Impactsuspect » 2010 » Mai
Mai
15
2010
11

Maskulistische Science Fiction

Ich meine es gibt ja feministische Science Fiction. Pamela Sargents „Das Ufer der Frauen“ zum Beispiel. Ein wirklich schlimmes Buch, in dem die Frauen in hochtechnisierten Städten wohnen, und über die Fortpflanzung hinaus kaum Kontakt zu den Männern haben, die als Banden von Wilden die Wildnis durchstreifen müssen, weil sie ja nun wirklich an allem schuld sind: Krieg, Hunger, Tod, schlechtes Fernsehprogramm, usw…

In diesem Buch gibt es spezielle Tempel in der Wildnis, in denen den Männern unter Vorspiegelung illusorischer Geschlechtsakte der Samen entnommen wird, wenn ich mich recht erinnere. Ich fand das Buch enorm unplausibel und schmerzhaft zu lesen, hab es aber tatsächlich bis zum Ende geschafft.

Dann sei noch, als anderes Extrem, Ursula K. LeGuin zu nennen, die jede Menge klasse Science-Fictionromane geschrieben hat. Als Beispiel für feministische Science Fiction fällt da besonders „Winterplanet“ ins Auge. In diesem Buch reist ein menschlicher Raumfahrer auf einen kalten Planeten, auf dem die fast ebenso menschlichen Einwohner monatlich spontan doch ungesteuert das Geschlecht zu ändern in der Lage sind. Einer der Einheimischen verliebt sich in den irdischen Sternenfahrer, und wird im Laufe des Buches zur Frau. Das Buch kann ich weiterempfehlen, da es einige sehr interessante Fragen aufwirft, und zu beantworten versucht.

Zwischen diesen beiden Extremen finden sich viele andere Science-Fictionromane, die versuchen feministische Fragen zu Ende zu denken oder einfach nur ganz andere Familienmodelle zu präsentieren.
In Mary Gentles Roman „Goldenes Hexenvolk“ zum Beispiel, wird eine Alienrasse beschrieben, deren Kinder geschlechtslos sind, bis sie in die Pubertät eintreten. Auch hier wird man mit ganz anderen Familienmodellen konfrontiert. Dieses Buch – und dessen Fortsetzungen – sind zwar nicht ganz die Butter für die Augen, welche die Schreibe von Ursula K. LeGuin ist, aber trotzdem nett zu lesen. Auch hier also eine glatte Leseempfehlung.

Der urtypischte Vertreter der feministischen Science Fiction wird aber für mich immer eine Kurzgeschichte bleiben, die ich mal in irgendeinem Jubiläumsband von irgendwas gelesen habe. Diesen Band habe ich leider nie wiedergefunden, daher weiß ich nicht von wem die Geschichte ist, oder wie sie heißt, ich werde sie aber knapp zusammenfassen, soweit ich mich noch erinnere:

In einer menschlichen Kolonie auf einem Planeten sind alle Männer irgendwann einmal durch eine große Katastrophe gestorben. Seitdem pflanzen sich die Frauen im Labor fort, und die Kolonie ist rein weiblich. Seit Jahrhunderten hat man hier keinen Mann mehr gesehen, bis irgendwann ein Raumschiff von der Erde auftaucht, mit einem männlichen Raumfahrer. Dieser ist geschickt worden, um mal nach dem rechten zu sehen; ob es die Kolonie überhaupt noch gibt, und so.
Die einheimischen Frauen auf diesem Planeten finden ihn sehr befremdlich. Wie es weitergeht, weiß ich aber leider nicht mehr.
Diese Geschichte ist meine erste bewusste Begegnung mit feministischer SF, und ich finde die geschilderte rein weibliche Gesellschaft auch sehr prägnant, was den Feminismus angeht.
(Wer weiß, um welche Geschichte es sich handelt, und wo ich sie finden kann, mag dies gerne in die Kommentare schreiben.)

Was ist nun aber mit den Maskulisten? Sicher, es gibt Science Fiction, die in einem extremen Patriarchat spielt, oder auf Welten, die wahrgewordene Männerträume zu sein scheinen, aber eine rein männliche Gesellschaft, von einem männlichen Autor? Ein romangewordenes Wir-brauchen-keine-Frauen-nicht? Fehlanzeige!
Warum gibt es sowas nicht? Oder habe ich die entsprechenden literarischen Ergüsse nur bisher übersehen? Ich würd‘ sowas gerne mal lesen!

Man stelle sich die namenlose Kurzgeschichte mal andersherum vor:
Irgendeine Katastrophe tötet alle Frauen auf einem Kolonieplaneten, und die Männer pflanzen sich fortan nur noch im Labor fort. Die Gesellschaft wäre rein männlich. Wie würde das aussehen?
Da es sich um die Geschichte eines Maskulisten handeln würde, dürfte es hier auch keine Schwulen geben, weil Schwule schon zu „genderig“ wären. Was machen die Männer dann überhaupt? Wird der Sexualtrieb aberzogen, und man kümmert sich nur noch um Fußball? Werden findige Genetiker gar „Bierbäume“ züchten? Gibt es auf diesem Planeten nur Allrad-Sportwagen? Jetzt im Ernst mal: Ich hab mich durch „Das Ufer der Frauen“ gequält, also würde ich auch so eine abstruse Geschichte gerne lesen.

Und was würde passieren, wenn auf dieser durch und durch männlichen Welt plötzlich ein Raumschiff von der Erde landen würde und heraus käme: Eine Frau!!1elf
Was ist da los? Wird sie auf der Stelle aus altem Urinstinkt in die Küche geschickt? Schwingt sie sich zur bösen Matriarchin auf? Ich sehe da ungeahnte storytechnische Möglichkeiten!

Los, Maskulisten! Schreibt mir so ein Buch! Ich lese es dann auch! Ich lese ja schließlich jeden Schwachsinn, wenn Raumschiffe drin sind!
Oder sind Maskulisten etwa nicht so kreativ wie Feministinnen? Lachhaft!
Haltet euch ran, oder ich schreibe es selbst. „Fussbiertopia“ ist doch ein toller Titel, oder?

Written by Heiko C. in: Bücher,Gesellschaftliches,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Mai
14
2010
0

NRW-Landtagswahl Nachlese:

Mittlerweile haben es wohl alle mitbekommen: In Nordrheinwestpfahlen Nortreinwestphal NRW ist die Regierung Rüttgers irgendwie abgewählt, doch es herrscht ein Patt zwischen den Lagern. Sowohl das rechtskonservativ-liberale Lager (Schwarz-Grün) als auch Rot-Grün haben gleich viele Sitze im Parlament. Mit der Linkspartei will eigentlich keiner, die Grünen wollen auf keinen Fall mit der FDP und die SPD denkt sie hätte die Wahl gewonnen, obwohl sie weniger Stimmen als die CDU bekommen hat, weil sie nur ein Viertel der Stimmen verloren hat, die die CDU verloren hat.

Grund zum feiern haben die Grünen, die mit fröhlicher Zweistelligkeit alles nötige mitbringen, um zum neuen Zünglein an der Waage zu werden. Hierbei schleicht sich offenbar auch der Irrtum in der Grünen Denke ein, dass alle, die gegen Schwarz-Gelb seien, auch automatsich
für Rot Grün sein müssten.
Klar, dass man sich dann gerne mal wundert, warum überhaupt Leute Linkspartei oder gar die Piraten wählen. So äußerte sich auf Twitter der Grüne Politiker Volker Beck folgendermaßen:

mehr als verdoppelt. SUPER, zittern fuer rot-gruen. Wenn es nicht klappt haben es linken- und piratenwaehler vermasselt.

Immer diese Wähler anderer Parteien… vermasseln immer alles! Ist klar.

Erstaunlich auch die auf das Niveau vor der Bundestagswahl heilsam zurückgeschrumpfte FDP. Vor der Wahl schloß diese eine Ampel oder „andere Hampeleien“ – wie Westerwelle sich ausdrücken würde – aus, doch nach der Wahl will sie dann plötzlich mit allen reden.
Ist das nicht Betrug an den verbliebenen Wählern? Was sollen die denken, wenn die FDP plötzlich nicht mehr ein Wurmfortsatz der CDU ist, wie die letzten (mindestens) 20 Jahre?
Sind die nicht sauer? Leider lässt sich aus „Pinkwart“ kein so schmissiger Koalitions-Lügner-Spitzname wie „Lügilanti“ basteln, „Pinklüg“ oder „Lügwart“ klingt eher… nun, albern.

Oder durchschaut die wohlhabende Wählerschaft, was Pinkwart wirklich vorhatte?
Als die Chefin der NRW-Grünen nach der Wahl interviewt wurde, fiel mir auf, dass sie in nicht sehr netten Worten von der FDP sprach. „Marktradikal“ fiel da als Prädikat einige Male, und sind nicht „Radikal“ und „Extrem“ relativ synonym im Politikbetrieb?
Wenn also Pinkwart sagt „Wir reden mit jedem, der nicht mit Extremisten redet!“, so muss dies für die NRW-Grünen eine nicht auflösbare Logikschleife sein:

A. Ich rede mit der FDP
B. Die FDP sind Extremisten
C. Ich rede mit Extremisten
D. Die FDP redet nicht mit mir
E. Ich rede nicht mit Extremisten
F. GOTO A.

Ein klassischer Roboterkiller. Ich tippe mal darauf, dass die wahre Intention Pinkwarts war, alle Roboter und Androiden in den Reihen der Grünen auf einmal auszuschalten. Pfiffige Idee!

Update: Der Herr Beck hat gestern übrigens noch eins draufgesetzt, und in seinem Blog (das verlink ich hier jetzt aber mal nicht, der hat schon genug Traffic) aus dem Kampfruf der KDP: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ ein mehr oder weniger originelles Liedchen gedichtet:

„Wer hat uns verraten? Piraten!
Und wer war mit dabei? Linkspartei!“

Mal abgesehen davon, dass das Versmaß hier überhaupt nicht hinhaut, und das Liedchen eher an die Reim-dich-oder-ich-fress-dich-Poesie von Silberhochzeits- oder Firmenjubiläumsdichtung erinnert, zeugt es auch von einem merkwürdigen Demokratieverständnis, gerade wenn’s von einem Grünen kommt.

Immerhin sind die Grünen vor nicht all zu langer Zeit auch mal eine Splitterpartei gewesen. Grüne haben sich mittlerweile hier und da von Beck distanziert. Europapolitiker und ehemaliger Bundesvorstandsvoritzender der Grünen, Reinhardt Bütikhofer war von Becks lustiger Beleidigung potenzieller Wähler auch nicht so begeistert, und schrieb bei Twitter dazu folgendes:

„Was soll ich dazu sagen? Mal so: Ich wollte noch nie als kleineres Uebel gewaehlt werden. ;-)“

Heute hat sich Beck dann nochmal bei Abgeordnetenwatch zu Wort gemeldet, und sagte da sowas wie, er habe nur eine Diskussion anstoßen wollen. Ansonsten alles nur Spaß. haha! Vielleicht stimmt das ja, dann hat er wirklich selbst Schuld, falsch verstanden worden zu sein, ansonsten hätte er sich ja früher erklären können, nicht mehr als eine Woche nach seinem ursprünglichen Anstoß erregenden Tweet.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches,Politisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: , , , ,
Mai
13
2010
1

Griechenland-Überschuldungs-Nothilfe-Cartoon

Nachdem ich ein wenig was gelesen habe und nun glaube, ein wenig zu verstehen, was da überhaupt abgeht mit Griechenland und dem Finanzsektor und so weiter und dem Euro und so…

…na ja, um es kurz zu machen präsentiere ich hier den ultimativen Griechenland-Cartoon:

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Gruseliges,Lustiges | Schlagwörter: ,
Mai
09
2010
3

Leistungsschutzrecht für alle!!!

Bald kommt vielleicht das neue, tolle Leistungsschutzrecht für Verleger, dass das Kopieren, Zitieren, Erwähnen und Diskutieren von Presseerzeugnissen vermutlich entweder verboten oder kostenpflichtig macht.
Hat man in seiner Saftpressfirma einen Computer im Büro, wird dieses Gesetz dann einfach mal annehmen, dass man an diesem gewerblich Kopien von Online-Presseerzeugnissen herstellt, und man muss kräftig Löhnen. So – oder so ähnlich, ich bin kein Anwalt – schreibt jedenfalls Thomas Stadler vom Blog Internet-Law.

Das gute an der Sache ist, wie man in einem Tweet des bloggenden Anwalts nachlesen kann, dass auch Blogger ja quasi Verleger seien, und somit auch die Texte von Bloggern geschützt sind, durch diesen Leistungsschutz. Kopiert, nachmacht oder verfälscht also jemand einen meiner Texte, dann muss er auch zahlen. An mich. Wohlmöglich wird sogar reichen, wenn Textfragmente kopiert werden, was mich natürlich besonders frohlocken lässt.

Um vorzubeugen, dass irgendwelchen Holzmedien-Journalisten am Ende irgendwelche Schlagzeilen vorher einfallen, die auch von mir stammen könnten, will ich hier ein paar naheliegende Schlagzeilen, die in der Zukunft vielleicht einmal so eintreten werden, veröffentlichen, damit ich später dann von Zeitungen, welche diese meine  Schlagzeilen gewerblich kopieren, Geld kassieren kann. Gnihi!

Los gehts:

  • Weihnachten 2010 – Weiße Weihnachten!
  • Weihnachten 2010 – Diesmal kein Schnee!
  • Muttertag 2011 – Mutti, du bist die beste!
  • Blutige Proteste in Berlin – Kabinett flieht in Panik
  • Soziale Unruhen in Berlin – HartzIV Empfänger beißt Aussenminister Ohr ab!
  • Soziale Unruhen in Berlin – Außenminister beißt HartzIV-Empfänger!
  • Prozess gegen Ohrbeißer: Mehrjährige Haftstrafe
  • Prozess gegen Ohrbeißer: Nur Geldstrafe
  • Prozess gegen Ohrbeißer: Freispruch in allen Punkten
  • Gregor Gysi neuer Alterspräsident des Bundestages
  • Friedenseinsatz im Iran: Friedensminister zu Guttenberg hilft den verstrahlten Bombenopfern
  • Fußtrittpolizist in allen Punkten freigesprochen
  • 1FC St. Pauli wird Deutscher Meister
  • Überraschend: Westerwelle tritt zurück – Parteizentrale geschockt
  • Erwartet: Westerwelle tritt zurück – Parteizentrale feiert
  • Westerwelle tritt zurück – Der Parteizentrale ist es egal
  • Merkel gibt okay für 34 neue Kernkraftwerke in Wuppertal
  • Sturmflut! – Sylt bricht in zwei Teile
  • USA pleite – Deutschland bietet Billiardenhilfen an
  • USA pleite – Geplante Billiardenhilfe grundgesetzwidrig
  • Bundesregierung verbietet Salz – großer Schritt im Kampf gegen Bluthochdruck
  • Verfassungsgericht urteilt: Salzverbot in jetziger Form grundgesetzwidrig
  • CSU schafft 5%-Hürde nicht
  • FDP schafft 5%-Hürde nicht
  • SPD vermisst. Wer hat sie gesehen?
  • Afrikanische Bischöfin wird erste schwarze Päpstin! – Afrika ist Papst!
  • FDP-Zahngoldaffäre weitet sich aus – Basis ist für Rücktritt Hermann Otto Solms
  • Monarchisten auf dem Vormarsch – Königreich Bayern sagt sich von EU los
Mai
08
2010
4

Ornithologen vor!

Ist das auf folgendem Bild ein Rabe, oder handelt es sich nur um eine Rabenkrähe? Größenvergleich leider nicht möglich, da das Vieh etwa 20 Meter hoch auf einem Baum hockte. Wer was weiß, darf gerne kommentieren:

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter:
Mai
06
2010
6

Kleine Linksammlung zu älteren Herren, die sich über’s Internet äußern

Vorweg gesagt: Diese eine unerträgliche Phrase kommt hier nicht vor. Aber man kann sich ja auch ohne den „rechtsfreien Raum Internet“ auf Wefingniveau begeben.

Sprachpapst Wolf Schneider (85) findet, dass die meisten Blogs Geschwätz sind. (Tagesspiegel) Immerhin einem Viertel aller Blogeinträge gesteht er zu, dass es sich dabei nicht um trauriges Geschwätz handelt und auf Twitter hat er sogar einen Tweet gefunden, der sich wie ein Aphorismus liest.
Das Internet druckt ihm seine Frau regelmäßig, sogar täglich, aus.
Twitter hält er im übrigen für ein unglaublich interessantes Medium, dass Chancen bietet.
Obwohl er der älteste der hier velinkten Herren ist, ist seine Meinung eigentlich recht vertretbar: Sicher sind Blogs auch gerne mal Geschwätz. Darum geht es doch gerade beim Bloggen. Ich zum Beispiel will hier gar keinen Journalismus machen. Ich will meine Meinung zu bestimmten Themen aufschreiben und wen es interessiert, der soll es lesen.

Bei Innovativ-in.de hat Wolfgang Grupp (68) der Chef von Trigema, seine Meinung über das Internet zum besten gegeben. Seine Meinung: Twitter ist blöd, Onlineshops machen die Geschäfte kaputt, weil Leute die Preise vergleichen und alles in allem wäre es besser, wenn es das Internet nicht gäbe, denn früher haben die Leute Bücher gelesen und sich unterhalten.

Richtig schräg wird es aber, wenn Kulturwissenschaftler über das Internet reden:
Bazon Brock (73) hält das Internet für etwas schlimmes, weil alle nur noch schreiben und keiner das lesen will. (FAZ) Außerdem kann man im Netz niemandem vertrauen, wenn man ihn nicht auch privat kennt. Früher hat er das Netz mit dem Gulag verglichen, heute vergleicht er es lieber mit den Konzentrationslagern faschistischer Diktaturen. Darüber hinaus findet er es doof, dass der Papst den Limbus abgeschafft hat, weil der in irgendeiner Weise, die ich selbst nicht recht verstehe, wichtig für seine Arbeit war. Das Internet könnte die Stelle des Limbus einnehmen, aber nur, wenn man „auffährt wie Christus“, was auch immer das bedeuten mag.

Das sind nun drei verschiedene Interviews mit drei sehr verschiedenen Aussagen zum Internet, die von vage optimistischer Kritik über das plumpe Nichtmögen zu Nazivergleichen reichen. Eines haben die drei Texte aber gemeinsam: Sie geben uns einen wichtigen Einblick in das Leben der Menschen, die das Internet nicht nutzen, wie wir es tun bzw. gar nicht nutzen.
Herr Schneider zeigt uns, dass es auch Menschen seiner Generation gibt, die verstehen warum Menschen online sind. Herr Grupp hingegen zeigt uns die typische Abneigung gegen Dinge, die anders sind als früher. Was Herr Brock uns zeigt, dass weiß ich gar nicht so genau.
Vielleicht zeigt er uns einfach nur, dass es Menschen gibt, die so eine seltsame Erfahrungswelt haben, dass man einen Atlas brauchen würde, um sie zu verstehen. Vielleicht sagt er ja das gleiche wie Herr Grupp, bloss kryptischer, ich hab keine Ahnung.

Nachtrag:
Scheinbar hatte die FAZ die Aussagen des Herrn Brock schon ein wenig gestreamlined, damit sie nicht ganz so abstrus klingen. Ursprünglich waren wohl auch Hitler und Stalin selbst Teil des Nazivergleichs: http://sixtus.cc/wenn-hitler-plotzlich-verschwindet

Noch’n Nachtrag:
Der Herr Grupp von Trigema hat dann doch noch einmal erklärt, was er eigentlich gemeint hat, daß er niemanden beleidigen wollte und er hat angemerkt, dass das Interview stark gekürzt war: Offener Brief an die Social Media Gemeinde (Vorsicht! Link führt zu Facebook!)

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter: , ,
Mai
04
2010
4

Gefährliches Sylt ist gefährlich!

Sylt ist nicht nur besonders exklusiv, sondern auch brandgefährlch wie es scheint. Das Risiko liegt so gut wie immer beim Besucher.

Nehmen wir einmal an, Sie wollen in Rantum auf den Deich gehen – vielleicht sogar dahinter – um ein paar Fotos zu machen, oder auch nur die frische Luft zu genießen.

Bevor Sie so etwas zu sehen bekommen:

Müssen Sie sich auf diesem Schild das volle Risiko für die Deichlaufaktion aufladen lassen:

Vielleicht gehen Sie dann aber lieber nach Hörnum an den Strand, denken Sie sich…
Doch als sie sich diesem Steg hier nähern:

Begrüßt Sie dieses Schild:

Wenningstedt liegt zentraler, denken Sie sich, dort gehen ja auch alle an den Strand. Vielleicht wird ihnen dort ja das Risiko abgenommen, und sie können jemanden verklagen, wenn sie auf folgendem Weg über die Dünen ausrutschen:

Aber nein, dort sehen Sie so ein Schild:

„Sicher ist sicher!“, sagen Sie sich nun, und fahren mit ihrem Mietwagen nach List, um wenigstens ein wenig am Hafen herumzuflanieren.
Die Aussicht begrüßt Sie schon, als sie parken wollen:

Doch auch hier werden Sie mit dem Risiko alleine gelassen:

Die Verantwortungsabgebschilder stehen auf Sylt an jeder Ecke.

Mein Vorschlag:
Warum stellt man auf dem Hindenburgdamm nicht deutlich sichbar ein großes Schild auf:

Vorsicht SYLT!
Benutzung auf eigene Gefahr!

…dann könnte man sich alle anderen Schilder sparen. 😉

PS.:

Privatwege für Meerjungfrauen gibt es auf Sylt auch:

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Mai
03
2010
3

Schlaumeier-Schilder

Wir haben also nun bereits seltsam formulierte Verbotsschilder, Doppelbindungsschilder, Schilder mit verschiedenen Graden von Exklusivität und sehr höfliche Schilder kennengelernt.
Neulich ist mir aber eine weitere Sorte Schild aufgefallen: Die Schlaumeierschilder, die in Fachkreisen auch Paradoxienauslöser oder Roboterkiller genannt werden.

Während es sich bei Doppelbindungsschildern um zwei verschiedene Schilder handelt, die einander entgegengesetzte Weisungen enthalten, widerspricht sich ein echter Roboterkiller selbst, oder zumindest in Kombination mit einer allgemeinen Weisung außerhalb des Schildes.

Folgendes Schild markiert z. B. den Eingang zur Westerländer Fußgängerzone:

Dieses Schild enthält folgende Aussagen:

– Vernünftige fahren in diesem Bereich nicht Rad
– Wer hier Radfahren will, oder wer anstalten dazu macht, dem ist es verboten.

Außerdem impliziert das Schild auch noch folgende, weitere Aussagen:

– Wer in diesem Bereich Rad fahren will, oder dazu Anstalten macht ist unvernünftig
– Vernünftigen ist es nicht verboten hier Rad zu fahren. (Es ist ja nur allen anderen verboten)

Steht man nioht unter dem Zwang Rad fahren zu wollen, ist dieses Schild eher harmlos, wenn auch seltsam formuliert.
Dann gilt:

Ich will hier nicht Rad fahren, also bin ich vernünftig. Somit ist es mir zwar nicht verboten Rad zu fahren, aber ich würde es trotzdem nie tun.

Problematisch wird es, wenn man an sich gerne Radfahren möchte, es aber nicht tut, weil man vernünftig ist.
Dann würde gelten:

Ich will hier zwar Rad fahren, mache es aber nicht, weil ich vernünftig bin. Immerhin ist dies eine Fußgängerzone.
Da ich das – vernüftiger Weise – erkannt habe, verliert das Verbot nicht Rad zu fahren für mich an Gültigkeit, weil das Verbot ja nicht für Vernünftige gilt.
Ich will also losradeln, als ich merke, dass allein die Ausführung einer Radfahrhandlung dafür sorgen würde, dass ich in die Gruppe der „Unvernünftigen“ umgestuft werde, womit mir das radfahren wieder verboten ist.

Als Mensch hat man nun drei Optionen:

1.) Ich setze mich über das Verbot hinweg, und stecke weg, dass das Schild mich schon vorauseilend als „unvernünftig“ beschimpft hat, und nun auch noch im Recht ist.

2.) Ich halte mich an das Verbot, weil ich nicht will, dass das schnippische Schild mich für unvernünftig hält.

Oder 3.) Ich setze mich über das Verbot des Schildes alleine schon deswegen hinweg, weil es alle Betrachter quasi als „potentielle Unvernünftige“ bezeichnet, und ich mir als chronischer Querulant von Schildern keine Beleidigungen an den Kopf werfen lasse, und seien sie noch so potentiell!
Das Fahren meines Zweirades nutze ich somit als Weg, dem blasierten Schild zu zeigen, wo der Hammer hängt!! Das hat es nun davon, das blöde Schild!!! Ist in der Schule bestimmt immer verprügelt worden!!!! Viva la Revolucion!!!!!!

Ich weiß ja nicht, wie es dem geneigten Leser geht, aber bei „Fahrad fahren verboten!“ oder „Bitte absteigen!“ hätte ich mir diese Gedanken nicht gemacht.
Dieses Schild kommt aber wie ein Schlaumeier daher, und kategoriesiert seine Betrachter schon im Vorraus. Das macht das Schild höchst unsympathisch, wie ich finde.

Warum aber nennt man diese Schilder auch Roboterkiller?
Ganz einfach: Auch wenn man nicht glaubt, dass es einmal positronische Roboter geben wird, die nach Asimovs drei Gesetzen funktionieren, ist eines klar:
Das zweite Asimovsche Robotergesetz wird auch in der wirklichen Welt für humanoide Roboter gelten. Grob zusammengefasst lautet es:

Ein Roboter soll den Befehlen von Menschen gehorchen.

Ist ja klar, dass das gilt. Auf seine Weise gehorcht schließlich auch ein Toaster oder ein Videorecorder den Befehlen von Menschen, soweit er dazu fähig ist.
Technologie soll ja machen was man ihr sagt. Ansonsten hätte schon längst jemand einen Videorecorder erfunden, der statt der programmierten Sendungen zufällige andere aufnimmt.
Obwohl dies in Einzelfällen vorgekommen sein mag, war dies doch in keinem Fall die Intention der Entwickler des Gerätes.
Macht ein humanoider Roboter also nicht, was man sagt – wozu bräuchte man ihn dann? Eben.

Sie geben ihrer VCP3409-Einheit also folgenden Befehl:

„Bring dieses Päckchen bitte zu der und der Adresse. Fahr mit dem Rad, und bitte auf dem schnellsten Weg, es ist dringend.“

Der Android fährt mit seinem titanverstärkten Drahtesel also los, freudig zu dienen, bis er an obiges Schild kommt.
Das Schild enthält ein Verbot. Ein Verbot ist im Grunde genommen ein negativer Befehl, den der Roboter befolgen muss, weil das Schild von Menschen aufgestellt wurde.
Selbst wenn der Roboter zu dem Schluß käme, dass dieses Verbot nicht von „seinem Menschen“ (sprich Besitzer) ausgesprochen wurde, so ist ihm doch klar, dass es ein offizielles Schild ist, welches auch Menschen beachten müssen. Somit muss er es erst recht beachten.
VCP3409 steigt also ab, und will das Rad schieben. In dem Moment bemerkt er, dass er zu der Gruppe der Vernünftigen gehört, für die das Verbot nicht gilt. Also steigt er wieder auf, fährt einen Zentimeter, bis er merkt, dass er wieder zu den Unvernünftigen gehört, für die das Verbot gilt. Also steigt er wieder ab, merkt, dass er vernünftig ist, und steigt wieder auf, und so weiter…

Da es in dem dringlich vorgebrachten Befehl seines Besitzers keine Einschränkung für Fußgängerzonen gibt, gilt noch immer die Weisung mit dem Rad zum Ort der Ablieferung des Päckchens zu fahren.
Diese Weisung wird immer nur dann ausser Kraft gesetzt, wenn der Roboter tatsächlich Anstalten macht zu radeln. Ist er im Begriff nicht zu radeln, erscheint es ihm aber ohne weiteres möglich zu radeln.

Das Resultat:
Der arme VCP3409, der nur seinem Besitzer dienen wollte, ist in einer unauflöslichen Logikschleife gefangen.
Schon etwa 3 Sekunden, nachdem er den Text des Schildes gelesen hat, wird er aufhören sich für Menschen sichtbar zu bewegen, und nach gut einer dreiviertel Stunde ist sein Positronengehirn hoffnungslos überhitzt. Es kann nicht wieder hergestellt werden.
Je nachdem, um welchen Typ Gehirn es sich handelt, beginnt selbiges nach etwa einer Stunde deutlich sichbar zu schmoren, und wenn sich nach 16 Stunden noch immer niemand um den armen Roboter gekümmert hat, ist es sogar möglich, dass er explodiert. (Wenn seine Fusionsleiter schlecht gearbeitet sind)

Um sich dieses Phänomen zunutze zu machen, haben antipositronische Terrorgruppen solche Schilder schon gezielt eingesetzt, um Anschläge auf Roboter zu verüben.
Dabei wurden gezielt „Roboterkiller“ so formuliert, dass sie noch nichteinmal der vorherigen Aufforderung Rad zu fahren bedürfen:

Mai
02
2010
0

Interesse an Twilight sinkt?

Zumindest bei mir im Blog, wie man auf folgender Grafik anschaulich sehen kann:

Im Dezember und Januar wurde mein Twilight-Artikel noch über 4000 mal geklickt, doch im Februar wurde der Durchschnittswert von 2009, der auf monatlich etwas mehr als 3000 Suchern nach „Kalte Wesen“ kommt, bereits schon deutlich unterschritten.
Meine Twilightfans waren vorzugsweise immer Sonntags recht stark auf diesem einen Blogartikel, und obwohl heute auch Sonntag ist, sind es bisher nur 22.
Obwohl ich es etwas schade finde, dass sich in der Kommentarspalte des „Kalte Wesen“-Artikels nicht mehr viele Twilightfans tummeln und auf zumeist zivilisierte Art und Weise austauschen, so ist es für mich nun um einiges einfacher, die täglichen Zugriffszahlen auf meinem Blog richtig zu deuten.
Denn wenn wir mal ganz ehrlich sind, schreibe ich nicht in erster Linie für Fans der romantischen Vampir-Saga.
Den Verriss des vierten Bandes werde ich auf jeden Fall aber trotzdem noch schreiben, wenn auch nur alleine der Vollständigkeit halber, und jeder Twilight-Fan, der hier hinsurft, ist natürlich herzlich willkommen zu lesen, kommentieren und was nicht alles. 🙂

Schaut man bei Google Trends, findet man Verblüffendes:

Während im letzten Jahr noch eine deutliche Kurve bis Ende des Jahres die Googlesuche nach „kalte Wesen“ nachweist, gibt es in diesem Jahr noch keine Daten.
Und das trotz zahlreicher Googler, die immer noch mit dem Suchwort auf meine Seite finden. Letzten Monat immerhin noch gut über tausend. Wie kann es sein, dass es keine Kurve mehr gibt?

Schaut man bei dort nach dem Graphen für den entsprechenden englischen Ausdruck „cold ones“, sieht man zwar einen deutlichen Einbruch des Interesses, aber der Balken ist immer noch da.
Seltsam oder? Naja, Google works in mysterious ways.

Nachtrag: Für „Indianische Legenden“ scheint es noch nie ausreichend Nachfrage gegeben zu haben, obwohl einige auch durch dieses Suchwort zu mir gekommen sind.

Written by Heiko C. in: Technisches | Schlagwörter: , , , ,
Mai
02
2010
1

Mehr Spass mit Polizeigewalt

Da mir aufgrund meiner Erschütterung über das im letzten Beitrag verlinkte Video, heute im Zug gleich drei Karikaturen zum Thema „Polizeigewalt“ einfielen, erwarte ich morgen in den Zeitungen auch welche. Und zwar bessere, wenn ich mir schon folgende ausdenken kann:

#1: Härtere Strafen für Gewalt gegen Polizisten gefordert:

#2: Paradigmenwechsel:

#3: Was die Großmutter noch wusste:

Mehr (und dezent ernsthafter) zum Thema hier: LINK!

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: , ,

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Mai
15
2010
11

Maskulistische Science Fiction

Ich meine es gibt ja feministische Science Fiction. Pamela Sargents „Das Ufer der Frauen“ zum Beispiel. Ein wirklich schlimmes Buch, in dem die Frauen in hochtechnisierten Städten wohnen, und über die Fortpflanzung hinaus kaum Kontakt zu den Männern haben, die als Banden von Wilden die Wildnis durchstreifen müssen, weil sie ja nun wirklich an allem schuld sind: Krieg, Hunger, Tod, schlechtes Fernsehprogramm, usw…

In diesem Buch gibt es spezielle Tempel in der Wildnis, in denen den Männern unter Vorspiegelung illusorischer Geschlechtsakte der Samen entnommen wird, wenn ich mich recht erinnere. Ich fand das Buch enorm unplausibel und schmerzhaft zu lesen, hab es aber tatsächlich bis zum Ende geschafft.

Dann sei noch, als anderes Extrem, Ursula K. LeGuin zu nennen, die jede Menge klasse Science-Fictionromane geschrieben hat. Als Beispiel für feministische Science Fiction fällt da besonders „Winterplanet“ ins Auge. In diesem Buch reist ein menschlicher Raumfahrer auf einen kalten Planeten, auf dem die fast ebenso menschlichen Einwohner monatlich spontan doch ungesteuert das Geschlecht zu ändern in der Lage sind. Einer der Einheimischen verliebt sich in den irdischen Sternenfahrer, und wird im Laufe des Buches zur Frau. Das Buch kann ich weiterempfehlen, da es einige sehr interessante Fragen aufwirft, und zu beantworten versucht.

Zwischen diesen beiden Extremen finden sich viele andere Science-Fictionromane, die versuchen feministische Fragen zu Ende zu denken oder einfach nur ganz andere Familienmodelle zu präsentieren.
In Mary Gentles Roman „Goldenes Hexenvolk“ zum Beispiel, wird eine Alienrasse beschrieben, deren Kinder geschlechtslos sind, bis sie in die Pubertät eintreten. Auch hier wird man mit ganz anderen Familienmodellen konfrontiert. Dieses Buch – und dessen Fortsetzungen – sind zwar nicht ganz die Butter für die Augen, welche die Schreibe von Ursula K. LeGuin ist, aber trotzdem nett zu lesen. Auch hier also eine glatte Leseempfehlung.

Der urtypischte Vertreter der feministischen Science Fiction wird aber für mich immer eine Kurzgeschichte bleiben, die ich mal in irgendeinem Jubiläumsband von irgendwas gelesen habe. Diesen Band habe ich leider nie wiedergefunden, daher weiß ich nicht von wem die Geschichte ist, oder wie sie heißt, ich werde sie aber knapp zusammenfassen, soweit ich mich noch erinnere:

In einer menschlichen Kolonie auf einem Planeten sind alle Männer irgendwann einmal durch eine große Katastrophe gestorben. Seitdem pflanzen sich die Frauen im Labor fort, und die Kolonie ist rein weiblich. Seit Jahrhunderten hat man hier keinen Mann mehr gesehen, bis irgendwann ein Raumschiff von der Erde auftaucht, mit einem männlichen Raumfahrer. Dieser ist geschickt worden, um mal nach dem rechten zu sehen; ob es die Kolonie überhaupt noch gibt, und so.
Die einheimischen Frauen auf diesem Planeten finden ihn sehr befremdlich. Wie es weitergeht, weiß ich aber leider nicht mehr.
Diese Geschichte ist meine erste bewusste Begegnung mit feministischer SF, und ich finde die geschilderte rein weibliche Gesellschaft auch sehr prägnant, was den Feminismus angeht.
(Wer weiß, um welche Geschichte es sich handelt, und wo ich sie finden kann, mag dies gerne in die Kommentare schreiben.)

Was ist nun aber mit den Maskulisten? Sicher, es gibt Science Fiction, die in einem extremen Patriarchat spielt, oder auf Welten, die wahrgewordene Männerträume zu sein scheinen, aber eine rein männliche Gesellschaft, von einem männlichen Autor? Ein romangewordenes Wir-brauchen-keine-Frauen-nicht? Fehlanzeige!
Warum gibt es sowas nicht? Oder habe ich die entsprechenden literarischen Ergüsse nur bisher übersehen? Ich würd‘ sowas gerne mal lesen!

Man stelle sich die namenlose Kurzgeschichte mal andersherum vor:
Irgendeine Katastrophe tötet alle Frauen auf einem Kolonieplaneten, und die Männer pflanzen sich fortan nur noch im Labor fort. Die Gesellschaft wäre rein männlich. Wie würde das aussehen?
Da es sich um die Geschichte eines Maskulisten handeln würde, dürfte es hier auch keine Schwulen geben, weil Schwule schon zu „genderig“ wären. Was machen die Männer dann überhaupt? Wird der Sexualtrieb aberzogen, und man kümmert sich nur noch um Fußball? Werden findige Genetiker gar „Bierbäume“ züchten? Gibt es auf diesem Planeten nur Allrad-Sportwagen? Jetzt im Ernst mal: Ich hab mich durch „Das Ufer der Frauen“ gequält, also würde ich auch so eine abstruse Geschichte gerne lesen.

Und was würde passieren, wenn auf dieser durch und durch männlichen Welt plötzlich ein Raumschiff von der Erde landen würde und heraus käme: Eine Frau!!1elf
Was ist da los? Wird sie auf der Stelle aus altem Urinstinkt in die Küche geschickt? Schwingt sie sich zur bösen Matriarchin auf? Ich sehe da ungeahnte storytechnische Möglichkeiten!

Los, Maskulisten! Schreibt mir so ein Buch! Ich lese es dann auch! Ich lese ja schließlich jeden Schwachsinn, wenn Raumschiffe drin sind!
Oder sind Maskulisten etwa nicht so kreativ wie Feministinnen? Lachhaft!
Haltet euch ran, oder ich schreibe es selbst. „Fussbiertopia“ ist doch ein toller Titel, oder?

Written by Heiko C. in: Bücher,Gesellschaftliches,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , , ,
Mai
14
2010
0

NRW-Landtagswahl Nachlese:

Mittlerweile haben es wohl alle mitbekommen: In Nordrheinwestpfahlen Nortreinwestphal NRW ist die Regierung Rüttgers irgendwie abgewählt, doch es herrscht ein Patt zwischen den Lagern. Sowohl das rechtskonservativ-liberale Lager (Schwarz-Grün) als auch Rot-Grün haben gleich viele Sitze im Parlament. Mit der Linkspartei will eigentlich keiner, die Grünen wollen auf keinen Fall mit der FDP und die SPD denkt sie hätte die Wahl gewonnen, obwohl sie weniger Stimmen als die CDU bekommen hat, weil sie nur ein Viertel der Stimmen verloren hat, die die CDU verloren hat.

Grund zum feiern haben die Grünen, die mit fröhlicher Zweistelligkeit alles nötige mitbringen, um zum neuen Zünglein an der Waage zu werden. Hierbei schleicht sich offenbar auch der Irrtum in der Grünen Denke ein, dass alle, die gegen Schwarz-Gelb seien, auch automatsich
für Rot Grün sein müssten.
Klar, dass man sich dann gerne mal wundert, warum überhaupt Leute Linkspartei oder gar die Piraten wählen. So äußerte sich auf Twitter der Grüne Politiker Volker Beck folgendermaßen:

mehr als verdoppelt. SUPER, zittern fuer rot-gruen. Wenn es nicht klappt haben es linken- und piratenwaehler vermasselt.

Immer diese Wähler anderer Parteien… vermasseln immer alles! Ist klar.

Erstaunlich auch die auf das Niveau vor der Bundestagswahl heilsam zurückgeschrumpfte FDP. Vor der Wahl schloß diese eine Ampel oder „andere Hampeleien“ – wie Westerwelle sich ausdrücken würde – aus, doch nach der Wahl will sie dann plötzlich mit allen reden.
Ist das nicht Betrug an den verbliebenen Wählern? Was sollen die denken, wenn die FDP plötzlich nicht mehr ein Wurmfortsatz der CDU ist, wie die letzten (mindestens) 20 Jahre?
Sind die nicht sauer? Leider lässt sich aus „Pinkwart“ kein so schmissiger Koalitions-Lügner-Spitzname wie „Lügilanti“ basteln, „Pinklüg“ oder „Lügwart“ klingt eher… nun, albern.

Oder durchschaut die wohlhabende Wählerschaft, was Pinkwart wirklich vorhatte?
Als die Chefin der NRW-Grünen nach der Wahl interviewt wurde, fiel mir auf, dass sie in nicht sehr netten Worten von der FDP sprach. „Marktradikal“ fiel da als Prädikat einige Male, und sind nicht „Radikal“ und „Extrem“ relativ synonym im Politikbetrieb?
Wenn also Pinkwart sagt „Wir reden mit jedem, der nicht mit Extremisten redet!“, so muss dies für die NRW-Grünen eine nicht auflösbare Logikschleife sein:

A. Ich rede mit der FDP
B. Die FDP sind Extremisten
C. Ich rede mit Extremisten
D. Die FDP redet nicht mit mir
E. Ich rede nicht mit Extremisten
F. GOTO A.

Ein klassischer Roboterkiller. Ich tippe mal darauf, dass die wahre Intention Pinkwarts war, alle Roboter und Androiden in den Reihen der Grünen auf einmal auszuschalten. Pfiffige Idee!

Update: Der Herr Beck hat gestern übrigens noch eins draufgesetzt, und in seinem Blog (das verlink ich hier jetzt aber mal nicht, der hat schon genug Traffic) aus dem Kampfruf der KDP: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ ein mehr oder weniger originelles Liedchen gedichtet:

„Wer hat uns verraten? Piraten!
Und wer war mit dabei? Linkspartei!“

Mal abgesehen davon, dass das Versmaß hier überhaupt nicht hinhaut, und das Liedchen eher an die Reim-dich-oder-ich-fress-dich-Poesie von Silberhochzeits- oder Firmenjubiläumsdichtung erinnert, zeugt es auch von einem merkwürdigen Demokratieverständnis, gerade wenn’s von einem Grünen kommt.

Immerhin sind die Grünen vor nicht all zu langer Zeit auch mal eine Splitterpartei gewesen. Grüne haben sich mittlerweile hier und da von Beck distanziert. Europapolitiker und ehemaliger Bundesvorstandsvoritzender der Grünen, Reinhardt Bütikhofer war von Becks lustiger Beleidigung potenzieller Wähler auch nicht so begeistert, und schrieb bei Twitter dazu folgendes:

„Was soll ich dazu sagen? Mal so: Ich wollte noch nie als kleineres Uebel gewaehlt werden. ;-)“

Heute hat sich Beck dann nochmal bei Abgeordnetenwatch zu Wort gemeldet, und sagte da sowas wie, er habe nur eine Diskussion anstoßen wollen. Ansonsten alles nur Spaß. haha! Vielleicht stimmt das ja, dann hat er wirklich selbst Schuld, falsch verstanden worden zu sein, ansonsten hätte er sich ja früher erklären können, nicht mehr als eine Woche nach seinem ursprünglichen Anstoß erregenden Tweet.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Linguistisches,Politisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: , , , ,
Mai
13
2010
1

Griechenland-Überschuldungs-Nothilfe-Cartoon

Nachdem ich ein wenig was gelesen habe und nun glaube, ein wenig zu verstehen, was da überhaupt abgeht mit Griechenland und dem Finanzsektor und so weiter und dem Euro und so…

…na ja, um es kurz zu machen präsentiere ich hier den ultimativen Griechenland-Cartoon:

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Gruseliges,Lustiges | Schlagwörter: ,
Mai
09
2010
3

Leistungsschutzrecht für alle!!!

Bald kommt vielleicht das neue, tolle Leistungsschutzrecht für Verleger, dass das Kopieren, Zitieren, Erwähnen und Diskutieren von Presseerzeugnissen vermutlich entweder verboten oder kostenpflichtig macht.
Hat man in seiner Saftpressfirma einen Computer im Büro, wird dieses Gesetz dann einfach mal annehmen, dass man an diesem gewerblich Kopien von Online-Presseerzeugnissen herstellt, und man muss kräftig Löhnen. So – oder so ähnlich, ich bin kein Anwalt – schreibt jedenfalls Thomas Stadler vom Blog Internet-Law.

Das gute an der Sache ist, wie man in einem Tweet des bloggenden Anwalts nachlesen kann, dass auch Blogger ja quasi Verleger seien, und somit auch die Texte von Bloggern geschützt sind, durch diesen Leistungsschutz. Kopiert, nachmacht oder verfälscht also jemand einen meiner Texte, dann muss er auch zahlen. An mich. Wohlmöglich wird sogar reichen, wenn Textfragmente kopiert werden, was mich natürlich besonders frohlocken lässt.

Um vorzubeugen, dass irgendwelchen Holzmedien-Journalisten am Ende irgendwelche Schlagzeilen vorher einfallen, die auch von mir stammen könnten, will ich hier ein paar naheliegende Schlagzeilen, die in der Zukunft vielleicht einmal so eintreten werden, veröffentlichen, damit ich später dann von Zeitungen, welche diese meine  Schlagzeilen gewerblich kopieren, Geld kassieren kann. Gnihi!

Los gehts:

  • Weihnachten 2010 – Weiße Weihnachten!
  • Weihnachten 2010 – Diesmal kein Schnee!
  • Muttertag 2011 – Mutti, du bist die beste!
  • Blutige Proteste in Berlin – Kabinett flieht in Panik
  • Soziale Unruhen in Berlin – HartzIV Empfänger beißt Aussenminister Ohr ab!
  • Soziale Unruhen in Berlin – Außenminister beißt HartzIV-Empfänger!
  • Prozess gegen Ohrbeißer: Mehrjährige Haftstrafe
  • Prozess gegen Ohrbeißer: Nur Geldstrafe
  • Prozess gegen Ohrbeißer: Freispruch in allen Punkten
  • Gregor Gysi neuer Alterspräsident des Bundestages
  • Friedenseinsatz im Iran: Friedensminister zu Guttenberg hilft den verstrahlten Bombenopfern
  • Fußtrittpolizist in allen Punkten freigesprochen
  • 1FC St. Pauli wird Deutscher Meister
  • Überraschend: Westerwelle tritt zurück – Parteizentrale geschockt
  • Erwartet: Westerwelle tritt zurück – Parteizentrale feiert
  • Westerwelle tritt zurück – Der Parteizentrale ist es egal
  • Merkel gibt okay für 34 neue Kernkraftwerke in Wuppertal
  • Sturmflut! – Sylt bricht in zwei Teile
  • USA pleite – Deutschland bietet Billiardenhilfen an
  • USA pleite – Geplante Billiardenhilfe grundgesetzwidrig
  • Bundesregierung verbietet Salz – großer Schritt im Kampf gegen Bluthochdruck
  • Verfassungsgericht urteilt: Salzverbot in jetziger Form grundgesetzwidrig
  • CSU schafft 5%-Hürde nicht
  • FDP schafft 5%-Hürde nicht
  • SPD vermisst. Wer hat sie gesehen?
  • Afrikanische Bischöfin wird erste schwarze Päpstin! – Afrika ist Papst!
  • FDP-Zahngoldaffäre weitet sich aus – Basis ist für Rücktritt Hermann Otto Solms
  • Monarchisten auf dem Vormarsch – Königreich Bayern sagt sich von EU los
Mai
08
2010
4

Ornithologen vor!

Ist das auf folgendem Bild ein Rabe, oder handelt es sich nur um eine Rabenkrähe? Größenvergleich leider nicht möglich, da das Vieh etwa 20 Meter hoch auf einem Baum hockte. Wer was weiß, darf gerne kommentieren:

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter:
Mai
06
2010
6

Kleine Linksammlung zu älteren Herren, die sich über’s Internet äußern

Vorweg gesagt: Diese eine unerträgliche Phrase kommt hier nicht vor. Aber man kann sich ja auch ohne den „rechtsfreien Raum Internet“ auf Wefingniveau begeben.

Sprachpapst Wolf Schneider (85) findet, dass die meisten Blogs Geschwätz sind. (Tagesspiegel) Immerhin einem Viertel aller Blogeinträge gesteht er zu, dass es sich dabei nicht um trauriges Geschwätz handelt und auf Twitter hat er sogar einen Tweet gefunden, der sich wie ein Aphorismus liest.
Das Internet druckt ihm seine Frau regelmäßig, sogar täglich, aus.
Twitter hält er im übrigen für ein unglaublich interessantes Medium, dass Chancen bietet.
Obwohl er der älteste der hier velinkten Herren ist, ist seine Meinung eigentlich recht vertretbar: Sicher sind Blogs auch gerne mal Geschwätz. Darum geht es doch gerade beim Bloggen. Ich zum Beispiel will hier gar keinen Journalismus machen. Ich will meine Meinung zu bestimmten Themen aufschreiben und wen es interessiert, der soll es lesen.

Bei Innovativ-in.de hat Wolfgang Grupp (68) der Chef von Trigema, seine Meinung über das Internet zum besten gegeben. Seine Meinung: Twitter ist blöd, Onlineshops machen die Geschäfte kaputt, weil Leute die Preise vergleichen und alles in allem wäre es besser, wenn es das Internet nicht gäbe, denn früher haben die Leute Bücher gelesen und sich unterhalten.

Richtig schräg wird es aber, wenn Kulturwissenschaftler über das Internet reden:
Bazon Brock (73) hält das Internet für etwas schlimmes, weil alle nur noch schreiben und keiner das lesen will. (FAZ) Außerdem kann man im Netz niemandem vertrauen, wenn man ihn nicht auch privat kennt. Früher hat er das Netz mit dem Gulag verglichen, heute vergleicht er es lieber mit den Konzentrationslagern faschistischer Diktaturen. Darüber hinaus findet er es doof, dass der Papst den Limbus abgeschafft hat, weil der in irgendeiner Weise, die ich selbst nicht recht verstehe, wichtig für seine Arbeit war. Das Internet könnte die Stelle des Limbus einnehmen, aber nur, wenn man „auffährt wie Christus“, was auch immer das bedeuten mag.

Das sind nun drei verschiedene Interviews mit drei sehr verschiedenen Aussagen zum Internet, die von vage optimistischer Kritik über das plumpe Nichtmögen zu Nazivergleichen reichen. Eines haben die drei Texte aber gemeinsam: Sie geben uns einen wichtigen Einblick in das Leben der Menschen, die das Internet nicht nutzen, wie wir es tun bzw. gar nicht nutzen.
Herr Schneider zeigt uns, dass es auch Menschen seiner Generation gibt, die verstehen warum Menschen online sind. Herr Grupp hingegen zeigt uns die typische Abneigung gegen Dinge, die anders sind als früher. Was Herr Brock uns zeigt, dass weiß ich gar nicht so genau.
Vielleicht zeigt er uns einfach nur, dass es Menschen gibt, die so eine seltsame Erfahrungswelt haben, dass man einen Atlas brauchen würde, um sie zu verstehen. Vielleicht sagt er ja das gleiche wie Herr Grupp, bloss kryptischer, ich hab keine Ahnung.

Nachtrag:
Scheinbar hatte die FAZ die Aussagen des Herrn Brock schon ein wenig gestreamlined, damit sie nicht ganz so abstrus klingen. Ursprünglich waren wohl auch Hitler und Stalin selbst Teil des Nazivergleichs: http://sixtus.cc/wenn-hitler-plotzlich-verschwindet

Noch’n Nachtrag:
Der Herr Grupp von Trigema hat dann doch noch einmal erklärt, was er eigentlich gemeint hat, daß er niemanden beleidigen wollte und er hat angemerkt, dass das Interview stark gekürzt war: Offener Brief an die Social Media Gemeinde (Vorsicht! Link führt zu Facebook!)

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Gesellschaftliches | Schlagwörter: , ,
Mai
04
2010
4

Gefährliches Sylt ist gefährlich!

Sylt ist nicht nur besonders exklusiv, sondern auch brandgefährlch wie es scheint. Das Risiko liegt so gut wie immer beim Besucher.

Nehmen wir einmal an, Sie wollen in Rantum auf den Deich gehen – vielleicht sogar dahinter – um ein paar Fotos zu machen, oder auch nur die frische Luft zu genießen.

Bevor Sie so etwas zu sehen bekommen:

Müssen Sie sich auf diesem Schild das volle Risiko für die Deichlaufaktion aufladen lassen:

Vielleicht gehen Sie dann aber lieber nach Hörnum an den Strand, denken Sie sich…
Doch als sie sich diesem Steg hier nähern:

Begrüßt Sie dieses Schild:

Wenningstedt liegt zentraler, denken Sie sich, dort gehen ja auch alle an den Strand. Vielleicht wird ihnen dort ja das Risiko abgenommen, und sie können jemanden verklagen, wenn sie auf folgendem Weg über die Dünen ausrutschen:

Aber nein, dort sehen Sie so ein Schild:

„Sicher ist sicher!“, sagen Sie sich nun, und fahren mit ihrem Mietwagen nach List, um wenigstens ein wenig am Hafen herumzuflanieren.
Die Aussicht begrüßt Sie schon, als sie parken wollen:

Doch auch hier werden Sie mit dem Risiko alleine gelassen:

Die Verantwortungsabgebschilder stehen auf Sylt an jeder Ecke.

Mein Vorschlag:
Warum stellt man auf dem Hindenburgdamm nicht deutlich sichbar ein großes Schild auf:

Vorsicht SYLT!
Benutzung auf eigene Gefahr!

…dann könnte man sich alle anderen Schilder sparen. 😉

PS.:

Privatwege für Meerjungfrauen gibt es auf Sylt auch:

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Lustiges | Schlagwörter: ,
Mai
03
2010
3

Schlaumeier-Schilder

Wir haben also nun bereits seltsam formulierte Verbotsschilder, Doppelbindungsschilder, Schilder mit verschiedenen Graden von Exklusivität und sehr höfliche Schilder kennengelernt.
Neulich ist mir aber eine weitere Sorte Schild aufgefallen: Die Schlaumeierschilder, die in Fachkreisen auch Paradoxienauslöser oder Roboterkiller genannt werden.

Während es sich bei Doppelbindungsschildern um zwei verschiedene Schilder handelt, die einander entgegengesetzte Weisungen enthalten, widerspricht sich ein echter Roboterkiller selbst, oder zumindest in Kombination mit einer allgemeinen Weisung außerhalb des Schildes.

Folgendes Schild markiert z. B. den Eingang zur Westerländer Fußgängerzone:

Dieses Schild enthält folgende Aussagen:

– Vernünftige fahren in diesem Bereich nicht Rad
– Wer hier Radfahren will, oder wer anstalten dazu macht, dem ist es verboten.

Außerdem impliziert das Schild auch noch folgende, weitere Aussagen:

– Wer in diesem Bereich Rad fahren will, oder dazu Anstalten macht ist unvernünftig
– Vernünftigen ist es nicht verboten hier Rad zu fahren. (Es ist ja nur allen anderen verboten)

Steht man nioht unter dem Zwang Rad fahren zu wollen, ist dieses Schild eher harmlos, wenn auch seltsam formuliert.
Dann gilt:

Ich will hier nicht Rad fahren, also bin ich vernünftig. Somit ist es mir zwar nicht verboten Rad zu fahren, aber ich würde es trotzdem nie tun.

Problematisch wird es, wenn man an sich gerne Radfahren möchte, es aber nicht tut, weil man vernünftig ist.
Dann würde gelten:

Ich will hier zwar Rad fahren, mache es aber nicht, weil ich vernünftig bin. Immerhin ist dies eine Fußgängerzone.
Da ich das – vernüftiger Weise – erkannt habe, verliert das Verbot nicht Rad zu fahren für mich an Gültigkeit, weil das Verbot ja nicht für Vernünftige gilt.
Ich will also losradeln, als ich merke, dass allein die Ausführung einer Radfahrhandlung dafür sorgen würde, dass ich in die Gruppe der „Unvernünftigen“ umgestuft werde, womit mir das radfahren wieder verboten ist.

Als Mensch hat man nun drei Optionen:

1.) Ich setze mich über das Verbot hinweg, und stecke weg, dass das Schild mich schon vorauseilend als „unvernünftig“ beschimpft hat, und nun auch noch im Recht ist.

2.) Ich halte mich an das Verbot, weil ich nicht will, dass das schnippische Schild mich für unvernünftig hält.

Oder 3.) Ich setze mich über das Verbot des Schildes alleine schon deswegen hinweg, weil es alle Betrachter quasi als „potentielle Unvernünftige“ bezeichnet, und ich mir als chronischer Querulant von Schildern keine Beleidigungen an den Kopf werfen lasse, und seien sie noch so potentiell!
Das Fahren meines Zweirades nutze ich somit als Weg, dem blasierten Schild zu zeigen, wo der Hammer hängt!! Das hat es nun davon, das blöde Schild!!! Ist in der Schule bestimmt immer verprügelt worden!!!! Viva la Revolucion!!!!!!

Ich weiß ja nicht, wie es dem geneigten Leser geht, aber bei „Fahrad fahren verboten!“ oder „Bitte absteigen!“ hätte ich mir diese Gedanken nicht gemacht.
Dieses Schild kommt aber wie ein Schlaumeier daher, und kategoriesiert seine Betrachter schon im Vorraus. Das macht das Schild höchst unsympathisch, wie ich finde.

Warum aber nennt man diese Schilder auch Roboterkiller?
Ganz einfach: Auch wenn man nicht glaubt, dass es einmal positronische Roboter geben wird, die nach Asimovs drei Gesetzen funktionieren, ist eines klar:
Das zweite Asimovsche Robotergesetz wird auch in der wirklichen Welt für humanoide Roboter gelten. Grob zusammengefasst lautet es:

Ein Roboter soll den Befehlen von Menschen gehorchen.

Ist ja klar, dass das gilt. Auf seine Weise gehorcht schließlich auch ein Toaster oder ein Videorecorder den Befehlen von Menschen, soweit er dazu fähig ist.
Technologie soll ja machen was man ihr sagt. Ansonsten hätte schon längst jemand einen Videorecorder erfunden, der statt der programmierten Sendungen zufällige andere aufnimmt.
Obwohl dies in Einzelfällen vorgekommen sein mag, war dies doch in keinem Fall die Intention der Entwickler des Gerätes.
Macht ein humanoider Roboter also nicht, was man sagt – wozu bräuchte man ihn dann? Eben.

Sie geben ihrer VCP3409-Einheit also folgenden Befehl:

„Bring dieses Päckchen bitte zu der und der Adresse. Fahr mit dem Rad, und bitte auf dem schnellsten Weg, es ist dringend.“

Der Android fährt mit seinem titanverstärkten Drahtesel also los, freudig zu dienen, bis er an obiges Schild kommt.
Das Schild enthält ein Verbot. Ein Verbot ist im Grunde genommen ein negativer Befehl, den der Roboter befolgen muss, weil das Schild von Menschen aufgestellt wurde.
Selbst wenn der Roboter zu dem Schluß käme, dass dieses Verbot nicht von „seinem Menschen“ (sprich Besitzer) ausgesprochen wurde, so ist ihm doch klar, dass es ein offizielles Schild ist, welches auch Menschen beachten müssen. Somit muss er es erst recht beachten.
VCP3409 steigt also ab, und will das Rad schieben. In dem Moment bemerkt er, dass er zu der Gruppe der Vernünftigen gehört, für die das Verbot nicht gilt. Also steigt er wieder auf, fährt einen Zentimeter, bis er merkt, dass er wieder zu den Unvernünftigen gehört, für die das Verbot gilt. Also steigt er wieder ab, merkt, dass er vernünftig ist, und steigt wieder auf, und so weiter…

Da es in dem dringlich vorgebrachten Befehl seines Besitzers keine Einschränkung für Fußgängerzonen gibt, gilt noch immer die Weisung mit dem Rad zum Ort der Ablieferung des Päckchens zu fahren.
Diese Weisung wird immer nur dann ausser Kraft gesetzt, wenn der Roboter tatsächlich Anstalten macht zu radeln. Ist er im Begriff nicht zu radeln, erscheint es ihm aber ohne weiteres möglich zu radeln.

Das Resultat:
Der arme VCP3409, der nur seinem Besitzer dienen wollte, ist in einer unauflöslichen Logikschleife gefangen.
Schon etwa 3 Sekunden, nachdem er den Text des Schildes gelesen hat, wird er aufhören sich für Menschen sichtbar zu bewegen, und nach gut einer dreiviertel Stunde ist sein Positronengehirn hoffnungslos überhitzt. Es kann nicht wieder hergestellt werden.
Je nachdem, um welchen Typ Gehirn es sich handelt, beginnt selbiges nach etwa einer Stunde deutlich sichbar zu schmoren, und wenn sich nach 16 Stunden noch immer niemand um den armen Roboter gekümmert hat, ist es sogar möglich, dass er explodiert. (Wenn seine Fusionsleiter schlecht gearbeitet sind)

Um sich dieses Phänomen zunutze zu machen, haben antipositronische Terrorgruppen solche Schilder schon gezielt eingesetzt, um Anschläge auf Roboter zu verüben.
Dabei wurden gezielt „Roboterkiller“ so formuliert, dass sie noch nichteinmal der vorherigen Aufforderung Rad zu fahren bedürfen:

Mai
02
2010
0

Interesse an Twilight sinkt?

Zumindest bei mir im Blog, wie man auf folgender Grafik anschaulich sehen kann:

Im Dezember und Januar wurde mein Twilight-Artikel noch über 4000 mal geklickt, doch im Februar wurde der Durchschnittswert von 2009, der auf monatlich etwas mehr als 3000 Suchern nach „Kalte Wesen“ kommt, bereits schon deutlich unterschritten.
Meine Twilightfans waren vorzugsweise immer Sonntags recht stark auf diesem einen Blogartikel, und obwohl heute auch Sonntag ist, sind es bisher nur 22.
Obwohl ich es etwas schade finde, dass sich in der Kommentarspalte des „Kalte Wesen“-Artikels nicht mehr viele Twilightfans tummeln und auf zumeist zivilisierte Art und Weise austauschen, so ist es für mich nun um einiges einfacher, die täglichen Zugriffszahlen auf meinem Blog richtig zu deuten.
Denn wenn wir mal ganz ehrlich sind, schreibe ich nicht in erster Linie für Fans der romantischen Vampir-Saga.
Den Verriss des vierten Bandes werde ich auf jeden Fall aber trotzdem noch schreiben, wenn auch nur alleine der Vollständigkeit halber, und jeder Twilight-Fan, der hier hinsurft, ist natürlich herzlich willkommen zu lesen, kommentieren und was nicht alles. 🙂

Schaut man bei Google Trends, findet man Verblüffendes:

Während im letzten Jahr noch eine deutliche Kurve bis Ende des Jahres die Googlesuche nach „kalte Wesen“ nachweist, gibt es in diesem Jahr noch keine Daten.
Und das trotz zahlreicher Googler, die immer noch mit dem Suchwort auf meine Seite finden. Letzten Monat immerhin noch gut über tausend. Wie kann es sein, dass es keine Kurve mehr gibt?

Schaut man bei dort nach dem Graphen für den entsprechenden englischen Ausdruck „cold ones“, sieht man zwar einen deutlichen Einbruch des Interesses, aber der Balken ist immer noch da.
Seltsam oder? Naja, Google works in mysterious ways.

Nachtrag: Für „Indianische Legenden“ scheint es noch nie ausreichend Nachfrage gegeben zu haben, obwohl einige auch durch dieses Suchwort zu mir gekommen sind.

Written by Heiko C. in: Technisches | Schlagwörter: , , , ,
Mai
02
2010
1

Mehr Spass mit Polizeigewalt

Da mir aufgrund meiner Erschütterung über das im letzten Beitrag verlinkte Video, heute im Zug gleich drei Karikaturen zum Thema „Polizeigewalt“ einfielen, erwarte ich morgen in den Zeitungen auch welche. Und zwar bessere, wenn ich mir schon folgende ausdenken kann:

#1: Härtere Strafen für Gewalt gegen Polizisten gefordert:

#2: Paradigmenwechsel:

#3: Was die Großmutter noch wusste:

Mehr (und dezent ernsthafter) zum Thema hier: LINK!

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: , ,