Impactsuspect » Du-traust-dich-nicht-Schilder
Jun
06
2010

Du-traust-dich-nicht-Schilder

Verbote wirken oft wie Einladungen. Oft kommt man erst auf die Idee etwas zu tun, wenn man ein Schild liest, auf dem selbiges verboten wird.
Würde ich an der Strasse ein „Müll abladen verboten!“-Schild aufstellen, und zwar an einer Stelle an der noch nie irgendjemand irgendwelchen Müll abgeladen hat, wäre gewiss, dass bald darauf der erste Müll dort abgeladen wird.

Würde die Stadt im Stadtpark ein Schild aufstellen, auf dem „Das Aufführen von Goethes Faust ist ohne Kleidung untersagt!“ stünde, wäre gewiss, dass bereits am nächsten Wochenende ein kleiner Kreis von nackten Thespiern dort die unsterblichen Zeilen des Dichterfürsten zu rezitieren begönne.

Das ist nun einmal so. Gerade, wenn die Verbote unsinnig scheinen. Die Stadt verbietet mit nackt den Mephisto im Park zu geben? Dann muss mir das ja irgendeinen tollen Kick geben.

Genau diesen Mechanismus macht man sich nun anscheinend in Westerland zu Nutze, um die Bürger und Touristen in ein idyllisches kleines Waldstück zu locken, welches als „Naturerlebnisraum“ bezeichnet wird.
Zumindest erkläre ich mir so dieses Schild:

Ich stelle mir das so vor:
Die Stadt sorgt für eine nette kleine Parkanlage. Keiner geht rein.
Man stellt ein Schild auf: „Naturerlebnisraum“.
Noch immer geht keiner hinein.
Drunter bringt man das Schild „…auf eigene Gefahr!“ an.
Urplötzlich gewinnt der Naturerlebnisraum an Reiz, weil er als potentiell gefährlich einzuschätzen ist. Die beiden Schilder scheinen im Zusammenspiel zu sagen: „Also, hier ist ja mal ein super-toller Naturerlebnisraum, aber du traust dich ja sowieso nicht. …im ernst, bleib‘ besser draußen! Ist sowieso zu viel Natur für dich… höhö…“
Klar, dass nun die Leute reinströmen. Und warum auch nicht, der Park ist ja wirklich hübsch.

Written by Heiko C. in: Friesisches,Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: ,

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Verbote wirken oft wie Einladungen. Oft kommt man erst auf die Idee etwas zu tun, wenn man ein Schild liest, auf dem selbiges verboten wird.
Würde ich an der Strasse ein „Müll abladen verboten!“-Schild aufstellen, und zwar an einer Stelle an der noch nie irgendjemand irgendwelchen Müll abgeladen hat, wäre gewiss, dass bald darauf der erste Müll dort abgeladen wird.

Würde die Stadt im Stadtpark ein Schild aufstellen, auf dem „Das Aufführen von Goethes Faust ist ohne Kleidung untersagt!“ stünde, wäre gewiss, dass bereits am nächsten Wochenende ein kleiner Kreis von nackten Thespiern dort die unsterblichen Zeilen des Dichterfürsten zu rezitieren begönne.

Das ist nun einmal so. Gerade, wenn die Verbote unsinnig scheinen. Die Stadt verbietet mit nackt den Mephisto im Park zu geben? Dann muss mir das ja irgendeinen tollen Kick geben.

Genau diesen Mechanismus macht man sich nun anscheinend in Westerland zu Nutze, um die Bürger und Touristen in ein idyllisches kleines Waldstück zu locken, welches als „Naturerlebnisraum“ bezeichnet wird.
Zumindest erkläre ich mir so dieses Schild:

Ich stelle mir das so vor:
Die Stadt sorgt für eine nette kleine Parkanlage. Keiner geht rein.
Man stellt ein Schild auf: „Naturerlebnisraum“.
Noch immer geht keiner hinein.
Drunter bringt man das Schild „…auf eigene Gefahr!“ an.
Urplötzlich gewinnt der Naturerlebnisraum an Reiz, weil er als potentiell gefährlich einzuschätzen ist. Die beiden Schilder scheinen im Zusammenspiel zu sagen: „Also, hier ist ja mal ein super-toller Naturerlebnisraum, aber du traust dich ja sowieso nicht. …im ernst, bleib‘ besser draußen! Ist sowieso zu viel Natur für dich… höhö…“
Klar, dass nun die Leute reinströmen. Und warum auch nicht, der Park ist ja wirklich hübsch.

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