Impactsuspect » 2011 » März » 18
Mrz
18
2011
0

Die Ursprache

In den Anfängen der Geschichte der Sprachwissenschaft haben die meisten Sprachwissenschaftler die Theorie einer einzelnen Ursprache akzeptiert. Viele von ihnen haben sogar ihre Zeit damit zugebracht, aktiv nach dieser Ursprache zu suchen.
Aus der Ursprache sollen sich alle anderen Sprachen dann mit der Zeit entwickelt haben – in einem quasi evolutionären Prozess.
Einen evolutionären Entwickungsprozess auf das Konzept der Ursprache zu Gründen ist schon irgendwie ironisch, denn die Idee einer Ursprache stammt aus der Bibel.

Bei der Ursprache soll es sich dort nämlich um die Sprache gehandelt haben, die alle Menschen gesprochen haben, bevor Gott für die sogenannte „babylonische Sprachverwirrung“ gesorgt hat.


Tower of Babel by ~AndreasZielenkiewicz on deviantART

Der Sage nach haben die Babylonier einen Turm gebaut, der bis in den Himmel ragt. Dieser wurde so hoch, dass Gott nervös wurde und ein Eindringen der Menschheit in seinen Herrschaftsbereich befürchten musste. Aus Gottes Sicht muss der Bau des Turms eine Art Dammbruch gewesen sein: wenn die Menschen schon einen richtig richtig hohen Turm bauen konnten, was kam dann als nächstes? Atomrkraft? Gentechnik? Das konnte Gott nicht zulassen, da die Schmach des frisch gepflückten Apfels des Baumes der Erkenntnis noch zu schwer auf ihm lastete.
Also sorgte er dafür, dass die einst einigen Menschen sich plötzlich in verschiedenen Sprachen mitteilen, wodurch Unverständnis, Zwietracht und Intoleranz gesäht wurde.
So die Sage.

Diese Geschichte mag ein schönes Gleichnis für die Hybris des Menschen sein, taugt aber nicht viel wenn man sie mit logischen Maßstäben misst.

Da viele Menschen – lange auch Wissenschaftler – im westlichen Kulturkreis die Geschichten in der Bibel als gegeben und wahr ansahen, schien es logisch, nach einer Ursprache zu suchen. Dies tat man, indem man einerseits Gemeinsamkeiten verschiedener Sprachen untersuchte und auf der anderen Seite Veränderungen, die eine Sprache im Laufe der Zeit mitgemacht hatte, feststellte.
Es gab einige Indizien für eine Ursprache, so ist das Wort für „Sack“ in vielen Sprachen verschiedenster Kulturkreise ähnlich, ebenso das Wort „Mama“, dass als eines der ersten Worte gelten muss, die Menschen lernen zu sprechen.

Betrachtet man sich die Geschichte der babylonischen Sprachverwirrung und die Vorgehensweise der Ursprachenforscher genauer, sieht man, dass diese kaum zusammenpassen.
Hat Gott die Urspache nämlich tatsächlich auf Schlag in viele verschiedene aufgeteilt, dann fand zwischen der Ursprache vor der Verwirrung und den verschiedenen Sprachen direkt danach keine Entwicklung statt, sondern ein Sprung. Bzw. mehrere Sprünge.
Am Anfang war Babylonisch. Die Babylonier bauten einen Turm, und plötzlich gab es z.B. Dänisch, Japanisch, Kurdisch und Innuktitut. Von den letzteren vier auf die Ursprache zu schließen ist unmöglich, da Gott sich ja die Mühe gegeben haben wird, eben dies auch zu verhindern. Da er die armen Babylonier verwirren wollte, wird er sicher – clever, wie er nunmal ist – die vier neuen Sprachen so verschieden wie nur möglich gemacht haben.

Untersucht man also, wie die Sprachen sich im Laufe der Zeit entwickelt haben, kommt man allerhöchstens zu Ur-Dänisch, Ur-Japanisch, Ur-Kurdisch und Ur-Innuktitut, aber nicht zur eigentlichen Ursprache selbst.

Versuch der Extrapolation eines Urwortes anhand des Deutschen und Lateinischen:

Deutsch:                            Fenster
Latein:                                Fenestra
Protolatein:                     Fenestara
Neu-Ursprache:             Fenestatara
Ursprache:                       Fenenestatatara-Täteräh

Was bleibt anderes übrig? Gar nichts. Nun, ein wenig was. Man kann alte Ruinen ausgraben, die mutmaßlich aus der Zeit vor der Sprachverwirrung stammen, und dort nach Schriften suchen.
Da wir heute noch nicht einmal wissen, wie sich Latein gesprochen angehört haben mag; und das, obwohl wir über Tonnen um Tonnen lateinischer Texte verfügen und sogar noch die selben Schriftzeichen benutzen, zeigt wie aussichtslos es ist, die Aussprache des altbabylonischen anhand von irgendwelchen Keilschriften extrapolieren zu wollen.

Also keine Urspache. Die Suche nach selber wurde von der enstzunehmenden Wissenschaft auch eingestellt.

Das Konzept ist zwar nicht ganz von der Hand zu weisen: Es steht heute fest, dass sich Sprachen entwickeln. Geht man ebenso von einer relativ kleinen Gruppe von Menschen aus, die den Afrikanischen Kontinent dereinst verlassen hat, oder von einer auch recht übersichtlichen Gruppe, welche die Eiszeit überlebt hat, ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass diese Gruppen jeweils eine einzige Sprache sprachen. Um das zu verifizieren und um näheres über eine real existierende Ursprache herauszufinden, müsste man aber schon eine Zeitmaschine haben: die Aufzeichnungen der Menschen von vor der Eiszeit sind eher lückenhaft.

Spricht man in der Sprachwissenschaft heute von „Ursprache“ ist meistens nur eine Sprache gemeint, aus der sich alle Sprachen einer bestimmten Sprachfamilie entwickelt haben. Latein zum Beispiel gilt als Pater Familias der romanischen Sprachfamilie.

Menschen, die Religion für etwas der Wissenschaft übergeordnetes halten, können sich jedoch freuen: Es ist in der Gedankenwelt der Religion nicht  vollkommen unmöglich, dass Gott einem neuen Propheten die Ursprache direkt diktiert, und dieser Prophet diese dann auf Tonband spricht, oder niederschreibt.

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Linguistisches | Schlagwörter:

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Die Ursprache

In den Anfängen der Geschichte der Sprachwissenschaft haben die meisten Sprachwissenschaftler die Theorie einer einzelnen Ursprache akzeptiert. Viele von ihnen haben sogar ihre Zeit damit zugebracht, aktiv nach dieser Ursprache zu suchen.
Aus der Ursprache sollen sich alle anderen Sprachen dann mit der Zeit entwickelt haben – in einem quasi evolutionären Prozess.
Einen evolutionären Entwickungsprozess auf das Konzept der Ursprache zu Gründen ist schon irgendwie ironisch, denn die Idee einer Ursprache stammt aus der Bibel.

Bei der Ursprache soll es sich dort nämlich um die Sprache gehandelt haben, die alle Menschen gesprochen haben, bevor Gott für die sogenannte „babylonische Sprachverwirrung“ gesorgt hat.


Tower of Babel by ~AndreasZielenkiewicz on deviantART

Der Sage nach haben die Babylonier einen Turm gebaut, der bis in den Himmel ragt. Dieser wurde so hoch, dass Gott nervös wurde und ein Eindringen der Menschheit in seinen Herrschaftsbereich befürchten musste. Aus Gottes Sicht muss der Bau des Turms eine Art Dammbruch gewesen sein: wenn die Menschen schon einen richtig richtig hohen Turm bauen konnten, was kam dann als nächstes? Atomrkraft? Gentechnik? Das konnte Gott nicht zulassen, da die Schmach des frisch gepflückten Apfels des Baumes der Erkenntnis noch zu schwer auf ihm lastete.
Also sorgte er dafür, dass die einst einigen Menschen sich plötzlich in verschiedenen Sprachen mitteilen, wodurch Unverständnis, Zwietracht und Intoleranz gesäht wurde.
So die Sage.

Diese Geschichte mag ein schönes Gleichnis für die Hybris des Menschen sein, taugt aber nicht viel wenn man sie mit logischen Maßstäben misst.

Da viele Menschen – lange auch Wissenschaftler – im westlichen Kulturkreis die Geschichten in der Bibel als gegeben und wahr ansahen, schien es logisch, nach einer Ursprache zu suchen. Dies tat man, indem man einerseits Gemeinsamkeiten verschiedener Sprachen untersuchte und auf der anderen Seite Veränderungen, die eine Sprache im Laufe der Zeit mitgemacht hatte, feststellte.
Es gab einige Indizien für eine Ursprache, so ist das Wort für „Sack“ in vielen Sprachen verschiedenster Kulturkreise ähnlich, ebenso das Wort „Mama“, dass als eines der ersten Worte gelten muss, die Menschen lernen zu sprechen.

Betrachtet man sich die Geschichte der babylonischen Sprachverwirrung und die Vorgehensweise der Ursprachenforscher genauer, sieht man, dass diese kaum zusammenpassen.
Hat Gott die Urspache nämlich tatsächlich auf Schlag in viele verschiedene aufgeteilt, dann fand zwischen der Ursprache vor der Verwirrung und den verschiedenen Sprachen direkt danach keine Entwicklung statt, sondern ein Sprung. Bzw. mehrere Sprünge.
Am Anfang war Babylonisch. Die Babylonier bauten einen Turm, und plötzlich gab es z.B. Dänisch, Japanisch, Kurdisch und Innuktitut. Von den letzteren vier auf die Ursprache zu schließen ist unmöglich, da Gott sich ja die Mühe gegeben haben wird, eben dies auch zu verhindern. Da er die armen Babylonier verwirren wollte, wird er sicher – clever, wie er nunmal ist – die vier neuen Sprachen so verschieden wie nur möglich gemacht haben.

Untersucht man also, wie die Sprachen sich im Laufe der Zeit entwickelt haben, kommt man allerhöchstens zu Ur-Dänisch, Ur-Japanisch, Ur-Kurdisch und Ur-Innuktitut, aber nicht zur eigentlichen Ursprache selbst.

Versuch der Extrapolation eines Urwortes anhand des Deutschen und Lateinischen:

Deutsch:                            Fenster
Latein:                                Fenestra
Protolatein:                     Fenestara
Neu-Ursprache:             Fenestatara
Ursprache:                       Fenenestatatara-Täteräh

Was bleibt anderes übrig? Gar nichts. Nun, ein wenig was. Man kann alte Ruinen ausgraben, die mutmaßlich aus der Zeit vor der Sprachverwirrung stammen, und dort nach Schriften suchen.
Da wir heute noch nicht einmal wissen, wie sich Latein gesprochen angehört haben mag; und das, obwohl wir über Tonnen um Tonnen lateinischer Texte verfügen und sogar noch die selben Schriftzeichen benutzen, zeigt wie aussichtslos es ist, die Aussprache des altbabylonischen anhand von irgendwelchen Keilschriften extrapolieren zu wollen.

Also keine Urspache. Die Suche nach selber wurde von der enstzunehmenden Wissenschaft auch eingestellt.

Das Konzept ist zwar nicht ganz von der Hand zu weisen: Es steht heute fest, dass sich Sprachen entwickeln. Geht man ebenso von einer relativ kleinen Gruppe von Menschen aus, die den Afrikanischen Kontinent dereinst verlassen hat, oder von einer auch recht übersichtlichen Gruppe, welche die Eiszeit überlebt hat, ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass diese Gruppen jeweils eine einzige Sprache sprachen. Um das zu verifizieren und um näheres über eine real existierende Ursprache herauszufinden, müsste man aber schon eine Zeitmaschine haben: die Aufzeichnungen der Menschen von vor der Eiszeit sind eher lückenhaft.

Spricht man in der Sprachwissenschaft heute von „Ursprache“ ist meistens nur eine Sprache gemeint, aus der sich alle Sprachen einer bestimmten Sprachfamilie entwickelt haben. Latein zum Beispiel gilt als Pater Familias der romanischen Sprachfamilie.

Menschen, die Religion für etwas der Wissenschaft übergeordnetes halten, können sich jedoch freuen: Es ist in der Gedankenwelt der Religion nicht  vollkommen unmöglich, dass Gott einem neuen Propheten die Ursprache direkt diktiert, und dieser Prophet diese dann auf Tonband spricht, oder niederschreibt.

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Linguistisches | Schlagwörter: