Impactsuspect » Weitere Nominierung zum 3. rechtsfreien Raum
Jul
08
2009

Weitere Nominierung zum 3. rechtsfreien Raum

Langsam scheint sich herauszukristallisieren, dass die Polizei allerorten gerne mal vermeindlich „rechtsfreie Räume“ findet, und stilllegt. So hatte ich in der letzten Woche schon über einen Sprecher der Polizei in Mannheim berichtet, der feststellte, dass ein Theater kein rechtsfreier Raum sei.
Diese Woche hat die Polizei in Espasingen im südlichsten Baden-Würtemberg mit Hilfe Reinhard Wildes, des Leiters des Referats Recht der Erzdiözese Freiburg festgestellt, dass auch eine Kirche kein rechtsfreier Raum sei.
Offenbar hatte ein betrunkener Fahrer in Espasingen Kirchenasyl gesucht, dies wurde ihm jedoch verwehrt, und er wurde nach einer anscheinend kinoreifen Verfolgungsjagd festgenommen.

Der betreffende Absatz in einem Artikel auf den Seiten des Südkuriers liest sich so:

Dass die Festnahme in der Kirche stattfand, stellt für Dienstgruppenleiter Gerhard Waibel kein rechtliches Problem dar. Bei einer Verfolgung auf frischer Tat sei die Kirche wie ein anderes, ein öffentliches Gebäude zu betrachten. Dies bestätigt auch Reinhard Wilde, Leiter des Referats Recht der Erzdiözese Freiburg: „Als Schutzraum für einen Verkehrssünder kann die Kirche nicht dienen“, so Wilde. Auch wenn der Würde des Ortes Rechnung getragen werden müsse, so sei die Kirche doch kein rechtsfreier Raum.

Eine seltsame Aussage für einen Geistlichen. Gilt das Kirchenasyl – wenn es denn gilt – nicht weil die Kirche ein höheres göttliches Recht für ihre Gotteshäuser propagiert? Hier hört es sich so an, als bedeute die Gewährung von Kirchenasyl die Ausschaltung jedweden Rechts. Und sowas von einem Katholiken…

Ich bin mir nicht ganz im klaren, an wen die Nominierung jetzt gehen soll, aber ich denke ich verpasse sie Herrn Wilde. Immerhin kam er mit der Phrase, die sich mittlerweile scheinbar in jeder noch so entfernten Ecke Deutschlands findet.

Written by Heiko C. in: Rechtsfreier Raum der Woche | Schlagwörter:

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Langsam scheint sich herauszukristallisieren, dass die Polizei allerorten gerne mal vermeindlich „rechtsfreie Räume“ findet, und stilllegt. So hatte ich in der letzten Woche schon über einen Sprecher der Polizei in Mannheim berichtet, der feststellte, dass ein Theater kein rechtsfreier Raum sei.
Diese Woche hat die Polizei in Espasingen im südlichsten Baden-Würtemberg mit Hilfe Reinhard Wildes, des Leiters des Referats Recht der Erzdiözese Freiburg festgestellt, dass auch eine Kirche kein rechtsfreier Raum sei.
Offenbar hatte ein betrunkener Fahrer in Espasingen Kirchenasyl gesucht, dies wurde ihm jedoch verwehrt, und er wurde nach einer anscheinend kinoreifen Verfolgungsjagd festgenommen.

Der betreffende Absatz in einem Artikel auf den Seiten des Südkuriers liest sich so:

Dass die Festnahme in der Kirche stattfand, stellt für Dienstgruppenleiter Gerhard Waibel kein rechtliches Problem dar. Bei einer Verfolgung auf frischer Tat sei die Kirche wie ein anderes, ein öffentliches Gebäude zu betrachten. Dies bestätigt auch Reinhard Wilde, Leiter des Referats Recht der Erzdiözese Freiburg: „Als Schutzraum für einen Verkehrssünder kann die Kirche nicht dienen“, so Wilde. Auch wenn der Würde des Ortes Rechnung getragen werden müsse, so sei die Kirche doch kein rechtsfreier Raum.

Eine seltsame Aussage für einen Geistlichen. Gilt das Kirchenasyl – wenn es denn gilt – nicht weil die Kirche ein höheres göttliches Recht für ihre Gotteshäuser propagiert? Hier hört es sich so an, als bedeute die Gewährung von Kirchenasyl die Ausschaltung jedweden Rechts. Und sowas von einem Katholiken…

Ich bin mir nicht ganz im klaren, an wen die Nominierung jetzt gehen soll, aber ich denke ich verpasse sie Herrn Wilde. Immerhin kam er mit der Phrase, die sich mittlerweile scheinbar in jeder noch so entfernten Ecke Deutschlands findet.

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