Jul
15
2010

Macht bloss nicht diesen DeMail-ePost-Kram!

Braucht ihr sowieso nicht, also lasst es! Diese neue staatliche eMail-Adresse soll angeblich sicherer und einfacher sein, in Wirklichkeit verbergen sich hinter dem Konzept im Vergleich zur herkömmlichen eMail tonnenweise Nachteile.

Bei Datenspeicherung.de (LINK) kann man die ganzen datenschutzrechtlichen Bedenken nachlesen, die Netzpolitik.org (wenn ihr den anderen Link schon nicht geklickt habt, dann klickt wenigstens diesen LINK) kurz zitiert.
Im großen und ganzen läuft es darauf hinaus, dass staatliche Stellen lustig in der eigenen ePost herumlesen dürfen, die Mails zentral und personenbezogen gespeichert werden und private dürfen sogar Auskunft über den Inhaber eines DeMail-Kunden verlangen.

Im Reizzentrum (LINK) sieht man sich die AGBs genauer an, und findet so viele Nachteile am neuen System, dass kein klar denkender Mensch es mehr praktisch finden kann:
Im Gegensatz zur herkömmlichen Mail kostet die DeMail Geld, man bezahlt für die Zustellung einer eMail so viel wie für einen Postbrief, was ja irgendwie schon ziemlich frech ist. Außerdem verpflichtet sich der DeMail-Kunde sein langwierig unter Einsatz des Personalausweises erworbenes DeMail-Konto täglich (sic) zu prüfen, ob nicht vielleicht Amtspost angekommen ist.
Desweiteren trägt der Kunde nun auch im Gegensatz zur Briefpost die Beweislast, wenn es darum geht, ob eine Mail angekommen ist oder nicht.
Zu guter letzt behält sich die Post vor, dass der Dienst für drei Wochen bis X pro Jahr nicht erreichbar ist oder gewartet wird. Das macht die Pflicht, täglich nachzuschauen, natürlich besonders albern.

Diese und weitere Fallstricke kann man auch bei heise (LINK) nachlesen.

Nachtrag:
Ich wurde in den Kommentaren gerade darauf hingewiesen, dass ePost (LINK) und DeMail (LINK) zwei unterschiedliche Konzepte sind. So wie ich das verstanden habe, ist ersteres ein Angebot der Post, und zweiteres ist so etwas wie eine staatliche eMailadresse. Die ersten zwei Links oben im Text beziehen sich dann wohl auf die DeMail, der dritte auf ePost, und der letzte scheinbar auf beides. Die Dienste sind aber beide wohl nicht empfehlenswert.

8 Comments »

  • k4rl

    Kurze info: ePostbrief und DeMail sind nur ähnlich, nicht aber das gleiche. In deinem Text sieht es aber so aus, als ob es ein und das selbe wäre.

    Comment | 15. Juli 2010
  • Dominick

    Das De-Mail-Konto ist doch letzlich nur dazu da um verbindlich auf elektronischem Wege mit Behörden zu reden – was abgesehen von Elster so nicht möglich ist.

    Wenn man das häufiger tut macht das durchaus ganz viel Sinn. Und mit dem täglichen Reingucken ist halt so wie mit dem Briefkasten – man ist halt auch mal im Urlaub.

    Und da können die Behörden lustig drin rum lesen – wäre ja schlimm wenn sie es nicht tun werden. Man sollte halt De-Mail eben nicht mit einem Emaildienst verwechseln (wo auch jeder Admin lustig drin rum lesen kann) und es wirklich nur verwenden wenn man viel mit Behörden zu tun hat und sich die Kommunikation mit diesen erleichtern will. Da finde ich es fast bedenklicher das es Menschen gibt die vertrauliche Korrespondenz über den Emaildienst der Datenkrake Google abwickeln.

    Email wird das ganz sicher nicht ablösen.

    Comment | 15. Juli 2010
  • M. Brand

    Frage: De-Mail, E-Postbrief – brauche ich das?

    Hier preschen Deutsche Post und andere Anbieter mit einem E-Mail-System vor, bevor überhaupt die Voraussetzung für seine zweifelsfreie Rechtsverbindlichkeit geschaffen ist. Warum machen sie das? Streng genommen ist ihre E-Mail nämlich längst noch nicht vollständig rechtssicher. Das entsprechende Gesetz dafür ist noch gar nicht verabschiedet und wird wohl auch bis Ende des Jahres noch auf sich warten lassen.

    Die wenigen Male, die ich „rechtssicher“ versenden muss, werde ich wie bisher lieber das herkömmliche „Einschreiben“ nutzen, bevor ich mir das ganze Procedere der Registrierung zumute und nicht weiß, was mit meinen Daten geschieht!
    Und darüber hinaus zum Thema „zeitgemäßer“ Briefversand: Ich nutze bereits seit über 2 Jahren den Online-Briefversand (Hybridpost) des Brief-online-Portals (www.briefonlineportal.de) und bin sehr zufrieden! Egal, ob Rechnungen, Angebote oder größere Mailingaktionen – das Handling dieses Online-Briefversands ist extrem anwenderfreundlich und zeitsparend: Anleitungen im PDF-Format sowie Videos erleichtern den sofortigen Einstieg. Die Registrierung ist mit wenigen Mouseclicks erledigt. Der Preis stimmt, Übertragung der Daten mit hohem Sicherheitsstandard (128-Bit-Verschlüsselung mit SSL und SFTP)!
    Warum sollte ich jetzt De-Mail oder den E-Postbrief der Deutschen Post nutzen?

    Und das Beste für meine Zwecke als Unternehmer: Für Werbeaussendungen / Mailings gilt: Infobriefe/ Infopost: (adressierte, inhaltsgleiche Sendungen) ab einer Stückzahl von 300 sind im Preis noch günstiger – die Zugabe von Beilegern ist möglich, auch der Druck auf Spezialpapier. Hier kann sogar unter bestimmten Voraussetzungen eine Vorratshaltung beim Brief-online-Portal erfolgen. Das bieten weder De-Mail noch E-Postbrief! Was will ich mehr?!

    Comment | 16. Juli 2010
  • Heiko C.

    @k4rl Huch! Danke! Ich dachte bisher tatsächlich, das wäre das selbe. Da werd‘ ich wohl besser mal einen kleinen Nachtrag reinschreiben…

    Comment | 16. Juli 2010
  • Heiko C.

    @Dominick: Das ist ja gerade so, dass Urlaub als Ausrede nicht zählt, warum man seine Mails nicht nachsieht. Immerhin ist das Internet ja überall, und man kann im Prinzip von überall ins Internet. Wenn du also auf Mallorca die Mail vom Finanzamt nicht abgerufen hast, bist du schuld.

    Comment | 16. Juli 2010
  • Dominick

    Aber das selbe Problem hast du doch auch wenn sie einen Bescheid mit einer Widerspruchsfrist von 2 Wochen schicken und du drei Wochen am Strand rumliegst. 😉

    Comment | 16. Juli 2010
  • Heiko C.

    Ja, ne, steht ja alles genau bei dem Heiselink. Bei der Briefpost muss das Amt beweisen, dass du den Brief bekommen hast, und wenn du ihn nicht bekommen hast, reicht eine „Glaubhaftmachung“.
    Bei der elektronischen Variante musst du hingegen beweisen, dass du die Mail nicht bekommen hast. Toll, wenn die beim Amt dann eine „dringende“ Mail schicken, die Absendung denen bestätigt wird, die Mail dann aber bei dir nicht ankommt, weil beim Server der Zustellerfirma irgendwas nicht stimmt. Dann musst du beweisen, dass du nichts bekommen hast. Da wünsche ich viel Spass bei. Was ist zum Beispiel wenn die erst einmal Vorladungen so zustellen, und du aus welchen Gründen auch immer nichts bekommst?
    Das ganze ist aber viel besser bei heise oder Reizzentrum (die Links im Text ;)) erklärt, als ich es kann.

    Comment | 16. Juli 2010
  • vielleicht ist opolis secure mail (http://www.opolis.eu) eine alternative: gratis, verschlüsselter email dienst, wobei der absender entscheidet, was der empfänger mit der nachricht tun darf ….

    auch folgender interessanter artikel dazu:
    http://www.freie-pressemitteilungen.de/modules.php?name=PresseMitteilungen&file=article&sid=16181

    Comment | 27. Juli 2010

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