Impactsuspect » Am Rande rechtsfrei…
Jul
03
2009

Am Rande rechtsfrei…

Abgeordnetenwatch ist eine Goldgrube, wenn man nach dieser Phrase sucht. Einige sind bei der Verbreitung dieser Phrase fleißiger als andere.
Klaas Hübner von der SPD benutzt diese Phrase 8 in Tagen 2 mal.
Zuletzt heute.

Da fragt man sich ein wenig, ob die ihren eigenen Kram gar nicht nochmal lesen, oder einfach nur Satzbingo spielen.

Aber einfach nur mit dieser Phrase herumspammen ist weder einfallsreich noch heutzutage bemerkenswert (leider). Daher keine Nominierung.

Noch mehr von der SPD:
Bei Frau Marianne Schieder auf Abgeordnetenwatch. Sie hat diese Phrase das letzte mal am 29.06.09 benutzt:

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, auch wenn das viele gerne hätten. Schon lange ist dieses Medium mehr als eine reine Kommunikationsplattform. So wird zum Beispiel im Verbraucherschutz immer wieder deutlich, dass es klare gesetzliche Rahmenbedingungen im Internet braucht, um Menschen vor Betrug zu schützen. Selbiges gilt umso mehr, wenn es um Straftaten geht, bei denen Kinder die Leidtragenden sind.

Wer hätte denn das gerne, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist? CDU und SPD, damit sie diesen Raum weiter mit blödsinnigen Gesetzen füllen können? Tja, Pustekuchen. Das Internet ist bereits voll mit Gesetzen, die wie im richtigen Leben ausreichen sollten um Menschen z. B. vor Betrug zu schützen. Dass die Internetsperren eher geeignet sind die bereits möglichigen Maßnahmen der Strafverfolgung eher zu behindern, sollte eigentlich auch jeder wissen, der sich jemals über die Startseite seines Internetexplorers hinaus ins Netz gewagt hat. Aber na ja… SPD, was erwarte ich eigentlich?

Heute schrieb Frau Schieder einen Beitrag als Antwort auf eine Frage von einem Herrn Gorges, und versuchte damit ihm wohl zu erklären, warum diese Zensursulasperren eine gute Idee sind. Unter anderem heißt es da:

Ich stelle nochmals klar, dass immer mehr Menschen das Internet nutzen. Damit steigt auch die Zahl der „Otto-Normal-Surfer“. Daher braucht es für das Internet zunehmend gesetzliche Regelungen, um gerade diejenigen zu schützen, die keine Freaks sind und alle technischen Möglichkeiten des Internets beherrschen.

Da mag einem gerne mal das Essen aus der Kauleiste fallen. Aber was wurden die Gegner des unsäglichen Sperrengesetzes nicht schon alles gerufen. Jugendbewegung, Anarchisten, Kommunisten, teilweise schwer Pädokriminelle, Menschen die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben und und und… Jetzt aber kommt endlich ans Tageslicht, was man wirklich über Leute denkt, die gerade mal intelligent genug sind, um ihre DNS-Einstellungen zu ändern. Ich bin ein bekennender DAU, und ich kann das trotzdem.
Frau Schieder hält mich daher scheinbar für einen „Freak“. Danke sehr!

Ich halte es für sehr gut möglich, dass sie diesen Ausdruck benutzt, weil sie ihn für den treffenden bei besagter „Jugendbewegung“ hält. Jugendsprache sollte man jedoch nur benutzen, wenn man sich damit auskennt. Und dann sollte man sich auch ständig auf dem laufenden halten, denn nichts ist älter als Jugendsprache von gestern, Hoschi!
Und nicht alle ITler sind 14. Und alle Internetnutzer schon gar nicht.

WIR SIND DIE OTTO-NORMAL-SURFER! ABER MAN KANN JA NOCH SO LAUT SCHREIEN, ES KOMMT JA NICHT AN!

Aber lassen wir uns von dem Gebrauch des Wortes „Freak“ nicht ablenken. Lesen wir den entscheidenden Satz noch einmal:

Daher braucht es für das Internet zunehmend gesetzliche Regelungen, um gerade diejenigen zu schützen, die keine Freaks sind

Also der Otto-Normal-Verbraucher muss gegen Kinderporno geschützt werden, die Freaks jedoch nicht? Weil die Freaks sowieso jeden Scheiß anklicken, und deshalb schon alles gesehen haben? Oder nimmt sie – quasi in Anlehnung zu den Äußerungen von von der Leyen und zu Guttenberg – einfach an, dass diese Freaks sowieso „zum Teil schwer pädokriminell“ sind? Oder können wir hier nur ein Beispiel dafür sehen, wie verschroben das Bild des Internets bei einigen Politikern doch sein muss?!
Was soll das heißen? Findet das nicht noch jemand wenigstens sehr unglücklich formuliert?

Aber auch hier keine Nominierung. Aber ich wollte eben mal drauf hinegwiesen haben.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Linguistisches,Politisches | Schlagwörter: ,

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Am Rande rechtsfrei…

Abgeordnetenwatch ist eine Goldgrube, wenn man nach dieser Phrase sucht. Einige sind bei der Verbreitung dieser Phrase fleißiger als andere.
Klaas Hübner von der SPD benutzt diese Phrase 8 in Tagen 2 mal.
Zuletzt heute.

Da fragt man sich ein wenig, ob die ihren eigenen Kram gar nicht nochmal lesen, oder einfach nur Satzbingo spielen.

Aber einfach nur mit dieser Phrase herumspammen ist weder einfallsreich noch heutzutage bemerkenswert (leider). Daher keine Nominierung.

Noch mehr von der SPD:
Bei Frau Marianne Schieder auf Abgeordnetenwatch. Sie hat diese Phrase das letzte mal am 29.06.09 benutzt:

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, auch wenn das viele gerne hätten. Schon lange ist dieses Medium mehr als eine reine Kommunikationsplattform. So wird zum Beispiel im Verbraucherschutz immer wieder deutlich, dass es klare gesetzliche Rahmenbedingungen im Internet braucht, um Menschen vor Betrug zu schützen. Selbiges gilt umso mehr, wenn es um Straftaten geht, bei denen Kinder die Leidtragenden sind.

Wer hätte denn das gerne, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist? CDU und SPD, damit sie diesen Raum weiter mit blödsinnigen Gesetzen füllen können? Tja, Pustekuchen. Das Internet ist bereits voll mit Gesetzen, die wie im richtigen Leben ausreichen sollten um Menschen z. B. vor Betrug zu schützen. Dass die Internetsperren eher geeignet sind die bereits möglichigen Maßnahmen der Strafverfolgung eher zu behindern, sollte eigentlich auch jeder wissen, der sich jemals über die Startseite seines Internetexplorers hinaus ins Netz gewagt hat. Aber na ja… SPD, was erwarte ich eigentlich?

Heute schrieb Frau Schieder einen Beitrag als Antwort auf eine Frage von einem Herrn Gorges, und versuchte damit ihm wohl zu erklären, warum diese Zensursulasperren eine gute Idee sind. Unter anderem heißt es da:

Ich stelle nochmals klar, dass immer mehr Menschen das Internet nutzen. Damit steigt auch die Zahl der „Otto-Normal-Surfer“. Daher braucht es für das Internet zunehmend gesetzliche Regelungen, um gerade diejenigen zu schützen, die keine Freaks sind und alle technischen Möglichkeiten des Internets beherrschen.

Da mag einem gerne mal das Essen aus der Kauleiste fallen. Aber was wurden die Gegner des unsäglichen Sperrengesetzes nicht schon alles gerufen. Jugendbewegung, Anarchisten, Kommunisten, teilweise schwer Pädokriminelle, Menschen die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben und und und… Jetzt aber kommt endlich ans Tageslicht, was man wirklich über Leute denkt, die gerade mal intelligent genug sind, um ihre DNS-Einstellungen zu ändern. Ich bin ein bekennender DAU, und ich kann das trotzdem.
Frau Schieder hält mich daher scheinbar für einen „Freak“. Danke sehr!

Ich halte es für sehr gut möglich, dass sie diesen Ausdruck benutzt, weil sie ihn für den treffenden bei besagter „Jugendbewegung“ hält. Jugendsprache sollte man jedoch nur benutzen, wenn man sich damit auskennt. Und dann sollte man sich auch ständig auf dem laufenden halten, denn nichts ist älter als Jugendsprache von gestern, Hoschi!
Und nicht alle ITler sind 14. Und alle Internetnutzer schon gar nicht.

WIR SIND DIE OTTO-NORMAL-SURFER! ABER MAN KANN JA NOCH SO LAUT SCHREIEN, ES KOMMT JA NICHT AN!

Aber lassen wir uns von dem Gebrauch des Wortes „Freak“ nicht ablenken. Lesen wir den entscheidenden Satz noch einmal:

Daher braucht es für das Internet zunehmend gesetzliche Regelungen, um gerade diejenigen zu schützen, die keine Freaks sind

Also der Otto-Normal-Verbraucher muss gegen Kinderporno geschützt werden, die Freaks jedoch nicht? Weil die Freaks sowieso jeden Scheiß anklicken, und deshalb schon alles gesehen haben? Oder nimmt sie – quasi in Anlehnung zu den Äußerungen von von der Leyen und zu Guttenberg – einfach an, dass diese Freaks sowieso „zum Teil schwer pädokriminell“ sind? Oder können wir hier nur ein Beispiel dafür sehen, wie verschroben das Bild des Internets bei einigen Politikern doch sein muss?!
Was soll das heißen? Findet das nicht noch jemand wenigstens sehr unglücklich formuliert?

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