Sep
29
2009

Was erlaube SPD?

Eigentlich hat man es der Führungsriege der SPD recht einfach gemacht. Bei so ziemlich jedem Interview nach der Wahl wurden Steinmeier oder Münte – wer von beiden auch immer grad sein Gesicht in die Kameras hielt – immer auf die Agenda 2010 angesprochen, und die Rente mit 67, und ob diese beiden Dinge nicht eventuell mit der Halbierung der SPD-Wählerschaft über die letzten 10 Jahre zusammenhängen könnten.
Anstatt einfach zu sagen: „Ja, daran liegt es wohl… Als Anwalt des kleinen Mannes werden wir wohl nicht mehr wahrgenommen!“, wird da entrüstet geschnaubt und mit der Aussage gekontert, dass absolut nichts falsch an Agenda 2010 und Rente mit 67 wäre, und das man alles nochmal genau so machen würde. War halt nötig.
Ich meine, es wissen ja nicht nur die Wähler und die Reporter, woran es lag. Sogar die eigene Basis und der linke Flügel der Partei (sofern nicht schon in der Linkspartei) könnten die hohen Herren drüber informieren, dass Agenda 2010 und Rente mit 67 (neben anderen Dingen wie den Netzsperren und der Vorratsdatenspeicherung) wohl schuld an dem Wahldebakel sind.
Aber die Herren Münte und Steinmeier wollen trotzdem weiter machen wie bisher, anstatt die SPD wieder zu einer Alternative zur CDU zu machen.
Momentan ist sie nämlich keine. Momentan ist sie ein rot angemalter Zwilling.

Jetzt den (persönlich zweifellos sehr sympathischen) Steinmeier, der alles personifiziert, was die Wähler von der SPD vertrieb, mit großer Mehrheit zum Chef zu machen, ist ein wenig, als würde ein Totkranker, der gerade von der Chemotherapie kommt, seinen Tumor bitten, den Wagen nach hause zu lenken.
Ich versteh es nicht.

Und Leute die von „Wiedervereinigung“ von SPD und Linkspartei reden… ist das daraus entstehende Konstrukt nicht für große Teile der Stammwählerschaft beider Einzelparteien unwählbar? Ich halte das nicht für eine Lösung.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches | Schlagwörter: ,

1 Kommentar »

  • Mein Vorschlag: Sollen SPD und CDU, die sich so ähnlich geworden sind doch einfach fusionieren. Da hätten wir wieder eine „Volks“partei.

    Comment | 30. September 2009

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