Nov
09
2009

IIXX. Rechtsfreier Raum der Woche

Auf Plattdeutsch sagt man ja: „Watt dem en sien Uhl, is dem annern sien Nachtigall“. Wenn man Hans Peter Uhls neueste Verbalaktivitäten bei Abgeordnetenwatch liest, denkt man sich tatsächlich „Nachtigall ick hör dir trappsen“.

Da stellt ein Herr Hagenbuchner die Frage, ob es wirklich sein muss, dass die Leute, die die neuen ein- und zweistelligen Domainnamen eigentlich verteilen sollen, diese stattdessen bunkern, um sie später teurer zu verkaufen.
Das ist natürlich eine Frage zum Thema Computer – mehr noch: zum Thema Internet. Wie beginnt Herr Uhl von der CSU also seine Antwort? Richtig! Mit dieser Phrase! ARGH!

Gerne bekräftige ich auch in diesem Zusammenhang meine Überzeugung, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sein darf!

Manch einem Politiker scheint diese Phrase wie ein pawlowscher Reflex schon bei der bloßen Erwähnung des Internets herauszurutschen. Aber es geht weiter:

Allerdings sehe ich im Rahmen der von Ihnen angesprochenen Vergabe von Domainnamen keinen politischen Handlungsbedarf, da hier die staatliche Kontrolle bereits greift: […] Jedenfalls verbietet sich eine Einflussnahme der Politik auf diese Verfahren.

Komisch. Das Grundgesetz darf munter geändert, verstümmelt oder neuinterpretiert werden, und die Union ist immer vorn dabei. Aber wenn es um sowas hier geht, ist ein Eingreifen der Politik plötzlich verboten?!? Seltsam, oder?
Vielleicht darf der Staat ja immer nur dann eingreifen, wenn es den Bürger zu maßregeln gilt, aber wenn es um geschäftliche Interessen geht, wird einfach so getan, als gäbe es kein Problem.

Aber was soll man erwarten, immerhin ist Herr Uhl ja schon durch seine Bewunderung der chinesischen Internetkontrolle auffällig geworden. Irgendwie entsteht ein wenig der Eindruck, dass er sich nicht ganz so gut auskennt, wie er uns glauben machen will.

Trotz allem, oder gerade drum: Applaus dem mangels Mitbewerber einstimmig gewählten Preisträger!

P.S: Für die Ratefüchse und Schlaumeier unter euch, habe ich im obigen Bild übrigens 3 Fehler eingebaut. Wer sie alle findet verfügt über eine gute Allgemeinbildung, und wer mehr findet ist eine chronische Nervensäge.

Written by Heiko C. in: Politisches,Rechtsfreier Raum der Woche | Schlagwörter:

6 Comments »

  • […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Ralph Angenendt, Heiko C. erwähnt. Heiko C. sagte: Und der 18. #rechtsfreierraum der Woche geht an: Hans-Peter Uhl von der #CSU! http://tinyurl.com/ykj3erw #freierraum […]

    Pingback | 9. November 2009
  • order_by_rand

    Nur mittelmäßige Allgemeinbildung – aber L*e*rche war’s – und was machen die Inseleulen bloss für seltsame Geräusche?

    Comment | 11. November 2009
  • Heiko C.

    Stimmt soweit, auch die Eulen im – wo spielt Romeo und Julia? Florenz? – Italien der Renaissance haben nicht krawehlt sondern wohl eher schuchuht, und Lärchen machen keine Geräusche, die man mit dem Gesang einer Nachtigall verwechseln könnte. Fragt sich, ob jemand den dritten Fehler entdeckt?! 🙂 Shakespearekenner vor!

    Comment | 11. November 2009
  • order_by_rand

    Ah *stirnhau* – nächtliche Erleuchtung. Trieben es die beiden nicht in Julias Zimmer, also bei Capulets daheim? Nein, sie taten es überhaupt nicht – zumindest nicht dort. Julia->Balkon, Romeo->Garten.

    Comment | 12. November 2009
  • Heiko C.

    Ja, genau. Egal was sie taten, sie machten es bei Carpuletts daheim, und nicht bei Montagues. Und was sie taten ist wohl ganz schwere Interpretationssache. Ich glaub irgendwie nicht, dass die beiden die ganze Nacht – eine auf’m Balkon, einer im Garten – da stehen und quatschen.
    Das wird wohl auch Shakespeare anders gemeint haben. 😉

    Comment | 12. November 2009
  • […] Herr Uhl natürlich. Der hat zwar schon den 18. RRW gewonnen, aber der war ja im November, also wird er hier nochmal nominiert. Für sein […]

    Pingback | 11. Dezember 2009

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