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Jul
24
2010
8

FDP zieht sich geschlossen aus der Politik zurück

Nun habe ich es vorhergesehen, und weil ich der Meinung war, dass es sich um eine sehr naheliegende Prognose handelte, habe ich schonmal diesen Verabschiedungsartikel geschrieben, für den Moment, wenn es denn passiert.
Noch gibt es keine Meldungen über den Rückzug der FDP. Schade. Vielleicht regelt sich das ja noch im Laufe des Vormittags, oder in den nächsten Tagen, vielleicht war ich ja nur ungenau. Wer weiß.
Auf jeden Fall will ich euch diesen Abschiedsartikel nicht vorenthalten, auch wenn er streng genommen *noch* nicht aktuell ist.

Heute Mittag um 10 Uhr wurde es verkündet: Die FDP hat keine Lust mehr auf die Politik, und zieht sich geschlossen als Partei zurück.
Der ehemalige Außenminister Westerwelle sagte bei der überraschend anberaumten Pressekonferenz: „Es gibt in diesem Leben mehr als die Politik. Zum Beispiel die Musik. Die FDP geht ab heute in die Unterhaltung.“
Auf erstaunte Blicke, offene Münder und panisch schreiende Jungreiche erwiderte Westerwelle, dass die Partei ab sofort in „Fröhliche Dandy-Parade“ umbenannt würde, und man sich mit einem Vollprogramm nun allen Sparten der Musik widmen würde. Besonders die Bestrebungen Rainer Brüderles und seiner selbst, auf dem Gebiet des Vaudeville viel zu erreichen, hob er hervor.
Auf die Frage, warum die FDP keine Politik mehr machen wolle, und ob dies mit den ständigen Angriffen der CSU zu tun habe, antwortete Westerwelle: „Unsinn! Der Entschluss in die Unterhaltungsindustrie zu wechseln steht schon lange fest. Seit der Bundestagswahl. Als wir so viele Prozente bekamen, wussten wir, dass wir in der Politik erst einmal alles erreicht haben, was möglich ist. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!“
Nach ein paar Sekunden unkonfortabler Stille fügte er hinzu: „…nun, ich gebe zu, wir haben den Entschluss vielleicht ein wenig verschleppt. Aber wir lassen uns unseren Schneid nicht abkaufen!“
Auf die Frage, warum man sich ausgerechnet die Musik als neues Betätigungsfeld gesucht hat, musste Westerwelle schmunzeln: „Na, hören Sie mal! Immerhin hatten wir ja auch den singenden Bundespräsidenten!“
Dann brach er mit dem verkleidet zwischen den Journalisten sitzenden Brüderle spontan in Gesang aus: „Das Publikum, war heute wieder wundervoll, und traurig klingt der Schlußakkord in Moll …“ sang er mit Brüderle im Duett.

Die Spitze der neugeborenen Musik-Vereinigung ließ dann die Presse mehr oder weniger ratlos zurück, lud aber alle zur ersten Gala-Vorstellung der FDP in die Dresdener Semper-Oper, welche noch am Abend des selben Tages stattfinden sollte.

Derweil herrscht in der Regierung in Berlin ein heilloses Chaos: Angela Merkel findet sich plötzlich am Kopf einer Minderheitsregierung wieder, ein Drittel der Ministerposten ist nicht mehr besetzt.
Auf die Frage wie es nun weitergehen solle, sagte die eilig aus dem Urlaub am Wolfgangsee heimgekehrte Kanzlerin konkret:
„Diesem muss man entschlossen begegnen. Es ist eine Herausforderung, der man ja auch entschlossen begegnen können sollen müsse.
Dabei soll die Demokratie eine wichtige Richtschnur sein, bei der Begegnung… der entschlossenen Begegnung ….mit diesem. Ich würde Ihnen danken, wenn Sie jetzt weiter keine Fragen mehr an mich richten würden. Danke.“
Konkreter wurde die Kanzlerin nicht.

Eiligst hat die Kanzlerin im Laufe des Nachmittags dann ein Superministerium gegründet, das „Bundesministerium für Außen, Justitz, Gesundheit, Wirtschaft, Entwicklung und Vizekanzlerei (BMAJGWEV)“, dem vorerst Edmund Stoiber widerstrebend vorsteht.

Den lustigen Abend in der Semperoper, die Premiere der „Fröhlichen Dandy-Parade“, leitete dann Silvana Koch-Mehrins Interpretation von „Girls just want to have fun“ ein. Dieser Auftritt stand ganz im Zeichen der 80er Jahre.
Kulissen bildeten die Berliner Mauer nach, und Frau Koch-Mehrin war ähnlich gekleidet und frisiert wie Madonna in ihrem Video zu „Like a Virgin“.
Dann ging es weiter mit den Röslerchören, die den Chor der Gefangenen aus Nabucco und eine Art Medley aus Stücken der Carmina Burana zum besten gaben.
Rösler dirigierte wie ein Weltmeister, und man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Sänger – allesamt ehemalige Staatsseketäre – heimlich geübt haben müssen.
Unvergessen bleibt dann Frau Leutheusser-Schnarrenbergers Interpretation von „Memories“ aus Cats. Auch in ihr Kostüm muss sehr viel Aufwand, Geld und Liebe geflossen sein.
Das Kernstück und der Abschluss des Konzertes bildete dann eine Reihe von Duetten, gesungen von Westerwelle & Brüderle, die ganz im Zeichen des Vaudeville alte Musicalperlen trällerten. Unter anderem „Cheek to Cheek“, „Summertime“, „Puttin‘ on the Ritz“ und „I am a dentist“ aus Little shop of horrors. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das letzte Lied speziell an die ehemalige Wählerschaft gerichtet hat. Quasi ein Apell der FDP weiterhin die Treue zu halten, auch wenn sie die Sparte gewechselt hat.

Nach dem Auftritt äußerten sich einige der Künstler zu der Frage nach ihren Zukunftsplänen.
Dr. Guido Westerwelle gestand, dass er seit September 2009 fast rund um die Uhr an einem autobiografischen Musical schreibt, das fast fertig sei. Er habe noch niemanden gefunden, der es produzieren möchte, aber das sei gewiss nur eine Frage der Zeit.
Außerdem möchte der ehemalige Außenminister einen Film über sein Leben drehen, ganz im Stile von Eminems „8 mile“ und Daniel Küblböcks „Daniel der Zauberer“.
Rainer Brüderle, der frischgebackene Ex-Wirtschaftsminister gestand, dass es schon immer ein Traum von ihm gewesen sei, an der Mailänder Scala in Mozarts Zauberflöte die Königin der Nacht zu singen. Sein Kolleratursopran sei zwar ein wenig eingerostet, aber mit etwas Übung würde er sicher das nötige mitbringen, konstatierte er selbstbewusst.
Ebenso sei ein Duett mit dem Finanzminister ein Herzenswunsch von ihm. Brüderle und Schäuble sind in ihrer gemeinsamen Zeit im Bundeskabinett zu sehr guten Freunden geworden. „Man kann nicht in der Politik gemeinsam in einer Koalition miteinander arbeiten, ohne sich irgendwann sehr zu schätzen zu wissen, auch wenn man von verschiedenen Parteien ist.“, erklärte Brüderle sich uns gegenüber.

Ein wenig vermisst haben wir Dirk Niebel an diesem Abend. (Nun eigentlich ist „vermisst“ das falsche Wort, aber wir haben eine Liste mit den ehemaligen FDP-Ministern abgeglichen, und da war er halt mit dabei. Da fiel uns auf, dass er nicht auf der Bühne war.)
Die Abwesenheit des ehemaligen Entwicklungsministers erklärte Dr. Westerwelle aber dann wie folgt: „Heute haben wir nur Stücke anderer Komponisten zum besten gegeben. Herr Niebel, der Dirk, arbeitet aber an exklusiver Musik, die er nur für uns schreibt. Sie wird alle Themen ansprechen, die uns auch schon in der Politik bewegt haben. Zum Beispiel mehr Brutto vom Netto, und so. Sie dürfen gespannt sein!“
In der Tat, wir sind gespannt.

Der nächste Auftritt der Fröhlichen Dandy-Parade wird voraussichtlich erst im Herbst zu sehen sein, dann soll nämlich die Deutschlandtour unter dem Motto „Leistungsbeschleunigungsgesang“ beginnen.

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Lustiges,Politisches | Schlagwörter: , , ,

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FDP zieht sich geschlossen aus der Politik zurück

Nun habe ich es vorhergesehen, und weil ich der Meinung war, dass es sich um eine sehr naheliegende Prognose handelte, habe ich schonmal diesen Verabschiedungsartikel geschrieben, für den Moment, wenn es denn passiert.
Noch gibt es keine Meldungen über den Rückzug der FDP. Schade. Vielleicht regelt sich das ja noch im Laufe des Vormittags, oder in den nächsten Tagen, vielleicht war ich ja nur ungenau. Wer weiß.
Auf jeden Fall will ich euch diesen Abschiedsartikel nicht vorenthalten, auch wenn er streng genommen *noch* nicht aktuell ist.

Heute Mittag um 10 Uhr wurde es verkündet: Die FDP hat keine Lust mehr auf die Politik, und zieht sich geschlossen als Partei zurück.
Der ehemalige Außenminister Westerwelle sagte bei der überraschend anberaumten Pressekonferenz: „Es gibt in diesem Leben mehr als die Politik. Zum Beispiel die Musik. Die FDP geht ab heute in die Unterhaltung.“
Auf erstaunte Blicke, offene Münder und panisch schreiende Jungreiche erwiderte Westerwelle, dass die Partei ab sofort in „Fröhliche Dandy-Parade“ umbenannt würde, und man sich mit einem Vollprogramm nun allen Sparten der Musik widmen würde. Besonders die Bestrebungen Rainer Brüderles und seiner selbst, auf dem Gebiet des Vaudeville viel zu erreichen, hob er hervor.
Auf die Frage, warum die FDP keine Politik mehr machen wolle, und ob dies mit den ständigen Angriffen der CSU zu tun habe, antwortete Westerwelle: „Unsinn! Der Entschluss in die Unterhaltungsindustrie zu wechseln steht schon lange fest. Seit der Bundestagswahl. Als wir so viele Prozente bekamen, wussten wir, dass wir in der Politik erst einmal alles erreicht haben, was möglich ist. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!“
Nach ein paar Sekunden unkonfortabler Stille fügte er hinzu: „…nun, ich gebe zu, wir haben den Entschluss vielleicht ein wenig verschleppt. Aber wir lassen uns unseren Schneid nicht abkaufen!“
Auf die Frage, warum man sich ausgerechnet die Musik als neues Betätigungsfeld gesucht hat, musste Westerwelle schmunzeln: „Na, hören Sie mal! Immerhin hatten wir ja auch den singenden Bundespräsidenten!“
Dann brach er mit dem verkleidet zwischen den Journalisten sitzenden Brüderle spontan in Gesang aus: „Das Publikum, war heute wieder wundervoll, und traurig klingt der Schlußakkord in Moll …“ sang er mit Brüderle im Duett.

Die Spitze der neugeborenen Musik-Vereinigung ließ dann die Presse mehr oder weniger ratlos zurück, lud aber alle zur ersten Gala-Vorstellung der FDP in die Dresdener Semper-Oper, welche noch am Abend des selben Tages stattfinden sollte.

Derweil herrscht in der Regierung in Berlin ein heilloses Chaos: Angela Merkel findet sich plötzlich am Kopf einer Minderheitsregierung wieder, ein Drittel der Ministerposten ist nicht mehr besetzt.
Auf die Frage wie es nun weitergehen solle, sagte die eilig aus dem Urlaub am Wolfgangsee heimgekehrte Kanzlerin konkret:
„Diesem muss man entschlossen begegnen. Es ist eine Herausforderung, der man ja auch entschlossen begegnen können sollen müsse.
Dabei soll die Demokratie eine wichtige Richtschnur sein, bei der Begegnung… der entschlossenen Begegnung ….mit diesem. Ich würde Ihnen danken, wenn Sie jetzt weiter keine Fragen mehr an mich richten würden. Danke.“
Konkreter wurde die Kanzlerin nicht.

Eiligst hat die Kanzlerin im Laufe des Nachmittags dann ein Superministerium gegründet, das „Bundesministerium für Außen, Justitz, Gesundheit, Wirtschaft, Entwicklung und Vizekanzlerei (BMAJGWEV)“, dem vorerst Edmund Stoiber widerstrebend vorsteht.

Den lustigen Abend in der Semperoper, die Premiere der „Fröhlichen Dandy-Parade“, leitete dann Silvana Koch-Mehrins Interpretation von „Girls just want to have fun“ ein. Dieser Auftritt stand ganz im Zeichen der 80er Jahre.
Kulissen bildeten die Berliner Mauer nach, und Frau Koch-Mehrin war ähnlich gekleidet und frisiert wie Madonna in ihrem Video zu „Like a Virgin“.
Dann ging es weiter mit den Röslerchören, die den Chor der Gefangenen aus Nabucco und eine Art Medley aus Stücken der Carmina Burana zum besten gaben.
Rösler dirigierte wie ein Weltmeister, und man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Sänger – allesamt ehemalige Staatsseketäre – heimlich geübt haben müssen.
Unvergessen bleibt dann Frau Leutheusser-Schnarrenbergers Interpretation von „Memories“ aus Cats. Auch in ihr Kostüm muss sehr viel Aufwand, Geld und Liebe geflossen sein.
Das Kernstück und der Abschluss des Konzertes bildete dann eine Reihe von Duetten, gesungen von Westerwelle & Brüderle, die ganz im Zeichen des Vaudeville alte Musicalperlen trällerten. Unter anderem „Cheek to Cheek“, „Summertime“, „Puttin‘ on the Ritz“ und „I am a dentist“ aus Little shop of horrors. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das letzte Lied speziell an die ehemalige Wählerschaft gerichtet hat. Quasi ein Apell der FDP weiterhin die Treue zu halten, auch wenn sie die Sparte gewechselt hat.

Nach dem Auftritt äußerten sich einige der Künstler zu der Frage nach ihren Zukunftsplänen.
Dr. Guido Westerwelle gestand, dass er seit September 2009 fast rund um die Uhr an einem autobiografischen Musical schreibt, das fast fertig sei. Er habe noch niemanden gefunden, der es produzieren möchte, aber das sei gewiss nur eine Frage der Zeit.
Außerdem möchte der ehemalige Außenminister einen Film über sein Leben drehen, ganz im Stile von Eminems „8 mile“ und Daniel Küblböcks „Daniel der Zauberer“.
Rainer Brüderle, der frischgebackene Ex-Wirtschaftsminister gestand, dass es schon immer ein Traum von ihm gewesen sei, an der Mailänder Scala in Mozarts Zauberflöte die Königin der Nacht zu singen. Sein Kolleratursopran sei zwar ein wenig eingerostet, aber mit etwas Übung würde er sicher das nötige mitbringen, konstatierte er selbstbewusst.
Ebenso sei ein Duett mit dem Finanzminister ein Herzenswunsch von ihm. Brüderle und Schäuble sind in ihrer gemeinsamen Zeit im Bundeskabinett zu sehr guten Freunden geworden. „Man kann nicht in der Politik gemeinsam in einer Koalition miteinander arbeiten, ohne sich irgendwann sehr zu schätzen zu wissen, auch wenn man von verschiedenen Parteien ist.“, erklärte Brüderle sich uns gegenüber.

Ein wenig vermisst haben wir Dirk Niebel an diesem Abend. (Nun eigentlich ist „vermisst“ das falsche Wort, aber wir haben eine Liste mit den ehemaligen FDP-Ministern abgeglichen, und da war er halt mit dabei. Da fiel uns auf, dass er nicht auf der Bühne war.)
Die Abwesenheit des ehemaligen Entwicklungsministers erklärte Dr. Westerwelle aber dann wie folgt: „Heute haben wir nur Stücke anderer Komponisten zum besten gegeben. Herr Niebel, der Dirk, arbeitet aber an exklusiver Musik, die er nur für uns schreibt. Sie wird alle Themen ansprechen, die uns auch schon in der Politik bewegt haben. Zum Beispiel mehr Brutto vom Netto, und so. Sie dürfen gespannt sein!“
In der Tat, wir sind gespannt.

Der nächste Auftritt der Fröhlichen Dandy-Parade wird voraussichtlich erst im Herbst zu sehen sein, dann soll nämlich die Deutschlandtour unter dem Motto „Leistungsbeschleunigungsgesang“ beginnen.

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Lustiges,Politisches | Schlagwörter: , , ,