheiden sich zuerst für den linken Weg, und lesen das Schild, an dem sie vorbeikommen aufmerksam.
Wenn hier Militär ist, dann liest man sich besser vorher ganz genau durch, was man machen darf. Darf man betreten? Betreten müsste man eigentlich dürfen, denn an Ihnen sind schon etliche Urlauber vorbeigekommen. Darf man fotografieren? Wenn nicht, wäre es schade, aber bevor man sich erschießen lässt… Liegen hier Landminen oder Blindgänger? Man weiß ja nie. Auf dem Schild lesen sie folgendes:

Wieder alles auf eigene Gefahr, aber da es weder eisglatt noch nass ist, beschließen Sie es zu wagen, und da die Fotografie hier auch nicht verboten ist, freuen Sie sich auf ein paar nette Fotos von dem Radarstand runter auf’s Meer.
Übungszeiten scheinen nicht zu sein, denn es sind keine Soldaten zu sehen, und auf dem Parkplatz stehen auch keine Bundeswehrfahrzeuge.

Sie laufen also den gepflasterten Weg rauf, und machen ein paar Fotos vom Meer. Einen hübschen Ausblick hat man ja von hier, denken Sie sich, denn die Insel ist hier sehr schmal, und man kann auf beiden Seiten die Nordsee sehen.

Nun gehen Sie wieder herunter, und beschließen an den Strand zu gehen, den anderen Weg entlang also. Menschen kommen Ihnen vom Strand entgegen, als sie dann auf Schild Nummer 2 stoßen:

„Oben auf das Radarding darf man rauf, aber der Strand ist ein militärischer Sicherheitsbereich? Und es wird geschossen?“, denken Sie verblüfft, während ihnen weiter Urlauber vom Todesstrand entgegen kommen. Von oben aus haben sie auch welche am Strand sehen können. Ob die wussten, dass sie sich in einem militärischem Sicherheitsbereich aufhalten?
Wie verhalten Sie sich? Riskieren Sie es an den Strand zu gehen, obwohl der eine Standortälteste es ihnen verboten hat? Oder berufen Sie sich auf das erste Schild, auf dem derselbe Standortälteste das Betreten nur verbietet, wenn Manöverübung oder so ist?

Sie entscheiden sich hurtigst zu Ihrem Auto zu rennen, und schnell wieder in Ihre Ferienwohnung zu flüchten.

Meine Frage zu solchem Schilderirrsinn:
Werden einfach immer nur neue Schilder aufgestellt? Kontrolliert keiner mal, ob diese Schilder sich widersprechende Botschaften enthalten?

Mrz
19
2010
3

Extreme Twilight-Acting Method

Wer sich schon immer gewundert hat, was das gewisse je ne sais quoi, der Schauspielkunst von Kirsten Kristen Steward, dem Star der Twilight Reihe, sein könnte, dem wird ebendies in folgendem Video enthüllt:

Genau! Sie macht irgendwas mit den Lippen, und das stets und ständig.

Irgendwie muss ich dran denken, wie Bellas und Edward Ehe irgendwann später mal aussieht, sagen wir, wenn die beiden irgendwo sitzen, in der Woche in der Edward gerade pensioniert wurde, und Bella nun zuhause nervt:

Edward: (schaut als müsse er aufs Klo)

Bella: Hör‘ auf damit!

Edward: Womit?

Bella: Mit deinem Tick!

Edward. Was für einem Tick?

Bella: Immer kuckst du so, als müsstest du aufs Klo!

Edward: Das ist kein Tick, das ist eine liebenswerte Eigenart! (kuckt als müsste er aufs Klo)

Bella: Da! Du machst es schon wieder!

Edward: Na und? Dann lass mich doch! Ausserdem machst DU ja immer so! (beißt sich auf die Lippen)

Bella: Garnicht!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Filme | Schlagwörter: , ,
Mrz
19
2010
5

Professor Alex van Ludovico im Interview

Professor Alex Dimm van Ludovico, frei erfundener Direktor des frei erfundenen „Institut für Gewaltforschung, Stumpfe Gegenstände und Prävention“ (IGSGP) in Buchholz in der Nordheide, spricht mit mir über die Gewalt in der Welt, und ihre Ursachen.

Professor Alex Dimm van Ludovico (IGSGP)

Professor van Ludovico, es gibt in dieser Zeit ja nun ziemlich viel Gewalt.

Ludovico: Ja, das ist richtig. Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht in den Nachrichten von irgendwelchen schlimmen Dingen erfährt. Unser Institut hat diese Dinge, diese schlimmen Dinge untersucht, und ist zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

Was haben Sie herausgefunden?

Ludovico: Es liegt alles an den Computerspielen.

Sie sehen mich überrascht. Das sind in der Tat erstaunliche Ergebnisse.

Ludovico: Ja. Die ganzen Amokläufe in der letzten Zeit sind allesamt durch Counterstrike Source ausgelöst worden. Einem gewalthaltigen Spiel, indem es aussließlich um die brutale Exekution von menschlichen Geiseln geht.
Ohne dieses spezielle Spiel hätten viele Leben gerettet werden können.

Aber es gab doch sicher vor Computerspielen auch schon Gewalt. Was ist zum Beispiel mit dem zweiten Weltkrieg?

Ludovico: Der zweite Weltkrieg ist zwar aus einer explosiven gesellschaftlichen Lage nach dem ersten Weltkrieg entstanden, mit dem Zusammenbruch der Börsen am schwarzen Freitag und allem, ohne das Computerspiel „Battlefield 1942“ welches damals noch offen über die Ladentische ging, wären die Menschen damals nie auf die Idee gekommen, sich gegenseitig mit echten Schusswaffen tot zu schießen.
Besagte Gewalt-Computer-Killer-Mörderspiele haben schon immer für eine Desensibilisierung der Menschen gesorgt, die sie gespielt haben, und leider waren damals auch die führenden Köpfe in der Politik keine Ausnahme.
Aus den in den 80er Jahren aufgetauchten Tagebüchern Adolf Hitlers wissen wir, dass er dieses Spiel in seiner Zeit in Festungshaft im Landsberger Gefängnis gespielt hat, und offenbar auch „einen Highscore aufgestellt hat“, wie man unter Computerspielern sagt.

Sollen die Tagebücher von Hitler nicht gefälscht gewesen sein?

Ludovico: Nur weil eine Quelle unglaubwürdig ist, heißt es noch nicht, dass auch die aus ihr kommenden Informationen falsch sein müssen.
Wir haben mittels modernster Methoden die Computerspielleidenschaft von Adolf Hitler nachweisen können.
Nebenbei – und das ist nur eine seltsame Eigentümlichkeit am Rande – soll er Abba gehört haben.

A-ha…

Ludovico: Nein. Abba. Nicht A-ha.

Äh… ja. Das sind merkwürdige Neuigkeiten.
Aber es gab ja doch schon vorher Gewalt, oder?

Ludovico: Ja, sicherlich. Nur Computerspiele dran schuld, in denen der Spieler eine kämpferische Rolle übernimmt, die er dann – wenn der Kick nicht mehr ausreicht – auch im richtigen Leben einnehmen möchte.

Aber… Aber es gab doch auch vorher schon Gewalt, ich meine, was ist mit dem ersten Weltkrieg?

Ludovico: Unsere neuesten Forschungen haben enthüllt, dass der erste Weltkrieg durch eine Betaversion des Killerspiels „World of Warcraft“ entstanden ist. Einem Spiel in dem man Truppen anführen muss, Flugzeuge fliegen und Panzer steuern.

Ach. So alt ist World of Warcraft schon?

Ludovico: Ja, sicherlich. Schauen sie sich nur mal die Grafik an.

Okay, das ist ein Punkt. Aber Kriege ziehen sich doch durch die gesamte Menschheitsgeschichte… Was ist zum Beispiel mit dem trojanischen Krieg?

Ludovico: Der trojanische Krieg wurde durch eine Reihe besonders brutaler Infocom-Textadventures ausgelöst. Damals hat man sich eben noch ohne Grafik in eine agressive Stimmung bringen müssen.

Vielen Dank Professor Ludovico.

Wer dieses Interview komplett beknackt und vor allem unrealistisch fand, der sollte sich mal folgendes, echtes Interview durchlesen: „Eine Machotruppe“ (FR-Online)

Mrz
17
2010
7

Populismus Galore

Man weiß ja schon gar nicht mehr, wie man den Spruch „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte“ abwandeln soll, um dem neuen Niveau gesellschaftspolitischen Ekels Ausdruck zu verleihen, auf den einen die Politik nun schon wieder katapultiert hat.

Erst kommt der Bundesaußenguido, und lästert über die bösen HartzIV-Empfänger, die „Leistungsträger“ wie ihn ja ach so viel Geld kosten – ganz im Gegensatz zu den Bankenbailouts, die ja nur das vielfache gekostet haben.
Aber das kann man ja sowieso nicht vergleichen.
Banken sind doch systemrelevant. Im Gegensatz zu Menschen.

Dann kommt Guido mit „Die sollen doch alle Schneeschippen!“ (Zeit) und fühlt sich dann von dem Aufschrei in der Öffentlichkeit auch noch bestätigt.
Zu Guido gäbe es nich mehr zu sagen, zu den Mauschelei-Vorwürfen, und der Art und Weise, wie er sie einfach „ungehörig“ findet, und sich sie „verbietet“ (Tagesspiegel).
Aber das ist hier nicht das Thema.

Statt dessen geht es mit der SPD weiter, deren NRW-Spitzenfrau Hannelore Kraft allen Ernstes fordert, dass Hartzler zum Strassenfegen eingesetzt werden (Süddeutsche). „Arbeit schafft Würde“ ((NRWSPD) übertitelt sie dies – ungeschickt oder wohl kalkuliert – auf ihrem Online-Portal. Nicht nur der Taz fallen lustige Naziwortspiele dazu ein.
Aber das sei ja ganz was anderes, als was wo der Guido fordert! Bei ihr sei das ja optional.
Nur Sanktionen soll es halt geben, wenn man nicht Strassenfegen will. (aufschreibblog)

Klar: „Freiwillig! Strassenfegen! Sofort! Sonst Sanktionen! Ab, ab!“

Super freiwillig, oder? „Freiwillig, sonst Beule!!!“, ist ja im Prinzip auch der Weg, den die FDP für die Hartzler und den Ausbau des Niedriglohnsektors in Deutschland vorgesehen hat.
Eigentlich passen SPD und FDP schon wieder prima zusammen, nur eine Koalition zwischen den beiden Parteien wäre wohl weder sozial noch liberal, und schon gar nicht sozialliberal.

Nagut, da denkt man halt… SPD, die konnte man ja schon bei der letzten Wahl nicht wählen, die sind halt neoliberal geworden… Na und? Passiert halt.
Dann kommt auch schon der neue Tiefpunkt:

In einem Gastbeitrag in der FAZ schreibt ein Herr Professor Gunnar Heinsohn erst einmal seine, durch falsch zitierte Statistiken gefärbte, Sicht der Dinge auf. Der Tenor: Zu wenige Kinder werden geboren, und aus zu vielen von denen, die geboren werden später dumme Menschen.
Die wenigen schlauen Menschen, die das deutsche Volk so hervorbringe, seien aber durch die hohen Sozialabgaben so verärgert, dass viele davon das Land verlassen.
Ob das wirklich an den hohen Sozialabgaben liegt, oden nicht vielleicht eher daran, dass man, wenn man bedürftig ist, nichts mehr dafür bekommt, dass man mal eingezahlt hat, lasse ich für die Beurteilung durch den Leser mal dahingestellt.

Dann verlässt Herr Heinsohn das sichere Gelände der falsch zitierten Statistik, und zitiert statt dessen nicht näher genannte „realistische Szenarien“.
Bald müssten die wenigen schlauen Menschen für all die Dummen und Alten mitverdienen, die in Rente sind, oder HartzIV beziehen.
Und schlimmer noch: Im Vergleich zu den schlauen Menschen in Deutschland, vermehren sich die Hartzler geradezu wie die Karnickel!
Das sehen wir ja auch tagtäglich in den Talkshows am Mittag, oder?

Was also tun? Mehr Geld in die Bildung stecken? Bessere Bildungschancen für Kinder von Geringverdienern schaffen? Nö. Der Vorschlag kommt nicht. Würde ja auch Geld kosten.
Herr Heinsohn schlägt vor – so lautet ja auch der Titel seines Kommentars – die Sozialhilfe einfach mal auf 5 Jahre zu begrenzen, damit die bildungsfernen Gebärapparate nicht mehr so viele Ausschusskinder produzieren.
Dann hat man zwar weniger Kinder, aber man kann ja schlaue Leute aus dem Ausland importieren, wo es noch ein funktionierendes Schulsystem gibt.

Soweit der erfrischend menschenverachtende Kommentar von Herrn Heinsohn.

Vielleicht spekuliert Herr Heinsohn sogar darauf. das Schulsystem – bis auf ein paar Privatschulen vielleicht – in Deutschland ganz abzuschaffen, und ganz ins Ausland outzusourcen. Da müsste man da ja noch weniger Sozialabgaben zahlen. Seiner Argumentation folgend, wäre das eine „logische“ Weiterführung.

Ich Frage mich: Und was passiert mit den Ex-HartzIV Empfängern? Nun erst einmal werden die sich noch mehr um die Jobs kloppen als sowieso schon. Heute will schon keiner wirklich auf HartzIV angewiesen sein, aber wenn man es nur noch 5 Jahre bekommt, werden es sicher einige noch eiliger haben einen Job zu bekommen.
Da es nun aber nicht genug Jobs gibt, und Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, können die Löhne im Niedriglohnsektor noch weiter gesenkt werden.
Wenn es Menschen gibt, die NIX mehr kriegen, braucht man den Leuten erst recht nicht mehr genug zahlen, damit sie menschenwürdig leben können. Es reicht ja, wenn sie sich ’ne Dose Katzenfutter zum Essen kaufen können, damit sie am nächsten Tag wiederkommen.
Viele werden Betteln gehen müssen. Zahlreiche werden erfrieren oder vielleicht sogar verhungern. Aber dann ist man sie ja auch los, und muss nur noch einmalig ihre Beerdigung bezahlen.

Die neoliberalen Geldsäcke werden jubeln!

Da fragt man sich wirklich, was als nächstes kommen soll.
…und das schärfste an der ganzen Sache ist noch, dass ich als Steuerzahler den feinen Herrn Professor mitfinanzieren muss.

Schöner auseinanderklabüstert, als ich es könnte, hat man den Kommentar übrigens bei Telepolis:

Mrz
09
2010
4

Gute Argumente, Polemik und Flachpfeifen

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Politisches,Psychologisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: ,
Mrz
07
2010
9

Ubisoft das neue EA?

Während EA eingesehen hat, dass DRM eher kontraproduktiv ist, wenn es um das Thema Kundenzufriedenheit geht, und in Zukunft ganz auf solche Scherze verzichten will, dreht Ubisoft nun scheinbar umso doller am „Alle wollen uns beklauen“-Rad.

Symbolbild: Wie ich mir vorstelle, daß sich Spielevertriebsfirmen Raubkopien vorstellen

Musste man sich bei EAs Bioshock anfangs noch alle drei Tage online den Computer scannen lassen, damit die Firma auch ja wusste, dass man inzwischen nicht doch auf eine Raubkopie umgestiegen ist, und war es bei Spore noch nötig den Computer erst einmal auf-Deubel-komm-raus online zu bekommen, bevor man mit dem spielen loslegte, so ist nun beim aktuellen „Mass Effect 2“ keine der beiden Drangsalierungsmaßnahmen mehr nötig, um nur das Spiel zu spielen.
Online anmelden muss man sich zwar, wenn man die kostenlosen Zusatzinhalte runterladen und freischalten will, aber wer halt mehr Wert auf die Integrität seines Rechners legt, als auf irgendwelchen elektronischen Firlefanz, der braucht auch das nicht zu machen.
Und wie schon erwähnt: Sims3 hat sich auch ohne Hightech-Kopierschutz-Schwachsinn verkauft wie geschnitten Brot.

Bei Ubisofts neuem Spiel „Assasins Creed 2“, gibt es nun einen neuen Tiefpunkt in der langen aber traurigen Geschichte der Kundendrangsalierung aus digitaler Paranoia heraus.
So wie ich das System verstanden habe, muss man IMMER online sein, wenn man das Spiel spielen will.
Man stelle sich vor, man kauft sich einen Rasenmäher, und darf den dann nur benutzen, während man die teure Servicehotline des Herstellers am Telefon hat. Klingt bescheuert, ist es auch, ist aber in der Sache das selbe.

Ach ja, wie gut dieses supertolle Online-System funktioniert, zumindest bei der Drangsalierung von Kunden, kann man hier nachlesen.

Hier gibt es noch mehr zu dem Thema: LINK!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Technisches,Wahnhaftes | Schlagwörter:
Mrz
02
2010
7

Zwielichtige Vampire III

In diesem Artikel möchte ich den dritten Band der Twilight-Reihe auseinandernehmen, wie ich auch schon Band eins und zwei kritisiert habe. Die Rezensionen zu den Büchern findet ihr hier: Link und hier: Link.

Auch im wirklichen Leben Erzrivalen? Wölfe und Fledermäuse.

Nun aber Band 3, der da heißt „Biss zum Abendrot“.

*

Ich muss gestehen, dass ich einige Hoffnung hatte,  die Reihe würde nun immer besser werden. Immerhin war das erste Buch der Erstling von Stephene Meyer, da kann man noch einiges durchgehen lassen, und das zweite Buch empfand ich als um einiges besser als das erste. „Wird schon!“, dachte ich mir, vielleicht ist das dritte ja – analog zur Harry Potter Reihe – das beste?

Aber nein.  Der dritte Band der Twilight-Reihe war – für mich persönlich – die bisher schmerzhafteste Vampirerfahrung:

Die Charaktere empfand ich weiterhin als eindimensional, die Handlung, Spannung und der Plot lassen lange auf sich warten, und sowas wie einen Spannungshöhepunkt sucht man vergebens.

Bella hat immer noch den Hausarrest, den sie nach den Ereignissen im zweiten Band aufgebrummt bekommen hatte. Sie liest um sich die Zeit zu vertreiben in Emily Brontës „Sturmhöhe“. Schön, wenn einen schlechte Bücher an gute Bücher erinnern, die man statt dessen lesen könnte. Aber na ja.

Um den Plot des Buches nicht noch weiter zu behindern, als es die Autorin ohnehin schon tut, erlässt Bellas Vater dieser zu Beginn des Buches dann aber den restlichen  Hausarrest.

Bella leidet aber trotzdem weiter, weil sie Jacob nicht besuchen darf. Das hat ihr nicht etwa ihr Vater verboten, nein im Gegenteil, der würde sich freuen. Das Verbot wurde ihr von Milchschnitte auferlegt, weil Werwölfe eben nun einmal gefährlich sind …sagt der Vampir. Anrufen kann Bella Jacob auch nicht, weil der dann sowieso nicht abnimmt.

Der ganze erste Teil des Buches besteht dann auch aus Bella, die ihren Vampirfreunden ausbüxt um sich mit Jacob zu treffen, der sie dafür anmault, dass sie sich mit Vampiren rumtreibt, nur damit sie sich dann später mit Milchschnitte darüber streiten kann, dass sie sich mit Werwölfen rumtreibt.

Bella beim ruhigen, analytischen Nachdenken

Ausserdem streitet sie sich mit Milchschnitte auch noch darum, dass sie aber nicht heiraten will, wie er es ihr zur Bedingung gemacht hat, wenn sie je gebissen werden will, darüber dass Bella gerne mit Milchschnitte ins Bett will, der das aber für zu gefährlich hält, und das Bella möglichst gestern zum Vampir gemacht werden möchte.

Dieser Themenkomplex füllt mindestens das halbe Buch, und den fand ich unglaublich langweilig, und Bella wird dadurch, dass sie aber ALLES will und zwar SOFORT, auch nicht wirklich sympathischer.

Über Milchschnitte erfährt man derweil herzlich wenig, dabei gäbe es da so viel interessantes, was man hätte erzählen können, immerhin ist Milchschnitte über 90 Jahre alt. Einige Fragen, die ich mir unwillkürlich bei der Lektüre des Buches stellte, waren zum Beispiel:

– Was hat er all die Jahre getrieben? Er kann ja schließlich nicht immer nur zuhause gehockt haben in all den Jahren?

– War Milchschnitte vielleicht schon mal verheiratet? Wen ja mit wem, wenn nein warum nicht?

– Wie genau ging es Milchschnitte damit, als er zum Vampir gemacht wurde? War seine Eingewöhnungszeit schlimm? Das wird zwar hin und wieder mal ominös angerissen, Einzelheiten erfahren wir aber nicht.

– Hat Milchschnitte eigentlich noch andere Hobbies außer „Claire de Lune“ spielen? Fotografiert er? Spielt er Shuffleboard in der Olympiamannschaft? Irgendwas?

Man erfährt so ziemlich genau NICHTS. Das ganze Buch, vom Pro- und Epilog einmal abgesehen, ist eine einzige Abschrift von Bellas Gedanken, und selbst sie stellt diese Fragen nicht. Auch Milchschnitte stellt keine Fragen, obwohl Bella die einzige Person ist, deren Gedanken er nicht lesen kann.

Statt dessen vergeudet man seine Zeit mit Eifersüchteleien und Beziehungsstress.

Na ja, irgendwann klopft dann die Handlung leise an. Die Vampirfreunde finden heraus, dass irgendein unbekannter Vampireinbrecher in Bellas Zimmer war, und – salopp ausgedrückt – ihre Unterwäsche geklaut hat. Könnte dies mit Victoria zu tun haben? Der Vampirin, die Bella umbringen will, weil sie diese für den Tod ihres Freundes verantwortlich macht, der Bella umbringen wollte? Wer weiß, wer weiß?

Noch sowas: Warum wollen alle Vampire immer Bella umbringen? Schwitzt sie Blut, oder was? O_o

Außerdem kommt es in Seattle zu einer Reihe von Gewaltverbrechen, die Milchschnitte fachkundig für von stümperhaften Vampiren verübt hält.

Das hab ich jetzt aber schon sehr komprimiert, dazwischen müsst ihr euch noch jede Menge Gejammer von Bella vorstellen. Bella ist entweder traurig, weil sie aber mit Jacob zusammen sein will, weil sie aber nicht heiraten will, weil sie aber poppen will, weil sie aber keine Geburtstagsfeier will oder weil sie will, dass Vampire und Werwölfe sich vertragen.

Weiter künstlich aufgebläht hat Stephenie Meyer ihr Buch mit den schon aus Band eins und zwei bekannten Beschreibungen des „überirdischen“ Aussehens von Milchschnitte. Diese Beschreibungen hat sie aber dann doch ein wenig verändert. Mir ist diesmal nicht einmal aufgefallen, dass sie darüber schreibt, wie „schön aber gefährlich“ oder „gefährlich aber auch schön“ Milchschnitte ist, statt dessen wird er mit Michelangelos David verglichen, der nach neuesten Untersuchungen ja schwere Haltungsschäden hat, aber das war sicher nicht gemeint.

Bis dann endlich mal was annäherd spannendes passiert, sollen dann insgesamt auch 3/4 des Buches, gefüllt mit solchem Geschwafel, vergehen.

Okay, Handlung:

Irgendwann im hinteren Teil des Buches feiern die Cullens, die nette vegetarische Vampirfamilie von nebenan, für Bella eine Geburtstagsparty. Bella möchte zwar nur ungern im Mittelpunkt stehen, doch die Vampirwahrsagerin, die scheinbar von den Sitten und Gebräuchen von Normalsterblichen besessen ist, möchte unbedingt eine Geburtstagsparty ausrichten. Viele von Bellas menschlichen Freunden, die außer im ersten Teil der Saga jedoch kaum eine Rolle mehr spielen kommen auch.
Dummerweise hat Bella quasi aus Versehen auch Jacob eingeladen, der sich das nicht zweimal sagen lässt, und prompt mit ein paar anderen Werwölfen im Schlepptau vorbeikommt.
„Super!“, denkt sich der Leser – bzw. ich zumindest – „Endlich passiert mal was! Gleich gibt’s Fratzengeballer!“
Aber nein.
Die Vampire verlassen sicherheitshalber die Party, vielleicht aus Angst, Höflichkeit oder weil die Werwölfe so grässlich riechen. Vielleicht auch aus einer Kombination von allen drei Dingen.
Bella unterhält sich ein wenig mit den Werwölfen, die ich nur mit dem Prädikat „halbstark“ versehen kann, bis sie dann von der Wahrsagevampiren zu erfahren bekommt, dass die bekloppten Vampire aus Seattle bald angreifen.

Fast augenblicklich vertragen sich die Werwölfe mit der Vampirfamilie um gegen die gemeinsame Bedrohung aus Seattle zu kämpfen. Herrje, die Vampire und die Werwölfe studieren sogar gemeinsam Kampftechniken ein, während eifrig beratschlagt wird, Was mit Bella geschehen soll.
Der Leser – also ich – denkt sich „Nagut, kein Vampir-vs.-Werwolf-Fratzengeballer, aber dafür immerhin ein episches Gemetzel zwischen Vampiren und Werwölfen auf der einen, und bekloppten Vampiren aus Seattle auf der anderen Seite.“ Immerhin, das würde zwar nicht für den emotionalen Gedankenmüll entschädigen, den ich bisher lesen musste, wäre aber mal ein Friedensangebot an den Leser – also an mich.
Und mal ehrlich: Da kann man doch was draus machen oder? „Vampire gegen Werwölfe“ ist ja schon ein wenig wie „Underworld“ aber „Vampire und Werwölfe gegen Vampire“ das ist ja mindestens… …wie 2x „Underworld“!

Die Werwolf-Vampir-Allianz

Aber nein.
Bella, der die Handlung des Buches ja folgt wie der treue Hund Toto aus dem „Zauberer von Oz“ wird von Jacob, Milchschnitte und einem anderen Werwolf, an dessen Namen ich mich nicht erinnere, fortgebracht. Milchschnitte kommt übrigens nur mit, weil Balla NICHT OHNE IHN LEBEN KANN!!!!1elf  Zuerst war der Plan, dass er nicht mitkommt, aber da wurde Bella unglaublich traurig.
Nun kommt Milchschnitte mit, so dass Bella unglaublich traurig darüber sein kann, dass vielleicht Untote, die sie mag, sterben, weil Edward nicht am epischen Fratzengeballer teilnehmen kann.
Bella wird von den drei Gescheiten auf dem Weg nach Nirgendwo also in den Wald gebracht, wo sie fast erfriert. Aber immerhin erfriert sie ja in Sicherheit, ist ja auch schon mal was. „Aus medizinischen Gründen“ kuschelt sich Jacob in ihrem Schlafsack an sie, während Milchschnitte draußen steht, und und sich darüber ärgert, dass er sich nunmal so anfühlt, als würde er im Kühlregal aufbewahrt.
Anderswo tobt vielleicht schon ein episches Gemetzel von den Ausmaßen der Schlacht von Helms Klamm, aber davon bekommen wir ja nichts mit, weil wir als Leser quasi Bella beim Schlafen zuschauen.
Danke Stefenie!

Selbst Jacob wird das zu langweilig, woraufhin er ab zum Kampf geht. Sogar er bekommt mehr Action mit als der Leser dieses Buches.
Kaum denkt man sich das, passiert tatsächlich mal was:
Das Camp wird angegriffen, und zwar von *Überraschung!* Victoria. Wer hätte das nur ahnen können? Aber nun haben wir es immerhin schwarz auf weiß, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, dass die bekloppte Vampirarmee aus Seattle auf ihrem Mist gewachsen ist, auch wenn im Buch vorher schon ein paar mal erwähnt wird, dass sie wahrscheinlich dahinter steckt.
Victoria ist aber nicht alleine gekommen, nein so bekloppt wie ihre Vampirarmee ist die blutsaugende Meisterstrategin nicht, sie hat einen der bekloppten Vampire mitgenommen.
Auf der einen Seite also ein gedankenlesender Milchschnittevampir, ein im Kampf gegen Vampire geschulter Werwolf und …nun… Bella, und auf der anderen Seite ein Vampir, und ein bekloppter Vampir. Alleine wenn sich dich diese Aufstellung so anschaut, braucht man kein Kampfexperte zu sein, um einen klaren Favoriten zu sehen. Aber als Twilight-Leser sind wir uns ja sowieso schon ziemlich sicher, dass weder Bella noch Milchschnitte viel passiert, immerhin gibt es ja noch einen vierten Teil. Der namenlose Werwolf könnte rein theoretisch als Redshirt dran glauben, aber die Frage die ich mir zu diesem kleinen Scharmützel stelle ist eher folgende:
WARUM NIMMT VICTORIA NICHT GLEICH FÜNF VON IHREN VAMPIREN MIT, NUR UM AUF NUMMER SICHER ZU GEHEN?
Herrje, da ist ja jeder Bondbösewicht besser vorbereitet.
Na ja, erst versucht Milchschnitte das alte „Ich lese die Gedanken des Gefolgsmannes, und versuche ihn auf unsere Seite zu ziehen“, leider erfolglos, dann wird recht kurz gekämpft. Irgendwann wirft Bella auch einen Stein nach irgendwem, und kurz drauf sind die beiden Bösewichte tot.

Irgendwas scheint aber doch nicht ganz zu stimmen, denn Milchschnitte bekommt sowas wie einen telepathischen Anfall.
ENDLICH eilen die drei zum Hauptkampf, der dann auch schon vorbei ist, als man ankommt, und dem Leser – also mir – somit jede weitere Chance auf ein kleines bisschen Horrorshow nimmt.
Jacob ist verletzt. [Werwölfe Abgang Bühne links]

Dann scheint es für einen kurzen Moment aber erst richtig loszugehen: Die italienischen Obervampire aus Band zwei betreten die Szenerie. Ich – als Leser – denke mir: „Da hast du mich aber ganz schön an der Nase herumgeführt Stephenie! Ich hätte fast schon gedacht, dass es das jetzt wirklich gewesen war mit den epischen Kämpfen!“
Nun also, der unvermeidbare Konflikt mit den alten und mächtigen italienischen Glitzervampiren soll nun endlich ein für alle mal geklärt werden! Ein Kampf bis auf den Tod!?
Aber nein.
Statt dessen unterhält sich unsere Vampirfamile höflich mit den Italienern, welche ihrerseits freudig zur Kenntnis nehmen, dass das Problem mit den bekloppten Vampiren aus Seattle schon gelöst ist. Deswegen sind die nämlich den weiten Weg über den Atlantik gekommen. Die bekloppten Seattlevampire haben sich nicht an den Code gehalten. (Wahrscheinlich ist dieser Vampircode das, was man an einer Vampirakademie lernen kann)
Ach ja, die Italiener bringen noch den letzten von den bekloppten Seattlevampiren um, der sich ergeben hatte. Macht man wohl so bei denen. Die Italiener also so sinngemäß: „Huch! Das Problem hat sich ja schon erledigt! Da sieh‘ mal einer kuck! Könn‘ wir ja eigentlich auch wieder umkehren!“
Dann bedrohen sich die beiden Vampirgruppen noch ein wenig – gehört bei Vampiren wahrscheinlich zum guten Ton – und die Italiener ziehen wieder ab.

WHAT THE FUCKING FUCK?

Das war jetzt also schon die DRITTE Chance auf noch ein wenig Action, an der Stephenie Meyer aber gezielt vorbeischreibt. Was soll das? Ich sage mal voraus, dass der Kampf zwischen der Vampirarmee aus Seattle und der gemischen Vampir-Werwolfgruppe im Film sicher nicht ausgespart wird. Im Film zum Buch werden wir den Kampf sehen. Nur eben im Buch dürfen wir nicht drüber lesen. WARUM???

Wenig später besucht Bella dann irgendwann Jacob, dem es schon besser geht, am Krankenbett, und erklärt ihm sinngemäß: „Ich liepe tich Jacob, aba ohne ten Edwatt KANN ICH NICHT LEBÄN!!!1elf“, und dass es natürlich nicht das gute Aussehen Milchschnittes ist, an dem das liegt. Wird ja nur zufällig in jedem Zweiten Satz dieser Saga, die ja im Grunde nur Bellas Gedanken wiedergibt, erwähnt wie überirdisch supertoll Milchschnitte denn nun wirklich aussieht. Bei Licht betrachtet scheinen Milchschnitte sowieso kaum andere Attribute auszuzeichnen.
Aber wenn Edward so ein schielender Buckelfips mit Hinkefuss wäre, dann würde Bella ihn genauso lieben? Ich habe da so meine Zweifel. Das würde die Filme aber auf jeden Fall witziger machen, wenn Steve Buscemi oder so den Milchschnitte spielen würde.

Wäre Bella in ihn genauso verliebt?

Dann geht’s wieder bei den Cullens weiter, bei der freundlichen Vampirfamilie von Nebenan also. Und zwar – furchtbar spannend – mit Hochzeitsvorbereitungen. Dann will Michschnitte, der bisher ja immer auf der Hochzeit als Bedingung für den Nackenbiss bei Bella bestanden hat – plötzlich nicht mehr heiraten, sondern sie gleich beißen.
Dann ist sich Bella plötzlich nicht mehr sicher, ob sie überhaupt gebissen werden will, und will lieber heiraten.
Mädel entscheide dich!
Klar: Erst sich nicht entscheiden können, ob sie lieber den Werwolf oder den Vampir will, und dann ganz plötzlich heiraten wollen. Das wird bestimmt die super stabile Vampirehe.

Dann folgt noch ein kurzer Epilog, in dem Jacob ein wenig rumjammert, und dann ist das Buch vorbei.

Fazit:
Ich gebe ja zu, dass ich nicht zur Zielgruppe dieser Buchreihe zähle, aber trotzdem ist dieses Buch für mich bisher eindeutig das schlechteste in der Saga.
Wo die Action – und viel wichtiger: Die Spannung – in den ersten beiden Teilen erst recht spät kam, so hat der Plot doch irgendwie ausgereicht, um den Leser – ja sogar mich – ein Stück weit zu fesseln, und die ganze Sache mit den Obervampiren in Italien fand ich sogar ehrlich interessant.
Hier jedoch wird beim Leser gleich mehrmals der Eindruck erweckt, dass gleich irgendwas spannendes kommt, und dann kommt doch nix.
Ja, auch die anderen beiden Bücher hatten einen ziemlich lauen Spannungsbogen, aber die haben einem auch nicht mehr verspochen.

Mal sehen wie Teil 4 wird… Das dauert aber ne Weile, ich muss mich erst einmal erholen, und was richtiges Lesen. Zum Beispiel „Sturmhöhe“.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Gruseliges,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Feb
16
2010
1

Spätrömische Verhältnisse…

Weil im Prinzip zu den marktanarchistischen Verbalblödeleien des Herrn Westerwelle alles schon gesagt ist, wie es scheint, sogar schon in den Holzmedien (muss also wirklich schlimm sein, diesmal), hier nur ein Cartoon:

Oh, die Taz hat auch schon was drüber: LINK!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: , , ,