Aug
22
2009

Wahl zum IX. Rechtsfreien Raum der Woche

Da noch mein Ziel nicht erreicht ist diese Phrase endgültig aus dem Deutschen Sprachgebrauch zu streichen, weil es allen einfach zu peinlich ist, sie zu benutzen, muss ich auch diese Woche wieder einen Rechtsfreien Raum verleihen.

Trotz der ganzen Rufe von Unken die Hiob heißen, gibt es auch kritische Beiträge von Autoren, die diese Phrase ebensowenig leiden können wie ich.
Seit dem ersten RRW war aber keiner dieser kritischen Beiträge mehr nominiert, daher möchte ich jetzt die Gelegenheit ergreifen auf einen zustimmungswürdigen Blogpost hinzuweisen, der auch die erste Nominierung dieser Woche sein soll.
Der besagte Artikel findet sich bei www.malte-welding.com und heißt „Der rechtsfreie Raum“. Wenn ihr für diesen Beitrag stimmt, dann weil ihr ihn besser gut findet, als ihr die Absonderungen der anderen Nominierten schlechter schrecklich findet. 😉

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Dann fürchte ich, wird es schon ein wenig repetativ. Zum einen zieht Zensursula bei einer Wahlkampfveranstaltung vom Leder, allerdings sagt sie nichts wirklich neues, sondern wiederholt nur noch mal zielgruppengerecht, was sie schon seit November letzten Jahres sagt, und was schon x-mal widerlegt wurde.

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Auch der liebe Herr Güldner von den Bremer Grünen, legt diese Woche noch einmal nach. Er versucht sich rauszureden, dass sein Kommentar in der Welt, der ihm schon einmal den RRW eingebracht hat, provokativ gemeint gewesen sei.
Schön wenn man provozieren will, aber wenn ein solcher (fiktiver) jemand beispielsweise „Ihr seid doch alle kriminelle Kinderficker, ihr anarchistischen Arschlöcher!“ sagt, dann provoziert er auch, gewinnt aber sich weder Freunde noch Wähler.
Die aktuellen Worte von Herrn Güldner klingen deutlich weniger kampfeslustig als der Kommentar in der Welt, sondern eher etwas kleinlaut. Trotzdem benutzt er diese Phrase, also gibt es auch wieder eine Nominierung.

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Derweil wurde auch im Ausland fleißig Bullshit-Bingo gespielt: In der Schweiz zum Beispiel. Dort scheint ein gewisser Frank A. Meyer zu glauben, dass das Internet nicht nur ein rechtsfreier Raum sei, sondern diesen erst geschaffen hat. Auch ist er der Meinung, dass das Internet schuld sei an der Weltwirtschaftskrise, meint, illegale Downloads seien im Netz legal und einigen Humbug mehr. Aber lest selbst:

Das Internet hat die Welt auf das Format eines Laptop-Bildschirms reduziert. Das Globalisierungsmedium par excellence hat aber auch neue Räume eröffnet – rechtsfreie Räume. […] Die schöne neue Laptop-Welt befreite die Finanz­wirtschaft von Recht und Gesetz.

Alles kann, alles darf heruntergeladen werden. Gratis. Die Enteignung der Kulturschaffenden durch Google und Konsorten ist schon fast vollendete Tatsache. […] Für geistiges Eigentum gilt nicht mehr, was bisher galt: Dass Produkte zwischen Buch­deckeln oder auf Compact Disc bezahlt werden müssen.

Ich meine, hier ist das nicht so. Ist das vielleicht in der Schweiz so? Gibt es da kein Urheberrecht? Aber wer „Compact Disk“ tatsächlich ausschreibt, den kann ich sowieso bei solchen Themen nicht ernst nehmen. Vermutlich sagt der auch „Diskotheque“ oder „Automobil“ …
Na ja, genug aus der Schweiz.

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Dann gibt es in Deutschland wieder eine Nominierung. Und zwar anonymerweise an den Expertenworkshop des Wirtschaftsministeriums.
Von denen findet man in diesem Papier unter anderem diese Sätze:

Die Überlastung der Just iz in diesen Fragen dürfe nicht dazu führen zu glauben, dass man sich nunmehr in einem „ rechtsfreien Raum“ befände

Auch besprochen im Petitionsforum.

So, wer soll jetzt den großen Preis gewinnen? Bitte hier einen Kommentar mit dem Wunschkandidaten posten, oder wie immer im Petitionsforum abstimmen.

Die Abstimmung läuft bis Montag sechs Uhr abends.

Written by Heiko C. in: Rechtsfreier Raum der Woche | Schlagwörter:

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