Impactsuspect » 2010 » Februar
Feb
27
2010
4

Ich war’s nicht! Der böse Mann mit der Narbe war’s!

Ich finde es erstaunlich, dass Westerwelles durchsichtige Kampange gegen HartzIV-Empfänger scheinbar tatsächlich für bessere Umfrage-Ergebnisse der FDP sorgt.
Ich meine, die wirtschaftsliberale Politik, die auch die FDP verfolgt, hat ja überhaupt erst für die momentane Finanzkrise, und die Massenarbeitslosigkeit gesorgt, und nun sollen die eindeutigen Verlierer dieser Krise auch noch selbst und alleinig dran schuld sein? Und das während man unter Börsenmaklern abends schon wieder Champagner trinkt?

All das erinnert mich an diese albernen Kriminalgeschichten, wo der eigentliche Hauptverdächtige sich herauszureden versucht, indem er einen unbekannten Einbrecher erfindet, meist rothaarig und mit einer Narbe quer übers Gesicht, der leider auf der Flucht ist…

Aber wen wundert sowas bei der FDP mal, ganz ehrlich?
Das Zugangserschwerungsgesetz, dass letzte Woche Mittwoch vom Bundeshorst unterschrieben wurde, ist ja nun Dienstag auch in Kraft getreten, obwohl die FDP es nach den Koalitionsverhandlungen mit der CDU schon als quasi „abgeschafft“ deklariert hat.
Nun haben wir den Salat! Toll gemacht, FDP! Super-Job macht ihr da!
Und neben Bürgerrechten und (haha!) Wirtschaftskompetenz, warum haben sonst noch Leute die FDP gewählt? Wegen des Datenschutzes?
Nun, das war wohl auch ein Schuß in den Ofen. Da macht die CDU jetzt schon mal einen erstaunlich gut klingenden Vorschlag zum Datenschutz, nämlich, dass eine Firma, die Daten über einen bunkert, einen zumindest einmal im Jahr anschreibt, damit man wenigstens weiß, was für Daten die über einen haben.
Was sagt die Datenschutzpartei FDP darüber? Findet sie doof. Das ist ja viel zu viel Arbeit und Bürokratie. Überhaupt dieser ganze Papierkrieg… gegen den ist die FDP ja auch.
Deregulierung ist also ein weiterer der Punkte, weswegen man die FDP vielleicht hätte zu wählen müssen glauben können. Abschaffung von Bürokratie… stromlinienförmige Verwaltung und so.
Was haben wir statt dessen? ELENA, das Dennunziationssammelprogramm für den Arbeitgeber. Hier werden zentral Daten über Arbeitnehmer gesammelt, und man hat als Arbeitgeber auch noch jeden Monat tolle elektronische Formulare zum Ausfüllen, die einem die sowieso spärliche Zeit wegfressen.

Kein Wunder, die FDP zeigt bei dieser Bilanz in ihren „Kernkompetenzen“ auf den rothaarigen Einbrecher mit der Narbe!

Und die Presse dankt Westerwelle dann auch noch, weil er mit seinen „offenen Worten“ eine „Diskussion angestoßen“ habe.
Herr, wirf‘ Hirn vom Himmel!

Feb
25
2010
--

Selektive Wahrnehmung im alten Griechenland

Heute kam „Atlantis, der verlorene Kontinent“ auf DVD mit der Post, und wo ich den Filmklassiker von George Pal gerade wieder mal sehe, fällt mir auf, wie merkwürdig Hollywoodfilme doch das alte Griechenland darstellen.

Der folgende Text mag Spoiler für einen Film enthalten, der ein halbes Jahrhundert alt ist: Im Film geht es grob darum, dass ein junger Fischer aus dem antiken Griechenland beim Fischen im Mittelmeer eine bewusstlose junge Frau auf einem Floß findet.
Als diese gerettet dann wieder das Bewusstsein erlangt, bittet sie den Fischer, sie zurück nach Atlantis zu bringen, wo sie eine Prinzessin sei. Der Fischer bringt sie dann nach Atlantis, wo er sofort zum Dank versklavt wird, ein Krieg gegen alle Nichtatlanter geplant wird und noch allerlei andere Dinge passieren, bis Atlantis am Ende des Films dann im Meer versinkt.

Was mir jetzt jedenfalls an der Darstellung der alten Griechen, und wir reden hier vom Griechenland der Sagenzeit, auffiel, ist erstens mal, dass „die Griechen“ als homogenes Volk, quasi als Nation, beschrieben werden, was sie zu der Zeit noch lange nicht waren. Ebenso haben die Griechen hier eine Demokratie, denn der Held des Films . Demetrios, erklärt der atlantischen Prinzessin, dass es in Griechenland keine Könige oder Prinzessinnen gäbe.
Ebenso gäbe es keine Sklaven in Griechenland.

Ich weiß nicht wie es dem geneigten Leser geht, aber bei dem Wort „Sklave“ fallen mir als erstes die Sklaven in der antiken Welt ein. Spartakus, dem der Sklavenaufstand in Rom zugeschrieben wird zum Beispiel, aber eben auch die Sklaven im antiken Griechenland.
Abegesen davon, dass es damals kein „Griechenland“ in dem Sinne gab, sondern nur eine ganze Masse von Stadtstaaten, die mehr oder weniger miteinander in Konkurrenz standen, und dass diese Stadtstaaten – jedenfalls in der Zeit in der die griechischen Heldensagen spielen – von Königen regiert wurden, so kann man doch bei aller erzählerischer Freiheit nicht so tun, als ob es im antiken Griechenland nie nicht keine Sklaven gibt.

Gut, es handelt sich um einen alten Film, da kann sowas ja passieren, mag man sich denken, und „Atlantis – der verlorene Kontinent“ hat dann auch noch andere Stellen, bei denen sich ein Historiker an den Kopf fassen mag. Sieht es denn heute anders aus? Wird Griechenlands Antike realistischer geschildert?

Hm. Nicht wirklich. Man sehe sich nur den Film 300 an. Auch da wird der Film so erzählt, als gäbe es in Griechenland keine Sklaven, und als wollten die bösen Perser die Sklaverei einführen, wenn Griechenland zum Protektorat Großpersiens wird. In 300 ist davon die Rede – und zwar mehrmals und mit jeder Menge schmalzigem Patriotismus hinterlegt – dass alle Griechen „freie Männer“ seien, sogar die Frauen.

Woran liegt nun dieses über Jahrzehnte der Filmemacherei konsequent durchgeführte Verschließen der Augen vor den unangenehmen Seiten des antiken Griechenlands?

Ich hab da so eine Theorie:
1. Wenn Amerikaner an Sklaverei denken, denken sie nicht als erstes an die alten Griechen und Römer, wie ein Europäer es tun würde. Sie denken statt dessen an die Versklavung von Menschen aus Afrika im eigenen Lande.
Vielleicht ist es daher schon generell für Amerikaner einfacher die Sklaverei der Antike einfach gedanklich „auszublenden“.
2. In den USA scheint man sich mit den antiken Griechen identifizieren zu wollen: Man sieht sich dort gerne als „Wiege der Demokratie und Wissenschaft“, und nicht umsonst sieht der Regierungsbezirk von Washington aus wie ein einziger, klobiger, griechischer Tempel.
Und wenn man sich mit etwas identifiziert, dann neigt man wohl auch dazu, es in besonders schönen Farben zu malen, und die unschönen Stellen wegzulassen. Nichts anderes machen wohl amerikanische Filmemacher.

Nervig, aber was kann man schon dagegen tun?

Feb
23
2010
3

Westerwelle: Da kann einem alles vergehen…

Nach nicht enden wollenden Stonks gegen HartzIV-Empfänger, hat keiner mehr Lust auf den Guido.
Selbst Kabarettisten verweigern es, sich auf humoristische Weise mit ihm zu beschäftigen:

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches | Schlagwörter: , ,
Feb
23
2010
1

Illegale Abkürzungen

Ihr habt ja alle sicher von diesem Fall gehört, wo jemandem ein Pulli von der Strasse wegbeschlagnahmt wurde, weil dieser die Buchstabenfolge „ACAB“ trug. „ACAB“ kann als Abkürzung für „All cops are bastards“ stehen, und das heißt ja in etwa auf Deutsch „Alle Polizisten sind uneheliche Kinder“.
Ich musste da wieder dran denken, weil eine links-, rechts- anarchistische, islamistische Untergrundzelle auf Sylt nun auch diese Buchstabenfolge versprüht:

Gleich in doppelter Hinsicht illegal: Grafitto in Rantum

Egal wie man das findet Buchstaben zu verbieten, aus den gleichen Gründen gibt die KFZ-Zulassungsstelle in Limburg ja schon seit einiger Zeit auch Nummernschilder nicht mehr raus, die sich „LMAA“ lesen, weil dies andere Verkehrsteilnehmer beleidigen könnte.

Ich frage mich nur, wann dann auch endlich andere beamtenbeleidigende
Buchstabenfolgen verboten werden? Die Abkürzung für „All Cops date Clowns“ (Alle Polizisten verabreden sich mit Clowns) zum Beispiel erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Alleine bei Google findet man die Abkürzung mehr als 5 Millionen mal, und selbst unser derzeitiger Verteidigungsminister ließ sich schon einmal in einem T-Shirt ablichten, auf dem diese Buchstaben stehen.

Und in der letzten Zeit – gerade bei Schnee und Eisglätte – sind mir auch viele Autos aufgefallen auf denen die Abkürzung für „All dorks are cops“ (Alle Trottel sind Polizisten) steht.
Ist das etwa erlaubt?

Nachtrag:
Disclaimer: Dieser Nachtrag -wie auch schon der ganze Artikel – wurde von einem Nichtjuristen erstellt, und soll keine Rechtsberatung sein.
Die Rechtslage ist wohl nicht besonders eindeutig, was diese „ACAB“ Abkürzung angeht. „ACAB“ ist scheinbar nur dann strafbar, wenn man konkrete Polizisten damit bezeichnet. Als Aufdruck auf einem Shirt aber wohl eher nicht. Im Lawblog gibt’s einen Artikel drüber: LINK!

Written by Heiko C. in: Linguistisches,Lustiges,Psychologisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: ,
Feb
22
2010
--

Baby-lonische Sprachverwirrung

Heute von innen an der Heckscheibe eines Autos angebracht folgenden Spruch gesehen:

„BABY AN BOARD“

Leute entscheidet euch! Entweder in Deutsch oder in Englisch!
„Baby“ funktioniert ja in beiden Sprachen, aber eben nicht „Board“ – außer als Teil in den eingedeutschten Formen von in „Keyboard“, „Sideboard“ oder „Waterboarden“.
Alleinstehend ist „Board“ im Deutschen kein Woart! Der Spruch auf besagtem Metallschild müsste also etweder ganz auf Deutsch so heißen:

„BABY AN BORD“

…oder ganz auf Englisch eben so:

„BABY ON BOARD“

…wobei man bei letzterer Variante Gefahr läuft, dass es sich ein wenig nach „Intel Inside“ anhört.

Das schlimmste ist jedoch, daß es sich bei besagtem Schild nicht um ein selbstgebasteltes Pappschild stolzer, rechtschreibschwacher Eltern handelte, sondern ein Metallschild, wie man es in vielen größeren Supermärkten, mit einem von vielen dummen Sprüchen bedruckt, findet.
Bei einem Schild Marke „Eigenbau“ würd‘ ich ja nichts sagen, aber dass sowas aus „professioneller“ Herstellung stammt, finde ich echt peinlich.

Written by Heiko C. in: Linguistisches | Schlagwörter: ,
Feb
22
2010
2

Das Nostalgie-Pink-Floyd-Bilderrätsel Teil 22

Und hier auch mal wieder ein klassisches Pink-Floyd-Rätsel. Es handelt sich wie immer um die bildhafte Darstellung eines Songs oder eines Albums von Pink Floyd:

Antworten, Anregungen und Lösungsvorschläge bitte wie immer als Kommentar hier unter den Artikel. Richtige Lösungsvorschläge werden wie immer verzögert freigeschaltet, um möglichst vielen eine Chance beim Raten zu geben. Falsche Lösungsvorschläge schalte ich gleich frei, weil sie anderen Ratern eventuell eine Hilfe sein können.
Der Gewinner gewinnt das Gefühl gewonnen zu haben, und darf sich hernach „Pink Floyd Spezialist“ nennen, wenn es ihm Spass macht.

Written by Heiko C. in: Spass und Spiel | Schlagwörter: ,
Feb
17
2010
5

Zensurselhorst

Oder wie es kam, dass Bundespräsident Köhler doch noch seinen Horst unter das Zugangserschwerungsgesetz setzte:

Wer’s immer noch nicht glauben will: Ja es ist wahr. Der hat den Schinken unterschrieben. Sogar heise berichtet schon drüber.

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , , ,
Feb
16
2010
1

Spätrömische Verhältnisse…

Weil im Prinzip zu den marktanarchistischen Verbalblödeleien des Herrn Westerwelle alles schon gesagt ist, wie es scheint, sogar schon in den Holzmedien (muss also wirklich schlimm sein, diesmal), hier nur ein Cartoon:

Oh, die Taz hat auch schon was drüber: LINK!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: , , ,
Feb
15
2010
8

Werwölfe!!!

Ich bin vorgestern zu „Wolfman“ im Kino gewesen. Eigentlich hatte ich mir ja wohlmöglich mal wieder einen guten Werwolffilm erhofft, der letzte – „American Werewolf“ – ist ja nun schon fast 30 Jahre her.

Aber nein, das wäre ja auch zu schön gewesen. Wolfman war – in einem Wort ausgedrückt – langweilig.

Der folgende Text enthält Spoiler – immer vorausgesetzt, dass ein so langweiliger Film überhaupt gespoilt werden kann.

*

Der Film spielt irgendwann im Jahre Viktorianisch-Schießmichtot, und ein Schauspieler reist zu dem Anwesen seiner Eltern, weil sein Bruder tot ist. Zuhause findet er dann seinen Vater und die Freundin seines verstorbenen Bruders, und verspricht herauszufinden, wer seinen Bruder umgebracht hat.
Bei den Ermittlungen wird er in einem Zigeunerlager von einem Werwolf angefallen, und fängt nun immer vollmonds an, sich auch in einen zu verwandeln, und Leute umzubringen.

Dann wird er verhaftet, in eine Irrenanstalt gesperrt, wo er erst gefoltert wird, und wo dann – am nächsten Vollmond – versucht wird vor versammelter Mannschaft seine „Werwolfpsychose“ zu zerstreuen.
Statt dessen verwandelt er sich aber – oh, Überraschung – wieder in einen Werwolf, und isst seinen Arzt.

Am Ende kommt dann noch ein epischer Werwolfkampf mit seinem Vater, der der ursprüngliche Werwolf ist, und sowohl den Bruder getötet als auch unseren Protagonisten angesteckt hatte.
Nachdem unser Schauspieler seinen Vater besiegt hat, wird er dann von der Freundin seines verstorbenen Bruders erschossen, die sich mittlerweile in ihn verliebt hat.

Ach ja, der verstorbene Vater hat wohl früher auch schon im Werwolfrausch seine Frau, die Mutter des Protagonisten, umgebracht.

Blah. Das wars, Film Ende!

*

Mal abgesehen davon, dass die ganzen Plotpunkte von oben von vornherein vorhersehbar sind, und in ihrer Präsentation im Film dazu geführt haben, dass ich eine Viertelstunde weggedöst bin – was mir im Kino noch nie passiert ist – ist der Film auch noch denkbar schlecht erzählt, und handwerklich billig umgesetzt.

Es fängt schon damit an, dass die Dorfbewohner sich nicht recht entscheiden können, ob sie an Werwölfe glauben oder nicht, oder ob sie überhaupt schonmal von Werwolflegenden gehört haben.
Einerseits wird im Wirtshaus vor Ort noch gerätselt, ob es ein Mensch oder ein Tier war, was den Bruder des protagonierenden Schauspielers umgebracht hat, andererseits werden schon fleißig Silberkugeln gegossen, ohne, dass je das Wort „Werwolf“ fällt.

Später das selbe Phänomen mit dem Protagonisten selbst: Er werwolft nachts rum, und wird dafür am Morgen danach festgenommen, nur um in ein Irrenhaus gebracht zu werden, wo man ihm erzählen will, dass es keine Werwölfe gibt, wo ihn dann sein Vater besucht, der ihm erzählt, wie er selbst zum Werwolf wurde.
Hö?
Genau.

Sogar der mittelprächtige Film „Wolf“ mit Jack Nicholson handhabt das alles besser und in sich konsistenter.

Okay, soviel zu der lustigen Logik des Films, nun zu der billigen Umsetzung:

Recht früh im Film spielt ein Tanzbär eine gewisse Rolle. Einige im Dorf verdächtigen den alten Tanzbären der im Wald wohnenden Zigeuner – die übrigens kaum eine Rolle im Film spielen – dass dieser für den Mord am Bruder verantwortlich ist.
Diesen lustigen Meister Petz, der in nur einer Szene zu sehen ist, hat man jedenfalls komplett computeranimiert, und zwar so schlecht, dass man es sieht.
Das ist für mich jedenfalls nur ein Anzeichen dafür, dass man sich keine rechte Mühe beim Film gegeben hat. Ist ein alter dressierter Bär samt Tiertrainer nicht drin gewesen im 85 Millionen Dollar Budget des Films? Muss man uns einen albernen Computerbär vorsetzen?
Ganz abgesehen davon wirkt der ganze Film wie ein Animationsfilm, in dem nur zufällig ein paar Schauspieler mitspielen. Diese Optik fand ich in „Sleepy Hollow“ noch tolerabel, in „Vidoq“ schon anstrengend, aber mittlerweile so nervig, dass sie mir den Film versaut – zumindest wenn es keinen Grund für diese Künstlichkeit gibt.
Mal ehrlich: Englisches Landgut, Tanzbär… Warum muss sowas im Computer erstellt werden? Auch die „Werwolfmasken“ für die Schauspieler, die dem Make-Up aus dem ursprünglichen Wolfman der 40er Jahre ähnlich sehen sollen, sind CGI-Effekte.
Was soll das?

Na ja, über sowas kann ich mich halt aufregen…

Wer noch eine andere Meinung hören will, der kann hier schauen: Link!

Written by Heiko C. in: Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter:
Feb
13
2010
3

Aber Daten kann man doch gar nicht klauen!

Weil es nämlich keine Sachen sind, wie etwa ein Toaster oder eine Markenjacke. Daten sind ja eigentlich gar nicht da. Darum kann man sie auch nicht klauen.

Nein, dies ist kein Plädoyer für die Legalisierung von Raubkopien, sondern die Ansicht der bayrischen Justizministerin.

Wie heise berichtet, hat diese sich im Münchener Merkur zu den Vorwürfen und Vorbehalten geäußert, die viele Menschen zum umstrittenen Kauf der CD mit ausgespähten Schweizer Bankdaten vorgebracht haben. (Hab ich ja auch schon kurz was drüber geschrieben)

Frau Merk, die Justitzministerin von Bayern jedenfalls dazu:

„Da Daten anders als Autos oder Handys keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen. Und wo es keine gestohlene Ware gibt, da gibt es auch keine Hehlerei.“

Dann ist ja alles klar. Warum gibt es dann aber einen Hackerparagraphen, und warum gibt es überhaupt so etwas wie „Ausspähung von Daten“ und warum ist das dann verboten? Daten sind doch keine Handys?

Und wenn man Hacker – immer vorausgesetzt das Ausspähen von Daten ist wirklich verboten, ich bin mir da selbst nicht mehr so sicher – dafür bezahlt, dass sie einem illegal beschaffte Daten geben, schafft man so nicht einen Anreiz, dass andere es nachmachen, und ihrerseits Daten ausspähen, um diese der Bundesregierung oder sonstwem zu verkaufen?
Auch auf diese Frage hat Frau Merk eine Antwort:

„Die deutschen Steuerbehörden haben ja gerade keine Belohnung dafür versprochen, dass sich der Informant diese Bankdaten rechtswidrig beschafft; die hatte er ja schon, als er erstmals auf die Behörden zukam.“

Wenn Terroristen jemanden im Ausland entführen, und man denen Lösegeld bezahlt, war die bisherige Argumentation doch immer, dass wenn bekannt ist, dass man bereit ist Lösegeld zu zahlen, dass dies einen Anreiz für weitere Entführungen schafft.
Was ist anders in Beziehung auf diese Bankdaten-CD?

Aber mal abgesehen von dem allen, hat die Schweizer Regierung nun eine Art „Gegenschlag“ angedroht, wie bei fefe nachzulesen ist. Gefunden hat er das in der Süddeutschen Zeitung:

Im Streit über den Ankauf von Steuersünder-Daten kommt aus der Schweiz nun die Drohung, bislang geheime Konten von deutschen Politikern und Amtsträgern zu veröffentlichen. „Falls Deutschland gestohlene Bankdaten kauft, werden wir auf eine Gesetzesänderung hinarbeiten, dass sämtliche Schweizer Konten von deutschen Personen, die öffentliche Ämter bekleiden, offengelegt werden“, wird der schweizerische Nationalrat Alfred Heer von der Bild-Zeitung zitiert.

Mahahaha! Das ist ja mal drollig. Aber eigentlich folgerichtig: Wenn es kein Bankgeheimnis mehr geben soll, dann eben auch für gar keinen. Und unsere Politiker haben ja sicher nichts zu verbergen.
Sicher hilft die Offenlegung von all diesen Konten nur dabei, dass die „deutschen Personen in öffentlichen Ämtern“ mal wieder einen Überblick über ihre Finanzen bekommen.
Immerhin hat ja mal unser derzeitiger Finanzminister über einen signifikanten Zeitraum hinweg vergessen, dass er 100.000 Mark in einer Schublade hatte.

Vielleicht könnte man mit all dem „vergessenen“ Geld, welches auf diese Weise wieder in Erscheinung tritt, das Haushaltsloch stopfen. 😉

Da ich weder Steuerhinterzieher noch „deutsche Person in öffentlichem Amt“ bin, kann ich mich diesbezüglich bequem zurücklehnen, und die Show genießen.
Endlich mal gruselige Politik, die einen aufregt, aber immerhin kaum persönlich tangiert.

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Feb
27
2010
4

Ich war’s nicht! Der böse Mann mit der Narbe war’s!

Ich finde es erstaunlich, dass Westerwelles durchsichtige Kampange gegen HartzIV-Empfänger scheinbar tatsächlich für bessere Umfrage-Ergebnisse der FDP sorgt.
Ich meine, die wirtschaftsliberale Politik, die auch die FDP verfolgt, hat ja überhaupt erst für die momentane Finanzkrise, und die Massenarbeitslosigkeit gesorgt, und nun sollen die eindeutigen Verlierer dieser Krise auch noch selbst und alleinig dran schuld sein? Und das während man unter Börsenmaklern abends schon wieder Champagner trinkt?

All das erinnert mich an diese albernen Kriminalgeschichten, wo der eigentliche Hauptverdächtige sich herauszureden versucht, indem er einen unbekannten Einbrecher erfindet, meist rothaarig und mit einer Narbe quer übers Gesicht, der leider auf der Flucht ist…

Aber wen wundert sowas bei der FDP mal, ganz ehrlich?
Das Zugangserschwerungsgesetz, dass letzte Woche Mittwoch vom Bundeshorst unterschrieben wurde, ist ja nun Dienstag auch in Kraft getreten, obwohl die FDP es nach den Koalitionsverhandlungen mit der CDU schon als quasi „abgeschafft“ deklariert hat.
Nun haben wir den Salat! Toll gemacht, FDP! Super-Job macht ihr da!
Und neben Bürgerrechten und (haha!) Wirtschaftskompetenz, warum haben sonst noch Leute die FDP gewählt? Wegen des Datenschutzes?
Nun, das war wohl auch ein Schuß in den Ofen. Da macht die CDU jetzt schon mal einen erstaunlich gut klingenden Vorschlag zum Datenschutz, nämlich, dass eine Firma, die Daten über einen bunkert, einen zumindest einmal im Jahr anschreibt, damit man wenigstens weiß, was für Daten die über einen haben.
Was sagt die Datenschutzpartei FDP darüber? Findet sie doof. Das ist ja viel zu viel Arbeit und Bürokratie. Überhaupt dieser ganze Papierkrieg… gegen den ist die FDP ja auch.
Deregulierung ist also ein weiterer der Punkte, weswegen man die FDP vielleicht hätte zu wählen müssen glauben können. Abschaffung von Bürokratie… stromlinienförmige Verwaltung und so.
Was haben wir statt dessen? ELENA, das Dennunziationssammelprogramm für den Arbeitgeber. Hier werden zentral Daten über Arbeitnehmer gesammelt, und man hat als Arbeitgeber auch noch jeden Monat tolle elektronische Formulare zum Ausfüllen, die einem die sowieso spärliche Zeit wegfressen.

Kein Wunder, die FDP zeigt bei dieser Bilanz in ihren „Kernkompetenzen“ auf den rothaarigen Einbrecher mit der Narbe!

Und die Presse dankt Westerwelle dann auch noch, weil er mit seinen „offenen Worten“ eine „Diskussion angestoßen“ habe.
Herr, wirf‘ Hirn vom Himmel!

Feb
25
2010
--

Selektive Wahrnehmung im alten Griechenland

Heute kam „Atlantis, der verlorene Kontinent“ auf DVD mit der Post, und wo ich den Filmklassiker von George Pal gerade wieder mal sehe, fällt mir auf, wie merkwürdig Hollywoodfilme doch das alte Griechenland darstellen.

Der folgende Text mag Spoiler für einen Film enthalten, der ein halbes Jahrhundert alt ist: Im Film geht es grob darum, dass ein junger Fischer aus dem antiken Griechenland beim Fischen im Mittelmeer eine bewusstlose junge Frau auf einem Floß findet.
Als diese gerettet dann wieder das Bewusstsein erlangt, bittet sie den Fischer, sie zurück nach Atlantis zu bringen, wo sie eine Prinzessin sei. Der Fischer bringt sie dann nach Atlantis, wo er sofort zum Dank versklavt wird, ein Krieg gegen alle Nichtatlanter geplant wird und noch allerlei andere Dinge passieren, bis Atlantis am Ende des Films dann im Meer versinkt.

Was mir jetzt jedenfalls an der Darstellung der alten Griechen, und wir reden hier vom Griechenland der Sagenzeit, auffiel, ist erstens mal, dass „die Griechen“ als homogenes Volk, quasi als Nation, beschrieben werden, was sie zu der Zeit noch lange nicht waren. Ebenso haben die Griechen hier eine Demokratie, denn der Held des Films . Demetrios, erklärt der atlantischen Prinzessin, dass es in Griechenland keine Könige oder Prinzessinnen gäbe.
Ebenso gäbe es keine Sklaven in Griechenland.

Ich weiß nicht wie es dem geneigten Leser geht, aber bei dem Wort „Sklave“ fallen mir als erstes die Sklaven in der antiken Welt ein. Spartakus, dem der Sklavenaufstand in Rom zugeschrieben wird zum Beispiel, aber eben auch die Sklaven im antiken Griechenland.
Abegesen davon, dass es damals kein „Griechenland“ in dem Sinne gab, sondern nur eine ganze Masse von Stadtstaaten, die mehr oder weniger miteinander in Konkurrenz standen, und dass diese Stadtstaaten – jedenfalls in der Zeit in der die griechischen Heldensagen spielen – von Königen regiert wurden, so kann man doch bei aller erzählerischer Freiheit nicht so tun, als ob es im antiken Griechenland nie nicht keine Sklaven gibt.

Gut, es handelt sich um einen alten Film, da kann sowas ja passieren, mag man sich denken, und „Atlantis – der verlorene Kontinent“ hat dann auch noch andere Stellen, bei denen sich ein Historiker an den Kopf fassen mag. Sieht es denn heute anders aus? Wird Griechenlands Antike realistischer geschildert?

Hm. Nicht wirklich. Man sehe sich nur den Film 300 an. Auch da wird der Film so erzählt, als gäbe es in Griechenland keine Sklaven, und als wollten die bösen Perser die Sklaverei einführen, wenn Griechenland zum Protektorat Großpersiens wird. In 300 ist davon die Rede – und zwar mehrmals und mit jeder Menge schmalzigem Patriotismus hinterlegt – dass alle Griechen „freie Männer“ seien, sogar die Frauen.

Woran liegt nun dieses über Jahrzehnte der Filmemacherei konsequent durchgeführte Verschließen der Augen vor den unangenehmen Seiten des antiken Griechenlands?

Ich hab da so eine Theorie:
1. Wenn Amerikaner an Sklaverei denken, denken sie nicht als erstes an die alten Griechen und Römer, wie ein Europäer es tun würde. Sie denken statt dessen an die Versklavung von Menschen aus Afrika im eigenen Lande.
Vielleicht ist es daher schon generell für Amerikaner einfacher die Sklaverei der Antike einfach gedanklich „auszublenden“.
2. In den USA scheint man sich mit den antiken Griechen identifizieren zu wollen: Man sieht sich dort gerne als „Wiege der Demokratie und Wissenschaft“, und nicht umsonst sieht der Regierungsbezirk von Washington aus wie ein einziger, klobiger, griechischer Tempel.
Und wenn man sich mit etwas identifiziert, dann neigt man wohl auch dazu, es in besonders schönen Farben zu malen, und die unschönen Stellen wegzulassen. Nichts anderes machen wohl amerikanische Filmemacher.

Nervig, aber was kann man schon dagegen tun?

Feb
23
2010
3

Westerwelle: Da kann einem alles vergehen…

Nach nicht enden wollenden Stonks gegen HartzIV-Empfänger, hat keiner mehr Lust auf den Guido.
Selbst Kabarettisten verweigern es, sich auf humoristische Weise mit ihm zu beschäftigen:

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches | Schlagwörter: , ,
Feb
23
2010
1

Illegale Abkürzungen

Ihr habt ja alle sicher von diesem Fall gehört, wo jemandem ein Pulli von der Strasse wegbeschlagnahmt wurde, weil dieser die Buchstabenfolge „ACAB“ trug. „ACAB“ kann als Abkürzung für „All cops are bastards“ stehen, und das heißt ja in etwa auf Deutsch „Alle Polizisten sind uneheliche Kinder“.
Ich musste da wieder dran denken, weil eine links-, rechts- anarchistische, islamistische Untergrundzelle auf Sylt nun auch diese Buchstabenfolge versprüht:

Gleich in doppelter Hinsicht illegal: Grafitto in Rantum

Egal wie man das findet Buchstaben zu verbieten, aus den gleichen Gründen gibt die KFZ-Zulassungsstelle in Limburg ja schon seit einiger Zeit auch Nummernschilder nicht mehr raus, die sich „LMAA“ lesen, weil dies andere Verkehrsteilnehmer beleidigen könnte.

Ich frage mich nur, wann dann auch endlich andere beamtenbeleidigende
Buchstabenfolgen verboten werden? Die Abkürzung für „All Cops date Clowns“ (Alle Polizisten verabreden sich mit Clowns) zum Beispiel erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Alleine bei Google findet man die Abkürzung mehr als 5 Millionen mal, und selbst unser derzeitiger Verteidigungsminister ließ sich schon einmal in einem T-Shirt ablichten, auf dem diese Buchstaben stehen.

Und in der letzten Zeit – gerade bei Schnee und Eisglätte – sind mir auch viele Autos aufgefallen auf denen die Abkürzung für „All dorks are cops“ (Alle Trottel sind Polizisten) steht.
Ist das etwa erlaubt?

Nachtrag:
Disclaimer: Dieser Nachtrag -wie auch schon der ganze Artikel – wurde von einem Nichtjuristen erstellt, und soll keine Rechtsberatung sein.
Die Rechtslage ist wohl nicht besonders eindeutig, was diese „ACAB“ Abkürzung angeht. „ACAB“ ist scheinbar nur dann strafbar, wenn man konkrete Polizisten damit bezeichnet. Als Aufdruck auf einem Shirt aber wohl eher nicht. Im Lawblog gibt’s einen Artikel drüber: LINK!

Written by Heiko C. in: Linguistisches,Lustiges,Psychologisches,Wahnhaftes | Schlagwörter: ,
Feb
22
2010
--

Baby-lonische Sprachverwirrung

Heute von innen an der Heckscheibe eines Autos angebracht folgenden Spruch gesehen:

„BABY AN BOARD“

Leute entscheidet euch! Entweder in Deutsch oder in Englisch!
„Baby“ funktioniert ja in beiden Sprachen, aber eben nicht „Board“ – außer als Teil in den eingedeutschten Formen von in „Keyboard“, „Sideboard“ oder „Waterboarden“.
Alleinstehend ist „Board“ im Deutschen kein Woart! Der Spruch auf besagtem Metallschild müsste also etweder ganz auf Deutsch so heißen:

„BABY AN BORD“

…oder ganz auf Englisch eben so:

„BABY ON BOARD“

…wobei man bei letzterer Variante Gefahr läuft, dass es sich ein wenig nach „Intel Inside“ anhört.

Das schlimmste ist jedoch, daß es sich bei besagtem Schild nicht um ein selbstgebasteltes Pappschild stolzer, rechtschreibschwacher Eltern handelte, sondern ein Metallschild, wie man es in vielen größeren Supermärkten, mit einem von vielen dummen Sprüchen bedruckt, findet.
Bei einem Schild Marke „Eigenbau“ würd‘ ich ja nichts sagen, aber dass sowas aus „professioneller“ Herstellung stammt, finde ich echt peinlich.

Written by Heiko C. in: Linguistisches | Schlagwörter: ,
Feb
22
2010
2

Das Nostalgie-Pink-Floyd-Bilderrätsel Teil 22

Und hier auch mal wieder ein klassisches Pink-Floyd-Rätsel. Es handelt sich wie immer um die bildhafte Darstellung eines Songs oder eines Albums von Pink Floyd:

Antworten, Anregungen und Lösungsvorschläge bitte wie immer als Kommentar hier unter den Artikel. Richtige Lösungsvorschläge werden wie immer verzögert freigeschaltet, um möglichst vielen eine Chance beim Raten zu geben. Falsche Lösungsvorschläge schalte ich gleich frei, weil sie anderen Ratern eventuell eine Hilfe sein können.
Der Gewinner gewinnt das Gefühl gewonnen zu haben, und darf sich hernach „Pink Floyd Spezialist“ nennen, wenn es ihm Spass macht.

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Feb
17
2010
5

Zensurselhorst

Oder wie es kam, dass Bundespräsident Köhler doch noch seinen Horst unter das Zugangserschwerungsgesetz setzte:

Wer’s immer noch nicht glauben will: Ja es ist wahr. Der hat den Schinken unterschrieben. Sogar heise berichtet schon drüber.

Written by Heiko C. in: Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , , ,
Feb
16
2010
1

Spätrömische Verhältnisse…

Weil im Prinzip zu den marktanarchistischen Verbalblödeleien des Herrn Westerwelle alles schon gesagt ist, wie es scheint, sogar schon in den Holzmedien (muss also wirklich schlimm sein, diesmal), hier nur ein Cartoon:

Oh, die Taz hat auch schon was drüber: LINK!

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter: , , ,
Feb
15
2010
8

Werwölfe!!!

Ich bin vorgestern zu „Wolfman“ im Kino gewesen. Eigentlich hatte ich mir ja wohlmöglich mal wieder einen guten Werwolffilm erhofft, der letzte – „American Werewolf“ – ist ja nun schon fast 30 Jahre her.

Aber nein, das wäre ja auch zu schön gewesen. Wolfman war – in einem Wort ausgedrückt – langweilig.

Der folgende Text enthält Spoiler – immer vorausgesetzt, dass ein so langweiliger Film überhaupt gespoilt werden kann.

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Der Film spielt irgendwann im Jahre Viktorianisch-Schießmichtot, und ein Schauspieler reist zu dem Anwesen seiner Eltern, weil sein Bruder tot ist. Zuhause findet er dann seinen Vater und die Freundin seines verstorbenen Bruders, und verspricht herauszufinden, wer seinen Bruder umgebracht hat.
Bei den Ermittlungen wird er in einem Zigeunerlager von einem Werwolf angefallen, und fängt nun immer vollmonds an, sich auch in einen zu verwandeln, und Leute umzubringen.

Dann wird er verhaftet, in eine Irrenanstalt gesperrt, wo er erst gefoltert wird, und wo dann – am nächsten Vollmond – versucht wird vor versammelter Mannschaft seine „Werwolfpsychose“ zu zerstreuen.
Statt dessen verwandelt er sich aber – oh, Überraschung – wieder in einen Werwolf, und isst seinen Arzt.

Am Ende kommt dann noch ein epischer Werwolfkampf mit seinem Vater, der der ursprüngliche Werwolf ist, und sowohl den Bruder getötet als auch unseren Protagonisten angesteckt hatte.
Nachdem unser Schauspieler seinen Vater besiegt hat, wird er dann von der Freundin seines verstorbenen Bruders erschossen, die sich mittlerweile in ihn verliebt hat.

Ach ja, der verstorbene Vater hat wohl früher auch schon im Werwolfrausch seine Frau, die Mutter des Protagonisten, umgebracht.

Blah. Das wars, Film Ende!

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Mal abgesehen davon, dass die ganzen Plotpunkte von oben von vornherein vorhersehbar sind, und in ihrer Präsentation im Film dazu geführt haben, dass ich eine Viertelstunde weggedöst bin – was mir im Kino noch nie passiert ist – ist der Film auch noch denkbar schlecht erzählt, und handwerklich billig umgesetzt.

Es fängt schon damit an, dass die Dorfbewohner sich nicht recht entscheiden können, ob sie an Werwölfe glauben oder nicht, oder ob sie überhaupt schonmal von Werwolflegenden gehört haben.
Einerseits wird im Wirtshaus vor Ort noch gerätselt, ob es ein Mensch oder ein Tier war, was den Bruder des protagonierenden Schauspielers umgebracht hat, andererseits werden schon fleißig Silberkugeln gegossen, ohne, dass je das Wort „Werwolf“ fällt.

Später das selbe Phänomen mit dem Protagonisten selbst: Er werwolft nachts rum, und wird dafür am Morgen danach festgenommen, nur um in ein Irrenhaus gebracht zu werden, wo man ihm erzählen will, dass es keine Werwölfe gibt, wo ihn dann sein Vater besucht, der ihm erzählt, wie er selbst zum Werwolf wurde.
Hö?
Genau.

Sogar der mittelprächtige Film „Wolf“ mit Jack Nicholson handhabt das alles besser und in sich konsistenter.

Okay, soviel zu der lustigen Logik des Films, nun zu der billigen Umsetzung:

Recht früh im Film spielt ein Tanzbär eine gewisse Rolle. Einige im Dorf verdächtigen den alten Tanzbären der im Wald wohnenden Zigeuner – die übrigens kaum eine Rolle im Film spielen – dass dieser für den Mord am Bruder verantwortlich ist.
Diesen lustigen Meister Petz, der in nur einer Szene zu sehen ist, hat man jedenfalls komplett computeranimiert, und zwar so schlecht, dass man es sieht.
Das ist für mich jedenfalls nur ein Anzeichen dafür, dass man sich keine rechte Mühe beim Film gegeben hat. Ist ein alter dressierter Bär samt Tiertrainer nicht drin gewesen im 85 Millionen Dollar Budget des Films? Muss man uns einen albernen Computerbär vorsetzen?
Ganz abgesehen davon wirkt der ganze Film wie ein Animationsfilm, in dem nur zufällig ein paar Schauspieler mitspielen. Diese Optik fand ich in „Sleepy Hollow“ noch tolerabel, in „Vidoq“ schon anstrengend, aber mittlerweile so nervig, dass sie mir den Film versaut – zumindest wenn es keinen Grund für diese Künstlichkeit gibt.
Mal ehrlich: Englisches Landgut, Tanzbär… Warum muss sowas im Computer erstellt werden? Auch die „Werwolfmasken“ für die Schauspieler, die dem Make-Up aus dem ursprünglichen Wolfman der 40er Jahre ähnlich sehen sollen, sind CGI-Effekte.
Was soll das?

Na ja, über sowas kann ich mich halt aufregen…

Wer noch eine andere Meinung hören will, der kann hier schauen: Link!

Written by Heiko C. in: Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter:
Feb
13
2010
3

Aber Daten kann man doch gar nicht klauen!

Weil es nämlich keine Sachen sind, wie etwa ein Toaster oder eine Markenjacke. Daten sind ja eigentlich gar nicht da. Darum kann man sie auch nicht klauen.

Nein, dies ist kein Plädoyer für die Legalisierung von Raubkopien, sondern die Ansicht der bayrischen Justizministerin.

Wie heise berichtet, hat diese sich im Münchener Merkur zu den Vorwürfen und Vorbehalten geäußert, die viele Menschen zum umstrittenen Kauf der CD mit ausgespähten Schweizer Bankdaten vorgebracht haben. (Hab ich ja auch schon kurz was drüber geschrieben)

Frau Merk, die Justitzministerin von Bayern jedenfalls dazu:

„Da Daten anders als Autos oder Handys keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen. Und wo es keine gestohlene Ware gibt, da gibt es auch keine Hehlerei.“

Dann ist ja alles klar. Warum gibt es dann aber einen Hackerparagraphen, und warum gibt es überhaupt so etwas wie „Ausspähung von Daten“ und warum ist das dann verboten? Daten sind doch keine Handys?

Und wenn man Hacker – immer vorausgesetzt das Ausspähen von Daten ist wirklich verboten, ich bin mir da selbst nicht mehr so sicher – dafür bezahlt, dass sie einem illegal beschaffte Daten geben, schafft man so nicht einen Anreiz, dass andere es nachmachen, und ihrerseits Daten ausspähen, um diese der Bundesregierung oder sonstwem zu verkaufen?
Auch auf diese Frage hat Frau Merk eine Antwort:

„Die deutschen Steuerbehörden haben ja gerade keine Belohnung dafür versprochen, dass sich der Informant diese Bankdaten rechtswidrig beschafft; die hatte er ja schon, als er erstmals auf die Behörden zukam.“

Wenn Terroristen jemanden im Ausland entführen, und man denen Lösegeld bezahlt, war die bisherige Argumentation doch immer, dass wenn bekannt ist, dass man bereit ist Lösegeld zu zahlen, dass dies einen Anreiz für weitere Entführungen schafft.
Was ist anders in Beziehung auf diese Bankdaten-CD?

Aber mal abgesehen von dem allen, hat die Schweizer Regierung nun eine Art „Gegenschlag“ angedroht, wie bei fefe nachzulesen ist. Gefunden hat er das in der Süddeutschen Zeitung:

Im Streit über den Ankauf von Steuersünder-Daten kommt aus der Schweiz nun die Drohung, bislang geheime Konten von deutschen Politikern und Amtsträgern zu veröffentlichen. „Falls Deutschland gestohlene Bankdaten kauft, werden wir auf eine Gesetzesänderung hinarbeiten, dass sämtliche Schweizer Konten von deutschen Personen, die öffentliche Ämter bekleiden, offengelegt werden“, wird der schweizerische Nationalrat Alfred Heer von der Bild-Zeitung zitiert.

Mahahaha! Das ist ja mal drollig. Aber eigentlich folgerichtig: Wenn es kein Bankgeheimnis mehr geben soll, dann eben auch für gar keinen. Und unsere Politiker haben ja sicher nichts zu verbergen.
Sicher hilft die Offenlegung von all diesen Konten nur dabei, dass die „deutschen Personen in öffentlichen Ämtern“ mal wieder einen Überblick über ihre Finanzen bekommen.
Immerhin hat ja mal unser derzeitiger Finanzminister über einen signifikanten Zeitraum hinweg vergessen, dass er 100.000 Mark in einer Schublade hatte.

Vielleicht könnte man mit all dem „vergessenen“ Geld, welches auf diese Weise wieder in Erscheinung tritt, das Haushaltsloch stopfen. 😉

Da ich weder Steuerhinterzieher noch „deutsche Person in öffentlichem Amt“ bin, kann ich mich diesbezüglich bequem zurücklehnen, und die Show genießen.
Endlich mal gruselige Politik, die einen aufregt, aber immerhin kaum persönlich tangiert.