Mrz
19
2010

Professor Alex van Ludovico im Interview

Professor Alex Dimm van Ludovico, frei erfundener Direktor des frei erfundenen „Institut für Gewaltforschung, Stumpfe Gegenstände und Prävention“ (IGSGP) in Buchholz in der Nordheide, spricht mit mir über die Gewalt in der Welt, und ihre Ursachen.

Professor Alex Dimm van Ludovico (IGSGP)

Professor van Ludovico, es gibt in dieser Zeit ja nun ziemlich viel Gewalt.

Ludovico: Ja, das ist richtig. Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht in den Nachrichten von irgendwelchen schlimmen Dingen erfährt. Unser Institut hat diese Dinge, diese schlimmen Dinge untersucht, und ist zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

Was haben Sie herausgefunden?

Ludovico: Es liegt alles an den Computerspielen.

Sie sehen mich überrascht. Das sind in der Tat erstaunliche Ergebnisse.

Ludovico: Ja. Die ganzen Amokläufe in der letzten Zeit sind allesamt durch Counterstrike Source ausgelöst worden. Einem gewalthaltigen Spiel, indem es aussließlich um die brutale Exekution von menschlichen Geiseln geht.
Ohne dieses spezielle Spiel hätten viele Leben gerettet werden können.

Aber es gab doch sicher vor Computerspielen auch schon Gewalt. Was ist zum Beispiel mit dem zweiten Weltkrieg?

Ludovico: Der zweite Weltkrieg ist zwar aus einer explosiven gesellschaftlichen Lage nach dem ersten Weltkrieg entstanden, mit dem Zusammenbruch der Börsen am schwarzen Freitag und allem, ohne das Computerspiel „Battlefield 1942“ welches damals noch offen über die Ladentische ging, wären die Menschen damals nie auf die Idee gekommen, sich gegenseitig mit echten Schusswaffen tot zu schießen.
Besagte Gewalt-Computer-Killer-Mörderspiele haben schon immer für eine Desensibilisierung der Menschen gesorgt, die sie gespielt haben, und leider waren damals auch die führenden Köpfe in der Politik keine Ausnahme.
Aus den in den 80er Jahren aufgetauchten Tagebüchern Adolf Hitlers wissen wir, dass er dieses Spiel in seiner Zeit in Festungshaft im Landsberger Gefängnis gespielt hat, und offenbar auch „einen Highscore aufgestellt hat“, wie man unter Computerspielern sagt.

Sollen die Tagebücher von Hitler nicht gefälscht gewesen sein?

Ludovico: Nur weil eine Quelle unglaubwürdig ist, heißt es noch nicht, dass auch die aus ihr kommenden Informationen falsch sein müssen.
Wir haben mittels modernster Methoden die Computerspielleidenschaft von Adolf Hitler nachweisen können.
Nebenbei – und das ist nur eine seltsame Eigentümlichkeit am Rande – soll er Abba gehört haben.

A-ha…

Ludovico: Nein. Abba. Nicht A-ha.

Äh… ja. Das sind merkwürdige Neuigkeiten.
Aber es gab ja doch schon vorher Gewalt, oder?

Ludovico: Ja, sicherlich. Nur Computerspiele dran schuld, in denen der Spieler eine kämpferische Rolle übernimmt, die er dann – wenn der Kick nicht mehr ausreicht – auch im richtigen Leben einnehmen möchte.

Aber… Aber es gab doch auch vorher schon Gewalt, ich meine, was ist mit dem ersten Weltkrieg?

Ludovico: Unsere neuesten Forschungen haben enthüllt, dass der erste Weltkrieg durch eine Betaversion des Killerspiels „World of Warcraft“ entstanden ist. Einem Spiel in dem man Truppen anführen muss, Flugzeuge fliegen und Panzer steuern.

Ach. So alt ist World of Warcraft schon?

Ludovico: Ja, sicherlich. Schauen sie sich nur mal die Grafik an.

Okay, das ist ein Punkt. Aber Kriege ziehen sich doch durch die gesamte Menschheitsgeschichte… Was ist zum Beispiel mit dem trojanischen Krieg?

Ludovico: Der trojanische Krieg wurde durch eine Reihe besonders brutaler Infocom-Textadventures ausgelöst. Damals hat man sich eben noch ohne Grafik in eine agressive Stimmung bringen müssen.

Vielen Dank Professor Ludovico.

Wer dieses Interview komplett beknackt und vor allem unrealistisch fand, der sollte sich mal folgendes, echtes Interview durchlesen: „Eine Machotruppe“ (FR-Online)

5 Comments »

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    This post was mentioned on Twitter by impactsuspect: Neu im Blog: Professor Alex van Ludovico im Interview – Computerspiele und Gewalt http://tinyurl.com/ybx5j34 #spielekiller #killerspiele…

    Trackback | 19. März 2010
  • order_by_rand

    Ach komm, kann doch alles gar nicht sein. Wir haben uns früher auch immer gegenseitig die Kugeln am Abacus abgeschossen und sind trotzdem keine gewalttätigen Selbstmordkillerterroristenrocker geworden.

    Aber ehrlich, das Original-Interview mit Herrn Pfeiffer ist entweder tolle Satire oder der Mann sollte sich langsam ins Privatleben zurückziehen.

    Alleine der Ansatz, Rockergruppen zu verbieten und den Mitgliedern ‚keinen Waffenschein‘ geben, herrlich, die Jungs werden ne fette Party machen wenn sie das hören und vor lachen Bauchschmerzen bekommen.

    Comment | 20. März 2010
  • Heiko C.

    Ich dachte echt, ich les‘ nicht richtig. Computerspiele schuld wenn jemand sich ner Rockerbande anschließt? Also bei mir in der Klasse waren die Kinder, die am Rechner gedaddelt haben immer ganz andere als die Mofaschrauber. Diese beiden Gruppierungen konnten sich ja noch nichtmal ausstehen.
    Und „Wenn ein Rocker eine Waffe hat, dann ist das nicht normal“, klingt schon irgendwie … ich nenne es mal „schräg“. :o)

    Comment | 20. März 2010
  • order_by_rand

    Ohgottogott, und jetzt stell dir mal vor, die bewaffneten Motorrad-Killerdaddler hätten in ihrer Jugend in den frühen siebzigern minderjährig auf Youporn rumgesurft und sich dann einer islamistischen Extremistengruppe angeschlossen. Sozialer Sprengstoff ohne Ende. Und das alles ohne VDS. Wir werden alle störben!!1!

    Comment | 20. März 2010
  • […] (Stigma Videospiele) Mich überrascht diese Erkenntnis weniger, aber jemanden, der denkt Motoradrocker seien auf die Idee gekommen zum… äh… Motorradrocken, als sie Videospiele …, wird das ins eine Ohr rein, und direkt aus dem anderen wieder […]

    Pingback | 22. März 2010

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