Impactsuspect » 2010 » Juli » 06
Jul
06
2010
1

Ölpest – Das Musical

Gestern abend premierte um 22:00 das neue Musical „Oilspill – the Musical“ in der Wimmersbuscher Mehrzweckhalle. Die Autorin des sozialkritischen Stückes Musiktheater, Dagmar Eckentisch-Spömerisi (43), hat sich nach eigenen Angaben diese eher unscheinbare Bühne für die Premiere ausgesucht, um zu testen, ob die durchschnittliche Dorfbevölkerung in Wimmersbusch auch mit den zahlreichen sarkastisch-sozialkritischen Anklängen etwas anzufangen weiß.
„Wissen Sie, wenn die Botschaft meines Musicals bei den einfachen Leuten nicht ankommt, dann habe ich noch viel Arbeit vor mir. Dann muss ich alles umschreiben.“, sagte Sie uns im Vertrauen.

Die Internationale Presse war gestern natürlich auch anwesend: Reporter vom „Wimmersbuscher Anzeiger“, der „Brandon Evening Press“ und des „Le Friseur“ waren da, und sogar ein Fernsehteam des offenen Kanals Bad-Hohensalza.
Obwohl stets darum bemüht, den einfachen Dorfzuschauer nicht zu überfordern, hat Frau Eckentisch-Spömerensi es geschafft Tim Curry für die Hauptrolle zu gewinnen, zumindest für die Premiere. Wie nicht anders zu erwarten spielte und sang er die Ölpest. Mit Rollen wie diesen hat er ja Erfahrung, lieh er im Film Ferngully doch einem bösen Umweltverschmutzungsmonster die Stimme.

„Ölig, ich bin so ölig, so fröhlig, ölig, ich bin das Öl!“, trällerte Curry mit markantem britischen Akzent. Es fällt ihm nicht schwer sich in Umweltverschmutzung, U-Bootoffizier oder einen transsexuellen Ausserirdischen zu versetzen, mit der deutschen Sprache hat er jedoch gestern seine Probleme gehabt. Trotzdem ein gelungener Auftakt für das mehrstündige Stück.
Wie in Musicals allgemein üblich wurden auch in „Oilspill – the Musical“ bekannte Stücke aus der Popmusik eingebaut. Das Lied vom Öl klingt also nicht zufällig bekannt: Es handelt sich um eine neu vertextete Version des Gassenhauers „Codo“ der Gruppe DÖF.

Auch andere Lieder klingen bekannt: So sang der Chor der PR-Leute von BP unter der Führung von Alberto Kotzas, der die Rolle des Tony Hayward spielte, zum Beispiel eine leicht veränderte Version von „We care a lot“ der Gruppe Faith No More.
Eindrucksvoll war am Premiereabend das Ballett der ölverschmierten Pelikane in Szene gesetzt, welche zu Tschaikowskys „Schwanengesang“ herzzerreißend starben, ebenso die Anhörung vor dem US-Kongress, auf deren Höhepunkt Kotzas in der Rolle Haywards „Guten Tag, ich will mein Leben zurück“ von Wir sind Helden singt.

Das Ende des Stückes ist sehr ungewöhnlich, gar grostesk zu nennen und gibt der Handlung, die ansonsten an den wahren Geschehnissen orientiert ist, einen besonderen Spin. Ich will auf keinen Fall zu viel verraten. Nur soviel: Am Ende fahren Tony Hayward und die Ölpest als glückliches Paar auf einer Yacht in den Sonnenuntergang!
Zum Abschluß gab es dann gestern Standing Ovations. Wimmersbusch hat verstanden, die Autorin Dagmar Eckentisch-Spömerisi atmete erleichtert auf. Nun steht einer langen und erfolgreichen Spielzeit nichts mehr im Wege.

Meine Empfehlung: Ansehen! Das beste Musical seit „Tschernobyl – Strahlende Gesichter!“

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Ölpest – Das Musical

Gestern abend premierte um 22:00 das neue Musical „Oilspill – the Musical“ in der Wimmersbuscher Mehrzweckhalle. Die Autorin des sozialkritischen Stückes Musiktheater, Dagmar Eckentisch-Spömerisi (43), hat sich nach eigenen Angaben diese eher unscheinbare Bühne für die Premiere ausgesucht, um zu testen, ob die durchschnittliche Dorfbevölkerung in Wimmersbusch auch mit den zahlreichen sarkastisch-sozialkritischen Anklängen etwas anzufangen weiß.
„Wissen Sie, wenn die Botschaft meines Musicals bei den einfachen Leuten nicht ankommt, dann habe ich noch viel Arbeit vor mir. Dann muss ich alles umschreiben.“, sagte Sie uns im Vertrauen.

Die Internationale Presse war gestern natürlich auch anwesend: Reporter vom „Wimmersbuscher Anzeiger“, der „Brandon Evening Press“ und des „Le Friseur“ waren da, und sogar ein Fernsehteam des offenen Kanals Bad-Hohensalza.
Obwohl stets darum bemüht, den einfachen Dorfzuschauer nicht zu überfordern, hat Frau Eckentisch-Spömerensi es geschafft Tim Curry für die Hauptrolle zu gewinnen, zumindest für die Premiere. Wie nicht anders zu erwarten spielte und sang er die Ölpest. Mit Rollen wie diesen hat er ja Erfahrung, lieh er im Film Ferngully doch einem bösen Umweltverschmutzungsmonster die Stimme.

„Ölig, ich bin so ölig, so fröhlig, ölig, ich bin das Öl!“, trällerte Curry mit markantem britischen Akzent. Es fällt ihm nicht schwer sich in Umweltverschmutzung, U-Bootoffizier oder einen transsexuellen Ausserirdischen zu versetzen, mit der deutschen Sprache hat er jedoch gestern seine Probleme gehabt. Trotzdem ein gelungener Auftakt für das mehrstündige Stück.
Wie in Musicals allgemein üblich wurden auch in „Oilspill – the Musical“ bekannte Stücke aus der Popmusik eingebaut. Das Lied vom Öl klingt also nicht zufällig bekannt: Es handelt sich um eine neu vertextete Version des Gassenhauers „Codo“ der Gruppe DÖF.

Auch andere Lieder klingen bekannt: So sang der Chor der PR-Leute von BP unter der Führung von Alberto Kotzas, der die Rolle des Tony Hayward spielte, zum Beispiel eine leicht veränderte Version von „We care a lot“ der Gruppe Faith No More.
Eindrucksvoll war am Premiereabend das Ballett der ölverschmierten Pelikane in Szene gesetzt, welche zu Tschaikowskys „Schwanengesang“ herzzerreißend starben, ebenso die Anhörung vor dem US-Kongress, auf deren Höhepunkt Kotzas in der Rolle Haywards „Guten Tag, ich will mein Leben zurück“ von Wir sind Helden singt.

Das Ende des Stückes ist sehr ungewöhnlich, gar grostesk zu nennen und gibt der Handlung, die ansonsten an den wahren Geschehnissen orientiert ist, einen besonderen Spin. Ich will auf keinen Fall zu viel verraten. Nur soviel: Am Ende fahren Tony Hayward und die Ölpest als glückliches Paar auf einer Yacht in den Sonnenuntergang!
Zum Abschluß gab es dann gestern Standing Ovations. Wimmersbusch hat verstanden, die Autorin Dagmar Eckentisch-Spömerisi atmete erleichtert auf. Nun steht einer langen und erfolgreichen Spielzeit nichts mehr im Wege.

Meine Empfehlung: Ansehen! Das beste Musical seit „Tschernobyl – Strahlende Gesichter!“