Impactsuspect » Beklopptes
Dez
13
2010
5

Wie es im nächsten Jahr weiter geht…

Vermutlich werde ich ab Januar 2011 jeden Artikel mit „Liebe Nachtschwärmer,…“, „Freunde der Nacht…“ oder am besten gleich mit „Liebe Liebenden,…“ beginnen. Da es noch keine einfache und einheitlich filtersoftwarelesbare Methode zu geben scheint, meinen Blog sicherheitshalber als „Ab 18“ kennzuzeichnen und ich mir „technische Maßnamen“ nicht leisten kann, um „den Zugriff unter 18 jähriger“ zu verhindern, werde ich wohl vorerst ein WordPress-Plugin benutzen, das meinen Blog nur zwischen 22 Uhr und 6 Uhr verfügbar macht.
Ob ich hier einen separaten Tagesteil mit Zeichnungen vom lustigen Häschen Strabatzky und der Katze Martinek mache, weiß ich noch nicht. Keine Ahnung, ob das überhaupt geht.
Nach Einschätzung von Medienanwälten wird zwar nichts so heiß gegessen, wie es als Gesetz beschlossen wird, aber bis sich geklärt hat, was man in Zukunft überhaupt noch zensurfrei publizieren darf, gehe ich lieber auf Nummer sicher. …oder versuche es zumindest.

Leuten die nur tagsüber Zeit haben mich zu lesen, empfehle ich ab Januar bis auf weiteres den Feed zu abonnieren, oder jemanden zu engagieren, der die Blogartikel nachts als Webseite abspeichert. So dämlich, alles…

Bevor alles zum Wohle der Kinderchen zensiert wird, empfehle ich noch schnell dieses Video:

Ich merke grad, das ist so kurz vor Weihnachten vielleicht ein wenig harsch. Okay, dann hier noch was zum neutralisieren:

Dez
03
2010
--

Komm mit, ins Chancenwunderland…

Ach was sind sie nicht herrlich, unsere Regierungsparteien. Immer wenn man denkt, nun sei endgültig der Meeresboden des Niveaus erreicht und die könnten gar keinen größeren Unsinn mehr reden, packt irgendjemand in der CDU oder FDP einen neuartigen Tiefseebohrturm des Unsinns aus. (Die CSU läuft da meines Erachtens schon seit Strauß außer Konkurrenz.)

Man kann froh sein, dass verbaler Dünnpfiff nicht – wie etwa Erdöl – unkontrolliert in die Umwelt schwallern kann, obwohl ein Guido Westerwelle oder eine Frau von der Leyen schon ziemlich nahe an solch ein Szenario herankommen.

Erinnert ihr euch noch an den „Rechtsfreien Raum“? Diese allwettertaugliche Floskel in Sachen Netzpolitik, mit der schon seit den 90ern alle möglichen Politiker versuchen uns IT-Kompetenz vorzugaukeln?

Im letzten Jahr ist der politischen Kaste wohl dann auch aufgefallen, dass diese Floskel eventuell ein klein wenig zu oft Verwendung fand.

Ein Begriff wie „Terror“ gewinnt ja an Bedeutung, je öfter man ihn benutzt, aber „Rechtsfreier Raum“ ist leider emotional wenig beladen und klingt daher immer hohl.

Jeder zweite Politiker oder Netzkritiker erfand im Laufe des letzten Jahres also seine eigene Abwandlung dieser Phrase. Damit ihr inflationärer Gebrauch nicht so auffiel. Da wurde auch aus „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein“ schon mal die Mär vom Internet als „rechtsfreiem Chaosraum“ oder das Internet wurde gar als „See der Gesetzlosen“ tituliert.

Dann wurde es irgendwann recht still um diese vermaledeite Phrase, weil die Bundestagswahl vorbei war, und die neue Regierung keinen Bock mehr auf Netzpolitik hatte.

Nun gibt Christian Lindner von der FDP etwas über das Internet zum Besten, und wenn man sich folgenden Satz auf den Augen zergehen lässt, ahnt man wie schwer es Herrn Lindner gefallen sein muss, den Satz mit diesem Raum, der rechtsfrei ist, auszusparen.

Unter anderem (LINK) sagt er folgendes:

Der Generalsekretär bekräftigte: „Das Internet darf kein Feld sein, wo es anarchische Strukturen gibt.“ Notwendig seien „klare Regeln“, wo es „sehr dominante, monopolartig auftretende kommerzielle Anbieter“ gebe.

Aus dem Raum, dem Meer, dem Netz namens Inter wird nun plötzlich ein Feld. Man könnte annehmen, dass Herr Lindner zu viel Farmville gespielt hat, und das Netz daher für ein „Feld“ hält.
Meiner Meinung nach ist „Feld“ ein noch dümmerer Ausdruck als „Raum“ und wo „See der Gesetzlosen“ ja noch irgendwie eine poetische Qualität hatte, klingt „Feld mit anarchischen Strukturen“ nur so als hätte da jemand einen Thesaurus zum Frühstück gehabt.
Im letzten Jahr hätte ich ihm noch den Rechtsfreien Raum der Woche für so eine Sprachvergewaltigung verliehen, aber das ist mir einfach zu viel Arbeit geworden.
Auch interessant, dass sich ausgerechnet jemand von der Unternehmer- und „Bürgerrechts-“ Partei FDP für weniger Freiheit und eine reguliertere Wirtschaft im Internet ausspricht, aber dass bei Parteien drin ist was drauf steht, gibt es ja sowieso seit Jahrzehnten schon nicht mehr.

Na ja, soviel zu dieser Phrase.
Derweil macht auch unser geliebter Sonnenschein von Bundeskanzlerin von sich reden.
Wie man hier (LINK) lesen kann, „attackiert“ Frau Merkel die Grünen und wirft ihnen vor, eine „Dagegen-Partei“ zu sein.
Erst einmal habe ich Schwierigkeiten mir Frau Merkel dabei vorzustellen wie sie jemanden attackiert. Ich muss da spontan an alte Klamauk-Klamotten mit Didi Hallervorden denken, in denen es immer zu herrlich verrückten Handgemengen kam, wenn ich „Merkel“ und „Attacke“ in einem Satz lese.
Aber diese Formulierung ist ja nicht Frau Merkels Schuld, sondern die desjenigen, der sich die Überschrift der Meldung ausgedacht hat.
Frau Merkel hingegen hat gemerkt, dass die Grünen häufig mal gegen etwas sind, dass die CDU oder auch die FDP fordert.
So sind die Grünen – zumindest prinzipiell – gegen Atomstrom, Castortransporte, CCS, Kohlekraftwerke und so einiges mehr.
Aber es ist ja immer auch eine Sache der Perspektive. Man könnte es auch so ausdrücken, dass die Grünen für Umweltschutz sind, für erneuerbare Energien und für den Atomausstieg.
Und wie beknackt ist es eigentlich einer Oppositionspartei vorzuwerfen, sie sei gegen etwas, was die Regierungspartei beschließt? Muss die Opposition nicht eine andere Meinung vertreten als die Regierung, damit man noch von Demokratie sprechen kann?

Und jetzt schlägt auch noch die wahlkampfwettererprobte Frau Ursula „Zensursula“ von der Leyen, die ja mittlerweile Arbeitsministerin ist, in die gleiche Kerbe.
Wie die Welt (LINK) berichtet, warb sie im Bundestag für die Unterstützung der Opposition bei der neuen Hartz-Reform.

„Ich lade Sie ein, den Weg der Chancen mitzugehen und nicht auf dem Holzweg der Ablehnung zu bleiben“

Mir fehlen die Worte. Ein Zustand, den ich mir auch an allen hier genannten Politikern wünsche.

Warum macht die CDU nicht gleich ein Gesetz, indem die Opposition dazu verpflichtet wird, Gesetzesvorhaben der Regierung zuzustimmen?
Zuzutrauen wäre es denen. Ebenso, dass sie dann wegen eben dieses Gesetzes vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, sobald sie selbst mal wieder in der Opposition sind.

Nov
21
2010
--

Google StreetView


Größere Kartenansicht

Näher als oben auf dem Bild kommt man mit Google Streetview leider nicht an mein Zuhause. Schade eigentlich. Ich würde auch gerne mal virtuell durch Flensburg gehen, oder mich virtuell in Nordfriesland verfahren, um vielleicht ein paar hübsche Orte zum Fotografieren zu finden, an die ich sonst nie kommen würde.
Momentan ist aber in ganz Schleswig Holstein noch kein Streeview verfügbar.
Bei aller Sympathie für Verschwörungstheorien in denen Google die Weltherrschaft will, finde ich das schade.

Nov
20
2010
9

Linksammlung des Terrors (nur von gestern(!))³

Kaum warnt da jemand schwammig vor irgendwelchem Terror und bittet alle darum doch die Ruhe zu bewahren, schon greift die umgekehrte Psychologie und alle brechen in Panik aus.

Wer dachte die 15 Minuten der Berühmtheit eines schon wieder vergessenen SPD-Politikers, in denen selbiger darum bat, alle verdächtigen oder ausländischen Menschen bitte sofort der Polizei (bzw. „den Behörden“) zu melden, sei schon der Höhepunkt der Narretei gewesen, musste gestern bitterlich enttäuscht werden.

Im folgenden eine kleine Chronik in Links (vermutlich nicht ganz in chronologischer Reihenfolge, was es eigentlich eher zu einer Asynchronik macht), die zeigt, dass es unvorantwortlich ist, wenn man sich als Innenminister vollkommen sinnlos hinstellt und Leute wirr macht.

Mittags ist in Duisburg ein herrenloser Koffer gesichtet worden, der als solcher natürlich verdächtig ist. (LINK)
Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass – so unwahrscheinlich es auch scheint – jemand den Koffer nur vergessen hatte. Der Westen berichtete. (LINK)
Wegen des Koffers gab es scheinbar nun einen mittelgroßen Polizeieinsatz und Teile des Einkaufszentrums wurden abgeriegelt.
Nun prüft man, ob der vergessliche Mann das alles bezahlen muss. Zu allem Überfluss an Verdachtsmomenten  ist er auch noch Türke und dabei gesehen worden, wie er Fotos von der Ware im Einkaufszentrum gemacht hat, bevor er seinen Koffer vergaß.
Die Polizei ist aber offenbar der Meinung, dass die Wachsamkeit der Menschen „positiv“ zu sehen sei, auch wenn der Koffer harmlos war.

Was dem Duisburg sein Koffer ist, ist in Köthen (wo auch immer das nun wieder ist) ein Karton.
Verschnürt und zugeklebt lag eben dieser Karton im Gebüsch irgendwo. Natürlich sehr verdächtig.
Später hat das Bombenräumkommando den Karton dann gesprengt, dabei hat sich dann herausgestellt, dass nur ein paar alte Zeitungen und sonstiger Müll drin waren. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet: (LINK)
Auch hier begrüßt die Polizei es, dass man sie gleich gerufen hat.

Bei dem Koffer ohne Bombe, der in Namibia nicht nach München adressiert war, gibt es auch Neuigkeiten: Der Innenminister schließt es nicht mehr aus, dass der Koffer eventuell von deutschen Sicherheitsleuten selbst präpariert wurde. (Link Rheinzeitung) (Link SpOn)
Warum unsere Sicherheitsbehörden Kofferbombenattrappen in Namibia verteilen, ist mir zwar ein wenig schleierhaft, aber irgendwie sind ja alle durch den Wind momentan.

Auch in Köln taucht ein gefährlicher Koffer auf. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass Deutschland auf breiter Front von harmlosen Koffern und anderen Behältern angegriffen wird.
Da Köln keine so große und bedeutende Stadt wie z.B. Köthen ist, musste dieser Koffer nicht gesprengt werden. Eine einfache weiträumige Absperrung und Durchleuchtung hat gereicht, um festzustellen, dass der Koffer leer ist.
Das kann man im Express nachlesen. (LINK)

In Düsseldorf hat man dann einen ICE kurzzeitig evakuiert, weil da was rumlag, was man nicht identifizieren konnte. Was das jetzt war, steht da nicht, war aber wohl harmlos und den Rest der Geschichte kann man im Westen nachlesen. (LINK)

Nur in Thüringen scheint die Welt noch in Ordung, da werden nur Schokoladenweihnachtsmänner geraubt. (LINK)

Doch leider ist die Paranoia gegen Koffer nicht das einzige Resultat der Terrorwarnung von Vorgestern.
In Berlin nimmt man sich die Warnung vor „ausländisch sprechenden“ Menschen zu Herzen und zündet kurzerhand eine Moschee an.
Aber sowas passiert wohl, wenn man gezielt vor bestimmten Ethnien oder Religionen warnt. Sowas ist nie eine schöne Sache, jetzt im November, wo sich die Progromnacht gerade wieder gejährt hat, hat das natürlich einen besonders üblen Nachgeschmack. (LINK SpOn)

Es gibt aber auch Menschen, denen eher die Reaktion auf die Terrorwarnung Angst macht, als die Möglichkeit des Terrors selbst.

Bei Nachrichtenspiegel-online.de kommentiert Megahoshi den ganzen Terrorterror. Sein Fazit ist, dass man sich nicht wirr machen und vor allem nicht von der Tagespolitik ablenken lassen sollte. (LINK)

Bei Amypink.com kommt Ines zu ganz ähnlichen Schlussfolgerungen, wobei sie mehr vor Grundrechtseinschränkungen als vor Terror Angst hat. (LINK)

Zu guter letzt macht Heribert Prantl deutlich, dass Sicherheitsbehörden nun auch nicht alles dürfen in einem Rechtsstaat – auch nicht wenn draußen grad mal Terror ist. (LINK)

Mein Fazit:
Wenn man denn jetzt glaubt, dass wir wirklich gefährdeter als sonst sind – und ich bin mir da wirklich nicht sicher – dann kann man in Ballungszentren ja mal aufpassen. Meinetwegen räumt den ICE, oder sperrt das Einkaufzentrum ab. Manchmal hat man ja so ein dummes Gefühl, und auf das sollte man hören. Leider hat DeMaizières Terrorwarnung dazu geführt, dass ALLE STÄNDIG dieses ungute Gefühl haben. Das ist nicht nur deswegen nervig, weil die ganze Aufregung – gestern zumindest – völlig umsonst war, nein, wenn dann wirklich mal einer ein genuines mulmiges Gefühl hat, gaubt ihm dann keiner mehr, bei der Fülle von mulmigen Gefühlen, mit denen wir es jetzt sicher noch eine ganze Weile zu tun haben.

Danke, Herr Innenminister. Wie war das noch? „Kein Grund zur Hysterie“? Es gibt nie einen Grund zur Hysterie. Hysterie passiert einfach, und ist in ihrer Wortbedeutung immer grundlos, weil sie immer eine krasse Überreaktion darstellt. Es besteht also NIE ein Grund zur Hysterie. Zur Panik vielleicht. Aber nicht zur Hysterie. Und selbst Panik ist nicht besonders zielführend, wenn viele Leute auf dem Haufen sind, geschweige denn Hysterie.

Nochwas: Wenn in einem Gebüsch in Köthen ein Paket auftaucht, ist es ein klein wenig unverhältnismäßig, das gleich zu sprengen. Ein Gebüsch in Köthen ist immerhin nicht die Amerikanische Botschaft in Paris, sondern eben nur ein Gebüsch. In Köthen.
Welcher Terrorist will ein Gebüsch sprengen?

Ich finde so langsam sollten sich alle wieder einkriegen.

Nov
19
2010
2

UIUIUI! PAANIK!

Nur einen Tag nachdem unser Herr Innenminister mit der feschen Frisur diffuse Warnblasen ausstieß, die besagen, dass es Hinweise gibt, dass da wer wo mal was machen könnte, wird in Namibia prompt ein Koffer gefunden.
Man weiß zwar noch nichts, aber man nimmt in Politik und Medien an, dass es sich bei dem Koffer natürlich um eine Kofferbombe handelt, die nach München adressiert ist.

Man lese hier bei der Baseler Zeitung:

Unklar ist, ob die Vorrichtung zündfähig war. Eine Air-Berlin-Sprecherin sagte, sie habe die Information, dass es sich um eine «verdächtige Vorrichtung ohne Sprengstoff» handle. […] Laut Air Berlin war das verdächtige Gepäckstück in Windhuk in einer Halle entdeckt worden, in der sich auch das Gepäck für den Flug nach München befand. Es sei aber «ungelabelt» gewesen, sei also nicht mit Informationen zu Ziel oder Eigentümer versehen gewesen.

Aha. Also eine verdächtige Vorrichtung ohne Sprengstoff also, die nicht nach Deutschland adressiert ist.
Ganz klar! Das ist der Terroranschlag, vor dem uns Thomas DeMaizière gewarnt hat!

Später berichten dann der Stern, das ZDF und N24 über die Bombe die keine war, und kommen sich zwischen den Zeilen selbst ein wenig albern vor. Interessant, dass das ZDF vom „Testlauf einer Behörde“ redet. Aus dem Munde eines anderen Mediums klänge das ja schon nach Verschwörungstheorie.

Beim Ersten kommt man hingegen zu anderen Schlussfolgerungen. Dort nimmt man die unverhältnismäßige Panikmache von Politik und Medien zum Anlass, mal eben schärfere Sicherheitsgesetze zu fordern. Vorratsdatenspeicherung und verdachtsunabhängige Fingerabdrucknahme eingeschlossen. Verlinkt über Fefe hier —> LINK.

Kann das alles noch normale Toffeligkeit sein? Oder versuchen die staatlichen Stellen hier unverhältnismäßige Überwachungsgesetze durchzudrücken? Vielleicht sehen sie ihre Felle ja schon davon schwimmen, mit all den Massenprotesten zur Zeit?

Wer noch immer Angst vor bösen Terroristen hat, dem empfehle ich folgendes Video:

Nov
17
2010
2

Terror!

Wie die Welt berichtet, und man tatsächlich sogar auch auf den Seiten des Bundesinnenministeriums nachlesen kann, warnt der Innenminister vor Terror in Deutschland. Und zwar Ende November.
Wer beide Links nicht drücken mag, hier ist nochmal die gleiche Geschichte auf den Seiten der Tagesschau.

Es verstärke sich international die Bedrohungslage, man habe schon 2009 Hinweise gehabt, diese verstärken sich momentan gerade.

Hinweise worauf? Hinweise darauf, dass Al Qaida Terroranschläge in Europa und auch in Deutschland plane.

In Zusammenarbeit mit allen möglichen Sicherheitsbehörden ist man sich wohl auch einig, dass man es mit einer neuen Situation zu tun hat.

Was soll jetzt das schon wieder bedeuten? Die neue Situation, von der wir nichts genaues berichtren können, weil’s geheim ist, ist anders als die alte Situation, von der wir auch nichts berichten können, weil’s geheim ist, oder was?

Anscheinend gibt es auch konkrete Ermittlungsansätze für was auch immer.
Was wo in die Luft gesprengt oder terrorisiert werden soll erfahren wir nicht, aber immerhin wann: Ende November nämlich.

Selbst wenn man all den schwurbeligen Fast-Informationen glauben schenken darf, die der Innenminister uns da auftischt, frage ich mich, was diese diffuse und wenig spezifizierte Warnung für einen Sinn hat.
Wüsste das Innenministerium, dass Anschläge in einem bestimmten Gebäude einer bestimmten Stadt geplant sind, müsste man dann nicht die Bürger warnen? Und hätte das dann überhaupt Sinn, oder würden die Terroristen nicht das Ziel wechseln, sobald sie aus der Tageszeitung erfahren haben, dass DeMezière ihnen auf der Spur ist?
Wäre es da nicht besser gewesen gar niemanden zu warnen, anstatt irgendwelche vagen Unheilsbotschaften zu verkünden?
Denkt DeMezière, dass die Bundesbürger sich besser fühlen, wenn man ihnen sagt, dass es Anlass gäbe zu glauben, dass irgendwann irgendwas in die Luft fliegt?

Oder soll das alles nur von der Rente mit 67 oder ähnlichem Nonsens ablenken?

Weitere Gedanken zu dem Thema beim Pantoffelpunk und bei Kaffebeimir. Bei Twitter hat es „Terrorwarnung“ sogar in die Trending Topics geschafft.

Update: Die Gewerkschaft der Polizei spricht von den nicht näher spezifizierten Terrorakten, zu denen ermittelt wird, weil es Grund zu der Annahme gibt, dass da wer was plant als „drohende Gefahr“. Näher geht man nicht darauf ein, worum es sich bei der Gefahr eigentlich handelt, findet es aber gut, dass der Innenminister endlich in der Öffentlichkeit auf sie hinweist.
Warum ist das gut? Wenn es eine Gefahr gibt, erzählt man uns ja auch hier wieder nicht, wie wir uns vor ihr schützen können. Vollkommen sinnlos bis kontraproduktiv also die „Offenheit“ des Innenministers.

Nov
16
2010
3

Japan.

Ich versteh‘ es nicht.
Solange es flash noch gibt, hier ein paar Youtube-Videos:

Hat man Hunger auf Süßes, dann hilft einem dieses markante japanische Produkt:

Und hat man das dann alles gegessen, und bekommt Bauchschmerzen, hilft einem dieser Englischkurs beim Arztbesuch weiter:

Für den Fall, dass man auf dem Rückweg vom Arzt überfallen wird, gibt es auch die passende Englischlektion:

Kommt man dann frustriert zuhause an, nach all dem Durch- und Überfall, dann kann man das dann seiner Plastikpflanze erzählen, die aufmerksam zuhört:

Ich versteh‘ es nicht.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges | Schlagwörter:
Aug
14
2010
2

Schock! Philanthropische Energielobby droht mit Ausstieg aus dem Atomstrom!

Ist das jetzt Sommerloch oder Wunschdenken? Eine Ente? Ich bin mir selbst nicht so ganz sicher. Wie man bei Spiegel-Online nachlesen kann, drohen aber nun die Energiekonzerne mit dem Ausstieg aus der Atomenergie, den fast alle außer den Energiekonzernen sowieso schon seit 20 Jahren wollen.
Da will Schwarz-Gelb wohl eine Steuer auf Brennelemente einführen, eigentlich sinnig sowas, wenn man bedenkt dass es aufgrund der fehlenden Nachhaltigkeit auch Ökosteuer auf Benzin und Diesel gibt. Brennelemente sind sicher noch viel weniger nachhaltig als Diesel ist. Immerhin braucht man für Abgase aus Dieselmotoren keine teuren Endlager in undichten und einsturzgefährdeten Salzbergwerken.
Wenn jetzt die einzigen Nutznießer der Atomkraft mit Ausstieg „drohen“, fragt man sich direkt, was als nächstes kommt.
Droht morgen der Papst damit, dass Frauen Priester werden dürfen, wenn die Feministinnen nicht aufhören zu meckern? Oder Dieter Bohlen damit sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen?

Ich find das Sommerloch super: Es brachte uns bis jetzt schon Blumenkübel und die Androhung des Atomausstiegs von Seiten der Energiekonzerne. Wie geht es wohl weiter? Wir warten mit angehaltenem Atem!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Aug
11
2010
11

Unglaubliche Erkenntnisse bezüglich HartzIV

Beschert uns die Autorin und Filmemacherin Rita Knobel-Ulrich.

Nochmal die Erkenntnisse dieses Zusammenschnitts zusammengefasst:

  • Frau Knobel-Ulrich kann sich ein Taxi leisten.
  • Eine 4-köpfige Familie bekommt mehr HartzIV, als ein Taxifahrer, mit dem Frau Knobel-Ulrich sich unterhalten hat, erarbeitet.
  • Frau Knobel-Ulrich kann sich den Frisör leisten.
  • Ein unabhängiges Gutachten des Frisörs von Frau Knobel-Ulrich hat ergeben, dass ganz viele HartzIV-Empfänger sich nicht bewegen wollen, und daher nebenbei arbeiten
  • Frau Knobel-Ulrich putzt nicht gerne.
  • Bei HartzIV-Empfängern ist Menschenwürde nicht so wichtig, weil viele Niedriglöhner auch keine haben, wenn sie morgens mit der U-Bahn zur Arbeit fahren.(So versteh ich den Passus zumindest)
  • Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Wenn dieser hochinteressante Zusammenschnitt jedoch eines zeigt, ist dies, wie wenig Ahnung Menschen mit gesichtertem Einkommen vom Leben eines HartzIV-Empfängers oder Niedriglöhners haben. Und das Publikum klatscht ihr auch noch zu. Traurig.

Noch ein paar Links zu dem Thema:
Am 25.5 2008 war Frau Knobel Ulrich schonmal bei Anne Will, und hat da ganz ähnlich vom Stapel gelassen:
Nebenbei bemerkt… Applaus für Rita Knobel-Ulrich

Auch zu der Sendung von 2008 gibt es diesen offenen Brief an Frau Knobel-Ulrich:
das-kleine-nachtbuechlein.blog.de Offener Brief an Frau Dr. Rita Knobel-Ulrich…

Die gute Frau hat vertritt also schon länger die Meinung, dass HartzIV-Empfänger viel zu viel Geld bekommen, und viele von ihnen „sich nicht bewegen“ wollen.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter:
Aug
10
2010
8

Oh, wie schön ist Internet…

In ARD und ZDF wird das Internet behandelt, als sei es Ausland. Wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen über das Internet – oder Sachen im Internet – berichtet, so mutet dies immer so an, als handele es sich um einen Reisebericht von der Japanreise.
Die Internetseiten werden vor dem Bericht kopiert und gegebenenfalls bearbeitet, genauso wie man seine Urlaubsdias von der Japanreise auch genau auswählen würde.

Links bekommt man auch nicht. Es reicht ja immerhin, wenn die öffentlich-rechtlichen Journalisten im Internet gewesen sind, es hat ja keinen Sinn, den Zuschauer auch noch in Gefahr zu bringen. Außerdem würde man seinem Bekanntenkreis nach einer Japanreise auch nicht die Adresse des schnuckeligen Restaurants in Tokio mitteilen: Die könnten ja gar nichts damit anfangen.

Wichtig ist auch, dass der Bericht über das ferne Land „Internet“ ausgewogen ist, denn zu viele nützliche Informationen verkraftet kein Zuschauer. Darum beginnt man meist mit irgendwelchen „ernsten“ Nachrichten, und arbeitet sich langsam zum erbaulichen Youtubevideo am Ende des Berichtes vor.

Dort haben wir dann eine Spraydosenanimation, einen niesenden Panda, oder irgendetwas anderes, was den Zuseher nach der Schilderung der Gefahren wieder auflockern soll. Auch hier bekommen wir keinen Link, denn immerhin ist das Video ja schon im Fernsehen, das bekanntlich viel mehr Leute erreicht, als das Internet.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: , ,

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Dez
13
2010
5

Wie es im nächsten Jahr weiter geht…

Vermutlich werde ich ab Januar 2011 jeden Artikel mit „Liebe Nachtschwärmer,…“, „Freunde der Nacht…“ oder am besten gleich mit „Liebe Liebenden,…“ beginnen. Da es noch keine einfache und einheitlich filtersoftwarelesbare Methode zu geben scheint, meinen Blog sicherheitshalber als „Ab 18“ kennzuzeichnen und ich mir „technische Maßnamen“ nicht leisten kann, um „den Zugriff unter 18 jähriger“ zu verhindern, werde ich wohl vorerst ein WordPress-Plugin benutzen, das meinen Blog nur zwischen 22 Uhr und 6 Uhr verfügbar macht.
Ob ich hier einen separaten Tagesteil mit Zeichnungen vom lustigen Häschen Strabatzky und der Katze Martinek mache, weiß ich noch nicht. Keine Ahnung, ob das überhaupt geht.
Nach Einschätzung von Medienanwälten wird zwar nichts so heiß gegessen, wie es als Gesetz beschlossen wird, aber bis sich geklärt hat, was man in Zukunft überhaupt noch zensurfrei publizieren darf, gehe ich lieber auf Nummer sicher. …oder versuche es zumindest.

Leuten die nur tagsüber Zeit haben mich zu lesen, empfehle ich ab Januar bis auf weiteres den Feed zu abonnieren, oder jemanden zu engagieren, der die Blogartikel nachts als Webseite abspeichert. So dämlich, alles…

Bevor alles zum Wohle der Kinderchen zensiert wird, empfehle ich noch schnell dieses Video:

Ich merke grad, das ist so kurz vor Weihnachten vielleicht ein wenig harsch. Okay, dann hier noch was zum neutralisieren:

Dez
03
2010
--

Komm mit, ins Chancenwunderland…

Ach was sind sie nicht herrlich, unsere Regierungsparteien. Immer wenn man denkt, nun sei endgültig der Meeresboden des Niveaus erreicht und die könnten gar keinen größeren Unsinn mehr reden, packt irgendjemand in der CDU oder FDP einen neuartigen Tiefseebohrturm des Unsinns aus. (Die CSU läuft da meines Erachtens schon seit Strauß außer Konkurrenz.)

Man kann froh sein, dass verbaler Dünnpfiff nicht – wie etwa Erdöl – unkontrolliert in die Umwelt schwallern kann, obwohl ein Guido Westerwelle oder eine Frau von der Leyen schon ziemlich nahe an solch ein Szenario herankommen.

Erinnert ihr euch noch an den „Rechtsfreien Raum“? Diese allwettertaugliche Floskel in Sachen Netzpolitik, mit der schon seit den 90ern alle möglichen Politiker versuchen uns IT-Kompetenz vorzugaukeln?

Im letzten Jahr ist der politischen Kaste wohl dann auch aufgefallen, dass diese Floskel eventuell ein klein wenig zu oft Verwendung fand.

Ein Begriff wie „Terror“ gewinnt ja an Bedeutung, je öfter man ihn benutzt, aber „Rechtsfreier Raum“ ist leider emotional wenig beladen und klingt daher immer hohl.

Jeder zweite Politiker oder Netzkritiker erfand im Laufe des letzten Jahres also seine eigene Abwandlung dieser Phrase. Damit ihr inflationärer Gebrauch nicht so auffiel. Da wurde auch aus „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein“ schon mal die Mär vom Internet als „rechtsfreiem Chaosraum“ oder das Internet wurde gar als „See der Gesetzlosen“ tituliert.

Dann wurde es irgendwann recht still um diese vermaledeite Phrase, weil die Bundestagswahl vorbei war, und die neue Regierung keinen Bock mehr auf Netzpolitik hatte.

Nun gibt Christian Lindner von der FDP etwas über das Internet zum Besten, und wenn man sich folgenden Satz auf den Augen zergehen lässt, ahnt man wie schwer es Herrn Lindner gefallen sein muss, den Satz mit diesem Raum, der rechtsfrei ist, auszusparen.

Unter anderem (LINK) sagt er folgendes:

Der Generalsekretär bekräftigte: „Das Internet darf kein Feld sein, wo es anarchische Strukturen gibt.“ Notwendig seien „klare Regeln“, wo es „sehr dominante, monopolartig auftretende kommerzielle Anbieter“ gebe.

Aus dem Raum, dem Meer, dem Netz namens Inter wird nun plötzlich ein Feld. Man könnte annehmen, dass Herr Lindner zu viel Farmville gespielt hat, und das Netz daher für ein „Feld“ hält.
Meiner Meinung nach ist „Feld“ ein noch dümmerer Ausdruck als „Raum“ und wo „See der Gesetzlosen“ ja noch irgendwie eine poetische Qualität hatte, klingt „Feld mit anarchischen Strukturen“ nur so als hätte da jemand einen Thesaurus zum Frühstück gehabt.
Im letzten Jahr hätte ich ihm noch den Rechtsfreien Raum der Woche für so eine Sprachvergewaltigung verliehen, aber das ist mir einfach zu viel Arbeit geworden.
Auch interessant, dass sich ausgerechnet jemand von der Unternehmer- und „Bürgerrechts-“ Partei FDP für weniger Freiheit und eine reguliertere Wirtschaft im Internet ausspricht, aber dass bei Parteien drin ist was drauf steht, gibt es ja sowieso seit Jahrzehnten schon nicht mehr.

Na ja, soviel zu dieser Phrase.
Derweil macht auch unser geliebter Sonnenschein von Bundeskanzlerin von sich reden.
Wie man hier (LINK) lesen kann, „attackiert“ Frau Merkel die Grünen und wirft ihnen vor, eine „Dagegen-Partei“ zu sein.
Erst einmal habe ich Schwierigkeiten mir Frau Merkel dabei vorzustellen wie sie jemanden attackiert. Ich muss da spontan an alte Klamauk-Klamotten mit Didi Hallervorden denken, in denen es immer zu herrlich verrückten Handgemengen kam, wenn ich „Merkel“ und „Attacke“ in einem Satz lese.
Aber diese Formulierung ist ja nicht Frau Merkels Schuld, sondern die desjenigen, der sich die Überschrift der Meldung ausgedacht hat.
Frau Merkel hingegen hat gemerkt, dass die Grünen häufig mal gegen etwas sind, dass die CDU oder auch die FDP fordert.
So sind die Grünen – zumindest prinzipiell – gegen Atomstrom, Castortransporte, CCS, Kohlekraftwerke und so einiges mehr.
Aber es ist ja immer auch eine Sache der Perspektive. Man könnte es auch so ausdrücken, dass die Grünen für Umweltschutz sind, für erneuerbare Energien und für den Atomausstieg.
Und wie beknackt ist es eigentlich einer Oppositionspartei vorzuwerfen, sie sei gegen etwas, was die Regierungspartei beschließt? Muss die Opposition nicht eine andere Meinung vertreten als die Regierung, damit man noch von Demokratie sprechen kann?

Und jetzt schlägt auch noch die wahlkampfwettererprobte Frau Ursula „Zensursula“ von der Leyen, die ja mittlerweile Arbeitsministerin ist, in die gleiche Kerbe.
Wie die Welt (LINK) berichtet, warb sie im Bundestag für die Unterstützung der Opposition bei der neuen Hartz-Reform.

„Ich lade Sie ein, den Weg der Chancen mitzugehen und nicht auf dem Holzweg der Ablehnung zu bleiben“

Mir fehlen die Worte. Ein Zustand, den ich mir auch an allen hier genannten Politikern wünsche.

Warum macht die CDU nicht gleich ein Gesetz, indem die Opposition dazu verpflichtet wird, Gesetzesvorhaben der Regierung zuzustimmen?
Zuzutrauen wäre es denen. Ebenso, dass sie dann wegen eben dieses Gesetzes vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, sobald sie selbst mal wieder in der Opposition sind.

Nov
21
2010
--

Google StreetView


Größere Kartenansicht

Näher als oben auf dem Bild kommt man mit Google Streetview leider nicht an mein Zuhause. Schade eigentlich. Ich würde auch gerne mal virtuell durch Flensburg gehen, oder mich virtuell in Nordfriesland verfahren, um vielleicht ein paar hübsche Orte zum Fotografieren zu finden, an die ich sonst nie kommen würde.
Momentan ist aber in ganz Schleswig Holstein noch kein Streeview verfügbar.
Bei aller Sympathie für Verschwörungstheorien in denen Google die Weltherrschaft will, finde ich das schade.

Nov
20
2010
9

Linksammlung des Terrors (nur von gestern(!))³

Kaum warnt da jemand schwammig vor irgendwelchem Terror und bittet alle darum doch die Ruhe zu bewahren, schon greift die umgekehrte Psychologie und alle brechen in Panik aus.

Wer dachte die 15 Minuten der Berühmtheit eines schon wieder vergessenen SPD-Politikers, in denen selbiger darum bat, alle verdächtigen oder ausländischen Menschen bitte sofort der Polizei (bzw. „den Behörden“) zu melden, sei schon der Höhepunkt der Narretei gewesen, musste gestern bitterlich enttäuscht werden.

Im folgenden eine kleine Chronik in Links (vermutlich nicht ganz in chronologischer Reihenfolge, was es eigentlich eher zu einer Asynchronik macht), die zeigt, dass es unvorantwortlich ist, wenn man sich als Innenminister vollkommen sinnlos hinstellt und Leute wirr macht.

Mittags ist in Duisburg ein herrenloser Koffer gesichtet worden, der als solcher natürlich verdächtig ist. (LINK)
Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass – so unwahrscheinlich es auch scheint – jemand den Koffer nur vergessen hatte. Der Westen berichtete. (LINK)
Wegen des Koffers gab es scheinbar nun einen mittelgroßen Polizeieinsatz und Teile des Einkaufszentrums wurden abgeriegelt.
Nun prüft man, ob der vergessliche Mann das alles bezahlen muss. Zu allem Überfluss an Verdachtsmomenten  ist er auch noch Türke und dabei gesehen worden, wie er Fotos von der Ware im Einkaufszentrum gemacht hat, bevor er seinen Koffer vergaß.
Die Polizei ist aber offenbar der Meinung, dass die Wachsamkeit der Menschen „positiv“ zu sehen sei, auch wenn der Koffer harmlos war.

Was dem Duisburg sein Koffer ist, ist in Köthen (wo auch immer das nun wieder ist) ein Karton.
Verschnürt und zugeklebt lag eben dieser Karton im Gebüsch irgendwo. Natürlich sehr verdächtig.
Später hat das Bombenräumkommando den Karton dann gesprengt, dabei hat sich dann herausgestellt, dass nur ein paar alte Zeitungen und sonstiger Müll drin waren. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet: (LINK)
Auch hier begrüßt die Polizei es, dass man sie gleich gerufen hat.

Bei dem Koffer ohne Bombe, der in Namibia nicht nach München adressiert war, gibt es auch Neuigkeiten: Der Innenminister schließt es nicht mehr aus, dass der Koffer eventuell von deutschen Sicherheitsleuten selbst präpariert wurde. (Link Rheinzeitung) (Link SpOn)
Warum unsere Sicherheitsbehörden Kofferbombenattrappen in Namibia verteilen, ist mir zwar ein wenig schleierhaft, aber irgendwie sind ja alle durch den Wind momentan.

Auch in Köln taucht ein gefährlicher Koffer auf. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass Deutschland auf breiter Front von harmlosen Koffern und anderen Behältern angegriffen wird.
Da Köln keine so große und bedeutende Stadt wie z.B. Köthen ist, musste dieser Koffer nicht gesprengt werden. Eine einfache weiträumige Absperrung und Durchleuchtung hat gereicht, um festzustellen, dass der Koffer leer ist.
Das kann man im Express nachlesen. (LINK)

In Düsseldorf hat man dann einen ICE kurzzeitig evakuiert, weil da was rumlag, was man nicht identifizieren konnte. Was das jetzt war, steht da nicht, war aber wohl harmlos und den Rest der Geschichte kann man im Westen nachlesen. (LINK)

Nur in Thüringen scheint die Welt noch in Ordung, da werden nur Schokoladenweihnachtsmänner geraubt. (LINK)

Doch leider ist die Paranoia gegen Koffer nicht das einzige Resultat der Terrorwarnung von Vorgestern.
In Berlin nimmt man sich die Warnung vor „ausländisch sprechenden“ Menschen zu Herzen und zündet kurzerhand eine Moschee an.
Aber sowas passiert wohl, wenn man gezielt vor bestimmten Ethnien oder Religionen warnt. Sowas ist nie eine schöne Sache, jetzt im November, wo sich die Progromnacht gerade wieder gejährt hat, hat das natürlich einen besonders üblen Nachgeschmack. (LINK SpOn)

Es gibt aber auch Menschen, denen eher die Reaktion auf die Terrorwarnung Angst macht, als die Möglichkeit des Terrors selbst.

Bei Nachrichtenspiegel-online.de kommentiert Megahoshi den ganzen Terrorterror. Sein Fazit ist, dass man sich nicht wirr machen und vor allem nicht von der Tagespolitik ablenken lassen sollte. (LINK)

Bei Amypink.com kommt Ines zu ganz ähnlichen Schlussfolgerungen, wobei sie mehr vor Grundrechtseinschränkungen als vor Terror Angst hat. (LINK)

Zu guter letzt macht Heribert Prantl deutlich, dass Sicherheitsbehörden nun auch nicht alles dürfen in einem Rechtsstaat – auch nicht wenn draußen grad mal Terror ist. (LINK)

Mein Fazit:
Wenn man denn jetzt glaubt, dass wir wirklich gefährdeter als sonst sind – und ich bin mir da wirklich nicht sicher – dann kann man in Ballungszentren ja mal aufpassen. Meinetwegen räumt den ICE, oder sperrt das Einkaufzentrum ab. Manchmal hat man ja so ein dummes Gefühl, und auf das sollte man hören. Leider hat DeMaizières Terrorwarnung dazu geführt, dass ALLE STÄNDIG dieses ungute Gefühl haben. Das ist nicht nur deswegen nervig, weil die ganze Aufregung – gestern zumindest – völlig umsonst war, nein, wenn dann wirklich mal einer ein genuines mulmiges Gefühl hat, gaubt ihm dann keiner mehr, bei der Fülle von mulmigen Gefühlen, mit denen wir es jetzt sicher noch eine ganze Weile zu tun haben.

Danke, Herr Innenminister. Wie war das noch? „Kein Grund zur Hysterie“? Es gibt nie einen Grund zur Hysterie. Hysterie passiert einfach, und ist in ihrer Wortbedeutung immer grundlos, weil sie immer eine krasse Überreaktion darstellt. Es besteht also NIE ein Grund zur Hysterie. Zur Panik vielleicht. Aber nicht zur Hysterie. Und selbst Panik ist nicht besonders zielführend, wenn viele Leute auf dem Haufen sind, geschweige denn Hysterie.

Nochwas: Wenn in einem Gebüsch in Köthen ein Paket auftaucht, ist es ein klein wenig unverhältnismäßig, das gleich zu sprengen. Ein Gebüsch in Köthen ist immerhin nicht die Amerikanische Botschaft in Paris, sondern eben nur ein Gebüsch. In Köthen.
Welcher Terrorist will ein Gebüsch sprengen?

Ich finde so langsam sollten sich alle wieder einkriegen.

Nov
19
2010
2

UIUIUI! PAANIK!

Nur einen Tag nachdem unser Herr Innenminister mit der feschen Frisur diffuse Warnblasen ausstieß, die besagen, dass es Hinweise gibt, dass da wer wo mal was machen könnte, wird in Namibia prompt ein Koffer gefunden.
Man weiß zwar noch nichts, aber man nimmt in Politik und Medien an, dass es sich bei dem Koffer natürlich um eine Kofferbombe handelt, die nach München adressiert ist.

Man lese hier bei der Baseler Zeitung:

Unklar ist, ob die Vorrichtung zündfähig war. Eine Air-Berlin-Sprecherin sagte, sie habe die Information, dass es sich um eine «verdächtige Vorrichtung ohne Sprengstoff» handle. […] Laut Air Berlin war das verdächtige Gepäckstück in Windhuk in einer Halle entdeckt worden, in der sich auch das Gepäck für den Flug nach München befand. Es sei aber «ungelabelt» gewesen, sei also nicht mit Informationen zu Ziel oder Eigentümer versehen gewesen.

Aha. Also eine verdächtige Vorrichtung ohne Sprengstoff also, die nicht nach Deutschland adressiert ist.
Ganz klar! Das ist der Terroranschlag, vor dem uns Thomas DeMaizière gewarnt hat!

Später berichten dann der Stern, das ZDF und N24 über die Bombe die keine war, und kommen sich zwischen den Zeilen selbst ein wenig albern vor. Interessant, dass das ZDF vom „Testlauf einer Behörde“ redet. Aus dem Munde eines anderen Mediums klänge das ja schon nach Verschwörungstheorie.

Beim Ersten kommt man hingegen zu anderen Schlussfolgerungen. Dort nimmt man die unverhältnismäßige Panikmache von Politik und Medien zum Anlass, mal eben schärfere Sicherheitsgesetze zu fordern. Vorratsdatenspeicherung und verdachtsunabhängige Fingerabdrucknahme eingeschlossen. Verlinkt über Fefe hier —> LINK.

Kann das alles noch normale Toffeligkeit sein? Oder versuchen die staatlichen Stellen hier unverhältnismäßige Überwachungsgesetze durchzudrücken? Vielleicht sehen sie ihre Felle ja schon davon schwimmen, mit all den Massenprotesten zur Zeit?

Wer noch immer Angst vor bösen Terroristen hat, dem empfehle ich folgendes Video:

Nov
17
2010
2

Terror!

Wie die Welt berichtet, und man tatsächlich sogar auch auf den Seiten des Bundesinnenministeriums nachlesen kann, warnt der Innenminister vor Terror in Deutschland. Und zwar Ende November.
Wer beide Links nicht drücken mag, hier ist nochmal die gleiche Geschichte auf den Seiten der Tagesschau.

Es verstärke sich international die Bedrohungslage, man habe schon 2009 Hinweise gehabt, diese verstärken sich momentan gerade.

Hinweise worauf? Hinweise darauf, dass Al Qaida Terroranschläge in Europa und auch in Deutschland plane.

In Zusammenarbeit mit allen möglichen Sicherheitsbehörden ist man sich wohl auch einig, dass man es mit einer neuen Situation zu tun hat.

Was soll jetzt das schon wieder bedeuten? Die neue Situation, von der wir nichts genaues berichtren können, weil’s geheim ist, ist anders als die alte Situation, von der wir auch nichts berichten können, weil’s geheim ist, oder was?

Anscheinend gibt es auch konkrete Ermittlungsansätze für was auch immer.
Was wo in die Luft gesprengt oder terrorisiert werden soll erfahren wir nicht, aber immerhin wann: Ende November nämlich.

Selbst wenn man all den schwurbeligen Fast-Informationen glauben schenken darf, die der Innenminister uns da auftischt, frage ich mich, was diese diffuse und wenig spezifizierte Warnung für einen Sinn hat.
Wüsste das Innenministerium, dass Anschläge in einem bestimmten Gebäude einer bestimmten Stadt geplant sind, müsste man dann nicht die Bürger warnen? Und hätte das dann überhaupt Sinn, oder würden die Terroristen nicht das Ziel wechseln, sobald sie aus der Tageszeitung erfahren haben, dass DeMezière ihnen auf der Spur ist?
Wäre es da nicht besser gewesen gar niemanden zu warnen, anstatt irgendwelche vagen Unheilsbotschaften zu verkünden?
Denkt DeMezière, dass die Bundesbürger sich besser fühlen, wenn man ihnen sagt, dass es Anlass gäbe zu glauben, dass irgendwann irgendwas in die Luft fliegt?

Oder soll das alles nur von der Rente mit 67 oder ähnlichem Nonsens ablenken?

Weitere Gedanken zu dem Thema beim Pantoffelpunk und bei Kaffebeimir. Bei Twitter hat es „Terrorwarnung“ sogar in die Trending Topics geschafft.

Update: Die Gewerkschaft der Polizei spricht von den nicht näher spezifizierten Terrorakten, zu denen ermittelt wird, weil es Grund zu der Annahme gibt, dass da wer was plant als „drohende Gefahr“. Näher geht man nicht darauf ein, worum es sich bei der Gefahr eigentlich handelt, findet es aber gut, dass der Innenminister endlich in der Öffentlichkeit auf sie hinweist.
Warum ist das gut? Wenn es eine Gefahr gibt, erzählt man uns ja auch hier wieder nicht, wie wir uns vor ihr schützen können. Vollkommen sinnlos bis kontraproduktiv also die „Offenheit“ des Innenministers.

Nov
16
2010
3

Japan.

Ich versteh‘ es nicht.
Solange es flash noch gibt, hier ein paar Youtube-Videos:

Hat man Hunger auf Süßes, dann hilft einem dieses markante japanische Produkt:

Und hat man das dann alles gegessen, und bekommt Bauchschmerzen, hilft einem dieser Englischkurs beim Arztbesuch weiter:

Für den Fall, dass man auf dem Rückweg vom Arzt überfallen wird, gibt es auch die passende Englischlektion:

Kommt man dann frustriert zuhause an, nach all dem Durch- und Überfall, dann kann man das dann seiner Plastikpflanze erzählen, die aufmerksam zuhört:

Ich versteh‘ es nicht.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges | Schlagwörter:
Aug
14
2010
2

Schock! Philanthropische Energielobby droht mit Ausstieg aus dem Atomstrom!

Ist das jetzt Sommerloch oder Wunschdenken? Eine Ente? Ich bin mir selbst nicht so ganz sicher. Wie man bei Spiegel-Online nachlesen kann, drohen aber nun die Energiekonzerne mit dem Ausstieg aus der Atomenergie, den fast alle außer den Energiekonzernen sowieso schon seit 20 Jahren wollen.
Da will Schwarz-Gelb wohl eine Steuer auf Brennelemente einführen, eigentlich sinnig sowas, wenn man bedenkt dass es aufgrund der fehlenden Nachhaltigkeit auch Ökosteuer auf Benzin und Diesel gibt. Brennelemente sind sicher noch viel weniger nachhaltig als Diesel ist. Immerhin braucht man für Abgase aus Dieselmotoren keine teuren Endlager in undichten und einsturzgefährdeten Salzbergwerken.
Wenn jetzt die einzigen Nutznießer der Atomkraft mit Ausstieg „drohen“, fragt man sich direkt, was als nächstes kommt.
Droht morgen der Papst damit, dass Frauen Priester werden dürfen, wenn die Feministinnen nicht aufhören zu meckern? Oder Dieter Bohlen damit sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen?

Ich find das Sommerloch super: Es brachte uns bis jetzt schon Blumenkübel und die Androhung des Atomausstiegs von Seiten der Energiekonzerne. Wie geht es wohl weiter? Wir warten mit angehaltenem Atem!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges,Wahnhaftes | Schlagwörter: , ,
Aug
11
2010
11

Unglaubliche Erkenntnisse bezüglich HartzIV

Beschert uns die Autorin und Filmemacherin Rita Knobel-Ulrich.

Nochmal die Erkenntnisse dieses Zusammenschnitts zusammengefasst:

  • Frau Knobel-Ulrich kann sich ein Taxi leisten.
  • Eine 4-köpfige Familie bekommt mehr HartzIV, als ein Taxifahrer, mit dem Frau Knobel-Ulrich sich unterhalten hat, erarbeitet.
  • Frau Knobel-Ulrich kann sich den Frisör leisten.
  • Ein unabhängiges Gutachten des Frisörs von Frau Knobel-Ulrich hat ergeben, dass ganz viele HartzIV-Empfänger sich nicht bewegen wollen, und daher nebenbei arbeiten
  • Frau Knobel-Ulrich putzt nicht gerne.
  • Bei HartzIV-Empfängern ist Menschenwürde nicht so wichtig, weil viele Niedriglöhner auch keine haben, wenn sie morgens mit der U-Bahn zur Arbeit fahren.(So versteh ich den Passus zumindest)
  • Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Wenn dieser hochinteressante Zusammenschnitt jedoch eines zeigt, ist dies, wie wenig Ahnung Menschen mit gesichtertem Einkommen vom Leben eines HartzIV-Empfängers oder Niedriglöhners haben. Und das Publikum klatscht ihr auch noch zu. Traurig.

Noch ein paar Links zu dem Thema:
Am 25.5 2008 war Frau Knobel Ulrich schonmal bei Anne Will, und hat da ganz ähnlich vom Stapel gelassen:
Nebenbei bemerkt… Applaus für Rita Knobel-Ulrich

Auch zu der Sendung von 2008 gibt es diesen offenen Brief an Frau Knobel-Ulrich:
das-kleine-nachtbuechlein.blog.de Offener Brief an Frau Dr. Rita Knobel-Ulrich…

Die gute Frau hat vertritt also schon länger die Meinung, dass HartzIV-Empfänger viel zu viel Geld bekommen, und viele von ihnen „sich nicht bewegen“ wollen.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter:
Aug
10
2010
8

Oh, wie schön ist Internet…

In ARD und ZDF wird das Internet behandelt, als sei es Ausland. Wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen über das Internet – oder Sachen im Internet – berichtet, so mutet dies immer so an, als handele es sich um einen Reisebericht von der Japanreise.
Die Internetseiten werden vor dem Bericht kopiert und gegebenenfalls bearbeitet, genauso wie man seine Urlaubsdias von der Japanreise auch genau auswählen würde.

Links bekommt man auch nicht. Es reicht ja immerhin, wenn die öffentlich-rechtlichen Journalisten im Internet gewesen sind, es hat ja keinen Sinn, den Zuschauer auch noch in Gefahr zu bringen. Außerdem würde man seinem Bekanntenkreis nach einer Japanreise auch nicht die Adresse des schnuckeligen Restaurants in Tokio mitteilen: Die könnten ja gar nichts damit anfangen.

Wichtig ist auch, dass der Bericht über das ferne Land „Internet“ ausgewogen ist, denn zu viele nützliche Informationen verkraftet kein Zuschauer. Darum beginnt man meist mit irgendwelchen „ernsten“ Nachrichten, und arbeitet sich langsam zum erbaulichen Youtubevideo am Ende des Berichtes vor.

Dort haben wir dann eine Spraydosenanimation, einen niesenden Panda, oder irgendetwas anderes, was den Zuseher nach der Schilderung der Gefahren wieder auflockern soll. Auch hier bekommen wir keinen Link, denn immerhin ist das Video ja schon im Fernsehen, das bekanntlich viel mehr Leute erreicht, als das Internet.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter: , ,