Impactsuspect » Was krümmelts Vattenfall?
Jul
06
2009

Was krümmelts Vattenfall?

2 Jahre war das Atomkraftwerk Krümmel aufgrund einer nicht enden wollenden Pannenserie 2007 vom Netz. Dieses Jahr wurde Krümmel dann rundüberholt und mit Gütesiegel wieder angeknipst, nur damit es in den ersten zwei Wochen wieder Pannen hagelt, und der Reaktor vorgestern wieder abgeschaltet werden muss.

Mittlerweile sind sich die Grünen, Greenpeace und seltsamer weise auch die Financial Times Deutschland einigermaßen einig, dass das skandalös ist, und man das Kraftwerk besser ganz abschaltet.

Gut FTD meint, dass man auch alte AKWs sicher machen kann, da werden wohl weder die Grünen noch Greenpeace zustimmen, aber der FTD-Artikel ist trotzdem klasse.

Verfolgt man die Ereignisse des Wochenendes, könnte man meinen, der Energiekonzern Vattenfall habe sich zu aktiver Wahlkampfhilfe für die Grünen entschlossen.

Wenn man bedenkt wie klimafreundlich die Energiekonzerne alle immer tun, eigentlich logisch, dass sie jetzt für die Grünen Wahlkampf machen. Auch RWE macht ja hier oben in Nordfriesland, in Ostholstein und im Oderbruch aktiven Wahlkampf für die Grünen.

Ob’s hilft ist eine andere Frage. Wenn aber irgendwann Bauer Hans-Peter So-und-so-sen, 83 Jahre alt, im Schützenverein und Jäger, irgendwann seine geliebte CDU nicht mehr wählen will, dann kann sich die Union schon mal warme Sachen besorgen, denn dann weht auch ein ganz kalter Wind durch den Arbeitsvertrag der Kanzlerin.

Aber ich schweife ja schon wieder ab. Außerdem ist das wohl Wunschdenken.

AKWs sind nicht sicher. Das zeigt alleine schon diese nette Liste bei eXtra3. Und auch wenn die FTD den von Rot/Grün initiierten Atomausstieg für das Alter der AKWs verantwortlich macht: Hieß es damals in der Debatte um den Ausstieg nicht, dass Deutschland die sichersten Reaktoren in der ganzen Welt hätte? Die sind aber echt schnell alt geworden.

Was ich bei der ganzen Diskussion um CCS und Atomstrom nicht verstehe, ist dass es immer noch Menschen gibt, die Windkraft, Geothermie und Gezeitenkraft nicht für die logischen Alternativen halten.
Da kommen Argumente wie „Ja, bei den vielen Windrädern… die bremsen doch die Windgeschwindigkeit… da weiß man doch noch gar nicht, wie die das Klima beeinflussen!“ oder „Und wenn der Wind weg ist, geht’s Licht aus!“
Da kann ich dann nur sagen: Unsere Atmosphäre ist einige Kilometer hoch. Die Windräder beeinflussen die Windgeschwindigkeit wohl eher nicht. Es ist ja nicht so, dass es eine beschränkte „Anzahl Wind“ gäbe, oder so. Was für eine ausgesprochen absurde Idee.
Und wenn der Wind halt mal nicht weht – was hier oben sowieso selten genug passiert – dann geothermt die Erde immer noch vor sich hin, und auch auf die Gezeiten kann man sich verlassen.
Erneuerbare Energien können sich gegenseitig ergänzen, wenn sie dezentral vernetzt sind. Das hat in Feldversuchen schon prima geklappt. Wir brauchen also gar keine neuen Atom- oder Kohledreckschleudergrundkraftwerke.

Aber wenn nach der Wahl tatsächlich Schwarz-Gelb ans Ruder kommen, dann gibts das wohl erst einmal nicht, sondern dann gehen wir mit Senioren-AKWs und ach so sauberen Kohlekraftwerken hustend einer strahlenden Zukunft entgegen. Prost!

2 Comments »

  • Birger

    Moin.

    Ähm … diese Argumente mit den Wind bremsen gibt es wirklich? Wo kommen die Argumente her? Aus dem Mutterleib einer im 6. Monat schwangeren Frau? Weil jedes Kind weiß gewiß schon, daß der Wind da nicht gebremst wird. Was für Hohlköpfe bringen solche Arguemnte??
    Da würde ich das Argument „Das Land wird eh bald unter Wasser sein“ schon eher verstehen, aber auch das läßt sich verhindern, um hier die Windkraft noch zu nutzen, die nun wirklich sehr viel Sinn macht. Kostet vielleicht Arbeitsplätze, aber die können ruhig drauf gehen, für eine regenerierte Umwelt!

    Mit lieben Gruß
    Birger

    Comment | 8. Juli 2009
  • […] Herr Öttinger von der CSU – moment nein, der ist sogar von der CDU, vom drohenden Supergau namens Krümmel als “Kraftwerk mit […]

    Pingback | 11. Juli 2009

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  • Birger

    Moin.

    Ähm … diese Argumente mit den Wind bremsen gibt es wirklich? Wo kommen die Argumente her? Aus dem Mutterleib einer im 6. Monat schwangeren Frau? Weil jedes Kind weiß gewiß schon, daß der Wind da nicht gebremst wird. Was für Hohlköpfe bringen solche Arguemnte??
    Da würde ich das Argument „Das Land wird eh bald unter Wasser sein“ schon eher verstehen, aber auch das läßt sich verhindern, um hier die Windkraft noch zu nutzen, die nun wirklich sehr viel Sinn macht. Kostet vielleicht Arbeitsplätze, aber die können ruhig drauf gehen, für eine regenerierte Umwelt!

    Mit lieben Gruß
    Birger

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Was krümmelts Vattenfall?

2 Jahre war das Atomkraftwerk Krümmel aufgrund einer nicht enden wollenden Pannenserie 2007 vom Netz. Dieses Jahr wurde Krümmel dann rundüberholt und mit Gütesiegel wieder angeknipst, nur damit es in den ersten zwei Wochen wieder Pannen hagelt, und der Reaktor vorgestern wieder abgeschaltet werden muss.

Mittlerweile sind sich die Grünen, Greenpeace und seltsamer weise auch die Financial Times Deutschland einigermaßen einig, dass das skandalös ist, und man das Kraftwerk besser ganz abschaltet.

Gut FTD meint, dass man auch alte AKWs sicher machen kann, da werden wohl weder die Grünen noch Greenpeace zustimmen, aber der FTD-Artikel ist trotzdem klasse.

Verfolgt man die Ereignisse des Wochenendes, könnte man meinen, der Energiekonzern Vattenfall habe sich zu aktiver Wahlkampfhilfe für die Grünen entschlossen.

Wenn man bedenkt wie klimafreundlich die Energiekonzerne alle immer tun, eigentlich logisch, dass sie jetzt für die Grünen Wahlkampf machen. Auch RWE macht ja hier oben in Nordfriesland, in Ostholstein und im Oderbruch aktiven Wahlkampf für die Grünen.

Ob’s hilft ist eine andere Frage. Wenn aber irgendwann Bauer Hans-Peter So-und-so-sen, 83 Jahre alt, im Schützenverein und Jäger, irgendwann seine geliebte CDU nicht mehr wählen will, dann kann sich die Union schon mal warme Sachen besorgen, denn dann weht auch ein ganz kalter Wind durch den Arbeitsvertrag der Kanzlerin.

Aber ich schweife ja schon wieder ab. Außerdem ist das wohl Wunschdenken.

AKWs sind nicht sicher. Das zeigt alleine schon diese nette Liste bei eXtra3. Und auch wenn die FTD den von Rot/Grün initiierten Atomausstieg für das Alter der AKWs verantwortlich macht: Hieß es damals in der Debatte um den Ausstieg nicht, dass Deutschland die sichersten Reaktoren in der ganzen Welt hätte? Die sind aber echt schnell alt geworden.

Was ich bei der ganzen Diskussion um CCS und Atomstrom nicht verstehe, ist dass es immer noch Menschen gibt, die Windkraft, Geothermie und Gezeitenkraft nicht für die logischen Alternativen halten.
Da kommen Argumente wie „Ja, bei den vielen Windrädern… die bremsen doch die Windgeschwindigkeit… da weiß man doch noch gar nicht, wie die das Klima beeinflussen!“ oder „Und wenn der Wind weg ist, geht’s Licht aus!“
Da kann ich dann nur sagen: Unsere Atmosphäre ist einige Kilometer hoch. Die Windräder beeinflussen die Windgeschwindigkeit wohl eher nicht. Es ist ja nicht so, dass es eine beschränkte „Anzahl Wind“ gäbe, oder so. Was für eine ausgesprochen absurde Idee.
Und wenn der Wind halt mal nicht weht – was hier oben sowieso selten genug passiert – dann geothermt die Erde immer noch vor sich hin, und auch auf die Gezeiten kann man sich verlassen.
Erneuerbare Energien können sich gegenseitig ergänzen, wenn sie dezentral vernetzt sind. Das hat in Feldversuchen schon prima geklappt. Wir brauchen also gar keine neuen Atom- oder Kohledreckschleudergrundkraftwerke.

Aber wenn nach der Wahl tatsächlich Schwarz-Gelb ans Ruder kommen, dann gibts das wohl erst einmal nicht, sondern dann gehen wir mit Senioren-AKWs und ach so sauberen Kohlekraftwerken hustend einer strahlenden Zukunft entgegen. Prost!

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