Nov
02
2009

Der Rechtsfreie Raum der Woche XVII.

Denkbar knapp fiel die Entscheidung in dieser Woche aus. Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde der Rechtsfreie Raum an diesem Montag dem 2.11.2009 entschieden, und zwar zugunsten der Frauenzeitschrift „Emma“.

Die „Emma“ fiel ja in Netzpolitischen Kreisen schonmal so ein wenig aus dem links-humanistischen Rahmen, als sie mal eben so die Unterzeichner der Onlinepetition gegen Internetsperren als „Internetfreaks“ beschimpfte, die nur ihr „goldenes Kalb“ beschützen wollen, und keine Alternivvorschläge zu den Netzsperren bringen.
Eine m. E. nach sehr gut gelungene Reaktion auf diesen Artikel kann man hier bei Computerbilly nachlesen.
Schon damals schwadronierte da eine anonyme Autorin (oder gar ein Autor?! Herr Wefing, waren Sie es?) von der „rechtsfreien Zone“ Internet, nur dass ich damals den RRW noch nicht verliehen habe.

Dieses Mal nun hat die EMMA eine zweite Chance bekommen – bzw. sich diese aktiv erarbeitet – und auch glatt verwandelt. Applaus!
Wenn die EMMA die Piratenpartei zum Pascha des Monats machen möchte, so darf sie das gerne.
Wenn sie bei der Begründung dafür jedoch auf halbgare Verschwörungstheorien und sexistische Klischees zurückgreifen muss, ist das einfach nur peinlich.
Und wenn sie dann auch noch diese Phrase benutzt, wird sie für den RRW nominiert. Und gewinnt dann auch noch.

Gratulation!

11 Comments »

  • […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Heiko C., Jens Maier erwähnt. Jens Maier sagte: @impactsuspect Hups. Hab´ vergessen abzustimmen. Der Cartoon ist gelungen: http://tinyurl.com/ybwk4jd #piraten #zensursula #freierraum […]

    Pingback | 2. November 2009
  • Jan Dark

    Emma ist seiner sexistischen und internetfeindlichlichen Tradition treu geblieben. 1992 stellte Emma die Hypothese auf,dass das Internet nur dazu da sei, Professoren an Hochschulen kostenlos bunte Bilder von nackten Frauen zu besorgen, damit sie Onaniervorlagen haben.

    Merke: wer sich wie Emma über den Schwanz definiert, kommt wenigstens ab und zu mal ind ie Medien. Sex sells. :-)) Was tut die arme, alte Emma nicht alles für den Umsatz!

    Comment | 2. November 2009
  • „Ihrer“ Tradition, wenn schon. (Sorry, aber dieser Fehler häuft sich, auch im TV und er regt mich auf. So schwer ist das doch nicht. Ist nix Persönliches.)

    Und mit der Onanievorlage lag Emma immerhin ziemlich richtig. Pornografie war und ist Hauptantrieb für die Entwicklung des Netzes. Das ist doch Internet-Allgemeinwissen. Müssen wir nicht wegreden, heißt auch nicht, dass es der ausschließliche Zweck des Netzes ist.

    Und das heißt auch nicht, dass sie sich mit dem Piratenbashing einen Gefallen tun. Da haben sie zuviel Potential für angebrachte Kritik verschenkt, indem sie unhaltbare Anschuldigungen vorbrachten bzw. mit Zahlen unterfütterten, die unseriös sind.

    Comment | 3. November 2009
  • Jan Dark

    „Das“ Emma. Das Ding ist sächlich und keine weibliche Person, wenn es um das Organ von Frau Schwarzer geht 😉
    Du solltest nicht so viel TV sehen.

    „Und mit der Onanievorlage lag Emma immerhin ziemlich richtig. Pornografie war und ist Hauptantrieb für die Entwicklung des Netzes.“

    Und diese brilliante Erkenntnis hat dann Emma 2002 erwogen, uach ins Internet zu gehen, nachdem man 1992 erreicht hatte, dass an deutschen Universitäten Usent-Gruppen zensiert wurden und Gruppen, die „sex“ im Namen hatten auf Betreiben von Emma zensiert wurden, so dass Frauen dort nicht mehr über die Nebenwirkungen von Östrogenen auf die Libido diskutieren durften. Das ging Emma zu weit. Das dürfen die nur im Kampforgan von Frau Schwarzer 🙂 Zensur zur Marktbereinigung. Heiliges Blechle.

    Emma war noch nie seriös. Das sind schwanzfixierte selten. Die Brutalität, mit der Emma gegen Frauen kämpfte, die Schwierigkeiten mit der Pille hatten, war schon beachtlich.

    Comment | 3. November 2009
  • Heiko C.

    Sagst du dann auch „das Spiegel“ und „das Taz“?

    Comment | 3. November 2009
  • Jan Dark

    Bei Spiegel und taz ist das Geschlecht nebensächlich, da ist das völlig egal. Emma dagegen definiert seine ganze Exeistenzberechtigung sexistisch, da muss man fein aufpassen, dass man da sachlich bleibt: das Emma.

    Wo Du gerade taz sagst: ich habe Jack Wolfskin, die sich Fußabdrücke von Tieren als alleinige Marke schützen wollen und gegen andere Verwender von natürlichen Ereignissen gerichtlich vorgegangen sind (wie der taz), geschrieben, dass ich garantiert von denen nichts mehr kaufen werde, da mich dieses Vorgehen zutiefst anwidert. Wie auch Schmarotzer, die sich menschliche Gene patentieren lassen, die sie nicht erfunden haben. Stell Dir vor, Emma lässt sich Abbilder männlicher Penisse als Marke schützen, weil sie sich ausschließlich darüber deifinieren!

    Comment | 3. November 2009
  • Heiko C.

    In der Sache sind unsere Meinungen ja ähnlich gelagert, aber dass du jetzt unbedingt sachlich argumentieren möchtest, der Eindruck entsteht bei mir da ehrlich gesagt nicht. Deine Schreibe klingt eher fuchsteufelswild, wenn mir der Ausdruck gestattet ist. Dass EMMA eine Agenda verfolgt ist offensichtlich, wer, ob Frau oder Mann, die allen erstes gut finden soll, frage ich mich auch, aber dass die sich jetzt über Penisse definieren, finde ich eine gewagte Aussage. Mir scheinen die eher für eine Welt kämpfen zu wollen, in der „keine Penisse mehr nötig sind“.

    Comment | 3. November 2009
  • Jan Dark

    Emma definiert sich nur über Sex. Das haben sie schon immer getan, um auf Auflage zu kommen. Sie haben schon 1992 so einen schrillen Ton wie UvdL an den Tag gelegt. Und was hat es gebracht: die Penisneiderinnen hatten ihre geheuchelte Empörung und ihre Medienbandbreite, aber 2022 haben sie sich dann zähneknirschend auch in diese perverse Netz begeben, wo nur Triebtäter Steuergelder verheizen. Aber da wollte Emma dann 2002 auch nicht mehr außen vor bleiben. Konsequenz ist was anderes. Mir scheint es eher, die sind nur unendlich langsam und übermäßig hysterisch. In Emma-Terminologie bedeutet der 2002er Webauftritt, dass Emma dann auch von den Steuergeldern schmarotzen wollte, um ihre Kampfpostille kostenlos an Universitätsprofessoren zu bringen, wofür die sonst keinen Cent ausgeben würden. Lächerlich.

    Das Theater von 1992 einer dahin siechenden, bedeutungslosen Zeitung (Oder hast Du die etwa mal gelesen oder gar gekauft?) kann man heute noch nachlesen:
    http://www.toppoint.de/~stenner/emma.html

    Das gleiche Strickmuster, um Auflage zu steigern. UvdL hat auch die Hitlisten bei den Blondenfreunden erstürmt, aber Gesundheitsministerin durfte sie trotz oder wegen ihrer hysterischen und rechtswidrigen Übergriffe auf das Internet auch nicht werden. Der Bundespräsident schämt sich gar, seine Unterschrift unter das Drecksgesetz zu setzen, um seine Regierung nicht in Verlegenheit bringen zu müssen, ein rechtskräftiges Gesetz nicht anwenden zu wollen. Frei herumlaufende Irre, blonde.

    Comment | 4. November 2009
  • Heiko C.

    Emma lesen? Nur die Artikel die Google mir raussucht, in denen die diese Phrase verwenden. Sonst wären mir solche Sachen wohl schon eher aufgefallen, wenn das wirklich schon seit mehr als einem Jahrzehnt so geht.
    Geld dafür bezahlen die Emma zu lesen? Wohl eher nicht. Schon gar nicht jetzt, wo Kai Dieckmann sich eingekauft hat. Ich kauf ja auch die Bild nicht.

    Es scheint fast so, als ginge es EMMA darum den „Geschlechterkampf“ möglichst lange dauern zu lassen, um an den Lesern EMMAs zu verdienen. Ein wenig wie der immerwährende Krieg in 1984, den keine der drei Seiten je gewinnen kann.

    Comment | 4. November 2009
  • Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by impactsuspect: Und der 17. #rechtsfreierraum der Woche geht an die #EMMA http://tinyurl.com/ybwk4jd #piraten #zensursula #freierraum…

    Trackback | 4. November 2009
  • Heiko C.

    @Jan Dark: Dank deinem Kommentar ist mein Blog jetzt der dritte Hit bei Google für „Onaniervorlagen gratis“. Ein hohes Googleranking ist zwar schön, allerdings… Ähm… ich weiß ja nicht…

    Comment | 20. November 2009

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