Impactsuspect » 2010 » März » 03
Mrz
03
2010
4

Aus, der Traum…

Ich bin heute über einen schönen Fall von zufällig entstandener Kunst gestoßen. In Niebüll an den Bahnschranken steht eine Plakatwand, auf der vor einigen Monaten wohl noch ein Wahlplakat der SPD mit ihrem damaligen Spitzenkandidaten hing. Mittlerweile ist der ja Oppisitionsführer, nachdem die SPD bei den Bundestagswahlen ja eines der schlechtesten Ergebnisse in der Geschichte der Partei eingefahren hat.

Nun, das Plakat ist wohl mehrmals überklebt und wieder freigerissen worden, und sieht momentan so aus:

Schauen wir uns das Werk des Künstlers Zufall doch mal im Detail an:

Der Blick wird des Betrachters wird sofort von dem Fragment des Portraits des damals noch amtierenden Aussenministers eingefangen.  Seine Augen lächeln, und auch das sichtbare Grübchen auf seiner rechten Wange legt den Schluß nahe, dass Frank Walter Steinmeier ein fröhliches Gesicht hinter den Überklebungen zur Schau stellt. Das Lächeln sieht ehrlich und optimistisch aus.

Die ganze rechte Hälfte der Plakatwand zieren die Überreste einer Werbekampagne der Sparkasse, deren Rot dem der SPD zumindest sehr ähnlich sieht.  Was auch immer im Zentrum der Sparkassenwerbung zu sehen war, wir sehen nur einen Oberarm im Anzug, dahinter einen grauen Hintergrund mit einem ebenso grauen Ölgemälde. Wohl ein Portrait, das allerdings durch ein herunterlappendes Plakatstück verdeckt ist. Von dem nicht mehr lesbaren Werbeslogan ist nur noch ein eben so lesbares „kasse.“ in weiß auf rotem Grund übrig.

Auf der linken Hälfte sitzt Steinmeier ein großer grüner Flatsch auf dem Kopf, der stirnwärts auf den Kopf Steinmeiers eindringt. Steinmeiers Mund ist mit einem undefinierbaren blauen Klecks verklebt.

Nehmen wir einmal an, dies sei eine postmoderne Collage, die irgendein Küstler – Nennen wir ihn einmal Meister Zufall – geschaffen hätte. Was wollte uns der Künstler wohl damit sagen?

Ich will mich mal an einer Interpretation versuchen:

Steinmeier ist fröhlich optimistisch wie eh und je. Er steht noch immer da, wo er vor der Wahl stand, obwohl von allen Seiten Fremdkörper auf ihn eindringen. Die Grünen sitzen ihm in den Haaren. Vielleicht eine Mahnung an das rot-grüne Versprechen, das noch aus Regierungszeiten Schröders stammt?

Sieht der Klecks nicht aus, als wolle er Steinmeiers Kopf umfassen, ja fast greifen, um das einst gegebene Versprechen einer gemeinsamen Regierungsbildung einzufordern? Doch Steinmeiers linkes Ohr ist abgeschnitten. Dies könnte die Weigerung der SPD bedeuten, mit der Linkspartei auf Bundesebene auch nur eine Regierungsbildung zu erwägen.  Dort wo sein linkes Ohr sein sollte, sieht man nur ein graues Büro. Ein graues Büro, mit dem ominös wirkenden Wort „kasse.“ auf SPD-farbenem Grund.  Symbolisiert die rechte Hälfte des Plakats die Sozialreformen aus schröderscher Zeit? Arbeitet die Person, deren linken Oberarm wir sehen etwa an der Agenda 2010?

Es heißt ja „kasse.“, nicht „Kasse“ oder „kasse“. Die Kleinschreibung deutet klar auf eine gewisse Beiläufigkeit oder Routine hin, und der Punkt scheint dafür zu stehen, dass nach der „kasse“ eben Schluss ist.  „Agenda 2010 und Schluß!“ ruft uns dieser kleine weiße Punkt zu. Unauffällig aber endgültig.

Der blaue Klecks versperrt Steinmeiers Mund. Und hört man nicht auch mittlerweile ziemlich wenig von ihm? Wenn man die Nachrichten anschaltet, dann geht es meist nur um die Regierung. Entweder Merkel meldet sich zu irgendeinem Thema zu Wort, oder Steinmeiers Amtsnachfolger macht von sich reden. Der ist überhaupt aus den Nachrichten kaum mehr wegzubekommen.

Ist das vielleicht der Grund für Steinmeiers verhülltes Lächeln? Lacht er uns aus? Will er uns sagen „Seht ihr? Ich war doch besser als der, oder? Da seht ihr, was ihr davon habt!“

Wenn ich so drüber nachdenke, hat meine alte Englischlehererin aus Realschulzeiten auch immer ähnlich geschaut, wenn die Klasse außer Rand und Band war, und sie nur schmunzelnd sagte: „Tut euch keinen Zwang an! Ich kann auch später anfangen, mein Geld bekomme ich ja sowieso!“

In seiner Gesamtheit stimmt das Werk aber dann doch eher traurig.  Ich kann nicht genau sagen warum.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Kurzrezensionen,Politisches | Schlagwörter: , ,
Mrz
03
2010
2

Lecker Bilder

Hab mal mit der neuen Kamera ein paar Fotos in Leck gemacht:


Hier sieht man, wo der ganze Schnee hingekommen ist…


Hier nochmal der aktuelle Zustand meines „Blogbaumes“


Bushaltestelle…


…und ein neues Videoüberwachungsschild, das ich heute erst entdeckt hab.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter:

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Mrz
03
2010
4

Aus, der Traum…

Ich bin heute über einen schönen Fall von zufällig entstandener Kunst gestoßen. In Niebüll an den Bahnschranken steht eine Plakatwand, auf der vor einigen Monaten wohl noch ein Wahlplakat der SPD mit ihrem damaligen Spitzenkandidaten hing. Mittlerweile ist der ja Oppisitionsführer, nachdem die SPD bei den Bundestagswahlen ja eines der schlechtesten Ergebnisse in der Geschichte der Partei eingefahren hat.

Nun, das Plakat ist wohl mehrmals überklebt und wieder freigerissen worden, und sieht momentan so aus:

Schauen wir uns das Werk des Künstlers Zufall doch mal im Detail an:

Der Blick wird des Betrachters wird sofort von dem Fragment des Portraits des damals noch amtierenden Aussenministers eingefangen.  Seine Augen lächeln, und auch das sichtbare Grübchen auf seiner rechten Wange legt den Schluß nahe, dass Frank Walter Steinmeier ein fröhliches Gesicht hinter den Überklebungen zur Schau stellt. Das Lächeln sieht ehrlich und optimistisch aus.

Die ganze rechte Hälfte der Plakatwand zieren die Überreste einer Werbekampagne der Sparkasse, deren Rot dem der SPD zumindest sehr ähnlich sieht.  Was auch immer im Zentrum der Sparkassenwerbung zu sehen war, wir sehen nur einen Oberarm im Anzug, dahinter einen grauen Hintergrund mit einem ebenso grauen Ölgemälde. Wohl ein Portrait, das allerdings durch ein herunterlappendes Plakatstück verdeckt ist. Von dem nicht mehr lesbaren Werbeslogan ist nur noch ein eben so lesbares „kasse.“ in weiß auf rotem Grund übrig.

Auf der linken Hälfte sitzt Steinmeier ein großer grüner Flatsch auf dem Kopf, der stirnwärts auf den Kopf Steinmeiers eindringt. Steinmeiers Mund ist mit einem undefinierbaren blauen Klecks verklebt.

Nehmen wir einmal an, dies sei eine postmoderne Collage, die irgendein Küstler – Nennen wir ihn einmal Meister Zufall – geschaffen hätte. Was wollte uns der Künstler wohl damit sagen?

Ich will mich mal an einer Interpretation versuchen:

Steinmeier ist fröhlich optimistisch wie eh und je. Er steht noch immer da, wo er vor der Wahl stand, obwohl von allen Seiten Fremdkörper auf ihn eindringen. Die Grünen sitzen ihm in den Haaren. Vielleicht eine Mahnung an das rot-grüne Versprechen, das noch aus Regierungszeiten Schröders stammt?

Sieht der Klecks nicht aus, als wolle er Steinmeiers Kopf umfassen, ja fast greifen, um das einst gegebene Versprechen einer gemeinsamen Regierungsbildung einzufordern? Doch Steinmeiers linkes Ohr ist abgeschnitten. Dies könnte die Weigerung der SPD bedeuten, mit der Linkspartei auf Bundesebene auch nur eine Regierungsbildung zu erwägen.  Dort wo sein linkes Ohr sein sollte, sieht man nur ein graues Büro. Ein graues Büro, mit dem ominös wirkenden Wort „kasse.“ auf SPD-farbenem Grund.  Symbolisiert die rechte Hälfte des Plakats die Sozialreformen aus schröderscher Zeit? Arbeitet die Person, deren linken Oberarm wir sehen etwa an der Agenda 2010?

Es heißt ja „kasse.“, nicht „Kasse“ oder „kasse“. Die Kleinschreibung deutet klar auf eine gewisse Beiläufigkeit oder Routine hin, und der Punkt scheint dafür zu stehen, dass nach der „kasse“ eben Schluss ist.  „Agenda 2010 und Schluß!“ ruft uns dieser kleine weiße Punkt zu. Unauffällig aber endgültig.

Der blaue Klecks versperrt Steinmeiers Mund. Und hört man nicht auch mittlerweile ziemlich wenig von ihm? Wenn man die Nachrichten anschaltet, dann geht es meist nur um die Regierung. Entweder Merkel meldet sich zu irgendeinem Thema zu Wort, oder Steinmeiers Amtsnachfolger macht von sich reden. Der ist überhaupt aus den Nachrichten kaum mehr wegzubekommen.

Ist das vielleicht der Grund für Steinmeiers verhülltes Lächeln? Lacht er uns aus? Will er uns sagen „Seht ihr? Ich war doch besser als der, oder? Da seht ihr, was ihr davon habt!“

Wenn ich so drüber nachdenke, hat meine alte Englischlehererin aus Realschulzeiten auch immer ähnlich geschaut, wenn die Klasse außer Rand und Band war, und sie nur schmunzelnd sagte: „Tut euch keinen Zwang an! Ich kann auch später anfangen, mein Geld bekomme ich ja sowieso!“

In seiner Gesamtheit stimmt das Werk aber dann doch eher traurig.  Ich kann nicht genau sagen warum.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Kurzrezensionen,Politisches | Schlagwörter: , ,
Mrz
03
2010
2

Lecker Bilder

Hab mal mit der neuen Kamera ein paar Fotos in Leck gemacht:


Hier sieht man, wo der ganze Schnee hingekommen ist…


Hier nochmal der aktuelle Zustand meines „Blogbaumes“


Bushaltestelle…


…und ein neues Videoüberwachungsschild, das ich heute erst entdeckt hab.

Written by Heiko C. in: Friesisches | Schlagwörter: