Impactsuspect » Verleihung des 5. Rechtsfreien Raumes der Woche
Jul
27
2009

Verleihung des 5. Rechtsfreien Raumes der Woche

Mit einer deutlichen Mehrheit von 46,15% setzt sich Brigitte Zypries gegen ihre Mitnominierten durch, und ist somit die offizielle Preisträgerin des ersten Rechtsfreien Raumes der Woche, über dessen Gewinner öffentlich abgestimmt wurde. Dieter Schütz belegt mit etwa 30% den zweiten Platz, Frau von der Leyen folgt mit etwa 20% auf Platz 3 und zeigt damit, dass es eben nicht reicht ständig wirr zu reden und dabei hin- und wieder diese Phrase einzubauen.


trophy by ~serjig007 on deviantART

Brigitte Zypries hat, wie vor ihr schon Heinrich Wefing, die frohe Kunde dieser Phrase wagemutig in unser südliches Nachbarland mit den Ösis getragen, und sich somit wirklich noch einmal um den Erhalt dieser Phrase verdient gemacht. Wenn die nicht nur abgeschrieben haben, äußerte sie sich nämlich bei Kathweb einer katholischen Nachrichtenseite für religiöse Menschen, die außerdem katholisch sind. Dort wird sie wie folgt zitiert:

Nachdrücklich wandte sich die Ministerin gegen die Vorstellung, das Internet sei ein „rechtsfreier Raum“. Zugleich wies sie den Vorwurf der Zensur im Fall der Zugangssperren für kinderpornografische Inhalte zurück.

Man möchte Frau Zypries fast zustimmen, wenn man hört, wie sie sich gegen die Vorstellung wehrt, dass das Internet ein rechtsfreier Raum sei. Aber wer behauptet das eigentlich? Hauptsächlich doch Parteigenossen und Koalitionspartner, oder? Irgendwie schon seltsam, wenn die freiheitsliebende Brigitte allein im schwarz-roten Meer der Ignoranz stehen sollte. Vielleicht sollte sie zu den Grünen wechseln? Bei den Grünen herrscht ja immerhin kein Fraktionszwang, da kann man sich auch enthalten, wenn man keine Ahnung hat, worum es eigentlich geht. Da kann sie dann das nächste Mal auf die Frage „Welche Browser kennen Sie?“ einfach mit „Ich enthalte mich einer Antwort aus Gewissensgründen!“ antworten.

„Was offline verboten ist, ist auch online verboten“, sagte die Ministerin. Das sei keine Zensur, „sondern eine simple Erkenntnis, die auch juristischen Laien verständlich sein sollte“. Zypries weiter: „Meine Freiheit, mein Recht endet auch im Internet dort, wo sie die Freiheit und das Recht von anderen verletzt“.

Auch hier klingen ihre Worte beihnahe einleuchtend, sie macht aber den Fehler die Gegenprobe zu vergessen: „Was offline erlaubt ist, ist auch online erlaubt.“ Trifft das zu? Nein. Trifft denn „Was offline verboten ist, ist auch online verboten.“ zu? Auch nicht, da zum Beispiel LKA und BKA online viel weitreichendere Befugnisse haben als offline. Warum weiß Freedom-Biggi das nicht?

Diese und viele andere kleine Merkwürdigkeiten in dem Text auf Kathweb haben dazu geführt, dass beihnahe die Hälfte aller an der Abstimmung beteiligten Brigitte Zypries für eine würdige Preisträgerin des RRW hält. Applaues!

Wer es noch nicht kennt:

Written by Heiko C. in: Rechtsfreier Raum der Woche | Schlagwörter:

2 Comments »

  • Schade, Dieter Schütz hätte ihn auch verdient, hat er uns doch klar gemacht, daß „im Internet anarchische Zustände herrschen, sämtliche Anstandsregeln über Bord geworfen werden“ und „Gewaltvideos, Kinderpornos und die persönliche Herabwürdigung einzelner Menschen“ eine Selbstverständlichkeit sind.
    Und mit Zensur wie in China haben die Errichtung von Zensurinfrastruktur und die ganzen Regulierungsforderungen natürlich rein gar nichts zu tun.

    Kathweb hat übrigens wirklich nur das Interview von Zypries gegenüber der WELT wiedergegeben, das wortgleich auch in der Berliner Morgenpost erschienen war.

    Comment | 27. Juli 2009
  • Heiko C.

    Hätte ich wieder alleine entschieden, dann hätte ich auch den Dieter Schütz gewählt. Aber na ja, der hat immerhin Platz 2.

    Stand im Welt-Interview auch der „rechtsfreie Raum“?

    Comment | 27. Juli 2009

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  • Schade, Dieter Schütz hätte ihn auch verdient, hat er uns doch klar gemacht, daß „im Internet anarchische Zustände herrschen, sämtliche Anstandsregeln über Bord geworfen werden“ und „Gewaltvideos, Kinderpornos und die persönliche Herabwürdigung einzelner Menschen“ eine Selbstverständlichkeit sind.
    Und mit Zensur wie in China haben die Errichtung von Zensurinfrastruktur und die ganzen Regulierungsforderungen natürlich rein gar nichts zu tun.

    Kathweb hat übrigens wirklich nur das Interview von Zypries gegenüber der WELT wiedergegeben, das wortgleich auch in der Berliner Morgenpost erschienen war.

    Comment | 27. Juli 2009
  • Heiko C.

    Hätte ich wieder alleine entschieden, dann hätte ich auch den Dieter Schütz gewählt. Aber na ja, der hat immerhin Platz 2.

    Stand im Welt-Interview auch der „rechtsfreie Raum“?

    Comment | 27. Juli 2009

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Mit einer deutlichen Mehrheit von 46,15% setzt sich Brigitte Zypries gegen ihre Mitnominierten durch, und ist somit die offizielle Preisträgerin des ersten Rechtsfreien Raumes der Woche, über dessen Gewinner öffentlich abgestimmt wurde. Dieter Schütz belegt mit etwa 30% den zweiten Platz, Frau von der Leyen folgt mit etwa 20% auf Platz 3 und zeigt damit, dass es eben nicht reicht ständig wirr zu reden und dabei hin- und wieder diese Phrase einzubauen.


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Brigitte Zypries hat, wie vor ihr schon Heinrich Wefing, die frohe Kunde dieser Phrase wagemutig in unser südliches Nachbarland mit den Ösis getragen, und sich somit wirklich noch einmal um den Erhalt dieser Phrase verdient gemacht. Wenn die nicht nur abgeschrieben haben, äußerte sie sich nämlich bei Kathweb einer katholischen Nachrichtenseite für religiöse Menschen, die außerdem katholisch sind. Dort wird sie wie folgt zitiert:

Nachdrücklich wandte sich die Ministerin gegen die Vorstellung, das Internet sei ein „rechtsfreier Raum“. Zugleich wies sie den Vorwurf der Zensur im Fall der Zugangssperren für kinderpornografische Inhalte zurück.

Man möchte Frau Zypries fast zustimmen, wenn man hört, wie sie sich gegen die Vorstellung wehrt, dass das Internet ein rechtsfreier Raum sei. Aber wer behauptet das eigentlich? Hauptsächlich doch Parteigenossen und Koalitionspartner, oder? Irgendwie schon seltsam, wenn die freiheitsliebende Brigitte allein im schwarz-roten Meer der Ignoranz stehen sollte. Vielleicht sollte sie zu den Grünen wechseln? Bei den Grünen herrscht ja immerhin kein Fraktionszwang, da kann man sich auch enthalten, wenn man keine Ahnung hat, worum es eigentlich geht. Da kann sie dann das nächste Mal auf die Frage „Welche Browser kennen Sie?“ einfach mit „Ich enthalte mich einer Antwort aus Gewissensgründen!“ antworten.

„Was offline verboten ist, ist auch online verboten“, sagte die Ministerin. Das sei keine Zensur, „sondern eine simple Erkenntnis, die auch juristischen Laien verständlich sein sollte“. Zypries weiter: „Meine Freiheit, mein Recht endet auch im Internet dort, wo sie die Freiheit und das Recht von anderen verletzt“.

Auch hier klingen ihre Worte beihnahe einleuchtend, sie macht aber den Fehler die Gegenprobe zu vergessen: „Was offline erlaubt ist, ist auch online erlaubt.“ Trifft das zu? Nein. Trifft denn „Was offline verboten ist, ist auch online verboten.“ zu? Auch nicht, da zum Beispiel LKA und BKA online viel weitreichendere Befugnisse haben als offline. Warum weiß Freedom-Biggi das nicht?

Diese und viele andere kleine Merkwürdigkeiten in dem Text auf Kathweb haben dazu geführt, dass beihnahe die Hälfte aller an der Abstimmung beteiligten Brigitte Zypries für eine würdige Preisträgerin des RRW hält. Applaues!

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