Impactsuspect » Knoten verboten!!!
Jan
26
2010

Knoten verboten!!!

Tja, ich hab jetzt doch mal ein Foto in der hiesigen Grundschulsporthalle gemacht, wo ich zweimal die Woche abends immer Spocht mache. Es handelt sich um Fotos von einem Fundstück, das irgendwie unlogisch betextet ist.

Erstmal warnt an den Kletterseilen (oder sind das Taue?) dieses Schild hier davor, Knoten in die Seile zu machen:

Daneben, halb verdeckt von eben den Tauen (oder Seilen) um die es geht, hängt ein weiteres Schild, auf dem erklärt wird, warum Knoten verboten sind.

Da man die Schrift auf dem Bild nicht wirklich gut erkennen kann, werde ich die Passagen, die mich irritieren einmal kurz zitieren:

Die Knoten in den Tauen, die leider in vielen Hallen zu finden sind, bergen erhebliche Verletzungsgefahren. Es könnte beim Herunterklettern (oft abwärts aber nicht geklettert, sondern gerutscht) vor allem bei Jungen zu Verletzungen kommen, wenn der Knoten zwischen den Beinen hängenbleibt.

Erst einmal: Aua!
Dann als zweites: Aha, es sind Taue, und keine Seile.
Und dann verwirrt mich auch, dass man sinngemäß geschrieben hat „…beim Herunterklettern, das aber keines ist, obwohl es sich um eine Abwärtsbewegung handelt, die aber gerutscht ausgeführt wird…“
Warum steht auf dem Schild nicht gleich „Es könnte beim Herunterrutschen…“, dann hätte man sich den ganzen eingeklammerten Bandwurmmist sparen können. Und das kommt von mir, der ja selbst am laufenden Band verbalen Bandwurmmist produziert.
Aber fassen wir nochmal zusammen: Keine Knoten sonst fiese Verletzung zwischen den Beinen.
Weiter im Text:

Tatsächlich passieren solche Unfälle leider häufig! Eine andere Unfallursache ist das Herumschleudern des Taus, das dann durch große Geschwindigkeit Kopfverletzungen verursachen kann. Die Taue sollen, wenn sie zu einem anderen Teilnehmer gegeben werden sollen, aus einer leichten Höhe lediglich losgelassen werden, damit sie langsam zum Partner schwingen können.

Ich würde es anders formulieren, als dieses Schild hier, aber das ist ja auch noch einsichtig. Aber das Schild hat noch mehr auf Lager:

Knoten in den Tauen können dann akzeptiert werden, wenn übergewichtige Kinder sich allein am Tau nicht festhalten können, in diesem Fall wird ein Knoten auf Kopfhöhe gemacht, damit das Kind sich über dem Knoten am Tau festhalten kann. Die Knoten müssen aber nach Benutzung der Taue unbedingt wieder entfernt werden.

Stellen wir uns das mal vor:
Ich bin ein dickes Kind, etwa so 9 Jahre alt und bekomme von meinem Sportlehrer, Herrn Menschenschinder, die Anweisung an so einem Seil nach oben zu klettern.
Das kommt vor. Ich war ein eher dickes Kind, und es wurde immer von mir erwartet, genau wie die Hungerhaken in meiner Klasse, ganz bis nach oben zu klettern.
Hab ich jetzt einen Knoten auf Kopfhöhe, und klettere erstaunlicherweise tatsächlich bis ganz nach oben, dann ist der Knoten wieder unter mir.
Wenn ich als dickes Kind nun den Halt verliere, weil ich mit meinen Armen eben besser Kartoffelchips essen kann, als mein eigenes Gewicht halten, dann rutsche ich nach unten, oder wie dieses Schild es ausdrücken würde: Ich klettere nach unten (aber nicht geklettert, sondern abwärts und gerutscht und mit hoher Geschwindigkeit).
Kann es da zu keinen „Verletzungen zwischen den Beinen“ kommen? Oder sind die nicht eher noch wahrscheinlicher, wenn komprimierte 60 Kilo 10 Meter in die Tiefe rauschen, immer auf einen verbotenen Knoten zu? Ganz abgesehen davon haben dicke Kinder vermutlich auch mehr Widerstand, der auf den Knoten treffen kann.

Und nehmen wir an, ich schaffe es nicht, bis ganz nach oben zu klettern, wie die anderen. Meiner Meinung nach, ist das sowieso realistischer. Wozu dann überhaupt der Knoten? Damit ich mit schlaffen Armen an ihm hängen kann, und die anderen Kinder mich auslachen?

So oder so ergibt das keinen Sinn. Wer denkt sich solche Schilder aus?

Written by Heiko C. in: Beklopptes | Schlagwörter: , ,

10 Comments »

  • Moin, Heiko.

    Na, das ging ja schnell. 🙂

    Ja, das Schild ist schon sehr geil! 🙂 ABER … dein Bandwurmsatz, von wegen rutschen, ist schon richtig auf dem Schild. Man SOLL ja runterklettern, deswegen steht da RUNTERKLETTERN, und nicht runterrutschen. Deswegen steht in den Klammern, daß man nicht RUNTERRUTSCHEN soll, bzw. daß viele eben NICHT KLETERN, sondern RUTSCHEN. Wenn die direkt RUNTERRUTSCHEN schreiben würden, dann würden alle auch RUNTERRUTSCHEN, was eben nicht geschehen soll, weil es zu Verletzungen fürht, deswegen steht da RUNTERKLETTERN und in Klammern RUNTERRUTSCHEN, was man halt NICHT tun sollte. 😉 YEAH! *g*

    Was die Diskreminierung der dicken Kinder ist, ist wirklich hart, ABER … mit Knoten auf Köpfhöhe kann man sich weitaus besser hochziehen und somit die benötigten Muskeln aufbauen und bearbeiten, daß man das auch irgendwann OHNE Knoten schafft.
    Da steht ja auch was von festhalten. Ergo, wenn die sich schon nicht festhalten können, können sie auch nicht hochklettern, ergo bleibt der Knoten über dem Körper. Von daher ist der Satz schon korrekt ausgesprochen.

    Allerdings stimme ich mit dir überein, daß die Bezeichung „übergewichtige“ arg bescheiden ist! Selbst Hungerhaken können sich teilweise NICHT am Tau festhalten, geschweige denn hochklettern. Da habe auch ich meine Probleme. 😉

    Mit lieben Gruß
    Birger

    Comment | 26. Januar 2010
  • Heiko C.

    Nee, nee, klettert man hoch, bleibt die Gefahr auch für die dicken Kinder, klettert man nicht hoch, finde ich, dass die seelischen Folgeschäden, die das Kind abbekommt doch schon schwerer wiegen als der marginale und vorübergehende Muskelaufbau in den Armen.
    Wenn Kinder nicht in der Regel solche Arschlöcher zueinander wären, würde ich dir jedoch zustimmen.

    Und aus einem Herunterrutschen wird immer noch kein Klettern, nur weil das Herunterrutschen verboten ist. Das ist ja wie in der Politik, wo jetzt diskutiert wird, ob man Arbeitslosigkeit nicht einfach verbieten kann. ^^

    Comment | 26. Januar 2010
  • Moin.

    Naja, ich verstehe, was du meinst, aber es ändert nichts an der Formulierung. Kinder sind grausam, aber das tut auf dem Schild nichts zur Sache, weil es nüchtern das widergibt, was es bezwecken soll.

    Ja, nichtsdestotrotz sollen die Kinder, runterklettern, anstatt zu rutschen! Wenn die’s nicht tun, ist es im Grunde deren Problem, ergo sollte man als Lehrer drauf achten, daß die Kinder runterklettern, und das sagt das Schild aus.

    Mit lieben Gruß
    Birger

    Comment | 27. Januar 2010
  • Heiko C.

    Nee, genau das sagt das Schild eben nicht. Ein Beispiel für klare Formulierung ist das hier wohl kaum. Die Sache mit den „Knoten für dicke Kinder“ gibt durchdacht genausowenig Sinn, wie die Gefahr beim „Herunterklettern“, das in Wirklichkeit eine „rutschende Abwärtsbewegung“ ist.
    Hätte man es klar formulieren wollen, hätte man: „Bitte keine Knoten in die Taue machen, die Taue unkontrolliert durch die Halle schwingen lassen, oder an den Tauen herunterrutschen. Verletzungsgefahr!!“ schreiben können. Das wäre nicht nur sehr viel kürzer und einprägsamer, sondern würde sich aufs Wesentliche konzentrieren, und die sinnlose Ausnahme mit den dicken Kindern würde niemanden verwirren. 😉

    Comment | 27. Januar 2010
  • Heiko C.

    Was ist das überhaupt für eine wirre Denkweise?
    „Weil Herunterrutschen verboten und gefährlich ist, warne ich vor dem Herunterrutschen, aber weil es verboten ist, nenne ich es Herunterklettern?!“

    Sag mir bitte, dass du das nicht logisch findest!

    Comment | 27. Januar 2010
  • Moin.

    Ja, deine Forumlierung macht schon mehr Sinn, das ist richtig.

    Die Forumlierung ist unlogisch, keine Frage. ABER … wenn man von vornherin „runterrutschen“ schreiben würde, dann würden alle runterrutschen und das soll man ja eben nicht.

    Mit lieben Gruß
    Birger

    Comment | 27. Januar 2010
  • Warum die nicht gleich einen verständlichen Satz hingeschrieben haben?

    Realitätscheck: In welchem Land bist du? Richtig! Im Land der Richter und Beamten. Einfache Sätze sind bäh.

    Comment | 27. Januar 2010
  • Heiko C.

    Aber in Schwimmbädern geht’s doch auch! Da würde doch auch niemand im Traum auf die Idee kommen „Nicht vom Beckenrand springen!“ könnte entweder eine implizierte Aufforderung zum Springen vom Beckenrand enthalten, oder zu „schwammig“ formuliert sein, damit es auch Juristen verstehen.

    Einerseits muss man ja die Mühe anerkennen, die die Autoren dieses Schilds sich gemacht haben, genau zu erklären, warum Knoten verboten sind, andererseits ist das neue Schild (das in der ersten Abbildung) deutlich weniger verwirrend: Keine Knoten in die Taue machen. Fertig, aus! Verstehen sogar Analphabeten, und davon gibts unter Grundschülern erfahrungsgemäß ’ne ganze Menge.

    Aber na ja, da kann man wohl verschiedener Meinung sein.

    Comment | 27. Januar 2010
  • Moin.

    Heiko, du hast ja Recht, daß das Piktogramm vollkommen ausreichen würde! Da stimme ich dir ja zu …

    Mit lieben Gruß
    Birger

    Comment | 27. Januar 2010
  • […] haben also nun bereits seltsam formulierte Verbotsschilder, Doppelbindungsschilder, Schilder mit verschiedenen Graden von Exklusivität und sehr höfliche […]

    Pingback | 3. Mai 2010

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  • Moin, Heiko.

    Na, das ging ja schnell. 🙂

    Ja, das Schild ist schon sehr geil! 🙂 ABER … dein Bandwurmsatz, von wegen rutschen, ist schon richtig auf dem Schild. Man SOLL ja runterklettern, deswegen steht da RUNTERKLETTERN, und nicht runterrutschen. Deswegen steht in den Klammern, daß man nicht RUNTERRUTSCHEN soll, bzw. daß viele eben NICHT KLETERN, sondern RUTSCHEN. Wenn die direkt RUNTERRUTSCHEN schreiben würden, dann würden alle auch RUNTERRUTSCHEN, was eben nicht geschehen soll, weil es zu Verletzungen fürht, deswegen steht da RUNTERKLETTERN und in Klammern RUNTERRUTSCHEN, was man halt NICHT tun sollte. 😉 YEAH! *g*

    Was die Diskreminierung der dicken Kinder ist, ist wirklich hart, ABER … mit Knoten auf Köpfhöhe kann man sich weitaus besser hochziehen und somit die benötigten Muskeln aufbauen und bearbeiten, daß man das auch irgendwann OHNE Knoten schafft.
    Da steht ja auch was von festhalten. Ergo, wenn die sich schon nicht festhalten können, können sie auch nicht hochklettern, ergo bleibt der Knoten über dem Körper. Von daher ist der Satz schon korrekt ausgesprochen.

    Allerdings stimme ich mit dir überein, daß die Bezeichung „übergewichtige“ arg bescheiden ist! Selbst Hungerhaken können sich teilweise NICHT am Tau festhalten, geschweige denn hochklettern. Da habe auch ich meine Probleme. 😉

    Mit lieben Gruß
    Birger

    Comment | 26. Januar 2010
  • Heiko C.

    Nee, nee, klettert man hoch, bleibt die Gefahr auch für die dicken Kinder, klettert man nicht hoch, finde ich, dass die seelischen Folgeschäden, die das Kind abbekommt doch schon schwerer wiegen als der marginale und vorübergehende Muskelaufbau in den Armen.
    Wenn Kinder nicht in der Regel solche Arschlöcher zueinander wären, würde ich dir jedoch zustimmen.

    Und aus einem Herunterrutschen wird immer noch kein Klettern, nur weil das Herunterrutschen verboten ist. Das ist ja wie in der Politik, wo jetzt diskutiert wird, ob man Arbeitslosigkeit nicht einfach verbieten kann. ^^

    Comment | 26. Januar 2010
  • Moin.

    Naja, ich verstehe, was du meinst, aber es ändert nichts an der Formulierung. Kinder sind grausam, aber das tut auf dem Schild nichts zur Sache, weil es nüchtern das widergibt, was es bezwecken soll.

    Ja, nichtsdestotrotz sollen die Kinder, runterklettern, anstatt zu rutschen! Wenn die’s nicht tun, ist es im Grunde deren Problem, ergo sollte man als Lehrer drauf achten, daß die Kinder runterklettern, und das sagt das Schild aus.

    Mit lieben Gruß
    Birger

    Comment | 27. Januar 2010
  • Heiko C.

    Nee, genau das sagt das Schild eben nicht. Ein Beispiel für klare Formulierung ist das hier wohl kaum. Die Sache mit den „Knoten für dicke Kinder“ gibt durchdacht genausowenig Sinn, wie die Gefahr beim „Herunterklettern“, das in Wirklichkeit eine „rutschende Abwärtsbewegung“ ist.
    Hätte man es klar formulieren wollen, hätte man: „Bitte keine Knoten in die Taue machen, die Taue unkontrolliert durch die Halle schwingen lassen, oder an den Tauen herunterrutschen. Verletzungsgefahr!!“ schreiben können. Das wäre nicht nur sehr viel kürzer und einprägsamer, sondern würde sich aufs Wesentliche konzentrieren, und die sinnlose Ausnahme mit den dicken Kindern würde niemanden verwirren. 😉

    Comment | 27. Januar 2010
  • Heiko C.

    Was ist das überhaupt für eine wirre Denkweise?
    „Weil Herunterrutschen verboten und gefährlich ist, warne ich vor dem Herunterrutschen, aber weil es verboten ist, nenne ich es Herunterklettern?!“

    Sag mir bitte, dass du das nicht logisch findest!

    Comment | 27. Januar 2010
  • Moin.

    Ja, deine Forumlierung macht schon mehr Sinn, das ist richtig.

    Die Forumlierung ist unlogisch, keine Frage. ABER … wenn man von vornherin „runterrutschen“ schreiben würde, dann würden alle runterrutschen und das soll man ja eben nicht.

    Mit lieben Gruß
    Birger

    Comment | 27. Januar 2010
  • Warum die nicht gleich einen verständlichen Satz hingeschrieben haben?

    Realitätscheck: In welchem Land bist du? Richtig! Im Land der Richter und Beamten. Einfache Sätze sind bäh.

    Comment | 27. Januar 2010
  • Heiko C.

    Aber in Schwimmbädern geht’s doch auch! Da würde doch auch niemand im Traum auf die Idee kommen „Nicht vom Beckenrand springen!“ könnte entweder eine implizierte Aufforderung zum Springen vom Beckenrand enthalten, oder zu „schwammig“ formuliert sein, damit es auch Juristen verstehen.

    Einerseits muss man ja die Mühe anerkennen, die die Autoren dieses Schilds sich gemacht haben, genau zu erklären, warum Knoten verboten sind, andererseits ist das neue Schild (das in der ersten Abbildung) deutlich weniger verwirrend: Keine Knoten in die Taue machen. Fertig, aus! Verstehen sogar Analphabeten, und davon gibts unter Grundschülern erfahrungsgemäß ’ne ganze Menge.

    Aber na ja, da kann man wohl verschiedener Meinung sein.

    Comment | 27. Januar 2010
  • Moin.

    Heiko, du hast ja Recht, daß das Piktogramm vollkommen ausreichen würde! Da stimme ich dir ja zu …

    Mit lieben Gruß
    Birger

    Comment | 27. Januar 2010
  • […] haben also nun bereits seltsam formulierte Verbotsschilder, Doppelbindungsschilder, Schilder mit verschiedenen Graden von Exklusivität und sehr höfliche […]

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Jan
26
2010

Knoten verboten!!!

Tja, ich hab jetzt doch mal ein Foto in der hiesigen Grundschulsporthalle gemacht, wo ich zweimal die Woche abends immer Spocht mache. Es handelt sich um Fotos von einem Fundstück, das irgendwie unlogisch betextet ist.

Erstmal warnt an den Kletterseilen (oder sind das Taue?) dieses Schild hier davor, Knoten in die Seile zu machen:

Daneben, halb verdeckt von eben den Tauen (oder Seilen) um die es geht, hängt ein weiteres Schild, auf dem erklärt wird, warum Knoten verboten sind.

Da man die Schrift auf dem Bild nicht wirklich gut erkennen kann, werde ich die Passagen, die mich irritieren einmal kurz zitieren:

Die Knoten in den Tauen, die leider in vielen Hallen zu finden sind, bergen erhebliche Verletzungsgefahren. Es könnte beim Herunterklettern (oft abwärts aber nicht geklettert, sondern gerutscht) vor allem bei Jungen zu Verletzungen kommen, wenn der Knoten zwischen den Beinen hängenbleibt.

Erst einmal: Aua!
Dann als zweites: Aha, es sind Taue, und keine Seile.
Und dann verwirrt mich auch, dass man sinngemäß geschrieben hat „…beim Herunterklettern, das aber keines ist, obwohl es sich um eine Abwärtsbewegung handelt, die aber gerutscht ausgeführt wird…“
Warum steht auf dem Schild nicht gleich „Es könnte beim Herunterrutschen…“, dann hätte man sich den ganzen eingeklammerten Bandwurmmist sparen können. Und das kommt von mir, der ja selbst am laufenden Band verbalen Bandwurmmist produziert.
Aber fassen wir nochmal zusammen: Keine Knoten sonst fiese Verletzung zwischen den Beinen.
Weiter im Text:

Tatsächlich passieren solche Unfälle leider häufig! Eine andere Unfallursache ist das Herumschleudern des Taus, das dann durch große Geschwindigkeit Kopfverletzungen verursachen kann. Die Taue sollen, wenn sie zu einem anderen Teilnehmer gegeben werden sollen, aus einer leichten Höhe lediglich losgelassen werden, damit sie langsam zum Partner schwingen können.

Ich würde es anders formulieren, als dieses Schild hier, aber das ist ja auch noch einsichtig. Aber das Schild hat noch mehr auf Lager:

Knoten in den Tauen können dann akzeptiert werden, wenn übergewichtige Kinder sich allein am Tau nicht festhalten können, in diesem Fall wird ein Knoten auf Kopfhöhe gemacht, damit das Kind sich über dem Knoten am Tau festhalten kann. Die Knoten müssen aber nach Benutzung der Taue unbedingt wieder entfernt werden.

Stellen wir uns das mal vor:
Ich bin ein dickes Kind, etwa so 9 Jahre alt und bekomme von meinem Sportlehrer, Herrn Menschenschinder, die Anweisung an so einem Seil nach oben zu klettern.
Das kommt vor. Ich war ein eher dickes Kind, und es wurde immer von mir erwartet, genau wie die Hungerhaken in meiner Klasse, ganz bis nach oben zu klettern.
Hab ich jetzt einen Knoten auf Kopfhöhe, und klettere erstaunlicherweise tatsächlich bis ganz nach oben, dann ist der Knoten wieder unter mir.
Wenn ich als dickes Kind nun den Halt verliere, weil ich mit meinen Armen eben besser Kartoffelchips essen kann, als mein eigenes Gewicht halten, dann rutsche ich nach unten, oder wie dieses Schild es ausdrücken würde: Ich klettere nach unten (aber nicht geklettert, sondern abwärts und gerutscht und mit hoher Geschwindigkeit).
Kann es da zu keinen „Verletzungen zwischen den Beinen“ kommen? Oder sind die nicht eher noch wahrscheinlicher, wenn komprimierte 60 Kilo 10 Meter in die Tiefe rauschen, immer auf einen verbotenen Knoten zu? Ganz abgesehen davon haben dicke Kinder vermutlich auch mehr Widerstand, der auf den Knoten treffen kann.

Und nehmen wir an, ich schaffe es nicht, bis ganz nach oben zu klettern, wie die anderen. Meiner Meinung nach, ist das sowieso realistischer. Wozu dann überhaupt der Knoten? Damit ich mit schlaffen Armen an ihm hängen kann, und die anderen Kinder mich auslachen?

So oder so ergibt das keinen Sinn. Wer denkt sich solche Schilder aus?

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